Beiträge von Doro

    Hallo Mäander,

    klar klingt das "verdächtig".
    Heimlich trinken sowieso, würd ich sagen. Egal, wie viel und wie oft. Wer heimlich trinkt (es sei denn, es sind Teenager, die eigentlich nix trinken dürfen), der hat doch schon ein Problem damit, sonst gäbe es ja dafür keinen Grund.

    Ihr könnt zu einer Suchtberatung gehen.
    Das finde ich auch ratsam. Ich selbst bin getrennte Partnerin eines Alkoholikers und hab immer wieder das PRoblem, dass andere Angehörige der Verwandtschaft nicht so richtig über die Sucht Bescheid wissen und dann mit ihren Vorschlägen, wie ich mich verhalten soll, mir mitunter meine Co-Abhängigkeit noch verstärken. Denn ich reagiere hypersensibel.

    Das wichtigste: Die Partnerin oder der Partner kann den Alkoholiker nicht vom Trinken abhalten. Es ist sehr hilfreich, wenn die Angehörigen wissen, welches Verhalten gegenüber dem Suchtkranken sinnvoll ist.

    Aber auch hier im Forum findest du eine Menge Informationen. Lies doch einfach mal.

    Schöne Grüße
    Doro

    Hallo Gefallener Stern,

    du wirst hier im Forum, wenn du eine Weile liest, immer und immer wieder dieselben Erkenntnisse lesen, die alle Angehörigen von Alkoholkranken bitter machen mussten:
    - Reden bringt nix
    - Der Alkoholiker ist krank und so von der Sucht dominiert, dass man ihn nicht von außen einfach davon abbringen kann. Er kann sein Trinkverhalten nicht mehr kontrollieren, auch nicht, wenn er eigentlich weiß, dass es nicht richtig ist.
    - Erst wenn der Alkoholiker seinen Tiefpunkt erreicht hat, besteht eine Chance, dass er ernsthaft trocken wird. (Entzug, Therapie, Selbsthilfegruppe) Dieser Tiefpunkt ist bei manchen (!) - längst nicht bei allen -, wenn der Partner sich trennt oder die Trennung ernsthaft androht. Aber bei vielen führt das nicht zur Umkehr, sondern da müssen noch viel Gravierende Dinge passieren.
    - Die co-abhängigen Partner laufen Gefahr, ihr eigenes Leben total zu verpassen, weil sie nur noch darauf schauen, was der Alkoholiker macht. Sie leiden und leiden und kontrollieren und verlieren sich selbst dabei.

    Deshalb müssen wir als Angehörige vor allem uns von der Idee verabschieden, wir könnten den Alkoholiker trocken legen. Wir müssen anfangen, das zu ändern, was wir ändern können: uns selbst, unser eigenes Leben. Den Alkoholiker können wir nicht ändern.

    Aber es tut erstmal weh!!!!

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Petra,

    also, ich glaube, der Abstand ist total hilfreich.
    Ich bin jetzt seit über einem Jahr getrennt, aber wenn ich meinen Mann mal sehe oder seine Stimme am Telefon habe, hab ich ganz schnell wieder das Gefühl, dass ich irgendwie für ihn verantwortlich bin.
    Aber wenn ich nichts von ihm höre und sehe, dann hab ich keine Probleme, mich auf mein Leben zu konzentrieren.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Petra,

    ich drück dir die Daumen, dass es klappt, dass er zur Entgiftung geht und danach auszieht.

    Ich selbst habe es so erlebt, dass ich mit meinem Mann nach der Trennung mit unseren kleinen Kindern im Haus wohnte und er mir das Leben zur Hölle machte und gar nicht ans Ausziehen dachte.
    Ich hab sehr gelitten und war auch schon drauf und dran, mir was zu suchen, obwohl es mit den Kindern wirklich die blödeste Lösung gewesen wäre und auch mit dem Haus ein großes Problem gegeben hätte. Insofern stand für mich natürlich viel mehr auf dem Spiel als bei einer Mietwohnung.
    Ich bin heute sehr froh, dass ich erstmal die Zähne zusammengebissen habe und den Wahnsinn noch einige Wochen ertragen habe, bis er dann doch das Feld geräumt hat.
    Ich hab Glück gehabt, dass es so geklappt hat, aber es war der bessere Weg für uns, der viel bessere. Aber bei ner Mietwohnung ist es, wie gesagt, wohl wieder was anderes.

