Beiträge von Thea66

    Guten Abend Fish,

    ich verstehe, dass Du verwirrt bist. Kenn ich! Bei mir läuft dann durch den Kopf (oder eher durch den Bauch): wenn er jetzt was macht, müsste ich ihm denn dann nicht doch noch eine Chance geben?--Typischer Co-Gedanke!!! :twisted:
    Er wäre vielleicht noch nicht so weit, wenn ihr nicht gegangen wärt.
    Meine Tochter hat sich nach unserem Auszug viele Bücher zum Thema "Sucht" (für ihr jugendliches Alter geschrieben) ausgeliehen und sagte mal, als ich mal wieder einen Durchhänger hatte und mich fragte, ob ich das richtige getan habe: "Vielleicht retten wir Papas Leben dadurch, dass wir ausgestiegen sind!" :idea:
    Dieser Satz der damals 11jährigen hat mich fast umgehauen und ich halte mich zwischendurch noch daran fest, obwohl ich schon begriffen habe, dass ich mein Leben, meine Baustelle, klar kriegen muss.

    Vielleicht verwirrt Dich auch, dass Du zwar merkst, wie viel besser es Dir ohne ihn geht, Du aber so wie ich noch dieses BILD von Ehe im Kopf hast? Ich habe es damals ernst gemeint, als ich - nicht nur standesamtlich - die Ehe für mein Leben versprochen habe. Und jetzt muss ich mir und allen anderen eingestehen, dass es nicht funktioniert hat, ja, dass möglicherweise das Fundament von Anfang an brüchig war.

    Gute Besserung an das Zähnchen und liebe Grüße
    Deine Thea

    Nun sitze ich wieder ohne Gips, aber gefrustet über meine Unbeweglichkeit und zugleich entspannt, weil ich jetzt hier schreiben kann... vor meinem PC.
    Die letzten Tage, seit Heiligabend, war irgendwie wie so eine Gewitterstimmung, die sich in meinem Herzen zusammengebraut hat. Heute hat sich das Gewitter entladen, am Telefon bei meinem Noch-Mann.
    Er wollte zu einer bestimmten Zeit kommen, kam wieder zu spät, klingelte Sturm bis die Klingel frostbedingt steckenblieb und zum Dauerklingeln wurde... Es war so typisch: er taucht auf und es ist Anspannung und Chaos. Trotzdem fand ich es nett, dass er mir die Sachen brachte (konnte ja bis dato wegen Gips nicht Auto fahren).
    Meine Tochter und ich hatten dann einen Arzttermin, zu dem wir wieder fast zu spät kamen. Als wir dann wieder zuhause waren, hatte ich das dringende Bedürfnis, meinen Mann anzurufen. Ich sagte ihm, dass es mir leid tut, dass es so chaotisch war. Und plötzlich brach es so aus mir heraus, dass ich ihm ganz deutlich noch mal sagen will, dass ich mit ihm nicht mehr zusammen leben will und sich für mich die Trennung verschärft hat und ich mehr Abstand für meine Tochter und mich brauche usw. Ich hatte nämlich den Verdacht, dass er für sich denkt, es hat sich außer den getrennten Wohnungen nichts geändert und "die kriegt sich schon irgendwann wieder ein.."
    Ich war ganz ehrlich, nicht diplomatisch, nicht rücksichtsvoll, sondern schonungslos offen und meine, es ist auch so rüber gekommen.
    Zunächst fühlte ich mich ganz gemein (paradox: bin ich freundlich, dann denke ich: du machst dem armen Mann falsche Hoffnungen, bin ich ehrlich, grob und schonungslos, dann fühle ich mich auch wie ein rosa Tier), aber nun, etwas später, merke ich: das musste mal raus aus mir, das ganze Weihnachtsfest und sein selbstmitleidiges einsames Silvester hat mich fast zum Ersticken gebracht.
    Ich will mich tatsächlich auf meine Baustelle, meine Leben, meine Gefühle, meine schmerzende Hand, meine Gesundheit, mein Frausein, mein Übergewicht, meine Ziele und Wünsche, meine Idee von Liebe. konzentrieren und das leben und nicht immer mit einem Bein und einer Hand und einem Teil meines Herzens bei ihm sein.
    Mir hilft es immer, wenn ich auf ihn zornig sein kann und sein Auftritt heute nachmittag mit dem Dauerklingeln hat das wieder geschafft.,
    #Schade nur, dass ich wirklich offenbar nur entweder lieb und freundlich oder garstig sein kann, so gar nicht vermittelnd oder mittelmäßig. Wahrscheinlich war ich zu lange lieb...
    Klingt sicher alles wirr, aber es ist eben eine Baustelle und da gibt es (jo, fishli!) noch viel zu tun. Und da ich mir die Hand gebrochen habe, musste ich wohl übel im Kopf und im Herzen aufräumen.
    Oder bin jedenfalls dabei...also - Kopf einziehen, mit fliegenden Gegenständen ist zu rechnen!
    Eure sonst fast immer liebe, heute aber mal wilde, etwas verwirrte aber wieder ganz zuversichtliche Thea

