Beiträge von Doro

    Hallo LaChela,

    also, ich beobachte auch viel mehr.
    Z.B. lese ich manchmal Zeitungsartikel und vermute dahinter ein Alkoholproblem. Da steht dann z.B., dass ein Mann in Rage seine Familie umgebracht hat, weil die Frau ihn verlassen hat. Und dass er dabei betrunken gewesen sei und ihn die Trennung so sehr belastet hat.
    Da denk ich mir meinen Teil dazu: Wahrscheinlich war schon die Trennung eine Folge des Alkoholismus!!!

    Und ich merke mit Erstaunen, dass es wirklich sehr sehr häufig vorkommt. Trennungen aufgrund von Alkohol, Kinder, die darunter leiden. All diese Dinge fallen mir natürlich jetzt anders auf.

    Es belastet mich nicht so sehr, im Gegenteil, es verbindet ja auch, wenn man im realen Leben auf Co-Abhängige trifft, die wissen, wovon ich spreche oder die ich auf Anhieb verstehen kann.
    Was mich aber schon ärgert, ist der sorglose Umgang mit Alkohol in unserer Gesellschaft. Alle machen so ihre Scherze darüber (ich mach da auch manchmal mit :oops: ). Ha ha, wie witzig!
    Und irgendwann ist es dann nicht mehr witzig.

    Schöne Grüße
    Doro

    Hallo Schnurzpiepe,

    natürlich macht diese Ungewissheit verrückt, ich kann das sehr gut verstehen.
    Aber irgendwie kann ich auch nachvollziehen, dass er darüber nicht so offen sprechen möchte. Wahrscheinlich schämt er sich auch sehr für diese Krankheit, das ist alles sehr schambesetzt.

    Ist das lügen? Ich weiß nicht, er hat doch das Recht auf Geheimhaltung von Krankheitsdetails.

    Jedenfalls ist es gut, wenn du versuchst, dir selbst Erleichterung durch eine Selbsthilfegruppe zu verschaffen. Du hast dein eigenes Leben und das von dem Baby, du darfst dich nicht zu sehr auffressen lassen von diesen Sorgen.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Spacey,

    und ich vermute mal, dass der Kleine in seinem Kindergarten auch Freundschaften geschlossen hat. Gerade wenns privat kriselt, ist sowas und überhaupt der Kindergarten für ihn vielleicht ein wichtiger Anker. Wo einfach alles normal ist.

    Schöne Grüße
    doro

    Hallo, darf ich mal was zu Hartmut sagen?

    Vielleicht bin ich da etwas falsch mit den Begriffen umgegangen.
    Will hier auch keine falschen Dinge verbreiten.
    Meinte auch nicht, dass ein Alkoholiker kontrolliert trinken kann.

    Was ich sagen wollte: von außen sah es so aus!!!

    Wenn man einen Menschen über Jahren nur alkoholisiert kennen lernt und er plötzlich nichts mehr trinkt (auch wenn es streng genommen nur ne Trinkpause ist), dann...
    nun, dann sieht es aus wie "trocken" - für mich als Außenstehende.
    Wenn er dann auch noch alle möglichen Dingen in Angriff nimmt, die er bis dahin nicht in Angriff nahm und sich völlig anders gibt.
    Und dann eben es "schafft", sein Trinken auf wenige Gelegenheiten zu beschränken, dann sieht das aus wie "kontrollieren".

    Dass der KOntrollverlust aber dennoch da ist, hab ich versucht zu beschreiben.

    Mich hat dieses Klischee, dass Alkoholiker nur eine Schnapsbohne zu sich nehmen und eine Woche später wieder unter der Brücke liegen, letztendlich in die Irre geführt, denn ich dachte, das stimmt ja nun offenbar nicht.
    Jetzt weiß ich: Stimmmt doch, aber es können dazwischen schon mal Jahre liegen.

