Beiträge von Morgenröte

    Hallo Johanna,

    weißt du der Alkohol ist eine sehr starke Krankheit u. um wirklich aufhören zu wollen, muss es deine Mutter wirklich wollen. Dazu gehören viele Faktoren und auch das Umfeld. Ich denke auch, dass es sehr schwer ist ohne Hilfe von Außen die eigene Alkoholkrankheit zu therapieren. Mir ist schon bewußt, dass es nach 5 Jahren extrem schlimm für dich sein muss, mir haben da ja schon die 5 Mon. gereicht. Aber du kannst für sie nichts tun, wenn sie es selber nicht zu 100% möchte.
    Meine Mutter möchte auch keine Hilfe von Beratungsstellen/Kliniken, weil sie es einerseits noch nicht eingesehen hat und andererseits weil man Vater sie mit seiner Co-Abhängigkeit unterstützt, das ist ein Teufelskreis wo nur sie Beide beenden können. Wir als Kinder können da sehr wenig tun, wenn deine Mutter tatsächlich noch mal aufhören möchte, dann sei für sie da, aber nicht übermäßig sondern im normalen Rahmen.

    Nütze deine Restkraft für dich und für deine Kleine, du bist auch noch da und ich glaube das vergißt du gerade. Mag jetzt hart klingen, aber deine Mutter kann für sich selbst Sorgen, sie ist ja kein kleines Kind mehr, auf das du aufpassen musst. Passiert mir auch manchmal, wenn ich meine Mutter mal wieder zum Arzt drängen möchte. Weißt du, wir müssen anfangen loszulassen, aber wir können ihnen nicht helfen nur sie sich selber.
    Aber weißt du was, wir können uns helfen und das sollten wir auch tun, denn wir vergessen uns selber ganz schnell.

    Hallo Johanna,

    ich kann deine Gefühle wirklich gut verstehen, was mir aber ein wenig Sorge bereitet, dass du dich dabei ein wenig vergißt. Was tust du für dich?

    Weißt du, meine Mutter hat uns auch schon mehrmals versprochen, dass sie es schafft ihre Alkoholkrankheit zu überwinden. Hat sie aber nie, klar mal für ein paar Wochen, Monate und die Zeit war immer schön, weshalb es uns auch so schwer fällt, den Glauben an eine gesunde Mutter loszulassen. Erst als ich diesen Glauben losgelassen habe, konnte ich Anfangen mein Leben wieder in die Hand zu nehmen, es ist sicherlich nicht leicht, aber wir Leben doch auch noch. Unsere Mütter haben sich für ihr Leben so entschieden, das können wir nicht ändern, aber wir können uns was Gutes tun.

    Es ist nicht falsch, wenn du dich über ihr Vorhaben freust, sei aber bitte nicht zu sehr enttäuscht, wenn sie es nicht schafft, behalte das immer im Hinterkopf.

    Hallo Rina,

    bei mir kommen solche Gefühle auch manchmal auf, aber eher unter der Woche, wenn ich mal zuviel Zeit haben sollte. Allerdings arbeite ich daran, dass sie nicht überhand nehmen, denn ich neige auch etwas dazu mich da reinzusteigern. Solche Gefühlsschwankungen sind aber weniger geworden, meistens schaffe ich es sogar sie zu analysieren und mich dann zu fragen, warum ich sie habe u. dann sind sie meistens auch schon wieder verschwunden. Ich denke einfach, dass man daran arbeiten muss und wenn es einem selbst schon auffällt, dann ist das der erste Schritt in die richtige Richtung, auch wenn es oft schwer ist.

