Beiträge von Sweetnina5

    Hallo Fini,

    ich habe mich soeben durch deinen Thread gewühlt und dabei ziemlich oft über die exakt gleichen Aussagen unserer Männer gestaunt.

    Deine Kinder bekommen viel mehr mit, als du für möglich hältst und am schlimmsten ist die Ungewissheit für sie, weil die Erwachsenen dazu neigen, alles unter den Teppich zu kehren, solange sie noch versuchen, die Beziehung irgendwie am Leben zu halten. Selbst meine Dreijährige hat mich irgendwann gefragt, ob Papa jetzt wegfährt, weil wir immer streiten. Als ich ihr altersgerecht verpackt erklärt habe, warum wir nicht mehr zusammen wohnen werden, war ihre einzige Sorge, Papas neue Wohnung zu sehen. Deine Kinder werden mit Sicherheit andere Fragen haben und anders reagieren, aber zeitnahe Offenheit ist meiner Meinung nach immer der beste Weg um den Kindern die nötige Sicherheit zu vermitteln, damit sie darauf vertrauen können, dass sie sich zumindest auf einen Elternteil verlassen können und alles gut wird.

    Obwohl wir bereits getrennt leben, habe ich diese Woche in Bezug auf den Umgang mit den Kindern noch einen Termin bei einer Beratungsstelle, weil mein Mann leider nicht davor zurückschreckt, seine Kinder beim Drücken meiner Co-Knöpfe miteinzubeziehen. Bei uns vermittelt diese bei Bedarf auch weiter an andere Stellen, wenn die Kinder z.B. professionelle Nachsorge nach der Trennung benötigen etc. Erkundige dich doch einfach mal, vielleicht gleich morgen, in deiner Region gibt es so etwas mit Sicherheit auch und schaden wird es auf keinen Fall.

    Ich schick dir ganz viel Kraft, deinen Weg weiterzugehen. Es lohnt sich.

    Liebe Grüße
    Nina

    Hallo Sandra,

    erstmal ein Herzliches Willkommen auch von mir.

    Die Umsetzung ist wohl immer der schwierigste Teil, von der Theorie in die Praxis. Genausowenig wie man einen Alkoholiker trockenlieben kann, kann man dem Partner desselbigen die Gefühle mit logischen Argumenten "ausreden". Natürlich kannst du von den Erfahrungen hier profitieren, den Weg zu deiner persönlichen Erkenntnis wirst du allein finden müssen.

    Ich habe am Anfang viel in diesem Forum gelesen, habe immer wieder kleine Pausen gemacht, alles sacken lassen, meine Realität gelebt. Bis sich der Austausch hier mit meiner persönlichen Realität vermischt hat, und sich das Puzzle in meinem Kopf plötzlich zu einem Bild zusammengefügt hat. Es hat seine Zeit gedauert, und ich bin sehr dankbar, dass ich an den vielen Erfahrungen hier teilhaben und mich austauschen durfte. Nimm dir die Zeit.

    Sandra, du schreibst, du hättest dich trennen sollen, als ihr erst drei Monate zusammen wart. Wäre es dir dann wirklich leichter gefallen dich zu trennen? Wo genau liegt für dich und deine Gefühle der Unterschied zu sechs Monaten -oder auch sechs Jahren?

    Schau auf dich, sieh sehr genau hin und pass gut auf dich auf.

    Liebe Grüße
    Nina

    Dagmar : sicher, ein Grund findet sich immer. Deutschland hat gewonnen, da musste gefeiert werden und das Versprechen, das er unserer Tochter am Tag zuvor gegeben hat, war vergessen. Hätte Deutschland verloren, wäre es allerdings genauso gelaufen. Drängt sich die Frage auf, was bei einem Unentschieden passiert wäre :lol: .

    Ich weiß ja allmählich sehr genau wie der Hase läuft, wann ich mit welchem Verhalten rechnen muss. Und wenn deswegen mein Blutdruck in bedenkliche Höhen steigt und Adrenalinausschüttung droht, sage ich mir auch immer wieder, dass dieses Verhalten aus einer Krankheit resultiert, trotzdem kann ich einfach nicht jedes grobe Fehlverhalten auf das Konto der Sucht buchen. Und das "Darüberstehen" fällt mir schon deshalb sehr schwer, weil ich eben nicht nur Ex-Ehefrau-in-spe bin, sondern auch eine Mutter, deren Kinder darunter leiden, wenn er wieder mal kurz vor dem Zubettgehen unangemeldet vor der Hintertür steht, seiner Tochter mit diversen Versprechungen zwei Minuten über den Kopf streicht, um dann wieder zu verschwinden. SEIN Bedürfnis, sie mal kurz zu sehen, ist damit befriedigt, was sie braucht und was in ihrer Kinderseele vor sich geht, interessiert ihn nicht die Bohne. ICH, ICH, ICH.

    Und, nici, mir ist es auch schon einige Male passiert, dass ich mich aus solchen Gründen mehr über mich als über ihn geärgert habe, einfach weil ich mir vorgeworfen habe, dass ich es hätte besser wissen und verhindern müssen, dass eine solche Situation überhaupt entstehen kann. Da sind wir dann aber wieder beim Voraus- und Mitdenken für den Partner, dem seine Verantwortung ziemlich schnuppe ist, wenn der Bierduft in die Nase zieht. Aber wie anders kann man seine Kinder davor schützen? Kann man sie überhaupt auf Dauer davon fernhalten? Ich denke, das ist fast unmöglich, man kann ihnen lediglich den Halt geben, der auf der anderen Seite fehlt. Ihr Bild müssen sie sich dann irgendwann selbst machen. Andererseits möchte ich es auch nicht handhaben wie die Ex meines Mannes: Kinder alle zwei Wochen bei ihm abgeben, was dann dort vor sich geht, geht mich nichts an, ich mache mir ein schönes Wochenende. Goldener Mittelweg, wo bist du nur?

