Hallo Dagmar,
Schön das wir uns hier austauschen können, eine tolle Basis und richtig gut für mich zu hinterfragen, wie ich mich erlebe.
ZitatNur frage ich mich dann, was passiert wenn die Gegenseite irgendwann einmal merkt dass Du Dich distanzierst und ebenfalls abschließt mit der Beziehung. Wenn er/sie nach anderen Partnern sieht, die als neuer Co besser taugen oder grenzenlos an der Flasche bleibt weil ja nun doch alles egal ist.
Ja dann ist ja gut, dann können beide gehen und jeder hat für sich sein Leben. Ich bin damals mit dem Holzhammer los und habe ihn aus dem Haus geschmissen. Ich habe seinen Lebensstil damals nicht ausgehalten doch durch die Kinder mussten wir noch irgendwie verbunden bleiben. Für meine Geschichte habe ich etwas gelernt, denn gelöst habe ich mich nicht wirklich von ihm.
Erst jetzt wo er eine neue Frau hat und sich endgültig von mir verabschiedet hat bin ich das erste mal Konfrontiert mit meiner CO Abhängigkeit. Ich merke wie sehr ich da noch mit zu Kämpfen habe, denn ich hatte wohl in mir bis dahin immer Hoffnung gemacht er wird klar in der Birne und kommt geheilt wieder zu mir zurrück. So verrückt sich das anhört, ehrlich zu mir selbst zu sein ist hierbei so wichtig.Das muss ich mir ernsthaft eingestehen.Jetzt erst merke ich, wie im Märchen das Dornröschen aus einem hundertjährigen Schlaf erwachte, das ich einen Alptraum gelebt habe. Jetzt bin ich wach und kann neue Wege gehen.Ich hoffe ich schaffe es auch.
ZitatDu sprichst ja selber von Deinem Schmerz, der sich vermutlich bei weiteren Steigerungen der Abhängigkeit des Gegenübers nicht gerade verringert.
Ja, der Schmerz der ist heute viel stärker und Bewusster da, weil ich mich selbst nicht mehr anlüge und ehrlich bin, das ich mir was vorgemacht habe. So viele Jahre. Doch ich bin zuversichtlich das ich das schlimmste hinter mir habe und nun langsam immer Schmerzfreier durchs Leben gehen kann, nämlich unabhängig von ihm. Er ist als Partner für mich nicht mehr interessant und er willl auch nicht mehr zu mir zurrück. Wir haben uns endgültig getrennt voneinander! Darum meine ich es ist nicht wichtig sich Räumlich zu trennen, wenn es einem nicht gelingt sich innerlich zu trennen.
ZitatIch denke, es gibt so viele "Lösungs-"Wege wie auch Menschen, Paare und Abhängige. Allerdings habe ich nur selten den Eindruck, dass irgendwann eine Autonomie erreicht ist sowohl in finanzieller als auch in psychischer Hinsicht.
Da hast du recht, es gibt viele Lösungswege. Das hier ist meiner. Lach.
Die Autonomie erreiche ich schon, ich bin finanziell nicht abhängig von ihm (schon seit etlichen Jahren!) und meine psychische Abhängigkeit habe ich nun auch durch, dank meiner Krankheit und dem Ziel vor Augen wieder zu Gesunden.
Wir sind zwar immernoch Eltern gemeinsamer Kinder doch werde ich lernen damit anders umzugehen- Ich merke ja, das auch da sich so viel in dem letzten Jahr geändert hat. Mein Ziel hier ist auch erreicht ohne das ich mit einem Hammer losgehen musste, denn er hat sich zurrückgezogen.
So geht er in Verantwortung, in seine eigene und ich bin da frei.Ich merke auch das ich schon ewig nichts mehr von meinem Ex Mann hier geschrieben habe. Er ist kein Thema für mich, ab und an wenn er sich bei den Kindern meldet und das kommt selten vor.Das belastet mich nicht , da habe ich mich nun auch freier gemacht.Noch vor einem Jahr habe ich ständig an ihn gedacht und hinterfragt warum er so ist. Inzwischen mach ich das nicht mehr, weil ich erkenne, das es wichtiger ist für mich selbst zu sein.
Am Anfang fand ich es so befremdent. Jeder ratet mir, bleib bei dir , bleib bei dir. Ich konnte wirklich nichts damit anfangen. Was soll das? Warum denn? Er ist doch der Trinkende Part. Doch endlich habe ioch verstanden, was hier die Leute meinten. Toll das das hier gibt, schön das es euch gibt und echt vielen lieben Dank für diese tollen Anregungen!
Liebe Grüße Melanie