Beiträge von B.Nyborg

    Ich bin sehr müde. Mein Kopf arbeitet unentwegt und das hält mich vom Schlafen ab. Erst mein Körper zwingt mich dazu. Und schlafe ich, dann suchen mich Träume heim, die wiederum mein Kopf mir schickt. Ich pendle hin und her zwischen wohlwollend empfundener Liebe, meiner inneren Unruhe und einer depressiven Glaubenskrise. Warte, was wohl kommen mag, darunter. Kann die Ängste spüren und doch nicht so genau hinsehen, denn ich fürchte, ich werde hinab gesogen in die tiefe Dunkelheit meiner Seele. Deswegen sitze ich hier und traue mich oft nicht einmal, mich umzudrehen und über meinen Tellerrand zu schauen. Vielleicht rutsche ich nach innen von dem Tellerrand, auf dem ich gerade sitze, und ersticke in der dicken Suppe, denn das darin schwimmen funktioniert nicht, weil die Brocken darin zu grob und mächtig sind und ich immer wieder daran stoße.

    Wenn ich zurück denke an mein Kind-Sein (das gelingt mir mittlerweile wieder): ich bin schon immer wie ich bin. Schon immer fungiere ich als Stehauf-Männchen, mittlerweile Stehauf-Frauchen und mein Kopf bewegt sich automatisch bejahend von oben nach unten, wie ein Wackel-Dackel auf der Rücksitzbank, wenngleich er dies nicht will, aber jede noch so kleine Erschütterung zwingt ihn dazu. "Have you ever seen hate in the eyes of a little child?" - fragte mich vor Kurzem meine Freundin. Ich kann mich nicht erinnern, wann der Hass begann. Ich kann mich nur erinnern, wie früh die Verwunderung in meinen Kopf zog. Verwunderung darüber, dass die Erwachsenen sich so schwer tun mit dem Leben und der Liebe. Dass Erwachsene nicht in der Lage sind, ihre Probleme zu lösen, weil sie nicht in Lösungen denken können, sondern sich in emotionalen Kreisen verirren.

    Ich lernte nie, was es bedeutet, für sich selbst einzustehen. Ich lernte nie die Wichtigkeit des Wortes Nein. Ich lernte nie die Bedeutung von Reden oder Streiten. Mich lehrte Niemand was Grenzen sind. Sie wurden mir nur immer wieder übergestülpt in Form von Stille, Ängsten, Wut, Traurigkeit. Mich lehrte Niemand, was offene Strukturen sind. Ich war schon immer allein, denn es war Niemand da, der mich anhörte, mir glaubte, mich festhielt oder losließ. Immer wieder suchte ich Auswege aus den Dilemmas. Versuchte Mut zu geben, provozierte ohne dass es auffiel, verschwand um nicht auch noch zur Belastung zu werden und gab irgendwann auf, so zu tun, als hätte ich ein gut funktionierendes System unter mir. Wenn man als Antworten immer Lügen bekommen, hat man irgendwann keine Fragen mehr.

    Als ich mit 21 meinen damaligen Freund kennen lernte, erlebte ich zum ersten Mal in meinem Leben einen starken Menschen. Ich musste plötzlich selbst nicht mehr stark sein oder so tun, als ob. Es ergab alles ein Sinn. Ich gab alles ab und er übernahm die Führung. Ich gab mich nicht mehr der eigenen Verwirrung hin. Ich glaubte an ihn, seine Führung und seine Ansichten. Ich dachte nicht mehr. Ich sah die Welt mit seinen Augen, denn das fühlte sich so viel besser an, als die Welt mit meinen Augen sehen zu müssen. Ich lernte viel an seiner Seite. Wurde über die Jahre erwachsener an seiner Seite und machte seins zu meinem. Ich sog ihn so in mich ein, dass ich nicht mitbekam, dass seine starke Fassade ebenfalls bröckelte und er den Halt in sich bereits vor vielen Jahren wieder verloren hatte.

    Wir klammerten uns aneinander fest, um uns immer wieder gegenseitig von einander wegzustoßen, denn wir waren beide nicht in der Lage, den anderen mit dem Respekt, den er verdiente, zu behandeln. Uns gegenseitig die Wärme zu geben, die wir brauchten oder die liebende Kraft anzunehmen, von der wir sie beim anderen vermuteten. Wir waren eins und zerstörten uns eins zu eins. Es gab nur eine Sache, die ich nicht verstand an ihm. War er überhaupt realistisch, dann war er negativ realistisch. Ich fragte mich oft, woher diese ganze Wut kam bei ihm. Warum er in allem ein Feindbild sah, was ihm begegnete. Warum er alles abschmetterte, was ihm hätte helfen können, ein glückliches Leben zu führen. Ich wunderte mich, denn diese Vorgehensweise "ich haue jede mir hingehaltene Hand" kam mich ziemlich anstrengend vor.

    Ich empfand mich immer als positiv realistisch. Versuchte immer das Gute an der Sache zu betrachten. Gab jede helfende Hand, die ich hatte und nahm jede helfende Hand mit Kussmund an. Heute frage ich mich, ob ich überhaupt irgendwann mal realistisch war. Wenn man als Antwort immer nur eine Lüge bekommt, hat man irgendwann keine Fragen mehr. Diese Worte gelten sowohl für die Gegenwart als auch die Zukunft und vor allem gelten sie für einen selbst. Wohin träumte ich mich, damit es mir besser geht. Wohin verliere ich mich in meinen Träumen heute manchmal, damit ich auf meinem Tellerrand sitzen bleiben kann und weder in die Suppe hineinfalle, noch mich umdrehen muss um über meinen Tellerrand hinaus zu schauen. So stelle ich doch fest, dass diese Wut, die mich früher wundern ließ, in mir genauso die Tapete von meinen inneren Wänden reißt und diese Wände bröckeln.

    Es ist mitnichten genauso anstrengend "ich haue jede mir hingehaltene Hand" zu spielen, wie "ich will jeder mir hingehaltenen Hand gefallen". Es ist wie immer, das Maß der Dinge zu finden. Denn, wo ich nun bei meiner Glaubenskrise ankomme, kann ich nicht jedem entsprechen und/oder nicht jeden mögen, muss ich Konsequenzen daraus ziehen und für mich einstehen, offene Strukturen wie Worte und Streit benutzen, Grenzen setzen, laut sein, Ängste, Wut und Traurigkeit überwinden und durch Anmut ersetzen. Mich mit jemand anderem als mit mir auseinandersetzen, der mich anhört, mir glaubt (oder auch nicht), mich festhält oder loslässt. Alles was ich in der Auseinandersetzung nie lernte und deswegen nicht in der Lage bin, freundlich aber bestimmt zu agieren oder zu reagieren, außer gefühlte Negativspuren zu hinterlassen und mir anstelle von Freunden Feinde zu hinterlassen.

    Betrachtet man die Welt als Ganzes und bin ich (Mensch in Selbstverantwortung mein) Gott, dann trage ich auch Verantwortung für Geschehnisse in der Welt als Ganzes. Bin ich Mensch Gott, bin ich Mensch genauso Teufel. Mich vor Verantwortung drücken hab ich gelernt. Aber wenn ich löcherige Negativspuren hinterlasse, verschwindet damit nicht die Verantwortung. Und wenn ich mir das viele Gott-Sein zu Kopf gestiegen ist und Teufel-Sein alles ist, was ich gut kann, weil ich Negativgedanken hege und pflege wie einen Rosengarten, dann trage ich wohl auch Mit-Verantwortung, wenn “die Welt“ leidet bzw. leiden muss. Dann frage ich mich, wie weit geht diese „energetische“ Verantwortung. Wie groß ist meine „Schuld“ an der Welt, wie sie ist. Und wann fange ich an, paranoid zu werden und Psychosen zu entwickeln? Jetzt?

