Hallo kawi,
ich spürte, dass ich am Abgrund stand. Ich konnte diese Droge, das Gift, die Chemikalie, den ALKOHOL, nicht mehr vertragen und den Zustand mit ihm nicht mehr ertragen. Ich empfand meine Situation so, dass ich mich ganz unten befand.
Aus dieser Hölle wollte ich mich befreien, um wieder leben zu können.
Entsetzlicher, körperlicher Kater, grauenvoller Psychokater, Isolation mangels verloren gegangener Fähigkeit zur Kommunikation, Verlust des Vertrauens in mich selbst, mangelnde Achtung vor mir selbst, Gedächtnis- und Merkschwächen, insbesondere im Bereich des Kurzzeitgedächtnisses, mangelnde Konzentration Magen- und Darmprobleme, Aufgedunsenheit, Antriebsschwäche, depressive Verstimmung, ...
Diese Zustände manifestierten sich in der Endphase meiner nassen Zeit immer deutlicher.
Zum Glück konnte ich das Elend wenigstens noch wahrnehmen.
Ich sagte mir, "Ich bin Alkoholiker" und beschloss, mein weiteres Leben in Trockenheit zu leben.
Ich holte mir Hilfen.
Schon ziemlich schnell konnte ich feststellen, dass sich einige der o.g. Zustände besserten und schließlich ganz behoben waren.
Bei manch anderen der o.g. Zustände brauchte es mehr Zeit, das war mir aber auch klar, dass so manches nicht von heute auf morgen behoben worden konnte.
Mit der Zeit wurde alles immer besser und leichter, ich näherte mich auch meinem eigenen Selbst.
Meine Wahrnehmung und mein Bewusstsein gewannen wieder an Qualität.
Mein Gehirn ist heute wieder in der Lage, konzentriert und mit einer gewissen Leichtigkeit auch komplexe Themen mit mehreren Gedankenebenen und Gedankensträngen zu verfolgen und kreativ Eigenes zu produzieren.
Den Umgang mit meinem Umfeld, mit meinen Mitmenschen kann ich wieder freundlich und offen und kommunikativ leben.
Und heute ist es so, dass sich immer wieder Türen öffnen auf meinem guten, trockenen Weg.
Hing ich doch im Suff in Dumpfheit im Sessel und ließ mich vollkommen interessenlos vor der Glotze berieseln.
Heute bin ich wieder interessiert, neugierig, offen, lebendig, spielerisch...
Ich bin dankbar dafür, ich bin diesem Forum dankbar dafür.
Und meine Trockenheitsarbeit sehe ich als Prozess, der fortwährend ist.
Ich werde immer, jeden Tag achtsam bleiben.
Liebe Grüße
-zerfreila