hallo,
ich merke zur zeit, das mich das thema alkohol und alkoholiker im grunde in meinem leben nicht mehr betrifft. ich mache mir zwar gedanken hier im forum dazu, begleite auch geren die menschen die hier schreiben. doch für mein reales leben habe ich zu mir selbst gefunden. ich kann sagen es geschafft zu haben ein selbstbestimmtes leben zu führen und mich immer wieder in situationen, die das leben eben mit sich brinegn auf mich und mein bauchgefühl zu verlassen. dahin zu spüren, was mir gut tut.nicht das zu tun was andere meinen was ich tun soll. immer dahin zu schauen ob das was von aussen auf mich einprasselt noch stimmig und gut anfühlt oder ob ich da einen wiederstand fühle. bei wiederstand wird das dann thematisiert, klar gestellt, bis ich wieder da hin komme, das es für mich stimmig ist gut gut anfühlt. ich mache heute nicht mehr alles mit. nicht mehr aufgrund von"sei doch so lieb, machs für mich oder machs für die kinder". ich wer mich hüten heute noch entscheidungen zu treffen, von welchen ich den eindruck habe, dahinter kann ich nicht stehen oder nur halbherzig.
der umgang mit menschen ist nunmal allgemein geprägt von einfluss nehmen auf andere. es ist nicht nur thema alkohol oder alkoholiker, es gibt genügend menschen, die auch ohne alkoholkrank zu sein mannipulativ unterwegs sind. das spür ich, auch diese menschen erkenne ich und kann da reagieren.meisst reagier ich dann mit "nein das mach ich nicht mit". es ist dann zum glück aber so, das es nicht wie vorher so geschehen mit den nassen alkoholikern zu endlosen diskussionen und stress kommt, sonder das ich erfahre, das diejenigen, die normalität leben auch dementsprechenden austausch suchen und wir dann auf einer basis miteinander umgehen können, die dann für beide seiten ein angenehmes "nein ich mach das so nicht mit, aber anderst" dann mit sich bringt.da sind gute erfahrungen die ich machen darf und lerne jeden tag mehr mich selbst auch als normal zu sehen. langsam aber sicher merke ich wie dieses co in mir sich zwar nicht auflöst aber zu einem stillstand kommt, weil ichs für mein leben heute nicht mehr brauche.
ein gutes gefühl der zufriedenheit kann ich spüren. ich mache meins, das werd ich immer beherzigen.
ich kann nur allen die nun in der schwereren zeit der trennung sich befinden mut zusprechen das zu tun was für sie selbst wichtig ist.auf sich selbst zu achten und egoistisch zu sein ist kein negatives handeln.es ist zum teil lebensnotwendig sich selbst zu sehen und nicht den anderen. gerade alkoholiker werfen dem anderen vor egoistisch zu sein, wenn er sich trennt. ein vorwurf, der da an ein gewissen appeliert. doch das cogewissen kennt egoismus nur als negatives. also ist es wichtig das egoismus eben nicht als negativ empfunden wird sondern als positiv.
dann die schuldfrage. schuld ist hier keiner. das könnt ihr getrost ausblenden. alkoholismus ist eine krankheit, schuldig ist hier keiner dafür das er krank geworden ist. auch ich als co habe keine schuld in mir coabhängig gehandelt zu haben. es war so, ich übernehm dafür die verantwortung, jedoch ohne mich schuldig zu fühlen.
verantwortung zu übernehmen ist auch ein massives problem für beide seiten. sowohl der alkoholiker als auch der coabhängige sucht die verantwortung beim anderen partner. doch ist es richtig und gut sich für sich selbst verantwortung zu übernehmen und den anderen dabei ausser acht zu lassen. der andere hat eine eigenverantwortung für das was er tut. er entscheidet frei und eigenständig für sein handeln. wenn er alkohol trinken will, dann ist es seine entscheidung, die ihn kkeiner abnehmen kann. wir haben es mit erwachsenen menschen zu tun, es sind keine kinder die wir um und haben, für die wir zu sorgen haben. einen erwachsenen menschen muss keiner behüten, bevormunden,bewachen,kontrollieren oder gar mannipulieren.ausserdem gehört der eine dem anderen nicht, er hat also nicht das recht so einfluss auf den anderen zu nehmen, das der nicht in der lage ist eigenverantwortung zu übernehmen. das stelle ich heute fest, war in der partnerschaft die problematik die wir auslebten. er als alkoholiker ich als coabhängige. gleichermassen betroffen, in gleichermassen verantwortlich dafür was passier ist.
