Beiträge von Wasser

    Jürgen, es tut so gut, hier zu schreiben!

    Ich muss jetzt gleich noch etwas loswerden … mein Mann hat ja nicht viel Ahnung davon was es bedeutet gegen eine Sucht anzukämpfen. Er verhält sich mir gegenüber aber wirklich super. Ist geduldig und tolerant.

    Trotzdem hatten wir vorhin ein ganz interessantes Gespräch. Er trinkt nämlich sehr viel Cola und Kaffee, also all das koffeinhaltige Zeugs. Ich hab ihm dann an den Kopf geworfen, dass er selber süchtig ist. Da hat er grosse Augen gemacht und vehement verneint. Ich hab ihm dann eine Wette angeboten: Eine Woche lang keinerlei koffeinhaltige Substanzen zu sich zu nehmen.

    Top die Wette gilt … ab morgen! Für eine Woche.

    Es geht um Geld, also wird er alles geben ;-). Ich bin gespannt, wie lange er durchhält. Fies von mir – nicht? :twisted: Es wird ihm nicht schaden, sich mal mit einem Entzug zu beschäftigen – und sei es "nur" vom Koffein.

    Liebe Grüsse und schlaft gut, Wasser

    Hallo zusammen

    Darf ich mitreden? Am Wochenende hatten wir ja schon die von mir "angezettelte" Diskussion wegen dem Traubensaft im Sektglas. Je mehr ich darüber nachgedacht habe, desto mehr hat es für mich Sinn gemacht: Man muss mit den alten Gewohnheiten brechen (können und wollen).

    Meiner Ansicht nach verhält es sich mit dem Cocktailmixen genauso. Natürlich gibt es auch alkoholfreie Cocktails. Aber schon der Gedanke einen Cocktail zu mischen, suggeriert mir Alkoholkonsum. Nicht nur wegen dem Glas, sondern wegen dem Akt. Euch etwa nicht?

    Es gibt da sogar eine kleine Geschichte aus meiner letzten längeren Abstinenzzeit. Ihr werdet euch an den Kopf fassen, weil ich so naiv war – ich tu's heute, wo ich besser Bescheid weiss, auch …

    Jedenfalls war ich wild entschlossen, dem Alkohol den Rücken zuzukehren. Hab ich auch getan. Für ganze drei Monate. Aber eben: Mit den alten Traditionen brechen wollte ich nicht. So bin ich dann in eine Buchhandlung gestolpert und hab mir ein Cocktail-Büchlein gekauft; eins für alkoholfreie Drinks, versteht sich! Ich kam mir ja so schlau und tapfer vor.

    Zuhause, beim Durchblättern des Büchleins, hab ich dann festgestellt, dass ich über kaum eine der Zutaten verfüge. Die hatten auch ziemlich abenteuerliche Namen: z.B. edit Karsten - bitte keine Produkt- oder Markennamen nennen-danke - edit usw. Einen Rum-(Puntch)-Sirup hab ich dann tatsächlich in einem Supermarkt gefunden und gekauft. Nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, dass es alkoholhaltigen Sirup gibt. Ist ja ein Kindergetränk!

    Gestern geriet mir per Zufall die schon halb verstaubte Rum-Sirup-Flache wieder in die Hand. Auf einmal hatte ich ein richtiges Verlangen nach so einem Rum-Puntch-Sirup! Zum Glück bin ich jetzt viel misstrauischer als früher – ich hab dann einen Blick auf das Etikett geworfen und erfahren, dass der Sirup alkoholhaltig ist. Sogar der Geruch beim Ausschütten der Flüssigkeit hat ich etliches an Überwindung gekostet nichts davon zu konsumieren … aber darüber hab ich ja schon im andern Thread geschrieben.

    Drum mein Fazit: Lasst die Finger vom Cocktailmixen!

    Liebe Grüsse, Wasser

    Schönen guten Abend

    Jürgen, du hast bestimmt recht. Ich muss mir und meinem Körper Zeit lassen. Es ist ja auch nicht so, dass ich wirklich ein Gewichtsproblem habe … ich pass einfach nicht mehr in die alten Hosen ;-). Ich hab's heute Vormittag auf 6 Kaffees gebracht. Das ist rekordverdächtig.

    So, ich erlaube mir jetzt einfach mal einen Statusbericht durchzugeben. Heute war ja mein erster trockener Arbeitstag seit langem! Schon die Fahrt ins Geschäft war einfach cool. Ohne schlechtes Gewissen wegen irgendwelchem Restalkohol im Blut fährt sich's gleich viel angenehmer.