    Schöne Grüße
    Doro

    Nachtrag:

    Ich erklär mir die GEschichte mittlerweile so: Wahrscheinlich haben bei meinem Mann die geringen Mengen Alkohol körperlich wirklich noch zu keinem echten Rückfall geführt. Aber im Kopf ging ne ganz fatale Geschichte los. Er hat gedacht, er hätte den Alkohol im Griff, so ab und zu mal. Und dann hat er es sich immer mal wieder genehmigt und irgendwann war er wieder mittendrin.

    Tja, und wenn einer schon mal ganz unten war und dann trotzdem denkt, er könne ja mal ab und zu...
    Das heißt doch eigentlich schon, dass die ganze Sache nur böse enden kann.
    Die KOntrollversuche vorher sind ja nun auch jämmerlich gescheitert, also warum sollte es nach einem Entzug plötzlich besser laufen.

    Doro

    Hallo Pensamentos,

    ich bin Co-Abhängige.

    Bei meinem Mann war das auch sehr erstaunlich. Er war also schwerstabhängig und nach einem körperlichen Zusammenbruch dann trocken. Sichtlich. Er veränderte sich köperlich und mental.
    Dann fing er gaaaannnnz langsam an.
    Erstmal nur so beim Sektempfang auch mal dran nippen.
    oder alkoholfreies Bier.
    Oder sogar mal ein bisschen Bier mittrinken.

    Alles sehr kontrolliert. Und das ging über Jahre. :shock:
    Ich hab das nicht einordnen können. Es heißt doch immer: Echte Alkoholiker (und das ist er zweifellos) können das nicht. Da brechen dann alle Dämme.
    Also dachte ich: Da muss was an der Theorie nicht stimmen. Er schafft es doch!!!! Hab ihm vertraut.
    Er hat immer die Theorie vertreten, dass er kein echter Alkoholiker sei, dass er irgendwann dann doch wieder ab und zu was trinken könne. Er wollte diesen Stempel in der Öffentlichkeit nicht haben. Bei einer Feier zu sagen: Ich nehme nur Orangensaft, weil ich mit Alkohol nicht klar komme. Dazu gehört offenbar irgendwie Mut. Obwohl es bescheuert ist, denn unsere ganze Gesellschaft ist von dieser Krankheit durchseucht.

    Na ja, Und dann sind dann doch die Dämme gebrochen, bloß der ganze Prozess hat eben vom ersten Nippen am Sekt bis zum totalen Totalrückfall ca. 2 Jahre gedauert. Ich denke, es hat ihn unglaublich viel Kraft gekostet, das so zu kontrollieren. Das erklärt auch vieles, was ich mit ihm erlebt habe. Er war oft sehr angespannt, ich hab das auf andere Dinge geschoben.

    Mit Totalrückfall meine ich: Schon am Morgen beginnen, ständiger Pegel usw.
    Vorher hat er es scheinbar wirklich begrenzt auf bestimmte Zeiträume, in denen ich ihn nicht gesehen habe (und wir sind verheiratet, also das waren nicht sooo viele GElegenheiten).

    Ich weiß natürlich nicht, ob er nicht auch rückfällig geworden wäre, wenn es dieses erste Nippen am Sekt nicht gegeben hätte.
    Ich weiß nur, dass ich nie und nimmer geglaubt hätte, dass er noch mal so tief sinkt. Noch tiefer als beim ersten Mal.

    Sei schlauer als ich und spring rechtzeitig ab, bevor du das gesamte Elend mit ansehen musst.

    Schöne Grüße
    Doro

    Hallo bluevelvet,

    natürlich kannst du ganz alleine entscheiden, wieviel Kontakt du zulässt.
    Wenn das mit dem Zigaretten-Bringen für dich kein Problem darstellt, dann ist das okay.
    Und selbst wenn es ein Problem darstellen würde, müsstest du dann eben am eigenen Leibe erfahren, dass es vielleicht schon wieder zu viel war.
    Es gibt hier niemanden, der das Recht hat, dir irgendwelche Vorschriften zu machen.
    Es geht nur, wie Hartmut schon sagt, um bestimmte Erfahrungen, die Leute versuchen weiterzugeben.
    Und ein wesentlicher Schritt ist eben anzufangen, sich nicht mehr dauernd mit dem Partner oder Ex-Partner zu beschäftigen.
    Aber vielleicht bist du einfach noch nicht so weit, doch irgendwann wär es wichtig, dass du da hin kommst, sonst kommst du nie und nimmer von ihm los, dann geht das ganze noch vierzehntausend Jahre so weiter.

