Ihr Lieben,
jetzt freue ich mich wirklich sehr, dass hier ein so reger Austausch zustande kommt!! Bei den Coabhängigen war das noch etwas schleppend, da sind wir hier schon ganz gut aufgehoben. Und ich denke, Ihr EKvA seid hiefür die allerbesten Ansprechnpartner. DANKE!!
Hab mir auch Gedanken gemacht, ob ich denn im Gegenzug dann auch etwas geben kann. Mittlerweile ist mir klar, dass ja. Weil ihr so die Gelegenheit bekommt, Eure Kindheit aufzuarbeiten, indem diese unangenehmen Erinnerungen wieder aufgeweckt werden.
Ach, ich würde den Umgang manche Male verbieten wollen, hab ich auch schon. Aber erstens ging es keine 4 Wochen, bis die Sehnsucht übergroß wurde und sie wieder hin wollten und zweitens mischen hier noch Jugendamt und derzeit auch Verfahrenspflegerin (= Anwältin der Kinder, die im laufenden Sorgerechtsverfahren vom Richter einberufen wurde) mit. Sie befürworten Umgang mit dem Vater um nicht jeden Preis, aber um einen sehr hohen Preis!
Dann gab es die Regelung, dass die Kinder nur hingehen, wann sie wollen und das selbst mit ihrem Vater ausmachen über email mit der Verfahrenspflegerin im Verteiler. Damit hat aber die Große sich total überfordert gefühlt und die Kleine hat gar nichts mehr gemacht. Dann haben sie wieder vor dem Richter ausgesagt, dass sie regelmäßig alle 2 Wochen hin wollen....
Aber ihr habt recht, hier ist noch Spielraum, den ich einfach einräumen werde. Er ist etwas lockerer geworden, pocht nicht mehr ganz so auf sein Umgangsrecht. Und wenn sie nicht wollen, dann werde ich sie bestärken im Nichthingehen.
Er macht so einen Druck, seine Laune ist nie vorhersehbar. Mal superlieb, mal so schlecht gelaunt..
Manchmal habe ich das Gefühl, er ist wirklich persönlichkeitsgestört und es kommt in Wellen.
Verantwortung übernehmen ist gut, Käferchen, das mache ich manchmal auch ganz bewußt und da kann ich die Erleichterung der Kinder förmlich spüren. "Das ist jetzt nicht deine Sache, das entscheide ich". "Und wenn der Papa fragt, dann sage, das hat die Mama entschieden".
Und Simmie, das was Du hier schreibst, kann ich nur bestätigen. Immer dann, wenn es sehr unangenehm ist, verkriecht sich meine große Tochter in ihre Bücher. Und ihren Alkoholiker-Papa hat sie noch mit keiner Freundin besprochen, das weiß ich, dieses Thema teilt sie nicht.
Es ist mühsame Arbeit, sie immer wieder nach draußen zu stossen, sie ist ein sehr intelligentes Mädchen, ein Sonderling, das oft ganz andere Themen hat als Mädchen in ihrem Alter.
Zur Zeit geht es ganz gut, endlich schaut sie auch mal nach den Jungs, macht sich etwas hübsch und nimmt auch mal Alltägliches war, nicht nur ihre Bücherwelt. Da bin ich aber ständig am Hinausstossen, was aber derzeit Früchte zu tragen scheint. Auch hat sie endlich eine beste Freundin, darüber bin ich sehr glücklich!
Vor dem Kindertherapeuten schrecke ich noch zurück. Sie will nicht wieder einer/m Fremden alles erzählen. Zudem sind wir in homöopathischer Behandlung und die Heilpraktikerin ist selbst erwachsenes Kind eines Alkoholikers. Mit ihr telefonieren meine Mäuse immer wieder und das tut ihnen sehr gut.
Und Simmie, wie schön wäre es, wenn ich Einfluß auf die Art der Treffen nehmen könnte... Erst jetzt nach 3 Jahren kam der Alkohol vor dem Gericht auf den Tisch (Sorgerechtsverfahren) und er wurde vor die Wahl gestellt "Sorgerecht oder Therapie". Irgendwie hat er eine Ärztin gefunden, die ihm bestätigt hat, dass er kein Alkoholproblem, sondern eine Sorgerechts- und Existenzproblem habe!! Das, obwohl er zu Zeiten, als ich weg ging, 5 - 8 Biere pro Tag getrunken hat (die ich mitbekommen habe) , und das seit Jahren!
Er ist beruflich immer noch erfolgreich und hält sich wacker. Als ob er zwei Leben führen würde, ein seriöses bei der Arbeit und ein zweites, in dem er seine Exfrau tyranisiert und bestalkt und seine Kinder als Waffe für diesen Kampf benutzt.
Huch, jetzt hab ich aber viel geschrieben.
Liebe Grüße an Euch alle, Jule