    Deshalb würd ich sagen:
    Bevor du total durchdrehst, ist es natürlich besser, du ziehst selbst aus.
    Aber wenn du einen Weg findest und deine Kräfte reichen, noch eine Weile standhaft zu sein, zahlt es sich vielleicht aus.
    Vielleicht findest du noch andere Möglichkeiten, ihm vorläufig aus dem WEg zu gehen. Kannst du vielleicht vorübergehend bei jemand anderem wohnen oder mal für ein Wochenende wegfahren oder so?
    Oder: Gibt es jemanden, der dich besuchen mag?
    (Bei meinem Mann war das schließlich der PUnkt, an dem er das Feld geräumt hat. Die Begegnung mit dieser Person war ihm so unangenehm, dass er plötzlich weg war. Das war von mir nicht so geplant, aber es ist dann tatsächlich so gewesen. :D )

    Du wirst selbst am besten beurteilen können, was realistisch ist.
    Versuch zu handeln, wie auch immer. Du hast ja schon damit begonnen.
    Versuch einfach alles, was dir einfällt, und dann gibts plötzlich einen RUck und eine Lösung findet sich.
    Gute Lösungen brauchen manchmal ein bisschen Zeit.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Martha, will dir kurz antworten:

    Zitat

    Verspürst Du gar keine Wut, Doro?

    manchmal schon, aber wenn, dann war das meistens in einer akuten Situation, wenn ich ihm nochmal begegnet bin und er auf mich eingeschimpft hat.
    Wenn ich mich ihm ausgeliefert fühlte, dann konnte ich ihm ein Messer in den Rücken rammen. Hatte sehr große Aggressionen damals.
    Aber zum Glück muss ich solche Situationen nicht mehr erleben, da wir getrennt sind und ich alle Möglichkeiten habe, mich vor Kontakt zu schützen.
    Und solange ich meine Ruhe habe, bin ich auch selten wütend auf ihn.
    Nur ganz selten, wenn ich überfordert bin mit meiner Situation als Alleinerziehende, dann denk ich manchmal: Der Saukerl hat mir das eingebrockt.

    Aber es vermischt leider so sehr: Er ist einerseits "Täter", d.h. er hat ganz viel zerstört, andererseits macht man sich ja auch Sorgen, was nur aus ihm wird. (Also nicht nur ich tue das, auch viele meiner Verwandten und Bekannten.) Ich komm schon klar, er überhaupt nicht. Er ist nur noch ein fluchendes Häufchen Elend mit massiven Problemen in allen Bereichen.
    Und an dem Punkt muss ich eben immer wieder neu sagen: HEy, Stopp, erzählt mir, was ihr wollt. ICH bin nicht diejenige, die ihn jetzt auch noch bedauern muss, das können andere übernehmen.
    Aber das muss ich mir ganz bewusst sagen, sonst bin ich emotional ganz schnell wieder mittendrin.

    Schöne Grüße
    Doro

    Hallo Fliegender Stern,

    das war interessant zu lesen...

    Darf ich mal einen weiteren GEdanken äußern, der mich bei dieser ganzen Sache mit der Wut beschäftigt?:
    Ich glaube für mich sagen zu können, dass ich ansatzweise das schon lange weiß, dass er eben krank ist, und deshalb hab ich auch keine so große Wut.

    Und dass ich bei mir selbst ansetzen muss, weiß ich auch.

    Aber genau an der Stelle mit der fehlenden Wut auf ihn bekomme ich dann auch wieder Probleme, denn die Wut hilft mir auch wieder, auf Abstand zu gehen.
    Allzuoft denke und sage ich: Er ist krank, er kann ja nichts dafür, er muss so und so handeln.
    Und dann hab ich schon wieder Mitleid und schon bin ich wieder in Co-Gefühlen.