    Ich hab dir ja erzählt: Ich habe monatelang noch diese sinnlosen Telefongespräche geführt. Hier im Forum sagte man mir auch: Lass das.
    Nun, ich war einfach noch nicht so weit. Ich hab das einfach irgendwie für mich so haben wollen, wollte erst ganz genau spüren, dass es wirklich keinen Sinn hat.

    Das einzige, was vielleicht wirklich ein Problem ist, ist, Infos über andere im Internet weiterzugeben. Es ist schwer für uns Cos, weil wir ja nun mal dieses Problem mit einem anderen Menschen haben, also schreiben wir auch darüber. (Die anderen COs tun dies ja auch.) Aber wir müssen dabei sehr vorsichtig sein.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Spacey,

    ich möchte es nicht verharmlosen, die Situation, ein Elternteil zu verlieren oder nicht zu haben...
    Aber es gibt doch so viele Familien, in denen es so läuft. Leider. So viele Trennungen und Scheidungen, so viel Sucht...
    Und bei denen, die zusammen bleiben, gibt es ja auch oft Zustände, die nicht so toll sind.
    Ideal ist nicht unbedingt der Regelfall.
    Muss man deshalb ein unglückliches Leben führen?

    Wenn du es schaffst, für deinen Sohn ein stabiles Umfeld zu schaffen und ihm das zu geben, was ein Kind so braucht, meinst du nicht, er verkraftet das?
    Wir können leider nicht alles Leid von unseren Kindern fernhalten.
    Trotzdem darf es uns gut gehen.

    Ich hab meinem Kind (4 Jahre) erklärt, warum Papa nicht mehr bei uns ist. Hab versucht, das irgendwie mit der Sucht halbwegs kindgerecht zu erklären. Ich möchte nicht, dass er denkt, es hätte irgendwas mit ihm zu tun. Mal sehn, wie er darüber denkt, wenn er größer ist. Vielleicht packt ihn dann doch die Wut. Auf seinen Papa oder auf mich. Wer weiß.

    Bleib mal bei dem, was ansteht. Was genau daraus wird, wirst du ja dann sehen.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo bluevelvet,

    das, was du über die Liebe schreibst, um die man kämpfen muss, da ist was dran.
    Es steigert irgendwie das Liebesgefühl.
    Oder es ist so eine falsch verstandene Form von Liebe.
    Man erfährt in so einer Beziehung sehr große INtensität oder man meint, intensiv zu lieben. Ich hab oft gemeint, nur bei diesem Mann könnte ich mich mal so richtig ausheulen. Ich dachte, er knackt da GEfühle in mir, die vorher irgendwie eingefroren waren.
    Aber es waren wohl eher Schmerzen, die ich ohne ihn nun mal nicht hatte.

    Ich hab außerhalb der Beziehung relativ selten geweint. Mit ihm konnte man fast täglich weinen.
    Und auch Freude empfinden, große Freude, wenn etwas gut lief.

    Man kann sich auch einen Nagel ins Bein schlagen, ihn wieder rausziehen und sich darüber freuen, wenn der Schmerz nachlässt. Das ist allemal intensiver, als einfach nur mit einem gesunden Bein zu leben.

    Du hast Recht, es ist krank, aber es erklärt zum Teil, wieso wir solch eine Beziehung überhaupt eingegangen sind und sie aufrecht erhalten haben.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Spacey,

    ja, ich find Montys Vorschlag, noch mal mit dem Jugendamt zu reden, auch gut.

    Na ja, du tust schon ne Menge, wirklich.
    Versuch, einen kühlen Kopf zu behalten und nicht in Panik zu verfallen.

