Beiträge von Thea66

    Liebe Frauen, ich danke Euch sehr! Ihr habt mir zwei ganz wichtige Dinge noch mal deutlich gemacht: ich hab schon einen riesigen Schritt geschafft, aber es liegt auch noch ein großer Weg vor uns/ vor mir. Und ich empfinde es so, dass jeder neue Schritt mit Ängsten und "Das kannst Du doch nicht machen" und "das geht doch gar nicht" usw. gepflastert ist. Der schwerste Schritt war der Auszug. Für mich auch ein Abschied von einer Vision von meinem Leben: Familie, Ehe...
    Manchmal frag ich mich, ob die Zeiten, die ich als "glücklich" erinnere - und die gibts in so einer 21jährigen Beziehung natürlich auch - wirklich glücklich waren.
    Käferchen schreibt ja von den Strukturen und Verhaltensmustern, und die haben wir ja wohl bevor wir uns in einen Alki verlieben. [/b]In meinem Fall - hab auch schon vor Jahren eine Therapie gemacht - von klein auf; mein Vater ist als Alki gestorben. Er war genau so unberechenbar, wie mein Mann. Es fühlte sich also von anfang an alles schön vertraut an...
    Ich habe mir letzte Woche ein Rezept für eine Psychotherapie besorgt (Kurzzeit) und suche nun eine geeignete Person.
    Ich glaub, es muss mir wirklich um meine Verhaltensweisen gehen. Zum Beispiel, dass ich es über ein Jahr lang nicht gemerkt habe, dass meine Mann WIEDER heimlich trinkt. Obwohl er sich ganz eindeutig verändert hat. Obwohl er zweimal stockbetrunken war. Aber da er auch ansonsten noch alle möglichen Krankheiten hat, hab ich ihm geglaubt, dass er einfach "schwach" ist, oder der Kreislauf oder der Zucker oder oder... schuld sind.
    Als ich (vor meiner Trennung) ihn dann einmal mit dem Notarzt ins Krankenhaus bringen lies, versicherte er mir, keinen Alkohol getrunken zu haben. Dabei hatte er fast 5 Promille intus! Die Leute im Krankenhaus haben mir fast nicht geglaubt, dass ich davon so überrascht war.
    Trotzdem hab ich mich da noch nicht sofort von ihm getrennt - obwohl er mir schwere Vorwürfe gemacht hat, dass ich ihn "mit Gewalt" und gegen seinen Willen ins Krankenhaus habe bringen lassen.
    Danach blieb er zur Entgiftung, beantragte eine Therapie und wurde einige Monate später wieder rückfällig. Da zog ich dann ENDLICH aus.
    Warum hab ich das so lange ausgehalten???????
    Es grüßt Euch Co-Thea66

    Seit einem halben Jahr bin ich mit meiner Tochter ausgezogen. Mein Mann wurde immer wieder rückfällig, trank heimlich Schnaps, leugnete es immer. Die Streits mit ihm wurden unaushaltbar, bis in die tiefe Nacht. Als er auch noch anfing, meine Tochter mit rein zu ziehen, hatte ich genug und suchte mir eine Wohnung. Eigentlich könnte es mir nun gut gehen: schöne Wohnung, erfüllende Arbeit, Freundinnen und Freunde, gutes Verhältnis zu meiner 12jährigen Tochter....
    Etwa einmal in der Woche sehe ich meinen Mann. Meistens verstehen wir uns ganz gut, manchmal streiten wir wie in alten Zeiten. Grundtenor: ich bin an allem Schuld, habe die Familie kaputt gemacht, zerstöre ihn, weil ich ihn verlassen habe usw. usw. usw.
    In den Momenten solcher schrecklichen Streits, wo ich manchmal das Gefühl habe, "er tickt nicht richtig", bin ich überzeugt, genau das Richtige getan zu haben. Aber wenn er "lieb" ist, wenn er für mich kocht oder sich freundlich nach mir erkundigt, dann sehne ich mich nach einer Partnerschaft mit ihm, von der ich eigentlich sagen muss, dass sie wohl nie richtig harmonisch war. Immer wenn ich meine, ich hätte gefühlsmäßig mit ihm abgeschlossen, dann tut er mir leid: dass er allein wohnt, dass er jetzt eine Therapie macht und ich "trotzdem" ausgezogen bin... eine Mischung aus Schuldgefühlen, Traurigkeit, das Wahrnehmen seiner Perspektivlosigkeit.
    Wie kann ich zu meiner inneren Balance finden? Hat jemand Erfahrung mit solchem Loslassen? Ich möchte nicht den KOntakt zu ihm völlig abbrechen. Aber ich leide unter diesem Auf und Ab, fühle mich total unausgeglichen. Wer hat so etwas auch erlebt?
    Traurige Grüße, Thea66