Beiträge von Blaubaerchen

    Entschuldige liebe Sinnesrausch, wenn ich in rätseln schreibe...

    Ich habe den Schritt zurück in die Beziehung gemacht und merke, dass es diese Verliebtseinphase nicht mehr gibt. Ich sehe ihn jetzt mit anderen Augen und stelle alles in Frage, was er macht.
    Doch es kommt mir zu spät vor. Schließlich habe ich diese Entscheidung getroffen, es noch einmal zu versuchen. Muß ich dann nicht jetzt auch wieder alles geben?

    Ich weiß nicht, ob meine Zwickmühle klar geworden ist. Wenn nicht, vielleicht fallen mir irgendwann noch einmal andere Worte dafür ein :)

    Liebe Grüße,

    Blaubärchen

    Liebe Nicole,

    ich danke dir sehr für deine bestärkenden Worte! Und das in deinem eigenen Thread. Ich hoffe ich kann ich dir durch die Schilderung meiner Situation helfen...

    Ich habe nicht die Kraft "ohne Grund" die Beziehung -wieder einmal - zu beenden. Obwohl ich in meinem Herzen und durch meine manchmal sehr aggressiven Gefühle merke, dass es keinen Sinn mehr macht. Es ist einfach zu viel kaputt gegangen. Deine Worte kenn ich von mir. Auch ich habe mir gesagt, ich muss konsequent sein, sonst glaube ich mir selbst nicht mehr und kann mich nicht mehr im Spiegel ansehen. Aber jedes Mal, wenn ich meine Entscheidung ihm gegenüber gerechtfertigt habe, hat er mir weiß gemacht, er nimmt mich ernst und beim nächsten Mal wird er meinen Wunsch respektieren und ohne Diskussion gehen.

    Wenn ich mich daran erinnere muss ich selber lächeln. Wie naiv von mir!

    Woran ich erkannt habe, dass ich co-abhängig bin... daran, dass ich ihn finanziell immer wieder unterstützt habe, immer wieder seine Probleme gelöst habe, die er sich durch einen extremen Absturz eingebrockt hat. Warum? Weil ich dachte, wenn das gelöst ist, dann stehen uns wieder alle wege offen. Aber es kam immer wieder ein neues Problem. Dadurch, dass ich für ihn gearbeitet habe und ihn gedeckt habe, so dass er seinen Job nicht verliert. Ich wollte nicht, dass er ganz unten ist. Das schlimmste, was ich gemacht habe, ich habe mich selbst bei der Polizei wegen Fahrerflucht angezeigt, um zu vertuschen, dass er wieder betrunken gefahren ist. Ich habe mich so klein gefühlt und habe mir geschworen, so etwas nie wieder zu machen. Aber es muss nicht immer so extrem sein. Es reicht doch, dass man immer wieder glaubt, was er am Tag danach sagt. Dass er dich liebt, du seine große Traumfrau bist und ihm nichts wichtiger ist. Es tut ihm ja so leid und das wird nie wieder passieren. Damit hab ich viel entschuldigt. Und damit, dass ich mir immer wieder gesagt habe, das ist nicht er. Es ist wie eine schizophrene Person. Der Alkohol macht ihn aggressiv, depressiv und gehässig. So ist er eigentlich nicht. Aber viele Eigenschaften hat er auch, wenn er nüchtern ist. Das sehe ich jetzt und damit komm ich nicht klar.

    Ich werde zu der Gruppe in einer Woche gehen. Und dann werde ich dir davon erzählen. Versprochen :)

    Ob du co-abhängig bist kannst nur du selbst wissen.

    Ich wünsche dir von Herzen, dass dein Freund mit dir zur Therapie geht! Und dass er einsieht, dass er es für sich macht und nicht für dich. Das musst auch du selber erkennen. Anders geht es nicht!

    Nutze dieses Forum und die wunderbaren Menschen hier. Wenn das Gespräch nicht so verläuft, wie du es dir wünschst, scheue dich nicht und schreibe hier. Natürlich auch wenn es klappt! Es kann jedem von uns helfen auch mal positive Erfahrungen zu lesen :)

    Drück dich ganz doll!

    Blaubärchen

    Ständige Verliebtseinphase... ja das ist es. deshalb die ständigen Trennungen, weil man beim Zusammenkommen wieder die Liebe spüren kann... wenigstens einen kleinen Funken. Doch irgendwann passiert auch das nicht mehr... Diese Phase gibt es nicht mehr. Was dann? Was ist, wenn man das zu spät merkt?

    Freu mich auf euch!

    Blaubärchen

    Liebe Elke, woran liegt das? Am Wetter :D ?

    Lieber Matthias, ich habe gerade in deinem Erfahrungsbericht gelesen! Ich weiß, manchmal fällt man einfach in dieses Loch und WILL gar nicht raus kommen. So sieht es jedenfalls aus. Aber eigentlich WILL ich und will auch wieder lachen können.

    Vielleicht schaffen wir es gemeinsam!

    Ich habe nur leider das Gefühl, ihr seid mir meilenweit voraus. Ihr seid an einem Punkt, wo ich noch lange nicht bin, und ich seh kein Licht. Aber ich weiß, die Sonne wird wieder aufgehen.

    Dicken Kuß an Alle!