    Ich glaube, es gibt leider Jugendamtsmitarbeiter, die sich nicht so richtig mit diesen Problemen auskennen oder sie unterschätzen. Oder einfach in dem Moment nicht die Nerven haben, sich so richtig in die PRoblematik einzuarbeiten.
    Deine Frau war zuerst da. Wer weiß, was sich da in dem Gespräch vorher schon an Vertrauen aufgebaut hat.
    Stell dir vor, du bist Jugendamtsmitarbeiter. Eine Frau, die eigentlich ganz normal wirkt, erzählt dir, dass der Mann dir das Kind vorenthält. Obwohl sie doch so hart an sich arbeite (Therapiewunsch oder so.)
    Vielleicht hat sich der Jugendamtsmitarbeiter irgendwie verpflichtet gefühlt, da zu helfen. Vielleicht ist es so gelaufen.
    Und vielleicht geht da noch was, wenn du noch mal um einen Termin bittest und genau darlegst, was deine Sorgen sind.
    Und immer brav runterbeten: Du willst natürlich keinesfalls den Umgang unterbinden, nur betreut soll er doch bitteschön sein.
    Und vielleicht mal dezent drauf hinweisen: Vielleicht tickt sie auch mal aus, schließlich ist sie nachweislich suizidgefährdet.
    (Will dich nicht verrückt machen, aber vielleicht sollte man mal das Jugendamt ein bisschen verrückt machen.)


    Ich wünsch dir viel Kraft, Spacey, das ist wirklich ne MEnge, was du da durchmachst.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Spacey,

    ich kann die Entscheidung des Jugendamtes nicht nachvollziehen.

    Also, eine Entfremdung hätte doch wohl auch anders verhindert werden können. Dafür hätten doch normale Treffen gereicht, dafür muss man ja nicht gleich alle paar Tage das Kind hin- und herschicken.
    Und dass sie nicht stabil ist, ist doch amtlich.
    Nur weil sie mal nüchtern und vernünftig auftritt.

    Ich finds echt traurig und es erschüttert ziemlich mein Vertrauen ins Jugendamt als Institution.

    Klar, dass die beide Seiten sehen müssen.
    Aber es bestand jetzt keine Notwendigkeit, so zu entscheiden.
    Die Fakten sind eindeutig, es sind nicht nur irgendwelche unbewiesenen Unterstellungen.

    Ich versteh es nicht.

    Gut, dass du so aktiv bist. Es wird ja hoffentlich dann irgendwann geklärt werden. Ich drück dir jedenfalls die Daumen.

    Schöne Grüße
    Doro

    Hallo bluevelvet,

    also, ein bisschen widersprüchlich ist das, was du schreibst.
    Erst sagst du, es berührt dich nicht sonderlich und dann heulst du den ganzen Tag.

    Also, mir ist es oft so gegangen mit meinem Mann: Zuerst, wenn ich ihn mal wieder nach längerer Zeit gesehen habe, ging es. Ich kam nach Hause und dachte: Siehste, war doch gar nicht schlimm.
    Aber irgendwie hat es mich dann doch aus dem Konzept gebracht und irgendwie reingerissen.

    Das letzte Mal beispielsweise: MOnatelang kein Kontakt.
    Dann hab ich aus einem praktischen Grund und weil er nüchtern war den Kontakt gesucht. Wir haben uns getroffen und geredet, es war ganz harmonisch. Und sehr harmlos, scheinbar.
    Aber schon beim nächsten Treffen war ich so blöd, ihm Geld zu geben. Nur das eine Mal, war alles ganz plausibel, war auch nicht viel Geld...
    Hatte kein sonderlich schlechtes Gewissen.
    Dann plötzlich Anruf: Du musst sofort hierher kommen (und zwar schon einige Orte weiter), und zwar sofort, und mir xxx Euro mitbringen (schon etwas mehr).
    Ich war nicht mehr Herrin der Lage, bin sofort losgedüst, wie fremdgesteuert.

    Verstehst du, es ist für mich gefährlich, mich in irgendeiner Form wieder auf ihn einzulassen.