    Aber mal was anderes, bin sehr stolz auf mich, weil ich was im Internet bestellt habe und es sich für meine Bastelei nicht geeignet war. Darauf hin meinte meine Mutter, dass diejenige es sicherlich absichtlich verkauft hätte, weil es sich dafür nicht eignet. Und ich habe wie aus der Pistole geantwortet, dass ich das nicht Glaube und sie nicht immer so negativ über andere Leute denken soll. Ich glaube in dem Moment war ich innerlich total überrascht von mir, normalerweise wäre ich da voll mit eingestiegen und hätte mich mit aufgeregt. Das Beste ist aber, dass ich das nicht einfach so gesagt habe, sondern tatsächlich auch der Meinung bin, auf jeden Fall fühlt sich das so viel besser an.
    Allerdings merke ich auch, dass wenn ich öfters zuhause bin, dass dort allgemein eher eine negative Stimmung herrscht. Tja und jetzt frage ich mich doch, warum ich zuhause schreibe, ich habe doch schon seit Jahren mein eigenes zuhause. Sollte ich mir mal Gedanken drüber machen, war wohl wieder zu oft bei meinen Eltern, tut mir wohl nicht wirklich gut.

    Seit einigen Tagen bin ich doch traurig, da meine Mutter richtig schlecht aussieht. Ich war jetzt ein paar Tage nacheinander bei ihnen, weil ich was mit ihr gebastelt habe und da fiel mir wieder ihr Gesundheitszustand auf. Sie wird immer dünner, mag aber wohl daran liegen, dass sie kaum was ißt, sie trinkt lieber ihren Kaffee und raucht ihre Zigaretten. Außerdem trinkt sie auch wieder einiges mehr und auch wieder stärkere Sachen, aber gut, kann man ja sowiso nicht ändern.
    Ansonsten vergißt sie sehr viel, ich erzähle ihr was und 5 Min. später frägt sie mich das gleiche nochmal z. B. ruft mich meine Freundin auf dem Handy an, ich erzähle ihr wer es war und 3 Min. später frägt sie mich, ob men Freund mich angerufen hätte. Und das mehrmals am Tag.
    Dann haben sie letztens Jugendliche erschreckt und schon hat sie wieder Rückenprobleme, wobei sie fast immer Rückenprobleme hat, sie kann kaum laufen, geht aber nicht zum Arzt.
    Und mir schlägt das Ganze extrem auf den Magen, so dass ich kaum Hunger und Bauchschmerzen habe.

    Dafür habe ich das meiner anderen Freundin erzählt, die bis dato davon noch nichts wußte und ich darf ihr, wann immer ich möchte, alles erzählen und sie ist immer für mich da. Sie hat gemeint, dass sie sich schon sowas in der Art gedacht hat, das was in meiner Familie nicht stimmt, weil ich immer so still und abweisend wäre. Und mir gehts dadurch auch besser, dann kann ich mich auch mal normal geben und muss mir nicht immer soviele Gedanken machen.

    Hallo Alex,

    danke für die netten Worte, ja es ist schwer, wieder Leben zu lernen. Ich lerne auch mit jeder Antwort, die ich bekomme. Schön das du es schaffst und mit deiner Therapie so gute Erfolge erzielst. Ehrlich gesagt, weiß ich noch gar nicht, wie ich darauf reagieren werde, wenn meine Mutter daran stirbt. Deshalb bewundere ich auch deinen Mut, dir Hilfe gesucht zu haben. Deine Worte machen mir Mut, nicht evtl. doch eine Therapie zu machen, bis jetzt traue ich mich noch nicht wirklich diesen Schritt zu machen. Gerade Selbstbewußtsein fehlt mir, dann wäre vieles auch nicht so schwer für mich. Wobei ich schon denke, dass es auf jeden Fall besser für mich wäre. Ich denke, dass man sich sehr schnell selber Vorwürfe macht, alles nicht ganz so einfach. Wobei ich mir darüber zum Glück keine Gedanken mache, evtl. verdränge ich es doch ein wenig, kommt auf meine Gefühlslage an. Gerade bin ich wieder in so einer, wo Selbstzweifel aufkommen, ich versuche es dann zu analsysieren u. meistens merke ich dann, dass ich es mir mal wieder selber einrede. Ich bin sicherlich jemand, der sich selber künstlich Probleme macht und sich hineinsteigert.