    Als wir noch zusammenlebten, habe ich mich so oft alleingelassen gefühlt, dagmar. Jetzt bin ich wieder Single, habe meinen Freundeskreis ausgemistet und neu erschlossen und bin überhaupt nicht mehr einsam. In Bezug auf Haushalt und Kindererziehung war es absolut keine Umstellung, genaugenommen habe ich weniger Arbeit, bin wesentlich ausgeglichener und kann wieder an Dingen Freude empfinden, die ich vorher glatt übersehen habe, weil die Gedanken ausschließlich um meinen Mann und den Alkohol kreisten.

    Susanni, diese immer kürzer werdenden Momente kennen wohl einige von uns. Auch mich haben sie länger als mir gut tat "bei der Stange gehalten". Für mich war es zuerst eine Riesenenttäuschung, als ich endlich aus meiner hoffnungsvollen Naivität aufgewacht bin. Jemand aus diesem Forum hat mal sehr treffend geschrieben, dass Enttäuschung -wie das Wort schon sagt- das Ende einer Täuschung ist. Und nach dem ersten Schock kam dann die Erleichterung.

    Und was habe ich mir heute Gutes getan? :idea:
    Eine Latte Macchiato mit meiner Nachbarin und eine halbe Stunde Vogelzwitschern auf meiner Baumschaukel. Hmmmm...

    eine ruhige Nacht wünscht euch
    Nina, die heute eher Rakete als gelassen war

    Hallo nici,

    sorry, ich musste schmunzeln (heute ist einer der schönen Tage, an denen mein zweiter Vorname Gelassenheit ist), als ich diesen Satz von dir gelesen habe:

    [/quote]
    Obs wegen dem Fußball oder wegen dem Saufdruck war, weiß ich nicht.[/quote]

    Denn: bei uns ist Fußball=Saufdruck und Saufdruck=Fußball. Auf irgendetwas muss man(n) ja auch anstoßen. Die WM Zeit ist also für mich in Bezug auf den Umgang mit den Kindern, gerade weil sie noch so viel kleiner sind als deine, mit äußerster Vorsicht zu genießen. Denn mit dem ersten Bier oder auch nur dem bloßen Gedanken daran, verabschiedet sich jegliches Zuständigkeits- und Verantwortungsgefühl. Ich weiß von Saufgelagen, bei denen die ebenfalls anwesenden und irgendwann quengelnden Kinder aus vorheriger Ehe mit in immer kürzer werdenden Abständen herausgegebenen 10€-Scheinen "ruhiggestellt" wurden und die Kinder im Rollentausch schließlich meinen Mann nach Hause bringen mussten.

    Dass ich auf dieses verantwortungslose Verhalten als Teil der Sucht keinen Einfluss habe, musste ich irgendwann akzeptieren. Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass ich jederzeit damit rechnen muss, und sehr wohl Einfluss darauf habe, eventuelle Gefahren von meinen Kindern schon im Voraus abzuwenden.

    So traurig es auch ist, aber da heute kein wichtiges Spiel anstand, konnte ich ihm nachmittags beide Kinder für einen langen Spaziergang anvertrauen, sollte Deutschland dem Finale nahe kommen, ist selbst tagsüber wieder Vorsicht geboten.

    Und was habe ich mir heute Gutes getan? :idea:

    Die ersten zehn Minuten so ganz ohne Kinder haben sich ziemlich eigenartig angefühlt. Aber dann fing ich an mich zu entspannen, ich habe den Haushalt einfach Haushalt sein lassen und war ein paar Stunden einfach nur ich selbst.

    Liebe Grüße
    Nina

    Ja, Nici, hast recht, immer in Bewegung bleiben, nur so kann es auch vorwärts gehen.

    Meine Große hat den heutigen Nachmittag mit ihrem Vater verbracht und viel Spaß gehabt. Sie möchte unbedingt Papas neue Wohnung sehen und er hat ihr für morgen eine Besichtigung versprochen. Geht doch.

    Den unverhofft "halbfreien" Nachmittag habe ich genutzt, um noch ein paar Besorgungen zu machen, und als ich dann mit meinem Kurzen an der Bushaltestelle stand, habe ich festgestellt, dass es mir trotz der momentanen heftigen Streitereien wesentlich besser geht als in den vergangenen Jahren: Ich habe paradoxerweise MEHR Ruhe, MEHR Zeit für mich und vor allem einen viel KLAREREN Kopf.
    Und obwohl ich weder ihn, noch tiefschürfende Gespräche (Ironie off) oder vermeintliche Liebe vermisse, bin ich immer noch sehr gekränkt, verletzt und manchmal sogar wütend und weiß im Prinzip gar nicht warum und worauf. Mal bin ich die Ruhe selbst, sehe alles ganz klar und stehe über den Dingen, und dann wiederum kann mich eine winzige Bemerkung von ihm so aus dem Konzept bringen, dass ich hochgehe wie eine Rakete. Ich hoffe, das bekomme ich irgendwann noch in den Griff.

    Nächste Woche habe ich den Termin bei der Beratungsstelle, vielleicht darf ich dort noch den einen oder anderen Apfel vom Baum der Erkenntnis pflücken.

