Beiträge von zerfreila

    Bitte lesen:

    Jamor, ganz bewusst bringe ich jetzt hier zwei Beiträge aus Deinem Thread „Strategien“, der erste ist von mir, der zweite von Dir, beide sind vom 2. Febr. 2012.

    Ohne hier auf einzelne Passagen Deines Beitrags vom Februar einzugehen, wirkt sehr vieles sehr widersprüchlich in Bezug auf Deinen aktuellen Thread hier. Lies Dir das noch einmal durch, vielleicht stößt Du selbst auf Deine sehr widersprüchlichen Aussagen.


    Wer ist denn damals für die Kosten Deiner langjährigen Haftstrafe aufgekommen, wer hat Therapie und Ausbildung bezahlt. Was ist mit den Menschen, denen Du Drogen verkauft hast. Viellcicht sind die durch Deine Deals überhaupt erst an Drogen ‚rangekommen. Vielleicht sind Deine Kunden von damals von den von Dir verkauften Drogen krank, süchtig geworden. Vielleicht sind Menschen, denen Du Drogen verkauft hast, daran gestorben. Die Schäden, gesundheitlich und wirtschaftlich, die Du durch Deine Deals vielleicht verursacht hast, weil Deine Kunden vielleicht auch kostenintensive Hilfe in Anspruch nehmen mussten. Was ist mit all dem Leid und dem Elend, welches Du vielleicht Durch Deine Drogen-Dealerei angerichtet haben magst! - Wer hat denn das alles bezahlt?

    Aber Du beschäftigst Dich ja wohl lieber mit den Anderen, das ist ja so einfach und leichtfertig gemacht.

    Mit Erfahrungsaustausch oder mit Lebensgeschichten und dem Leben nach dem Alkohol hat Dein sich mit anderen Menschen befassender, andere Menschen bewertender, beurteilender, abwertender Thread wirklich nichts zu tun.

    Schade. Gruß, zerfreila

    Ps: Frage: Hattest Du bezüglich Deiner Delikte Schuldeinsicht, wenn ja, hast Du diese verarbeitet, und wenn ja, wie?

    Hallo Petra,

    Danke für Deinen ausführlichen, offenen und ausdrucksstarken Beitrag. Dass Du Deinen Frieden gefunden hast, ist einfach wunderbar und es freut mich für Dich. Herzlichen Glückwunsch zu Deinem ersten, trockenen Jahr. Alles Gute auf Deinem weiteren Weg und liebe Grüße, zerfreila

    Hallo MaryLou,

    meinen Glückwunsch zu Deinen zwei Monaten ohne Alkohol. Für mich liest sich Dein Beitrag so, dass Du bereits auf einem, Deinem guten Weg unterwegs bist.

    Besonders aufgefallen ist mir Deine Gelassenheit und Deine Dankbarkeit.

    Ich wünsche Dir weiterhin einen guten Weg. LG zerfreila

    Zitat von Old Flatterhand

    Hallo schnuffig

    Weiterhin die Fähigkeit total für das
    da zu sein was du wirklich möchtest.
    Singen, herumhüpfen, tanzen, frech sein.
    Das ist deine spürbare Schönheit.
    Ein Schmetterling, der durch das Forum fliegt.
    Gratulation und Danke für das Jahr mit dir hier.

    Sei gesegnet

    OF

    Und ich finde auch diese Zeilen hier von OF ganz wunderbar und zutreffend...

    ...hallo schnuffig, auch ich entdeckte die Welt der Klänge und das eigene Singen wieder, auch das Singen in Gemeinschaft, ganz befreiend wirkt Singen, nicht nur seelisch sondern auch körperlich. Liebe Grüße, zerfreila

    Hallo Matthias,

    natürlich sind meine Zeitbegriffe relativ, für mich sind beispielsweise fünfzehn Jahre sehr lange und fünfunfzwanzig Jahre sehr, sehr lange. Für mich sind aber auch beispielsweise elf oder dreizehn Jahre schon sehr lange. Deshalb bin ich sehr wohl der Meinung, dass hier im Forum durch Euch Lanzeit-Trockene die Erfahrung bzw. ganz, ganz viel Erfahrung vorhanden ist. Und dafür bin ich Euch auch sehr dankbar. Denn Ihr bringt sie hier ein. So kann ich lernen von Euch.