    Ich hab manchmal den EIndruck, als ob das auch schon wieder Co ist, wenn man überhaupt so sehr das Gegenüber zu verstehen versucht. Warum er so handelt usw. (Das tue ich nämlich ganz gerne.)
    Ich meine: Wäre eine gesunde Reaktion nicht eher so: Dieser Armleuchter hat mir dies und das angetan und deshalb: Ab in die Wüste und für mich biste gestorben.
    (Ich bewundere immer die Frauen in Filmen, die wutentbrannt Klamotten in Koffer schmeißen und den Typen vor die Tür setzen. :lol: )

    Und dann allerdings: Raus aus der Opferrolle und bei sich selbst gucken. Das auf jeden Fall! Das wollt ich damit auf keinen Fall relativieren.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Petra,

    ich hab keinen Mietvertrag mit meinem Mann, sondern ein gemeinsames Eigenheim. Das ist auch nicht gerade unkompliziert. :D
    Aber er ist zum Glück freiwillig rausgegangen, jedenfalls erstmal freiwillig, später wollte er zurück, ich hatte aber die Schlösser ausgewechselt, ist ne lange Geschichte.

    Also, was mir geholfen hat in dieser Turbo-Psychoterrorzeit:
    a) Ich hab tatsächlich irgendwann keine Hemmungen mehr gehabt, die Polizei zu rufen und hab das auch getan.
    b) Kontakt zur Beratungsstelle bei häuslicher Gewalt, die auch mit dem Frauenhaus gekoppelt war. Die haben mir versichert: Wenn es ganz schlimm kommt, kann ich erstmal da hin und die helfen weiter.
    c) Anwältin! Die hat ihn schriftlich aufgefordert auszuziehen und das hat dann letztendlich gereicht, um ihn rauszubekommen.
    Obwohl es erstmal nur ein Brief war ohne juristische Bedeutung.

    Ich an deiner Stelle würde mich auch mit dem Vermieter in Verbindung setzen. Dem sagen, dass du dich trennen möchtest, aber die Wohnung alleine behalten willst, vielleicht kann der was dazu sagen?
    Vielleicht reicht da auch schon ein freundlicher Brief des Vermieters, damit er sich bewegt?

    Mein Rat insgesamt: Vorsichtig sein, ja, aber nicht ins Bockshorn jagen lassen.

    Ich bin in dieser Zeit immer mit dem Handy rumgelaufen, um notfalls 110 zu wählen, auch nachts, weil ich Angst vor ihm hatte.
    Auch wenn es bei ihm meistens eher Bluff war, man weiß ja nie.

    Na, und wenns ganz dicke kommt, wenn du ihn wirklich als gefährlich einschätzt, dann würd ich sagen: safety first!
    Wohnung kündigen und raus da!

    Ich hoffe, ich konnte dir weiterhelfen mit meinem Wirrwarr hier.
    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Aschenputtel,

    ich für meinen Teil kann sagen: Ich konnte über weite Strecken seinen Alk-Konsum überhaupt nicht richtig einschätzen.
    Als ich ihn kennenlernte, trank er offensichtlich viel Bier. Da merkte man es schon an der Fahne und daran, dass er ständig Biervorräte anlegte.
    Dann gab es Phasen, da hab ich ihn überhaupt nicht mehr trinkend erlebt und die Fahne war auch weg oder zumindest sehr abgeschwächt, nur sein Verhalten war weiter wie vorher: lethargisch-arbeitsunfähig, Würgen am Morgen, launisch-aggressiv u.ä.
    Heute denke ich, er ist wahrscheinlich in dieser Zeit von Bier auf Wodka umgestiegen. Jedenfalls hab ich hier von einem Teilnehmer gelesen, dass das ne Methode sein kann, den Geruch zu vermeiden.

    Es hat mich und auch andere Leute total irritiert. Er trinkt vielleicht doch gar nicht so viel, haben wir gedacht.
    Vielleicht ist er gar nicht abhängig?

    Aber er war es offenbar, denn später kam der richtige Absturz.

