so,na dann versuch ich mal den rest zu "papier"zu bringen,ich bin zwar wieder kaputt von arbeit aber es wird schon gehen.ist nur erstmal ungewohnt ist jeden tag früh loszuturnen.
2.teil
ich hab mich also nach 2 tagen entlassen lassen,weil ichdie glüchlichen muttis und babys nicht mehr ertagen konnte..
zu hause angekommen der nächste schock,alles was ich vorbereitet hatte,körbchen,sachen ect.waren weg geräumt,so als hätte es nichts gegeben.
in der hoffnung mir was gutes zu tun haben meine schwiegerellis alles weggeräumt.
es hatte sich schon rumgesprochen was passiert war und irgendwie hat jeder versucht mich zu meiden,das tat weh und zu diesem zeitpunkt konnte ich das auch nicht nachvollziehen.wenn doch mal jemand mit mir ins gespräch kam,waren dann solche sätze wie"es war doch dann besser so"oder "sei froh das du kein behindertes kind hast" und noch einige sprüche.alle wollten es besser wissen und nur ich wusste wie ich mich fühlte und das mir solche aussagen sehr weh taten.
ich bin der meinung das niemand mich verstehen konnte,und die meinung hab ich auch heute noch,wer es nicht selbst erlebt hat kann es nicht nachempfinden.
ich habe zu dieser zeit viel geweint und es war auch fürmeinen partner eine schlimme zeit.es war mir unmöglich ihn zu trösten,dafür hatte ich keine kraft.
wir sind dann für ein paar tage weggefahren,aber wir waren beide keine menschen mehr.
mein grosser,damals 5 jahre,konnte das alles gar nicht realisieren.
die beerdigung war in aller stille,nur mein partner und ich.
so vergingen wochen,die ich nur funktioniert habe.
im dezember sind wir dann zur humangenetik zur utersuchung.dort wurden uns auch die befunde unserer tochter mitgeteilt,man hatte auch eine kultur angelegt um näheres zu erfahren. es gab eine dicke akte,welche die ärztin während des gesprächs durchblätterte und oje was sahen wir ?
fotos unserer tochter.sofort wurde die akte geschlossen.mein partner hat aber sofort reagiert(dafür war ich dankbar)und wollte die bilder sehen.
da es bilder waren wo unser kind schon länger tot war versuchte sie uns zu überzeugen es nicht anzusehen.doch wir konnten uns durchsetzen.
imjanuar 95 hatten wir den nächsten termin zur auswertung der ergebnisse unserer untersucung,zu diesem zeitpunkt war ich wieder schwanger.voller angst sind wir dorthin.
ich war wie vor den kopf geschlagen nach der aussage"es besteht bei uns ein wiederholungsrisiko von 6%.bei einer nächsten schwangerschaft wäre eine engmaschige ultraschalluntersuchung erforderlich.und ich hatte angst.
ich habe dann meine frauenärztin augesucht die mich in meiner 1. schwangerschaft betreut hat.
diesewar so nett und verständnisvoll,ich war in den 9 monaten eine ängstliche histerische ach unmögliche schwangere,bei jedem ziepen war ich bei ihr und sie hat immer,wirklich immer ganz genau untersucht und immer ultraschall gemacht,ich fühlte mich verstanden.es war auf alle fälle nich selbstverständlich.auch die doppler wurde gemacht und es war alles in ordnung
.und immer wieder gedanken an meine tochter und schuldgefühle.
dann dertag wo es dann passierte.geburtstermin.ich bekam wehen und die angst überkam mich.
im krankenhaus angekommen ging alles so schnell.kurze untersuchung,gleich in den kreissaal,und auf einmal stand die gleiche kinderärztin neben mir.mein angstblick und mein herzrasen konnten wohl meine gedanken übertragen.sie nahm sofort meine hand und versicherte mir es sei alles in ordnung.sie wollte mich b der entbindung unterstützen weil sie hörte das ich da bin.
dann wurde mein sohn geboren,er lag auf mir und schrie und alles war dran.meine angst der letzten monate ist einfach von mir gefallen.
dieser tag war der glücklichste in meinem leben.ich abe vor lauter glück nur noch ständig gesagt "ich bin so froh,ich bin so froh" und das eine stunde lang.
danach ist alles gut verlaufen.
und trotzdem die gedanken an meine tochter,ich konnte mit niemanden reden.
dann entdeckte ich das buch"gute hoffnung,jähes ende"von Hannah lotrop.
dieses buch hat mir so sehr geholfen.endlich jemand der mich verstand.all meine gefühle und gedanken waren dort schwarz auf weiss geschrieben ,ich konnte es nicht glauben.all meine empfindungen konnte ich dort wiederfinden.
und endlich wusste ich ich bin normal.dieses buch war lange zeit mein begleiter,immer und immer wieder habe ich es verschlungen.einmal habe ich es meiner mutter verborgt.sie gab es mir wieder mit den worten "gib mir sowas nie wieder,ich hab den ganzen urlab nur geweint,das kann ich nicht lesen"
und mir hat es so sehr geholfen,aber daran sieht man,denn ich habe es nun mal erlebt nicht meine mutter.
2003,da hat es mich dann so sehr verfolgt,mein gelesenes.und ich habe getan was ich lange mit mir rumgetragen habe.
ich nahm alen mut zusammen und habe in der humangenetik angerufen,nach9 jahren.
ich wollte die bilder meiner toten tochter.ich weiss nicht ob ihr das nachvollziehen könnt.ich hab das am telefon unter tränen gesagt und die ärztin,nicht die gleiche von damals,versprach mir zu sehen ob es möglich wäre.sie wollte mich auf alle fälle kennen lernen und wir machten einen termin aus.
ich ging dorthin,sehr gefasst und wir führten ein so wunderbares gespräch.sie wollte von mir wissen wiso ich nach 9 jahren diesen wunsch habe.ich hab ihr erzählt ie unverstanden ich mich damals fühlte und das ich mir dieses buch gekauft habe und erst dadurch wirklich wach wurde.nach1,5 stunden schlug sie eine mappe auf und überreichte mir 2 bilder mener tochter.ich war unendlich erleichtert.sie hätte mich gern in einer shg vorgestellt wo andere das gleihe schicksal hatten und es noch nicht verarbeitet haben.ich habe das aber abgelehnt mit der begründung das dies eine lebensaufgabe sei und das für nur mal so nebenbei nicht geht für mich.weil sowas kann man nicht nur mal so machen.sie hat mich verstanden.
ab diesem tag konnte ich mein schicksal annehmen und meine tochter ist meine höhere macht.ihre bilder sind in meiner kleinen schatztruhe und ich kann sie ansehen wenn ich das möchte.in meinem schrank steht eingerahmt ein ultraschallbild von ihr,das leider mit der zeit verblasst.
jeden 2.sonntag im dezember steht eine kerze von 19-20 uhr im fenster. ein ritual für alle sternenkinder welches um die welt geht.
jedes jahr zum geburtstag stelle ich eine sonnenblume auf das grab und schreibe ein kleines briefchen an mein kind.
heute rede ich ganz offen über alles,mich muss dabei niemand verstehen aber ich kann es sagen.
welchen sinn das aber nun hatte,ich weiss es nicht,aber ich habe keinen groll mehr.ich suche mir für mich den sinn,das ich lernen musste stark zusein für alles was mir im leben begegnet.ich habe es angenommen.
meine tochter wäre jetzt 14 jahre alt,das ist sie auch in meinen gedanken.ich sehe sie vor mir wie ich sie sehe und ich kann dabei lächeln.