    Blaubärchen

    Liebe Nicole,

    nein, ich bin nicht getrennt und habe bis jetzt noch nicht den Mut gefunden zu einer Gruppe zu gehen. Mir ist aber bewußt geworden, dass ich in diesem Teufelskreis stecke und nur mit Hilfe heraus komme.

    Ich war schon einmal bei einer Therapeutin vom Gesundheitsamt ca vor 1 1/2 Jahren, als es ganz schlimm war. Ich hatte das Gefühl, was sie mir erzählt hat, wußte ich bereits und als sie mir vorwarf ich hätte ein "Männerproblem" dachte ich nur, was für ein Unsinn und ergriff die Flucht. Ich war ja der festen Überzeugung ich hätte alles aus Liebe gemacht und jeder würde das machen.

    Heute weiß ich, ich war noch nicht soweit. Vielleicht wenn ich noch einmal hingegangen wäre... aber manchmal braucht man die Zeit einfach zur Selbsterkenntnis. Ich komme durch eigene Kraft nicht raus. Deshalb werde ich zum nächsten Treffen, nächsten Dienstag gehen. Das muss ich für mich tun!

    Was meine Beziehung angeht... Es ist schwer das zu beschreiben. Im Moment bin ich mit ihm zusammen und merke, es funktioniert nicht. Denke ich bewußt über Trennung nach, steigt Panik in mir auf und ich überlege, ob es wirklich notwendig ist. Ich nehme mir vor, beim nächsten "Trinkmoment" sage ich ihm, ich komm damit nicht klar und mache einen Schlußstrich. Aber ob ich es wirklich tue? Keine Ahnung.

    Glaub mir, es ist nicht einfach konsequent zu sein und dein Partner kennt dich so gut, dass er weiß mit welchen Mitteln und Worten er dich halten kann. Nicht nur wir Co-abhängige versuchen zu manipulieren, auch die andere Seite ist Profi darin.

    Ich weiß, das hört sich alles hart und frustriert an. Laß es einfach nicht so weit bei dir kommen! Sei konsequent, wenn Du diesen Schritt machst!

    Ich drück dir alle Daumen und sende dir viel Kraft!

    Blaubärchen

    Ihr Lieben,

    ich weiß genau was ihr meint! Ihr sprecht mir aus meiner Seele sozusagen.

    Am Anfang ist es der Gedanke, meine Liebe kann ihn heilen und das ist meine Herausforderung. Gib ihm soviel Liebe, tu alles für ihn, so dass er es merkt! Je öfter man weg gestoßen wird, um so stärker wird das Gefühl, dass man noch nicht alles gegeben hat. Und man bekommt von der Aussenwelt bestätigt, dass man ein guter Mensch ist und bedingungslos liebt.

    Aber irgendwann kommt man an den Punkt, dass man nicht mehr geben kann. Man will nun eigentlich auch was dafür haben und hat es immer gewollt. Es ist keine bedingungslose Liebe!

    Und durch die Trennung bzw. das wiederzusammenkommen bekommt man einen winzig kleinen Teil wieder. Da ist er an dem Punkt, denkt man, dass er merkt, was man ihm bedeutet. Die Verlustangst!

    Genauso empfindet man die Angst, den Moment zu verpassen, an dem man etwas zurück bekommen kann. Meint er es dieses Mal Ernst? Werde ich es verpassen, wenn ich ihm nicht noch einmal eine Chance gebe?

    Aber wo hört das auf?

    Nein, das kann kein gesundes normales Verhalten sein. Das glaube ich nicht! In einer gesunden Beziehung hat man doch nicht das Gefühl, dass man nur gibt und sondern dass man in gleichen Stücken wieder zurück bekommt. Eigentlich sollte man in einer gesunden Beziehung gar nicht darüber nachdenken, oder?

    Jedenfalls stell ich mir das so vor. Ich muss gestehen, ich war noch nie in einer gesunden Beziehung!

    Viele liebe Grüße,

    Blaubärchen

    Liebe Nicole,

    Du übertreibst nicht! Und deine Frage, ob du ihm helfen kannst muss ich wie wahrscheinlich viele andere mit Nein beantworten. Du musst dir jetzt wirklich überlegen, was du machen willst. Bist du wirklich dazu bereit, diesen Schritt zu machen und ihn zu verlassen?

    Denn leider kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass solche Drohungen nicht helfen. Er muss von sich aus den Weg zur Therapie oder Selbsthilfegruppe finden. Mein Freund hat mich ausgelacht, als ich das erste mal mit diesem Ultimatum ankam.

    Es ist wahrscheinlich, dass du den Schritt der Trennung machen musst und dann sei dir aber im Klaren, dass du ihn durchziehen musst. Ansonsten kommst du in einen Teufelskreis (wie meine wenigkeit).

    Ließ die Lebensgeschichten hier in dem Forum und laß dir ganz viel Kraft für deine nächsten Schritte geben!

    Ich sende dir die erste Packung :)

    Du bist nicht allein!

    Blaubärchen

    Liebe Angie,

    Vielleicht kann ich dir durch meine derzeitige Situation die Augen öffnen und helfen, den Weg nicht wieder zurück zu gehen. Ich kann dich sehr sehr gut verstehen. Auch wenn man sich vornimmt, den anderen nicht mehr so nah ran zu lassen, dass er einem weh tun kann, trotzdem schafft er es, einen diese Stiche ins herz zu versetzen und einem irgendwie das Gefühl zu geben, man hat zu früh aufgegeben.

