Beiträge von Speedy53

    6. Kapitel


    Nun war ich also weg und es war so, als hätte man mir das Herz rausgerissen!

    Ich habe ihn vermisst ohne Ende, mich ständig gefragt, was wohl gerade zu Hause passiert!

    Aber ich war bei einer sehr guten Freundin untergeschlupft, die mich total betüddelt hat! Sie hatte sehr viel Verständnis für mich, war sie doch selber mit einem Alkoholiker verheiratet, der noch dazu gewalttätig war. Allerdings war sie zu dem Zeitpunkt schon über 20 Jahre geschieden. Trotzdem wusste sie natürlich genau, um was es ging!

    Wie es mir ging, kann ich gar nicht beschreiben! Einerseits ging es mir gut.... ich hatte endlich meine Ruhe, nicht jeden Abend einen besoffenen Mann neben mir auf dem Sofa, der mir die Ohren vollgesülzt hat. Auf der anderen Seite habe ich ihn vermisst und habe mir tierische Sorgen gemacht, dass er nun noch mehr abstürzen könnte!

    Ich wusste ja ich konnte ihm weder helfen, noch beschützen. Das hatte ich hier schon gelernt! Trotzdem fiel es mir unendlich schwer, ihn sich selbst zu überlassen! Ich habe mir Gedanken gemacht, ob er genug zu essen hat und ob er auch was zum Anziehen hat. Meine Güte..... wie Co., war das!!! Aber ich konnte meine Gedanken nicht abschalten!

    Ich schlief mit den Gedanken an ihn ein und wachte damit auf!

    Aber ich musste hart bleiben! Eine andere Chance gab es nicht.... nicht für ihn und auch nicht für mich! Und schon gar nicht für UNS !!!!

    Noch wusste ich nicht, wie es jetzt weitergehen würde!

    Würde er aufwachen und doch noch den Arzttermin wahrnehmen? Ich hoffte es so sehr.... aber so recht glauben mochte ich nicht daran!

    Und selbst wenn.... würde er es tun, nur um mich zu beruhigen oder weil er eingesehen hat, dass er es für sich tun muss?

    Ohne meine Freundin und dieses Forum hätte ich es sicher nicht druchgezogen.... ich wäre innerhalb kürzester Zeit umgefallen!

    Ganz vielen Menschen muss ich dafür danken..... Lilly12, Kiara, Doro, Dia, Freund, Andi, Yorki, Dante und Inseläffchen und ganz vielen, die ich hier gar nicht aufzählen kann (bitte nicht böse sein!!!). Viele viele Nächte haben sie sich mit mir die Nächte im Chat um die Ohren geschlagen.... hatten eine riesen Geduld und haben mich immer wieder aufgebaut und ermuntert, durchzuhalten! Nicht zu Letzt muss ich natürlich Karsten danken, dass er dieses Forum geschaffen hat und mir damit die Plattform geboten hat, mich auszutauschen!

    Also ich hatte jetzt meinen Schritt getan.... nun war es an IHM, ob er etwas tun möchte oder nicht!

    Und er tat etwas!

    Hallo Ihr Lieben,

    ich danke Euch für Eure einfühlsamen Worte!

    Elocin, da ich ein sehr gefühlvoller Mensch bin, fällt es mir schwer so rational zu denken! Aber eins werde ich sicher tun:

    Zitat

    Ich wünsche das du dir viele schöne Momente in Erinnerung rufen kannst welche du mit deiner guten Bekannten hattest

    Ja Spanijoggel, ich kenne bzw. kannte ihre Familie. Der Vater ist vor gut 2 Jahren verstorben und vor ca. 1 1/2 Jahren folgte die Mutter.

    Nun lebte sie mit ihrem Bruder (den sie unmittelbar nach dem Geschehen in die Psychatrie bringen mussten) alleine im Elternhaus. Ihn trifft es besonders hart!

    Das Akzeptieren fällt im Moment noch sehr schwer, aber sie wird in meinen/unseren Gedanken und Herzen weiterleben!

    Lieben Gruß
    Speedy

    Hallo,

    ich bin geschockt und sehr traurig!

    Gerade habe ich erfahren, dass eine sehr gute Bekannte von uns gestern in ihrer Mittagspause gestorben ist!

    Sie hatte sich beim Mittagessen verschluckt und trotz sofortiger Hilfsmassnahmen und Wiederbelebungsversuchen kollabierten die Lungen und auch der sofort gerufene Notarzt konnte nicht mehr helfen!

