hallo gartenblume,
danke für dein danke an mich. ich kann von mir erzählen, da meine mutter ja auch ziemlich ähnlich wie dein vater masslos am übertreiben ist und gesundheitlich auch schon vollkommen kaputt ist. eine einsicht wirds nicht geben. da kann ich reden wie an eine wand. es ist fakt, der alkoholkranke reagiert auf sowas nicht. erst wenn er selber merkt es geht nicht mehr wird er einsichtig, manche nie. meine mutter zieht so ab und an, wenn sie zu oft gefallen ist (brüche, blaue flecken überall, prellungen zerrungen) die "notbremse" und trink eine längere zeit weniger, bis der körper sich etwas erholen konnte und dann gehts wieder von vorne los. ich glaube sie hat angst, sagt sogar das sie alkoholikerin ist aber kann sich hilfe nicht holen. aber genau weiss ichs nicht.verstehen werd ich das sicher nie. das heisst aber für mich das ich das akzeptiere so wie es ist. es ist sehr hart, sehr traurig es zu sehen, zu erleben. es kann auch wütend machen. geht mir immernoch so. auch das ich mir dann sorgen mache, wenn die anzeichen da sind, das die leber nicht funktioniert (spätestens dann hört sie aber auf mit dem übermässigen trinken). das kann ich nicht abschalten, ich habe diese gefühle in mir, sie ist schliesslich meine mutter, was anderes wie ein partner.von dem konnt ich mich trennenund die sorgen um ihn waren weg. hier bei meiner mutter geht das nicht. doch ich habe für mich festgestellt das ich besser dran bin mir nicht zu viele gedanken darum zu machen. das es mir besser geht, wenn ich sie einfach machen lasse und dazu nichts mehr sage, denn gesagt worden ist schon viel. ich habe da aufgegeben was an dieser situation ändern zu wollen. ich kann ihr nicht helfen, das muss sie selber tun.
deine aufräumaktion erinnert mich an frühere zeiten, wo ich dachte, mach ich ihr das alles schön hört sie vielleicht auf zu trinken. die entteuschung ist gross gewesen, weil all die hoffnung die dahinter stand sich nicht erfüllte und sie weiter machte, schlimmer wie vorher. ich hab damit aufgehört es zu tun. auch das hab ich lernen müssen, schmerzlich erfahren, das ich nichts erreiche. mit nichts.
ich kann den umgang mit meiner mutter pflegen. solange es mir gut geht dabei. spüre ich in mir, es fühlt sich nicht gut an geh ich und schaue danach, das ich mir was gutes tue. es ist so, ihr leid ist ihrs und hat mit mir nichts zu tun.mir darf es gut gehen, wenn es ihr noch so schlecht geht. ich möchte den kontakt nicht aufgeben, das tut mir auch nicht gut. inzwischen hab ich sehr viel gelernt und kann das auch machen. die sorge um sie bleibt, doch sie frisst mich nicht auf und sie zwingt mich nicht für meine mutter was zu tun. das einzige was da bleibt sind ab und zu ein paar stunden, in welchen wir uns begegnen und wo es in der begegnung für mich schön ist.da sorge ich dafür indem unsere gespräche ganz einfach solche sind, die gut tun. über alkohol, chaos im haus, unanfgeräumte dinge oder auch über leute die blöd sind für sie red ich nicht. auch wenn sie über den vater schimpft geh ich nicht drauf ein und breche das gespräch ab und führe es in eine andere richtung. da sag ich auch das ich mich darüber jetzt nicht unterhalten will und geh dann auch, wenn sie nicht aufhören kann. besuche sind dann sehr kurz, meisst nicht länger als 10 minuten, dann merk ich ich geh besser, es tut mir nicht gut.sorge dafür das du nicht etwas machst worunter du leidest. du darfst gehen, du darfst nein sagen auch als tochter.meine mutter hat es verstanden. es ist im kontackt heute angenehm geworden, sie weiss ich begegne ihr nicht betrunken und dann ist sie es auch nicht.nur durch diese ganzen grenzen setzen lässt sich das auch realisieren.geh ich nach hause dann schalt ich ab. dann sind gedanken nicht mehr bei ihr. die sorge verschwindet, wenn ich danach schaue, das ich mich auf mich und mein leben konzentriere. oft hilft ein buch oder mein hobby oder auch ein anruf bei freunden das ich auf andere gedanken komme. auch das ist übung und jeh öfter ich das gemacht habe um so einfacher wurde es für mich. heut schalt ich nur noch kurz ab, bauch auch keine ablenkung mehr.
geschafft habe ich das aber nur, weil ich eine ganz lange zeit (über ein jahr) KEINEN kontakt mehr zu ihr hatte, den abgebrochen hatte und da lernte um mich mich zu kümmern und nicht mehr um die eltern.es ist ein sehr schmerzhafter weg gewesen aber er hat sich für mich inzwischen gelohnt. ich kann inzwischen damit leben, das meine mutter alkoholabhängige ist, auch wenns schwer fällt. weil ich mir das ja nicht gewünscht habe. nur ändern daran kann ich nichts, es ist wie es ist.
lieben gruß
melanie