    Grüße vom Tellerrand

    kk.

    Liebe Mini, glaubst du mir, dass es mir auch heute nach über einem Jahr totaler Trennung noch manchmal genauso geht? Ich vor einer hohen Mauer stehe und einfach nicht drüber komme, es nicht einmal schaffe, drüber zu schauen? Das sind Momente, die dir helfen können, zu dir zu finden. Lass es zu. Mach es genauso, wie du es tust. Lebe den Tag genau mit der Kraft, die du in die hast. Lebe deine Schwäche und gehe langswam weiter vorwärts - in deine Richtung! Lass dich nicht blenden von dem Glanz der Sonne, der sich in der Flasche spiegelt.

    ... Hast du die Orientierung verloren? Ist nichts mehr wie es war? Ist es schwierig alles einzuordnen? Genial! Lass dich in die Arme des Nichts fallen ...

    Liebe Grüße und schreib einfach weiter ...

    kk.

    Im Übrigen glaube ich nicht, dass hier Jemand denkt, was für ein naives Mädel, sondern was für eine verzweifelte (sich im Kreis drehende) Frau. Und entweder reiht sich der/die LeserIn mit ein oder hat genau die gleichen Fragen am Anfang hinter sich.

    Möchte gern meinen einen Satz verbessern:

    --> Aber WILL ER DAS gemeinsam SCHAFFEN und ist ER BEREIT DAFÜR ETWAS ZU TUN? <--

    Aber WILL ER DAS gemeinsam SCHAFFEN und was TUT ER DAFÜR?

    Nochmals liebe Grüße, fühl dich umarmt.

    kk.

    Du sollst dir nicht vor dem Spiegel sagen, was biste doch blöde. Du sollst dir sagen, dass du dich liebst. Dass ist ein großer Unterschied, denke ich! Wenn du dich trennst, damit er trocken wird, ja, Recht hast du, das ist der falsche Ansatz. Du und dein Kind sollten der Ansatz sein. Er wird nur trocken, wenn er es will! Was willst du? Für dich? Manche Menschen schaffen das vielleicht gemeinsam. Aber WILL ER DAS gemeinsam SCHAFFEN und ist ER BEREIT DAFÜR ETWAS ZU TUN? Es gibt viele Wege und viele Ergebnisse. Du musst allein für dich (und dein Kind) entscheiden, welche Wege du bereit bist zu gehen und welche Ergebnisse du hinnehmen kannst. Wie lange bist du nochmal mit ihm zusammen? 4 Jahre? 4 Jahre Terror in Form von Eifersucht? Und jetzt Ruhe, weil du nimmer rausgehst? Na, wenn das das Leben ist, was du weiterhin führen willst, dann mach doch einfach. Es wird dich Niemand daran hindern...

    Was sind denn deine Hoffnungen? Was ist dein Halt? Liebe ist eine schlimme Krankheit, es müssen immer zwei ins Bett?! Liegt ihr im gleichen Bett?

    Liebe Grüße

    kk.

    Hallo Lenachen.

    Du wirst hiermit aufgefordert, deinen Tränen freien Lauf zu lassen. Setz dich hin vor einem Spiegel und schaue dir in deine traurigen Augen und lass mal deine Tränen zu, die du für dich weinen musst. Du hast dich hier angemeldet, um für dich deine Situation zu verändern? Wenn dies so ist, dann herzlich Willkommen und ja, es gibt Hoffnung. Hoffnung für dich und dein Kind. Wenn du geweint hast und dich beruhigt. Dann liebe Lenachen bist du aufgefodert, aufzustehen und dir in deine traurigen Augen zu schauen. Hast du Spaß an diesem Leben, welches du führst? Willst du so leben, wie du jetzt lebst? In Schwäche? In Mutlosigkeit? In Traurigkeit? Willst du, dass dein Kind so lebt? Ein Leben Lenachen - nur das steht dir zur Verfügung! Steh für dich und dein Kind auf und beginne zu leben! Du bist aufgefordert, einen Schritt nach hinten zu machen und dich in den Spiegel anzulächeln. Sag dir doch einfach mal, dass du dich liebst! Und fällt schwer, oder? Wann hast du dir das das letzte Mal gesagt? Fühlst du dich verantwortlich für dich selbst und dein Kind? Oder fühlst du dich verantwortlich für einen Mann, der euch nicht das gibt, was ihr dringend braucht?

    Fühl dich umarmt und verstanden. Hier bist du gut aufgehoben, wenn du bereit bist, das Leiden abzugeben und für dich in Selbstverantwortung ein gutes Leben wählen willst. Selbstverantwortung!!! Schreibe und Lese! Du bist aufgefordert, statt vorwärts zu träumen langsam vorwärts zu gehen und Schritt für Schritt dein Leben zu deinen Traum zu machen.

    kk.

    hallo jette,

    was soll ich sagen? ist es vermessen zu essen, wenn ich hunger habe? ist es vermessen zu tanzen, wenn ich tanzen möchte? ich finde, intimimät ist eines der wichtigsten dinge im leben! s.. ist mit eins der wichtigsten dinge im leben! doch, ich empfinde es so! wohl jeder denkt es, aber nur wenige trauen sich dies offen zu sagen. bei der s..ualtität finden sich alle fäden zusammen. und soll ich dir was sagen? selbst mit meinen 28 jahren habe ich manchmal angst davor, schlechthin einen tollen partner zu finden, mit dem ich keinen guten s.. haben kann. es ist eines der grundbedürfnisse jeden lebewesens. es baut stress ab und ist eine natürliche "droge", die natürliche extase hervorruft. eine droge, die ich mir niemals verbieten werde, außer ich habe keine lust dazu.

    vielleicht fällt es auch uns selbst leichter uns hinzugeben, wenn wir einen menschen finden, der extase erleben will und dies u. a. in alkohol findet. ich glaube, viele menschen, die drogen nehmen sind sehr leidenschaftliche menschen. es ist doch oft so, dass man heutzutage nicht der sein kann, der man sein will. sei es gesellschaftliche oder andere zwänge. und dann träumt man sich eben in eine andere welt. kauft sich sein glück im supermarkt, im getränkehandel oder an der tanke (oder auf dem schwarzmarkt, apotheke oder oder oder). meine güte, habe ich nicht auch 6 oder 7 jahre meine runden gedreht, WEIL ich ich sein konnte, weil ich guten s.. hatte... dachte ich!

    es ist wie mit allen drogen. s.. berauscht. macht glücklich. ein gefühl, das wir suchen. stetig! aber ist es nicht auch so, dass ich mich darüber definiert habe? ist es nicht auch so, dass ich liebe über s.. suchte? ja! kompensation! wenigstens etwas, dass ich bekomme! etwas, was ich anfassen kann und fühlen. etwas wobei ich fühle. gefühlt werde. hormone, die frei gesetzt werden. ein rauschgefühl. aber was steckt dahinter? ist es wirklich der s..? oder suche ich geborgenheit, die ich bei einem/dem menschen nicht finde? bei manchen menschen passt es s..ell total gut, aber zusammen leben ginge garnicht. warum versuchen diese menschen miteinander zusammen zu leben? und anders herum. bei manchen menschen passt das ganze drumherum, aber der s.. klappt nicht. warum leben solche menschen zusammen? ist das mit ein grund, warum drogen genommen werden?

    ja nun, es bedingt wohl einander, dass wenn man sich dazu entscheidet, keinen kontakt mehr zu wollen, weil man für sich bewusst ist, dieser mensch tut mir nicht gut, dass man auch den letzten rest an "schönem" abgeben muss. die frage ist wohl, was will ich für mich? will ich ein gutes leben führen? oder will ich das leben, welches ich vorher hatte, nur vielleicht ein bisschen anders. vielleicht ist es fehlender mut, konsequent zu sein. vielleicht auch das hintertürchen, was man sich offen halten will. vielleicht ist es aber auch einfach die eigene psyche, die einem mal wieder einen streich spielt. wir alle sind abhängig. von irgendwas. denk ich. es fängt an beim geld, tv, musik, tanzen oder oder und hört auf irgendwo im nirgendwo.

