Beiträge von B.Nyborg

    Hallo JayJay und Florian,

    Zitat von flocke14

    Du kannst nicht die volle Verantwortung für das Leben deines Vaters übernehmen.

    Ich klink mich mal hier ein:

    Die volle Verantwortung für sein Leben trägt der Vater selbst.
    Die volle Verantwortung für dein Leben trägst du selbst.
    Du trägst nicht mal einen Teil an Verantwortung für einen anderen (außer es ist dein Kind - und auch hier stimmt das nur bis zu einem gewissen Alter).
    Dies gilt natürlich nur soweit, dass du Niemand anderem Schaden zufügst. Fügt sich ein anderer Schaden in der Form zu, dass er sich totsäuft und sich keine Hilfe holt, ist das allein und zu 100 % seine Verantwortung! Deine Verantwortung liegt darin, dich zu schützen. Und das habt ihr beide - wie ich gelesen habe - gut umgesetzt.

    Herzliche Grüße, B.Nyborg

    Hallo JayJay,

    Zitat von JayJay

    Ich überlege noch was ich so machen kann und was funktionieren könnte.

    Magst du ein bisschen genauer schreiben?
    Was sind das für Überlegungen?
    Was stellst du dir genau vor?
    Was denkst du denn, würde funktionieren?
    Und was nicht?

    Herzlichen Gruß, B.Nyborg

    Hallo JayJay,
    wie gehts dir denn?

    In Flocke14 hast du nun wohl Jemand
    mit einer ähnlichen Situation gefunden.

    Ich würde mich für euch freuen,
    wenn ihr einen offenen Austausch habt.
    So können auch wir anderen von euren
    Erfahrungen und Gedanken profitieren.

    Herzliche Grüsse, B.Nyborg

    Hallo JayJay,
    hast du denn eine Idee,
    wie du mit deinem Vater zukünftig umgehen kannst,
    bzw. was du ändern möchtest?
    Mir scheint, du machst erst mal alles richtig.
    Du grenzt dich ab, kümmerst dich um dich, schützt dich, usw.
    Erst mal wirkst du sehr stabil auf mich.
    Würde mich schon interessieren,
    woher das kommt (oder ob ich falsch liege).
    Ich bin ein Scheidungskind und auch quasi ohne Vater
    aufgewachsen. Bei mir hat allein das schon Spuren hinterlassen.
    Konnte der mütterliche Teil deiner Familie
    dir den Vater ersetzen?
    Was fühlst du denn,
    wenn du an deinen Vater denkst?
    Traurigkeit konnte ich raus lesen.
    Wut? Angst? Liebe? Mitleid? Mitgefühl?
    Fühlst du dich ihm als Sohn zugehörig,
    oder steht da mehr eine Pflicht dahinter,
    Sohn sein zu müssen,
    dass du noch Kontakt zu ihm hast?

    Viele liebe Grüsse, B.Nyborg

    Hallo JayJay,

    Alkoholismus ist eine Familienkrankheit, heißt soviel wie, dass nicht nur der Trinkende betroffen ist, sondern auch das Umfeld. Du schreibst, dein Vater trinkt, seit du denken kannst. Dass dein Vater trinkt, wird also von kleinauf etwas mit dir gemacht haben. Dass du dir dein eigenes Leben aufbaust, ist wirklich toll - das ist ein wirklich guter Weg. Wieviel Schaden du aus deiner Vergangenheit mitgenommen hast, weiß ich nicht. So einige von den EKAs fühlen sich unsicher, bindungsunfähig, haben kaum Selbstbewusstsein oder Selbstwertgefühl, haben als Kind viel zu viel Verantwortung tragen müssen und verarbeiten das teils erst durch meist langjährige Therapien und durch Auseinandersetzung mit sich selbst, um sich davon zu befreien, also frei zu werden, lebensfähig zu werden, liebesfähig zu werden.

    Du fragst eingangs, welchen Rat wir dir geben können, das Beste aus dem Rest SEINES Lebens und danach zu machen. Mein Rat ist, mach das Beste aus DEINEM Leben! Und welche Schäden du auch immer davongetragen hast, ein EKA zu sein, befreie dich davon, um erfolgreich ein gesunder und freier Mensch zu sein. Das meine ich mit, was du bereit bist für dich zu tun.