    Ich muss gestehen, dass ich wieder einmal darauf reingefallen bin. Ich bin mit meinem Partner zusammen, aber will es im Moment am liebsten nicht sein. Zuerst fingen die Schwierigkeiten mit dem fehlenden Vertrauen an. Auch wenn er nicht getrunken hat, habe ich es immer erwartet. Ich hatte immer Angst und habe Gespenster gesehen. Kontrollanrufe gemacht, Panik bekommen, wenn er sich nicht gemeldet hat. Ob es begründet war, werde ich nie rausfinden.

    Als er vor Weihnachten den ersten Alkohol in Form eines Glühweins in der Hand hatte, machte ich Schluß. Aber durch seine Wut und Unverständnis, die er mir entgegenbrachte ließ ich mich überzeugen, dass es vorschnell war und es nicht bedeutete, dass er den Alkohol wieder in sein Leben lassen würde. Also ging ich zurück. Ich hatte solche Angst, etwas zu verpassen. Ihm Unrecht zu tun und uns keine Chance mehr zu geben.

    Nun, drei Wochen später hat er wieder in meinem Beisein getrunken. Ich bin nicht die Person, die einem anderen Menschen etwas verbietet und vielleicht wollte ich auch sehen, wo er die Grenze allein setzt. Nach vier Hefe ging er nach Hause, ich weiter in die Disco. Irgendwie war ich stolz auf ihn und dachte, okay, er merkt er hat schon viel getrunken und geht jetzt der Gefahr aus dem Weg, noch mehr zu trinken. Doch ich hatte mich geirrt. Als ich schon zuhause im Bett lag, kam er nach, und stand dann irgendwann wie in den "guten" alten Zeiten betrunken morgens um halb sechs in meiner Wohnung. Ich glaube ihm kein Wort darüber, was er mir über die Stunden erzählt, die er allein verbracht hat. Es ist die Hölle, ein solches Mißtrauen zu haben und tief im Herzen zu wissen, es geht alles wieder von vorne los und du kannst nichts dagegen tun.

    Seine Einstellung hat sich natürlich auch wieder geändert. Er würde wieder trinken und das wäre seine Sache wieviel. Ich hätte damit nichts zu tun, genauso wenig wie seine Familie. Es hätte nichts mit seiner Liebe zu mir zu tun.

    Jetzt habe ich Albträume vom Vergangenen und von der Zukunft.

    Willst du das wirklich, Angie? Wieder in dieses Loch fallen?

    Ich weiß, man erinnert sich immer nur an die guten Dinge, wenn er weg ist. Wie oft hatte ich das schon!

    Aber bitte, bleib stark, denk an dich und an dein Kind!

    Ich bin mir sicher, du schaffst das, wie ich es vielleicht auch eines Tages schaffen werde!

    Ganz viel Mut und Kraft,

    Blaubärchen

    Lieber fliegende Stern,

    Du warst so lieb und hast mir, obwohl es dir selbst nicht gut geht, eine kurze Nachricht geschrieben. Ich habe im Moment auch nicht oft die Möglichkeit zu schreiben, aber auch ich lese bei euch fleißig mit.

    Ein Freund von mir hat mir auch einmal von einer solcher Sitzungen erzählt. Ich werde ihn noch einmal fragen, wie es ihm nun ein halbes Jahr danach geht und was sich für ihn geändert hat, aber ich denke, seine damalige emotionale Situation hat sich dadurch beruhigt. Er war ebenfalls begeistert wie entspannt er danach war, und er hat auch nicht daran geglaubt.

    Du tust dir sehr viel gutes und ich glaube das ist der richtige Weg! Zweifele nicht daran, dass du das richtige gemacht hast! Ich habe es nicht durchgezogen und im moment ist es die Hölle und ich wünschte ich wäre standhaft geblieben!

    Meine Bewunderung und Absolution :)

    Blaubärchen

    Das größte Problem, das ich habe in der Zwischenmenschlichen Beziehung ist aber wahrscheinlich, dass ich von anderen dasselbe Verhalten erwarte, das ich an den Tag legen würde. Das betrifft sowohl die Arbeit als auch die Beziehung.

    Es macht mich wütend und verletzt mich, wenn mein Partner nicht so handelt wie ich es gern hätte. Und ich kann mir noch sooft sagen, du mußt es akzeptieren und kannst ihn nicht verändern. :shock:

    Ich stelle mir wirklich die Frage, ob ich jemals glücklich werden kann!?!

    Denke ich über mein Verhalten nach, die Gefühle, die in mir hoch kommen, wenn ich an das Vergangene denke und das ich nie vergessen kann, verzweifel ich an den Aussichten. Ich sehe keinen Weg hinaus! Egal wie ich mich verhalte, verständnisvoll und großzügig oder fordernd und überzeugt, ich laufe gegen eine Wand. Ich komm einfach nicht weiter, weil alles falsch ist! Er versteht alles falsch, reagiert entgegengesetzt von dem, was ich möchte. Auf einen ruhigen Abend, an dem ich mich mal mit ihm wohl fühle und Hoffnung schöpfe folgt ein distanziertes Telefongespräch, nach dem ich mich am liebsten in mein Schneckenhaus vergraben würde. Spreche ich meine Wahrnehmung an, dann ist Streit vorprogrammiert. Lass ich es und spiel meine Rolle beim nächsten Mal wieder gut - die Rolle einer leicht zufrieden stellenden Frau, dann merke ich Frustration und Unzufriedenheit in mir aufkeimen.

