Beiträge von zerfreila

    Hallo Viktoria,

    wie Du mit Dir umgehst, ist schon sehr heftig, erschreckend und erschütternd, ist schon sehr traurig.

    Zwischen den Entzügen Alkoholexzesse, Besinnungslosigkeit, Filmrisse, Kontrollverluste...

    Beim Lesen Deiner Beiträge hatte ich das Gefühl, dass Du nahezu unbewegt und unberührt und distanziert über Deine Trinkerei berichtest, so als ob Du da selbst nichts mit zu tun hättest, als ob es Dich nicht wirklich beträfe, als ob Du nicht daran beteiligst seist.

    Aber Du bist Hauptdarstellerin in diesem traurigen und gefährlichen "Spiel". Und nicht ferngesteuert. Es wäre gut, wenn Du einen wirklichen Anfang machen würdest. Bis jetzt hatte ich nicht den Eindruck, dass Du Dich schon überhaupt auf den Weg gemacht hattest.

    Hol' Dir Hife und zwar schnell. Du kannst es schaffen. Ich wünsche Dir einen guten Anfang und einen guten Weg.

    Liebe Grüße, zerfreila


    ps: Und denke bitte auch an Deine Kinder!

    Zitat von Spanijoggel

    Das ist ein gutes Gefühl,gell ! :lol:8)

    Hoi Yvonne, ja da stimmt :D . Mit Deinen Beiträgen konnte ich immer viel für mich anfangen und Du warst mir von Anfang an hier gewissermaßen Vorbild. Ich weiß noch, als ich ganz zu Anfang hier in meinem ersten Thread von Dir einen Eintrag erhielt, der mir bis heute sehr wertvoll geblieben ist. Dankeschön. - Dir auch einen weiterhin einen guten Weg. Gemeinsam unterwegs, gell! Liebe Grüße, zerfreila (1.474) :D

    ...ich holte ganz viele, schwere Kisten aus meinem Keller hervor, Lebenskisten aus meinem Lebenskeller waren das. Nach und nach öffnete ich Kiste für Kiste, und was sich da so angesammelt hatte im Laufe der Zeit, was ich da so angesammelt hatte im Laufe meiner Zeit…

    Entdecken, Öffnen, Schauen, Betrachten, Erkennen, Benennen. Sortieren, Entfernen. Ordnen.

    Anstrengende Arbeit. Schwere, anstrengende Arbeit war das. Das war der Beginn meiner Trockenheitsarbeit, der Beginn meiner Entwicklungsarbeit.

    Und weil ich dann an Tagen wie diesen öfter erschöpft war ob dieser schweren Entdeckungs- und Entwicklungsarbeit, gewöhnte ich mir an, Pausen einzulegen und mein eigenes Tempo und meinen eigenen Rhythmus zu finden und zu achten. Traurige Ereignisse tauchten aus der Tiefe der Verborgenheit hervor, aber auch ganz viele, schöne Erinnerungen, so vieles war zuvor sehr lange im Trüben verborgen und verdrängt und verdeckt. Jetzt entdeckte ich so manche meiner Schätze wieder. Ressourcen, da waren sie und zum Greifen nahe. Ich begann, sie wieder anzuwenden und auszubauen.

    Mit der Zeit der Ent-Wicklung wurde mir vieles klarer und deutlicher, zum Teil klarer und deutlicher als jemals zuvor.

    Vor allem, ich kam zu mir selbst, ich spürte, ich bin das Wertvollste, was ich habe.

    Und das war ein schönes Gefühl, wieder so unterwegs zu sein, unterwegs auf meinem guten Weg.

    (Rückblick in die Zeit meines zweiten, trockenen Halbjahres, Dez. 08 bis Mai 2009

    Liebe Grüße, zerfreila (1.473) :D

    ...langsam und ruhig

    ... achtsam und wach

    ... hell und klar

    ...offen und frei

    ...lebendig erlebe ich meinen Tag, lebendig gehe ich meinen Weg.


    Hallo Of, ich lese gerade nochmal die Anfänge Deines Threads, langsam und intensiv, manchmal verweile ich an einer Stelle für einige Zeit, da passiert was in mir. Deine Texte geben mir viel, ihren Inhalt erlebe ich beim Lesen sehr nah. Danke und liebe Grüße, zerfreila


    Guten Morgen BLueCloud, ich habe mal die für mich besonders bedeutenden Passagen zitiert und danke Dir für Deine Gedanken.