    Sie wurde gerademal 43 Jahre alt!

    Ich kann es nicht fassen, dass sie nicht mehr lebt!

    Gruß Speedy

    5.Kapitel

    Die Arbeit an mir begann damit, dass ich mir viele "Unverschämtheiten" anhören musste! Mit knallharten Worten wurde mir verklickert, wo ich eigentlich stand!

    Aber ich wollte das nicht lesen und habe es trotzdem gelesen!

    Zu der Zeit war ich fast täglich im Chat und habe die dort Anwesenden mit meinen Fragen gelöchert. Ich wollte alles wissen über Alkoholkrankheit und Co-Abhängigkeit. Manchmal werden sie mich verflucht haben, aber trotzdem haben sie mir geholfen, auf meinen Weg zu kommen! Gesehen habe ich ihn damals noch nicht (meinen Weg), aber steter Tropfen höhlt den Stein!

    Mit der Zeit habe ich mitbekommen, wie Alkoholiker ticken - dass sie alles versprechen, aber nichts halten können!

    Sie können nicht, weil sie die Sucht gefangen hält.... für mich immer noch unvorstellbar, weil ich, wie viele andere auch dachte, er braucht doch nur aufzuhören! Aber das konnte er natürlich nicht... jedenfalls nicht, ohne professionelle Hilfe.

    Ich habe gelernt, dass er nicht einfach aufhören kann, selbst wenn er wollte. Immer noch gab es Diskussionen und Streits, ich habe gedroht, ihn zu verlassen - aber nur gedroht! Natürlich habe ich nichts umgesetzt. Wollte ich ja auch gar nicht! Ich wollte ja nur, dass er aufhört zu trinken! Und er hat es versprochen..... immer und immer wieder! Ich habe immer noch gebettelt, geweint und geschimpft..... es brachte nichts!!!

    Hilfe durch Nichthilfe wurde mir geschrieben.... ich konnte nichts damit anfangen. Sollte ich meinen Mann einfach im Stich lassen? Er würde mit wehenden Fahnen untergehen, dachte ich! Nein... das konnte ich ihm doch nicht antun!!! Ich liebte ihn doch!!!

    Irgendwann eskalierte die Situation und ich stellte ihm ein Ultimatum.... entweder er hört auf oder ich gehe. Ein Datum hatte ich ihm auch genannt und ein gepackter Koffer stand im Flur, über den er regelmässig im besoffenen Kopf gestolpert ist!

    Hier im Forum hat das Heiterkeit ausgelöst, aber mir war es bitter ernst! Der Tag rückte unaufhaltsam näher und ich dachte, jetzt muss er sich doch besinnen! Weit gefehlt... er trank mehr den je, er begann einen Streit um Nichtigkeiten, um zu rechtfertigen, dass er ja jetzt trinken müsse. Das ich die Böse war, die ihn zum Trinken brachte kannte ich ja schon!

    Immer wieder hat er mich hingehalten... gesagt, er geht zum Arzt! Aber dann war der Arzt in Urlaub oder es ist sonstwas dazwischen gekommen!

    Dann war er da: Tag X - ich habe meine Klamotten gepackt und bin gegangen!

    Fast konnte ich es selbst nicht glauben, dass ich es wahr gemacht hatte, aber nun war ich weg und ich musste abwarten, was passiert!

    Und ich habe abgewartet!

    Hallo liebe Caro und liebe Dia,

    ja Caro... zumindest werde ich es versuchen!

    Mir ist viel gegeben worden und vielleicht kann ich ja wirklich etweas weitergeben!

    Dia... ja, es geht mir gut - sehr gut sogar und ich hoffe, bei Dir ist es genauso!

    Ich konnte für mich wirklich einiges wieder in die richtige Richtung lenken!

    Ich hoffe, Du fühlst Dich mittlerweile auch ausserhalb Deiner sonnengelben Relax-Ecke richtig gut!

    Danke auch Euch, dass Ihr mich wieder so lieb aufnehmt! :lol:

    Lieben Gruß
    Speedy

    4. Kapitel


    Stichtag 10.10.06 - ich wollte Hilfe für meinen Mann und gab einfach mal "Alkoholsucht" ein.

    Was ich fand, war die Geschichte von Karsten!

    Ich las und las und konnte fast nicht glauben, was ich da las!

