Beiträge von hagebutte

    Hi ReWo,

    das Beispiel von Dir finde ich noch ein ganz normales Miteinander .... bis zu dem Punkt, wo der 21jährige Erwachsene die Verantwortung für seine Entscheidung hat.
    wenn er sagt: ui ja, gute Idee ... alles klar
    wenn er sagt: nööö, will doch lieber fliegen ... kannst Du ihm dann seine Entscheidung lassen? ohne wenn und aber? 8)
    das, finde ich, sind perfekte Übungssituationen, wenn Du Dein konkretes Verhalten ändern möchtest ... sind es zumindest bei mir :oops:
    und dann kann ich schauen, was macht das mit MIR :? mich einmal anders verhalten

    LG
    Hagebutte

    Hallo Rewo,

    Zitat

    Das tief in mir drin will damit aufhören anderen immer vorzuschreiben was zu tun ist, das tief in mir drin will aufhören ständig Verantwortung zu übernehmen

    Zitat

    Es ist leider in jeder Beziehung so gewesen das ich besser wusste was zu tun ist. Das wurde auch am Anfang der Beziehungen nie in Frage gestellt. Ganz im Gegenteil ich stand auf einem Podest weil ich so klug war


    Ich glaube, Du kommst nur weiter, wenn Du an der Frage arbeitest, warum das immer so gelaufen ist ..... warum es für Dich so notwendig ist, dass das so ist
    An dieser – Deiner - Struktur, ändert auch eine Trennung von Deiner jetzigen Partnerin nichts.

    Zitat

    Aber igendwann gehen meine Einmischungen immer weiter in die Psyche der Partnerin um dort Änderungen herbei zu führen die es ihnen ermöglichen mit ihrem Leben besser klar zu kommen


    Diesen Satz finde ich ehrlich gesagt, ganz schön grenzwertig ..... Manipulation pur .... nach Deiner Vorstellung

    Daß einer der Gründe, warum wir so handeln, wie wir handeln unsere Sehnsucht nach "geliebt werden" ist, ist schon klar.
    Ich selbst mache gerade die Erfahrung, daß alles damit anfängt, zu lernen, mich selbst zu lieben und wichtig zu nehmen.
    Vielleicht kannst Du damit etwas anfangen :oops:

    Gruß
    Hagebutte

    Hallo ReWo,

    so wie ich Deine Texte verstehe leidest Du unter Deiner Kontroll-Sucht.

    Zitat

    Ich komme selbst aus einer Familie wo der Vater getrunken hat. Er hatte aber nicht die körperliche Möglichkeit unsere Familie in betrunkenen Zuständen zu tyrannisieren. Da war ihm meine Mutter zum Glück/Pech haushoch überlegen.


    Kann es sein, daß Du ein erwachsenes Kind eines Alkoholikers bist?

    LG
    Hagebutte

    Hallo Liv,

    Zitat

    Müssen sich Co`s auch im Alltag so intensiv schützen?


    ich kann jetzt nur für mich sprechen und nur für heute.
    Zumindest muß ich erst einmal tief durchatmen und innehalten, schaun was da in mir abgeht, bevor ich auf eine Bitte etc. antworte.
    Die alten Mechanismen sind da überraschend stark, also das "sich-selbst-übergehen"
    Ich denke im Lauf der Zeit, mit bewußten Üben, wenn ich mehr Gefühl für mich selbst entwickelt habe, wird das natürlicher :wink:

    LG
    Hagebutte

    Hallo Olive,

    Dein Beitrag berührt mich, da ich selbst gerade (wieder) in einer Tumor-Behandlung stecke.

    Zitat

    Er hat da gleich ganz mächtig auf die ränendrüse gedrückt. das war mir echt zu viel.


    Natürlich ist so eine Diagnose erst einmal ein „Hammer“, die Gedanken und die Befürchtungen kochen über und das braucht ein Ventil. Oftmals sieht man im ersten Moment auch alles viel zu dramatisch. Und wenn Angehörige eine gute Beziehung haben, ist Mit-Gefühl sehr unterstützend, Mit-Leiden aber für alle nur belastend.
    Ist die Beziehung nicht gut, ändert daran auch die Diagnose nichts, nur jetzt nichts vorspielen :!:
    Und letztendlich muß jeder ganz alleine mit sich ausmachen, wie er damit umgehen kann.