    Liebe Laurina,
    bevor ich losdüse, hab ich noch schnell den PC angemacht... danke Dir!!!!! Ich denk immer, ich komme erst wirlich zur Ruhe, wenn ich weiß, dass er wirklich was für sich macht... Es ist so schrecklich schwer, in Kopf und Bauch zu begreifen, dass es wahrscheinlich genau umgekehrt ist. Aber es stimmt, es wäre eine Entmündigung. Ich müsste also sogar "zulassen", dass er schlimmstenfalls die Therapie abbricht? Hat er vor jahren schon mal gemacht, er ist ein Meister der Ausreden.
    Hätte nicht gedacht, wie schwer es fällt...!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Werde darüber in meiner Therapie am Mi reden.
    Ich drück dich auch und wünsch Dir einen sonnigen Tag (bei uns: Neuschnee, blauer Himmel, Sonnenschein - Winterurlaubsstimmung trotz Arbeit...)
    Deine Thea

    Liebe fish,
    bin gerade bei Dir vorbei geschwommen, habe schon öfter bei Dir "rein gelesen"...und sehe gewisse Parallelen. Das mit den merkwürdigen Mails auch in deinem Namen hab ich gerade in meinem Thread ("Gefühlschaos") als Problem von mir (er schreibt i. meinem Namen)beschrieben, seit mein getrennter Mann wieder rückfällig geworden ist.
    Du scheinst - auch wie ich - ja noch recht viel Kontakt zu Deinem Mann zu haben, auch die Feiern verliefen ähnlich - puh, ich glaube, wir machen es uns damit ganz schön schwer. Aber ich häng auch noch im System... Vielleicht magst Du auch mal bei mir reinschaun, würde mich freuen.
    Ich wünsche Dir ein Jahr mit vielen kleinen und größeren Neuanfängen!
    Alles Liebe, Deine Thea

    Ihr Lieben,
    mich lässt eine Frage nicht schlafen, die mich seit Weihnachten quält: mein "getrennter Mann" hat - da bin ich nach Ablegen der krankheitsbedingten Scheuklappen zu 99% sicher - trotz seiner ambulanten LZT kurz vor Weihnachten wieder angefangen zu trinken. Es betrifft mich, da ich ja ausgezogen bin, nur indirekt, z.B. merkwürdige Mails an die Verwandten (auch in meinem Namen) oder Freunde, aber meine 12jährige Tochter besucht in ja öfters.
    Ich selbst bin in einer anderen Einrichtung als mein Mann in einer Angehörigengruppe und mache eine Therapie für mich.
    Bei seiner Therapeutin hatten wir einen gemeinsamen Termin und danach hat sie, weil er und ich die Situation so derartig unterschiedlich wahrnehmen, mich noch mal allein eingeladen. Sie meinte, er habe starke Abwehrmechanismen aufgebaut und würde die Realität (auch der Trennung) nicht richtig an sich heran lassen. Entfernt werde ich also in seine Therapie einbezogen, trotz Trennung. Auch mit meiner Tochter soll es dort noch einen Termin geben.
    Soll ich nun zwischendurch mit der Therapeutin Kontakt aufnehmen und ihr meine Vermutung sagen? Ich weiß, dass ist typisch "Co" - aber ich weiß auch, dass er es anfangs (also bei jedem Rückfall) lange geheim halten kann und sich sehr gut verstellt. Muss es die Therapeutin also nicht wissen??
    Oder lasse ich den Dingen einfach ihren Lauf und vertraue auf ihr Gespür???
    Ich freue mich, wenn Co's und AlkoholikerInnen antworten: was ist Eurer Meinung nach für ihn und für mich besser???
    Eure verunsicherte Thea