    Aber es hatte mich neugierig gemacht und ich klickte einfach mal auf "Forum".

    Nun hatte ich alles vor mir und ich habe Stunden damit verbracht, mich durch Geschichten zu lesen, die meiner so ähnlich waren! Bis ich mich dann wirklich angemeldet hatte, vergingen nochmal viele Stunden, denn noch immer hatte ich Hemmungen über mein Problem zu schreiben.

    Irgendwann habe ich mich dann doch dazu durchgerungen und nun war ich angemeldet!

    Tja... was sollte ich denn eigentlich schreiben? Das mein Mann ein Säufer war? So richtig wollte ich das ja immer noch nicht wahr haben.

    Ich weiss heute nicht mehr, was genau ich geschrieben habe, aber es war sicher so, dass ich Hilfe für meinen Mann suchte!

    Damals gab es noch den Chat für alle und ich habe da einfach mal drauf geklickt! Ich hatte keine Ahnung, was Chat war, aber es war am hellerlichten Nachmittag und tatsächlich waren 2 Menschen im Chat! Sie haben mir dann erstmal erklärt, was überhaupt zu tun ist, das ich chatten konnte! Es waren "Freund" und "Dante", beides trockene Alkoholiker und sie haben sich ganz geduldig meine tausend Fragen "angehört" und mich auch sofort auf den Boden der Tatsachen geholt. Irgendwann sagt Dante, er müsse nun gehen, weil er in seine SHG muss und ich wusste nicht mal, was das ist!

    In meinem Leben hatte ich noch nie etwas von Co-Abhängigkeit gehört... nein, als ich dieses Wort das erste Mal hörte, dachte ich, das wären Menschen, die mit dem Alkoholkranken zusammen trinken! Man möchte es kaum glauben, wie unwissend ich war! Aber schon am ersten Tag habe ich so einiges gelernt!

    Natürlich habe ich nicht sofort durchgeblickt, dachte immer noch, ich könnte helfen! Genauso so habe ich es wohl auch in meinem ersten Post geschrieben. Als dann die Antwort kam, Du kannst nicht helfen, das kann er nur selber.... ich wollte und konnte es nicht glauben.

    Ich wollte nichts verändern... ich wollte nur, dass mein Mann nicht mehr trinkt!

    Das das so nicht funktionieren kann, wusste ich damals immer noch nicht und ich wollte es auch nicht glauben!

    Immer noch war ich in mein Glauben verstrickt, dass ihn meine Liebe "heilen" könnte!

    Alle, die mir damals schrieben, waren sehr verständnisvoll und ich fühlte mich sehr gut aufgehoben. I

    Aber dann kamen die Post's, die ich nicht hören wollte! Knallhart wurde mir gesagt, dass ich mit meinem Verhalten alles nur noch schlimmer machen würde und ich verstand die Welt nicht mehr! Ich.... ?????? Nein, das konnte doch nicht sein, ich tat doch alles, um ihn vom Alkohol weg zu bringen und nun soll ich Schuld sein?

    Ich konnte es nicht glauben und ich war kurz davor, mich wieder abzumelden! Ich wollte das nicht hören!!! So sollte niemand mit mir umgehen!

    Was mich bewogen hat doch zu bleiben, weiss ich heute nicht mehr! Aber ich bin froh, dass ich nicht gegangen bin!

    Jetzt folgte die Arbeit an MIR !!!

    3. Kapitel


    Die Jahre vergingen... immer noch war mein Mann der Mann meines Lebens und doch kamen immer wieder Diskussionen über seinen Alkoholkonsum auf.

    Ich fing an, ihn zu kontrollieren, seine Flaschen zu zählen!

    Ich warf ihm vor, zu viel zu trinken!

    Was folgte, wissen viele von Euch: es folgten unendlich viele Gespräche, Diskussionen, Streits! Ich habe es im Guten versucht oder auch mit Vorwürfen, ganz viele Tränen sind geflossen und immer kam: "ich habe alles unter Kontrolle" - "ich kann jederzeit aufhören" - Du gönnst mir meinen Spaß nicht"! - usw.

    Und ich habe ihm immer wieder gerne geglaubt!

    Es kam die Zeit, wo ich selbst an meinem Verstand gezweifelt habe und dachte, vielleicht übertreibst Du ja wirklich!