    Und was habe ich mir heute Gutes getan? :idea:
    Einen ausgiebigen Spaziergang, ein fettes Waldmeister-Eis, ein Paar neue Schuhe und ein stundenlanges Telefonat mit einer Freundin.

    eine gute Nacht wünscht
    Nina

    Hallo nici,

    Zitat von n i c i

    Was wär das nur fürn Abend geworden, vor kaum 3 Tagen.
    Alle drei hätten wir gelitten, nur einer hätte wie ein kleines Baby sorglos seinen Rausch ausgeschlafen, und von den ganzen emotionalen Scherbenhaufen, den er hinterlassen hat, nichts mitbekommen.

    Wie treffend formuliert. Gerade heute (Mittwochs ist immer der feste Trinktag bei ihm) habe ich den Abend mit meinen Kindern dermaßen genossen. Mit meiner Großen habe ich eine Choreographie zu "Hänschen klein" einstudiert und wir haben Tränen gelacht. Der Kurze hat uns zugesehen und lauthals gegluckst. Einfach herrlich und völlig entspannt.

    Und was habe ich die vergangenen Jahre an so einem Abend gemacht? Ich wäre im Wissen wie es endet schon vorab wütend auf ihn gewesen und hätte mir das Hirn zermartert, wie ich ihn ändern kann. Wie naiv man doch in unserem Alter manchmal noch sein kann, und einfach seine kostbare Lebenszeit verschwendet, als ob noch 5 Leben folgen würden :idea: .

    Liebe Grüße
    Nina

    Mein Termin beim Anwalt hat mich in existenzieller Hinsicht ausserordentlich beruhigt und mir sogar noch zusätzliche Perspektiven aufgezeigt. Zeigt sich mein Mann weiterhin uneinsichtig, wird ab nächster Woche Ernst gemacht. Mir ist klar, dass das unumgänglich sein wird, trotzdem bin ich doch etwas traurig darüber, diesen harten Weg gehen zu müssen. Andererseits kommt sogar so etwas wie Freude auf, denn es bedeutet für mich eine enorme Entlastung, keine end-, ergebnis- und sinnlosen Gespräche mehr führen zu müssen und dies dann einfach Aussenstehenden überlassen zu können.

    Ich hatte ihm angeboten, unserer Tochter gemeinsam die Situation altersgerecht zu erklären, damit sie weiß, dass wir beide dahinter stehen und sie weiterhin liebhaben werden, er hatte leider nur kein Interesse daran. Nach einem Wortwechsel mit belanglosem Inhalt steht gestern dieses kleine Wesen vor mir und fragt mich, ob Papa weggefahren ist, weil wir immer streiten. Also habe ich es ihr jetzt endlich erklärt und hoffe, dass sie es gut verarbeiten kann.

    Persönlichen Kontakt vermeide ich zur Zeit konsequent, er findet nur noch per e-mail statt. Für die Kinder hat er imo eh keine Zeit, die WM steht an, die Besäufnisse müssen vorbereitet werden, und seine beiden Betthäschen wollen schließlich auch Beachtung finden.

    Und was habe ich mir heute Gutes getan?
    Ich war mit meinem Sohn beim Babyschwimmen und er hatte mächtig Spass daran. Anschließend für mich ein Riesenstück Erdbeertorte, und am Abend ist der kleine Mann völlig erschöpft in meinem Arm eingeschlafen. Das Lächeln in seinem Gesicht, kurz bevor er die Augen schloss, hat mir gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

    Eine gute Nacht wünscht euch
    Nina

    Hallo Nici,

    danke für deine Antwort, du bist ja selbst gerade mächtig im Stress, wie ich gelesen habe. An dieser Stelle meine Glückwünsche zu dem schnellen Auszug deines Mannes. Ab jetzt kann es nur noch aufwärts gehen!

    Bis zum Termin würde es zwei Wochen dauern, hat man mir gesagt, d.h. Die Beratungsstelle wird sich also Anfang nächster Woche melden. In der Zwischenzeit werden ich mich mit Dingen wie dem Ausfüllen des Beratungshilfeantrags und Vorbereitung meiner Unterlagen beschäftigen. Den Termin beim Fachanwalt konnte ich bereits schon für morgen vereinbaren und ein Vorsprechen beim Jugendamt ist auch zeitnah geplant, so dass ich bis dahin nicht untätig herumsitzen muss.

    Eine SHG werde ich (noch) nicht besuchen, dafür fehlt mir einfach momentan die Zeit. Ist aber langfristig auch angedacht.

    Erst einmal sehen, was mir der Termin morgen bringt. Immer schön ein Fuß vor den anderen und dabei den Humor nicht verlieren. 8)

    Ich hoffe, dir stehen ruhigere Zeiten bevor als mir.

    LG Nina

    Dass das Gespräch wieder einmal bloße Hinhaltungstaktik war, muss ich wohl nicht mehr erwähnen. Es war wohl nur der Reststrom auf den Co-Knöpfen, die die Hoffnung auf eine gütliche Einigung noch einmal haben aufflackern lassen. Dass auch seine eigenen Kinder davon betroffen sind, ist ihm absolut Latte. Ende vom Lied war, dass ich ihn angesichts absolut absurden Forderungen hochkant aus dem Haus geworfen habe.

    Also kurbel ich jetzt die Wirtschaft an, und besorge mir morgen einen Termin bei einem Fachanwalt, damit ich mich nicht mehr in diese sinn- und ergebnislosen Diskussionen verstricken lassen muss.