    Ich (Ex-Partnerin eines Alkoholikers) habe eher die Erfahrung in meinem Umfeld gemacht, dass meine Problematik gar nicht so selten ist. Reden war also in meinem Fall gar nicht so schwierig. Aber du hast Recht, wer nicht betroffen ist oder mit dem Thema fremd, wird dir meist kein guter Ratgeber sein. Meine Erfahrung ist es auch, dass eine größtmögliche Distanz mir am besten geholfen hat. Zuschauen, mitmachen oder gehen war die Optionen. Für Gehen habe ich mich entschieden, auch wenn es unglaublich schwer war.

    Ist denn dein Vater "Thema" in der Familie und gibt es da Ansprechpartner? Oder wird darüber lieber geschwiegen? Hast du mal überlegt, eine Beratung oder einen Therapeuten aufzusuchen?

    Viele Grüße an dich, B.Nyborg

    Hallo jayjay,

    willkommen hier in unserem Forum. Traurige Geschichte, die du schreibst, wie die meisten Anfangsgeschichten hier. Und doch, bist du auf einem guten Weg, baust dir dein eigenes Leben auf und schaffst dir eine Distanz bis dahin, wo es dir (gerade noch) gut tut. Du hast es selbst geschrieben, alle Hilfe nützt nichts, wenn das Gegenüber sie nicht will. Wir können niemanden zwangstrocknen.

    Was du tun kannst in und mit deinem weiteren Leben? Du kannst im Forum viel lesen und wirst sicher einige Aha-Effekte bekommen. Du kannst auch in den geschützten Bereich wechseln, dort ist der Austausch bei den EKAs (also den Kindern) intensiver. Ein bisschen ist das, was du tun kannst, abhängig davon, wohin du für dich selbst willst. Wieviel bist du bereit, für dich zu tun?

    Was hindert dich daran, die Geschichte mit deinem Vater zu erzählen, wenn du danach gefragt wirst? Denkst du, dass die Frage nicht ernst gemeint ist? Glaubst du, das Reden darüber würde dir helfen, genauso vielleicht, wie das Aufschreiben hier?

    Ich lasse dir herzliche Grüße da und wünsche dir einen guten Austausch!

    B.Nyborg

    Hi Lillilolo.

    Herzlich willkommen hier in unserem Forum.

    Ich bin jetzt erst auf deinen Post gestoßen. Ja, ich kenne das, was du beschreibst sehr gut. Auch den Kraftverlust, als die äußeren Strukturen / Zwänge durch das äußere System weg waren. Ist nicht so einfach, 'sich selbst zu sein' und vor allem ist das 'sich selbst zu werden' ein Prozess, der sich durch viele kleine Schritte auszeichnet.

    Ich studiere mittlerweile seit ein paar Jahren und lebe dadurch immer mehr das Leben, was ich mir gut vorstellen kann und bewege mich so in eine Richtung, die für mich gut ist, weil sie meine ist..

    Für das was du vorhast, brauchst du vor allem Mut. Und dein Mut versteckt sich vielleicht noch hinter einer (alten) Angst. Der Angst vor etwas Neuem. Der Angst, Glücklich zu sein. Der Angst, etwas Gutes und Glück zu verdienen.

    Was wolltest du denn werden, als du klein oder jugendlich warst? Vielleicht kannst du dir auch einfach vorstellen, du hast 3 Wünsche frei, die dir ein Flaschengeist erfüllt (ohne dabei an die Konsequenzen zu denken oder daran zu denken, was für ein Arbeitsaufwand dahinter steht).

    Manchmal hilft auch schon ein wenig Disziplin, um dir selbst gute Strukturen zu schaffen. Z. B. könntest du jeden Morgen nach dem Aufstehen einen Spaziergang machen. Körper-Bewegung löst bei mir meist auch Bewegung im Kopf aus.

    Viele Grüße, B.Nyborg

    Hallo Sebastian,
    da freue ich mich sehr, dass du es geschafft hast, den Schweinehund zu überwinden. Es gibt immer mal wieder Momente, in denen man erinnert werden muss, dass man die Verantwortung für sich in der eigenen Hand hat.

    Etwas von mir im offenen Bereich zu finden, ist schwieriger. Ich bin mehr im geschützten Bereich dieses Forums zu finden. Aber du bist eingeladen mir in den geschützten Bereich zu folgen. Irgendwann wird Aufarbeitung intimer und im geschützten Bereich dieses Forums gibt es noch sehr viel mehr Schätze, um sich von der Erkenntnis küssen zu lassen.

    Viele liebe Grüße, Emilie

    Hallo Sebastian,
    die Therapeutin lebt dein Leben nicht, das tust du ganz allein.

