Beiträge von Blaubaerchen

    Liebe Elke,

    ich danke Dir für Dein Verständnis. Ich weiß, es ist wieder ein Schritt in die Co-abhängigkeit und dass das die letzten drei Jahre meines Lebens ausgemacht hat. Aber ich kann einfach nicht glauben, dass ich diese drei Jahre umsonst gekämpft habe! Wenn ich jetzt gehen würde, habe ich Angst, die Früchte dieses Kampfes nicht ernten zu können. Dass er es vielleicht doch schafft und ich bin zu früh gegangen. Habe ungerechtfertigt aufgegeben.
    Vielleicht habe ich aber auch das Bedürfnis, dass er mir wieder etwas zurück gibt...

    Ich hoffe und baue darauf, dass das neue Jahr ein glückliches wird und werde alles dafür tun.

    Rutscht gut rein und ich drück euch alle ganz doll!

    Eure Blaubärchen

    Hallo Ihr Lieben,

    ich habe mich jetzt ein paar Tage nicht gemeldet, nehme aber allen Mut zusammen und tue es heute. Wenn irgendjemand mich verstehen kann, dann nur einer von euch.

    Am 24. habe ich mich mit meinem "Ex"Freund getroffen, eigentlich nur um ihm mein Geschenk zu geben und einen Kaffee zu trinken. Zuerst haben wir versucht, normal miteinander umzugehen, aber das hat natürlich nicht funktioniert. Er hat nicht verstehen können, warum ich mich trennen wollte und war wütend bzw. verletzt. Er sagte, er hätte es die ganze Zeit über verstanden, wenn ich mich getrennt hätte - aber nicht jetzt. Dieser Glühwein - bei dem hätte er sich nichts gedacht und ihm war aber auch während des Trinkens bewußt, dass es gefährlich wäre, einen zweiten zu trinken. Er würde nicht noch einmal so tief stürzen. Mit der Trennung würde ich alles aufgeben - das könne er nicht verstehen. Schlußendlich kam heraus, das es nicht nur der Glühwein gewesen ist, der mich bewegt hat, so zu reagieren. Ich habe ihm auch von meinen anderen Befürchtungen und auch meinen Wünschen erzählt. Ich glaube, zu der Angst betreffend den Alkohol hat sich auch viel Frust bei mir aufgebaut, dass ich nicht mehr alles alleine machen möchte und einen starken Partner an der Seite haben will. Ich habe noch nicht aufgegeben daran zu glauben, dass er dieser Partner sein kann. Ich habe vielleicht einfach zu viel auf einmal verlangt. Dass nach der Einsicht gleich alles besser wird und er in der Beziehung gleich voll da sein kann. Aber da gibt es ja noch das Problem der Arbeitslosigkeit und andere Sachen, die gelöst werden wollen.

    Vielleicht mach ich mir nur was vor, aber ich versuche trotzdem mich mit meinen Ängsten zurück zu halten und ihm wieder zu vertrauen. Ich hoffe wir können beide an der Beziehung arbeiten und dass es doch noch funktioniert.

    Ich weiß, ihr haltet mich für verrückt, dass ich es wieder mit ihm versuche. Aber irgendetwas hält mich und ich kann ihn nicht aufgeben. Ich habe natürlich immer noch Angst. Gestern abend war er alleine bei einer Freundin, heute will er lieber bei sich bleiben und nicht vorbei kommen. Da vermutet mein krankes Gehirn gleich wieder, dass er was zu verbergen hat. Aber solange ich es nicht beweisen kann, gilt der "unschuldsgedanke", oder?

    Bitte verzeiht mir, dass ich mal so und mal so schreibe. Ich fühle mich einfach sehr verunsichert und weiß nie was richtig und was falsch ist.

    Ich wünsche Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und hoffe, dass es ein wunderbares wird!

    Euer Blaubärchen

    Lieber fliegende Stern,

    es fühlt sich sehr gut an, verstanden zu werden und so unterstützt zu werden :) Ich nehme deinen Drücker liebendgerne an und gebe ihn auch ganz doll zurück.