    Seit zwei Tagen ist mein Mann nun mit kleinem Marschgepäck ausgezogen, deshalb steht diese Woche auch noch eine Erklärung für meine dreieinhalbjährige Tochter an, der wir bis jetzt noch mehr oder weniger glaubhaft dargestellt haben, dass Papa viel arbeiten muss, und deshalb nebenan schläft. Damit ich dabei nichts falsch mache, habe ich mir schon letzte Woche meine Situation bei der Suchtberatungsstelle, die auch alle anderen damit zusammenhängenden Bereiche abdecken, dargestellt, leider dauert es zwei Wochen, dort einen Termin zu bekommen.

    Glaubt mir, ich bin mittlerweile bereit, JEDEN Weg zu gehen, um meinen eigenen Teufelskreis Sucht/Co-Abhängigkeit ein für allemal zu durchbrechen, damit meinen Kindern dieses schwere Erbe nicht aufgebürdet wird.

    Mal ist man die Taube, mal das Denkmal.

    Eure Nina, die leider gerade das Denkmal ist

    Mühsam nährt sich das Eichhörnchen.

    Bei mir geht es zwar noch schleppend voran, aber dafür in die richtige Richtung: VORWÄRTS!

    Nach 5 Monaten Stubenhockerei mangels Zuverlässigkeit des Kindsvaters war ich doch glatt unerwartet mit ein paar Freundinnen unterwegs und hatte viel Spaß. Das Drama, das folgte, weil ich es gewagt hatte, ihn unglaubliche vier Stunden auf seine (!!) (schlafenden) Kinder aufzupassen, lasse ich jetzt einfach mal weg, denn es konnte mir den schönen Abend eh nicht verderben :lol: .
    Im Anschluss daran war er dann erstmal für 16 Stunden wie vom Erdboden verschluckt, obwohl sein Sohn für ein paar Tage bei uns war.

    Weil alles mündliche Bitten und Appellieren an seine Vernunft seit Monaten nichts half, habe ich meinem Mann auf Anraten des Anwalts per Einschreiben eine schriftliche Aufforderung zur Unterhaltszahlung geschickt. Damit er wenigstens nach dem Öffnen des Umschlags nicht vor den Augen des Postboten aus den Puschen kippt, habe ich ihm vorab eine Kopie gemailt.
    Erwartungsgemäß war er sehr darüber erbost, wie ich es nach Jahren der Selbstversorgung wagen kann, GELD von ihm zu fordern. Alle anderen würden mein absolut überzogenes Verhalten eh nur noch belächeln 8).

    Nach diesen Vorfällen hätte ich meinen rechten Arm dafür verwettet, dass er nie und nimmer zum gemeinsamen anwaltlichen Beratungstermin erscheint, doch erstaunlicherweise war er sogar pünktlich da und das Gespräch lief wider Erwarten sehr friedlich ab (oder ist es nur die Ruhe vor dem Sturm?).

    Ich habe mich in den letzten Wochen bereits mit dem Gedanken angefreundet, Haus und Hof mit den Kindern zu verlassen, weil mir unsere Ruhe mittlerweile wesentlich mehr wert ist als ein paar Backsteine. Aber wenn wir es tatsächlich schaffen sollten, uns noch über einen für den Vertrag notwendigen Betrag einigen könnten, könnte ich vielleicht sogar hier wohnen bleiben. Morgen also noch ein letzter Kraftakt eines Einigungsversuches. Ich wage es kaum, auf einen lichten Moment zu hoffen, aber egal wie es ausgeht, ich weiß dann auf jeden Fall, wie es für mich und die Kinder weitergeht :idea:

    Hoffnungsvolle Grüße
    Nina

    Ja, Martha, du hast richtig gelesen, ich lebe (noch) Tür an Tür mit ihm :roll:. Das ist für mich momentan sehr anstrengend, weil ich ständig die verständlichen Fragen meiner Tochter wie "Wo ist Papa?", "Wann kommt er?", "Warum schläft er jetzt?" kindgerecht verpackt beantworten muss, obwohl es mir persönlich völlig egal ist, wo er sich gerade herumtreibt, selbst wenn er betrunken zum Mond fliegt. Wie du schon richtig bemerkt hast, tut meiner Tochter die Situation auf Dauer nicht gut.

    Leider weigert er sich seit unserer Trennung vehement auszuziehen und versucht natürlich auf alle erdenklichen (und sehr merkwürdigen) Arten wieder einen Fuß in die Tür zu bekommen. Neulich behauptete er, wir wären gar nicht getrennt, das müsste ich erstmal beweisen :roll:
    Und weil für mich langfristig finanziell eine Menge auf dem Spiel stehen könnte, kann ich den Druck erst erhöhen, wenn ich mich beim Anwalt nach allen Seiten hin abgesichert habe. Nächste Woche bin ich dann hoffentlich schlauer.

    Ich wünsche mir so sehr, diesen kranken Mist ganz schnell und endgültig hinter mir lassen zu können, ich würde momentan wohl beide Nieren dafür spenden :wink:

    Liebe Grüße
    Nina, die nie wieder einen Mann mit Bierfahne mit einem Prinzen verwechseln will

    Wie blind kann frau eigentlich noch sein?

    Was ich während einer Datensicherung eines unserer alten Rechner entdecken musste, schlägt dem Fass noch nachträglich den Boden aus:
    Nicht nur, dass mein Mann seit Jahren Mitglied in nahezu allen Singlebörsen Deutschlands ist und regen e-mail Kontakt zu diversen Damen pflegt, nein, er nimmt offensichtlich auch die Serviceleistungen von Seitensprungagenturen in Anspruch, samt Anleitung zur effektivsten Verheimlichungsstrategie.