    nur welche abhängigkeit tut mir gut? welcher abhängigkeit will ich wirklich hingeben? ich schaue seit ewigkeiten kein tv mehr. geld ist mir nicht mehr wichtig, aber ich bin total abhängig davon. ich tanze für mein leben gern und ich tue es so oft ich kann zu guter musik, schlechter musik oder auch ohne musik. ich habe s.., ja! und ich will es nicht missen. aber es geht dabei auch nur um s..! nicht darum, dass ich mir etwas anderes darüber holen will, außer körperlichkeit, guter engergie, gutem energieaustausch. das kann ich nicht mehr bei einem alkoholiker finden. ich finde alkohol abstoßend im bett. lieber via...a, wenn denn dann. das ist nämlich genau für diesen zweck entdeckt worden - dass menschen, die nicht mehr können, aber wollen, wieder können.

    nimm dir deine inkonsequenz nicht übel. rom wurde auch nicht an einem tag erbaut - sagt man doch so schön. aber schau doch mal hinter den vorhang. was ist es wirklich, was du bei diesem menschen suchst? nur die leidenschaft? oder liebe? ich hatte glaub ich schon mal darüber geschrieben. ich glaube, wenn jeder seinen persönlichen weg geht, dann wird er immer wieder menschen treffen, die er treffen soll. das sind auch genau meine erfahrungen. keine ahnung, vielleicht bin ich ja auch schon verrückt oder abgehoben in irgendwelche ebenen der spiritualität. aber seit ich meinen weg gehe, fand ich immer das was ich brauchte! bis ich zu meinem weg fand, bekam ich auch das was ich brauchte. aber das brauche ich heute nicht mehr. verstehst du?

    ich umarm dich ganz fest. ich steck auch grad in einem loch aus dem ich mich schwerlich befreien kann. es ist wie es ist. ich geh einfach weiter. schlaflos, müde und verletzt mit hinkendem bein. mal segel ich mit dem wind, mal drückt er mich nieder und schmeißt mich zu boden. ich mag mich gerade nicht, manchmal zumindest. und doch ist es so, dass ich nicht anders kann im moment. bis ich irgendwann wieder kräftig bin und mich selbst umarmen kann für die sachen, die ich nicht gut finde an mir. denn soweit bin ich gegangen, dass ich mich trotz allem nicht hasse. zeit heilt. mir hat die zeit nur gutes gebracht bisher. zeit löst viele sachen von selbst. früher war ich im steten rauschgefühl. heute finde ich es total asozial. aber es sind die runden, die ich drehte, um heute hier zu sitzen und dir zu schreiben.

    lächel dich mal an. alle wege führen nach rom. manchmal geht man halt umwege. und wie ein guter freund mal zu mir sagte als ich genau mit dem gleichem problem bei ihm vorsprach (vielleicht neue frau): dann geh doch zu ihm zurück. dann haste wenigstens nen grund zum leiden. s.. ist wichtig, aber genauso wichtig ist es doch, die vielen vielen anderen schönen dinge im leben auszuprobieren und auszuleben, die man machen möchte, die man aber nie gemacht hat, weil man sich an jemanden gebunden hat, der einen völlig gefesselt und geknebelt an der kalten heizung hielt (bildlich gesprochen). glaub mir mal. vertrau dir selbst und du hast selbstvertrauen. und wenn du dir selbst vertraust, dann wird ganz sicher auch jemand an irgendeiner ecke stehen, dich nach dem weg fragen und du wirst ihm diesen zeigen oder auch anders herum ...

    schlaf gut! denk möglichst wenig heute nacht! ich würd dich gern mal richtig drücken ...! das ist nämlich auch ein guter energieaustausch ...

    kk.

    Hallo Nina. Es berührt mich total, was du schreibst!

    --->>>> um mich und die Kinder vor weiterem Schaden zu bewahren und ihnen eine Kindheit zu ermöglichen, an die sie vielleicht sogar einmal gern zurückdenken. <<<<---

    Danke, dass ich das jetzt hier mal lesen durfte!

    Du liest dich in deinen kurzen Worten sehr selbst-reflektiert. Behalt dir das bei. Zweifel brauchste keine haben! Du siehst das schon alles sehr richtig. Höre auf dein Bauchgefühl und handle danach. Schütze dich und deine Kinder! Mach dass du da verschwinden kannst und vieles klärt sich dann von selbst.

    Das Schicksal des Menschen ist das Leid - bis er sich umentscheidet! Ich wünsch dir ganz viel Kraft und vor allem einen schönen Weg in ein gutes Leben!!!!

    kk.

    Angeschubst..................... ;)

    Ok, Tränen werden kommen, ganz sicher... Es werden auch bestimmt noch Tränen von ihm kommen, aber noch biste ja nicht weg!!! (!!!)

    Was sind 4 Minuten gegen den Rest deines tollen Lebens, was von dir gelebt werden will??? Ja ... trage dazu bei, dass sich das Blatt zum Guten wendet!!!! DEIN Blatt. Für DICH!!!! Jippi, herzlichen Glückwunsch!

    Ein Anliegen vortragen gilt nicht! Fühle deine Entscheidung!!!! Ist es deine Entscheidung???????????????????????????? Mach dich mit ihr bekannt!!!! Hab keine Angst vor ihr!!!! Freu dich darauf!!!!

    Der Kampf bricht meist jetzt erst richtig los, wenn du GEHST... Bereite dich darauf vor! Es gibt viel zu tun!

    Fühl dich lieb umarmt.

    kk.

    Juten Morjen Jette,

    es ist schön, dich ein wenig gelöster zu lesen. Es ist ein ewiges Übel: Wir wollen Liebe und sind nicht in der Lage, diese bei uns selbst zu finden. Vielleicht ist es antrainiert (anerzogen) und zieht sich über Generation zu Generation. Meine Eltern und Großeltern (soweit kann ich es der Lebendigkeit wegen nachverfolgen) stecken in genau dem gleichen Kreislauf und jeder von ihnen ist anders oder geht anders damit um.

    Ich denke schon ziemlich lange über das Thema nach: Ich glaube mittlerweile, die meisten Probleme mit Süchten entstehen aus Beziehungen oder auch Partnerschaften, die nicht funktionieren. Steter Mangel an Liebe oder stete fehlende Möglichkeit Liebe in sichtbare Taten umzusetzen. Sei es bereits zu Beginn des kurzen Lebens zwischen Eltern und Kindern oder dann zwischen Partnern ... es läuft irgendwie verkehrt.

    So übernehmen Kinder die Rollen und das Verhalten von Erwachsenen und Erwachsene die Rollen und das Verhalten von Kindern. Vielleicht haben wir nie gelernt, Kind zu sein und der ewige Kreislauf nimmt seinen Lauf. Bis irgendwann wir irgendwann das "große" Glück haben, auf Jemanden zu treffen, der uns mit seinem Handeln die Augen aufsticht und wir sie nicht mehr schließen können, es sei denn wir schließen uns dem an und konsumieren mit.

    In meinem Leben hat ALLES eine Bedeutung. Das wusste ich lange nicht mal selbst. Alle Steine, die mir im Weg gelegen haben (ich mir in den Weg gelegt habe), sind nun Sprungsteine im Fluss des Lebens geworden. Ich hatte eine Phase in meinem Leben, da habe ich mich 14 x (für eine Situation oder einen Menschen, der mir weh tat) piercen lassen. Mittlerweile habe ich nicht ein Schmuckstück davon mehr, denn nach und nach mit der Zeit, brauchte ich sie nicht mehr.