    Wenn er wirklich Alkoholiker ist, dann wird er vermutlich auch ne Menge erfolgreich vertuschen können. Diese Trinkpausen sagen nicht wirklich was, die verwirren einen nur. Ich habe mir damals jahrelang meinen Mann (damals Freund) angeguckt und rumgerätselt, was nun genau mit ihm los ist. Das ist irgendwie ein ziemlich schwieriges Unternehmen, das herauszufinden.

    Aber was ich damals schon hätte sehen können/müssen: Er hat sich aus allen Verantwortungen rausgezogen, er war aggressiv, er hat mich stimmungsmäßig ständig runterzogen, eine Zukunfstplanung war mit ihm nicht möglich, er war nicht zuverlässig, ich begann mich für ihn zu schämen. Aber es gab natürlich auch schöne Stunden mit ihm.
    Das war meine Wahrheit, die ich erkennen konnte.
    Was in ihm genau vorging und wieviel er trank, das konnte ich nicht rausfinden, das blieb sein Geheimnis bis zum Schluss.

    Es ist viel besser, sich an die offensichtlichen Fakten zu halten: Wie verhält er sich? Ist es für mich eine Beziehung, die mir noch gut tut? Wie geht es mir mit der Situation? Was kann ICH tun, damit es mir gut geht? usw.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Aschenputtel,

    ich wollte auch nicht damit sagen, dass es falsch ist, diese Frage hier im Forum zu stellen.

    Ich glaube, mir würde in deiner Situation es auch sehr schwer fallen, damit umzugehen. Gerade wenn alles noch so im Rahmen ist, fühlt es sich blöd an, wenn man daraufhin seine Koffer packt.
    Ich kann dir auch überhaupt keinen Rat geben, ich selbst war ja eher eine von der Sorge, die wartet, bis wirklich NICHTS mehr geht, bevor ich begriffen habe, dass ich gehen muss.

    Vielleicht musst du jetzt auch erstmal gar keine Entscheidung treffen. Nimm dir doch einfach die Zeit, die du brauchst dafür.
    Aber schau weiter hin und lass dich nicht manipulieren.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Aschenputtel,

    ich war lange mit einem Alkoholiker zusammen (bei dem wars aber eindeutig) und bin jetzt getrennt. Wir haben auch Kinder zusammen.

    Ich frage mich: Wer soll dir denn hier beantworten können, ob dein Freund Alkoholiker ist oder nicht? Ich glaube, das kann so aus der Ferne niemand beantworten.
    Natürlich klingt das nicht gerade gut, was du da so schreibst...
    Wenn du jetzt wüsstest, dass er KEIN Alkoholiker ist, wäre doch zumindest das Risiko hoch, dass er irgendwann einer wird, wenn er so weitermacht.
    Alkoholismus ist ja kein Zustand, sondern schreitet voran - wenn man nichts dagegen unternimmt.

    Was genau ist denn so belastend für dich?
    Die Fahne? Die Launen?
    Oder die Angst vor der Zukunft?
    Würdest du bei ihm bleiben, wenn du wüsstest, dass es nicht stärker wird als jetzt?

    Hat dein Nick eigentlich irgendeine besondere Aussage? Fühlst du dich wie Aschenputtel?

    Fragen über Fragen :wink:
    Liebe Grüße
    Doro

    Nachtrag:
    Ich würd sogar sagen: Scham verhindert auf Dauer, Schuld aufzuarbeiten.
    Ich denk da ganz plastisch an diese Schulden-Doku-Soaps.
    Warum häufen sich die Geldschulden dieser Leute an? Weil sie sich so sehr schämen, dass sie die Briefe schon gar nicht mehr aufmachen.
    Erst wenn alles auf dem Tisch liegt und die Flipchart aufgebaut und die Schulden aufgelistet sind, kann ein Neuanfang beginnen.

    Gut, vielleicht hinkt der Vergleich ein bisschen.
    Aber das mit der "Inventur" hat vielleicht doch seine Berechtigung.

    Gruß
    Doro

    Hallo,
    mein Senf zu "Schuld und Scham":

    "Scham" finde ich eigentlich ein sehr abwertendes und auch irgendwie meistens unangemessenes Gefühl. Okay, für einen kurzen Moment hat es sicher seine Berechtigung. Wenn man Mist baut, ist ein Moment der Scham sicherlich ein ganz gutes Signal, so als heilsamer Schreck.