    Hallo Laurina, hallo ihr anderen,
    hoffe, es war eine schöne Feier...
    Ich war zwischendurch heimlich etwas traurig, weil ich an letztes Silvester dachte. Da waren wir weggefahren, ich glaube sogar, mein Mann war wirklich trocken. Damals glaubte ich noch an einen wirklichen Neuanfang. So viel ist seitdem passiert; äußerlich und in mir. Ich habe das Gefühl, es gibt so Phasen, in denen wieder etwas hochkommt, was verarbeitet werden muss. Bis Herbst war ich eigentlich nur damit beschäftigt, mein neues Leben zu organisieren, es war immer irgendwie spannend und etwas zu tun. Und in diesen ruhigen Tagen rund um Weihnachten denke und denke ich, weine manchmal (ohne ins Loch zu fallen..) - Trauerarbeit??? - Grübel - habe oben immer "glaube" geschrieben... vielleicht kommt mir dieses fehlende Vertrauen (in mich, in meine Wahrnehmung, in meine Liebe, in meinen Mann...) dauernd so bitter hoch...?

    Den Anruf bei meinem EX habe ich mir jedenfalls verkniffen, nur eine Mail geschickt bzw beantwortet.
    Und jetzt bin ich froh, dass diese Erinnerungsträchtigen Tage vorbei sind.

    Ich grüße alle, die auch ein wenig Achterbahn fahren und wünsche gutes Ankommen.

    Liebe Laurina,
    ich denke auch, dass Erfahrungen machen und Lebendigsein auch dunkle Stunden und Erlebnisse einschliesst bzw. dass wir im Leben vor bestimmte Aufgaben gestellt sind.
    Ich habe aber lange Zeit gedacht, mir wäre sozusagen bestimmt, diesen schwierigen Mann zu lieben, der mit so vielen anderen menschen incl. seiner Ursprungsfamilie so viele Schwierigkeiten hat. So nach dem Motto: auch den muss doch jemand lieben können...
    Jetzt merke ich, dass das eine ungesunde Sichtweise war, die ihn schön in seinem Schwierigsein gelassen hat...

    Nun habe ich ihn 7 Tage nicht gesehen und es geht mir wieder besser als an weihnachten. meine tochter und ich feiern (ohne ihn) mit befreundeten familen, wo er vor 2 Jahren sich im suff total daneben benommen hat. Nun, da seine alkoholkrankheit offen liegt, ist viel verständnis bei den freunden da, auch für mich. aber alle waren sich einig, dass wir ohne ihn feiern.

    Er hat schon leidend gesagt, dass er silvester traurig allein verbringen wird. ich denke ja, er trinkt wieder.... trotz shg und lzt

    ich versuche, mich davon nicht mehr runterziehen zu lassen...
    und nächste woche kommt endlich der sch... gips ab, dann kann ich wieder vernünfig schreiben...

    DIR und allen geneigten LeserInnen ein frohes, gesundes und segensreiches Neues Jahr!
    Eure Thea

    Liebe Nina,
    wie alt sind Deine Kids denn? (Ich komme beim Vorstellungsbereich immer nur zu meiner eigenen Seite...)
    Wenn sie auf dem Teppich spielen, ja vermutlich noch nicht in der Schule?

    Ich finde es toll, dass Du konsequent bist. Das tut auch Deinen Kindern gut. Meine Tochter sagte neulich (wir zogen vor 7 Monaten aus): "Mama, wir machen es uns jetzt viel schöner als früher". Das hat mich richtig glücklich gemacht.