    Obwohl meine Entscheidung ja auch vorher nicht rückgängig zu machen war, und ich mich seitdem viel mit meinen eigenen Verhaltensweisen auseinandersetze, fühle ich mich jetzt obendrein auch noch in anderer Weise benutzt und finde -so sehr ich auch suche- keinen Funken Respekt mehr für diesen Mann. Einziger Vorteil ist wohl, dass jetzt nicht mehr viel kommen kann, was mich noch nachträglich verletzen könnte, ich habe hoffentlich jetzt wirklich alles auf dem Tisch.

    Mir drängt sich trotzdem die Frage auf, ob ich wirklich NICHTS bemerkt habe, oder ob ich es -wie so viele andere Dinge- einfach nicht merken WOLLTE.

    Aber es gibt auch sehr positive Nachrichten von der Front: Ich lebe momentan zwischen Farbeimern und Pinseln und mich hat der Renovierungswahn gepackt. Parallel zu meinem Leben krempel ich gerade die gesamte Wohnung um und habe richtig Spass daran, beides neu zu gestalten. In jeder freien Minute wird gestrichen, geschraubt und gehämmert und mit jedem Pinselstrich entferne ich mich zu meiner eigenen Begeisterung emotional noch weiter von dem alten Ballast. Und nächste Woche habe ich dann den langersehnten Termin beim Anwalt, der mich hoffentlich noch einen großen Schritt weiter voran bringt.

    Sieht so aus, als würde in jeder Hinsicht noch ein Haufen Arbeit vor mir liegen.

    LG
    Nina
    , die jetzt annähernd verstehen kann, wie sich die Frau von Tiger Woods fühlt :wink:

    Hallo Nea,

    War es bei deinem Mann also gar nicht so, dass er lieber bei seiner Familie u in seinem schönen Haus selbstgebauten Haus war als in der Kneipe zu hocken? :(

    Das musste er notgedrungen, denn als er seine Geliebte Alkohol nicht mehr mit zu mir und den Kindern nach Hause bringen durfte, blieb ihm nichts anderes übrig, als sie in der Kneipe zu treffen und in sich hineinzuschütten.

    Mein Mann wollte eine Familie mit mir gründen, hat dafür sogar eine vierstündige Operation in Kauf genommen. Er liebt sein Zuhause und hängt sehr an seinen Kindern, macht die tollsten Sachen mit ihnen, wenn er nüchtern ist. Und gleichzeitig vergiftet er ihnen mit dem Alkohol ihre Kindheit und macht sie zu künftigen EKA´s. Für Aussenstehende nicht nachvollziehbarer Irrsinn, für mich eine der schmerzvollsten Entscheidungen, die vermeintliche Liebe meines Lebens wegen einer Flüssigkeit verlassen zu müssen, um mich und meine Kinder vor größerem Schaden zu bewahren.

    Er sagt mir, dass ihm das Kneipengehocke und Gesaufe schon selber auf die Nerven geht, und dass er sich schon so auf die Familiensonntage freut, und darauf, mit mir und den zukünftigen Kindern was zu unternehmen, bzw., was für uns zu tun, Arbeiten am Haus, im Garten, im Stall...

    ...und dass ihn dann die Kneipe nicht mehr interessieren wird.

    Wenn das Haus fertig ist, wenn die Glühweinstände abgebaut sind, wenn er genau diesen Job bekommt, wenn Silvester vorbei ist. WARUM nicht JETZT?
    Ich habe das Pferd irgendwann mal von hinten aufgezäumt und mich gefragt, was wäre, wenn MICH mein Partner auf meinen steigenden Alkoholkonsum anspräche, und sich Sorgen darum machte. Und fand eine ziemlich simple wie einleuchtende Anwort: Ich würde den Konsum problemlos SOFORT und für immer einschränken können, problemlos deshalb, weil es für mich kein Verzicht bedeuten würde und mir darum ausgesprochen leicht fiele.

    Wenn einem das so dezidiert gesagt wird, möchte man das doch gern glauben.

    Geglaubt habe ich auch immer wieder voller Überzeugung, wer zerstört sich schon gern eigenhändig den Traum von der heilen Familie? Irgendwann war aber auch für mich nicht mehr zu übersehen, dass das was er sagte, absolut nicht zu dem passte, was er tat.

    Wenn er von heut auf morgen sagt:"Du, mir ist die Kneipe wichtig und ich werde weiterhin mit meinen Kumpels nach der Arbeit meine Bierchen trinken, und mich am Sonntag ab 11 zudröhnen. Du kannst da gerne mit machen und wenn nicht, dann halt nicht." Dann könnte ich mich problemlos u strikt entscheiden.

    Diese Frage, warum er es dir nicht klar sagt, hast du dir schon selbst beantwortet: Wenn er dieses klare Statement abgeben könnte, würdest du dich problemlos (gegen ihn) entscheiden.

    Aber ich möcht doch so gern diese zukunft leben und seinen Worten glauben.
    Und mittlerweile weiß ich gar nicht mehr, was er eigentlich tun könnte, um mich aus meinem Misstrauen raus zu holen.
    Weil ers problemlos 60 Tage (und davor 2 Jahre lang) ohne Alk aushält, ohne mit der Wimper zu zucken.
    Weil er für mich nicht einstufbar ist, als Quartal-, Spiegel- oder was auch immer-Trinker.