    Liebe Grüße, zerfreila

    Hi Robi,

    herzlichen Glüchwunsch zu Deinen vier trockenen Jahren. Mach weiter so. Ich wünsche Dir auch für Dein fünftes Jahr einen guten Weg.

    Liebe Grüße, zerfreila

    ps: von Dir hatte ich mir das mit den Zahlen angewöhnt, bei mir sind es heute 1.468 trockene Tage :D

    Hallo OF,

    ich erkenne mich gerade in Deinem Beitrag wieder, zumindest in Anteilen. Mag auch zum Teil etwas mit dem Jahrgang und entsprechender Sozialisation zu tun haben. Als junger Mensch bin ich auch durch halb Europa getrampt. Das war schön. Aber da war auch diese Flucht, diese Leere, diese Unruhe.

    Kompensationsversuche!

    Danke für Deinen Beitrag, ich werde mir jetzt auch mal Deinen Thread von Anfang an durchlesen.

    Den offenen Bereich entdecke ich gerade hier als Schatztruhe.

    Liebe Grüße, zerfreila

    Zitat von Sonnenblume

    Lieber Zerfreila, ich darf sicher sagen mein "alter" und guter Wegbegleiter


    Na klar, selbstverständlich, liebe Sonnenblume! Wir haben uns ja so ziemlich zeitgleich hier im Forum angemeldet und uns seitdem begleitet auf unserem Weg. Gemeinsam unterwegs, sozusagen. Danke für Deine Wünsche und liebe Grüße, zerfreila :D

    Hallo MaryLou,

    gerade zur Zeit denke (und fühle) ich intensiver über meine Anfänge vor vier Jahren zurück. Mir ging es von Anfang an gut auf meinem guten Weg. Ich hatte keinen Grund, zu jammern, mich zu beklagen. Damit konnte ich sozusagen also niemandem dienen. Mein Weg war von Beginn an von einer gewissen Leichtigkeit und von Freude geprägt. Und es war auch die Zeit, in der ich meine Trockenheitsarbeit für mich zu entwickeln begann, später dann im Austausch mit meinen Wegbegleitern. Dies brauchte und braucht seine Zeit, die Zeit dafür nahm und nehme ich mir, ganz wichtig für mich, sie achtsam und in meinem eigenen Tempo und meinem eigenen Rhythmus zu entwickeln und zu gestalten. Und meine Trockenheitsarbeit dauert bis heute an, ich betrachte Trockenheitsarbeit als einen notwendigen und fortwährenden Prozess.

    Hast Du mal darauf geachtet, ob Dir die Kritiker ihre eigenen Erfahrungen aufzeigen oder ob dies eben nicht der Fall ist?!

    Ich nehme Dich hier als sehr klar und offen und ehrlich wahr und ich wünsche Dir guten Austausch und einen guten Weg.

    Liebe Grüße, zerfreila :D

    Guten Morgen,

    ich habe mich sehr gefreut über Eure Wünsche und Anmerkungen. Danke an Chris, OF, Matthias, Lilly, BlueCloud, Sven, Consuela und Sundra.

    Alte und neue Wegbegleiter, ganz gleich, ob am Anfang des Weges, schon seit einigen Jahren trocken unterwegs oder auch seit sehr langer Zeit schon trocken lebend mit über fünfzehn bzw. fünfundzwanzig Jahren Trockenheit wie OF und Silberkralle. Was zählt, ist der gute Austausch mit gegenseitigem Lernen und Unterstützen.

    Liebe Grüße, zerfreila

    ps: wenn heute Abend der Ball rollt, werde ich wohl gedanklich und gefühlsmäßig nochmal ganz an den Anfang meiner Trockenheit vor vier Jahren zurückgebeamt!

    Mein lieber zerfreila,

    über Jahrzehnte soff ich stopp and go. Für mich war es keine Schwierigkeit, für Tage, Wochen, Monate nichts zu trinken. Doch einmal angefangen, konnte ich schon in einer relativ frühen Phase meiner Trinkerkarriere oft und nur mit Mühe ein Ende vor Erreichen des Rauschs finden. Eine Form von Alkoholismus, meine Form von Alkoholismus. Eine sehr gefährliche, lebensgefährliche Form von Alkoholismus. Zwischen 1989 und 1992 führte ich für etwa drei Jahre ein alkoholfreies Leben. Im Laufe von etwa anderthalb bis zwei Jahren schlich sich mein altes Alkoholkonsum-Verhalten wieder ein. Das alte Muster.