    Was ich damit sagen will: vielleicht tut Deinen Kindern der Abstand gut und es gelingt Dir, die Treffen zu minimieren. Ich bin der festen Überzeugung, dass auch kleine Kinder schon ein sicheres Gespür dafür haben, wenn etwas nicht stimmig ist. Und ich denke, wir haben als Eltern auch die Aufgabe, sie vor Situationen zu schützen, die sie verunsichern...

    Ich wünsch Dir, dass Du ein richtiges Maß findest (die Idee mit der "alkoholkontrolle" hatte ich auch mal, sie aber verworfen, weil ich merkte, wie sehr mich das in meinem Verhalten als CO-Alki belässt.)

    Liebe Grüsse, Thea

    Liebe Nina, schneie hier so rein...als Mutter zweier Kinder (12,24) - der ältere ist eigentlich sein Sohn, ich hab ihn aber schon lange adoptiert, habe ich zu Deiner Frage folgende Meinung:
    Der Junge hat sicher schon viel erlebt und ist vielleicht oft genug "verarscht" worden.Wenn Du ihm helfen willst, dass er auch weiterhin seinem Gefühl und seinem sicheren Instinkt trauen darf, dann sprich kurz und klar mit ihm, wie es aus Deiner Sicht aussieht. Er wird es Dir danken, wenn Du ihn ernst nimmst und dabei aber nicht versuchst, ihn gegen seinen Vater "aufzuhetzen", indem Du davon sprichst, wie es Dir geht und wie Du die Situation empfindest.
    Viel Kraft und Mut für alles, was vor Dir liegt!! Es lohnt sich!
    Liebe Grüße, Thea

    Liebe Larina,
    ich bin ganz bewegt davon, wie ähnlich sich Deine Geschichte anhört!! Ich habe die Liebe oder das, was ich dafür gehalten habe, auch als Chance gesehen, mich dem Thema Alkohol noch einmal aus anderer (vermeintlich handlungsfähigerer) Perspektive als Erwachsene zu nähern und irgendwie endlich meinen Frieden damit zu machen. Was ich aber völlig unterschätzt hatte, war der Sog der CO-Abhängigkeit, der ziemlich schnell blind macht.
    Bevor ich mich getrennt habe, habe ich mir viel "anderes Leben" außerhalb meiner Ehe aufgebaut (meine erfüllende Arbeit, Freundschaften ohne meinen Mann, Musik machen, Reiten...), was mir mein Mann immer vorgeworfen hat. Aus seiner Sicht habe ich ja dadurch und durch meinen "unnötigen" Auszug die Familie kaputt gemacht. In einer gemeinsamen Therapiesitzung sagte er sogar, ich habe ihn seit Jahren "vernachlässigt".
    Nach dem, was Du schreibst, verstehe ich mein Handeln nun endlich besser. Statt zu gehen, habe ich mich immer mehr abgegrenzt, bis es einfach auf allen Ebenen zu anstrengend wurde - und meine Schmerzgrenze erreicht war. Es war auch eine Art Überlebensstrategie. Jetzt habe ich endlich eine Antwort auf die Frage meiner Therapeutin: "Wie haben Sie das so lange ausgehalten?"----

    Habe mir heute mit meiner Tochter (12) einen schönen , ruhigen Tag gemacht und bin nachmittags eineinhalb Stunden allein in der Wintersonne spazieren gegangen, mit mp3-Player auf den Ohren. Obwohl ich kein wirklich sportlicher Typ bin und immer gegen zu viele Kilos kämpfe, lerne ich die befreiende Wirkung von Bewegung an der frischen Luft immer mehr schätzen. Als ob die Batterie neu aufgeladen würde...
    Liebe Grüße, Thea

    Liebes Käferchen, ich hatte mir innerlich ein "Trauerjahr" gegeben, zum Abschied nehmen, zum Neuorientieren, zum Einreichen der Scheidung oder zum Zurückkehren. Nun habe ich die Halbzeit überschritten und merke, dass weder diese "Zeitplanung" noch mein damaliger gedanklicher Ausgangspunkt zu halten ist. Ich hatte wirklich die starke Motivation der Hilfe durch Nichthilfe...Ja, ich arbeite daran...