    Gerade wenn etwas nicht so klappt, wie ich es mir vorstelle, dann steigere ich mich in etwas hinein und dann kann es sein, dass ich 5 Tage lang mit so einem Gesicht rumlaufe, als würde die Welt untergehen.
    Mein Freund hat mich dann doch dazu überredet nicht aufzugeben und noch mal nachzuhaken, hätte ich das mal nur früher gemacht. Auf jeden Fall bekomme ich in den nächsten Tagen Bescheid, ob ich nicht doch noch einen Platz erhalte u. es sieht sehr gut aus. Ich würde sogar einen zusätzlichen Platz bekommen, weil ich mich dafür so engagiert habe.

    Heute ist mal wieder so ein Tag, wo man hätte nicht aufstehen dürfen. Jetzt wollte ich mein Hobby zum Beruf machen und man hat sich im letzten Moment gegen mich entschieden aufgrund meiner Entfernung (Wohnort). Mir fällt es wirklich schwer, darin noch etwas positives zu sehen. Ich hatte mich jetzt schon seit 3 Wochen riesig darauf gefreut, es wäre genau das gewesen, was ich in meinem Leben wirklich gerne gemacht hätte und jetzt kann ich schauen, wie ich über Umwege zum Ziel komme oder ich muss 1 Jahr warten, und habe evtl. dann das Glück genommen zu werden. Die berufliche Situation von meinem Freund sieht auch nicht prickelnd aus und wir verbringen die Abende mit Bewerbungen schreiben. Und ich würde dieser Situation gerne etwas positives abgewinnen, aber es geht nicht. Das hat jetzt auch nichts mehr mit meiner Kindheit zu tun, aber ich möchte auch mal Glück im Leben haben, egal was wir machen, es geht immer schief und da kann ich noch so positiv darauf eingestellt sein. Z. B. wo ich zum ersten Mal ausgezogen bin, hatten wir am gleichen abend einen Wasserrohrbruch u. den Vermieter hat es überhaupt nicht interessiert und so zieht sich die Pechsträhne durch mein ganzes Leben, immer wenn was Positives passiert, dann wird es gleich von etwas Negativem zerstört. Ich beneide wirklich Menschen die glücklich sein können, vielleicht kann ich das ja auch irgendwann mal sein.

    Heute geht es mir prima, wahrscheinlich weil auch das Wochenende kommt. Gestern habe ich einfach früh Feierabend gemacht und bin 2 Stunden mit meinem Hund durch den Wald spaziert und haben zusammen Suchspiele gemacht, war wirklich schön.
    Ich werde heute meine Mutter besuchen gehen, eigentlich wollten wir zusammen basteln, da meine Schwester allerdings ihren Schichtplan verlegt hat, muss sie mit meiner Mutter einkaufen gehen, wird also nichts draus. Ich glaube wir wollten schon seit über 1 Monat basteln, nächste Woche möchte sie mit mir basteln, also schauen wir mal ob es klappt.
    Die letzten Beratungsgespräche sind ausgefallen, weil einmal die Therapeutin krank war u. meine Schwester kaum Zeit hat. Mein Vater möchte sogar freiwillig wieder mit zu einem Beratungsgespräch, derweil meine Schwester für sich keinen Sinn mehr darin sieht, weil meine Mutter nicht gesund werden möchte. Außerdem ist mein Vater wohl offiziell unters Dach gezogen, streiten tun sie aber immernoch. Kommen mir vor wie kleine trotzige Kinder, besonders wenn sie sich gegenseitig wieder Sachen unterstellen oder sich nonstop über Kleinigkeiten beim Anderen aufregen. Mir ist auch aufgefallen, dass ich mich mit meiner Mutter nur noch über Hundethemen unterhalten kann, ansonsten haben wir so gut wie keinen Gesprächsstoff. Mir ist das so extrem aufgefallen, weil sie zu mir gemeint hatte, wenn wir keine Hunde hätten, dann hätten wir nichts über was wir uns unterhalten könnten.

