Liebe weitsicht,
meine PT habe ich im Mai abgeschlossen - nach 1,5 Jahren. Allerdings habe ich die Ferien frei gemacht (wegen der kids) und in der letzten Zeit ging ich nur noch alle 2-3 Wochen.
Ich habe meine P-therapeutin angerufen, als meine Mutter gestorben war, da ich niht alle genehmigten Stunden gebraucht habe. So könnte ich im Zweifelsfalle wieder hingehen - auch mit der KK ist das nun so abgesprochen.
Ursprünglich angefangen habe ich das Ganze nach dem Tod meines Vaters, der viele unschöne Spuren und Missbrauch in meinem Leben hinterlassen hatte. In einer nach außen gutbürgerlichen Fassade.
Ich setzte mich sehr intensiv mit ihm auseinander.
Meine Mutter sah ich immer als Opfer meines Vaters.
Es hat lange gebraucht um zu begreifen, dass meine Mutter genauso Täter war.
Instinktiv hatte ich sie immer geschützt.
Wegen meiner Mutter wäre ich nie in Therapie gegangen. Es war so "normal". Schließlich hatte sie mir ja nie Gewalt angetan.
Ich denke wirklich, dass nur die PT, die eine Traumatherapie dabe hatte, mich heute das so durchstehen läßt.
Ich habe gelernt für mich zu sorgen, mich abzugrenzen.
Habe im geschützen Raum weinen und wutig sein dürfen nachholen können.
Meine P-therapeutin war eine mütterliche Frau. Das war sehr sehr gut.
Sie hat mich ein Stück an die Hand genommen, wo meine Mutter das nicht getan hat.
Aufgrund der PT kam es auch zu der Distanz ab April.
Meine Therapeutin hat mich dazu nicht ermutigt. Sie hat mich machen lassen und die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, mit mir durchgesprochen.
Kurz darauf habe ich die Therapie dann beedet und bin bis heute sehr stabil geblieben.
Mein bis dato suchthaftes Essverhalten ist nun wirklich normal und die Pfunde sind seither gepurzelt.
Auch in dieser nun furchtbaren Situation ist Essen nicht mehr mein Fluchtpunkt.
Das ist ein großer Sieg in meinem Leben.
Ich habe nun Zugang zu den verschütteten Geühlen und kann weinen, ich kann mir Hilfe suchen (so wie hier) und mich selbst aushalten, wenn es mir schlecht geht.
Noch vor zwei Jahren hätte ich gelächelt, daheim wäre ich absolut antriebslos gewesen, hätte alles Mögliche in mich reingestopft und dann weitergemacht als "nach außen Starke".
Sibi