    Ich bin 29 Jahre, gerade also in der bedeutenden Vor-30-Phase. Das ist vielleicht auch so ein Grund, warum ich daran fest halten wollte - an den gemeinsamen Träumen, der gemeinsamen Zukunft. Kinder, ein Haus und einen liebenden Mann. Aber ich habe mich schon vor einiger Zeit von dem Gedanken verabschiedet, Kinder vor 30 zu bekommen. Das war mir dann doch zu gefährlich, am Ende meinem Partner sagen zu müssen "Ich nehme dir dein Kind weg." und damit rechnen zu müssen, dass er besoffen mit einem Messer auf mich los geht, um das zu verhindern. Diese Vorstellung hat mich immer wieder zur Vernunft gebracht. Zum Glück!

    Du hast recht. Ich kann nicht sagen, was er mir gegeben hat. Ich stand nur immer da und hab nicht verstanden, warum er mir das was ich brauche nicht gibt. In wütenden Phasen habe ich ihn für egoistisch gehalten, in traurigen Phasen es auf sein Alkoholproblem geschoben.

    @Linde: Vielen Dank für deinen Rat mit der Gruppe, ich habe natürlich schon im Internet geguckt, bin mir aber nicht sicher welche das richtige ist. Ein Freund von mir ist bei den Guttemplern und hat mir die Nummer vom Gruppenleiter gegeben. Vielleicht versuche ich es damit erstmal.

    Ich danke Euch von ganzem Herzen und wünsche euch noch einen schönen Abend!

    Euer Blaubärchen

    Liebe Laurina,

    wenn ich deine Worte lese, dann kommen mir die Tränen. Einerseits weil ich genau diese Gedanken auch gehabt habe, was meinen Freund und meine Liebe oder seine Liebe betrifft. Und weil ich mir nichts anderes wünsche als diese bedingungslose Liebe, die Du erfährst! Ich freu mich wahnsinnig für dich und werde versuchen auch dorthin zu kommen.

    Ich habe das Gefühl, dass es für mich dieses Jahr kein Weihnachten gibt. Meine Vorfreude, auf sein Gesicht, wenn er sein Geschenk aufmacht, und auf den gemeinsamen Abend... all das muss ich aufgeben. Er schreibt mir, dass er mich vermisst und mich liebt. Mir geht es genauso, aber ich weiß auch, das er sich gegen mich entschieden hat und das werde ich mir immer wieder sagen - das tue ich schon den ganzen Tag :)

    Ich weiß was ich will und was ich nicht will. Das ist schon einmal gut. Und ich kann mir nicht mehr sagen, ich hätte es nicht unter allen Umständen versucht. Das ist auch irgendwie ein beruhigendes Gefühl. Jetzt muss ich mich nur selbst finden und irgendwie anfangen zu leben -allein. Ich glaube, das ist das schwerste. Ich komm mit der Einsamkeit nicht klar. Schon verrückt, denn ich bin ja nicht allein. Ich hab zwei super süße Katzen, ganz liebe Freunde und natürlich meine Familie. Ich werde über Weihnachten arbeiten, aber ich weiß schon, spätestens Sonntag, wenn ich "allein" in der Wohnung bin, wird es schwer. Ich bin dieses Mal noch nicht einmal wütend. Die Wut hat mir die ersten Tage der Trennungen immer einfacher gemacht. Ich habe glaube ich einfach resigniert - vor dem Alkohol. Okay, ich bin eine schlechte Verliererin :(

    Es tut sehr gut, zu lesen, dass es bei anderen genauso war und dass sie es geschafft haben. Dass es einen anderen Weg gibt - Hoffnung.

    Ich danke dir von Herzen für deine Worte und wünsche Dir auch ein wunderschönes Weihnachtsfest!

    Liebe Grüße, Blaubärchen

    P.S. Ich muss mir eine Gruppe suchen, weiß aber nicht wo ich anfangen soll... Auch den Mut muss ich erstmal finden, aber ich denke das schaff ich auch noch...

    Liebe Mönchen,

    ich war auch schon einmal in einer ähnlichen Situation. Leider ist die Annäherung an diesen Menschen voll nach hinten los gegangen, weil ich ihn geküßt habe und in meinem Bauch absolut nichts passiert ist. Ich war einerseits begeistert von seiner menschlichen Seite, habe gedacht wir haben ja super viel gemeinsam und vor allem - er war wirklich das gegenteil von meinem alkoholabh. Ex. Dieser war aber leider noch in der Nähe, ich hatte Kontakt und auch er küßte mich kurz danach. Das Explodieren in meinem Bauch werde ich nie vergessen und - Schwups - waren alle Gefühle wieder da, die schlechten Sachen vergessen und ich war mir sicher, ich werde dieses Gefühl nie wieder bei jemand anderem haben.