    Liegt es nur an mir und wenn ja, was kann ich dagegen tun? Mit meinem Partner kann ich nicht über diese Gedanken reden, denn er will davon nichts wissen. Naja, vielleicht will ich ihn damit nicht auch noch belasten, er hat zu viel mit sich selbst und seinem Leben zu tun. Er hätte auch kein Verständnis. Würde nur denken, ich will ihm auch noch meinen seelischen Schaden aufs Auge drücken und ihm die Schuld geben.

    Ich bin so verwirrt!

    Um mich und in mir ist es ruhiger geworden. Ich habe angefangen ein Buch über Co-abhängigkeit zu lesen und fange an, mich mit dieser meiner Eigenschaft auseinander zu setzen.

    Mit dem Begriff Coabhängigkeit habe ich vor dem Beginn des Lesens nur das Zusammenleben mit einem Abhängigen und die Auswirkungen auf mein Gefühlsleben, meine Verhalten und mein ICH verbunden. Nun sehe ich, dass da noch viel mehr hinter steckt. Verhaltensweisen, die schon vorher aufgetreten sind, dessen Ergebnisse ich aber nie auf mich bezogen habe oder aber die mir im tiefsten Inneren bewußt waren, aber die ich nie wahr haben wollte.

    Warum bin ich so wie ich bin und warum sieht mein Leben aus wie es ist?

    Es gibt gesunde innere Grenzen. Mir ist schon vorher aufgefallen, dass es mir schwer fällt, diese zu "verteidigen" und laut zu sagen "Nein, faß mich nicht an!" oder überhaupt dieses Wort "Nein" zu sagen, viel mir schon immer schwer. Früher habe ich gern geflirtet, habe aber mir nicht viele Gedanken über die Konsequenzen gemacht. Als ich merkte, der Gegenüber geht viel zu weit, war es eigentlich schon zu spät. Ich fand nicht die Kraft zu sagen "Hör hier auf! Das will ich nicht!" Zum Glück habe ich immer einen Gegenüber gehabt, der meine innere Anspannung dann gemerkt hat und nicht mehr weiter gegangen ist, sonst hätte noch viel mehr passieren können. Ich habe mich dann immer gefragt, steht auf meiner Stirn geschrieben "Ich bin leicht zu haben!"? Aber eigentlich konnte ich mir die Antwort da schon geben. Das mit den inneren Grenzen veranschaulicht es aber deutlich.

    Ähnliches kann ich in meiner Beziehung wieder erkennen. Wenn man mein Partner mit mir schlafen wollte, dann habe ich mich ihm hingegeben, ob ich nun Lust hatte oder nicht. In einer Beziehung war es so, dass ich fast über mich ergehen lassen habe... ich konnte es nie genießen, hatte keinen Spaß daran, weil ich ihm nie gesagt habe, wie ich es mag.
    Ich war immer bemüht, ihm ein gutes Gefühl zu geben.

    Ich war immer ein Kind, das viele Freunde hatte, viel Spaß, viel gelacht. Jetzt bin ich still geworden, rede sehr leise und werde wütend, wenn mich die anderen beim wiederholten Male nicht verstehen. Ich will nicht sagen, dass ich ein schlechtes Elternhaus hatte, aber wenn ich einige Sachen in diesem Buch lese, über ein "intaktes Familienleben" und wie man sich Kindern gegenüber richtig verhält, dann wird mir einiges bewußt. Ich habe einen großen Bruder, der sich oft einen Spaß daraus gemacht hat, mir weh zu tun. Ich habe geweint und geschrien, und meine Eltern kamen genervt ins Zimmer und haben mir befohlen leise zu sein. Ich habe das schon immer als ungerecht empfunden, aber erst als meine Tante vor fünf Jahren mal zu mir meinte, dass sie meine Eltern nicht verstehen konnte, wie sie erlauben konnten, dass mein Bruder mit mir so umgeht, wurde es mir bewußt.

    Eine andere Situation: Wenn ich mit meinen Freundinnen gespielt habe, öffnete sich die Tür und ein Elternteil sagte, ich wäre wieder die lauteste. Ich weiß, das hat mich beeinflußt. Ich habe kein gutes Verhältnis zu meinem Bruder, hege eine Art "Groll" schon mein Leben lang gegen ihn. Auch eine Eigenschaft von Co-abhängigen, dass sie Menschen gegenüber, die sie verletzt haben, rachegelüste hegen. Ich bin nun so erwachsen, dass ich ihm nicht schlechtes wünsche, aber ich werde mich auch nie gut mit ihm verstehen können.

    Erst vor drei Jahren fing ich (mal von der Selbstfindungsphase in der Pubertät) an, mit meinen Eltern vernünftig zu diskutieren, mich zu trauen auch mal eine andere Meinung zu haben und sie zu äußern. Wenn ich mal von Fehlern sprach, die meine Eltern meiner Ansicht nach gemacht haben früher in der Erziehung, kam nur "Oh, sind wir so schlechte Eltern gewesen?" Und welches Kind will seinen Eltern direkt ins Gesicht sagen "Ja, das seid ihr!" Das waren immer die Momente, wo ich zurück gesteckt und nicht gesagt habe, was ich denke. Das gleiche passiert mir in meiner Beziehung. Ich sage nicht immer was ich denke, um den anderen nicht zu verletzen, um ihn in Sicherheit zu wiegen, dass ich hinter ihm stehe. Aber ganz oft bin ich anderer Ansicht. Wenn ich jetzt mal anfange, meine Meinung dazu zu äußern und etwas in Frage zu stellen, dann ist das neu für ihn und es endet im Streit.

