Beiträge von Doro

    Hallo Sonja,

    ich fänd das wirklich gut, wenn du dem Lokführer schreibst.
    Dass er vielleicht auch ein Gefühl dafür bekommt, dass der Selbstmord irgendwie nicht nur ne momentane Kurzschlusshandlung war, sondern dass ein langer LEidensweg mit Suchtgeschichte usw. voranging.
    Ich könnt mir vorstellen, dass er damit besser klarkommt, als wenn seine Phantasie verrückt spielt, wen er da unter welchen Umständen überrollt hat.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Dagmar,

    du sprichst einen wichtigen Punkt an: die Illusion, ewig Zeit zu haben...

    Richtig, ich bin auch zu lange geblieben, weil mir die Jahre zwischen 22 und 29 irgendwie als Experimentierfeld in Sachen Beziehung zur Verfügung standen. Mit 29 bekam ich Torschlusspanik in Sachen Kinderwunsch, da tickte die Uhr plötzlich lauter.

    Aber was für eine Einstellung ist das denn?
    Warum habe ich einen erheblichen Teil meiner Jugend so verbraucht für eine sinnlose Sache?

    Es ist alles lange her und so sehr denke ich darüber nicht mehr nach.
    Aber es ist trotzdem wahr. Das Warten und ewige Chancen-Geben wird bezahlt mit eigener kostbarer Lebenszeit.

    Liebe Grüße
    Doro

    Nachtrag:
    Vielleicht fragst du dich, wieso ich überhaupt mit so einem eine Beziehung begonnen habe. Muss dazu sagen: Sicher war es in den ersten Jahren noch nicht so extrem. Oder phasenweise deutlich besser. So dachte ich zwischenzeitlich, er trinkt gar nicht mehr. War aber nicht so, er hat es wohl nur besser versteckt.
    Und ich dachte eben, ich liebe ihn, da war schon zeitweise viel Zärtlichkeit und so.
    Bloß beruflich lief bei him nix, solange er trank...

    Jetzt ist es noch länger geworden.

    Doro

    Hallo Waldliebende,

    na ja, ohne Ehrlichkeit macht das Forum ja gar keinen Sinn!

    Wann war der Punkt? Das dauert etwas, das zu erklären.

    Also, ich hab mich, wie gesagt zweimal getrennt.
    Das erste Mal war es so, dass er die ganze Zeit über trank. Sozusagen die ganze Beziehung über, ich hab ihn schon so kennengelernt, aber gedacht, ich geh dann, wenn er nicht bald aufhört. Dann gingen die Jahre ins Land, ich hatte inzwischen mein Studium beendet und bastelte an meinem Berufseinstieg. Und er tat gar nichts, jahraus, jahrein.
    Ich glaube, der letztendliche Auslöser war, dass ich merkte, dass ich die beruflichen Belastungen mit ihm nicht schaffen konnte. Im Studium gings eher. So ne durchstrittene Horrornacht... Nun ja, als Studentin konnt ich mir das eher leisten. Im Beruf gings nicht mehr, da musste ich jeden Morgen um dieselbe frühe Stunde fit sein. Ich hatte Angst, dass ich mir meine eigene berufliche Zukunft verbaue. Und dann noch der Gedanke, dass ich ja, sobald ich eigenes Geld hätte, auch noch für ihn aufkommen müsste. Und schließlich mein Kinderwunsch, mit ihm ging das offenbar nicht.
    Er war auch gewalttätig, nicht extrem, aber doch trotzdem auch körperlich. Aber das war noch nicht mal der Auslöser. :oops:

    Es war nicht ein Tag. Jahrelang trug ich mich mit dem Gedanken und dann, wie gesagt, mit meinem Berufseinstieg, waren es einige Monate, während denen ich es plante. Mein Beruf war mir einfach wichtiger als er. Ich hab ihm noch ne Chance gegeben, er hat mich aber überhaupt nicht ernst genommen. Er hat einfach ignoriert, dass ich mich trennen will. Das fand ich erst recht schwierig. Ich hab mir dann meine Gründe, warum ich gehen muss, auf ein Blatt geschrieben, und dieses immer bei mir getragen und immer wieder durchgelesen. Es fiel mir wahnsinnig schwer, eine Wohnung zu besichtigen. Da hin zu gehen, als wenn tausend Pferde mich zurückziehen, so kam ich mir vor. Ich hatte eine Freundin eingeweiht, die ging mit mir hin. IHm erzählte ich, glaube ich, von der neuen Wohnung erstmal gar nichts. Erst, als alles fest war.
    Ich weiß noch, wie ich dann den Schlüssel der Wohnung hatte und da alleine in dieser Wohnung saß. Es war mein Paradies!!! Meins!!!
    Der Umzug selber war dann noch so ne ZItterpartie, ich hatte Angst, dass er gewalttätig wird, aber die feige Socke war dann gar nicht dabei.
    In die neue Wohnung hab ich ihn erst Jahre später mal reingelassen.

    Wir waren getrennt, ich hielt aber den Kontakt, weil ich es anders nicht übers Herz brachte. Wir trafen uns regelmäßig bei ihm zum Fernsehgucken oder Spazierengehen.
    Er sackte immer weiter ab. Einige Jahre später hatte er einen körperlichen Zusammenbruch und wurde trocken. Veränderte sich stark und baggerte mich wieder an und ich ließ mich wieder drauf ein. Wir heirateten, bekamen Kinder, zogen wegen seines Jobs in eine für mich völlig fremde und weit entfernte Ecke Deutschlands, kauften ein Haus.
    Und da bekam er seinen Rückfall. (D.h. es fing wohl schon vorher heimlich an, ich wollte es nicht wahrhaben.)

    Also, kannst dir vorstellen, die Situation: Ich mit zwei kleinen Kindern, auch berufstätig, kurz nach dem Umzug, mit ihm in diesem Haus. Kannte kein Schwein dort. War ihm völlig ausgeliefert. Sogar unser Telefonanschluss war noch nicht da. Geile Gelegenheit, um einen Rückfall zu bauen.
    Jedenfalls soff er plötzlich wie früher. Schon am Vormittag. Schlief viel, war aggressiv. Ich war einfach nur fassungslos.
    Als ich mich massiv bedroht fühlte, rief ich die Polizei. Ich hatte einfach Angst und wegen der Kinder konnte ich auch nicht einfach weg. Zu wem hätte ich auch gehen sollen.
    Aber selbst da war ich noch nicht bei der Trennung!
    Nach der Polizeiaktion war ER es, der mir nicht verzieh, dass ich sein Vertrauen so missbraucht hatte, indem ich die Polizei rief. Und er beschimpfte mich auf übelste Weise, überschüttete mich mit KÄlte und Hass. Ich glaube, er wollte einfach in Ruhe trinken, ohne dass ich immer dazwischenfunke. Jedenfalls war das dann doch zu viel für mich: Ich hatte alle Mögliche für ihn getan, er fängt an zu saufen und ich soll mich noch beschimpfen lassen???
    Und irgendwie war mir auch klar: Wenn er wieder säuft, kann ich sowieso nicht bei ihm bleiben, auch wegen der Kinder.
    ABer wenn mein Mann säuft, dann säuft er auch viel und ist nicht mehr zu viel zu gebrauchen. Jedenfalls ist das inzwischen so.

    So, das waren meine Tiefpunkte!
    Wie gesagt, wenn er so ein mäßiger Säufer gewesen wäre, ich weiß nicht, wie lange ich dageblieben wäre.
    Insofern hab ich natürlich leicht reden.

    Hoffe, es war nicht zu lang, aber du hast ja gefragt.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Waldliebende,

    wahrscheinlich ist dein Leidensdruck einfach noch nicht hoch genug...

    Ich hab mich zweimal getrennt (vom selben Mann, ähem, räusper) und jedes Mal war ich an einem Punkt, an dem ich anfing, wirklich Angst zu bekommen.
    Das erste Mal war es mehr so die allgemeine Angst, mein Leben an seiner Seite wegzuschmeißen: keine Familie gründen zu können, ihn finanzieren zu müssen usw.
    Das zweite Mal war es einfach nur noch furchtbar und ich dachte, ich dreh jetzt durch.