    Er war ja immer noch sehr gepflegt und er duftete immer noch gut, war immer fit und gut drauf (wenn er denn nüchtern war)!

    Ich liebte ihn doch und ich musste ihm doch helfen können!!!

    Aber wie sollte ich das anstellen? Wir schlossen "Verträge"! Nicht vor einer bestimmten Uhrzeit anfangen zu trinken, einen Tag in der Woche aussetzen und noch so einige andere "Gentleman-Agreements".

    Hat auch eine Weile gut funktioniert und schon war ich wieder beruhigt! Dachte mir, geht doch!
    Das alles reine Augenwischerei war, konnte (oder wollte) ich damals immer noch nicht sehen!

    Zunehmend merkte ich, dass ich einfach nicht mehr klar kam! Ich musste Verabredungen absagen, weil mein Mann schon nachmittags betrunken im Bett lag... ich mussste Telefonate abblocken, weil er nicht mehr fähig war, zu telefonieren!

    Ich habe verheimlicht und gelogen und das wollte ich nicht mehr!

    Mir ging es damit zunehmend schlechter. Meine ganzen Gedanken kreisten nur noch um ihm! Ich schlief damit ein und wachte damit auf! Ich sah ihn nur noch am Kühlschrank stehen... entweder sein Bier zu holen oder zu überprüfen, ob für den nächsten Tag noch genug da war!

    Ich wollte das alles nicht mehr!!!

    Im Sommer 2006 bekam ich meinen neuen Computer und ich hatte keine Ahnung, wie ich damit umzugehen hatte! Aber ich habe mich durchgewurschelt und das erste effektive, was ich gemacht habe war; ich wollte mir Hilfe im Net suchen!

    Für meinen Mann - nicht für mich!!!!!

    So kam ich am 10.10.2006 hierher - und ich wurde schnell eines besseren belehrt!

    2. Kapitel


    3 Jahre nach der Trennung meines ersten Mannes wurde ich geschieden, es sollten aber nochmal 5 Jahre vergehen, bevor ich wieder heiratete. ER war der Mann meines Lebens, meine große Liebe und ich wollte den Rest meines Lebens mit ihm verbringen!

    Immer noch merkte ich nicht, das Alkohol eine immer größere Rolle in unserem Leben einnahm. Kaufte er am Anfang das Bier noch in 6-Packs, so war es nach kurzer Zeit schon eine ganze Lage (immerhin 24 Dosen) und immer noch sah ich alles als "normal" an! Ich habe ja nie nachgezählt, wieviel er trank und ich merkte auch nicht, in welcher Geschwindigkeit so eine Lage vernichtet war. Wenn wir ausgingen hielt er sich nach wie vor zurück und trank nur soviel, dass er nie auffiel! Er war gepflegt, duftete immer gut und war immer gut gelaunt und fit!

    Alkoholiker waren für mich die, die auf der Parkbank saßen oder unter der Brücke schliefen (das gängige Klischee) aber doch nicht mein Mann!!!

    Er war immer lieb und nett zu mir und auch zu anderen... ja, er trank gerne Bier, aber das machten doch viele!!!

    Irgendwann, ich weiss heute nicht mehr, wann es war, stand eine Flasche Wodka in unserem Kühlschrank! Auf meine Nachfrage, ob er jetzt anfangen würde Schnaps zu trinken, kam nur: " mal einen kleinen, nach dem Essen oder so sollte doch erlaubt sein, oder?"!!!

    Wie blöd kann man sein??? Ich wurde immer noch nicht hellhörig! Auch bei anderen gab es ja eine Hausbar!

    Und er fing an, mir mal eine Flasche Sekt mitzubringen (nur so zum Anstossen) oder mal eine Flasche Likör (den magst Du doch so gerne). Ich dachte damals, wie lieb von ihm; er denkt an mich! Das es natürlich nur als Ablenkung gedacht war, sah ich damals noch nicht!

    Langsam.... ganz langsam merkte ich, dass sich unsere Freizeitaktivitäten verringerten, weil er immer öfter mal einen "Frühschoppen" machte und schon nachmittags nicht mehr fähig war, irgendwo hinzugehen!

    Oder... wenn wir was vor hatten oder eingeladen waren, er schon vorher schnell 2 - 3 "Bierchen" kippte, um in Stimmung zu kommen! Oder er sagte, lieber trinke ich doch hier zu Hause schon mal ein wenig, weil dort ist es ja so teuer!!!