    In den Jahren 2006-2008 bemerkte ich, dass auch die Abstände zwischen zwei Besäufnissen kürzer wurden, längere Pausen wie früher legte ich nicht mehr ein, zuletzt waren es in der Regel zwei Besäufnisse pro Woche, jedes Mal mit Vollrausch. Am 6.6.08 besuchte ich einen alten Kumpanen in einer anderen Stadt und es kam abends zu einem sehr heftigen Besäufnis. Am nächsten Tag, dem 7. Juni 2008, Beginn der Fußball-Europameisterschaft in der Schweiz und in Österreich, fühlte ich mich in der fremden Wohnung so ganz besonders elend und mies. Wieder mal dieser quälende und lähmende Kater nebst Psychokater, wie ich es kannte. Eine Qual. Schon länger hatte ich darüber nachgedacht, dass dies so keine Lebensqualität ist, wie ich sie mir vorstelle. Ich empfand meine Sauferei als Siechtum, ich fühlte mich wie ein Sklave, der sich selbst in diese Situation gebracht hatte. Am 7.6.2008 fasste ich den Entschluss, mit meiner Sauferei aufzuhören. Ich begab mich auf meinen guten Weg. Immerhin wusste ich ja aus der Zeit von 1989 – 1992, dass der trockene Weg nicht nur möglich, sondern auch sehr angenehm und lohnend war.

    So, und jetzt blicke ich zurück auf vier trockene Jahre. Ein schöner Anblick ist das. Nach knapp sieben Monaten meiner neuen Trockenheit meldete ich mich am 1.1.09 hier im Forum an, wo ich schon die Monate zuvor unzählige Threads im offenen Bereich gelesen hatte. Jetzt konnte ich selbst schreiben und schon einige Wochen später entschied ich mich für den erweiterten Zugang bzw. den geschützten Bereich des Forums. Dort hatte ich die Möglichkeit, mich wesentlich offener und intensiver auszutauschen als im offenen Bereich. Es entwickelte sich ein guter, intensiver und wertvoller Austausch, ich begann damit, meine Trockenheitsarbeit zu entwickeln. Dabei ging und geht es um genaues Betrachten, Reflexion, Sortieren, Ordnen, Entfernen, Erkennen von Zusammenhängen, Verhaltensmustern und Mechanismen, um Lernen bzw. Veränderungen im Verhalten, um Entwicklung und speziell auch um die Entwicklung neuer Strategien. Auch um Themen wie Offenheit, Ehrlichkeit, Kommunikation. Um Selbstliebe, Selbstfürsorge, Befriedigung eigener Bedürfnisse, um Wohlbefinden von Körper, Geist und Seele unvm., alles wichtige Themen im Rahmen meiner Trockenheitsarbeit.

    Im Forum lernte ich Weggefährten kennen und schätzen und es entstanden auch einige gute Freundschaften.

    Seit Anfang dieses Jahres Zeit habe ich mich endlich auch einer realen SHG vor Ort angeschlossen, die ich nicht mehr missen möchte. Austausch ist auch ein wesentliches Element meiner Trockenheitsarbeit, die ich als notwendig und als fortwährenden Prozess betrachte.

    Kapitulation. Das erste Glas stehenlassen. Den guten Austausch pflegen. Dies sind mir wichtige und grundsätzliche Säulen für meine Trockenheit geworden.

    Ich stelle mir vor, hier von Zeit zu Zeit und in unregelmäßigen Abständen ein paar Zeilen zu schreiben. Ich möchte jedem Menschen, der hier liest, Mut machen, mit der Sauferei aufzuhören und sich auf den Weg zu machen. Der gute Weg lohnt sich. Auf meinem guten Weg habe ich Erfahrungen gemacht, sind mir Menschen begegnet, habe ich neue Herausforderungen angenommen, das alles wäre mir mit Alkohol nicht möglich gewesen.

    Über Beiträge in Form von Fragen, Anregungen, Hinweisen, Sichtweisen, Erfahrungen usw. würde ich mich freuen.

    Liebe Grüße, zerfreila, unterwegs im fünften Jahr! :D

    Zitat von zerfreila

    Hallo MaryLou,

    Danke für Deinen Beitrag und speziell den von mir fett dargestellten Teil. Dies ist ein wesentlicher Grund, warum ich auf diese Dokumentation hingewiesen habe, ganz gleich, ob Mensch noch trinkt, ganz am Anfang seiner Trockenheit steht oder schon lange Zeit trocken lebt.