    Der erste Moment im Geschäft war natürlich etwas hart, aber wem ergeht es schon nicht so nach ein paar faulen Urlaubstagen?! Den Tag hab ich dann ganz ordentlich und ohne irgendwelche Schwächen überstanden.

    Die Heimfahrt verlief auch ganz prima. Vor der hab ich mich ja eigentlich am meisten gefürchtet, weil ich früher auf dem Heimweg immer meinen Alkohol besorgt hab. Lustigerweise ist mir auf halbem Weg aufgefallen, dass ich ganz vergessen hatte dran zu denken :lol:. Zu Hause hab ich dann ganz automatisch gedacht, dass ich mir jetzt ein Gläschen einschenken könnte. Das war wohl einfach die Macht der Gewohnheit.

    Das hiersitzen und Revue passieren lassen tut alleine schon gut. Auch wenn es für heute nicht viel von der Seele zu reden gibt 8).

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallo Cora

    Gestern hab ich noch mit Cashew-Nüssen zugeschlagen. Uff, die liegen mir jetzt noch schwer im Magen. War wohl etwas spät dafür.

    Oh ja, ich trinke neuerdings auch viel mehr Kaffee. Aber in der Regel nur am Morgen. Das ist fast schon zu einem Ritual geworden. Wovor ich eben ein wenig Angst hab ich, dass eine Sucht die andere ablöst. Sei das nun Kaffee, Schokolade, Chips oder was auch immer.

    Vor etwas mehr als einem Jahr hab ich noch mit dem Rauchen aufgehört. Auf Nikotin hab ich jetzt auch vermehrt wieder Lust. Werde aber bestimmt nicht wieder anfangen.

    Du hast schon recht. Im Moment gilt es vor allem nicht wieder dem Alkohol zu verfallen.

    Ich hab mir vorgenommen, wenigstens an drei Tagen in der Woche etwas Sport zu treiben. Das lenkt hoffentlich auch ein bisschen vom Essen ab. Sauna mag ich auch sehr gerne. Da hat man so richtig das Gefühl das Gift rauszuschwitzen :-).

    So, dann wünsch ich schönen Wochenstart!

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallo Honig-Biene ;)

    Es ist wahr, die Lust auf ungesundes Essen hat etwas nachgelassen. Das ist mir gar noch nicht so bewusst aufgefallen. Aber dass ich nachts aufwache und etwas essen muss ist schon beunruhigend. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass ein Laster das Nächste ablöst – und ich habe Angst, dass das zu einer neuen, doofen Gewohnheit werden könnte.

    Oh ja, die alten Hosen werde ich auf jeden Fall aufheben. Ich freu mich schon auf den Tag, an dem sie wieder passen 8)

    Morgen beginnt der Arbeitsalltag. Seit langem der erste Arbeitstag, den ich nüchtern beginnen werde. Naja, der Tag war nie das Problem. Mein süchtiges Ich hat mich jeweils immer erst am Abend aufgesucht um mich zum Trinken zu überreden. Ich werde ganz fest an das Forum hier denken. Das wird mir helfen.

    Liebe Grüsse und schlaft gut, Wasser

    Hallo Cora

    17 kg in 8 Monaten – das ist sehr viel! Respekt. Hast du denn auch Sport getrieben?

    Bei meinen Alkoholexzessen hab ich jeweils die Hemmungen verloren und einfach reingehauen. Vorzugsweise Chips, Salami usw. Von daher kommt die Gewichtszunahme.

    Seit meinem Stopp bin ich bemüht, mich wieder gesund zu ernähren. Bestimmt ist mein Körper ziemlich ausgelaugt was Vitamine, Mineralstoffe etc. anbelangt. Aber eben, am Abend wenn ich einfach nur ein Buch lese oder fern sehe, da kommen mir allerlei Esswaren in den Sinn … es kommt sogar vor, dass ich nachts aufwache und nicht mehr einschlafen kann, bis ich etwas gegessen habe. Das ist schon krass – oder?

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallo Biene

    Na du bist gut! Seit Sommer hab ich 5 kg zugelegt. Ich musste mir sogar schon grössere Hosen kaufen :oops:. 9 kg runter – das ist ja super! Du meinst also, ich soll einfach noch etwas Geduld haben? Wenn sich das von selber wieder einpendelt wär ich natürlich froh.

    Vielleicht sollte ich mir wegen dem Essen wirklich nicht allzu viele Gedanken machen. Lieber ein Problem nach dem andern angehen.