    Es waren Er-oder-ich-Situationen.

    Ich wünsch dir jedenfalls, dass du irgendwann die Kraft hast (oder die Verzweiflung?), zum Handeln überzugehen.
    Es fühlt sich dann übrigens erstmal immer noch scheußlich an. Es war bei mir nicht so, dass ich lachend Koffer packte. Es war Heulen, Verzweiflung, schlechtes Gewissen, Angst, alles auf einmal. Aber ich wusste: Ich muss das jetzt tun.

    Und dann, wenn man erstmal das Gröbste geschafft hat, kann man aufatmen, dann gehts steil bergauf.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Waldliebende,

    als mein Mann nach seinem Rückfall im Haus rumtobte, mich übelst beschimpfte und Psychoterror ausübte, litt ich sehr, weinte, jammerte, dachte an Selbstmord.

    Eine sehr kluge Freundin von mir sagte: Du bist doch kein Hund, der nichts anderes kennt, als hinterm Ofen zu liegen und getreten zu werden!

    Sie meinte damit: Natürlich konnte ich mich trennen. Schritt für Schritt.

    Warum kannst du es nicht, wenn du doch so wortreich beschreiben kannst, warum es für dich das Beste ist?
    Natürlich kannst du! Tu es!
    Mach dir nen Plan, was dafür nötig ist. Klär die finanzielle Seite, such dir ne Wohnung (oder schmeiß ihn raus, was besser funktioniert).
    Handel einfach.

    Ist nicht einfach natürlich, aber wir leben auch nicht irgendwo in einem Land, wo Frauen kein selbstbestimmtes Leben leben dürfen.
    Du hast übrigens nur eins davon!

    Ich will dir einfach Mut machen, deine Träume und Visionen umzusetzen.
    Ist nicht leicht, aber soooo schwer nun auch nicht.

    Liebe Grüße
    Doro

    Mensch, Giftzwerge, es tut mir leid, sowas zu lesen.

    Ja, es macht einen verrückt.
    Klar sind da starke Gefühle!
    Ich hab meinen Mann auch geliebt und bin mit ihm durch Dick und Dünn gegangen. Irgendwann gings nicht mehr. Vorher hab ich oft Rotz und Wasser geheult.

    Von denen, die sich mittlerweile getrennt haben, und von Außenstehenden klingt es vielleicht manchmal abgeklärt. Das sind eben so die Erfahrungen, die man macht. IRgendwann hat man ein bisschen mehr Abstand zu der Sache. Aber du steckst ja mitten drin, das fühlt sich natürlich ganz anders an.

    Genauso wie der Alkoholiker braucht auch der/die Co-Abhängige normalerweise erst einen Tiefpunkt, der natürlich individuell verschieden ist. Manche denken noch nicht mal an Trennung, wenn sie schon zusammen geschlagen wurden. Andere gehen früher. Manche gehen nie.
    Manche richten sich auch in der Partnerschaft damit ein, dass sie von dem alkoholkranken Partner nichts mehr zu erwarten haben, und leben so ne Art Wohngemeinschaft.
    Du bist vielleicht einfach noch nicht an diesem Punkt.
    Und wenn er es wirklich ernst meint mit Klinik und Therapie, dann ist ja auch noch nicht alles verloren. Aber wie lange willst du warten?

    Es ist jedenfalls ein Prozess. Gefühle von heute auf morgen ausknippsen geht natürlich nicht.
    Bei mir wars einfach so, dass ich an einen PUnkt kam, dass der LEidensdruck zu groß war, dass ich wiederum keine Wahl hatte als ihn rauszuschmeißen. Ich war einfach nicht mehr in der Lage, die Situation zu ertragen. Ich hatte abwechselnd Suizidwünsche und Mordgelüste. Und ich hatte Angst vor ihm und Angst um die Kinder.
    Wenn er im Suff netter gewesen wäre, wenn er nach außen besser funktioniert hätte, ich weiß nicht, wie lange ich noch bei ihm geblieben wäre. Lange.