    Sei vorsichtig und versuche, den Abstand mal für eine gewisse Zeit aufrecht zu erhalten.
    Nur so kannst du doch merken, ob es dir dann anders geht, ob du dich besser lösen kannst.
    Er ist doch dort gut versorgt, er braucht dich da nicht. Das ist doch alles nasses Gerede. Und überhaupt: Was soll das: letzte Umarmung?
    Ihr seid getrennt.

    Schöne Grüße
    Kopf hoch
    Doro

    So, jetzt hab ich noch deine anderen Antworten gelesen.

    Dann ist die Sache doch klar.

    Kein Respekt mehr, Ekel.
    Nichts hält dich mehr dort außer falsch verstandenem Verantwortungsbewusstsein.

    Du hast nur ein einziges Leben. Leb dein Leben.
    Seins hat er selbst versoffen.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo, ich noch mal.

    Ich hab jetzt mal gelesen, was du im Vorstellungsbereich geschrieben hast, und kann die Sache jetzt etwas besser verstehen.
    Er ist also insgesamt so eher der friedliebende Typ Alkoholiker???

    Also, meine Meinung dazu:

    Variante A: Du bleibst aus Mitleid bei ihm. Er wird keinerlei Grund haben, mit dem Trinken aufzuhören. Solange alles okay zu sein scheint, wird er weiter machen, bis sein Körper irgendwann nicht mehr kann. Wann das sein wird, weiß kein Mensch. Das kann morgen sein oder in zehn Jahren oder in zwanzig. (Letzteres eher unwahrscheinlich).

    Variante B: Du sagst ihm, dass du es einfach nicht mehr aushältst, zu sehen, wie er sich kaputt säufst. Dann gehst du entweder oder du stellst ihm ein Ultimatum und gehst dann, wenn er sich nicht in Entzug und Therapie begibt. Wenn er daraufhin aktiv wird, hast du ihm viel mehr geholfen als wenn du alles weiter mitträgst. Wenn er nicht aktiv wird, hast du dein eigenes Leben gewonnen. Bei ihm ändert sich nichts.

    Er wird sich nich nur wegen der Trennung umbringen. Wenn er sich umbringt, dann, weil er sowieso schon am Rande steht.
    Man kann doch nicht sein eigenes Leben opfern, weil angeblich ein anderes daran hängt. DAs ist doch krank. Ich glaub auch nicht an sowas. Jeder Mensch hat doch einen natürlichen Überlebenswillen.
    Oder eben einen Todeswunsch.
    Das hängt doch nicht von Trennungen ab.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Waldliebende,

    mal umgekehrt gefragt: Was hält dich bei ihm?

    Für mich kommt es so rüber, als wolltest du dich nur trennen, weil du Angst hast, dass er ein Pflegefall wird. (Ist nicht abwertend gemeint, nur so zum Verständnis)
    Oder dass er nicht mehr arbeiten kann, was ja noch nicht dasselbe ist.
    Oder gibt es noch andere Gründe.
    Wie ist denn euer Zusammenleben so?

    Würdest du bei ihm bleiben, wenn du wüsstest, dass er KEIN Pflegefall wird oder dass du ihn im Fall der Fälle nicht selbst pflegen müsstest?

    Was würde denn passieren, wenn er nicht mehr arbeiten kann?

    Ich stell diese Fragen, weil ich die Situation noch nicht ganz verstehe.

    Ansonsten: Alles, was du da an Symptomen nennst, könnte natürlich auf einen fortgeschrittenen Leberschaden hindeuten. Ich hab gelesen, dass die gelben Augen eigentlich erst ziemlich am Ende kommen.

    Ach, alles Spekulation hin und her.
    Wie geht es dir denn überhaupt mit ihm? Wie war eure Ehe bisher? Ist das jetzt nur die Spitze des Eisbergs von Unzufriedenheit?