    Fazit: Laß dir wirklich Zeit herauszufinden, ob du diesen Menschen als Partner interessant findest, weil du Gefühle entwickelst oder ob du ihn nur interessant findest, weil er so anders ist, als das was du kennst. Lern ihn kennen und nimm dir die Zeit.

    Viel Glück und ich drück die Daumen!

    Blaubärchen

    Das wirft mich alles komplett aus der Bahn!
    Ich weiß ich bin nicht dumm, ich wollte nie eine solche Beziehung, die immer wieder Trennung und Zusammenkommen bedeutet. Meine Freunde und alle die mich kennen, sagen mir auch, dass ich jemand besseren verdient habe. Auch ich habe immer nur mit den Worten "Ich liebe ihn eben" geantwortet. Ich konnte es anderen, ihm und mir nicht anders erklären. Ich habe immer gedacht, was kann es anderes als Liebe sein, die mich dazu bringt solche Dinge zu machen und solche Zeiten durchzustehen. Von anfang an in dieser Beziehung musste ich mich "beweisen". Er hing zu Beginn noch sehr an seiner kranken Beziehung zu seiner Exfreundin. Immer wenn er besoffen mitten in der Nacht nach Hause kam hat er sie angerufen. Ich wollte ihm die Augen öffnen und sagen "Hey, Du hast eine tolle Frau an deiner Seite!" Ich sehe, das hab ich mit den falschen Mitteln gemacht. Als ich dann verstanden hatte, dass er ein Alkoholproblem hat, wollte ich ihn mit der Gefahr mich zu verlieren unter Druck setzen, damit aufzuhören. Hat natürlich nicht geklappt. Ich konnte und kann immer noch nicht verstehen, dass er sagt, ich sei sein Leben und seine Zukunft, und gleichzeitig setzt er alles aufs Spiel nur für den Alk. Aber das ist wahrscheinlich einfach die Krankheit - oder eben seine Entscheidung. Ich weiß es nicht. Das geht nicht in meinen Kopf.

    Aber liebe Laurina, ich wünschte ich wäre schon an dem Punkt, an dem Du bist. Ich weiß ich hab viel falsch gemacht und ich sollte an meinem Selbst arbeiten. Ich bin nicht ich selbst gewesen in dieser Beziehung.Ich habe das Lachen verlernt. Es gab einfach nicht viel zu lachen, wenn wir zusammen waren. Immer nur Probleme, die er hatte und die zu lösen waren. War das eine verschwunden tauchte im nächsten Moment wieder das nächste auf. Und egal was ich unternommen habe, er hat mich wieder runtergezogen.

    Ich bin müde und kraftlos geworden, habe schon oft den Lebensmut verloren und war sehr verzweifelt. Aber ich komm einfach nicht wirklich los von ihm. Ich will es dieses Mal schaffen!

    Gute Nacht und liebe Grüße,

    Blaubärchen

    Liebe Laurina,

    Du hast vollkommen recht. Ich habe geglaubt, dadurch, dass ich ihm immer wieder helfe, kann ich ihm meine Liebe beweisen und werde die gleiche dann auch wieder empfangen können. Das war nur in den Momenten der Fall, in denen ich ihm geholfen habe. Aber so kann eine gesunde Beziehung auch nicht funktionieren.

    Auch er hat sich für das Trinken entschlossen, auch wenn er das selbst sich noch nicht eingesteht und sagt, es ist eine Ausnahme gewesen. Das Leben besteht aus Entscheidungen und wie oft hat er sich gegen die Beziehung und für den Alkohol entschieden. ICh wollte immer, dass er die Beziehung mit mir an erste Stelle stellt, aber das hat er nie gemacht.

    Es hört sich so an, als ob ich mir wirklich professionelle HIlfe holen sollte bzw. auch zu einer Gruppe gehen sollte. Die Worte die du schreibst trösten mich und geben mir Mut, nach vorne zu sehen. Dafür danke ich Dir!

    Ich wünsch dir auch alles gute und eine fröhliche Weihnachtszeit mit deinem Liebsten.

    Viele Grüße zurück,
    Blaubaerchen

    Liebe Linde,

    ja, ich werde jetzt versuchen in einem Thread weiter zu schreiben und auch nach vorne zu sehen. IRgendwie habe ich das gefühl, er wollte die Trennung. Er wollte nur dass ich den Schritt mache und er wollte hören, dass er nicht schuld daran ist. Vielleicht ist es eine Erlösung für uns beide... obwohl es wahnsinnig weh tut!