    Hallo Tessie,

    vielen lieben Dank für die lieben Worte und die Denkanstöße.
    Also ein Alkoholproblem hat mein Freund zum Glück nicht, Bier trinkt er gar nicht und Alkohol auch so gut wie nie und wenn dann ist das so wenig, dass man es nicht mal riecht und er mischt es ja auch immer. Betrunken war er auch noch nie. Das Problem daran ist, dass es mein Problem ist, wenn z. B. meine Freundinnen besoffen sind und torkeln und sie dann möchten, dass ich sie z. B. stütze oder so was in der Art, dann kann ich das einfach nicht, weil es mich dann irgendwie in eine alte Zeit zurückversetzt und ich stoße denjenigen dann eher weg - indem Moment ist derjenige dann auch nicht mehr mein Freund sondern schon fast mein Feind.

    Was mir aber sehr wohl aufgefallen ist, dass mein Freund auch keine starke Psyche hat, das geht aber eher in die Richtung, dass er die Welt nicht mag und nicht gerne lebt. Allerdings hatten wir gestern darüber auch ein sehr intensives und vertieftes Gespräch miteinander, weil ich eben mein Leben ändern möchte und er im Grunde auch. Ich glaube einfach, dass er noch nicht soweit dafür ist, er erkennt es zwar, aber es ist dann doch eher schwierig für ihn, seine Gefühle in Worte zu fassen u. er weiß wohl gerade noch nicht so genau, wie er das Ganze einordnen soll. Er hat auch ein starkes Problem mit Nähe u. Gefühle kann er auch kaum zeigen, er kann mit mir darüber auch kaum reden. Wir gehören beide einer bestimmten Szene an, wo es mitunter normal ist, depressiv und traurig, wütend auf die Welt zu sein und aufgrund dessen haben wir uns auch kennengelernt. Auch ein Großteil unserer Freunde kommen von da. Wobei ich es auch nicht so sehe, dass man es nicht ändern könnte und wir ja auch nicht jeden Tag trübsal blasen, aber die Grundstimmung mag sicherlich manchmal eine andere sein. Aber ich habe mich damals einfach in der Gemeinschaft wohl gefühlt, wahrscheinlich war/ist mein Freund auch einfach ein Familienersatz für mich. Allerdings verstehen wir uns ausgesprochen gut und die Beziehung schadet mir auch nicht, wir müssen nur Beide aus unserem allgemeinen Tief rauskommen.

    Und bei meiner Schwester ist es genau das gleiche, sie hat auch einen sehr labilen Freund. Wobei sie sich auch nicht wirklich mit ihrem Freund versteht, aber das geht micht nichts an.

    Die Paralellen sind schon unheimlich, hätte ich nicht für möglich gehalten, aber ich bin ja hier um es zu ändern und die Denkanstöße die ihr mir gebt bedeuten mir sehr viel.

    Gestern war dann doch nicht so ein schöner Tag, weil in mir mal wieder alte Ängste hochgekommen sind. Mein Freund wollte sich seine Cola mit Whisky mischen, war wirklich nur eine klitzekleine Menge, da er Alkohol auch kaum trinkt, also normalerweise nicht der Rede wert. Aber da er ansich nur am WE und nur wenn Freunde da sind mal ein Schlückchen trinkt, hat mich das irgendwie aus der Bahn geworfen. Ich denke dann immer gleich, dass er irgendwann auch abhängig wird und am liebsten würde ich ihm das verbieten. Ich werde dann auch richtig pampig und wütend und zwar so wütend, dass ich mich manchmal nicht wiedererkenne. Ich fühle mich dann immer richtig ohnmächtig und hilflos. Heute beschäftigt es mich immernoch. Er meint dann immer, dass ich mich nicht aufregen soll und zeigt mir dann, wie wenig das ist und setzt sich vor den PC, weil er mich nicht weiter aufregen möchte. Er hat auch recht, aber er versteht mich nicht, ich bin allerdings auch nicht in der Lage in dem Moment ihm meine Gefühle zu erklären, weshalb mich die Situation dann noch fertiger macht und ich noch wütender werde. Wobei ich sagen muss, dass ich meine Wut gestern bewußter kontrolliert habe und nicht die Türen zugeschlagen habe, sondern mal versucht habe darüber nachzudenken, über was ich mich da eigentlich aufrege.

