Hallo Zusammen,
ich danke Euch erstmal für Eure Antworten.
Komischerweise habe ich überhaupt keine Probleme in meiner Ehe.
Ziemlich schnell konnte ich "loslassen" und meinem Mann wieder die Verantwortung übertragen, die er jahrelang auf mich abgeschoben hatte.
Ich konnte wieder delegieren, konnte mich wieder auf meine Bedürfnisse konzentrieren.
In meinem Umfeld klappt das weniger gut!
Zitat von Ette
Ich weiß, dass ich schwache oder kranke Menschen benutzt habe, mir ein gutes, wichtiges Gefühl zu verschaffen
Genau das Gegenteil ist bei mir der Fall.
Ich habe immer gemacht und getan und bin dabei ganz oft ausgenutzt worden. Meine "alten Leutchen" haben sehr schnell gemerkt, wo sie mich packen können und ich habe funktioniert, aber ich habe mich dabei nicht wohlgefühlt.
Wie oft habe ich ja gesagt, wo ich mir hinterher ein Monogramm in den Hintern hätte beissen können.
Ich dachte; Du kannst sie doch nicht einfach im Stich lassen und sie haben es gnadenlos ausgenutzt.
Als ich tatsächlich das erste Mal "NEIN" gesagt habe, kam erstmal ein ungläubiges Staunen.
Mittlerweile bin ich nicht mehr "einfach so" dort, sondern halte meine Stunden ein und gehe auch wirklich nach der vereinbarten Zeit.
Ich stehe auch nicht mehr auf Abruf bereit, sondern sage einfach: "ich habe jetzt keine Zeit"
Es gelingt mir immer besser und mittlerweile findet sich auch mein Umfeld damit ab, dass Speedy sich verändert.
Womit ich allerdings noch grosse Problem habe, ist das "Loslassen"!
Loslassen von liebgewonnenen Menschen, Dingen oder Situationen.
Ich muss mich zwingen, etwas wegzuschmeissen und ich kämpfe jedesmal mit mir, wenn ich es tun muss.
Irgendwo habe ich gelesen, dass man Sachen, die man 1 Jahr nicht mehr in der Hand hatte, entsorgen soll. Bei mir dauert es bestimmt 2 Jahre!
Wenn ich mich nicht disziplinieren würde, hätte ich sicher den Hang zum Messie.
Genauso schwer fällt es mir, von liebgewordenen Ritualen Abschied zu nehmen.
Habe ich mich mal für etwas begeistert, so klemme ich mich dahinter - koste es, was es wolle!
Ergibt sich dann die Situation, dass es zu Ende geht, dann leide ich, wie ein Hund.
Ich kann nicht einfach sagen: und tschüss!!!
Noch schlimmer trifft es mich aber, wenn mich Menschen enttäuschen, die ich ins Herz geschlossen habe. Ich glaube immer erstmal an das Gute im Menschen.
Werde ich dann allerdings hintergangen, belogen oder getäuscht, so trifft es mich bis ins Mark!
Ich kann nicht aufgeben, versuche zu hinterfragen und möchte wissen, warum es ist, wie es ist!
Und.... werde wieder enttäuscht!
Warum kann ich nicht einfach sagen: "Schwamm drüber - es ist, wie es ist und es ist gut so?
Warum kämpfe ich immer wieder gegen Windmühlen?
Ist es wirklich nur die Anerkennung, um die ich kämpfe?
Ich bekomme sie doch von ganz vielen Seiten, sollte mir das nicht genügen?
Ich bin wirklich froh, dass meine Ehe jetzt wieder das ist, was man sich unter einer funktionierenden Ehe vorstellt.
Mein Mann unterstützt mich, wo er kann - ist aber oft auch überfordert!
Klar..... wie sollte er mich verstehen, wenn ich es nicht mal tue?
Ich habe noch ganz viel Arbeit an mir vor mir und ich würde mich freuen, wenn Ihr mich dabei unterstützt!
Lieben Gruß
Speedy