    Ich weiß nicht wie stark der Glaube an Gott hier allgemein ist, aber ich glaube es gibt immer Situationen, wo man auf ein Zeichen wartet. Ich habe viele Zeichen ignoriert und einen anderen Weg eingeschlagen, als den den ich mir vorgenommen habe. Nun gab es wieder ein "Zeichen".

    Ich möchte versuchen wieder glücklich zu sein und muß lernen allein zu sein. Und ich werde mir Hilfe dabei holen. Aber ich will nicht mehr, dass Alkohol mein Leben bestimmt!

    Ich wünsche Dir ein wunderschönes Weihnachtsfest und auch allen anderen da draußen. Drückt mir die Daumen, dass ich dieses Mal durchhalte!

    Danke an alle!

    Euer Blaubärchen.

    Hallo Ihr Lieben,

    Jetzt ist es passiert. Habe ich es nun provoziert mit meinem Mißtrauen? Ich wollte nie, dass es soweit kommt. Das ich nun diesen Schritt machen muss und mich trennen. Aber er hat was getrunken und ich habe ihm doch nicht das Glas vor die Nase gesetzt. Es war seine Entscheidung.

    Ich versuche Gründe dafür zu finden. Es war nicht viel, nur ein Glühwein. Aber er hat wieder sein Versprechen gebrochen und macht das Problem kleiner.

    Wie kann es eigentlich sein, dass Ärzte einem eingewiesenen Menschen mit Verdacht auf Alkoholabhängigkeit und Suizid erzählen, dass er nicht abhängig ist und das unter Kontrolle hat? Nach zwei Wochen? Lag es wieder an seinen Verkäuferqualitäten? Ist das realistisch? Darauf bezieht er sich. Er hat ja gar kein Problem, nur ich würde das so sehen.

    Ich stehe wieder alleine da, mit der Ungewissheit, habe ich einen Fehler gemacht? Ich habe einen neuen Thread angefangen mit diesem Thema aus Verzweiflung. Verzeihung wenn ich dadurch Chaos verursache. Vielleicht sollte ich dieses Mal mir selbst Hilfe holen. Ich habe schon die letzten Male gemerkt, dass die Trennung alleine nicht reicht. Das Durchhalten ist der Kampf, den man bestehen muss. Aber innerlich schreit mein Herz wieder "Nein"!

    Ich weiß, ihr bemerkt meine Verwirrung und Unentschlossenheit sicher. Dafür entschuldige ich mich!

    Euer Blaubärchen

    Ich brauch eure hilfe!

    Ich habe gerade meinen Freund überraschend in der Stadt getroffen. Er hat mir eine Kuß gegeben und da hab ich es sofort gerochen. Er sagt, ja er habe einen Glühwein getrunken. Nur um sich aufzuwärmen. Ich fragte ihn, na und das ist kein Alkohol. Zuerst blockte er ab, gab mir sofort meine Wohnungsschlüssel und meinte, ja ich wär die einzige die glaube er habe das nicht unter kontrolle, selbst die Ärzte hätten das nach der Therapie gesagt. Aber ich sehe nur, wie es die letzten Male angefangen hat. Immer ein kleiner Schritt zu mehr. Jetzt geht er wieder Kompromisse ein und sagt, wenn er bei der Arbeit einen Wein probieren muss und auch runterschlucken, dann macht er das eben. Ich solle machen, was ich denke, aber für ihn hätte sich nichts geändert zu gestern abend. Er wäre doch immer noch der gleiche, er hätte sich nicht geändert. Aber ich habe solche Angst davor, wie es stück für stück wieder schlimmer wird. Übertreibe ich, wenn ich jetzt die Beziehung wieder beende? Übertreibe ich, wenn ich nicht daran glaube, dass er es wirklich verstanden und unter Kontrolle hat?

    Bitte helft mir! Wahrscheinlich... bestärkt mich in meiner Reaktion!

    Danke!

    Liebe Skye,

    danke für Deine ehrlichen Worte und den Einblick in deine Geschichte.