    Das mit der Zuordnung zu einer Schublade hätte ich auch immer gern gehabt, um sicher zu sein, die richtige Entscheidung zu treffen. Mein Mann hat sich von anfänglichen 4-6 Bier ein bis zweimal im Monat innerhalb von vier Jahren auf mittlerweile 2 bis 4 Trinkgelage in der Woche (!!) gesteigert. Zwischendurch gab es auch Trinkpausen von sogar drei Monaten.
    Und genau das machte es mir so schwer: ich konnte ihn nicht eindeutig einordnen und in diesen Trinkpausen hat er -um seine Schuldgefühle zu minimieren- so viel für die Familie getan, war charmant, liebevoll und zuvorkommend, so dass ich mich wieder beruhigte, neue Hoffnung schöpfte und weitermachte wie zuvor. Die Zeitabstände wurden schleichend immer geringer und irgendwie blieb immer ein bißchen mehr fader Beigeschmack aus der letzten Runde des Karussells hängen, bis irgendwann auch die schönsten Worte nicht mehr "schmecken" wollten. Um ungestört trinken zu können, musste er sich nicht nur sich selbst in die eigene Tasche lügen, sondern leider auch mir als Partner etwas vormachen. Das Vertrauen blieb dann von ganz allein auf der Strecke und war irgendwann irreparabel beschädigt.

    Als ich hier im Forum aufschlug, wurde ich gefragt, was es denn mit MIR macht, wie es MIR dabei geht, ob ich so wie es heute ist, damit leben kann. Und ich fragte mich: "Wieso mit mir? Ich bin o.k., ich will doch IHM helfen, will, dass ER sich ändert. Er muss doch nur weniger trinken, dann ist alles gut." Und genau das ist der Knackpunkt.
    Es ist völlig irrelevant, wieviel Alk er wann, wo, mit wem und wie oft trinkt, und in welche Schublade er letztlich passt, er ist schon groß und entscheidet das selbst. Wichtig bist DU und was es mit DIR macht. Und das kannst du nur herausfinden, wenn du mal nur auf DICH und DEINE Bedürfnisse schaust.

    Weil ich es für möglich halte, dass wir auf einem Level miteinander leben können, wo es mich nicht stört, dass er Alkohol trinkt und ich mein Ding mach und er eben seins.

    Genau so ist es jetzt bei uns: er trinkt, ich mache mein Ding und er seins. Nur: Wir sind getrennt und leben nicht miteinander. Darunter stell ich mir dann doch etwas anderes vor.

    Das liest sich alles nicht gut an. Gar nicht gut...[/quote]

    Und deswegen: schreib und lies hier, was das Zeug hält. Dabei sortiert sich schon einiges.

    Liebe Grüße
    Nina

    PS: Vielleicht kann mir jemand einen technischen Tipp geben, wie ich die Zitatfunktion sinnvoll nutzen kann :oops:

    Hallo Nea,

    als ich meinen Mann kennenlernte, hatte ich einen tollen Job, tolles Geld und jede Menge Spass. Wir waren gesellig, viel unterwegs und dafür dass mein Mann öfter mal einen über seinen Durst getrunken hat, hatte ich jede Menge plausible Erklärungen für unser Umfeld und vor allem für mich selbst parat. Wir bauten unser Haus und heirateten. Mit der Geburt unserer ersten Tochter war das Partyleben natürlich erstmal passé. Aber leider nur für mich, denn mein Mann lebte weiterhin in seinem -wie du es so schön nennst- Kneipenwohnzimmer.
    Es folgte das Übliche: zig Gespräche, Androhungen von Konsequenzen, Heimlichkeiten, Lügen, Versprechungen, Trotz, Heulen und Zähneklappern, Schuldzuweisungen, emotionale Erpressung und immer wieder neue Gründe um immer öfter und immer mehr zu trinken. Kurz nach der Geburt unseres Sohnes Anfang des Jahres folgte dann (letzt)endlich die Trennung, die jedoch aufgrund der finanziellen Verstrickungen und fehlender Akzeptanz meines Mannes, der zwar seine Familie nicht verlieren aber dennoch weitersaufen will, noch einige nervenaufreibende Zeit andauern kann.

    Ich habe also genau das, was du für dich als Super GAU beschreibst: Ein Haus, zwei Kinder, keinen Job und so oder so einen extrem unzuverlässigen Familienvater mit rasant wachsendem Alkoholproblem, der entweder arbeitet, trinkt oder schläft, eigentlich das gesamte Familieneinkommen für sich selbst und seine Kneipentouren benötigt und seine Stimmung wechselt wie seine Unterhosen.

    Ich möchte nicht Schwarzmalen und auch nicht pauschalisieren. Im Gegenteil, ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass deine Lovestory einen ganz anderen Verlauf nimmt.

    Pass einfach gut auf dich auf!

    Es grüßt dich
    Nina

    Jetzt ist tatsächlich passiert, was ich kaum für möglich gehalten hätte. Mensch, ich bin gerade dermaßen wütend auf mich, weil ich mich habe provozieren lassen und das auch noch vor meiner Tochter.

    Eigentlich war ich heute Abend mit einer Freundin verabredet, mein Mann wollte hier bei mir auf die Kinder aufpassen. Er war auch pünktlich und nüchtern hier, die Stimmung war ausgesprochen gut.
    Wie aus dem Nichts fährt er mich dann plötzlich an, weil ich ihm noch einen harmlosen Tipp bezüglich eines veränderten Abendrituals der Kinder gegeben habe.
    Diesen und noch einen weiteren verbalen Angriff konnte ich erfolgreich ignorieren, beim dritten war´s dann aus mit meiner Contenance, ich habe meine Verabredung kurzerhand abgesagt und meinen Mann gebeten zu gehen. Leider hat er sich zunächst geweigert, so dass ich meine inzwischen völlig übermüdete Tochter ins Bett gebracht und ihn dann anschließend ohne weitere Diskussion energisch hinauskomplementiert habe.

    Das Ganze lief zwar im untersten Lautstärkebereich ab, trotzdem konnte ich meiner Tochter deutlich anmerken, dass sie durch die plötzlich feindselige Stimmung sichtlich verunsichert war.