    Liebe Grüße, zerfreila

    ps: Danke auch für Deinen Hinweis zu Teil 1

    Hallo MaryLou,

    ich bin ja gerne schonmal langsam, lasse bzw. nehme mir bewusst Zeit, Zeit für intensive Betrachtung und Nachbetrachtung. Zeit zum Aufspüren und zum Nachspüren, zum Nachfühlen.

    "Trocken oder tot" ging mir schon sehr unter die Haut. Und das ist auch gut so. In der Reflexion erkenne ich eigene Anteile. Das ist die Wahrheit.

    Es ist gut, dass ich mir das Bewusstsein und auch den Prozess des Bewusstwerdens immer mal wieder auffrische auf meinem guten Weg.

    Dabei hilft mir auch sehr Dein: "also ich fühlte es!!!" Danke Dir dafür und wünsche Dir weiter einen guten Weg.

    Liebe Grüße, zerfreila

    Zitat von MaryLou

    Guten Morgen,

    durch den Dreiteiler den ich gestern Abend gesehen habe... "trocken oder tot" ....wurde mir heute morgen beim aufwachen, vom Übergang vom Schlaf zum wach sein klar, also ich fühlte es !!! , dass Alkoholismus eine Krankheit ist.

    MaryLou

    Hallo MaryLou,

    Danke für Deinen Beitrag und speziell den von mir fett dargestellten Teil. Dies ist ein wesentlicher Grund, warum ich auf diese Dokumentation hingewiesen habe, ganz gleich, ob Mensch noch trinkt, ganz am Anfang seiner Trockenheit steht oder schon lange Zeit trocken lebt.

    Liebe Grüße, zerfreila

    ps: Danke auch für Deinen Hinweis zu Teil 1

    Hi Kolibri,

    ich finde das Lesen Deiner Texte sehr anstrengend, weil sie ohne jeglichen Absatz geschrieben sind. Nur mal so als Hinweis, geht vielleicht nicht nur mir so.

    Gut, dass Dir das Schreiben hier hilft. Auf jeden Fall wünsche ich Dir einen guten Austausch und weiter trockene Tage. LG zerfreila (1.450) :D

    Zitat von juergenbausf

    @hannes, wenn Du nicht bereit bist, ALLES für Deine Abstinenz zu tun, fang erst gar nicht an.

    @ Juergen:

    Was ist schon "ALLES"? Es ist relativ und dürfte je nach Sichtweise und Entwicklungsphase sehr unterschiedlich ausfallen.

    Jemandem unter der Bedingung dieses undefinierten "ALLES" mitzuteilen, er solle erst gar nicht anfangen (mit seinem trockenen Weg), empfinde ich einfach nur übel und unseriös.

    Soviel mal dazu!


    Hallo Hannes,

    Du schreibst, das Du motiviert bist, dass Du mit dem Outen aber noch Deine Probleme hast. Ich kenne einige schon länger und schon sehr lange trocken lebende Alkoholiker, die binden das längst nicht jedem unter die Nase, ich auch nicht.

    Meine Trockenheitsarbeit hat sich im Laufe der trockenen Zeit entwickelt, als ich mit dem ersten Schritt begonnen hatte, war ich noch nicht so weit wie ich heute bin. Es brauchte seine Zeit, Zeit sich zu entwickeln. Bei mir dauerte es seine Zeit, bis ich auf meinem trockenen Weg meine Werkzeuge zusammengestellt hatte. Das hat seine Zeit gebraucht und ich bin auch heute noch beschäftigt mit meinen Werkzeugen, damit beschäftigt, meine Fähigkeiten auszubauen, damit beschäftigt zu lernen, zu lernen für meine Trockenheit.

    Für mich ist Trockenheitsarbeit ist ein fortwährender Prozess, auch heute noch und auch in Zukunft.

    Jeder hat mal mit dem ersten Schritt angefangen. Der trockene Weg lohnt sich.

    Liebe Grüße, zerfreila (1441)

    Hallo Poster,

    wenn das Lesen dieses Buches bei Dir bewirkt hat, dass Du bis heute trocken unterwegs bist und auch weiter trocken bleibst, dann ist das doch gut so für Dich.

    Aber wie sieht es denn mit Kaltem Entzug aus, wenn Menschen dabei Schaden nehmen oder gar elendig zugrunde gehen dabei? Das ist doch wohl nicht nur die große Schwachstelle, sondern das Lebensgefährliche an dieser "Methode".

    So wie ich einige Einwände in Deinem Thread verstanden habe, geht es doch inhaltlich genau darum.

    LG, zerfreila