    Ich glaube wir Co-abhängige haben das Talent uns für den Partner zu verbiegen. Am Anfang einer Beziehung geht das vielleicht noch gut, weil wir es auf das Verliebtsein schieben und denken, das macht doch jede Frau für ihren Mann. Aber irgendwann hat man eigentlich keine Lust mehr alles zu machen, merkt, dass man sich verändert hat und will es wieder rückgängig machen. Wir können das aber nicht, weil der Partner uns nur so kennt und wenn er die Wirklichkeit sieht, geht er vielleicht. Was ist der Ausweg aus dieser Misere?

    Ich glaube aber, durch das neue Bewußsein dieser Eigenschaften öffnet sich für mich die Tür, etwas zu ändern.

    Ich werde fleißig weiter lesen!

    Ganz liebe Grüße,

    Euer Blaubärchen

    Hallo an alle die mich hören können! Ihr lieben und herzlichen Menschen!

    Ich komme gerade nach Hause und es geht mir schlecht. Heute abend war sehr seltsam. Ich habe versucht fröhlich zu sein, gut, war nicht unbedingt sehr anschmiegsam aber auch nicht wirklich distanziert zu meinem freund. Das hat er anders empfunden und hat es mir auch gesagt. Darauf hin hat er vier Hefeweizen getrunken - vielleicht hab ich das durch meinen eigenen Alkoholkosum auch provoziert, aber schließlich hab ICH kein Alkoholproblem - und man hat es natürlich gemerkt. Er machte einen blöden Spruch, von wegen er hätte Ko.. klar gemacht und stupste mich an. Ich konterte. Dann wollte er eigentlich mit in die Disco, schwenkte dann aber plötzlich um und stieg in ein Taxi um nach Hause zu fahren. Nun wieder mal meine Gedanken und Ängste. Ich finde vier Weizen schon viel für jemanden, der eigentlich nicht mehr trinken wollte. Und dann befürchte ich, dass er doch nicht nach Hause gefahren ist, sondern sich was beschafft hat... Aber wissen werde ich es wohl nie. Diese Ahnungen machen mich nur total fertig.

    Und nun wieder zu meinem alten Problem. Wenn ich daran denke, mich zu trennen, bricht es mir das Herz. Ich kann nicht genau sagen wieso... manchmal denke ich, weil es nicht nach meiner Nase geht. Weil es nicht in meiner Macht steht, etwas dagegen zu tun... oder dafür zu tun. Hilflosigkeit! Das ist ein furchtbares Gefühl! Ja, es macht mich klein und schwach...

    In solchen Momenten fallen mir die schlechten Dinge nicht mehr ein. Nur noch die guten und ich bin traurig über die Dinge, die nie mehr kommen würden. Was wir nicht verwirklichen konnten. Ja, ich muss mir klar darüber werden, ob ich das überhauot mit ihm möchte. diese Träume verwirklichen... Ansonsten verpasse ich das Glück noch!

    Ich versuche jetzt mal etwas zu schlafen und mir um ihn nicht einen solchen Kopf zu machen. Vielleicht klärt sich morgen alles...

    Ich hab euch lieb und schlaft gut!

    Euer Blaubärchen

    Hallo ihr Lieben,

    ich lese euren starken Worte und labe mich an der Vorstellung, genauso stark zu sein. Aber verzeiht mir, ich bin noch nicht so weit. Ich merke, dass eine generelle Unzufriedenheit in mir aufkeimt, aber etwas wehrt sich noch dagegen es wirklich wahrhaben zu wollen.

    Ein Beispiel: Gerade habe ich mit ihm kurz telefoniert und schon die ersten Reaktionen von ihm kamen mir extrem übertrieben freundlich vor. Ihr kennt das bestimmt, wie als wenn euch jemand nachäfft. Da grollte es schon wieder in meinem Bauch und ich dachte, das kannst du dir auch sonst wohin stecken. Aber was sind das für Gedanken? Ich habe ihn nicht darauf angesprochen, weil es wieder zu einem Streit gekommen wäre. Ich werde sehen wie es heute abend wird, wenn wir zusammen mit seinem besten Freund dessen Geburtstag feiern. Wie er sich mir gegenüber verhält...

    Ja, irgendwie habe ich das Gefühl, es kann nicht gut gehen. Laß mich aber von etwas anderem überraschen.

    Drück euch drei ganz doll und bleibt weiter so stark! Es freut mich wahnsinnig, dass es euch gibt!

    Euer Blaubärchen

    Lieber fliegende Stern und liebe Elke,

    es ist leider für mich nicht so einfach auf meine Intuition zu hören. Ich habe auch schon darüber nachgedacht, dass ich vielleicht Angst vor dem Alleinsein habe. Aber ich war zwischen den Beziehungen bestimmt schon zwei einhalb Monate durchgehend mal allein und ich gestehe, es ging mir gut. Erst seine Versprechen und seine "vernünftige" Art, seine lieben Worte und seine Überzeugung wir würden einfach zusammen gehören, was meine Gefühle und meine Träume für ihn wieder aufleben lassen hat, haben mich zum Zusammensein überredet.