    Und davon mal ganz abgesehen, ich kann auch lernen von länger trocken lebenen Menschen oder auch von Menschen, die beispielsweise bereits ein Jahr trocken unterwegs sind, und zwar immer dann, wenn von eigenen Erfahrungen berichtet wird.

    Der gute Austausch. Hier gibt es ihn. Und das ist gut so.

    Dankeschön und Euch einen schönen Tag. Liebe Grüße, zerfreila

    hallo schnuffig,

    Du schreibst mir aus der Seele. Ich erinnere mich an mein erstes, trockenes Jahr. Das Zu-mir-kommen, das Wiederentdecken der eigenen Gaben und Schätze, das Aufblühen, die Entfaltung, das Leichte, das Gute. Das Springen über Wiesen und Felder. Das Öffnen, die Offenheit. Die Beweglichkeit. Die Bewegung. Die Lebendigkeit.

    Schön, Dich so zu lesen. Die Schätze in Dir. Bewahre sie Dir. Du bist das Wertvollste, was Du hast.

    Ganz interessant auch, auch ich hatte kürzlich in meiner realen Welt mit Fabelwesen zu tun.

    Liebe Grüße, zerfreila

    Mein lieber zerfreila,

    ich beginne mal mit Uwes Beitrag in seinem Thread, einer Antwort an mich und es geht dabei um das zur Zeit hier diskutierte Thema „Rückfälligkeit nach längerer, langer und insbesondere nach sehr langer und sehr, sehr langer Zeit. Dabei gehe ich auf die hervorgehobenen Passagen besonders ein.

    Zitat von uwe.rothaemel

    Hallo Zerfreila
    Wenn ich Deine letzten Posts so lese, stellt sich Dir die Frage: warum werden auch langjährig abstinent Lebende rückfällig (wenn sie es doch so viel besser wissen müssten)?

    Meine erlebten Erfahrungen mit Menschen, die eine Jahrzehnt andauernde Abstinenz aufs Spiel gesetzt haben, hatten sich den Fragen ihrer veränderten Lebenssituation im Alter nicht gestellt.
    Wie vermeide ich Vereinsamung? Wie gehe ich mit körperlichen Schwächen um? Welche Ziele sind für mich noch relevant? Etc.
    Doch die meisten, die ich kenne, vermitteln mir ein Gefühl von Geborgenheit, Gelassenheit und Vertrauen. Gerade in der Sucht-Selbsthilfe (Manfred, Matthias und Old Flatterhand sind ja auch hier gute Beispiele dafür).
    Die Vermeidung des Alkohols spielt dabei nicht mehr die zentrale Rolle. Dass das geht, haben sie sich bewiesen. Ein „Rückfall“ wird, wie ich erfahren konnte, ganz anders behandelt, als in Selbsthilfegruppen mit „jünger abstinenter“ Struktur. Direkter und ergebnisorientiert (ist jedenfalls mein subjektiver Eindruck). Mit abstinenter Lebenserfahrung brauch ich ihnen ja nicht kommen – die haben sie.
    Gruß – Uwe.

    Hallo Uwe, Danke für Deine Ausführungen, für mich sind wieder gute Ideen dabei.

    Rückfall nach längerer, langer, und insbesondere nach sehr langer und sehr, sehr langer Abstinenz:

    Diese Menschen (lang, sehr lang und sehr, sehr lang trocken lebende Menschen) haben ja ganz viel richtig gemacht, sonst wären sie ja nicht so weit gekommen. Das ist mein Grundgedanke. Und dass sie es doch wissen müssten, dieser Ansatz wäre mir persönlich zu platt und auch nicht lebensnah. Denn Wissen allein nutzt ja nichts, ganz andere Faktoren spielen hier eine Rolle, darauf gehe ich hier aber nicht detailliert ein, da es wieder ein eigenes Thema ist. Es würde ja sonst das Durchlesen einer guten Informations-Broschüre und das inhaltliche Verstehen und Speichern ausreichen. So ist es aber in der Praxis nicht. Die sieht anders aus.