    Toll gemacht, Supermama!

    Eine echt von sich enttäuschte
    Nina

    Hallo co-la,

    ich finde ganz und gar nicht, dass du nur einen kleinen Schritt damit gemacht hast, sondern einen sehr großen für dich und deine Kinder und vielleicht sogar den entscheidenden.

    Ganz besonders freut es mich zu lesen, dass du offensichtlich an einen Mitarbeiter der engagierteren Gattung geraten bist, denn der hilfreiche Einfluss des Jugendamtes ist oftmals nur so gut, wie der Mitarbeiter, der gerade vor einem sitzt.

    Ich wünsche dir ganz viel Energie für dich, deine Kinder und euren gemeinsamen Weg!

    Nina

    Dornröschen ist gerade echt genervt.

    Donnerstag Abend Gespräch über kurz- und mittelfristige Auswirkungen der Trennung, das leider wieder ins persönliche abdriftete und deshalb vorzeitig beendet werden musste. Freitag morgen unvorhersehbarer Stimmungswechsel: freudestrahlende Begrüßung samt der Feststellung, der Alk würde alles kaputt machen, und das sogar mit Pipi in den Augen.

    Freitag nachmittag sinnloses Rumgebagger an meiner Wenigkeit. Wohl, weil das nicht mal ansatzweise funktioniert hat, hat sich der Prinzgemahl dann anschließend erstmal anständig zulaufen lassen, um dann bis zum späten Nachmittag des darauffolgenden Tages auszuschlafen, aufzustehen und weiterzusaufen, statt sich wie versprochen am Samstag um die Kinder zu kümmern, damit ich etwas Wichtiges erledigen kann.

    Wie gut, dass Mutti jetzt immer Plan B in der Schublade hat. Ich habe diesbezüglich nicht mal mehr einen einzigen Vorwurf für ihn übrig :lol:

    Von mir aus kann er auch literweise Super bleifrei trinken, wenn es ihm schmeckt, aber ich bin es echt leid, meiner Tochter gegenüber mittlerweile fast täglich irgendwelche Ausreden zu erfinden, wo Papa jetzt ist, wann er kommt und warum es Menschen gibt, die schlafen, wenn am Himmel die Sonne scheint. Hoffentlich kommen wir jetzt bald endlich mit der größeren räumlichen Trennung voran, diese Zustände hier kosten einfach zuviel wertvolle Energie, die ich nötigst für mich selbst brauche.

    Sorry für das Getexte, das musste jetzt einfach raus.

    eine schon viel weniger genervte
    Nina

    Unterdessen warst Du ja nicht untätig.
    Du hast viel gelesen,an Dir gearbeitet.
    Aber ganz sicher bist Du Dir noch nicht,wenn ich das richtig verstehe.

    Das ständige Lesen der oftmals erschreckenden Erfahrungsberichte hier im Forum und etwas Fachlektüre zum Thema hat mich glücklicherweise in die Lage versetzt, sämtliche Aussagen, Versprechungen und Ausreden für mich besser einordnen zu können. Verbale Angriffe, Schuldzuweisungen usw. habe ich irgendwann einfach nicht mehr persönlich genommen, weil ich jetzt das Motiv dahinter verstand. Dadurch war plötzlich kaum noch Angriffsfläche mehr vorhanden und es wurde immer schwieriger für ihn, mich aus meiner Ruhe und wieder in das alte Fahrwasser zu bringen. Mit den davonschwimmenden Fellen wurden (und werden auch jetzt noch) sämtliche Register gezogen, die ich ja bereits aus den diversen Threads hier kenne, ein Verhalten, dass ich bei meinem Mann nicht für möglich gehalten hätte.
    Mit diesem Hintergrundwissen und wachsendem Abstand war es mir dann möglich, die Situationen von aussen -fast wie in einem Film- zu betrachten.

    Meiner Sache bin ich also schon sehr sicher, unsere Trennung ist ja nun auch schon ein paar Donnerstage her und ich habe meine Entscheidung aus vielerlei Gründen bis zum heutigen Tag nicht eine Sekunde lang bereut.

    Mir geht es erstaunlich gut und ich vermisse ihn nicht mal, aber trotzdem oder gerade deswegen stelle ich mir immer wieder dieselben Fragen: was, wenn das morgen anders ist? Was, wenn er morgen aufgibt und sich abwendet? Wird es mir dann doch etwas ausmachen oder falle ich sogar in ein großes Loch? Geht es mir vielleicht nur gut, weil es ihm schlecht geht?

    Ich weiß, es ist echt schräg, sich jetzt schon Gedanken dazu zu machen, eine Antwort auf diese Fragen werde ich wohl erst bekommen, wenn es tatsächlich so sein sollte.

    Liebe Grüße
    Nina

    Hallo zusammen,

    ich habe mich lange nicht mehr zu Wort gemeldet, zum einen weil ich durch meine Schwangerschaft viel mit mir selbst beschäftigt war, zum anderen weil ich zunächst etwas ganz allein mit mir selbst ausmachen musste- vielleicht so eine Art Schweigephase. Oder auch einfach: nicht hundertprozentig zu wissen, das Angekündigte und Angedrohte dieses Mal auch tatsächlich in die Tat umsetzen zu können.

    Trotzdem oder gerade deswegen habe ich die ganze Zeit über still mitgelesen, habe so ziemlich alle Threads wie ein Schwamm aufgesogen, meinen eigenen von damals habe ich mir wohl so um die fünfzig Mal zu Gemüte geführt. Ich habe zwischenzeitlich ganz gut gelernt zu verstehen wie er tickt und noch viel wichtiger: wie ich ticke, warum ich immer wieder Entscheidungen getroffen habe, die mir absolut nicht gut tun, warum ich immer wieder Hoffnung hatte, wo beim besten Willen gar keine mehr Sinn machte.

