Hallo zusammen,
da ist Dornröschen also wieder. Ich bin sozusagen in den letzten acht Monaten noch einmal kurz eingenickt. Fataler Fehler meinerseits.
Auch ich habe mich noch ein letztes Mal mit etlichen Versprechungen weichkochen lassen und habe die paar Wochen, die es gutging, selig vor mich hingeschlummert und eines guten Tages festgestellt, dass ich a. schwanger bin b. Insolvenz anmelden muss und c. sich nicht nur nichts geändert hatte, sondern es auch noch zusehends schlimmer wurde. Der Neuanfang sollte wohl eher eine zweite Chance für mich werden, um mich nun endlich mit den Gegebenheiten abzufinden.
Was sich aber seit Weihnachten merklich geändert hat, ist seine Emotionslosigkeit und Kälte. Wo er vorher noch zumindest versucht hat, zu beschönigen, einzulullen, oder einfach mit Aufmerksamkeiten wieder wettzumachen, ist jetzt nur noch Gleichgültigkeit. Was er sagt und wie er handelt könnte widersprüchlicher nicht sein. Seine Kinder können ihm kaum noch etwas recht machen, und selbst unsere 2-jährige Tochter wird sofort angefahren, wenn sie zum falschen Zeitpunkt den Wunsch äußert, mit ihm spielen zu wollen. Mein Mutterherz blutet zeitweise unendlich.
Im Frühjahr waren wir gemeinsam zum Gespräch beim Jugendamt eingeladen um unser Statement zum künftigen Wohnort seines Sohnes abzugeben. Seinen Einzug bei uns habe ich ganz klar ausgeschlossen und auch entsprechend begründet. Alternative wäre für mich der sofortige Auszug meines Mannes gemeinsam mit seinem Sohn gewesen, was jedoch bei meinem Mann und auch beim Jugendamt keine Zustimmung fand, da er weder ausreichend Zeit noch Kompetenz hat, um sich allein um ihn zu kümmern.
Kurze Zeit später stellte sich heraus, dass er seinem Sohn bereits fest versprochen hatte, dass er bei uns wohnen würde, so dass dieser bereits auf gepackten Koffern saß. Dem Jugendamt hat er erzählt, dass er seinen Sohn ab Datum XY zu sich nimmt, einem gemeinsamen Freund gegenüber erwähnte er, dass ich mich schon wieder beruhigen und diese Tatsache akzeptieren würde.
Das ist nun knappe sechs Wochen her, es folgten viele harte Worte, ein einzelner durch meine Widerspenstigkeit verursachter Termin bei der Eheberatung, eine eisenharte direkte Konfrontation mit seinem Sohn und mit dem Jugendamt, die Auflage, eine Suchtberatung zu kontaktieren, mindestens sieben Abstürze (vage geschätzt, da ich nicht mehr Co-mäßig mitzähle) und endlich getrennte Schlafzimmer.
Auf Nachfrage, warum ich ihn komplett ignoriere, habe ich ihm die Gründe, warum ich ihn verlasse, noch einmal schriftlich zukommen lassen. Wo ein Nicht-Alkoholiker entweder sagen würde: Ok., sehe ich genauso, lass uns lieber getrennte Wege gehen, oder anfangen würde zu kämpfen, sitzt er wie das Kaninchen vor der Schlange und zeigt erstaunlicherweise absolut null Reaktion. Wenn ich sie nicht sehe, sieht sie mich auch nicht. Was wiederum bedeutet, dass ich auf ihn zugehen muss, um ihn zum Auszug zu bewegen.
Sein Sohn, der jetzt drei Wochen in den Ferien bei uns ist, musste ihn letzte Woche nachts um vier im Nebengebäude, wo die beiden momentan schlafen, vom Boden aufsammeln, wo er volltrunken zusammengebrochen war, er hatte sich nicht getraut, mich zu wecken. Das Ende vom Lied war, dass sein Vater in das (einzige) Bett torkelte und ihn beim Versuch ihn zum Verlassen des Bettes zu bewegen wüst beschimpfte.
Seitdem hat der Junge einmal mich und einmal unsere neuen Mieter bestohlen. Weil mein Mann lediglich droht und droht, aber letztendlich nichts umsetzt (und wohl auch als glänzendes Vorbild nicht umsetzen kann), habe ich heute morgen zum Telefonhörer gegriffen und den Leiter der Einrichtung, in dem sein Sohn lebt, über die Geschehnisse, meinen Unwillen, mich in meinem Haus als Gast zu fühlen und alles wegschließen zu müssen und auch unsere bzw. MEINE Trennung informiert. Ich habe zwar erst beim zweiten Anlauf die Nummer gewählt, aber dafür habe ich klar Stellung bezogen und für mich sonst wichtige Hintertürchen unwiderruflich zugeschlagen. Jetzt wissen wirklich ALLE Bescheid.
Als ich vorhin meinen Thread noch einmal komplett durchgelesen habe, ist mir aufgefallen, dass ich den kurzen Dialogausschnitt ganz am Anfang in der Zwischenzeit mehrmals und gerade letzte Woche 1:1 genau wie geschrieben geführt habe. Das Erschreckende ist, dass es mir nicht einmal aufgefallen wäre, würde es hier nicht schwarz auf weiß stehen.
So, das musste jetzt alles ganz dringend unsortiert und unzensiert aus mir raus. Ich hoffe, ihr könnt mir noch folgen und habt jede Menge Feedback für mich, damit ich diesmal schön in meiner Spur bleibe.
LG Nina, die bereits einen Termin beim Anwalt hat