    Und bei der Betrachtung etwaiger Ursachen für den Rückfall bin ich ja mittlerweile sehr weit gekommen, die Frage beschäftigt mich ja auch nicht erst seit gestern, sondern bereits seit meinem ersten, abstinenten Jahr meiner neuen Trockenheit, und zwar im Zusammenhang mit dem Rückfall am Ende meiner ersten (längeren) Trockenheit von etwa drei Jahren, dabei öffne ich das Zeitfenster mit der Aufschrift 1992. Also geht es mir hierbei im Ursprung um eigene Betroffenheit, um eigene Erfahrung. Im dritten Jahr meiner neuen Trockenheit stand deshalb die Achtsamkeit ganz besoners im Mittelpunkt. Und besonders in der zweiten Hälfte meines vierten, trockenen Jahres kam ich verstärkt wieder auf dieses Thema zurück, dann schon mit Blick auf die wirklichen Langzeit-Trockenen.

    Und es ist auch noch gar nicht sehr lange her, als dieses Thema noch intensiver auf mich zukam und ich mich noch intensiver damit beschäftigte, dass Menschen selbst nach sehr langer und sehr, sehr langer Zeit Rückfälle bauen. Berichte darüber berühren und bewegen mich.

    Mittlerweile bin ich mit meinen Betrachtungen und Überlegungen und unter Einbeziehung eigener Betroffenheit und Erfahrung (92-er Rückfall nach längerer Abstinenz), durch Rückfallberichte wirklicher Langzeittrockener (beispielsweise nach fünfzehnjähriger oder nach fünfundzwanzigjähriger Abstinenz) und auch dank des Austauschs hier im offenen Bereich des Forums, (den ich sehr zu schätzen weiß, sehr zu schätzen deshalb, weil hier Schätze herumliegen zur freien Mitnahme, weil da Menschen sind, die diese Schätze einfach hierlassen und zur Mitnahme zur Verfügung stellen - Danke!) ganz gut weitergekommen.

    Die Erfahrungen der schon sehr, sehr lange trocken lebenden Menschen hier wie Elisabeth, OF, Matthias, Manfred) haben mir schon sehr viel gegeben. Aber auch die Erfahrungen von bereits längere Zeit trocken lebender Menschen, Uwe und BlueCloud nenne ich da beispielsweise, und jeder hat seine eigene Herangehensweise und seine eigene Art, das finde ich bemerkenswert, bemerkenswert gut. Ich kann hier dazulernen, das ist mir wichtig und wertvoll.

    Bespielsweise Elisabeths Beitrag zu ihren achtzehn Jahren. Oder der Hinweis von Matthias kürzlich in meinem Thread, dass es eben „Kleinigkeiten“, selbst ganz, ganz kurze Momente der Unachtsamkeit sein können. Mittlerweile habe ich mir dies für mich mit dem Bild des Sekundenschlafs verankert, der ja fatale Folgen haben kann. Ein weiteres Bild von mir dazu, ein Fußballspiel wird auch oft durch Kleinigkeiten, Winzigkeiten entschieden, die dann den Unterschied ausmachen. Solche bildhaften Verankerungen wende ich für mich gerne an, ist ja auch bekannt vom Lernen her (Lernen lernen).

    Ja, und dann natürlich der Klassiker: Trockenheitsarbeit vernachlässigt und eingestellt. Austausch vernachlässigt und eingestellt. Die Haltung/Einstellung/Mentalität: Ich bin doch nicht krank. Ich bin doch trocken.

    Also durch eine Mischung aus eigenen Erfahrungen, aus eigener Betroffenheit, aus Berichten Langzeittrockener, aus dem guten Austausch hier im offenen Bereich des Forums heraus, aus alldem heraus hat sich wieder was Gutes entwickelt.