    Wenn ich deinen Namen - Biene - so lese krieg ich Lust auf Honig! :P

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallo Jürgen

    Klar Ingwer und/oder Zitrone! Das hab ich früher immer im Sommer kalt gestellt. Warum nicht auch im Winter :-).

    Für meinen Mann ist das alles wohl tatsächlich noch etwas ungewohnt. Er meint immer noch, dass ich völlig übertreibe. Aber er wird sich schon noch dran gewöhnen. Auch daran, dass er mich nun öfter sieht – ich hab mich ja früher immer in mein Zimmer zurückgezogen. Er hat viele Abende allein vor dem Fernseher verbracht.

    Sorry, wenn ich so viele Fragen hab … aber da wär noch was, das mich plagt:

    Seit ich nicht mehr trinke, fehlt mir wohl ein bisschen etwas am Abend. So ertappe ich mich immer wieder vor Kühlschrank & Co. Also um ehrlich zu sein bin ich ständig am Naschen. Kann man das irgendwie unterdrücken?

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallo zusammen

    Es ist unglaublich, aber ich entdecke immer noch alkoholhaltige Lebensmittel in meinem Haushalt. Dinge, die auf den ersten Blick ganz harmlos anmuten. So hab ich soeben einen Sirup ausgeschüttet. OK, es war ein Puntsch-Sirup mit Rum-Aroma. Aber da für mich Sirup immer ein Kindergetränk war, hätte ich darin keinen Alkohol erwartet. Wegen des Geruchs war es allein schon eine Qual, das Zeugs auszuschütten. Das nächste Mal werde ich meinen Mann darum bitten.

    Frage: Was trinkt ihr denn so? Respektive, was kommt überhaupt in Frage. Dadurch, dass ich zuckerhaltige Getränke meide, ist meine Auswahl ziemlich eingeschränkt.

    Ich trinke meist am Morgen einen Milchkaffee und später nur noch Wasser. Aber dadurch, dass mir zu viel Wasser widersteht trinke ich wohl oft zu wenig.

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallo Doro

    Das mit dem Nagellack/Entferner erstaunt mich. Das Zeug riecht so stark, dass es einem allein dadurch schon die Sinne raubt.

    Ein Parfum selber zu mischen klingt interessant. Ich hab hier ein paar wenige ätherische Öle. Die verwende ich allerdings eher als Raumduft. Welche Düfte eignen sich denn als Parfum?

    Kennst du das edit Karsten-bitte keine Markenamen oder Produkte nennen- danke edit ? Es ist ohne Alkohol und Konservierungsmittel und riecht ganz wunderbar natürlich und dezent nach Rosen. Ich mag es sehr.

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallo Cora

    Die Leute wissen schlicht und einfach nicht, was ein Alkoholiker ist. Wie sollten sie auch? Sie haben sich nie damit befasst. Mir ist das alles ja auch erst nach Jahren klar geworden. Für die meisten ist ein Alkoholiker jemand, der arbeitsunfähig ist, eine gescheiterte Ehe hat, ungepflegt ist oder was auch immer. Wenn man nicht in das Bild passt, so ist man für die kein Alkoholiker und wird entsprechend nicht ernst genommen.

    Stimmt, ich war ein Weilchen eine bekannte Trinkgrösse. Aber mit der Zeit hab ich mich immer mehr aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Ich hab mich für meine Ausfälle geschämt und dann begonnen vorwiegend zu Hause zu trinken. Trotz allem kennen mich die Leute wohl immer noch als "die Trinkfeste". Mein Vorteil ist, dass ich auch ohne Alkohol ein fröhlicher Mensch bin. Ich brauche das gar nicht, um gute Laune zu verbreiten.

    Nach allem was ich hier schon gelesen habe, hab ich mir nun vorgenommen das Jahr 2009 ruhig anzugehen. Es wird nicht einfach werden, gewisse Einladungen auszuschlagen. Aber da muss ich jetzt einfach durch – und ich will es auch!

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallo Kommal

    Vermutlich willst du mir damit sagen, dass ich das "man" durch ein "ich" ersetzen sollte.

    Da ich dachte, dass ich nicht die einzige Betroffene bin, habe ich es allgemein verfasst.
    Was nicht heissen soll, dass ich mich damit ausnehmen wollte - ganz im Gegenteil.

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallo zusammen

    Ja, das sind klare Worte. Worte über die ich froh bin, denn ich wusste nicht, dass man im ersten Jahr so streng zu sich sein muss. Ich werde mich an euren Rat halten denn ich bin sicher, dass ihr wisst wovon ihr sprecht.

