bewusst leben,
ich les ja hier schon so lange. viele berichte von frauen die ähnliche situationen heute durch machen wie ich damals vor 11 jahren.
der 11.september ist für mich immer ein ganz besonderer tag. als damals die welt still stand, die anschläge im fernseher liefen war mir bewusst geworden wie schnell das leben vorbei sein kann. von einem moment auf den anderen. ich sass da und überlegte mir ob ich weiter mache mit den kindern noch heile welt zu spielen, die da nicht war oder ob ich entgültig einen schlusstrich ziehe unter die ehe.ich sah die menschen in den türme, die dort verzweifelt um ihr leben kämpften. in dem moment ging mir so einige lichter auf und ich weiss heute noch so gut wie ich den entschluss immer mehr und mehr in mir spürte. im oktober erst dann der rausschmiss. ich konnte wohl so handeln weil ich im september mir bewusst machte das es aus ist und sich das ganze nur mehr und mehr zu einem disaster entwickeln würde.
ein forum gab es damals nicht. ich musste allein da durch. ich ging zwei tage nach der trennung zur beratungstelle einen familientreff von dem ich wusste der betreut alleinerziehende frauen. die gaben mir dann die notwendigen informatioen wie ich nun weiter machen kann ohne ihn und das war sehr sehr hilfreich gewesen. ich traf mich ein mal wöchendlich in dieser gruppe und lernte frauen kennen die auch alleinerziehend waren und mir mut machten. beim anwalt war ich auch gleich in der ersten woche um sehr schnell den gefassten entschluss durch zu ziehen und MIR SELBST einen rückzieher schwerer zu machen. ich spürte ja, das ich als coabhängige sehr schwankend war und zweifelnd und immer wieder dachte das kannst du nicht bringen ihn raus zu schmeissen. den kindern den vater weg zu nehmen oder er mich doch braucht. alles gedanken die mich zwar plagten, doch durch die unterstützung im familientreff und die sozialarbeiterin konnt ich dann doch alles managen um dann im jahr 2003 die scheidungspapiere in der hand zu halten. durch das verhalten meinen ehemaligen mannes war das alles recht verzögert und raus gezogen worden. wir machten sogar noch zusammen ehetherapie, die mich stärker machte den entschluss zu fassen es durch zu ziehen. denn wärend der therapie wurde sein verhalten und mein verhalten immer offensichtlicher wie sehr ich in einer coabhängigkeit mich befand und wie stark mein wille wurde da raus zu gehen.
nun durch die kinder und das damals gerichtlich vereinbarte alle zwei wochen das wochenende der kinder beim vater war der kontakt ja nach trennung immernoch da. ich habe unglaublich viele versuche seinerseits wieder zurück kommen zu dürfen geblockt. weil ich wusste das ich dadurch nur in eine noch schlimmere situation zurückkehren würde wie ich sie verlassen hatte. der mann trank extrem viel und seine wohnung war dementsprechend verwarlost, so das ich angst um die kinder hatte, wenn ich sie ihm brachte. unterhaltungen mit dem jugendamt brachten zwar nicht ganz die erwünschten zustände, aber ein wenig zusammen gerissen hatte er sich dann und duch die androhung das ich ne strafe bekommen würde, wenn ich sie ihm nicht gebe, habe ich dann eingewilligt. nach etwa einem jahr hatten sich die wogen geglättet.
die kinder hatten glück, das ihr vater untestützung von einem freund bekam, der sich dann um die aufsicht der kinder dann auch kümmerte.was alles beim amt schief lief schreib ich hier nicht auf. es ist im grunde ein wunder das da nicht mehr passiert ist und ich habe da gegen windmühlen geredet und geredet und gekämpft und musste mir ständig anhören das ich diejenige sei die übertreiben würde.
durch den freund meines ex mannes und einen guten kontakt von mir zu ihm konnt ich wenigstens privat einwenig ruhe für mich rein bringen. keine mutter dieser welt gibt ihre kinder gern in solch eine situation ab.der freund übernahm die rolle des cos, wobei ich darüber ehrlich gesagt froh war (egoistisch).
es gab noch extreme schwierigkeiten wegen dem unterhalt. arbeitslosigkeit und führerscheinentzug, obdachlosigkeit. von seiner seite. keine wohnung bedeutete auch keinen schlafplatz für die kinder und somit konnte er sie nicht nehmen.
als die kinder wurden älter und irgendwann haben sie von sich aus den wunsch geäussert nicht mehr zum vater zu wollen, was dann vom jugendamt dann auch akzeptiert wurde.
so verlief sich das ganze etwas, der kontakt wurde unregelmässiger und die abstände der besuche auch. ruhe kehrte auch bei mir ein, weil er sich kaum noch meldete und ich konnt dann entgültig abschliessen mit diesem thema.er traf dann vor ca 3-4 jahren eine frau, kam mit ihr zusammen. inzwischen soll laut erzählungen meiner kinder diese beziehung wieder vorbei sein. im moment versucht er wieder kontakt zu den kindern auf zu bauen, was diese allerdings alle drei nicht mehr wirklich wollen, weil sie sagen, das er sich die letzten jahre nicht für sie interessiert hat und nun, wo die beziehung rum ist kommt er wieder an geschlichen.
die kinder bekamen unterstützung wo ich nur unterstützug holen konnte. ich selbst bin EK weiss darum wie das sich anfühlt wenn eltern nicht miteinander auskommen. um da einigermassen vor zu beugen machten sie dementsprechende therapien, die hätten nicht sein müssen, hätte das jugendamt mich nicht gezwungen die kinder ab zu geben.ich wollte das sie stark genug werden, stabil genug da auch ein nein sagen zu können.
damals war ich einfach zu überfordert mit allem, trennung, scheidung, da schon vor gericht. geldnot auch hier vor gericht .haus leer geräumt, drei kleinkinder versorgen und zudem eltern die mir dann irgendwann wenig stütze und nur noch extraarbeiten auftrugen. ich ging zudem auch arbeiten. bin dann noch zudem aus dem haus aus gezogen in ein anderes haus, aus dem ich dann nach drei jahren wieder ausziehen musste.ich drehte da selbst nach der scheidung noch einige ehrenrunden im co karusell weiter.
bis zu dem tag als ich dann so schwer krank wurde und zusammen brach. nach meiner genesung und dann auch durch dei therapie habe ich mich wieder gefangen. lebe heute frei unabhängig und habe den personen, die mir nur ballast waren den rücken zu gedreht. ich mach heute nicht mehr so viel wie früher, habe allerdings heute mehr den jeh den eindruck da läuft was vorwärts, das leben geht voran, ich habe mit viel weniger aufwandt viel mehr erfolg wie zu den co zeiten und dadurch viel mehr energie.
weil ich meine gesammte energie für mich aufbringe, meine dinge erledige, mich und meine grundeinstellung zum leben vertrete und das mache was MIR gut tut und nicht mehr das tue was ANDERE mir auferlegen wollen. somit haben sich bei mir einige gute zeiten auf getan in denen ich mich sehr gut erholen konnte.
ja, heute ist der 11. september. ein tag an dem ich mich erinnere. doch inzwischen sind das erinnerungen die nicht mehr weh tun. das ist gut , das ist sehr sehr gut.
meine geschichte kurz und knapp, denn alles muss ich nicht schreiben ich denk das langt schon auf zu zeigen, gerade den neuen hier im forum, das das ganze was sie erleben auch mein erleben war, ähnlich war, ich mit sicherheit auch mal dort stand wo sie heute stehen. das war vor 11 jahren.
lieben gruß
melanie