    Es ist kein ausknippsen, es ist eher ein freistrampeln, das viel KRaft und Nerven kostet und auch wehtut.
    Und es darf eauch ein bisschen dauern, bloß nicht zuuu lange, sonst sind du und die Kinder nur noch Wracks.

    Ich wünsch dir was,
    Doro

    Hallo Giftzwerg,

    hast Recht, auch nach 10 Jahren gibt es keine Garantie...
    Vielleicht sollte ich da auch weniger mit meiner eigenen Entscheidung hadern. Ich dachte, es geht gut, gings aber nicht. Muss ich akzeptieren.

    Dass du ihm wünschst, dass er einen körperlichen Tiefpunkt hat, finde ich alles andere als schlimm. Das ist doch für ihn sogar wahrscheinlich das Beste. Ich kenne solche GEdanken und Gefühle.
    Als es mir so richtig schlecht ging, hab ich ihm sogar Schlimmeres gewünscht, damit endlich Ruhe ist. Mit etwas Abstand verschwinden diese ganz bösen Wünsche aber wieder schnell.

    Bin mal gespannt, ob hier noch mal jemand ne echt Antwort auf deine Frage hat...

    LIebe Grüße
    Doro

    Hallo!

    Mein Mann ist zwar kein Quartalssäufer, aber ich hab mich auch oft gefragt, wie lange sein Körper die enormen Mengen Alkohol wegsteckt.
    Es geht erstaunlich lange, meinem Empfinden nach.
    Andererseits ist sein Körper offenbar mittlerweile ziemlich kaputt.

    Vor Jahren hatte er mal einen TIefpunkt, an dem er fast gestorben wäre, und danach war er einige Jahre trocken.
    Dann fing er wieder an, seit ca. 1,5 Jahren säuft er richtig, sozusagen rund um die Uhr, soweit ich das beurteilen kann (wir sind jetzt getrennt), sein Körper ist sehr krank mittlerweile, er hatte auch Zusammenbrüche, aber er scheint nichts mehr draus zu lernen. :shock:
    Er ist nicht mehr in der Lage, den Weg zur Trockenheit noch mal einzuschlagen.
    Lange dachte ich: Wenn er erstmal im Krankenhaus ist und sein Körper schlapp macht, wird er begreifen, dass er aufhören muss.
    Klar begreift er es auch irgendwie vom Kopf her, aber er macht trotzdem weiter.

    Ich hab auch schon so manches Mal versucht, im Netz Infos zu finden, wie lange so die Lebenserwartung mit bestimmten alkoholbedingten Erkrankungen ist. Es gibt dazu natürlich überhaupt keine allgemein gültigen Aussagen.

    Also, ich würd mal sagen: Es nützt nichts, darauf zu warten, dass er zusammenbricht. Du kannst nicht wissen, ob und wann das passiert.

    Ihr seid verlobt?
    Also, es klingt vielleicht hart. Aber unter diesen Umständen würde ich den GEdanken an eine Heirat erstmal auf den Sankt-Nimmerleinstag verschieben, ehrlich. Mach den Fehler nicht und lass dich da durch eine gewisse Trockenheitsphase oder den Beginn einer Änderung einlullen. Erst wenn er richtig stabil ist, trocken, Therapie, SHG usw. und das schon ne Weile betreibt, kann man da wieder dran denken.
    Ich rede da als gebranntes Kind, ich hab meinem Mann zu viel zugetraut. Und nun sitz ich im Scheidungsverfahren.
    Das ist natürlich nur meine Meinung, die ich jetzt mal aus meiner persönlichen Erfahrung her habe, weil ich selbst eben dachte, ich könne das riskieren und ich könnte ihm vertrauen. Ich habe das AUsmaß dieser Erkrankung überschätzt.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Charlet,

    hier tummeln sich ein ganzer Haufen Co-Abhängige, die alle mehr oder weniger das gleich erlebt haben: Der Alkoholismus hat ihnen den Partner/die Partnerin entrissen.
    Bei manchen hat die Trennung oder die ernst gemeinte Trennungs-Androhung dazu geführt, dass der/die Alkoholiker den Weg zur Trockenheit eingeschlagen hat. Leider bei längst nicht allen. Darauf kann man sich leider leider überhaupt nicht verlassen, dass das funktioniert.

