Beiträge von Doro

    Hallo Crowi,

    nur ganz kurz, bevor ich weg muss.

    Also erstmal liest sich das ja schon ganz gut, was du da so schreibst.
    Vor allem mit dem getrennten Wohnen, das ist das A und O, glaube ich, um zur Ruhe zu kommen.

    Ich habe diese Panik wegen des Unterhalts für meinen Mann auch monatelang gehabt. Ich weiß jetzt immer noch nicht, ob ich für ihn werde zahlen müssen. Aber ich hab einfach keine Lust mehr, mich verrückt zu machen. Und Faktum ist: Es gibt ne Pfändungsgrenze und Freibeträge, egal, ob oder nicht, es wird mir zum Leben genug bleiben und es wird sich finden. Ich lese hier wie gesagt bei Frauen im Forum, die nach Trennung erstmal überhaupt kein Einkommen hatten und natürlich ist es belastend mit den Finanzen, aber sie kommen klar und sind trotzdem niemals annähernd so unglücklich wie in der co-abhängigen Position neben dem Alkoholiker. Ich habe irgendwann beschlossen, einfach zu vertrauen, dass es schon irgendwie werden wird. Was ich jetzt tun kann, tue ich, mehr geht nicht. Und den blöden Sorgen von übermorgen schenke ich so wenig Beachtung wie möglich.

    Lass dich von er Unkerei doch nicht ins Bockshorn jagen. Es wird schon irgendwie werden mit dem Geld und es wird nicht besser, wenn du jetzt Panik hast deswegen.

    Liebe Grüße
    Doro
    die dringend aus dem Haus muss

    Hallo Crowi,

    oje, du bist ja total durcheinander!!!

    Also, zur Scheidung: Du reichst doch sowieso jetzt noch keine Scheidung ein, erst nach einem Trennungsjahr. Wieso jetzt schon darüber grübeln?
    Du müsstest dich doch erstmal trennen? (Oder seid ihr schon offiziell getrennt?)

    Zweitens, die finanzielle Seite:

    Erstens gibt es ja ein neues Scheidungsrecht und da ist es keinesfalls eindeutig klar, dass du unterhaltpflichtig bist, schon gar nicht auf Dauer. Das muss man erstmal abwarten. (Ich hab ein ähnliches Problem, weiß noch nicht, wie es ausgeht, aber ich hoffe mal das beste.)

    Zweitens hast du ja auch bei Unterhaltspflicht noch einen vernünftigen Freibetrag, du wirst also nicht verhungern oder so. Selbst wenn es finanziell hart ist - an seiner SEite ist es doch härter, oder nicht? Hier im Forum sitzen ein Haufen zufriedene Frauen, die sich getrennt haben und jetzt von wenig Geld leben und alle sehr vergnügt dabei sind. Geld nützt ja nichts, wenn man die HÖlle auf Erden durchlebt.

    Meines Wissens musst du Schulden nur bezahlen, wenn es gemeinsame Schulden sind oder wenn ne Bürgschaft für ihn übernommen wurde. Also hör auf, irgendwas für ihn zu bezahlen, was du nicht unbedingt bezahlen musst.

    Könntest du dir vielleicht vorübergehend einfach ein WG-Zimmer oder irgendwas Günstiges mieten, was du dir zusätzlich zu den Raten noch leisten kannst, einfach, um aus dieser Situation erstmal rauszukommen? Damit du erstmal zur Ruhe kommst und nachdenken kannst?
    Eine Kur ist dafür übrigens bei vielen auch schon sehr hilfreich gewesen.

    So, mein Kleiner ruft,
    bis bald
    Doro

    Hallo Kiramietz,

    also, es ist wirklich absolut verständlich, dass du sehr wütend bist.
    Ob es dir irgendwas bringt, ist ne andere Frage. Wahrscheinlich machst du es dir noch schwerer, wenn du wegen deiner ungerechten Äußerungen dir nochmehr Gedanken um ihn machst. Eigentlich ist das aber Unsinn. Aber ich kanns verstehen, weil ich auch so bin. Mein Bruder sagte mir mal: Du musst jetzt mal aufhören, immer zu denken, dass du fair sein musst.
    So ähnlich.
    Er meinte: Mein Mann ist alles andere als fair, also warum soll ich immer fair sein?
    Da ist was dran. Aber ich bin auch so: Ich versuche, immer alles richtig zu machen. Aber das Ergebnis ist dann trotzdem oft nicht richtig. :lol:

    Du bist gesundheitlich in solch einer schwierigen Lage, du bräuchtest einen Partner, der dir in solchen Situationen liebevoll zur Seite steht und nicht einen, der dich immer noch mehr runterzieht.
    Das tut mir sehr leid für dich.