    Das konnte doch alles nicht wahr sein! Immer öfter bekamen wir Streit, wegen seines Alkoholkonsums!

    Es sollten aber noch viele Jahre vergehen, bis ich wirklich aufwachte!!!

    1. Kapitel

    Wann es genau begann ein Problem für mich zu werden, dass mein Mann trinkt, kann ich gar nicht genau festmachen! Es war doch normal, dass ein Mann nach Feierabend sein Bier trinkt. Ausserdem wurde am Wochenende gefeiert und da gehörte Alkohol einfach dazu. Machten doch alle!!!

    Als ich meinen Mann vor 25 Jahren kennenlernte, war er knapp über 30 Jahre alt, Junggeselle und lebte allein in einer Wohnung.
    Ich war 30 Jahre alt, war verheiratet und weil mein erster Mann in der Woche unterwegs war, war ich viel allein. Ich war nicht direkt unglücklich, aber glücklich war ich auch nicht!

    Und da war er plötzlich... gross und gutaussehend und ich habe mich sofort in ihn verliebt! Ziemlich schnell habe ich Nägel mit Köpfen gemacht und mich von meinem Mann getrennt, denn eine Dreierbeziehung wollte und konnte ich nicht führen.

    Schon nach kurzer Zeit beschlossen wir zusammenzuziehen, denn es war doch Blödsinn, 2 Wohnungen zu bezahlen!

    Und wir waren sehr glücklich... er war immer für mich da, wir hatten die gleichen Interessen, hörten die gleiche Musik und wir hatten viel Spaß zusammen.

    Das dabei eigentlich immer Bier mit im Spiel war, fiel mir nicht auf.... zumindest sah ich es nicht als Problem! Wie blauäugig ich war, sollte mir erst sehr viel später auffallen.

    Jedenfalls hatten mich damals schon Kollegen (wir arbeiteten damals in der gleichen Firma) gewarnt, er sei Alkoholiker, was er natürlich ganz weit von sich wies und auch ich wollte das nicht hören!

    Er trank nie soviel, dass er richtig betrunken war! Niemals hatte er Ausfallerscheinungen, lallte oder torkelte! Im Gegenteil, er war witzig, charmant und hatte immer einen flotten Spruch auf den Lippen!

    Wenn wir auf irgendwelchen Festivitäten waren, trank er immer weniger als andere und er machte sich über die Leute lustig, die sich volltrunken daneben benahmen oder auch am Tisch einschliefen! Ihm würde sowas nie passieren.... und ich habe es auch nie erlebt. Immer wenn er glaubte genug zu haben, haben wir uns verabschiedet und sind nach Hause gegangen. Das er dann zu Hause noch 2 - 3 Bierchen trinken musste "um runterzukommen", wie er sagte, sah ich zwar, aber er wurde ja nie streitsüchtig oder gar handgreiflich, also lies ich ihn.

    Er ging ja immer zur rechten Zeit ins Bett, war morgens fit und munter und ging regelmäßig seiner Arbeit nach! Und er machte seinen Job gut

    Bis hierhin war meine Welt also noch in Ordnung!

    Hallo Zusammen,

    ich möchte hier mal versuchen, mein Leben mit einem Alkoholiker aufzuschreiben!

    Das geht nicht auf einmal, denn 25 Jahre kann man nicht am Stück erzählen, also werde ich es peu à peu machen!

    Vielleicht kann es ja Einigen, die jetzt noch ganz am Anfang ihrer Beziehung mit einem alkoholkranken Partner stehen, dabei helfen es mir nicht gleich zu tun!

    Lieben Gruß
    Speedy

    Hallo Callistra,

    Zitat von Callistra

    Vielleicht schaust Du ja nochmal rein und liest diese Worte ... :wink:

    Ja... ich habe es nicht so lange ausgehalten ohne Euch! :lol: Nur 5 Wochen und nun bin ich wieder hier!

    Wie geht es Dir?

    Bekommt Dir das Landleben gut?

    Und.... hast Du Dir jetzt endlich einen festen Platz auf dem Sofa ergattert? :wink:

    Ich denke sehr oft an Dich und..... vielleicht schaust Du ja mal wieder rein?

    Würde mich sehr freuen! :lol:

    Lieben Gruß
    Speedy

    Hallo,

    "ohne mich wird er völlig abstürzen"

    "ich liebe ihn doch!"