    Was ich sagen will: Ich vermittelte nach Außen hin einen Eindruck damit. Ziemlich krasses Mädel. Ich rebelliere. Ich bin anders. Mir tut schon genug weh. Lasse mir von euch nicht auch noch weh tun. Und mit jeder weiteren Auflösung (des Karmas?) konnte ich eins rausnehmen ... Ich hab nach und nach den oben beschriebenen Kreislauf durchbrochen. Jetzt fühl ich mich von Innen gepierct.

    Von Innen bin ich ein Rebell, ein Partisan, ein Freund der Liebe und der Begleiter meines schwachen Ichs. Ich bin ein gesunder Egoist geworden. Ich warte oftmals darauf, dass ich einen Hieb ins Gesicht bekomme bei den Gedanken, die ich habe und sie auch zulasse (!) Aber im Grunde hat mir diese innere "Krassheit" neuen Schwung gegeben. Nach Außen hin kann ich souverän auftreten, kann mich anpassen an eine künstliche Welt - wenn ich will.

    Das tue ich auch, gehe jeden Tag zur Arbeit und vermittle eine solide Frau, die weiß, was sie zu tun hat. Aber komme ich nach Hause, dann schlüpfe ich hinaus aus den guten Klamotten - die brauche ich nicht mehr - und bin einfach ich. Ich liebe. Ich lebe. Und ich brauche weniger äußere Faktoren, um mich auszudrücken. Ich bin(s) einfach. Ich bin der Ausdruck meines eigenen Ichs.

    Wenn ich früher regelmäßig auf der Straße angerempelt wurde, weil ich übersehen wurde (mich selbst übersehen hab), gehe ich heute durch die Straßen und die Leute weichen mir automatisch aus. Es liegt am Selbstbewusstsein denke ich. Sich selbst bewusst sein. Ich fühle mich nicht mehr als Opfer. Ich rieche nicht mehr nach: Bitte gib mir einen Sinn zu leiden. Der Duft, den ich ausstrahle: Nehmt und gebt mir einen Ton zum Lächeln.

    Der Alleskleber ist in dir! Du selbst bist dafür veranwortlich die aufgerissenen Stellen wieder zuzukleben. Und wenn du damit beginnst, dann erinnerst du dich jedes nächste Mal viel schneller daran, es nicht wieder zu vergessen.

    Mit lieben Grüßen beende ich den Wortschwall.. ich könnt noch Stunden weiter schreiben, aber irgendwie glaub ich, es werden immer mehr Worte, die nur ich verstehen kann.. Lach..

    kk.

    Lach ist ja irgendwie sogar witzig, wenns nicht so traurig wäre ...

    Tja, was süchtige Menschen angeht, bin auch total komisch geworden. Ich versuche das immer, was heißt versuchen, kann mich ja garnicht dagegen wehren, also ich sehe das alles sehr extrem. Meide über oberflächlichen Kontakt hinaus alles was nur annähnernd nach Abhängigkeit aussieht. Habe seit langer Zeit selbst keine Rauschmittel mehr zu mir genommen, absolut ANTI. Nun, ich selbst bezeichne mich auch als hochgradig abhängig, auch drogenabhängig.

    Ganz kann man dem leider nicht aus dem Weg gehen. Es ibt so viele Menschen, die ein Suchtproblem haben, vor allem Alkohol. Meine Güte allein Volkskrankheit Bier -ätz- begegnet einem jeden Tag von allen Seiten, von überall, von alt und jung, morgens oder abends ... auf der offenen Straße. Feierabendbier. Feierbier. Frustbier. ... Ich frage mich oft, was wohl in diesen Menschen vorgeht. Aber eigentlich frage ich ich mich nicht mehr, warum das so ist. Es ist schade und ekelig. Und ich weiß, wieso man Drogen nimmt. Habs selbst viel zu lange probiert.

    Ich habe versucht, es in meiner Beziehung gegen noch härtere Drogen als Alkohol anzukämpfen. Ich glaub, das war es auch, was mir das Leben rettete, wenngleich meine große Liebe nun wirklich wieder ganz tief am Boden kriecht. Das ist eine Schuld, die ich mir fast verziehen habe, aber niemals vergessen werde. Mit meiner neuen (alten) Beziehungskiste war es irgendwie umgekehrt. Da hab ich mal am eigenen Leib erfahren, wie es ist, so ausgesaugt zu werden. Wie es ist wenn Jemand gebraucht werden will und dafür ALLES tun würde. Das hat mir meine Schuld unglaublich krass gespiegelt. Denn es ist schwer, sich dem zu entziehen. Schwer die kostenlosen Geschenke nicht anzunehmen und Verantwortung abzugeben.

    Liebe Grüße (macht mir Spaß mit dir zu schreiben!)

    kk.

    Lach... Jettejule du schreibst einerseits:

    "... werde wirklich jeglichen kontakt versuchen zu vermeiden, keine sms zum geburtstag (ob ich das packe???) , keinen anruf wegen dem schlüssel- ist egal- es kommt die zeit, das ich den zurück erhalte. ..."

    und du schreibst andererseits:

    "... hallo ihr lieben, vielen dank für eure hinweise, nun sehe ich etwas besser durch. werde demnächst mit ihm reden und dann sehen, was er meint. entscheiden tut eh er. ..."

    ja ja, das Gefühlschaos.. *schmunzel*

    Weißt du, ich glaube, letztlich kann man nicht die innere Weite am äußeren Alter eines Menschen erkennen. Ich habe mich jetzt über mindestens 1 Jahr nur mit mir beschäftigt, bzw. immer im Hinterkopf gehabt: ICH. Das hat mich in meiner Persönlichkeit total reifen lassen. Gefühlt habe ich mich vorher, als lebte ich das Leben einer 40jährigen Frau. Mittlerweile bin ich gefühlte 28 Jahre jung. Manche Situationen lassen mich allerdings wie innerlich 23 und gleichzeitig wie körperlich 32 fühlen. Es spielt doch gar keine Rolle, wie alt du bist. Das Wesentliche ist doch, ob du dich selbst ernst nimmst. Jedes Alter hat seine Eigenheiten. Und bei uns ist es eben ein wenig durchgeschüttelt. Wenn ich deine Wort oben noch mal lese, dann denk ich, das hat ein junges Mädel geschrieben, die noch etwas unerfahren ist und das Nach ihrer ersten großen Liebe erfährt ..

    Ich bin nicht weit. Ich habe nur den Umgang mit mir selbst verändert. Ich passe auf mich auf. Weißt du, ich hatte vor Kurzem eine neue Beziehung angefangen und gemerkt, dass MIR das nicht gut tut, weil ich es nicht schaffe, mich darin mit mir auseinander zu setzen. Kein Alkoholiker - aber trotzdem lag mein Fokus immer wieder auf ihm. Das hat mich total irre gemacht. Also hab ich für mich entschieden, den Weg allein weiter zu gehen, denn noch bin ich einfach nicht soweit, eine Beziehung führen zu können. So ist das einfach und ich hab das einfach angenommen, auch wenn es schwer fiel und ich auch in dieser Beziehung wieder meine Runden gedreht hab. Aber eben nicht mehr so viele. Und ich hab sicher (hoffentlich) längst nicht so viel Schaden angerichtet, wie vorher!

    Ich hab das Gefühl, du machst emotional genau das Gleiche durch, wie ich vor etwas über einem Jahr. Heb DICH hoch und beginne DICH zu lieben. Dann gehst du auch den gleichen Weg, den ich gegangen bin...

    Liebe Grüße

    k.