    Und von Anfang an habe ich mich dabei nicht auf einen Defekt konzentriert, sondern auf meine Ressourcen, meine Fähigkeiten, meine Begabungen, auf das Gute. In Bewegung kommen, in Bewegung bleiben. Dabei achtsam bleiben. Und immer wieder dazulernen.

    Und ganz bemerkenswert, Uwe, finde ich auch Deine Anmerkungen zu den veränderten Lebensumständen im Alter im Zusammenhang mit dem Thema hier. Ich habe mir darüber schon sehr konkrete Gedanken gemacht und dies auch schon mit Freunden diskutiert. Daraus habe ich mittlerweile schon recht konkrete Vorstellungen, wie ich da herangehen und meine Vorstellungen umsetzen werde. Auch dies ist ein Thema, das es wert ist, betrachtet und ausgebreitet und diskutiert zu werden.

    Zwar etwas langatmig und durch zahlreiche Wiederholungen und Ergänzungen entwickelt, aber lebendig und es hat sich da wieder was Gutes ent-wickelt.

    Da hat sich wieder was Gutes entwickelt, Danke Sonnenblume, für diesen kleinen, schönen Satz. Denn so ist es.


    Ein kleines Resümee, einfach und klar.

    Bis bald und liebe Grüße, zerfreila unterwegs.

    Guten Morgen OF,

    mir gefällt das Bildhafte Deiner Beiträge besonders gut. Es wirkt leicht und dient doch der Verankerung, der Festigung, dem Lernen.

    Danke und Dir einen schönen Tag, liebe Grüße, zerfreila

    Hallo Jamor,

    es geht doch hier in diesem Bereich um Lebensgeschichten, Erfahrungen und das Leben nach dem Alkohol. Von hier weitergegebenen Erfahrungen kann ich lernen und der Austausch kann sehr wertvoll sein. Über Erfahrungen wird doch hier geschrieben und das ist gut so. Und es lesen hier wohl doch auch sehr viele Menschen, die noch trinken und viele davon doch wohl mit dem Wollen, damit aufzuhören. Nicht zuletzt diesen Menschen können die Erfahrungs-Beiträge Mut machen und Motivation und Hilfe sein.

    Menschen, die hier von sich schreiben und ihre Erfahrungen somit an andere Menschen weitergeben und im Übrigen damit auch ihre Zeit und Arbeit investieren, einfach so, denen bringe ich großen Respekt und hohe Wertschätzung entgegen.

    Einfach so, Erfahrungen weitergeben. Eine Selbstverständlichkeit ist das nicht. Ich bin dankbar und froh, dass es solche Menschen hier gibt. Und auch die Möglichkeit, sich hier überhaupt austauschen zu können, ist keine Selbstverständlichkeit. Ich bin froh und dankbar, dass es diese Möglichkeit hier gibt.

    Ich empfinde Deinen Meinungs-Beitrag, der sich ja auf andere Menschen bezieht, als verallgemeinernd und bewertend und einstufend. Das ist mal leichtfertig gemacht. Schublade auf, Schublade zu, sozusagen. Davon halte ich nichts.

    Und es dürfte wohl auch sehr naheliegend sein, dass in einem Forum für trockene Alkoholiker nun eben auch dort hauptsächlich Themen und Beiträge zu finden sind, die sich mit damit befassen. Unabhängig davon hat jeder hier sein Leben, das er täglich lebt.

    Im Übrigen halte ich es für sinnvoller, Deinen Thread unter „Sonstigem“ zu platzieren.

    Gruß, zerfreila

    Zitat von Sonnenblume

    Lieber Zerfreila,

    da hat sich wieder was Gutes entwickelt.
    Ich kann mit Uwes und Deinen Aussagen sehr viel anfangen.

    Danke auch Dir.

    Dir eine gute Woche .... unterwegs

    lieben Gruß Sonnenblume :)

    Liebe Sonnenblume, Danke für Dein Feedback, freut mich. Bis bald mal wieder und Dir auch eine gute Zeit. Liebe Grüße, zerfreila

    Meinen vorhin bei Uwe verfassten Text hole ich mir mal hier zu mir, da er an die hier zuletzt ausgebreiteten Gedanken anknüpft bzw. diese ergänzt. -zerfreila-

    Zitat von silberkralle

    ich glaub. 10-20 von diesen 1000 tagen verteilen sich auf die restliche lebenszeit?

    schöne zeit

    :D
    matthias

    Glück Auf Matthias, Danke für Deinen Besuch, freut mich!