    Liebe Laurina, Du sprichst einen Punkt an, den ich immer großräumig umkreist habe, weil ich Angst vor den Ergebnissen meines Nachdenkens habe: war das Gefühl, sozusagen schicksalhaft füreinander bestimmt zu sein, irgendwann mal echte Liebe oder von Anfang an eine kranke Beziehung?? Ich wusste von Anfang an, dass er Probleme mit Alk hat, also schon 21 Jahre. Und trauere ich überhaupt ihm nach, wie er wirklich ist, oder dem Bild, das ich lange Zeit von ihm hatte??? Ist die Befreiung von der CO-Abhängigkeit definitiv nur durch klare und endgültige Trennung erreichbar??? Oder könnte es, irgendwann in ferner, gesunder Zukunft noch einen gemeinsamen Weg geben???
    Nachdenkliche Grüße, Eure Thea

    Ihr Lieben, Ihr habt recht, ich kann Rückschläge schwer ertragen und möchte immer "machen" - letzteres hat mir mein Ex auch immer wieder vorgeworfen. Ich wohne zwar getrennt,bin aber noch ganz schön verstrickt mit ihm. Vielleicht sollte ich mal systematisch bedenken, bis wann ich mich wovon gelöst haben will und das in meiner (realen) Angehörigengruppe besprechen?? Ich habe, aus welchen Gründen auch immer, bei meiner Trennung noch viele Verbindungen (Geld bzw. Konten, gegenseitiges Aufpassen auf unsere ehemals gemeinsamen und jetzt jeweiligen Tiere usw.) erhalten. Vielleicht, weil ich die kranke Struktur unserer Beziehung noch nicht kapiert hatte? Vielleicht, weil ich mir doch ein Hintertürchen offen halten wollte - wofür auch immer??? Am Anfang der Trennung war mir mein kranker Anteil, dieses Nicht-Loslassen-Können, gar nicht bewusst.
    Liebe Thelma, Du schreibst
    Dann bist du halt mal nicht tapfer. Wenn man Laufen lernt, fällt man halt erstmal noch öfter hin.
    Wenn man handeln lernt, bricht man sich unter Umständen erstmal die Hand???
    Das tut mir richtig gut! Und mir fällt auf, dass ich es immer noch so in mir drin habe, dass ich mich eigentlich nur auf mich selbst verlassen kann und wehe, ich kann auch nicht... Das ist wahrscheinlich noch der CO-Anteil aus der Kinderzeit. Was Du schreibst, erinnert mich an diese alten Gefühle:
    Ich fühle mich auch oft klein und schwach, wenn ich wieder falsch reagiert habe.
    Sind es bei dir auch schon so alte Gefühle?
    Apropos Gefühle- manchmal misstraue ich meinen Gefühlen, kennt Ihr das auch?
    Liebe Grüsse, Eure Thea

    Liebe Seerose, toll, was du schon geschafft hast. Mein Mann (vor einem guten halben Jahr bin ich nach 21 Jahren ausgezogen) hat genau das Gleiche gesagt: Ich habe die Familie kaputt gemacht. Und ich habe auch genau diese Knöpfe, aber sie noch nicht alle enttarnt. Das hab ich mir für die Therapie vorgenommen, die ich beginnen will. Ich hab auch eine 12 jährige Tochter. Viel Kraft und mach weiter so!!! Liebe Grüße, Thea :P