    Alkoholismus ist eine sehr schwere Krankheit, ein Schicksalsschlag, so würd ich es mal nennen.
    Aber anders als bei vielen anderen Krankheiten können wir als Partner wirklich überhaupt nichts tun, so ist meine eigene Erfahrung und so lese ich es hier im Forum. Wir ernten höchstens Aggressionen für unsere Bemühungen zu helfen.

    Deshalb bleibt dir einfach nur dieser eine Weg: Akzeptieren, dass er krank ist, und deine Konsequenzen ziehen.
    Das muss ja nicht sofort die Trennung bedeuten, aber erstmal eine innere Abnabelung von ihm.
    Kümmer dich um dein Leben und das deines Kindes und versuche, dich nicht mehr um ihn zu kümmern, denn das macht dich kaputt.
    Es ist einfach aussichtslos und frustrierend, DU hast keinen EInfluss auf SEIN Alkoholproblem. ER SELBST muss es wollen, andernfalls haben alle Bemühungen keinen Sinn.

    Ob Trennung oder nicht - du bist einfach gezwungen, jetzt erstmal dein eigenes Ding zu machen, ohne ihn auszukommen, nicht auf ihn warten.

    Und vielleicht bist du dann irgendwann so weit, dass du sagst: Jetzt kann ich ihm wirklich ernsthaft die Trennung androhen und es auch durchziehen, wenn er weiter trinkt.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo,

    ich hab mich auch schon gefragt, ob diese Krankschreiberei überhaupt effektiv ist. Wie viele sitzen beim Arzt nur wegen diesem Zettelchen.

    Gibt es wirklich so viele Leute, die mal eben krank feiern, obwohl sie es gar nicht sind?
    Ich weiß nicht, die meisten sind doch schon genug unter Druck bei der Arbeit, die bleiben doch nicht einfach so weg.
    Und die anderen, die es tun, die können sich auch beim Arzt leicht eine Krankschreibung beschaffen.

    Doro

    Hallo,

    Abschreckgebühren, damit die Leute nicht zum Arzt gehen, finde ich nicht besonders gesundheitsförderlich. Obwohl es bestimmt im einen oder anderen Fall tatsächlich dazu führt, dass man Arztbesuche vermeidet. Was dann aber unter Umständen ein dickes Ende hat.
    Ob der Arztbesuch sinnvoll war oder nicht, weiß man ja meist erst, wenn man da war.
    In der privaten Krankenkasse bekommt man zum Beispiel Geld zurück, wenn man ein Jahr lang nicht beim Arzt oder beim Zahnarzt war. Toll! Da rechnet es sich, den Karies erst ein paar Jahre zu züchten, bevor man was dran machen lässt. Vielleicht finanziell für die Kassen billiger, aber medizinisch ja wohl Schwachsinn.

    Ich finde auch, dass man endlich mal darüber nachdenken soll, Anreize zu schaffen, dass man sich selbst fit hält.
    Ist sicher nicht so leicht umzusetzen, aber darüber sollten die Verantwortlichen doch bitteschön endlich mal ihre HIrne anschmeißen.
    Bei mir ist es zum Beispiel das leidige Übergewicht, ohne Frage bei mir ein Gesundheitsrisiko. Ich glaub, ich wär damit einverstanden, wenn ich deshalb ein bisschen mehr zahlen müsste. Und hätte dann vielleicht noch ein bisschen mehr Motivation als sowieso schon, endlich mal konsequenter was dagegen zu tun.
    Natürlich müsste es im Rahmen bleiben und erst ab einem eindeutig gesundheitsschädlichen BMI beginnen.

    Ähnliches könnte man doch auch für Raucher einführen.

    Warum eigentlich nicht!