    Allerdings verstehe ich nicht, was Du mit dem von mir hervorgehobenen Satz meinst, obwohl ich ihn mir schon mehrmals durchgelesen habe.

    Bitte um Aufklärung :D

    Hallo Uwe,

    zunächst wegen der Hüften möchte ich Dir sagen, dass ich Fälle kenne, bei denen nach der OP wieder uneingeschränkte und schmerzfreie Bewegung auch unter sportlichen Gesichtspunkten (Bergwandern, Fernwandern) möglich wurde. - Informationen zu unterschiedlichen Methoden und zu guten Operateuren halte ich im Vorfeld für sehr sinnvoll.


    Bei mir war es so, dass ich mich quasi ohne jeglichen Überbau und ohne viel Theorie und sozusagen autodidaktisch auf den Weg begab. Ob ich nicht im Nachhinein therapeutische Begleitung usw. vermisse: Nein! Mir sagte niemand "Geh raus in die Natur, beweg' Dich". Mir sagte niemand "Räum' die letzten Flaschen aus Deiner Wohnung" usw. Aber doch, ich sagte mir das, ich selbst war das.

    Von Anfang an konzentrierte ich mich auf mich und meine Ressourcen, meine Fähigkeiten und erfreute mich an meinen neuen bzw. wiedergewonnenen Errungenschaften. Sport und Natur. Klarer Kopf. Innere Ruhe. Beweglichkeit. Alles ganz konkret und nah und greifbar. Das war das, was mir Kraft gab. Damit verbunden auch das Gefühl, mich wieder auf mich verlassen zu können.

    Ich konzentriete mich auf mich und meine Fähigkeiten, nicht auf einen Defekt. So halte ich es im Übrigen auch in meinem beruflichen Alltag.

    Ich habe mich sozusagen aus mir selbst heraus, aus meinem eigenen Antrieb und aus eigener Motivation heraus und unter Nutzung meiner Ressourcen wiederentdeckt und entwickelt.

    Später kam der Austausch hinzu und das war und ist auch wichtig und gut. Auf Einmischungen habe ich von Anfang an verzichtet, ich habe von meinem eigenen Weg berichtet und konnte mir von Erfahrungen anderer Menschen etwas mitnehmen, von denen, die auch von ihrem eigenen Weg berichteten.

    Dass sich aber wirklich Langzeittrockene auch nach über zwanzig oder dreißig Jahren zum Austausch versammeln und nicht vergessen, dass sie einen Defekt haben, der bei Wiederausbruch fatale bis tödliche Folgen haben kann, das war für mich anfangs phänomenal, jetzt aber völlig normal und klar. Dies wurde mir erst nach knapp vier Jahren Trockenheit in solcher Deutlichkeit bewusst und deutlich und wichtig.

    Das sind so meine Gedanken zu diesem gerade präsenten Thema und zu Deinem letzten Beitrag.

    Liebe Grüße, zerfreila

    Hallo Nobby, Danke für Deinen Besuch, Achtsamkeit halte ich auch für sehr wichtig. Nicht vergessen. Elisabeth schrieb gestern in diesem Zusammenhang:

    Zitat von Elisabeth

    Wieder ist ein weiteres trockenes Jahr vorbei! Das 18.!
    Ich besuche weiterhin meine reale Selbsthilfegruppe und lese hin und wieder hier. Nur nicht die Krankheit aus den Augen verlieren ist meine Devise. So kann ich gut damit leben und bin zufrieden.
    Euch allen eine gute Zeit
    Elisabeth

    Darum geht es mir. Gut, dies hier von Elisabeth als Langzeitrockener zu lesen. In letzter Zeit haben mich Rückfallberichte beschäftigt und besonders die Ähnlichkeit, was die Hintergründe betrifft. Draus kann ich lernen. Unachtsamkeit. Trockenheitsarbeit und insbesondere den Austausch eingestellt. Ich bin doch nicht krank. Ich bin doch trocken. Die Krankheit vergessen. - Daraus kann ich lernen. Das war in letzter Zeit mein Thema. Und wenn ein Thema dran ist, dan ist es nun mal dran.