    Habe hier im Forum viel gelesen; nun bin ich wieder in meinem thread und die Überschrift passt immer noch. Habe mir angetan, IHN samt Schwiegermutter an Heiligabend in meine neue Wohnung einzuladen, ursprünglich eine Idee meiner Tochter. Es war friedlich (früher gab es an Weihnachten oft eskalierte Konflikte) und ich hab danach viel geweint - der Abschied fiel mir irgendwie schwer und ich habe die dringende Vermutung, dass er trotz ambulanter LZT wieder- wie immer- HEIMLICH zu trinken angefangen hat. Ich weiß gar nicht genau, was mich so traurig macht. Zum einen tut er mir so leid, er wirkt so unbeholfen und vor allem perspektivlos. Manche Seiten an ihm- die "guten"- vermisse ich einfach. es fällt mir so verd... schwer mir keine Sorgen mehr um ihn zu machen. Natürlich sind das alles keine Gefühle, die eine geichberechtigte Partnerschaft ausmachen. Aber ich denke manchmal:er ist doch mein Mann! Fühle mich so rückfällig- hab mir im Advent auch noch das rechte Handgelenk gebrochen. Mein erster Gedanke: ich nehme mein Leben in die Hand und breche sie mir... was sagt mir das???
    Ich weiß, ich höre mich so selbstmitleidig an, aber meine alte "Überlebensstrategie" :"Immer tapfer sein, das schaffst Du schon!" bricht mir gerade weg und ich habe noch keine neue...
    Verheulte Grüße, Thea

    Liebe Dagmar,
    danke...das finde ich ein schönes Bild- nicht mein ganzes Herz, sondern nur ein Teil, eine Kammer trägt Trauer. Das ist tröstlich, weil darin die Hoffnung steckT, dass uns Co-Frauen die Verweiflung nicht unterkriegt. Vielleicht ist es so, dass das Leben mit einem Alki (bei mir 21 Jahre) doch auch Narben hinterlässt, die für immer bleiben??!!
    Liebe Hope, liebe Pandora und andere, ich hätte, bevor ich dieses Forum entdeckte, nicht gedacht, wie viel Kraft es gibt. Einfach zu sehen, wir haben unterschiedliche Geschichten, sind unterschiedlich weit und doch ist vieles ähnlich! Liebe Grüsse, Thea

    Liebe Hope, liebe Leidensgenossinnen,
    es hat mich so bewegt, was ihr geschrieben habt. Für mich ist es auch das erste Weihnachten nach meinem Auszug. Ich hatte ihn und meine Schwiegermutter aber eingeladen- offiziell, weil die Kinder das wollten. Aber ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich den Gedanken nicht ertragen hätte, dass er allein in unserem Haus sitzt. Dabei habe ich so viel geschafft im vergangenen Jahr. Eigene Wohnung, mehr Abstand usw. Nun heule ich, weil ich gemerkt habe, dass er- -5 Monate nach der letzten Entgiftung und trotz ambulanter Langzeittherapie- -offenbar wieder heimlich zu trinken angefangen hat. Er ist rückfällig geworden und ich offenbar auch?? Ich bin so traurig und fühle mich so verletzlich.
    Liebe Grüße Thea

    Liebe Laurina,
    das war bei mir auch so, dass sich alles vertraut anfühlte und meine Mutter noch sagte "ich habe die guten Zeiten mit ihm geteilt, dann teile ich auch die schlechten...." Diese Prägung hatte ich wie einen Mühlstein um den Hals. Und dann sprach ich mit einem Kollegen und deutete meine Sorgen um meine Tochter an - nachdem ich selbst als Tochter solche Erfahrungen gemacht hatte - und da sagte er den für mich denkwürdigen Satz "Und deine Tochter erlebt jetzt eine Mutter, die anders handelt."
    Mein Auszug und die Trennung haben auch das Verhältnis zu meiner Mutter berührt. Wir haben noch einmal über die verschiedenen Wege gesprochen, die frau als Partnerin eines Alkoholkranken hat.
    Mittlerweile sagt sie selbst, dass ihr Weg jedenfalls der falsche war (hat ja auch tödlich geendet...).
    Die Tatsache, dass es dann doch irgendwann gelingt, die alten Muster zu erkennen und vielleicht sogar sie bewusst zu durchbrechen, gibt ganz schön viel Mut, finde ich.
    Und das ist es auch, was ich hier auf dieser Seite so genieße - Geschichten von Mut, von Veränderung, von Verwandlung.
    Ich wünsche mir so sehr, dass es klappt!
    CIAO, Thea66