    Ich klammere mich an Situationen, in denen ich seine Liebe spüren konnte. Meine Oma ist zwischen Weihnachten und Neujahr gestorben. Er wußte, was sie mir bedeutet hat und war dabei als ich die Nachricht bekommen habe. Er nahm mich lange in den Arm und tröstete mich. Da war er einfühlsam, doch. Und sein Weihnachtsgeschenk an mich war ein wunderschöner Brief, in dem er Gott dankte, dass es mich gab und ich zu seinem Leben gehörte.

    In den letzten drei Jahren gab es ständig solche Liebeserklärungen, wunderschöne Briefe und seine wunderschönen Worte. Um so schlechter konnte ich es immer verstehen, warum er die Beziehung mit seinen Alkoholexzessen aufs Spiel setzte, obwohl er doch wußte, ich würde gehen. Aber wußte er es wirklich? Im Endeffekt bin ich doch immer wieder gekommen. HAbe mich immer wieder überzeugen lassen, dass er sich ändern kann. Ich weiß, dass ist auch die Co-abhängigkeit.

    Ich wünsche mir genau wie Elke einen starken Mann an meiner Seite, so dass ich nicht mehr alles alleine machen muss. Ich weiß immer noch nicht bestimmt, dass er mir das nicht geben kann, weil er sagt sein Verhalten was den Haushalt oder andere Arbeit angeht liege an der Wohnsituation. Aber ich bin nicht bereit, diese zu ändern. Habe ich damit vielleicht unsere Beziehung schon aufgegeben, weil ich den Mut und das Vertrauen verloren habe, mich wieder ganz fallen zu lassen und wieder alles gleich auf eine Karte zu setzen? Ich will diesen "Puffer" zwischen uns. Und warum soll es so schwierig sein, in zwei Wohnungen zu wohnen? Andere schaffen das auch.

    Ich würde mir nur wünschen, dass wir die Zeit, die wir zusammen verbringen ausnutzen und glücklich mit einander sind. Aber irgendwie klappt das nicht!Ist es wirklich sinnlos?

    Ich habe im Thread von Speedy gelesen, dass man es schaffen kann, dass die Liebe und das Vertrauen wieder aufgebaut wird. Das gibt mir einerseits Hoffnung, andererseits glaube ich muss er dafür verstehen, was mit mir los ist und was mit mir geschehen ist. Das etwas kaputt gegangen ist, was repariert werden muss. Davon will er aber nichts wissen. Er will keine Verantwortung tragen für die Schäden, die der Alkohol in mir verursacht hat.

    Als ich mal angedeutet habe, dass ich zu einer Selbsthilfegruppe gehen möchte, sagte er sofort, wir trennen uns. Ich war verzweifelt über diese Reaktion und habe es nie wieder angesprochen. Habe auch nicht mehr weiter darüber nachgedacht.

    Aber vielleicht sollte ich das noch einmal tun.

    Ich wünsche euch beiden ebenfalls ganz viel Kraft für euren Weg und werde auch weiter bei euch lesen. (Hab ich gestern den ganzen Abend gemacht :) )

    Ich bin so froh, dass ich hier auf Gleichgesinnte gestoßen bin und werde versuchen meinen Weg weiter zu gehen!

    Einen wunderschönen winterlichen Tag für Euch!

    Ich drück euch beide ganz doll!

    Euer Blaubärchen

    Liebe Sinnesrausch,

    ich bewundere dich für deine Konsequenz. Ich bin oft während seiner "nassen" Phase an diesem Punkt gewesen, es endlich durchziehen zu wollen. Nun stecke ich gerade im letzten Absatz deines Geschriebenen. Ich will mehr als er mir gibt und langsam wird die Hoffnung immer weniger, dass er mir mehr geben kann und irgendwann will. Immer geht es nur um ihn, auch wenn er angeblich an "uns" denkt. Er überrumpelt mich mit Entscheidungen, die eine große räumliche Trennung bedeuten. Weigert sich, in "meiner" Wohnung, in der er aber viel Zeit verbringt, zu haushalten, weil es ja "meine" Wohnung ist. Steckt mich ständig mit seiner schlechten Laune an und unterstellt mir welche, obwohl es nicht so ist. Irgendwie alles verrückt. Er hat mich mal gefragt, warum ich denn nicht glücklich bin, wenn wir zusammen sind, obwohl ich es doch sein möchte, Ich weiß nicht mehr, was ich für ihn empfinde. Ich sage zwar ich liebe ihn, aber es ist nicht mehr das gefühl der bedingungslosen Liebe, die ich in den letzten Jahren gehabt habe. Das trinken hat etwas kaputt gemacht! Da stimme ich dir zu!

    Ich hoffe aber noch, dass man es doch irgendwie reparieren kann.

    Entschuldige diesen Ausbruch meiner eigenen Gefühle. Ich kann dieses Hin und Her sehr gut verstehen. Wenn man getrennt ist und er nicht da ist, dann hat man das Gefühl, es war doch alles nicht so schlimm und er hat mir viel gegeben. Aber vielleicht ist es doch nur die Einsamkeit, die einen überwältigt. Viel schlimmer ist es eigentlich, wenn man zu zweit ist und doch allein.