    Zitat

    Ich weiss nicht ob-hoffe aber sehr, dass einige unter euch, die meine geschichte in den letzten wochen ein wenig mitverfolgt haben mich verstehen. ich habe ihm gesagt 8und dazu werde ich auch stehen), dass ich ihn nicht im Stich lassen werde - jetzt in Anbetracht der situation, dass es aber DENNOCH keine Beziehung im herkömmlichen sinn mehr zwischen uns geben wird.


    Was soll daran falsch sein?
    Es ist eine zusätzliche Belastung und Dein Angebot der Unterstützung ist sehr menschlich und großzügig, sonst hat sich aber nicht geändert! Und niemand kann mehr fordern (Achtung! Ärzte und Pflegekräfte werden das wahrscheinlich ganz anders sehen – Klarheit von Anfang an!). Es gibt überall Anlaufstellen, wo man Hilfe bekommt, gerade in diesem Bereich.
    Wenn die Basis der Beziehung nicht tragfähig ist, kann keiner die Belastung durchhalten, also ist es nur gut, von Anfang an zu sagen, was geht und was nicht .... hast Du doch richtig gemacht. :wink:

    Zitat

    Aber dort weitermachen wo wir aufgehört haben , NEIN, das will ich dennoch nicht


    Informiere Dich persönlich bei den Ärzten ..... Du solltest selbst wissen was genau geplant ist und was kommen könnte
    Sichere Dich ab, glaub keinen vagen Versprechungen ..... Menschen in dieser Situation reagieren (vor allem in Kombi mit Alk) teilweise sehr irrational.
    Und bleib bei Dir und Deinem Weg ... laß Dir nichts einreden :!:

    Und stoppe Deine Talfahrt :wink:

    Einen herzlichen Gruß und viel Kraft
    Hagebutte

    Hallo Mozarth,

    auch von mir einherzliches Willkommen.

    Zitat

    ich will erst dann wieder was von ihr hören wenn sie sich helfen lässt und "trocken" ist!!! (so hab ich es mir vorgenommen .... und schon während ich das hier tippe ... hab ich da so meine Zweifel ob ich das schaffe?!?!?!?)


    Was könnte Dich denn dazu bringen wieder "umzufallen"?
    Und würdest Du für DICH ausziehen oder um SIE zur Erkenntnis zu bringen?

    Ist eventuell ganz hilfreich, wenn Du Dir vorher diese Fragen für Dich einmal genau anschaust.

    einen guten Abend wünsch ich Dir
    hagebutte

    Hallo Nathalie,

    ich möchte Dir jetzt nicht zu nahe treten, sondern nur einen Denkanstoß geben

    Zitat

    Wie kann man sein Kranksein sooo leugnen?


    Schreibst Du über Deinen Vater
    Wie sieht es denn mit Deiner eigenen Krankheitseinsicht aus.
    Auch Co-Abhängigkeit ist eine Krankheit.

    Lieben Gruß
    Hagebutte

    Guten Morgen, Darkhope,

    erst einmal herzlich willkommen bei uns im Forum, schön daß Du hergefunden hast.

    Das was Du beschreibst, klingt für mich wie der akute Ausbruch einer schweren psychiatrischen Erkrankung. Vor allem, weil Du beschreibst, daß die Wahnvorstellungen auch da sind, wenn Deine Mutter nüchtern ist/erscheind. In wieweit der Alkohol hier Ursache oder Begleiterscheinung ist, können Dir nur die Ärzte sagen.
    Nach meiner Erfahrung, kannst Du Deine Mutter mit Vernunft nicht mehr erreichen, sie gehört in psychiatrische Behandlung. Und Ja, es wird schlimmer werden.

    Bei uns in Bayern kann die Polizei erst eingreifen, wenn ein ärztliches Gutachten über eine akute, psychische Erkrankung vorliegt und der Betroffene, auf Grund der Erkrankung, seine Behandlungsbedürtigkeit nicht einsehen kann. Dieses Gutachten bekommt man über den Hausarzt, den ambulanten Psychiater oder über das Gesundheitsamt. Alkoholkrankheit zählt übrigens nicht zu diesen Erkrankungen :roll:
    Wie das alles in anderen Bundesländern geregelt ist, weiß ich allerdings nicht (beim zuständigen Gesundheitsamt nachfragen)