    Hallo,

    letztendlich müssen wir alle zuschauen, auch wenn es am Anfang sehr schwer ist. Vielleicht hilft dir das, ich sehe es einfach so wie wenn es eine Grippe wäre und wenn jemand eine Grippe hat, dann kann ich ihn auch nicht zum Arzt zwingen, dass muss er dann schon selber machen. Mit dem Gedanke fällt es mir dann leicht die Alkoholkrankheit meiner Mutter zu akzeptieren. Außerdem ist es ihr Leben und nicht meines u. ich habe für mich beschlossen, das ich mein Leben führe.
    Ich denke nach dem Beratungsgespräch geht es deinem Freund und seinen Geschwistern um einiges besser. Mich hat es dazu gebracht, dass ich mich mit der Alkoholkrankheit beschäftige und es nicht verdränge, mir hat es ganz viel Lebensqualität zurückgebracht. Ansonsten wenn jemand mit dir darüber reden möchte, sei einfach für sie da und höre ihnen zu, aber ich denke, dass würdest du sowiso machen.
    Und zum Schluß finde ich es klasse, dass du dich darüber informierst und umso mehr du darüber schreibst, umso besser geht es dir.

    Auch heute ist wieder so ein schöner Tag, mir gehts richtig gut, bin zwar arbeitsmäßig etwas gestreßt, versuche aber den Stress nicht übertrieben zu sehen und ich steigere mich da auch nicht mehr rein.
    Ansonsten habe ich jetzt schon mit 3 Freudinnen über die Krankheit meiner Mutter gesprochen und es hat mir richtig gut getan, erstaunlicherweise wurden meine Ängste auch nicht wahr, dass sie mich danach komisch behandeln. Seit dem sind sie auch offener zu mir und ich kann auch offener sein, weil mir dann doch irgendwie eine Last vom Herzen gefallen ist.
    Sonst achte ich drauf, dass ich mir nicht einrede, dass andere Menschen schlecht über mich denken oder mich komisch finden. Ich versuche mir auch nicht einzureden, dass die Welt so schlecht ist. Und wenn ich mal komische Gedanken habe, dann versuche ich sie mir auszureden und eine Erklärung dafür zu finden, warum ich so schon wieder gedacht habe. Ist zwar ganz schön schwer und ich muss richtig heftig über meinen eigenen Schatten springen, aber es klappt. Normalerweise war gestern nämlich wieder so ein Tag, wo mich mal wieder alles nervte und ich innerlich am liebsten alle Koffer gepackt hätte und davon gefahren wäre, irgendwohin wo ich alleine wäre und mich niemand stören würde. Da ich so aber nicht mehr denken sollte, habe ich an was Schönes gedacht und das mich das Ganze bald nicht mehr stressen wird, dann hat mich noch mein Freund beruhigt und schon ging es mir wieder gut.
    Das Problem wird wohl sein, dass ich in meinem Beruf (arbeite auf einer Behörde) mindestens einmal am Tag jemanden am Telefon habe, der mich mit seinen Problemen zutextet und ich denke mal, dass das meiner Psyche überhaupt nicht gut tut und ich deshalb teilweise so gestresst bin. Denn wer möchte täglich die Probleme von anderen Menschen hören, zumindest eingeredete Probleme, die mich in dieser Form nicht interessieren. Meistens sind das Leute die sonst niemanden zum Reden haben und dann meinen sie, sie könnte sich bei mir "ausheulen".

    Wie auch immer, heute ist ein schöner Tag und ich freue mich schon auf den Feierabend und werde da eine schöne große Runde mit meinem Hündchen laufen.

    Danke liebe Weitsicht, du hast genau die richtigen Worten gefunden.