    Bleib stark! Mach weiter so und sprich nicht mit ihm. Versuche den Kontakt ganz abzubrechen, wenn möglich! Ich sehe, du kannst das schaffen!

    Fühl dich ganz doll umarmt!

    Blaubärchen

    Liebe Elke,

    ich habe die letzten zwei Stunden deinen Thread gelesen und habe in der Person und der Diagnose deines Ex meinen Freund entdeckt. Meine Erkenntnis wurde durch die zweiwöchige Therapie, die er gemacht hat und seine Diagnose der Ärzte nicht bestätigt, aber ich bin mir sicher. Er hat einfach ein unglaubliches Talent, sich gut zu verkaufen. Ich habe den Pathologischen Narzissmus mal gegoogelt:

    1. grandioses Gefühl eigener Wichtigkeit,
    2. Fantasien über grenzenlosen Erfolg und Macht,
    3. Glaube an eigene Besonderheit,
    4. Verlangen nach übermäßiger Bewunderung,
    5. übertriebenes Anspruchdenken,
    6. ausbeuterische Beziehungen,
    7. Empathiemangel,
    8. Neid,
    9. und Arroganz

    Alles passt auf meinen Freund. Alles sind Eigenschaften, die ich selbst verachte und an ihm nicht mag. Und trotzdem halte ich an ihm fest. Ich weiß nicht genau wieso. Wahrscheinlich weil ich einfach das Gefühl habe, dass es nur Liebe sein kann, die mich diese letzten drei Jahre bei ihm gehalten werden. Mir waren Momente schon bekannt, in denen wir keinen Gesprächsstoff hatten. Anfangs hat er es positiv bewertet. Es sei ja gut, wenn man auch schweigen kann. Aber doch waren diese Momente immer unangenehm. Ich hatte gehofft, das ändert sich mit dem Verschwinden des Alkohols. Dass er dann vielleicht auch Interesse an meinem Alltag zeigen würde. Leider gibt es diese Momente immer noch und sie werden immer unangenehmer. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass wir uns immer alles übelnehmen. Ein falsches Wort, ein falscher Tonfall, da denken wir beide schon wieder, was ist mit dem anderen los? Hat er schon wieder schlechte Laune. Wenn ich ihn beobachte, wie er mit seinem besten Freund telefoniert, dann sehe ich nicht den Mann vor mir, den ich noch vor dem Telefonat gesehen habe. Er ist fröhlich, macht dumme Witze und lacht. Genauso geht es mir aber auch. Ich weiß einfach nicht, wieso wir nicht auch uns gegenüber so sein können?!

    Gestern eskalierte die Situation schon wieder mal. Ich stand in der Küche und war fast fertig mit kochen als er kam und "Hallo" sagte. Aber ich empfand den Tonfall so ... blöd, das sagte ich ihm und da war der neue Streit. Fast soweit, dass wir wieder einmal vor der Frage standen, ob eine Trennung nicht besser wäre.

    Heute abend ist er gar nicht erst gekommen. Er schiebt zwar einen anderen Grund vor, aber ich weiß es liegt an der Atmosphäre hier bei mir. Ich weiß einfach nicht mehr weiter!

    Ich will diese ewige Streiterei nicht mehr. Ich hatte gehofft, das habe nun endlich ein Ende. Aber statt glücklich leben zu können erscheinen immer mehr Abgründe. Irgendwie habe ich auch nicht das Gefühl, dass es besser wird wenn er einen Job hat. Dann sind zwar die finanziellen Belastungen nicht mehr da, aber wir sind voneinander mehr getrennt - vielleicht gut? Und ich kenne mich! Ich werde ihn wieder im stillen verurteilen, wenn er sich etwas anschafft ohne daran einen Gedanken zu verschwenden, wieviel Schulden er bei mir hat. Geld sollte nie eine große Rolle in der Beziehung spielen, aber irgendwie tut es das doch.

    Elke, ich habe gelesen wie schlecht es dir geht und da sehen meine Probleme warhscheinlich lächerlich dazu aus. Ich wünsche dir auch ganz viel Kraft und Glück! Was deine finanzielle Lage und Wohnungssituation angeht wie natürlich auch die Suche nach einem vernünftigen Therapeuten. Ich bin immer mehr bestärkt darin, selbst zu einer Gruppe zu gehen. Ich hoffe, dass ich da nicht nur zu hören bekomme, dass ich selbst an meiner Situation schuld bin, weil ich die Trennungen ja nie durchgezogen habe. Ich hoffe ich treffe auf ähnliche Meinungen und Ansichten wie hier in diesem Forum!

    Euch allen einen wunderschönen und ruhigen Abend!

    LG Blaubärchen :wink:

    Liebe Elke,

    ich weiß glaube ich was du meinst. Und ein bisschen kann ich es auch schon sehen. Mein freund trinkt zwar meines wissens wirklich nicht mehr - so viel - gestern ein kleines bier und silvester einen sekt, aber wir haben mit den Nachwirkungen des Alkohols beide zu kämpfen. Ich würde mir wünschen, dass wir wieder zusammen als Paar in einer Wohnung leben und meine Familie hinter uns stehen könnte. Wie auch all meine Freunde, aber so einfach ist das nicht. Durch die ständigen Trennungen ist es für mich nicht möglich, jetzt schon diesen Schritt einer gemeinsamen Wohnung zu machen. Aber obwohl er ständig hier ist, fühlt er sich natürlich nicht "zuhause". Aus Trotz macht er gar nichts und das gibt mir das Gefühl, mir würde es besser gehen ohne ihn. Diese Gefühl möchte ich aber gerade nicht haben!