    Ihr Lieben,
    vor allem Du, Fish, obwohl ich noch ganz neu bei Euch bin, melde ich mich mal zu Wort.
    Bei mir stimmen die "Grunddaten" ziemlich genau mit Deinen überein, liebes Fishli. Wir (meine Tochter und ich) sind auch vor einem halben Jahr in eine Wohnung gezogen. Und meinen (zusätzlichen, vorher waren es auch schon zu viel) Pfunden rücke ich gerade mit einer Kohlsuppendiät zu Leibe, in der Hoffnung, danach gut und gesund essen zu können.
    Ich denke, dieser Knick im Selbstbewusstsein hat auch etwas zu tun damit, dass wir erst allmählich zur Ruhe und zum Nachdenken kommen. Was mich betrifft, so empfinde ich es nicht nur als Aufgeben von Haus und Garten und den entsprechenden Freiheiten, sondern ich sehe es auch so, dass ich ein ganzes Lebenskonzept (Kleinfamilie) aufgegeben habe, das für mich immer selbstverständlich war. Alte Wertigkeiten stehen plötzlich in Frage und neue Werte sind noch nicht sicher in Sicht. Was mir derzeit hilft: immer wieder die Bestätigung, dass es richtig war, was ich gemacht habe. Und das Gespräch mit meiner Tochter (12), die sich mit mir freut, wenn ich etwas schaffe, was ich früher nicht konnte (z.B. einen Dübel in der Wand befestigen). Außerdem versuche ich, mich jeden Tag etwa eine halbe Stunde an der frischen Luft zu bewegen, bei jedem Wetter. In meinem Fall hilft ein Pferd, vielleicht fährst Du gerne Fahrrad oder hast einen Hund... Diese Zeit ist für mich immer eine tägliche Erinnerung an mein neues Leben, ich nehme bewusst wahr, was ich schon alles geschafft habe.
    Und, liebe fish, es ist doch ein Zeichen von innerer Größe und Freiheit, sich mit weniger bescheiden zu können und dabei zufrieden zu sein.
    Ich denke, es ist gut, wenn Du vor allem auf Dich selbst hörst und achtest. Dass Dich diese neue Sensibilität Dir gegenüber auch verunsichert, ist ganz verständlich.
    Ach ja, was ich mir auch immer sage: ich muss nicht alles auf einmal lösen. Diese überzähligen Kilos bei mir sollen mich nicht unter Druck setzen. Ich nehme ab, weil ich für mich etwas Schönes machen will und nicht, weil ich verzichte oder mir etwas versage. Das geht aber nur, wenn ich innerlich weiß: jetzt ist es dran.
    Also: was auch immer bei dir jetzt dran ist, ich wünsche Dir Freude an Dir selbst und viel Erfolg.
    Liebe Grüße, Thea66

    Liebe Ex- und Aktiv-co's,
    in so vielen Beiträgen finde ich mich wieder. Besonders Dagmar007: "Ich bin mir sicher, würde er nicht trinken, dann würde das nichts (mehr) ändern." Meine Geschichte! Ich war in mein Co-Verhalten so verstrickt, dass ich über ein Jahr nicht gemerkt habe, dass mein Mann wieder heimlich in großen Mengen Schnaps trinkt. NICHT GEMERKT!!??? Mein Körper hat es gemerkt: zwei Operationen, ein Unfall. Unterschwellig habe ich gefühlt: es stimmt nicht mehr. Als ob irgendwo ein Loch im Ballon ist und unkontrolliert Luft abgeht und der Ballon wird immer schlapper...
    Auch ich habe - unter Verdrängung des eigentlichen Problemes - mein Leben immer mehr ohne meinen Partner geführt: neue Hobbies, Treffen mit FreundInnen ohne ihn (er war ja auch immer sooo unberechenbar..), meine erfüllende Arbeit usw. Oft gab es zwischen uns Streit deswegen. Im Nachhinein denke ich, ich habe mir das Netz für meinen Absprung gebaut, Stück für Stück. Und es hat mich tatsächlich aufgefangen, als ich gesprungen bin - nach erneutem "heimlichen" Rückfall trotz Therapie und psychatrischer Behandlung. Ehrlich gesagt hätte ich es aber ohne meine Tochter (12) nicht geschafft. Ich hatte - obwohl mein Partner von Anfang an immer in der zweiten Reihe Platz genommen hatte, was die Kinderbetreuung angeht - vor mir her getragen, dass sie ihren Vater braucht. Und dann kamen ihre Worte (nachdem er sie mitten in der Nacht in einen schrecklichen Streit mit einbezogen hatte): "Mama, ich will hier weg!" DA hat es endlich "Klick" gemacht. Ich habe von Seiten Unterstützung erfahren, von denen ich eher mit Vorwürfen gerechnet hatte, z.B. SEINE Familie.