    Jettejule, fühl auch du dich in den Arm genommen und absolut verstanden! Es wird besser, das ist versprochen! Es gibt nicht wirklich einen Notfallplan. Aber wenn ich die Frage danach gestellt bekommen würde - jetzt - nach dieser qualitativen Lebenszeit: Jeden Kontakt vermeiden und auf mich selbst konzentrieren. Jeden Anruf blocken. Jedes Treffen stornieren. Auch wenn es sich merkwürdig schlecht anfühlt, wird das Innere gestärkt, je weiter der Suchtfaktor Mensch weg ist.

    Deine Erkenntnis tut weh! Danke dir dafür, denn Schmerz zulassen war für mich der erste Schritt mich wieder selbst spüren zu können und nicht mehr innerlich "leer" zu sein. Und halt dir immer wieder vor Augen, du hilfst ihm nicht, indem du ihm hilfst! Und indem du nicht hilfst, hilfst du dir! Es werden noch viele Erkenntnisse kommen, die mindestens genauso weh tun! Aber der eigene Umgang damit ändert sich ...

    Auch dir einen lieben Gruß in den Donnerstag.

    kk.

    Hallo Mönchen,

    ich habe die Erfahrung machen dürfen, dass nicht Hass das Gegenteil von Liebe ist, sondern nur eine erweiterte, andere Form von Liebe. Das Gegenteil von Liebe ist Gleichgültigkeit. Hinnehmen, ohne zu werten, ohne sich dafür zu interessieren, ohne zu hinterfragen und ohne sich ein moralisches Urteil zu bilden.

    Ich wünsche dir, dass du deine wahren Gefühle erkennst, das sollte jeder tun, denn es sind ja seine Gefühle. Du darfst traurig und verletzt sein. Auch wütend. Aber Wut ist meistens eine Schutzreaktion. Fühl mal in dich hinein und sei ehrlich zu dir selbst - auch wenns weh tut.

    Das tut es nämlich. Sich seine eigenen Gefühle eingestehen, ist manchmal schwer, aber das macht das Herz und den Kopf freier. Lauf nicht davor weg. Hab keine Angst davor. Nimm dich mal in den Arm. Das hast du nämlich verdient.

    Tut DIR etwas weh?? Das Herz?

    Fühl dich umarmt und an dich gedacht! Einen lieben Gruß in die dunkle Nacht.

    k.

    "Im Moment ist er ja wieder trocken und will ja nun mit ihr die Therapie weitermachen, die er mit mir begonnen hat-bis zu seinem erneuten Rückfall... Meint ihr das ne Chance besteht, das er das mit ihr durchsteht??? ... Naja. mit einem vieleicht auch nicht ernst gemeintem NEIN, würde ich mich vielleicht bestätigter/besser fühlen."

    Hallo Mönchen ... auf deine Frage und deine nachfolgende Aussage hier möchte ich mal kurz nachfassen! Ich weiß, dir gehts nicht gut, wurdest verlassen und das tut dem Ego richtig weh, aber du willst ja schließlich wie wir alle für dich vorwärts gehen, oder?

    Würde es dir wirklich besser gehen, wenn es ihm schlecht geht und er einen Rückfall hat? Wenn du ihn liebst, solltest du dich nicht eigentlich freuen, wenn er es schaffen würde - egal wie? Sprich hier nicht eher Besitzdenken aus dir?

    Würdest du dich wirklich bestätigt fühlen, wenn er es nicht schafft? Wenn du ihn liebst, sollte dich denn nicht DAS traurig machen? Spricht hier nicht eher die Genugtuung aus dir?

    Ich fühle gerade in deinen Worten keine (verschmähte) Liebe zu einem Mann. Ich spüre nur ein gekänktes Ego, was nicht bekommen hat, was es wollte ... einen fehlenden Gegenwert! ... und Schadenersatz fordert.

    Glaubst du, das hilft DIR, weiter vorwärts zu gehen?

    Einen lieben Gruß in den Abend.

    k.

    Das Wichtigste ist, ich kann es fühlen.

    Ich kann euren Schmerz fühlen. Fühle eure bittere Ernüchterung über die eigenen Erkenntnisse. Die Enttäuschung, dass das Verhalten des Gegenübers scheinbar unveränderbar ist. Oder den Irrglauben, dass sich dieses Verhalten in Positiv ändern wird, wenn ich gebe oder noch mehr gebe. Die Unsicherheit, was man tun soll, weil man liebt oder mag.

    Ja, ich behaupte, wohl jeder hier - der die Tür aufgemacht hat und einen Schritt hinaus gewagt hat - kann das nachvollziehen. Hat es doch an eigener Haut erlebt, diese Irritationen der Gefühlswelt. Und es fühlt sich furchtbar an. Vor allem fühlt es sich furchtbar an, wenn man sich selbst eingestehen muss, dass man selbst etwas falsch gemacht hat.

    Vielleicht tritt dieses Gefühl auch erst später ein. Später wenn man bereits losgelassen hat. Wenn man sich selbst ganz sicher ist, man WILL keine weitere Runde mehr drehen. Man WILL sich selbst ernst nehmen und nicht genauso wie der Partner daran glauben, dass man diesen sowieso nicht fallen lässt.

    Sich selbst ernst nehmen. An sich selbst glauben. Sich selbst anschauen. Wann habt ihr das letzte Mal gelächelt? Innerlich und äußerlich? Habt ihr wirklich Spaß an der Sache? Fragt euch mal - Habe ich Vergnügen an dem, was ich tue? Wenn ihr die Frage bejahen könnt, dann habt ihr eure Antwort. Wenn ihr euch die Frage verneinen könnt, dann auch.

    Es geht doch darum, was will ICH! Klar will ich einen Partner. Wer will das nicht?! Klar will ich helfen. Wer will das nicht. Aber was will ich für mich? In Ewigkeiten die Füsse still halten? In Ewigkeiten unablässlich vorsichtig sein? In Ewigkeiten aussaugen, weil ich abhängig bin? In Ewigkeiten aussaugen lassen, weil du abhängig bist? WAS WILL ICH?! Was erhoffe ICH MIR von MEINEM Leben?

    Vielleicht muss man sich vor Augen halten, dass man nicht nur sich selbst Schaden damit anrichtet, sondern auch dem Partner schadet. Vielleicht muss man sich vor Augen halten, ich gehe weil ich nicht weiter diese Verantwortung tragen will, indem ich zuschaue oder versuche zu handeln und zu verändern. Ich gehe gerade WEIL ich liebe. Welchen Preis bin ich bereit zu zahlen, damit ich in Ruhe lieben darf?

    Einmal stand er vor mir und bettelte mich förmlich über eine Stunde an, ihm zu helfen, indem ich ihm mein Auto geben sollte, damit er - wie er sagte - jetzt ganz schnell arbeiten gehen könne. Er war total auf Entzug. Meine Antwort lautete diesmal ((das ERSTE Mal)) Nein. Auf das Warum nicht, konnte ich nur antworten, weil du mir dazu zuviel Wert bist. Er konnte das nicht verstehen. Musste er auch nicht...! Mir reichte es, wenn ich es tat!

    Als ich meine Schlüssel wieder hatte und die Last los war, seine Schlüssel zu haben, war mir, als hätte ich GEFÜHLT ein Stück meines Lebens wieder. Ich hab einfach diese Tür zugemacht! Und es hat alles unglaublich weh getan. Ich war geschockt. Ich konnte nicht mal weinen - über Wochen. Zu seinem Geburtstag schrieb ich ihm via Internet eine Sms ohne Namen und ohne Bezug zu mir, nicht mal in meinem Schreibstil. Aber selbst das war auch erst nach über sechs Monaten.

    Ich WOLLTE etwas, wusste nicht genau was, aber ich WOLLTE in keinem Fall mehr das! Es war ein schwerer Weg und doch versuchte ich einfach es sportlich zu nehmen. Jeden langsamen Schritt in mein eigenes Leben, noch so klein - ich wusste, wenn ich das jetzt durchziehe für mich (und egal wie weh es tut) - dann wird es das nächste Mal einfacher sein. Hab keine Angst davor!!!