    Warum musst du eigentlich dein Ultimatum bis zum Ende durchstehen?
    Er will doch gar keine Zeit mehr. Und für dich wird es zum Martyrium.
    Warum ziehst du nicht gleich die Konsequenzen?

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Kiramietz,

    ich will dir da keinen Rat geben, ich weiß auch nicht genau, was du mit Vulkanexplosion im einzelnen meinst.

    Andererseits dachte ich beim Lesen: Wieso "auf keinen Fall ungerecht" werden? Klar soll man nicht ungerecht werden, aber wieso "auf keinen Fall". Was ist das für ne Selbstbestrafung? Du bist wütend, du hast Grund wütend zu sein, wieso darfst du nicht mal die Wut rauslassen (solange du nicht was wirklich Schlimmes machst.)? Habt ihr Angst, ihn damit weiter in die Sucht zu treiben oder das kleine Pflänzchen Suchtberatung totzutreten? Oder reagiert er aggressiv?

    Oder warum "auf keinen Fall"?

    fragt sich
    Doro

    Hallo Hartmut,

    ich glaube nicht, dass ich einem Alkoholiker Tipps geben kann, wie er trocken bleibt.
    Und ich hoffe, dass ich nichts in der Richtung je geschrieben habe.
    Das wäre absolut falsch, sowas zu probieren.

    In allen anderen Lebensbereichen sind ja Alkoholiker und Co-Abhängige nicht grundsätzlich unterschiedlich, also wieso soll man da nicht auch mal seinen Senf dazu geben.

    Ich schreibe recht selten bei den Alkoholikern, aber hin und wieder ist es für mich doch hilfreich, diese Krankheit besser zu verstehen, einfach, weil sie ja doch mein Leben sehr mitgeprägt hat. Das will ja alles irgendwie verarbeitet werden. Darüber hinaus kann ich Suchtstrukturen ja auch in anderen Bereichen haben und da sehe ich manchmal Parallelen zu meinem Leben, wenn ich bei den Alkoholikern lese.

    Ganz generell muss man über das Forum sagen: Es bietet für Cos schon die Gefahr, dass sie hier darin schwelgen können, die PRobleme anderer Menschen zu bearbeiten. Dies kann man ebensogut im Co-Forenbereich tun. Ob das ein PRoblem ist, weiß ich nicht, aber es ist einfach ne klasse Sache für Menschen, die gerne über Probleme anderer reden, die gerne helfen usw. Ich bemühe mich zumindest als Gegengewicht um eine redliche Auseinandersetzung mit mir selbst im Tagebuchbereich des geschlossenen Bereichs.

    Schöne Grüße
    Doro

    Ist eine sehr richtige Beobachtung, das mit dem externen Auslöser.

    Bei meiner ersten Trennung liefs so ab:
    Lange Zeit habe ich gehofft, das Problem würde sich irgendwie von selbst lösen. Z.B. stand für mich ein berufsbedingter Städtewechsel im Raum und ich dachte, das wäre ja ein prima Anlass um mich zu trennen.
    Oder ich hoffte insgeheim, dass er sich trennen würde oder dass ihm was zustoßen wärde :oops:
    Dann, als ich begriff, dass ich so ewig warten konnte, versuchte ich immer noch, durch Ankündigungen und Ultimaten die Entscheidung auf ihn abzuwälten. Wenn du nicht..., dann trenne ich mich.
    So war im Grunde ER derjenige, der die Trennung auslöste.