    Wie sagt man, es gibt noch viel zu tun, packen wir es an. Ich glaube, ich übernehme zum ersten Mal Verantwortung für mein Leben, am Anfang war es etwas unheimlich, aber ich glaube, mir gefällt das jetzt ganz gut.

    Hallo,

    ich wünsche dir auch alles Gute, so eine Veränderung hat man ab und zu mal nötig und ich denke, dass du das auf alle Fälle schaffen wirst. Du hast sicherlich schon schwerere Dinge im Leben gepackt, also wirst du das mit einer Leichtigkeit hinbekommen und mit den neuen Chefs wirst du sicherlich gut klarkommen, nur keine Sorge.
    Außerdem finde ich es süß, dass du deinem Katerchen eine Freundin schenkst, da wird er sich sicherlich freuen.

    Hallo ihr Beiden,

    danke für die lieben Antworten.

    Erstmal fühle ich mit die letzten Tage über richtig gut und das liegt daran, dass ich mich beruflich umorientieren werde, weil mir mein Beruf keinen Spaß macht. Auslöser war mein Freund, der zu mir meinte, warum ich mich denn all die Jahre darüber beschwere anstatt dies zu ändern und er wüßte das ich das mit Links packen würde und mal selber an mich glauben sollte. Außerdem steht er hinter mir, also was soll passieren. Und damit hat er Recht, warum eigentlich nicht, spricht ja nichts dagegegen. Natürlich kämpfe ich immernoch mit dem Gedanken, was wäre wenn und was ist wenn ich das in den Sand setze und es nicht klappt. Ich erinnere mich dann daran, dass man so nicht denken sollte und warum sollte es nicht klappen, bis jetzt hat alles geklappt, was ich gemacht habe. Und wenn es nicht klappen sollte, dann wäre es menschlich und anderen gehts nicht anders. Also denke ich positiv darüber und freu mich und schon gehts mir gut.

    Meine Mutter trinkt natürlich weiter, finde ich komischerweise nicht wirklich schlimm, kann ich nicht ändern, was soll ich mir also mal wieder meinen Kopf darüber zerbrechen. Ich habe ihr früher oft meinen Hund zum aufpassen vorbeigebracht, aber das mache ich nicht mehr, habe nach einer anderen Lösung geschaut und tatsächlich auch mal andere Leute um Hilfe gebeten u. das Ergebnis ist toll. Mir fiel das nur unheimlich schwer, weil ich ansich nie um Hilfe bitte, ist nicht meine Art. Da habe ich mich dann gefragt, warum ich das nicht mache, es hilft niemandem, wenn ich auf dem Zahnfleisch angekrochen komme, nur weil ich es nicht schaffe auch mal nach Hilfe zu fragen.
    Die Situation bei meinen Eltern ist weiter sehr angespannt, wenn ich zwar da bin beherrschen sie sich, aber sie zanken nonstop und meine Schwester mittendrin, um die mache ich mir dabei mehr Sorgen. Wäre Zeit für eine Eheberatung mit Familientherapie, aber wenn sie so leben wollen, von mir aus.

    Im Urlaub habe ich mich dann dazu aufgeraft mit dem Kochen anzufangen und siehe da, es macht Spaß, seitdem gibt es auch wieder anständiges Essen und nicht dauernd nur Fastfood. Ich mache mir jetzt auch einen Wochenplan, was es alles gibt und kaufe nur dafür ein.

    Ich habe dann mal meinem Freund alles erzählt, was mir so auf der Seele liegt und jahrelang schlummerte und das war so befreiend, dass ich danach wie ausgewechselt war. Außerdem hat mir das Buch sehr geholfen und auch hier zu lesen. Seitdem akzeptiere ich mich so wie ich bin und arbeite an mir, meine schlechte Laune ist weg und ich beherrsche mich auch, nicht dauernd wegen Kleinigkeiten einen Anfall zu bekommen. Und ich versuche nicht 1000 Dinge aufeinmal zu machen, sondern alles Schritt für Schritt. Hab schon Feedback bekommen, dass ich mich zum positiven verändert hätte, mir kommt es so vor als würde ich anfangen zu leben u. hätte die alte Last über Board geworfen. So das war es erstmal für den Moment.