    Als ich meine schwere Futonmatraze versuchte zu verschieben (ich räumte meine Wohnung gänzlich um, um mich selbst neu zu definieren), und es mir nicht gelang, hab ich wie wild auf sie eingeprügelt und sie wütend angeschrien: Du kriegst mich nicht klein, egal wie aalglatt du bist. Und ich habe mich nie mehr klein kriegen lassen.

    Klar hatte ich ein schlechtes Gewissen.. Wie auch sonst, kannte ich ja nichts anderes - außer ihm gerecht zu werden. Aber wie gesagt: Erfahrungen sind Wiederholungen. Beim ersten Mal noch schwer. Beim zweiten Mal schon nicht mehr so sehr. Ich wollte endlich mal mir gerecht werden, wenn es schon sonst keiner tut!

    Manchmal muss man eben einfach Egoist sein und sich selbst schützen. Was hat der Verlust an ihm mir gebracht? Mehr als ich JEMALS zu hoffen gewagt hatte. Ich lache wieder. Ich hab Spaß an meinem Leben. Es ist nicht alles super, aber das ist es nie. Doch ich habe viel weniger Angst davor. Ich habe viel mehr Selbst. Selbstwert. Selbstvertrauen. Selbstliebe. (...)

    Das Wichtigste ist: ich kann es fühlen.

    P.S. Es gibt nichts zu verzeihen! Es gibt nur dem Finder zu danken!

    Einen lieben Gruß in den Dienstag Abend.

    k.

    Guten Tag, meine Name ist Katrin. Ich bin Drogenabhängig und Co-Abhängig. Ich bin ein Suchtmensch. Ich bin heute 28 Jahre jung und doch erst vor 1,5 Jahren geboren worden. Vielleicht bin ich auch ausgeschi... worden, denn die Geburt fühlte sich schrecklich und grausam an und die Nachwehen drücken mich noch heute immer weiter hinaus aus dem Schoß der warmen und gemütlichen Suppe meiner Mutter seelige Verantwortungslosigkeit und manchmal, wenn der Engel Wind seine Flügel schlägt, fühlt sich das zurück gebliebene Fruchtwasser auf meiner Haut ganz kalt an. Ich erinnere mich oft an die Vergangenheit, manchmal bin ich traurig und einsam, denn es fühlte sich so schön einfach an ... damals.

    Meine Mutter streichelte mich oft, ließ ihre Hände liebevoll auf ihrem Bauch ruhen und summte mir dabei süsse Lieder vor. Ich hörte jeden Ton, auch wenn er von irgendwo aus dem Nirgendwo zu kommen schien. Ich vertraute meiner Mutter, ließ mich einfach berieseln. Ich wusste ja ganz genau, sie tut mir Gutes, ernährt mich mit ihrer endlosen Kraft und ihrem endlosen Willen. Manchmal aß sie etwas, was mir nicht schmeckte, aber hey ..., man kann ja nicht alles haben. Wenigstens hatte ich ein warmes Plätzchen und brauchte mich um nichts kümmern, außer in ihr zu liegen und mich wiegen und treiben lassen. Und wenns mal Rosinen gab (ich mag definitiv keinen Rosinen), dann brachte ich sie eben dazu, kotzen zu müssen. Man tut ja, was man kann.

    Und doch störte mich etwas in meiner Ruhe. Manchmal hörte ich laute Stimmen streiten. Der Körper meiner Mutter rumorte dann immer. Ich fühle, wie sich die Darmwindungen verspannten, merkte, wie das Blut wörtlich an meinen Ohren vorbei rauschte. Das war höchst unangenehm und ich trat mit meinen kleinen Füsschen stets gegen die Wände, die mich fest und sicher umschlossen hielten. Es sollte endlich aufhören, was auch immer da vor sich ging. Das geht doch nicht, dachte ich mir immer, die müssen doch Rücksicht auf mich nehmen, ich bin doch noch so klein und schwach, so müde und hungrig. Ich brauche Hilfe von euch und kann überhaupt keinen Stress vertragen. Ich brauche Liebe und kein wütendes Gezehter. Ich bin auf euch angewiesen, kann nicht allein!

    Und ich dachte auch, ich sche... auf die Welt da draußen. Die ist mir viel zu hart und viel zu gemein. Ich merk doch, was sie mit meiner Mutter anstellte. Merkte, wenn sie weinte oder lachte. Jedes Mal bebte alles. Das fühlte sich so falsch an. Eine Erschütterung nach der anderen. Das kann nicht gut für mich sein. Ich fühle es ganz genau. Und meine Mutter schien das ganz genauso zu sehen. Fest presste sie stets ihre schönen Beine zusammen und behielt mich mit Gewissheit an unsichtbaren Fäden in sich. Ich genoß das Gefühl alles unter Kontrolle zu haben. Es schadete doch Niemandem. Ich fiel ja niemandem zur Last. Störte nicht, nervte nicht und es fiel auch gar nicht auf, dass ich nicht da war - denn ich war ja noch nie da - wem also sollte ich fehlen?!

    Und mir fehlte das alles schon mal gar nicht. Wie kann mir schließlich etwas fehlen, was ich nicht kenne? Und was sollte mir auch fehlen? Ich hatte doch alles was ich wollte - bis auf ein paar Ausnahmen (manchmal schlechtes Essen oder erschütternde Beben), aber ..., nun ja ..., man kann halt nicht alles im Leben haben. Ich mochte mein Leben!!! So schön einfach und kontrollierbar und überhaupt ... geliebt, versorgt und mollig warm eingepackt in eine Suppe aus Träumen und Gedankenlosigkeit. Die Mutter wirds schon richten, dass es mir gut geht. Schließlich hat sie mich doch in ihren Bauch gepackt und schließlich will sie ja auch nicht, dass ich aus ihr rauskomme. Also fleißig weiter faul bleiben. Nur die nötigsten Abwehrbewegungen machen, damits auch nicht unbedingt lästig wird.

    Ja, und dann kam der Hammer ... ! Was soll ich sagen, eines schönen Tages, es war arschkalt da draußen. Ich weiß das, denn ich war mittlerweile so verbunden mit meiner lieben Mutter, dass ich ihre Gänsehaut spüren konnte. (Heute weiß ich, wir Menschen haben dem kalten Übel den Namen Winter gegeben.) Ich spürte wieder eines dieser üblen Beben anebben. Hörte eine laute Stimme brüllen und meine Mutter heulte sich die Augen aus dem Kopf. Sie diskutierte diesmal jedoch nicht lange. Ihr war klar, dass sie meinem Vater, harte Verantwortung, mit keinem Blick mehr bezirzen konnte, dass ihr die Argumente ausblieben, um ihn umzustimmen. Mir war das durchaus nicht klar! Ich wollte nicht! In keinem Fall wollte ich mein Versteck verlassen.

    Aber ich konnte mich nicht festhalten. Die Fäden waren weg ... Arrggggg ... Hilfe ... S.O.S. ... ich fiel und ich fiel. Irgend etwas drückte und quetschte mich. Kein Abwehren half mehr. Es war alles so rutschig. So glatt. Ich fühlte keine Wände mehr um mich. Unendlicher Raum. Ich hatte so Schiss, mir war so übel, ich bekam keine Luft, verstand das erste Mal, was es bedeutet, zu sterben. Ich fühlte mich einsam, unverstanden, ungeliebt, hässlich und war unglaublich wütend. Ars...wütend!!! Wie konnte mir das passieren? Womit hatte ich das verdient? Ich war doch immer so nett, so pflegeleicht, hab die meiste Zeit die Füsse still gehalten und bin auch sonstwie gar nicht mit böswilligem Verhalten aufgefallen. Ich bin doch ein liebes Kind und muss doch gehalten werden. Ich hab doch nur das Nötigste genommen und alles gegeben, was ich hatte.