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Lulu,

    hast du gut gemacht. :D
    Man merkt dir an, dass du eben noch nicht co-abhängig bist, würd ich einfach mal so als meinen Eindruck sagen.
    Du stellst seine Sachen raus, reagierst angemessen auf seine Nachrichten.
    Den meisten Co-Abhängigen würde das extrem schwer fallen, so zu reagieren. Und wenn du bei ihm bliebest, würdest du wahrscheinlich diese Co-Abhängigkeit entwickeln.

    Sicher bist du traurig. Darfst du auch sein.
    Wie lange wirst du traurig sein?
    Einen Monat, ein Jahr? Länger doch wohl nicht!

    Aber wenn du bei ihm geblieben wärest, dann hättest du ein Heul-Abo für die nächsten mindestens 10 Jahre, vielleicht 20, vielleicht mehr.
    Bis entweder du oder er an einem echten Tiefpunkt gelandet wäre.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo bluevelvet,

    was ich noch sagen wollte: Ich hab auch lange gebraucht und bin noch immer nicht in jeder Situation gewappnet.

    Also, ich hab monatelang erstmal noch sinnlose Telefongespräche geführt. Sinnlos, weil er betrunken und aggressiv war und ich immer den Kürzeren zog. Und dann hat er sich noch nicht mal daran erinnert, was war.
    Ich hab dann mit den sinnlosen Telefongesprächen aufgehört, das war schon mal der zweitwichtigste Schritt nach der Trennung. Das ist über ein Jahr her.
    Jetzt bin ich kürzlich noch einmal auf ihn hereingefallen, als er scheinbar trocken war und dringend Geld brauchte. Ich hatte das Gefühl, ihm seine Trockenheit absichern zu müssen...
    Das ist Co-Abhängigkeit in Grün. Er hat mir einige hundert Euro rausgeleiert, die jetzt futsch sind, und er hat sich nicht mehr gemeldet. Säuft wieder?

    Sollte mich nicht mehr interessieren. JEDER Kontakt ist für mich riskant, muss ich mittlerweile feststellen. Er ist total manipulativ und ich bin extrem empfänglich für seine Manipulationen. Obwohl die Trennung doch schon über ein Jahr her ist. Wenn er mal gefestigt trocken wäre, müsste ich wegen der Kinder wohl wieder Kontakt zulassen, aber das ist Zukunftsmusik, darüber mach ich mir jetzt noch keinen Kopf.

    Also, es ist auch für mich ein langer Prozess und ich weiß nicht, wie lange er noch dauert.

    Trotzdem: Du bist auch nicht mehr am Anfang, denn die Trennung steht ja auch wieder am Ende eines Erkenntnis- und Leidensprozesses.

    Und hier im Forum durfte ich lernen: Lebensfreude dürfen wir schon ab sofort empfinden. :D
    Bei mir begann die neue Lebensfreude schon zu dem Zeitpunkt, als mein Mann hier noch rumtobte. Ich saß in meinem Haus wie in einem Gefängnis und hatte Angst vor ihm und und allem Möglichen. ABER: Er hatte mir nichts mehr zu sagen. Ich tat, was ICH für MICH wollte. Das war für den Anfang eine schöne Tasse Tütencappuccino und lange Briefe an Freundinnen, die ich ewig vernachlässigt hatte.

    Egal was, tu dir was Gutes: schon heute!!!!!
    Lenk dich ab von ihm. Er war lange genug dein Fokus.

    Schöne Grüße
    Doro

    Toll, Ultra, mach das!

    Du kannst noch eine weitere Phantasie bedienen, falls du drohst, schwach zu werden: Stell dir vor, du trennst dich nicht und deine Jungs hängen eines Tages auch an der Flasche. (Will man sich ja nicht vorstellen, aber das Risiko steigt natürlich, wenn sie weiter in so einer Situation leben.)

    MIr hat das auch den entscheidenden Schuppser gegeben, als eine Freundin, die Sozialarbeiterin ist, so schön sinngemäß sagte: Es gibt für ein Kind eigentlich nichts Schädlicheres als auf Dauer mit einem Alkoholiker zusammenzuleben.
    Ich bin so froh, dass ich sie da raus habe!!!!