    Warum gibt es keine regelmäßigen Check-up-Programme, für deren Einhaltung man Bonuspunkte bekommt. Weil es noch teurer ist als die Leute krank werden zu lassen?

    Kinder schickt man hübsch regelmäßig zu vorgeschriebenen Untersuchungen, wieso ist es im Erwachsenenalter nicht mehr üblich. Da wird es mehr oder weniger dem Zufall überlassen, ob man sich mal durchchecken lässt oder nicht. Könnt ja nicht schaden, wenn sich mal wieder einer meine Gesundheit insgesamt anguckt und vielleicht den einen oder anderen guten Impuls zu meiner LEbensführung gibt.

    Ach, es gäbe so viel, über was man reden könnte.
    Stattdessen wird immer nur und ausschließlich über die Aufteilung der Kosten gesprochen. Das langweilt mich so dermaßen mittlerweile.

    Gruß
    Doro

    Hallo Schnurzpiepe,

    er ist offenbar schwer krank. Er hat es vielleicht in der Hand, durch Nicht-Trinken noch lange zu leben.
    Aber er kann natürlich auch bald wieder rückfällig werden und dann nimmt der gesundheitliche Abstieg weiter seinen Lauf.
    Alles ist möglich.

    Wenn du nicht lernst, dich selbst von seinem Schicksal abzulösen, dann bist du auf Gedeih und Verderb diesem Krankheitsverlauf ausgeliefert.
    Vielleicht geht es ihm bald besser - dann bist du happy.
    Vielleicht fängt er irgendwann wieder an - dann bist du am Boden zerstört.

    Das ist Co-ABhängigkeit!

    Es ist natürlich total menschlich, dass du mit-leidest, aber auf die Dauer doch sehr zerstörerisch.
    Versuch, dir klar zu machen, dass du noch ein eigenes Leben zu leben hast. Du kannst dein Lebensgefühl nicht auf Dauer an seinen Krankheitsverlauf koppeln, das macht dich kaputt.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Spacy,

    schön, von dir zu lesen.

    Zitat

    Er hat mir den Vorwurf gemacht, warum ich nicht schon eher reagiert habe zum Kindeswohl.

    Ohne deinen konkreten Fall beurteilen zu wollen...
    (ich glaub dir gerne, dass du es auch wirklich durch deine Berufstätigkeit nicht richtig mitbekommen hast)
    Ich muss leider für mich selbst feststellen, dass ich als Partnerin selbst nicht ganz klar im Kopf war. Ich war emotional einfach zu verstrickt, um genau erkennen zu können, was für das Kindeswohl am besten ist.
    Das muss man abhaken, es bringt nichts, darüber zu grübeln.
    Du handelst jetzt sehr entschlossen!

    Ich finds ja irgendwie toll, dass deine Frau das mit den Blutproben macht. Ist ja ein Hoffnungsschimmer. Bloß für uns als Angehörige auch wieder die Gefahr, dass man Hoffnungen entwickelt, die dann irgendwann wieder bitter enttäuscht werden. Für das Kind genauso....

    Na ja, du hast Unterstützung von mehreren Seiten, das ist schon mal sehr gut. Denn die Situation ist ja wirklich nicht einfach.

    Ich wünsch dir, dass du für dich selbst eine gewisse Ruhe findest. Und auch dich nicht verrückt machst, was den Kleinen angeht. Du tust, was du kannst. Was dann noch an Leid übrig bleibt, kannst du ihm nicht ersparen. Du ersparst ihm schon ne Menge durch dein couragiertes Handeln.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Tinalady,

    boah, 16 Jahre sind wirklich eine lange Zeit.

    Kann mir gut vorstellen, dass man dann irgendwann das Gefühl hat, dass die Krankheit einen nie wieder so einholen kann.

    Bei meinem Mann und mir waren es nur einige Jahre (so genau weiß ich es nicht, weil er auch heimlich wieder angefangen hat) und mir gings so, dass ich mir absolut nicht vorstellen konnte, dass er wieder so anfängt, wie es einmal war...