    Ich verstand die Welt nicht mehr. Aber das war ja auch irgendwie klar. Ich kannte diese Welt da draußen ja auch nicht. Und ich wollte sie ja auch gar nicht kennen lernen. Schließlich - ich sagte es bereits - kann sie nicht gut sein. Viel zu groß und viel zu viele Möglichkeiten. Ich betone noch einmal: Ich war echt wütend! Und ich war echt aufgeschmissen! Alles neu! Alles anders! Alles schutzlos! Alles doof! Ich schrie mir die Seele aus dem Leib. Aber half alles nix - da war ich wohl. Nackt. Den großen Faden, der mich nährte, schnitten sie ab. Einfach ab. Hungrig und Nackt - was für ein Pein. Was für eine Qual. Was für ein Schmerz. Was für ein Scham. Übel! Ich musste allein Atmen. Ich musste den Gestank riechen. Ich musste meine Füsse und meine Arme ausstrecken, sie bewegen. Ich musste die Augen öffnen und musste mir alles ansehen. Ich musste mich anstrengen - ich konnte mich nicht wehren. Einfach nicht wehren. Ich hatte vollkommen die Kontrolle verloren.

    Das Ende vom Lied ... *Reusper Reusper* ... Guten Tag, meine Name ist Katrin. Ich bin Drogenabhängig und Co-Abhängig. Ich bin ein Suchtmensch. Ich bin heute 28 Jahre jung und doch erst vor 1,5 Jahren geboren worden. Vielleicht bin ich auch ausgeschi... worden, ... ich sah meiner Mutter in Augen und sah ihre Liebe, mit der sie mich festgehalten hatte. Ich sah in die Augen meines Vaters und sah seine Liebe, mit der er mich losgelassen hatte und wusste das erste Mal, was es bedeuten würde, zu leben. Ich verzieh ihnen beiden, denn ich liebe sie ebenso sehr, wie sie mich lieben - jeder auf seine eigene Art. Meine Mutter, die mir meine Vergangenheit schenkte und meinen Vater, der mir meine Zukunft schenkte. Und ich schenkte ihnen ein dankbares Lächeln und bemühe mich seither, mir jeden Tag selbst zu verzeihen, dass ich so sehr wütend war und manchmal auch so undankbar. Und ich versuche seither jeden Tag mein neues Leben bestmöglich zu leben, damit mein Vater und meine Mutter sich nicht mehr wegen mir streiten müssen. Ich kann einfach nicht anders. Das, liebe Leser und Leserinnen, liegt in meiner Natur!


    Abschließend an alle Mütter und Väter dieser Welt, bitte nehmt euch ernst genommen in eurer Rolle. Wir Kinder haben euch lieb - immer! Ich denke an euch alle, wenn ich das nächste meine von ganzem Herzen geliebte gute Mutter und meinen von ganzem Herzen geliebten tollen Vater umarmen werde ;)

    k.

    O-Ton 123 Blitz: Die Gefühle sind verworren, doch ich fühl mich wie neu geboren. Ein Schlag mit hundertfacher Kraft, atme Hitze dieser Nacht. Lass die Leute einfach reden, sowas passiert echt nicht Jedem. Sag zu dir selbst, das brauchst du dringend. Breit die Flügel aus und spring. Hundert Farben, die ich nicht sehe, tausend Narben auf meiner Seele. Ach so weit und doch so nah, es ist so leicht und doch so hart. Mein neues Leben ist geboren, doch meine Sehnsucht ist verloren. Ich fühl, jetzt fängt das Beben an, geb alles was ich geben kann. Lass die Geister einfach schlafen. Ich fühl, dein Schiff verlässt den Hafen. Sag zu dir selbst, das brauchst du dringend, breit die Flügel aus und spring. So weit und doch so nah.

    kk.

    Erwartungen: wenn Wünsche keine positive Engergie mehr in die Welt senden, sondern zu einem fixen Prinzip werden; wenn Hoffnungen Spannungen hervorrufen, weil sie nicht erfüllt werden - bis Glauben zur Tatsache wird. Erwartungen haben macht kaputt. Wer kennt das nicht: "Ich habe erwartet und wurde enttäuscht." Wenn Wünsche und Hoffnungen zu Erwartungen werden, kann man nur verlieren. Dann wird die eigene Realität aus Illusionen aufgebaut.

    Erwartungen kann man nicht gerecht werden, wenn man zu sich selbst stehen will. Erwartungen gehören nicht in eine Beziehung oder Freundschaft, die auf gleicher Augenhöhe funktionieren soll. Jeder lebt in seiner eigenen Welt in seinem eigenen Kopf mit seinen eigenen Gedanken, Gefühlen und Handlungen. Jeder so wie er kann und will. Niemand anderes sollte bestimmen wollen oder können, was richtig oder falsch für Jemand anderen als für sich selbst ist. Schon das fällt doch den meisten Menschen schwer.

    Was ist normal? Normale Erwartung von etwas haben ...? Wer bestimmt denn, was normal ist? Das sollte doch jeder für sich selbst und vor allem ohne Wertung gegenüber anderen tun. Wenn eine Beziehung oder eine Freundschaft darauf basiert, dass Erwartungen erfüllt werden, dann steht doch die Krise direkt bevor. Gefühle dürfen ebenso nicht auf Erwartungen gestützt sein. Dann sind sie nicht echt. Ich liebe doch nicht obwohl oder weil, sondern ich tue es einfach.

    Gefühle können doch nicht darauf basieren, weil ich etwas bekomme oder geben kann. Gefühle sind doch einfach da. Ich mag, mag nicht, liebe oder eben nicht. Alles andere begründet sich auf falschem Egoismus. Ich bin doch wie ich bin und habe die Gefühle, die ich habe. Muss und kann sie nicht begründen mit deshalb. Und heißt doch auch nicht, wenn ich liebe muss das zwangsläufig erwidert werden. Kinder lieben ihre Eltern, die sie schlecht behandeln. Sie tun es einfach. Das ist ihr Gefühl.

    Eine Beziehung kann nicht die Erwartung auf Übernahme von Verantwortung für Jemand anderen sein. Die Verwantwortung bleibt immer bei einem selbst. Es heißt doch Eigenverantwortung. Warum übernimmt denn nicht jeder erst einmal Verantwortung für sich selbst und sein eigenes Handeln. Warum schaut denn nicht jeder mal in welche Schublade er seine Verantwortung sich selbst gegenüber versteckt hat und schaut dann in den Spiegel und schämt sich, weil er das wo vergessen hat.

    Erwartungen haben ist die eine Sache. Eine andere Sache ist, wenn man immer Erwartungen anderer entsprechen will. Wie soll sich Jemanden mögen, der sich selbst nicht sehen kann? Wie soll ich Jemanden mögen, den ich nicht sehen kann?! Was würdet ihr tun mit Jemandem, der seine innere Leere mit euch ausfüllen muss, damit er satt wird? Ich wünschte oft, mich hätte mal Jemand geschüttelt und mir die Augen aufgerissen, aber was hätte es genutzt???

    Es ist so schön einfach, so schön ideal, die Eigenverantwortung abzugeben und sich auf den Verantwortungsbereich eines anderen Menschen zu verlagern. Dann hab ich immer Jemand anderen, dem ich die Schuld für mein Versagen geben kann... Du hast ja nicht ..., also konnte ich ja auch nicht ...! Den Schuh passend machen, indem man den Fuss abschneidet. Das ist doch irre. Das tut doch weh. Das kann nur weh tun.