    Obwohl er eine LZT macht und (angeblich) seit Sommer trocken ist, streiten wir fast bei jedem Treffen. Sein Tenor: "Du hast unsere Familie zerstört!" Hallo??!!! Ich ?????!!!!! Für ihn geht es nicht um seine Alkoholkrankheit, sondern um MEIN Verhalten, mein "Nichtwahrnehmen" seiner Gebrechen und Zipperlein, mein "egoistisches Verhalten", mit dem ich ihn "einfach zurück gelassen habe".

    Während ich das so schreibe, merke ich, wie nah ich noch am "Co-Abgrund" stehe. Meine Schuldgefühle machen mir noch Probleme. Schließlich hatte ich das mit der Ehe und dem Versprechen "in guten und in bösen Tagen" wirklich ernst gemeint.

    Andererseits gibt mir dieses neue Leben in eigener Wohnung - mit meiner pfiffigen Tochter - so viel neue Energie. Und das ist zugleich die Provokation für IHN...

    Wahrscheinlich sind meine Schuldgefühle der Knopf, über den er mich bisher immer wieder "gekriegt" hat. Aber ich bin lernfähig!!!!!!!

    Vor mir liegt noch ein ganzes Stück Trauerarbeit - Abschied von einer bestimmten Lebensform, von dem Bild, das ich mir von meinem Partner gemacht hatte, von dem Gelingen einer Beziehung trotz Alkohol.... Und die Nähe zu ihm, so explosiv sie auch sein mag, ist auch immer noch da.

    Falls sich irgend jemand bis hierher durch gelesen hat: es tut mir gut, von Euch zu lesen oder eine Antwort zu kriegen. Wenn die Hürde des offenen Umgangs mit der Alkoholkrankheit genommen ist, tut der Austausch und die Erkenntnis, dass wir nicht die Einzigen sind, unheimlich gut...

    Herzlich, Thea66

    Hallo Bienchen,
    bin auf deinen Beitrag gestoßen. Ist Dein Kind schon da? Dann erlebst Du wahrscheinlich gerade einerseits das Wunderbarste und andererseits das Anstrengendste, was Frau sich vorstellen kann. Meine Erfahrung ist, dass Alkis durch eine Baby eher noch schwieriger werden: Frau hat nun auch noch etwas anderes zu tun, als sich nach ihm zu richten. Und Schlafmangel macht die Sache auch nicht besser...
    Wenn ich Dir etwas raten sollte, würde ich Dir zwei Dinge sagen:
    erstens: bau dir ein Netz auf mit Menschen, zu denen Du/ihr hingehen könnt, wenn es mit IHM zu schwierig wird.
    Zweitens: viele von uns haben, scheinbar der Kinder zu liebe, zu lange gewartet, bevor sie den Absprung gewagt haben. Vielleicht, weil sie Angst vor dem Alleinerziehen hatten? Im Rückblick kann ich sagen, dass es leichter ist, "offiziell" allein erziehend zu sein, als mit einem Mann zu leben, der wie ein zweites oder drittes Kind ist.
    Am wichtigsten ist aber, dass alles richtig ist, was DIR gerade gut tut, auch wenn es von außen völlig unlogisch oder merkwürdig oder so aussieht!
    Alles Gute, Bienchen!
    Deine Thea66