    Aber auf Dauer heißt Scham doch: Ich muss mich verstecken oder einen Teil von mir. Da ist etwas an mir oder meinem Verhalten, das jetzt aufgedeckt wird und das ich am liebsten im Dunkel gelassen hätte.
    Scham heißt auch für mich meistens: irgendwie schlechter als die anderen.
    Und an dem Punkt wird es fast immer falsch.

    Die für mich heilsamste Umgangsform mit Fehlern und Schuld ist: Offen darüber reden können. Es eingestehen, es zugeben, versuchen es besser zu machen. Und sich selbst verzeihen.
    Immer wieder!

    Gibt wahrscheinlich Schuld, die sehr schwer zu verarbeiten ist. Aber auch da würde ich sagen: Besser man lässt das Gefühl erstmal zu und kommt irgendwann zu einem Sich-selbst-verzeihen als wenn man es total verdrängt.

    Schuld einfach wegreden, indem man so tut, als gäbe es keine Schuld auf der Welt, das finde ich falsch.
    Es gibt sogar so viel Schuld, dass eigentlich jede/r ein bisschen abbekommt, und das relativiert doch wieder vieles. :wink:

    Schöne Grüße
    Doro
    "Auf nach vorn" - das fand ich gut, Dagmar.

    Hallo Paddy,

    ich für mich hab festgestellt, dass ich immer noch sehr schnell wieder drin bin in Co-Mustern, wenn ich nicht aufpasse.
    Ich bemerke es jetzt bloß schneller.

    Bei mir reicht es schon, wenn irgendjemand in meinem Umfeld anfängt, in meinem Beisein sich um seine Dinge (seine finanzielle Situation usw.) Gedanken macht und ich fange schon an, unruhig zu werden und mich nicht mehr sicher zu fühlen, ob ich nicht doch irgendwie für ihn verantwortlich bin. Co-Denken. Das geht bei mir Ratzfatz.

    Insofern vielleicht wirklich wie ein Alkoholiker, die Anfälligkeit bleibt.

    Also, was kann ich da tun?
    - wachsam sein
    - Kontakt mit ihm mit Vorsicht genießen
    - solche Co-Gefühle mit jemanden besprechen, der weiß, worauf es ankommt (hier im Forum oder in er realen Welt) und mich wieder graderückt

    In gewisser Weise sind solche kleinen Rückfälle auch ganz lehrreich.
    Du siehst ja jetzt: Du kannst ihm noch nicht einmal in so kleinen Dingen helfen, er kann damit gar nicht umgehen, missbraucht deine Hilfsbereitschaft, um dich anschließend zu erniedrigen.
    Gut, hat dir den Tag versaut, aber es war ja auch ne Unverschämtheit.

    Das nächste Mal bist du schon wieder etwas wachsamer.

    Schöne Grüße
    Doro

    Hallo noemi,

    es tut auf alle Fälle erstmal total weh.
    Bei mir war es aber so, dass es mit der Zeit besser wurde und inzwischen ein Jahr nach der Trennung, habe ich es akzeptiert und bin nur selten wirklich traurig.
    Du kannst darauf vertrauen, dass der Schmerz bald deutlich nachlässt und irgendwann ganz verschwindet.
    Sofern du wirklich die Loslösung durchziehst und nicht alles immer wieder von vorne anfängst.

    Ich sehe es von meinem Mann nicht als Entscheidung gegen mich, weil er außer mir auch sonst sein ganze Leben weggeworfen hat. Es hat mit mir nichts zu tun, bei ihm ist die Sucht zu trinken einfach größer als alles andere.

    Der Alkohol zerstört einfach unglaublich viel.

    Aber er hat nicht die Macht, dein Leben zu zerstören, denn du kannst ja neu anfangen ohne ihn.
    Mir ging es sehr gut damit, mir zu überlegen, wie ich ohne ihn leben will. Was ich nun besser tun kann als vorher, als er noch da war.
    Da er sehr dominierend war und mich voll für sich eingespannt hatte, war da ne ganze Menge, was sich für mich mit der Trennung unmittelbar verbessert hat.
    Ich konnte endlich wieder mein eigenes Leben leben und nicht nur als Anhängsel sein Leben.