    Jemand anderen in sich aufsaugen, den Energieakku leersaugen, damit der eigene gefüllt wird - das muss man tun ohne Rücksicht auf Verluste, weil das eigene Leben davon abhängt, weil sich das eigene Leben, die eigene Existenz, darauf aufbaut. Leider ist diese Energie aber kein unendliches Gut. Es ist gefährlich für beide Seiten. Wollen wir uns alle gegenseitig aussaugen wie Vampire, um am Leben bleiben zu können? Ist es nicht viel effektiver seinen eigenen Akku mit seiner eigenen Energie zu füllen.

    Wollen wir uns ewig diktieren lassen von dem inneren Knecht, der nach mehr schreit, wie ein ganz NORMALER Junkie? Weil wir abhängig sind von der Zuneigung, dem Gefühl und dem Handeln anderer Menschen? Wollen wir uns ewig an einer Geschichte festhalten, die nicht funktioniert für uns, weil wir alle Individuen sind und somit wir alle individuelle Wünsche, Hoffnungen und auch Probleme haben, die sich dann auch noch im Laufe der Zeit ändern? Bedeutet das Lieben?

    Bedeutet Jemanden Lieben wirklich, dass ich mich verantwortlich fühle für Jemand anderen? Bedeutet Freundschaft wirklich, dass ich mich verantwortlich fühlen muss für mein Gegenüber? Bedeutet Beziehung, dass ich Erwartungen habe und Erwartungen erfülle? Presse ich mich damit nicht eigentlich nur in ein Raster, was schon ewige Zeiten nicht funktioniert, außer beide Gegenüber wollen genau das? Wer will das??? Bedeutet das nicht viel mehr, ich gebe meine Verantwortung ab?!

    Bedeutet Jemanden Lieben denn nicht eher, sich nicht im Weg stehen zu wollen, sich nicht in der persönlichen Entwicklung stoppen zu wollen, Hochheben wollen, Laufen lassen wollen, sich daran erfreuen können, das Beste wünschen, die schönsten Hoffnungen mit auf den Weg geben, Mitgefühl empfinden, Verständnis haben ohne alles verstehen zu müssen, Loslassen was losgelassen werden will, Grenzen setzen, wenn es Schaden anrichtet. (...)

    Grüße in den Samstag Abend.

    k.

    In Beziehungen stehen wir Menschen jeden Tag zueinander. Es gibt Beziehungen, die heben uns höher und es gibt Beziehungen, die drücken uns nieder. Es gibt Beziehungen, die tun uns gut und andere wiederum tun uns schlecht. Dabei geht es oft gar nicht darum, ob wir in der Beziehung zu einem Menschen körperliche oder seelische Gewalt angetan bekommen oder tun, sondern eigentlich fängt es schon viel früher an sich zu identifizieren, ob diese Beziehung mir oder dir Mensch gut oder schlecht tut.

    Es fängt doch bereits da an, ob man sich mit gefühlter gleicher Augenhöhe gegenüber steht. Ob man nebeneinander dahin schreiten kann, ohne sich gegenseitig zu blockieren oder gar zu stoppen. Ob man mit Respekt und Ehrlichkeit vor- und zueinander lebt und ob die Ehrlichkeit der jeweiligen Selbstwahrheit des Gegenübers überhaupt ver- bzw. ertragen wird. Ob man das gleiche will und / oder die Bedürfnisse aneinander angleichbar sind. Was nicht passt, kann immer passend gemacht werden, aber mit welchen Einschränkungen?!

    Letztlich kann ich für mich nur wieder feststellen, es ist wie es ist. Auch eine Beziehung zu einem Menschen ist wie sie ist. So lange sie mich (und mein Gegenüber) hebt und mir (meinem Gegenüber) gut tut, will ich sie nicht loslassen. Wenn der Schuh passt, dann passt er eben. Wenn die Beziehung mich (oder mein Gegenüber) aber nieder drückt und es mir (oder meinem Gegenüber) schlecht geht, muss ich sie loslassen. Wenn der Schuh nicht passt, dann passt er eben nicht. Loslassen – mal wieder und doch mit der Zeit und ein bisschen Übung schon viel leichter: Gesagt - Getan.

    Was nicht heißt, ich mache es mir einfach. Wirklich nicht. Es ist nicht so, dass mich Loslassen gefühlt völlig kalt lässt, auch wenn ein Schutzmechanismus im Körper dies ausstrahlen mag. Oft blutet mein Herz tausende von Tränen. Manchmal ist es Wut, manchmal ist es Traurigkeit, dass nicht alle Wünsche in Erfüllung gehen. Das Leben ist eben oft infiziert von Vergangenheit und Idealisierung. Und doch, was nicht satt macht wenn man hungrig ist, macht eben einfach nicht satt und hungrige Sehnsucht ist unheilbar.

    Oft hinterlassen vergangene Beziehungen große Löcher in uns und unseren Leben. Die gilt es dann auszufüllen. Manchmal durch Ablenkungen – ich schrieb es bereits – manchmal kriegen wir die Kurve und können schneller wieder zu uns selbst finden, je nachdem welchen Weg wir bereit sind zu gehen und welchen Weg wir bereits gegangen sind. Zeit heilt. Auch wenn es unglaublich weh tut und auch wenn Narben lange brauchen zu verheilen und meist immer sichtbar bleiben. Viele Narben trägt mein Herz. Und ich liebe jede einzelne.

    So wie ich auch jeden Menschen, der mir die Narbe verpasst hat, liebe. Egal ob süchtig oder egoistisch oder unsicher (…). Menschen, die mich begleitet haben oder mich teilweise noch immer irgendwie aus der Ferne begleiten. Es sind Menschen, die mir halfen, die zu werden, die ich jetzt bin – ICH. Menschen, die mir halfen, mich selbst zu finden und sei es nur durch Spiegelwirkung. Ich wünsche jedem dieser Menschen nur das Beste. Möglichst viele Erfahrungen, durch die sie lernen können, möglichst früh zu machen, um daraus zu lernen.

    Manchmal muss man durch die Hölle gehen um bei sich selbst anzukommen. Um es zuzulassen, dass man ist wie man ist und sich im Grunde nicht ändern kann – nur den Umgang mit sich selbst. Mein Freund, der mich dazu brachte, hierher zu kommen ist im Eiltempo zu seinem Suchtknecht zurück gekehrt. Ich kann nichts dagegen tun, außer mich selbst zu schützen. Und das tue ich mit jeder Faser meines Körpers und Geistes. Ich habe den gebrauchten Abstand, damit es mir nicht mehr das Herz in tausend Stücke zerreißt, auch wenn es blutet darum, jeden Tag.

    Wenn ich mich heute entscheiden muss zwischen dir und mir und das heißen würde, für dich und gegen mich - ich würde mich immer für mich entscheiden. Mich niemals mehr außer Acht lassen – jedenfalls nicht soweit, dass es mir nicht gelingen würde, mich wieder zu finden. Manchmal muss man eben Egoist sein und sich selbst schützen. Egal ob Tränen oder die besten Beteuerungen fließen. Wünsche werden nun mal nicht immer wahr. Und es gilt auch heute nicht mehr das Prinzip im Zweifel für den Angeklagten.

    Die Augen sind geöffnet und alles was passiert, zeigt mir immer wieder, wer ich bin. Zeigt mir immer wieder, warum ich dies und jenes getan habe. Es gibt Beziehungen, zu denen ist man bereit und es gibt Beziehungen, die man erst später leben kann oder manchmal auch nie. Es gibt Beziehungen, die machen satt, es gibt Beziehungen, die sättigen nicht und es gibt Beziehungen, die einen gewissen Ausgleich dazwischen schaffen. All das habe ich erkannt für mich und all das ist genau das, was es ist – es ist einfach so.

    Einen lieben Gruß in den Abend.

    k.