Ach Elke, im Obdachlosenasyl landest du gewiss nicht!!!
Manchmal nützt Fernsehen doch was. Es gibt Menschen, die haben durch Insolvenz, durch Kaufsucht oder eben eine ausbeuterische Beziehung sehr hohe Schulden und müssen trotzdem noch was zu beißen und ein Dach über dem Kopf haben.
Es gibt auch für hoch verschuldete einen Mindestbedarf, den darf dir niemand wegnehmen, das sind ca. 1000 Euro netto für eine einzelne berufstätige Person, mit Kindern mehr (und eventuell gibts wahrscheinlich noch andere Ausnahmen, so genau weiß ich es nicht) . Das ist die Pfändungsgrenze, da könntest du ne Million Schulden haben, diese 1000 Euro pro Monat musst du haben, um zu leben. Notfalls bekommen die Gläubiger ihr Geld nie.
Also: Schuldnerberatung wär wirklich ne gute Sache für dich, auch wenn du lange auf nen Termin warten musst. Wenn dein Freund nicht kooperiert, wirst du nicht drumrum kommen, dich eines Tages mit den Gläubigern in Verbindung zu setzen und da brauchst du doch eine Stütze.
Ein Bekannter von mir hatte mal ein paar tausend Euro Schulden und kein EInkommen, der hat angefangen, das in 50-Euro-Schritten abzutragen, einfach, um weiterhin seine Zahlungswilligkeit zu demonstrieren.
Wenn er das nicht gemacht hätte: Mehr hätte er sowieso nicht gehabt. Also haben sie sich drauf eingelassen.
Schön ist das alles nicht, ich weiß, aber Obdachlosenasyl ist Quatsch, ganz objektiv.
Ich weiß nicht, was daran feindselig ist, wenn du zu einem Anwalt gehst. Er zwingt dich doch dazu. Und: Ein Beratungsgespräch ist erstmal nichts, wovon er überhaupt Kenntnis haben muss. Mach nen Termin und lass dich beraten. Ob du den Anwalt dann auch zur Durchsetzung deiner Ansprüche nutzt, ist ja ne andere Frage.
Ach, du Arme, ich weiß, die tollen Tipps klingen vielleicht in deiner Situation einfach nur wie eine riesengroße Überforderung.
Ich hab mich so ähnlich gefühlt. Alle haben damals auf mich eingeredet: Tu dies, beachte das.
Und meine Kraft reichte eigentlich für überhaupt nichts außer Heulen.
Ich wollte, dass mich jemand rettet. Ich war so kraftlos, dass ich mir absolut nicht vorstellen konnte, das ganze durchzustehen.
Ich habs aber geschafft. Weil es nicht anders ging. Es kam kein Prinz, der mich gerettet hat, ich musste mich da einige Monate durchbeißen und jetzt ist es alles nur noch wie ein vergangener Alptraum, mein Leben ist (fast) normal. Ich bin jetzt zwar sehr belastet mit Job, Haushalt UND Kindern, aber es geht mir gut.
Es geht, Schritt für Schritt.
Du musst dir immer vor Augen halten: ES WIRD ALLES GUT!
Weil es so sein muss! Objektiv! Es gibt für solche Wohnprobleme immer eine juristische Lösung.
Vielleicht nicht die, die du dir eigentlich wünschst, aber du wirst da rauskommen und deine eigene Wohnung haben und leben können ohne sein Gift.
Verlier den Mut nicht, bitte.
Doro