    Ich habe deine Zeilen sehr intensiv gelesen. Ich habe auf jeden Fall mein eigenes Selbstwertgefühl durch meinen alkoholabhängigen und manchmal so hilflosen Freund gesteigert. Ich habe allerdings nicht wirklich versucht ihn zu kontrollieren, denke ich. ICh habe manchmal gedacht, vielleicht wäre es besser gewesen, wenn ich ihm nicht so viel Freiraum gelassen hätte. Ich glaube ich habe eine Art Rolle - die perfekte Freundin - gespielt, in der extreme Kontrolle, Eifersucht und öffentliches Mißtrauen nicht gepaßt hätten. Ich habe versucht ihm immer den Eindruck zu geben, ich glaub an ihn und an unsere Zukunft. Und mir tat es einfach gut, dass er in einigen Momenten eingesehen hat, wieviel Glück er mit mir hat und welch tolle Frau ich bin.
    Auch von den anderen Menschen in meiner und seiner Umgebung habe ich das Gefühl bekommen. Doch leider hielt das nie lange an. Einen, vielleicht zwei Tage, dann war alles wieder vergessen, er nahm es als selbstverständlich hin, dass ich noch bei ihm war.

    Ich habe immer gewußt, dass wieder etwas passieren wird und ich habe immer Recht gehabt. Nur selten wurde ich überrascht. Langsam frage ich mich aber auch, ob ich mir es nicht herbei gewünscht habe, so dass er wieder in der Lage ist, sich entschuldigen zu müssen und meine Anwesenheit zu schätzen.

    Und eine andere Sichtweise ist natürlich die: Habe ich mir seine Liebe erkaufen wollen? Als mir das eine Therapeutin beim Erstgespräch gesagt hat, bin ich nie wieder hin gegangen. ICh habe gedacht, ich habe alles nur aus Liebe gemacht und jeder würde das für seinen Partner tun, wenn man ein sorgenfreies Leben haben möchte. Aber ist das so?

    Ja, ich lasse ihn jetzt seine Sachen machen. Gestern fing er wieder einmal mit dem Thema Wohnungssuche an (er wohnt gerade bei seinen Eltern) und wie teuer Mieten doch sind. Vielleicht erzählt er mir das nur, damit ich weiß, er macht was und versucht auf seinen eigenen Beinen zu stehen. Ich fühle mich aber auch gleich wieder etwas unter Druck gesetzt. Möchte er jetzt hören, dass ich ihn doch wieder bei mir einziehen lasse? Wenn ich nicht darauf reagiere, wird er dann wütend? ICh werde nicht darauf reagieren und auch in anderen Angelegenheiten kann er natürlich auf mein offenes Ohr und meinen Ratschlag bauen, aber keine aktive Hilfe erwarten. Das wird mich viel Überwindung kosten, aber es geht nicht anders.

    Ich möchte alles richtig machen - für uns - ich sollte wahrscheinlich besser für mich schreiben. Ich muss an meinem Selbstbewußtsein arbeiten, das weiß ich. Ein guter Vorsatz für das neue Jahr! :)

    Danke und ganz liebe Grüße,

    Blaubaerchen

    Lieber fliegende Stern,

    ich weiß wie du dich fühlst. Ich habe auch zahllose male versucht, von ihm weg zu kommen, habe einen schönen abend mit meiner freundin gehabt und wurde durch eine Nachricht von ihm zurück geschleudert in die Vergangenheit und in die Gefühle, die ich für einen abend fast vergessen habe. Du bist schon weit gekommen! Wenn Du wirklich nicht zurück willst, und du hast es oft genug versucht, dann bleib standhaft. Das wünsch ich dir für das Weihnachtsfest! Ich weiß, das werden die schwersten Tage sein - und das ist wahrscheinlich auch der Grund für ihn, sich zu melden und dich zu vermissen - aber du bist nicht allein und ohne ihn geht es dir besser.

    Ich weiß, das hört sich von jemandem, der wieder zurück gegangen ist komisch an, aber ich habe nie die Möglichkeit gehabt ihn wirklich ohne Alkohol kennen zu lernen und die Chance möchte ich ihm geben.

    Ich habe mir überlegt, dass unsere Gemeinsamkeiten immer der Alkohol und die Probleme darum waren. Das hat uns natürlich zusammen geschweißt, das alles durch zu stehen. Mir ist klar, das diese Probleme noch lange nicht durchgestanden sind, aber ich möchte mit ihm jetzt andere Gemeinsamkeiten finden, die uns verbinden. Vielleicht andere Hobbies, die wir gerne zusammen machen. Darüber möchte ich heute noch mit ihm sprechen. Nur schöne Momente können die schlechten langsam verblassen lassen.