    Da ich besagten Bekanntenkreis nicht kenne, werde ich dem Event fern bleiben. Ich treff mich lieber mal wieder allein mit meiner Freundin. Bei der Gelegenheit kann ich mich erkundigen, wer ihre Bekannten sind.

    Ich denke es ist schlauer, wenn ich meine Abende mit Sport statt Ausgang fülle. Aquafit ist schon gebucht. Zum Ausgleich würde mir vielleicht auch Yoga guttun. Irgendetwas Kreatives würde mir auch noch zusagen. Aber ich will das Boot nicht gleich überladen.

    Mit dem Gedanken, meine Freunde/Bekannte zu orientieren tue ich mich noch schwer. Es ist nicht so, dass ich es nicht schon versucht hätte. Aber ich wurde nur belächelt. Man hat mir das gar nicht GEGLAUBT. Meinte, ich sähe das viel zu eng etc. Als dann später, in weniger vertrauten Kreis, noch darüber gelacht wurde ... da war's für mich endgültig gelaufen. Ich fühlte mich erniedrigt und verraten (bin ja das Sensibelchen). Wirkliche ECHTE Freunde hab ich wohl tatsächlich nicht viele. Zumindest nicht solche, die ich einweihen möchte. So traurig das auch klingen mag.

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallo nochmals

    Darf ich noch um einen Rat fragen?

    Wie habt ihr eure abstinente Anfangszeit verbracht? Seid ihr zu Hause geblieben oder seid ihr aus gegangen?

    Das frage ich, weil ich hin- und hergezogen bin. Nun hab ich für Freitag eine Einladung zu Speis & Tanz erhalten – von einer meiner abstinenten Freundinnen. Die Einladung ging an verschiedene Personen. Der Empfängerkreis ist mir unbekannt. Ich drück mich jetzt ein bisschen deswegen und weil ich nicht tanzen kann.

    Aber eigentlich sollte ich mich ja jetzt irgendwie um neuen sozialen Kontakt kümmern. Bloss frage ich mich, ob das noch zu früh ist?

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallo zusammen

    Offenbar bin ich wirklich ein dummes Sensibelchen. Denn jetzt stehen mir schon wieder die Tränen in den Augen! Diesmal allerdings, weil ich das Gefühl habe, dass ihr mich versteht. Ich glaube das Forum hier ist goldrichtig für mich.

    Dass ich mir ein dickeres Fell zulegen muss, weiss ich. Das hätte ich schon vor 30 Jahren anpacken sollen. Aber es ist ja nie zu spät – oder? :-).

    Ich bin froh und erleichtert, dass ihr mich zu nichts drängt. Davor hatte ich mich am meisten gefürchtet. Es ist nicht so, dass ich der Wahrheit nicht ins Auge blicken möchte. Ganz im Gegenteil. Ich hab einfach den puren Horror davor, mich – auch einem Arzt – zu outen.

    Im späten Winter 2007 ist mir ein Licht aufgegangen, dass ich Alkoholikerin sein könnte – ich! Glaubt mir, ich habe seither viele Buch- und Internetseiten verschlungen, um diese Tatsache zu akzeptieren.

    Im vergangenen Jahr hab ich verschiedene Stufen und Erfahrungen durchlaufen. Schliesslich ist man ja als Alkoholiker sehr erfinderisch und brillant in der Selbstüberlistung. Man findet die unglaublichsten Ausreden, um eine "Entschuldigung" zum Trinken zu haben. Dessen muss man sich erst mal bewusst werden. Schritt für Schritt.

    Auch wenn ich noch am Anfang stehe, denke ich dass ich schon einen weiten Weg gegangen bin.

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallo espoir

    Halb so wild. Dein Beitrag hat mich, im Nachhinein betrachtet, sogar weitergebracht. Er hat mir gezeigt, wie sensibel ich in Wirklichkeit noch bin, und dass ich dadurch vielleicht sogar zu Überreaktionen neige.

    Irgendwie fühlte ich mich so stark und entschlossen, dass mir die Kritik wie ein Rückschlag vorkam. Aber wichtig ist, dass ich darüber nachgedacht und daraus gelernt habe. Immerhin weiss ich nun, dass auch das Glas und nicht nur das Getränk von Bedeutung ist.

    Wer weiss, vielleicht bin hier im Forum auch am falschen Ort. Noch nicht reif genug.

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallo Hartmut

    Eigentlich dachte, die Vorstellungsrunde fände im privaten Bereich statt. Ich bin nicht sicher, ob ich der Kritik im öffentlichen Bereich standhalten werde. Trotzdem werde ich die Fragen gerne ehrlich beantworten.