    Liebe Darkhope, ich kann mir gut vorstellen, wie hilf- und ratlos und überfordert Du Dich fühlst.
    Ob Du jetzt den Kontakt abbrechen sollst oder versuchen sollst, sie noch einmal in eine Klinik zu bringen und dort die (gefühlte :wink: ) Verantwortung abgeben kannst, kann ich Dir nicht sagen. Das mußt Du für Dich entscheiden.
    Wichtig ist, daß die Erkrankung Deiner Mutter (ganz egal ob Alkohol oder Psychose) nicht Dein Leben bestimmen darf. Tu etwas für Dich, gib die Verantwortung ab, bist Du Dir und Deinem Kind schuldig :wink:

    Liebe Grüße
    Hagebutte

    P.S. bei "ellenlangen" Texten lernt man sich kennen, ist schön :wink::)

    Hallo liebe Esmeray,

    schön, daß Du Zeit für Dich hattest und diese auch nutzen konntest :) .

    Ich kann gut nachfühlen, wie schwer es ist zu widerstehen, wenn der Partner sich für eine Zeit wieder "ruhig" verhält. Ich habe dann angefangen, an meiner eigenen Wahrnehmung und Einschätzung der Situation zu zweifeln.......wir haben doch kein Problem, oder !??
    Hier im Forum habe ich dann gesagt bekommen, das ist typisch CO :oops: . Und ich glaube, daß das stimmt.

    Es ist wohl ein langer Weg, vom Erkennen (in unserem Fall der Co-Abhängigkeit) bis zu einer stabilen Gesundung.

    Aber..... Du hast den Faden geknüpft und wirst Dich daran aus dem "Sumpf" ziehen.

    Ich drehen den Satz aus Deiner Vorstellung einmal um.
    Du schreibst: Schuldgefühle, ich weiß, daß er ohne mich nichts ist ( sorry, ich kann das mit der Zitat-Funktion noch nicht)

    DU bist auch ohne IHN etwas - wichtig und wertvoll.
    Und Du bist auf dem Weg

    Lieben Gruß
    Hagebutte

    Hallo Esmeray,

    tut mir echt leid für Dich, daß es nicht funktioniert hat.
    Ich selbst hangle mich so von Tat zu Tag, mal ganz euphorisch ob meiner "Erkenntnisse", mal ganz klein und mickrig und es ist recht anstrengend ständig "wachsam" sein zu müssen.
    Hab hier im forum aber auch gelesen: es ist o.k. zwei Schritte vor und einen zurück. Mich beruhigt das.
    Es sind bestimmt ganz viele Menschen hier, die Dir helfen den Akku wieder aufzuladen und das Rad in Schwung zu bringen wenn`s mal zu langsam wird.

    lieben Gruß
    Hagebutte

    Liebe Bluevelvet,

    auch ich schreibe heute die ersten Antworten und vielleicht verstehe ich noch nicht alles richtig.

    Ich lese große Trauer.
    Ich habe meinen Vater beim Sterben ganz intensiv begleitet und ich konnte die Trauer und den Schmerz aushalten, weil er alt und krank war und es einfach "die Zeit" war. Ich konnte es akzeptieren, dass er sterben wird - das war für mich damals "loslassen".

    Es gibt Einrichtungen, in denen ein Alkoholiker sogar 1 bis 2 Jahre alkoholfrei leben kann, die weiß jede Beratung. Aber er selbst muß das wollen!!! So wie jeder Krebspatient selbst entscheidet, ob er sein Leben durch eine Chemo verlängern will und vielleicht gesund wird oder auch nicht (auch diese Entscheidungen gibt es und sie werden akzeptiert)

    Die Liebe, die er nicht bekommen hat kann, glaube ich, keiner ersetzen, auch Du nicht !!! - das ist ein Fass ohne Boden.

    KAPITULATION vor der Krankheit!
    Du selbst bist Deine größte Aufgabe.

    Viel Kraft
    lg
    Hagebutte

    Liebe Esmeray,

    ich kann noch garnicht mitreden, weil ich noch ganz am Anfang stehe.
    Aber das Gefühl immer Stärke zeigen zu müssen ist mir sehr vertraut.
    Genauso wie die Überzeugung: wenn ich schwach bin werde ich noch mehr verletzt bzw. ich bekomme sowieso keine Hilfe.

    Die wichtigste Entscheidung, Du willst diese Last nicht mehr tragen, hast Du schon getroffen......großen Respekt, ich bin noch nicht so weit.
    Und hier im forum darf man/frau glaube ich auch alle Schwächen zeigen und bekommt echte Hilfe.

    Du bist nicht alleine !!!

    lg
    Hagebutte