    Du hast auch recht damit, dass ich das Thema Alkohol und die Angst, die ich empfinde nicht mehr ansprechen sollte. Es soll jetzt endlich nicht mehr im Vordergrund stehen. Das ist wichtig! Ich versuche alles, damit es klappt und wir beide wieder glücklich sein können. Damit geh ich auch die Gefahr, wieder abgrundtief verletzt zu werden, das weiß ich. Aber anders kann es nicht funktionieren.

    Ich wünsch dir ganz viel Kraft und Selbstbewußtsein! Du schaffst das! Danke dass Du auch Zeit für meine Gedanken gehabt hast!

    @alle:
    Fühlt euch umarmt! Wir unterstützen uns gegenseitig. Es ist gut zu wissen, dass ihr alle da seid!

    Euer Blaubaerchen

    Hallo ihr Lieben,

    ich habe mich die letzten Tage sehr mit dem Thema Co-abhängigkeit beschäftigt. Ich habe auch erkannt, dass ich die Beziehung zu meinem Freund und sein Problem ausgenutzt habe, um mich stark zu fühlen. Geliebt, von anderen "bewundert", besser als er. Ich habe oft von anderen und von ihm gehört, ohne mich und meine (finanzielle) Hilfe hätte er es nicht geschafft. Wo wäre er jetzt, wenn ich nicht wäre? Vielleicht an der gleichen Stelle - kurz nach der Therapie, das erste Mal eine längere Zeit trocken mit Hoffnung auf eine Zukunft, oder schon viel weiter?

    Ich weiß ich habe ihm oft aus der Patsche geholfen, seinen Job gerettet, seine Schulden bezahlt oder ihm davor bewahrt, seinen Führerschein wieder zu verlieren. Aber das Resultat ist, er hat doch alles verloren und ich bin an dem Punkt, wo ich ihn nicht mehr helfen will, weil ich mich ausgenutzt fühle. Also, was hat das alles gebracht außer, dass ich mich für einen Moment großzügig und als besserer Mensch gefühlt habe? Diese Betrachtung habe ich natürlich nicht immer gehabt. Ich habe immer daran geglaubt, dass ich das alles gemacht habe, weil ich ihn liebe. Um endlich keine Sorgen mehr zu haben und freie Bahn für eine gemeinsame Zukunft.

    Doch nun steh ich dieser Zukunft selbst imWeg. Ich kann ihm nicht mehr vertrauen, sehe überall Lügen und Versuchungen, denen er nicht widerstehen wird. Setze mich schon mit der Konsequenz auseinander, wenn er einen Rückfall erleidet. Wünsch ich mir das im Unterbewußtsein vielleicht? Damit ich wieder in der Lage bin, ihm verzeihen zu können? Aber eigentlich will ich das nicht mehr. Meine Konsequenz wird die Trennung sein, damit ich mir selbst mal wieder treu bin.

    Davor habe ich glaube ich am meisten Angst, es nicht zu können - wie so viele male vorher - konsequent zu sein. Ich habe Angst vor dieser Situation und dabei ist es noch nicht einmal passiert.

    Ich habe auch Angst, dass ich sie durch mein Mißtrauen aber gerade auch erst provoziere. Es macht ihn unglücklich und hilf ihm überhaupt nicht, sein Problem zu bewältigen, wenn ich ihm nicht vertraue, nicht unterstütze.

    Ich werde versuchen an mir zu arbeiten und heraus zu finden, ob und wie diese Beziehung ohne Alkohol klappen kann.

    Ich würde mich freuen, Eure Kommentare zu lesen. Vielleicht ging es euch auch mal so.

    Lieber fliegende Stern,
    es ist schlimm deine Worte zu lesen, weil ich mich sehr gut in deine Situation hinein versetzen kann. Als aller erstes möchte ich dir aber Mut zu sprechen! Im begrenzten Maße, natürlich, soweit es mir möglich ist. :) Du hast Deine Freundinnen, mit denen Du heute abend los gehst und die dich trotz allem - ich bin mir sicher, sie haben dir oft gesagt, dass er nicht gut für dich ist und du hast aber anders gehandelt - ünterstützen und bei dir sind. Das ist das wichtigste. Ich bin auch froh, dass ich solche Freunde habe!