    Vorwort:
    Ich habe kein Problem mehr mit dem Gedanken nie wieder zu trinken. Ganz im Gegenteil. Es ist für mich der einzige gangbare Weg. Der Tiefpunkt lag bei mir im Dezember darin, dass mein Konsum immer mehr überbordet hat. So sehr, dass ich an zwei Tagen nicht arbeitsfähig war.

    Arztbesuch:
    Hier ist wohl der kritische Punkt, bei dem ich bei euch kaum auf Verständnis stossen werde. Ich habe bislang, unter anderem aus Scham, keinen Arzt aufgesucht und fühle mich auch nicht dazu bereit. Das hat Gründe, die ich im öffentlichen Bereich nicht nennen möchte.

    Klinische Entgiftung:
    Nein. Ich habe keine Klinik aufgesucht. Ich habe meine Weihnachtsferien abgewartet und den Entzug, wenn man das bei mir überhaupt so nennen kann, zu Hause durchgezogen. Ausser Schlafstörungen und Magenproblemen kenne ich keine Entzugsprobleme.

    Offenheit und Ehrlichkeit:
    Tja, wie gesagt, den Schritt einen Arzt aufzusuchen habe ich ausgelassen. Ich versuche zu mir selber ehrlich zu sein. Aus Angst meinen Job zu verlieren und wieder in der Gosse zu landen, will und werde ich meine Sucht nicht öffentlich kundtun.

    Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten:
    Den hatte ich mir hier im Forum erhofft.

    Freizeitgestaltung – neue soziale Kontakte:
    Über meine Freizeitgestaltung habe ich im entsprechenden Thread bereits geschrieben.
    Meinen alten Freundeskreis habe ich im Verlaufe des letzten Jahres gründlich überarbeitet, wobei der jetzt um etliches kleiner ist. Ich habe lediglich drei Freundinnen, die abstinent sind. Aber das genügt um trockene Abende zu gestalten. Natürlich gibt es da immer noch viele trinkende Kollegen. Aber so lange die mich in Frieden lassen kann ich damit umgehen. Sonst wird mein Freundeskreis halt noch weiter schrumpfen. Das wird sich zeigen.

    Alkoholfreies Umfeld:
    Das habe ich geschaffen. Ich bin in der komfortablen Lage, dass mein Mann keinen Alkohol trinkt und somit kein Bedarf an Alkohol da ist. Im Ausgang habe ich mich mit dem Trinken immer sehr zurückgehalten – wollte nicht auffallen. Ausserdem habe ich ein Auto und fahre nicht, wenn ich getrunken habe. Mein Trinkerumfeld befindet sich zu Hause und das habe ich gesäubert.

    Unterstützung durch Familie und Umfeld:
    Ich habe viele Gespräche mit meinem Mann geführt. Einfach war das nicht weil er nicht glaubte, dass ich Alkoholiker bin. Vermutlich weil ich tagsüber nicht trinke und auch hin und wieder einen trockenen Tag geschafft habe. In vielen Gesprächen konnte ich ihn soweit sensibilisieren, dass er es nun akzeptiert und respektiert. Er musste lernen, dass es auch Alkoholiker gibt denen man das nicht sieht. Wichtig für mich ist den Hals jetzt aus der Schlinge zu ziehen und nicht abzuwarten, bis die Sucht noch mehr in meinem Leben zerstört hat.

    So, das wär's. Wenn ich die Bedingungen für dieses Forum mit meiner Haltung nicht erfülle, dann kann ich das verstehen und hoffe auf eine ehrliche Antwort.

    Liebe Grüsse, Wasser

    Hallo Jens

    Naja ob man's als Kritik oder als Antwort entgegennimmt ... das macht für mich keinen Unterschied.

    Sehr wohl aber, wie etwas verfasst ist und wie man damit umgehen kann. Ob man sich dabei persönlich angegriffen fühlt oder etwas auf die leichte Schulter nimmt, hängt wohl auch ein bisschen von der aktuellen Verfassung ab. Manchmal kann man harte Worte gut wegstecken. Ein andermal treffen einen die gleichen Worte ganz anders.

    Ich denke, dass ein geschriebenes Wort oft viel härter rüberkommt als ein Gesprochenes. Es fehlt die Mimik und die Tonlage.

    Aber eben, wenn man sich im Forum austauschen möchte, so muss man wohl lernen damit umzugehen.

    Liebe Grüsse, Wasser