    Wir haben Silvester mit ganz lieben Freunden gefeiert und mal wieder kam das Thema auf, warum ich keinen Alkohol trinke und wieder einmal konnte ich die Wahrheit nicht sagen, dabei wäre es diesmal so schön einfach gewesen. Dabei wäre es gerade hier so einfach gewesen und sie würden mich wahrscheinlich besser verstehen, wenn ich mal wieder komisch wirke, obwohl ich in Gedanken versunken bin. Oder ich mal wieder nicht weiß, wie ich mich verhalten soll bzw. was ich erzählen sollte. Sie sind wirklich nett und die ersten Freunde, die mal nicht komisch darauf reagieren, wenn ich nie Alkohol trinke und mit denen man auch weggehen kann, ohne hinterher die einzige nüchterne Person zu sein, das vermisse ich an meinen anderen Freundinnen, mit denen ich überhaupt nicht weggehen kann, weil ich wohl eine Spaßbremse bin. Mittlerweile ist auch ein wenig der Kontakt eingeschlafen, aber mitunter auch, weil ich im Moment keine Lust mehr darauf habe, mir immer die Probleme von ihnen anzuhören, schade eigentlich.

    Seit dem Beratungsgespräch habe ich allerdings innerlich ein merkwürdiges Verhältnis zu meiner Mutter, ich habe mich innerlich zurückgezogen. Irgendwie ist es nicht mehr so wie früher, vielleicht auch durch den Rückfall bedingt, keine Ahnung. Ich telefoniere kaum noch mit ihr und meine Besuche sind auch weniger geworden, ich weiß nicht warum, aber ich bringe dafür einfach keine Kraft auf. Wenn ich dann dort bin, finde ich es schön, aber mich stört es auch nicht wieder nach hause zu gehen.

    Hallo Roa,

    hatte viel zu tun und musste noch Weihnachtseinkäufe tätigen.

    Wir waren am 1. Weihnachtstag bei meinen Eltern eingeladen und überraschenderweise war sie tatsächlich "nüchtern". Und erschreckenderweise war es das erste Weihnachten seit langem, wo wir mal nicht fluchtartig die Weihnachtsfeier verlassen mussten. Es war also richtig schön, dafür wirkte sie mir leicht gestresst, vor allem bezüglich des Hundes.

    Gerade lese ich im Buch "Um die Kindheit betrogen".

    Freitag bin ich wieder bei meinen Eltern und da muss ich mal schauen, wie es denn mit dem Beratungsgespräch aussieht. Wenn ich mich nicht täusche, hat mein Vater genau auf diesen Tag einen Theaterbesuch gelegt. Ich unterstelle da jetzt mal keine böse Absicht, sondern einfach vergessen oder Termin nicht notiert, zufälligerweise hat er sich den auch nicht notiert. Was dann wohl wieder heißt, das ich und meine Schwester alleine dahingehen werden, stört mich allerdings auch nicht.

    Ansonsten geht es mir selbst so naja, manchmal gut und manchmal nicht so gut, besonders wenn ich mal wieder von 1 Sekunde auf die andere einen Wutausbruch bekomme, meistens wegen einer Nichtigkeit, den dann allerdings mein Freund abbekommt. Daran arbeite ich allerdings gerade, was nicht immer klappt. Und dann überlege ich, ob ich nicht auch in eine SHG für Angehörige gehe. Und dann müsste da noch an meinem Selbstbewußtsein gearbeitet werden, wo ich noch nicht genau weiß wie. Ansich weiß ich schon wie, aber davor drückt sich dann wieder mein Inneres und die Unsicherheit kommt hervor und dann verliert mich der Mut. Ich steh mir selbst damit oft im Weg, nahezu immer, vieles könnte einfacher sein, wenn ich mal über meinen Schatten springen würde.