    Mein Freund war noch bis vor kurzem außer Landes und ich habe in dieser Zeit angefangen ein Buch zu schreiben. Es war eher ein Tagebuch. Es war mir klar, dass ich den Schritt noch einmal gewagt habe, mit ihm zusammen zu sein nach zahlreichen Trennungen und Enttäuschungen in diesem Jahr. Aber irgendwie bin ich vorsichtiger geworden, kann mich nicht mehr 100% fallen lassen und ihm glauben. Und diese Unsicherheit, die Konsequenz, die ich daraus ziehen möchte, wenn er wieder einen Rückfall hat, meine schlimmsten Gedanken, habe ich da rein geschrieben. Als er jetzt wieder kam, habe ich mich auf ihn gefreut und habe die Hoffnung gehabt, dass er es doch Ernst meinen könnte. Dann hat er mein Buch gefunden und gelesen. Er wollte sich trennen, aber für mich brach eine Welt zusammen, die erst langsam wieder am entstehen war. Ich habe versucht ihn zu überzeugen, dass ich ihn liebe und es trotz allem was passiert ist, versuchen will. Gestern haben wir uns wieder gestritten. Weil ich Panik bekommen habe, als ich ihn nicht erreichen konnte und er mic zweimal weg gedrückt hat.

    Heute abend ist er auf einer Party. Das ist der Moment, vor dem ich seit zwei Wochen Angst habe. Es wird eine Generalprobe sein und bis vor kurzem bin ich fast davon ausgegangen, dass er sie nicht besteht.

    Aber ich möchte so nicht denken! Ich möchte wieder positiv denken können und keine Angst mehr haben!

    Er fängt an, unehrlich zu mir zu sein. Er kommt mit einigen Sachen erst mit der Sprache raus wenn es hart auf hart kommt. Weil er weiß, dass ich mich aufrege. Diese Unehrlichkeit macht mich auch fertig. Wenn ich nun mal nicht die richtigen Fragen stelle, wann sagt er mir dann die Wahrheit?

    Ich hoffe wirklich, dass es besser wird. Das wir irgendwann anfangen können, unser gemeinsames leben zu genießen. Oder endlich raus zu finden, ob wir eigentlich zusammen passen, denn bisher wurden alle Probleme auf den Alkohol geschoben.

    Ich hoffe Du hast ganz viel Spaß heute nacht und Halte Durch! Ich freue mich darauf, den lebensfrohen und selbstbewußten Stern zu hören.

    Übrigens, es kann nicht an dir liegen, wenn es so vielen auch so geht, oder? Zweifle nicht an dir!

    Drück dich und ganz liebe Grüße,

    Böaubaerchen

    Zitat

    Es war nicht nur Liebe sondern ich glaube,ich muß mir eingestehen, es hat mir gefallen, dass gefühl von ihm gebracht zu werden...und das hab ich von ihm bekommen....

    Lieber fliegende Stern,
    ich habe heute deine geschichte gelesen. ich habe mich in allem wiedergefunden, was du durchgemacht hast. auch ich habe dieses Gefühl gebraucht zu werden und jmd helfen zu wollen. Das ständige Wegstoßen hat eher dazu geführt, dass ich näher bei ihm sein wollte. Nun hat auch mein Freund angeblich verstanden und will - für sich - nichts mehr trinken. Ich habe die gleichen Ängste wie du. Schau ich hinter meine Fassade frage ich mich, ist es nur die Angst, dass er wieder trinken könnte oder habe ich Angst davor zu sehen, dass wir vielleicht doch nicht zusammen passen und der Kampf für diese Beziehung umsonst war. Ich weiß auch, ich liebe ihn, aber er ist genau wie dein Ex ein schwieriger Mensch. Es gibt viele Charakterzüge, die ich nicht gut finde.

    Mich würde es sehr interessieren, an welcher Stelle du jetzt stehst. Vielleicht kann ich daraus Hoffnung und Kraft schöpfen.

    Danke für deine Beiträge und ich hoffe es geht dir gut.

    Fühl dich umarmt!

    Ihr Lieben,

    leider bin ich aus der Sache nicht raus. Mein Herz steckt noch mitten drin und wenn mich jetzt jemand fragen würde, ob ich es noch einmal mit ihm versuchen würde, würde ich ja schreien.