ich möchte jedem der hier neu beginnt, sein leben zu leben ermutigen auf sich zu schauen, was er selbst zu verantworten hat, wo seine thematik ist an der er arbeiten kann. nur so geht der weg da raus, weg von abhängigkeit von anderen hin zur eigenständigkeit.jeder der hier schreibt, er versucht alles gerade zu biegen, versucht sich einzubringen, das der partner trocken wird sollte sich da zurück nehmen und den partner selbst entscheiden lassen, ob er weiter trinken will oder nicht. es ist legitim sich für den alkohol zu entscheiden. legitim aber auch als partner dann die konsequenzen zu ziehen und sich da dann zu verabschieden und zu distancieren von dem partner. notfalls damit, das man sich trennt und ein eigenes leben aufbaut. für einen coabhängigen ist ein nasser alkoholiker sein suchtmittel. es ist nicht die liebe die da wirkt und zusammen hält, es ist eine abhängigkeit. wer hier fragt, was heißt es in liebe los zu lassen, der bekommt die antwort: in liebe los zu lassen bedeutet für sich selbst eigenliebe zu entwickeln, diese vorne an zu stellen und den anderen los zu lassen. ihn die erfahrung selbst machen zu lassen. ihn erleben zu lassen, was es bedeuten wird, weiter zu trinken. mit all dem was passieren wird, sei es noch so schlimm.da gesunden egoismus zu pflegen und zu sich selbst stehen. wer es nicht mit ansehen kann, das der partner sich zu tode säuft hat die möglichkeit zu gehen.damit hat er genau das getan was für einen alkoholiker das wichtigste ist um irgendwann vielleicht doch den tiefpunkt zu erreichen um sich dann selbst hilfe zu holen.wenn nicht, dann eben nicht, das ist und bleibt ihm selbst überlassen. er ist erwachsen und darf sich so entscheiden.
das das alles weh tut, keine frage. dennoch kann ich erzählen, das beide leidenswege unterschiedlicher hätten nicht sein können.
der eine wäre ein mitmachen und weiterleben in abhängigkeit gewesen, wo ich meine eigenen coabhängigkeit ausgelebt hätte bis zum zusamenbruch. ich weiss was es bedeutet schwer krank zu sein. das will ich heute nicht mehr leben müssen, nur weil ich mich von meiner coabhängigkeit mich leiten lassen würde.
der andere erstmal schmerzhaftere weg war die trennung (trenung vom partner als auch trennung von den eltern). doch ich durfte auch erleben, das nach der trennung und nachdem dieses schmerzhafte ausseinandergehen sich dann für mich als etwas besondert gutes hatte. ich konnte mich dafon erholen und dann anfangen mein eigenes leben aufzubauen. ich kann sagen, es war das beste was ich tun konnte. mich von abhängigkeit von aussen zu lösen und auf mich und meine bedürfnisse einzugehen. ich lebe heute ein zufriedenes leben. ich kann nicht behaupten, es gibt keine hürden mehr zu nehmen. doch die hürden die das normale leben ebenmit sichbringt nehme ich mit einer erleichterung, weil ich für mich selbst entscheiden kann wie ich diese hürde nehmen kann, ohne dabei zu leiden. es passt, es funktioniert und macht dann auch noch spass.
ein leiden für andere, mitleiden für den partner oder die eltern oder auch der kinder,das werd ich heute nicht mehr tun. für mich bedeutet das nicht, das ich abgestumpft bin. ich kann sehr einfühlsam sein. dennoch mache ich heut nicht mehr das leid des mir gegenüber zu meinem leid. es bleibt seins.
was ich heute erleben darf, an unabhängigkeit und eigenständigkeit hatte eine lange zeit gebraucht der aufarbeitung und des erkennen wer ich bin. ein kennenlernen der eigenen persönlichkeit, das annehmen und akzeptieren meiner coabhängigkeit. daraus entwickelte sich ein selbstbewustsein. danach kam es, das ich dur das mich annehmen eine eigenliebe und dadurch einen gesunden egoismus aufbauen konnte. was dann wiederum mit sich brachte das ich ein selbstwert für mich aufbaute. ich bin mir es selbst wert für mich zu sorgen, mich um meine bedürfnisse zu kümmern. dadurch konnte ich vertrauen aufbauen. vertrauen auf mich und meine fähigkeiten die ich besitze. fähigkeit mich zu spüren, zu fühlen, meinem bauchgefühl zuzuwenden und dadurch entscheidungen zu treffen die wichtig sind für mich. das was ich da spüren kann ist das gefühl für mich, was mich dann wiederum im kopf dann wieder neue erfahrungen die durch ein neues handeln dann agespeichert werden können. alte eingefahrene rituale, prägungen konnt ich anschauen und hinterfragen. viles habe ich aufgearbeitet bekommen, auch überzäugungen die ich lebte dann neu überarbeiten und das dann umwandeln für mich das es angenehm und lebbar wurde.dadurch werde ich wieder beweglicher und flexibler, neues kommt altes geht dabei wieder raus. es ist lebendiger geworden. mein leben heute nicht mer starr und eingefahren, geprägt von aussen. in mir ist das was ich brauche für mich. so lebe ich heute wieder gesund und zufrieden.
jeder hat es für sich in der hand, ob er noch weiter in der sucht verharrt und sich gedanken um den partner macht oder ob er für sich dasteht und sich durchsetzt. jeder mensch hat die möglichkeit zu entscheiden wohin er gehen will. es steht keiner mit der pistole auf der brust da und wird gezwungen was zu tun was er nicht will. das zu erkennen, sich aus der sucht zu befreien und sich nicht weiter dem hinzugeben eine aufgabe. doch das sollte sich jeder hier zu herzen nehmen, für sich zu entscheiden, es gibt den weg da raus aus der sucht. ihn wahrzunehmen und zu gehen ist jedem selbst überlassen.
lieben gruß melanie