    Hm, nun zu dir.
    Also erstmal find ich, dass du dir keine Vorwürfe machen solltest, dass du es nicht eher bemerkt hast. Er hat das sicher sehr geschickt versteckt. Und du hättest es wohl auch kaum verhindern können.
    Wahrscheinlich bringt es auch nicht viel, wenn du ihm jetzt moralische Vorhaltungen machst, dass es passiert ist und er dir vorher nichts gesagt hat. Das gehört ja dazu, das Verheimlichen.
    Am konstruktivsten ist wohl, wenn du ihm sagst: Okay, ist passiert, aber jetzt musst du klare Schritte unternehmen.
    Wenn er jetzt erkennt, dass er wieder sehr konzentriert an seinem SUchtproblem arbeiten muss, ist eigentlich nichts verloren, dann kann er anknüpfen an seinen guten Jahren.
    Wenn nicht - dann musst du sehr schnell anfangen, auf dich selbst zu schauen.
    Dazwischen wird sicherlich eine Phase des Abwartens von deiner Seite liegen müssen...

    Ich wünsch dir viel Glück,
    Doro

    Hallo Hannah,

    er geht nicht fair mit dir um.

    Auf einen nassen Alkoholiker kann man sich leider oft überhaupt nicht verlassen.
    Wenn ich so zurückdenke, was ich da alles mitgemacht habe, schüttelt es mich. Versprechungen, Enttäuschungen, Vertröstungen, Hoffnungen, wieder Enttäuchungen, Versetzt-Werden.
    Es hat auch was mit unserem eigenen Selbstwertgefühl zu tun, dass wir sowas mit uns machen lassen.

    Schöne Grüße
    doro

    Hallo Schnurzpiepe,

    also, nach meinem bescheidenen Wissen über Leberzirrhose ist es so, dass die Krankheit zwar nicht heilbar ist, aber bei Abstinenz doch manchmal erstaunlich lange damit gelebt werden kann.
    Die Diagnose Leberzirrhose heißt nicht, dass das Sterben schon eingeläutet ist!
    Und ich kenne einen Fall, wo trotz fortgeschrittenem Stadium sich dann die Leber so erholt hat, dass man an den Leberwerten nichts mehr erkennen konnte und die Person im Prinzip gesund war (außer eben, dass nur noch ein Teil der Leber richtig funktionierte, würd ich mal so laienhaft meinen.)
    Das Hauptproblem ist die Abstinenz.
    Und da ist natürlich die Frage, ob jemand, der darüber nicht offen reden kann, da auf die Dauer eine Chance auf Abstinenz hat.

    Deshalb sind all diese Fragen, die du stellst, zwar natürlich als Angehöriger ganz normal, aber letztendlich würde ihre Beantwortung auch zu keiner Beruhigung führen, solange man bei ihm nicht den Eindruck hat, dass er einen richtigen Neuanfang versucht.

    Aber ich weiß, wir sind unseren Sorgen erstmal ziemlich ausgeliefert. Das kann man nicht einfach so abstellen.
    Mir hilft einfach nur: Distanz.
    Je weniger ich von ihm höre, desto weniger Sorgen mache ich mir.
    Deshalb bin ich eigentlich ganz froh, dass ich über Zustand meines Ex (der auch sehr krank ist) nicht richtig informiert bin. Er macht auch immer nur so Andeutungen und tut so, als sei eigentlich alles halb so wild.
    Ich hab die Hoffnung aufgegeben, dass er es wirklich schafft, dauerhaft abstinent zu leben. Dafür macht er das alles immer und immer wieder nur halbherzig.
    Tja, und da dies nun mal so ist, kann ich es besser aushalten, dass er sich und mich belügt, als wenn er nun auch noch hemmungslos über seinen körperlichen Verfall jammern würde. Er erträgt die Wahrheit wohl nicht, aber zugleich schließt er damit die letzte Tür, die ihm noch offensteht...

    Mir geht es mittlerweile wirklich so: Ich hab auch einfach keine Lust mehr, mir noch mehr meiner Lebenszeit mit diesen Sorgen um ihn zu vergällen.
    Ich hab doch noch mein eigenes Leben zu leben!

    Liebe Grüße
    Doro