    "vielleicht ist es ja doch nicht so schlimm"

    "er geht doch ganz zuverlässig arbeiten"

    "mir geht es doch gut, schliesslich verprügelt er mich nicht"

    Lieben Gruß
    Speedy

    Hallo Yves,

    eine schwierige Frage, die ich mir als medizinischer Laie nicht traue zu beantworten!

    Hat er (oder Du) einen Arzt, mit dem Du darüber sprechen könntest!

    Oder, wenn er nicht mehr in der Lage ist, selbst zu bestimmen, könntest Du Dich auch an das Gesundheitsamt wenden. Sicherlich können die Dir raten, was in vorstehendem Fall zu tun ist!

    Lieben Gruß
    Speedy

    Hallo Oiseau,

    mein Mann ist ja nun auch schon ein Weilchen trocken und auch ich hatte die Überlegung, was ist zu tun wenn....?

    Im Sommer vergangenen Jahres hatte er einen Rückfall, ich wurde angerufen und bin tatsächlich los, um ihn abzuholen.

    Da habe ich aber ganz schön einen auf den Deckel bekommen! Wenn er Geld zum saufen hat, kann er sich auch ein Taxi leisten!

    Und recht hatten sie!!! Heute würde ich es nicht mehr tun, denn das ist ein massiver Rückfall ins Co-Verhalten gewesen!

    Mein Mann weiss, sollte es nochmal passieren, ich würde sofort wieder meine Koffer packen. Ich lasse mich da auch auf keinerlei Diskussionen ein! Bis jetzt ist es (*aufholzklopf*) gut gegangen.

    Aber ich weiss natürlich, es gibt keine Garantie. Ein Rückfall kann immer und zu jeder Zeit passieren. Aber es ist dann nicht mein Problemn, sondern das meines Mannes!

    Jeder entwickelt da wohl seine eigenen Strategien, aber meine ist ganz fest verankert.... ich möchte nie mehr dahin, wo ich vor 2 Jahren war.

    Schliesslich habe ich über 20 Jahre meines Lebens in meiner Co-Abhängigkeit verharrt, dass möchte ich nicht mehr!

    Lieben Gruß
    Speedy

    Hallo Corby,

    herzlich Willkommen hier im Forum!

    Schön, dass Du her gefunden hast!

    Zitat von Corby

    Jedenfalls beteuert er, dass er sich ändern will und einsieht, dass er Hilfe braucht.

    Dann muss/sollte ihn sein erster Weg zu einem Arzt führen, der alle weiteren Schritte (Entgiftung, Therapie) mit ihm bespricht!

    Aber die Einsicht und die Initiative muss von ihm kommen! Du kannst da relativ wenig tun!

    Aber Du kannst etwas für Dich tun, besser mit der Situation umzugehen!

    Vielleicht können wir Dir ja dabei helfen!

    Es sollte in erster Linie um Dich gehen und das es Dir gut geht!

    Lieben Gruß
    Speedy

    Hallo Butterblume,

    ich begrüße Dich sehr herzlich hier im Forum!

    Ich gehe mal davon aus, dass Dein Sohn erwachsen ist, oder?

    In dem Fall kannst Du eigentlich nichts tun, wenn er sich nicht einverstanden erkärt!

    Nur bei drohender Verwahrlosung, also er nicht mehr in der Lage ist, für sich selbst zu sorgen könnte man etwas unternehmen.

    Wende Dich doch mal ans Gesundheitsamt oder den sozialen Dienst in Eurer Stadt.

    Für Deinen Sohn kannst Du sonst nichts tun, er hat sein Leben selbst in der Hand!

    Auch wenn es für eine Mutter ungleich schwerer ist loszulassen.. willst Du Dich aber nicht selbst mit kaputt machen, musst Du für Dich die Notbremse ziehen!

    Gerne werden wir Dich dabei unterstützen!

    Lieben Gruß
    Speedy

    Hallo Smile,

    ich kann Ette da nur recht geben!

    Du bist doch sicher hier, weil Du Dir Hilfe für Dich erhoffst, oder?

    Wo soll aber diese Hilfe herkommen, wenn Du Dich nur auf diesen Thread beschränkst?

    Es beisst Dich keiner hier.... also frisch ans Werk und einen eigenen Thread eröffnet!

    Erzähle uns, wie wir Dir helfen können und die Reaktionen werden um ein vielfaches höher werden!

    Lieben Gruß
    Speedy