    Das habe ich ihm gestern gesagt. Offenheit habe ich mir auch vorgenommen. Trotzdem ist es komisch wenn er hier ist. Wir leben schon nebeneinander her, wahrscheinlich weil jeder Angst davor hat wieder so starke Nähe zuzulassen so dass man wieder verletzt werden kann. So ist es jedenfalls bei mir. Ich will, dass wir wieder ein "Wir" sind und nicht "Er" und "iCH".

    Wie ging es denn bei dir weiter, Elke? Was hast du gemacht, nachdem er dich betrogen hatte?

    Danke, dass du mich teilhaben läßt an deinen erfahrungen.

    Gruß,

    Dein Blaubaerchen

    Jetzt sind die ersten Tage des neuen Jahres vorbei. Was kann ich darüber berichten? Nun, ich versuche meine Angst vor dem Alkohol einzuschränken, ihm wieder zu vertrauen und an seinen eigenen Willen gegenüber dem Alkohol zu glauben. Ob das richtig ist, wird sich zeigen. Ich weiß auf jeden Fall von keinem exzessiven Trinken seinerseits und glaube, ich hätte es auch gemerkt. Ist natürlich schwierig, wenn man nicht zusammen wohnt und der andere einfach sagen kann, er kommt heute mal nicht vorbei. Natürlich glimmt dann der Span des Verdachtes ein wenig auf, aber ich versuche ihn im Keim zu ersticken.

    Was ich mir selbst für mich vorgenommen habe ist, wieder das Lebe zu genießen. Möchte ich etwas alleine machen, dann mach ich das. Zum Beispiel habe ich meinen Skiurlaub mit meinen Eltern geplant. Etwas was ich seit fünf Jahren nicht meh gemacht habe und worauf ich mich sehr freue.
    Es ist schwierig etwas zu finden, für das ich ihn begeistern kann gerade. Aber ich werd ihn mir einfach schnappen und es tun, wenn ich auf etwas Lust habe. Und ich werde versuchen, nicht mehr so viel zu "schlucken".

    Im Moment bleibt er lieber zuhause wie er sagt, aber ich kann seine Unzufriedenheit und Langeweile in der schlechten Laune oder Depression widergespiegelt sehen. Das kann nicht lange gut gehen und er braucht ein Ventil, wenn ich es nicht abbekommen möchte. Vielleicht kann ich ihn zu einem Sport animieren. Mit viel Glück hat er aber auch bald wieder einen Job. In der Gastronomie und evtl auch mit seinem besten Freund zusammen, aber wenn er wirklich will kann er auch das schaffen.

    Ich möchte dieses Jahr mehr an mich denken und etwas für meine Zukunft tun. Wenn er Teil dieser Zukunft sein möchte, dann soll er irgendwann, wenn er kann, dazu stoßen. Ich würde mich freuen!

    VLG Euer Blaubärchen

    Lieber fliegende Stern,

    alles was ich hier lese macht mir Angst, weil es mir so bekannt vorkommt. Gibt es denn keine kleine Hoffnung, dass ein solcher "Mann" das verstehen kann und sich ändern kann? Meiner hat an Silvester ein Glas Sekt getrunken. Er hat mich angesehen und gefragt, ob ich Angst hätte, das würde er nicht wollen. Ich sagte es wäre okay, weil ich versuche, nicht mehr diese Angst zu haben. Es ist bei dem einen Glas geblieben. Da bin ich stolz auf ihn, aber es gab zwei abende, an dem ich ihn nicht erreichen konnte (hab aber auch nur einmal angerufen - kein telefonterror) und einen wo er mich nicht sehen wollte. Lieber zuhause fernsehen. Das hab ich ihm nicht geglaubt, aber vielleicht wollte er auch nur, dass ich mal wieder aus gehe ohne auf ihn Rücksicht zu nehmen. Er zieht sich im Moment total zurück und geht nicht mehr weg. Sagt, er hat keine Lust. Aber eigentlich langweilt er sich. Ich hoffe das geht gut, denn in der Vergangenheit ging es immer nicht gut. Da waren es zwei, drei Tage, dann musste er wieder um die Häuser ziehen. Allerdings hat er die Nebenwirkungen des letzten Absturzes auch gerade vor Augen. 1000 Euro Strafe und noch zehn Monate keinen Führerschein.

    Was das Zusammenleben nur im Moment so schwierig macht ist seine schlechte Laune, die er manchmal schon am Morgen gleich nach dem Aufstehen hat. Diese Laune steckt an und ich frage mich dann immer selbst, warum ich so bin. Ich bin eigentlich kein schlecht gelaunter Mensch, aber was soll man machen, wenn der andere einem gegenüber sitzt und nicht auf kleine Witze oder fröhliche Stimmungen reagiert. Das zieht einen selbst runter. Ich hoffe, dass sich das alles ändert, sobald er mal einen festen Job hat.

    Lieber Stern, ich wünsche Dir alle Kraft, dass Du stark bleibst und Dir selbst treu bleibst. Du hast Recht, du musst für dich und dein Kind stark bleiben!

    Ich drück dich ganz doll und denk an dich!

    Dein Blaubärchen