Hallo bluevelvet,
ich meinte auch nicht, dass du ihm selbst geben sollst, sondern - falls du ihm was geben willst - das eben nur einmalig tust.
Aber so ist die Sache klar, kein Geld mehr. Klar solltest du dich erholen.
Weiß du, von außen ist die Sache immer so offensichtlich.
Wenn man drinsteckt, nicht mehr.
Von außen sieht es so aus, dass er so viele Chancen hatte, mit den ganzen Entgiftungen, und sie nie ergriffen hat, dass er doch wirklich sinnlos ist, ihm weiter helfen zu wollen. Von deiner Seite her.
Ehrlich gesagt, hat der sozialpsychiatrische Dienst da wohl auch keinen Sinn. Er weiß doch sicherlich, wo er Hilfe bekommen würde, wenn er schon so viele Entgiftungen gemacht hat. Da brauchst du ihm das auch nicht noch mal zu erzählen.
Ich hab bei meinem Mann immer gedacht: Wenn er erstmal in einer Klinik wäre, würde das die Wende bedeuten. Pustekuchen!
Den Willen zur Veränderung kann man ihm nicht aufzwingen und so lange müssen diese Menschen eben so dahinvegetieren. Das ist meine traurige Erfahrung.
Eigentlich gehört mein Mann teilentmündigt, aber ich werd den Teufel tun und mich da auch noch aufreiben. Die Chancen, dass man damit durchkommt, sind, so sagte man mir, gering. Und wenn er entmündigt wäre, würde er sich noch mehr in der Opferrolle fühlen...
Bei uns hat leider jeder/r das Recht sich totzusaufen. So ist die Rechtslage.
Und erst, wenn derjenige das nicht mehr will und zwar aus vollem Herzen, kann man was machen.
Und dann gibt es ein ganz ordentliches Netzwerk von Hilfsangeboten, dafür braucht er dann dich nicht.
Und du bist so nah dran mit deinen Gefühlen. Jede Hilfsaktion reißt dich doch wieder runter. Du schreibst selbst, dass dir die Kraft für die Arbeit fehlt, nur wegen ihm.
Niemand kann ihm helfen und du am allerwenigsten.
Du bist die falsche Person, weil du zu sehr drinhängst.
Du brauchst so viel Abstand wie möglich, denn du musst selbst erstmal gesund werden, dich erholen.
Ach, wenn ich das doch für mich selbst auch immer so beherzigt hätte.
Aber eins habe ich inzwischen kapiert: DAs Loslösen passiert erst, wenn man sich abgrenzt. Versuch das mal!
Nochmal: Du musst ihn alleine machen lassen.
Wenn er es nicht alleine schafft, kann er sich woanders Hilfe holen.
Dafür gibt es Suchtberatungsstellen, Ärzte, Seltbshilfegruppen, Sozialarbeiter, sozialpsychiatrische Dienste und und und.
Aber nicht du!
Du bist nicht mehr zuständig!
Liebe Grüße
Doro