    Vielleicht bin ich ihm irgendwann dankbar dafür, daß er mich nicht mehr an sich ran läßt. Keine Zukunft für die BEziehung sieht. Er sagt, er muß selber zurecht kommen. Er muß erstmal mit sich ins Reine kommen...

    Aber im Moment tut es alles nur wahnsinnig weh. Daß er mich einfach so hinter sich lassen kann, wo ich mir doch nichts mehr als ein gemeinsames Leben mit ihm gewünscht habe...

    Uns steht noch die Aufteilung der Wohnung bevor und ich weiß nicht wie ich das durchstehen soll. Weiß auch nicht, ob ich stark genug sein kann, ihm nicht mehr zu helfen, wenn er merkt er bekommt es nicht hin alleine und wieder auf mich zu kommt. Ich bin nun mal ein Mensch, der gerne hilft, und natürlich bei Menschen, die ich liebe noch mehr.
    Ich kann mir nicht vorstellen ihn zu hassen, egal er was macht und mir ist klar geworden, dass ich alles immer wieder machen würde, was ich die letzten 1 1/2 Jahre gemacht habe.

    Ich habe Angst!

    Danke für eure starken Worte.

    Ich hab mich jetzt erstmal in mein Elternhaus zurück gezogen (wir wohnen nämlich auch noch zusammen) und werde hier eine woche bleiben. Werde auch versuchen mich nicht bei ihm zu melden.

    Ist dieses beklemmende Gefühl normal, dass man denkt, man ist die einzige, die es weiß? seine Familie und seine Freunde sehen es nicht, weil sie nicht jeden tag mit ihm zusammen sind. Weil sie nicht so nah an ihm dran sind... oder weil sie vielleicht das gleiche Problem haben.

    Wieso schreckt es ihn nicht ab oder öffnet ihm die Augen, dass er sich wie sein Vater verhält? Der nun nach x Therapieversuchen endlich (hoffentlich) trocken ist und noch einen Sohn bekommen hat.

    Ich weiss, ich sollte mich mehr um mich kümmern. Er war ist nicht gut für mich - das hör ich aus allen Ecken. Es wird wahrscheinlich noch eine Weile dauern bis es von meinem Kopf in mein Herz gelangt ist.

    Danke für Eure Hilfe!

    Hallo ihr Lieben!

    Ich bin gerade in der Trennungsphase meiner großen Liebe!

    ... und ich weiss nicht, ob und wie ich das schaffen soll. Ich habe mich in vielen Sitautionen, die hier geschildert werden, wieder gefunden. Also bin ich mir recht sicher, hier richtig zu sein und mir das Problem nicht nur einzubilden.

    Bin ich zu streng? Hätte ich toleranter sein müssen? Mache ich aus einer Mücke einen Elefanten?

    Mein Freund hat schon immer getrunken, seit ich ihn kenne. Er trinkt nicht heimlich zuhause, sondern zieht mit seinen sog. Freunden los und bleibt die ganze Nacht weg. Zieht auch mal ne Nase, wenn er getrunken kann. Kommt immer wieder in Schwierigkeiten deswegen. Hat seinen Führerschein schon einmal verloren, weil er mein Auto geschrottet hat. Kam einmal nach Hause und hat die halbe wohnung auseinander genommen. Wenn ich mit gehe, läßt er mich irgendwann stehen für ne stunde, ist nach der stunde dann so betrunken, dass ich ihm egal bin. Meist möchte er nur noch Geld von mir, um Drogen oder Alkohol kaufen zu können. Auch bestohlen hat er mich schon...

    Wenn ich das so schreibe, kann keiner verstehen warum ich immer noch mit ihm zusammen sein will. Aber ich kenne ihn auch anders. Er macht auch wunderbare Dinge und sagt liebevolle Sachen. Gerade sind Ferien und deshalb hat er soviel Zeit...

    Wir haben uns getrennt. Er hat im Suff wieder einmal Schluß gemacht und ich habe ja gesagt. Er will ausziehn und nicht kämpfen. Er will mir nicht mehr weh tun, seine Worte. Aber er lacht mich aus, wenn ich ihn bitte eine Therapie zu machen oder mit jemanden zu reden, der sich damit auskennt. Das war seine letzte Chance. er hat sich für den Alkohol entschieden und gegen eine Zukunft mit mir.

    Wird er es irgendwann verstehen und vielleicht wieder kommen?

    Habe ich ihn für immer verloren?

    VLG