    Kopf hoch,
    Doro

    Hallo Ossi,

    ich meld mich hier mal zu Wort, auch wenn ich nicht ganz im Mainstream hier mitschwimme.
    Ich bin co-abhängig, aber ich bin auch ganz oft an dem Punkt, dass ich das Gefühl hab: nur ein bisschen, kein so ganz harter Fall.

    Ich für mich kann das mit der Persönlichkeitsstruktur für mich sehr gut annehmen. Ich habe eine bestimmte Persönlichkeitsstruktur, die es mir sozusagen erleichtert hat, mich in diese Beziehung zu einem Alkoholiker zu begeben und zu lange drin zu bleiben.
    Innerhalb dieser Beziehung war ich im engeren Sinne co-abhängig (sozusagen "nass co-abhängig", da war ich sozusagen ver-rückt).
    Mit der Trennung hab ich das Gefühl, wieder trocken zu sein.
    Meine Co-Persönlichkeitsstruktur bleibt, daran versuche ich jetzt zu arbeiten. Zu verstehen, wie ich bin, und bestimmte Dinge anders zu machen, z.B. abgrenzen können, gut für mich sorgen.

    Mit dem Begriff der Sucht kann ich für mich nicht so viel anfangen.
    Wonach bin ich denn süchtig?
    Nach kranken Partnern? Glaub ich nicht.
    Nach Mich-selbst-Verlieren? Auch nicht.
    Nach Beziehungen? Passt bei mir auch nicht.
    Nach Anerkennung von außen? Ich glaub, nicht mehr als jeder Durchschnittsmensch.

    Ich schreibe jetzt seit bald einem Jahr hier im Forum.
    Ich bin schon ne ganze Weile am Reflektieren, Bücherlesen, Schreiben.
    Trotzdem würd ich sagen: Sucht passt für mich nicht.
    Jedenfalls nicht Co-Sucht.
    (Andere Süchte durchaus).

    Liebe Grüße
    Doro

    Hhm, jetzt hab ich doch den EIndruck, dass mein EInwurf anders verstanden wurde, als ich ihn gemeint habe.
    :roll:

    Aber es fällt mir auch schwer, genau zu benennen, wo mein Unbehagen steckt. Vielleicht hab ich auch einfach andere - nicht so negative - Erfahrungen im Beruf gemacht. Das, was ich mit meinem Mann erlebt habe, war wirklich für mich eine einzigartige (negativ gemeint) Erfahrung. So sehr bin ich in anderne Bereichen oder mit anderen Menschen nie in den Schlamassel hineingeraten. So sehr war ich mir anderswo noch nie entfremdet, solche Gewalt (direkt, indirekt, nötigend, manipulierend) hab ich einfach in meinem Leben sonst nie erlebt. Und so viel Verstrickung.
    Ich für mich will das nicht so gerne mit anderen negativen Erfahrungen gleichsetzen.
    Auch nicht mit meinem eigenen problematischen Verhalten meinem Mann oder anderen Leuten gegenüber.
    Ich war einfach nie so gewalttätig und rücksichtslos und egozentrisch. Ich war auch nie so übergriffig.
    Ich mag mich da mit ihm nicht in den EIntopf setzen.

    ABER:
    Opferrolle - das umfasst für mich auch alle möglichen Lebensbereiche.
    Da bin ich absolut einer Meinung mit euch.
    Auch was die Anfälligkeit von Co-Menschen ist, in allen Lebensbereichen sich selbst zu verlassen, sich zu verbiegen, falsch verstandene Verantwortung zu übernehmen und dabei sich selbst zu vernachlässigen.
    Und dass es AUsbeutung im Arbeitsleben gibt... sicher! Übrigens auch im ehrenamtlichen Bereich, dafür kenne ich auch genug Beispiele.

    Also, so weit auseinander sind wir nicht, glaube ich, hoffe ich.

    Schöne Grüße
    von
    Doro