    Von Beginn meiner Trockenheit an stand für mich im Vordergrund, dass ich wieder freien und uneingeschränkten Zugang zu mir und zu meinen Ressourcen, meine Fähigkeiten, meine Begabungen hatte und diese wieder ohne die durch meine Sauferei bedingten Einschränkungen nutzen konnte. Mein Leben wurde wieder leichter und bunter. Der Kopf war klar, die Seele frei und ich sprang über Wiesen und Wälder.

    In der zweiten Hälfte meines ersten, trockenen Jahres kam dann Austausch und Trockenheitsarbeit hinzu. Die Kisten wurden aus dem Keller geholt und die Arbeit begann. Meine Suchtstrukturen wurden mir klar. Meine Verknüpfungen bzw. Konditionierungen im Zusammenhang mit Alkohol. Offen und klar wurde es. So konnte ich mich entwickeln und entfalten. Eine ganze Reihe von Themen präsentierten sich mir. Das war gut so.

    Im zweiten, trockenen Jahr standen für mich neue, berufliche Qualifizierungen und Umorientierung im Mittelpunkt, ganz nebenbei ergaben sich neue soziale Kontakte und wunderbare Freundschaften. Beruflich tauchte ich in ganz neue Welten ein, das war interessant, spannend, schön!

    Im dritten Jahr stand für mich die besondere Achtsamkeit im Vordergrund, das Büchlein mit den 1000 Tagen und der Labilitätsphase von drei Jahren war mir wertvoll. Ab Beginn des dritten Jahres und andauernd bis heute hatte und habe ich es allerdings mit gesundheitlichen Problemen zu tun, die mir meine Leichtigkeit zum Teil nahmen. So lernte ich also den Umgang mit Krisen existenziellerer Art. Letztlich eine Art Prüfung, die ich weitgehend gut gemeistert habe.

    Und erst seit Mitte des vierten, trockenen Jahres besuche ich regelmäßig eine Real-SHG. Dort kann ich in besonderer Weise lernen. Einfach so. - Das Thema Demut und Dankbarkeit präsentierte sich mir. - Und in der zweiten Hälfte meines vierten, trockenen Jahres nahm ich beruflich wieder eine neue Herausforderung an und bin eingetaucht in neue Welten.

    Ich bin Bewegungsmensch.

    Und gestern bin bin ich mal wieder einige Stunden auf dem Rad unterwegs gewesen. Einen kleinen Schauer nur habe ich abbekommen. Das war gut so. Heute sind die Beine müde. Aber auch heute werde ich wieder aufsatteln, da ich noch einen zusätzlichen, freien Tag habe.

    Meine Abstinenz hat mein Leben bereichert, ich lebe klar und intensiv, habe gute Freundschaften, auch der Umgang mit Problemen oder gar Krisen ist nüchtern so viel besser möglich bzw. überhaupt erst möglich.

    Das Schreiben wurde mir zu einer wichtigen Form und zu einem wichtigen Instrument des Ausdrucks, der Aufarbeitung und des Austauschs. Und das Schreiben hier im offenen Bereich des Forums halte ich auch deshalb für sehr sinnvoll, weil ja wohl viele Menschen hier lesen, die noch trinkend unterwegs sind und für sich die Möglichkeit erkennen können, dass es sinnvoll ist, sich auf den Weg zu machen, sich auf den trockenen Weg zu begeben.

    Ansonsten gilt für mich: Kapitulation. Das erste Glas stehenlassen. Den guten Austausch pflegen.