    Du kannst hier ganz viel Lesen und nach Erkenntnis streben.
    Du kannst dir ein Rezept raussuchen, einkaufen und kochen.
    Du kannst dir die Laufschuhe anziehen und einfach losgehen.
    Du kannst dir ein Blatt Papier nehmen und schreiben/malen.
    Du kannst deine Wohnung putzen und einen Ausflug machen.
    Du kannst mit deiner Familie Drachensteigen lassen auf dem Feld.

    Tu dir was Gutes. Schau in dir nach, was dir gefallen könnte.
    Was du schon immer mal machen wolltest, dir aber die Zeit fehlte.

    Du bist dafür verantwortlich, dass deine Dopaminrezeptoren wieder körpereigen aktiviert werden.
    Was erhoffst du dir denn von deiner Therapeutin? Was soll sie machen? Dich in den A... treten? Dich bitten?

    Einen Schritt vor den anderen setzen. So funktioniert laufen :)

    Alles Liebe für dich, Emilie (Besuch bei der Mutter dieses WE)

    Hallo Sebastian,
    vielleicht hilft es auch zu wissen, dass sich im Gehirn, durch den Konsum von Substanzen / substanzlosen Suchtstoffen tatsächlich körperlich etwas abspielt. Dein dopaminerges System ist es "gewohnt" via Knopfdruck (...) angeschaltet zu werden. Deshalb gaukelt dir dein Hirn, das auch weiterhin schön faul sein möchte, vor, dass du Ersatz brauchst und vor allem braucht es neuen Input, sozusagen Anreize, um selbst Dopamin herzustellen. Kann also auch passieren, dass nach dem Stoppen des Konsums von ... erst mal Löcher da sind, die sich sogar nach Depression anfühlen. Dir fehlt Dopamin.
    Laufen hilft dabei offenbar ungemein.

    Liebe Grüße, Emilie

    Zitat von Nys

    hat jemand Tips wie man sich von Zigaretten löst, an denen man sich
    offenbar "festhalten" muß?

    Ich habe Rauchen als "abhärtend" erlebt, vielleicht meinst du das, quasi die Decke um die Schulter legen und "Schläge" prallen besser ab. Das bedeutet aber auch mich selbst "hart machend", d.h. Geschmeidigkeit geht verloren.. Nikotin ist ein Nervengift und daher liegen deine Nerven schneller auch mal blank. Wenn du länger nicht mehr rauchst, wirst du merken, dass es anders ist, als du dachtest: Nicht DU musst dich daran festhalten, um die Dinge zu schaffen, sondern die Zigarette hält dich fest gefangen, weil du dein Gehirn (das nach Dopamin verlangt und du mit dem Konsum die Rezeptoren lahm gelegt hast und Dopamin nur kommt, wenn du 3 mal an der Kippe gezogen hast) darauf trainiert hast. Bei mir hat auch hier einfach eine Entscheidung geholfen, dass ich mich nicht mehr dominieren/domestizieren lassen will ...

    Alles Liebe, Emilie

    Zitat von silberkralle


    was tun die erfolgreichen neunichtraucher gegen das zunehmen?

    Hallo Mattias, als erfolgreiche Nichtraucherin seit 1,5 Jahren habe ich kein Mittel gegen das Zunehmen gefunden und es sind 9 Kilos geworden. Aber ich habe ein Weg gefunden, mich damit wohl zu fühlen! Seit ich was "auf den Rippen habe" bin ich deutlich fröhlicher, emotional stabiler und wenig bis garnicht mehr depressiv. Wenn 9 Kilos der Preis ist, zahl ich ihn gerne!

    Viele Grüße, Emilie

    Vielleicht hilft es zu wissen, dass lediglich die ersten drei Züge eine das Hirn "entspannende" Wirkung erzielen. Vielleicht hilft es zu hinterfragen, welchen Zigaretten du am meisten "nachtrauerst", der gesellschaftlichen, der traurig helfenden oder der gestressten.. Ich nehme nach einem Jahr Nichtrauchens noch immer jeden Tag den "Druck" nach der Kippe wahr, aber das ist wohl total unterschiedlich. Je nach dem, wie dich Trigger treffen. Hypnose soll bei Rauchentwöhnung helfen, situationale Verknüpfungen im Gehirn zu löschen.

    Meine Erfahrung: Mit dem Rauchen aufhören, auch das macht man nicht einfach mal so nebenbei. Auch hier gilt: Lebensumstellung. Und am Ende vielleicht noch, das Rauchen ja auch seine Funktion hat (mal unbewertet): Nicht alles riechen ist nicht immer das Schlimmste, was passieren kann.. Das solltest du wissen, wenn du aufhören willst, nicht das es dich überfällt.

    Alles Liebe, Emilie