    Ich bin allein erziehend und voll berufstätig mit zwei kleinen Kindern, 2 und 4 Jahre alt. Mein Bekannten- und Verwandtenkreis unklusive Großeltern sind allesamt 500 km weit weg.
    Zum Glück habe ich eine gute Kinderbetreuung.
    Trotzdem: Es ist natürlich oft alles zu viel. Es bleibt alles an mir hängen.
    Aber mein Leben ist angefüllt mit Sinn und mit Positivem. Das ist das Wichtigste. Es ist kein Zuckerschlecken, aber ich komme gut klar. Ich kann den Kindern ein gutes Leben bieten, das ist ein schönes Gefühl.
    Und deine Kinder sind ja noch ein paar Jahre älter, es wird langsam entspannter werden mit der Betreuung. In ein paar Jahren ist es kein Thema mehr.
    Du wirst das schaffen.

    Ich drück dir die Daumen, dass es mit der Kinderbetreuung gut klappt.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo bluevelvet,

    ich meinte auch nicht, dass du ihm selbst geben sollst, sondern - falls du ihm was geben willst - das eben nur einmalig tust.
    Aber so ist die Sache klar, kein Geld mehr. Klar solltest du dich erholen.

    Weiß du, von außen ist die Sache immer so offensichtlich.
    Wenn man drinsteckt, nicht mehr.
    Von außen sieht es so aus, dass er so viele Chancen hatte, mit den ganzen Entgiftungen, und sie nie ergriffen hat, dass er doch wirklich sinnlos ist, ihm weiter helfen zu wollen. Von deiner Seite her.

    Ehrlich gesagt, hat der sozialpsychiatrische Dienst da wohl auch keinen Sinn. Er weiß doch sicherlich, wo er Hilfe bekommen würde, wenn er schon so viele Entgiftungen gemacht hat. Da brauchst du ihm das auch nicht noch mal zu erzählen.

    Ich hab bei meinem Mann immer gedacht: Wenn er erstmal in einer Klinik wäre, würde das die Wende bedeuten. Pustekuchen!
    Den Willen zur Veränderung kann man ihm nicht aufzwingen und so lange müssen diese Menschen eben so dahinvegetieren. Das ist meine traurige Erfahrung.
    Eigentlich gehört mein Mann teilentmündigt, aber ich werd den Teufel tun und mich da auch noch aufreiben. Die Chancen, dass man damit durchkommt, sind, so sagte man mir, gering. Und wenn er entmündigt wäre, würde er sich noch mehr in der Opferrolle fühlen...

    Bei uns hat leider jeder/r das Recht sich totzusaufen. So ist die Rechtslage.
    Und erst, wenn derjenige das nicht mehr will und zwar aus vollem Herzen, kann man was machen.
    Und dann gibt es ein ganz ordentliches Netzwerk von Hilfsangeboten, dafür braucht er dann dich nicht.

    Und du bist so nah dran mit deinen Gefühlen. Jede Hilfsaktion reißt dich doch wieder runter. Du schreibst selbst, dass dir die Kraft für die Arbeit fehlt, nur wegen ihm.
    Niemand kann ihm helfen und du am allerwenigsten.
    Du bist die falsche Person, weil du zu sehr drinhängst.
    Du brauchst so viel Abstand wie möglich, denn du musst selbst erstmal gesund werden, dich erholen.

    Ach, wenn ich das doch für mich selbst auch immer so beherzigt hätte.

    Aber eins habe ich inzwischen kapiert: DAs Loslösen passiert erst, wenn man sich abgrenzt. Versuch das mal!
    Nochmal: Du musst ihn alleine machen lassen.
    Wenn er es nicht alleine schafft, kann er sich woanders Hilfe holen.
    Dafür gibt es Suchtberatungsstellen, Ärzte, Seltbshilfegruppen, Sozialarbeiter, sozialpsychiatrische Dienste und und und.
    Aber nicht du!
    Du bist nicht mehr zuständig!

    Liebe Grüße
    Doro