    Bis bald und liebe Grüße, zerfreila :D

    Hallo Uwe,

    Danke für Deine gedanklichen Ausführungen in Deinem inhaltlich umfangreichen und interessanten Beitrag, zwar finde ich darin keinen direkten oder konkreten Bezug auf meine letzten Betrachtungen, vielleicht wäre auch etwas mehr Direktheit sinnvoll. Immerhin schreibst Du von Dir und Deinen Entwicklungen, das finde ich immer sehr hilfreich und sinnvoll im Austausch, das schätze ich.

    Ich gehe also auf einige Deiner Gedanken ein, indem ich von meiner eigenen Entwicklung schreibe.

    Anfangszeit/Vermittelte Lerninhalte: Ich hatte keine Therapie-Erfahrung und war auch nicht in einer Klinik oder einer sonstigen Gesundheitseinrichtung, hatte auch an keinen Beratungsgesprächen, Sitzungen, SHG oder Ähnlichem teilgenommen. Allerdings las ich während der ersten Monate schon diverse Threads des offenen Bereichs. – Ich hatte anfangs mit Sicherheit noch keine entwickelte Haltung und Trockenheitsarbeit war auch nicht entwickelt. – Was ich aber hatte, mich! Ich hatte mich! Ich konnte mich wieder verlassen auf mich. Ich entdeckte meine Ressourcen. Ich konnte meinen Sport wieder regelmäßig und unabhängig von Katerzeiten ausüben. Ich sprang in der Natur herum, über Wiesen, durch Wälder in schöner Freude und Leichtigkeit. Das Leben war schön so. – Der Vorher-Nachher-Effekt war frappierend. In der Reflexion und auch im Vergleich kam mir meine Sauferei wie Siechtum vor, nichts anderes bedeutet ja im Übrigen das Wort Sucht. Und vom Siechtum hatte ich mich abgewendet, das wollte ich nicht für mein weiteres Leben. Insofern war dies wohl rückblickend meine damalige Grundhaltung, wenn es so etwas überhaupt gab. Eigentlich war es so, dass ich bereits unterwegs war, mich bereits auf meinem guten Weg beand und so durfte es weitergehen. Ich war in Bewegung, ich war unterwegs und so durfte es weitergehen. Ich war wieder in Bewegung. – Uwe, da war nix mit erarbeiteten Standpunkten, neuen, ethischen Vorstellungen, Werturteilen wie „Krank aber trocken“. Keine Theorien, keine Konstrukte, … Das alles hatte ich nicht und vielleicht war das ja auch gerade gut so.

    Nach sieben Monaten begann ich damit, mich auszutauschen und meine Trockenheitsarbeit zu entwickeln, sie war nicht einfach da, sondern sie entwickelte sich, ich entwickelte sie. Das war auch die Zeit mit den Kisten im Keller, die Zeit der Betrachtungen, des Sortierens, des Entfernens, des Lassens, des Ordnens und all dem, was sonst noch damit zu tun hat, so wie ich es hier schon beschrieben habe. Der gute Austausch wurde mir wichtig und wertvoll, das ist bis heute so, daher pflege ich den guten Austausch.

    Erst in der Mitte meines vierten, trockenen Jahres schloss ich mich einer SHG vor Ort an. Der Austausch dort tut mir gut, ich profitiere von den Erfahrungsberichten anderer Menschen, ich bringe meine eigenen Erfahrungen dort ein, ich gehe gerne dorthin.

    Toleranz gegenüber „Lebensweisheiten“: Jeder hat seine Haltung im Zusammenhang mit seiner Krankheit und seiner Trockenheit, die darf, kann, soll jeder nach seiner Facon einnehmen. Gut ist, was mir nützt.

    Im Übrigen ist Haltung Handlungsmerkmal.

    Ich habe mich. Ich habe meine Haltung, meine Ent-wicklungen, meine Sichtweisen, meine Betrachtungen, meine Reflexionen, meinen Austausch, meine Erfahrungen, mein Leben.

    Meine aktuellen Betrachtungen zum Thema Rückfall im Zusammenhang mit Krankheit und Trockenheit sind jetzt hier erst einmal für mich abgeschlossen.

    Liebe Grüße, zerfreila (1.485) :D

    ps: gutes Wetter, rauf auf's Rad und los...