    Auch habe ich überlegt, ob ich in meinem alten Thread weiterschreibe, oder einen neuen eröffne. Irgendwie kommen mir die Gedanken, die ich damals hatte, so fremd und so weit entfernt von meinem heutigen Standpunkt vor, aber der Hauptgrund für die Eröffnung eines neuen Threads ist der Beginn eines neuen Lebenskapitels.

    Denn nach dem letzten Knall im September hat sich einiges bei mir getan:

    1. Jawoll, ich bin noch einmal kurz abgebogen: Auf Bitten und Betteln meines Mannes hatte ich mich darauf eingelassen, die Einhaltung seiner unzähligen Versprechen aus sicherer Entfernung – nämlich meiner eigens sorgsam errichteten Abgrenzung- zu beobachten, um ihm dann zum Zeitpunkt meiner Wahl eine erneute Chance zu geben. (Was für ein Schwachsinn javascript:emoticon(':roll:') )

    2. Vor einigen Wochen wurde mein kerngesunder Sohn geboren javascript:emoticon(':D').

    3. Zur Fortsetzung von Punkt 1 kam es natürlich nicht mehr, denn auch die längste Trinkpause hat einmal ein Ende

    Hinzu kam noch, dass ich Anfang des Jahres dank Kommissar Zufall erfahren habe, dass sich zu dem Alkohol- nun auch noch ein Spielproblem gesellt hatte.
    Die Verbundenheit und das Vertrauen zu meinem Mann waren mir ja schon länger abhanden gekommen, meinen Ehering trage ich seit Weihnachten 2008 nicht mehr, aber spätestens jetzt war auch das allerletzte Fünkchen Hoffnung weg. Und wo es keine Hoffnung mehr gibt, gibt es auch keinen Grund, sich länger aufzuhalten. Rette sich, wer kann.

    Auf Einzelheiten unserer Trennungsgespräche möchte ich nicht näher eingehen, sämtliche Ausflüchte, Argumente und Versprechungen sind euch zur Genüge bekannt.
    Fakt ist, dass wir zwar noch im gleichen Gebäude leben, aber jeder von uns seine eigene Tür hat und eigenes „Ding“ macht. Ich zumindest. Auch wenn er es mir schwermachen will, indem er die Kinder zu verabredeten Zeiten plötzlich doch nicht mehr nehmen kann, weil etwas immens Wichtiges dazwischen gekommen ist, oder er unaufgefordert vor der Hintertür steht um mal eben den Kleinen zu sehen. Ich habe mir angewöhnt für solche Fälle immer „Plan B“ in der Tasche zu haben, was zwar auch nervig und anstrengend ist, aber immer noch nur halb so anstrengend wie mit einem Alkoholiker zusammenzuleben.
    Meine für ihn penetranten Bemühungen, eine noch größere räumliche Distanz zu schaffen, scheitern momentan noch an seiner Ignoranz, wenn es nach ihm ginge, könnte erstmal alles so bleiben wie es ist (bis ich es mir wieder anders überlege).
    Es ist zwar schon viel vom Tisch, aber es gibt noch einige Dinge zu regeln, und ich muss oft Druck ausüben bei seiner heute-Hüh-morgen-Hott- Stimmung. Trotzdem geht es mir damit schon wesentlich besser, denn jetzt bin ich endlich in der Lage meinen Kindern und vor allem mir meine ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken.

    Aufgrund meiner Erfahrungen mit mir selbst horche ich in regelmäßigen Abständen misstrauisch und tief in mein Innerstes hinein: Ob wirklich keine Zweifel mehr für mich bestehen, diesen Weg weiter gehen zu wollen, ob mein Herz nun tatsächlich den Verstand eingeholt hat, und ich bekomme (noch) immer dieselbe erleichternde Antwort: Es gibt nichts mehr, was mich noch halten kann, und es gibt nichts innerhalb meiner jetzigen Vorstellungskraft, das mich jetzt noch zur Umkehr bewegen könnte. Die Schmerzgrenze ist längst mehrmals und weit überschritten, meine Leidensfähigkeit trotz konsequenter Abgrenzung erschöpft. Ich hoffe inständig, das bleibt auch so.

    So, das war´s erstmal von der Front.

    Es grüßt euch
    Nina

    Liebe kk,

    vielen Dank für deine aufbauenden Worte. Ja, es ist meine Entscheidung. Eine Entscheidung, die über viele Monate und Wochen gereift ist, und die die einzig richtige ist. Nicht um ihn zu einer Änderung zu bewegen, sondern einfach um eine Konsequenz zu ziehen, um mich und die Kinder vor weiterem Schaden zu bewahren und ihnen eine Kindheit zu ermöglichen, an die sie vielleicht sogar einmal gern zurückdenken.

    Tränen werden wohl meinerseits nicht mehr kommen, es ist über die Jahre alles geweint, was geweint werden musste.

    In deinem letzten Satz hast du wahrscheinlich den Nagel auf den Kopf getroffen: der Kampf bricht nach vollzogener Trennung erst richtig los. Noch mehr Abstürze, nächtliche Anrufe, Angst und Sorge an den Besuchswochenenden.
    Vielleicht muss ich noch lernen, nicht alles im Vorfeld kontrollieren und berechnen zu können und manche Dinge einfach auf mich zukommen zu lassen um erst dann zu reagieren.

    LG Nina