    Überhaupt diese Ultimaten...
    Wieso reicht es uns nicht zu sagen: Ich will so nicht mehr und jetzt geh ich.
    Umgekehrt fühlte ich mich dann, als er trocken wurde, natürlich auch sofort verpflichtet. Nun erfüllte er ja mit einem Mal meine Forderungen von einst.
    Liebe als Vertrag mit Bedingungen und Kündigungsfristen. Komisch, das alles.

    Es ist ein Abwälzen von Verantwortung und ein NIcht-ernst-Nehmen der eigenen Bedürfnisse.

    Auf der anderen Seite, bei meiner zweiten Trennung wars wieder anders: Es stand für mich innerlich so viel auf dem Spiel. Einfach so trennen - da musste erstmal das Maß voll sein, der Leidensdruck stimmen. Aber ich glaube, das ist bestimmt auch in normalen Beziehungen so, sonst würde man sich ja alle Nase lang trennen. Das ist an sich kein schlechter Mechanismus. Bloß die Leidensfeder ist bei mir arg ausgeleiert, scheint mir.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Fischli,

    war zwar falsch, was du gemacht hast, aber verständlich. Hattes eben Angst. Aber beim nächsten Mal rufst du einfach den Notarzt. Wie Karotte schon sagt.

    Ich hab eins hier im Forum gelernt: Der Weg aus der Co-Abhängigkeit ist in den meisten Fällen ein eher langsamer. DAs macht aber nichts. Seit mir das klar ist, gehts mir viel besser damit. Schritt für Schritt zu mir selbst.
    Hauptsache, man bleibt dran.

    Es ist auch nicht in erster Linie deine Aufgabe, ihn mit deiner Konsequenz zu erziehen.
    In erster Linie ist es deine Aufgabe, für dich selbst zu sorgen.

    Wir sind schon oft genug schlecht mit uns umgegangen, indem wir unsere Bedürfnisse zurückgesteckt haben und stark sein wollten um jeden Preis.

    Was wird aus dem Wellness-Wochenende?

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Sylke,

    hab grad mal bei dir reingelesen.

    Hört sich schon nach echtem Alkoholiker an, würd ich sagen.
    Ich selbst bin mit einem Alkoholiker verheiratet aber getrennt. Ich hab sozusagen 16 Jahre Erfahrung.

    Das mit der Kur ist doch schon mal super.

    Ich würde dir raten: Stell dich drauf ein, dass er weitertrinkt. Klare Worte sind gut. Wenn er auf deine Briefe hört, um so besser, aber wenn nicht, was tust du dann? Gleich verlassen wirst du ihn wahrscheinlich nicht, aber was kannst du tun? Gar nichts? Doch!!!
    Du kannst dich um dich selbst kümmern und um deine Tochter.
    Was man als Co-Abhängige begreifen muss: Wir haben im Prinzip null EInfluss auf den Verlauf der Alkoholkrankheit des Partners.
    Manchmal passiert es, dass ein Alkoholiker wegen des Partners aufhört, ganz oft aber auch nicht. Weil der Alkoholiker erst seinen persönlichen Tiefpunkt spüren muss.
    Also muss ich als Angehörige, so schwer es am Anfang ist, aufhören darauf zu warten, dass er aufhört zu trinken. Das kann sehr lange dauern, das Aufhören meine ich.
    Stattdessen darf ich mich um mich selbst kümmern, tun, was mir gut tut, mich selbst entwickeln usw.

    Ob das dann in dieser Beziehung noch geht, das muss jede selbst entscheiden.

    Für die Kur rate ich dir: Genieße sie, nutze sie für dich selbst. Mach daraus kein Warten auf eine Reaktion von ihm. (Kannst trotzdem einen Brief schreiben, so meine ich es nicht. Aber nicht die ganze Zeit über sein PRoblem nachgrübeln.)
    Das ist jetzt mal Zeit für dich, die kostbar ist.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo doro,

    du hast das super erklärt und ich fang zum ersten Mal an zu begreifen, was da mit meinem Mann passiert ist.
    Er hat von Anfang an nie hundertprozentig den Weg in die Trockenheit gewagt und es ging erstaunlich lange gut. Genau wie du schreibst, hat er die Grenzen ausgetestet.
    Einmal Abendmahlswein - ging gut.
    Einmal akoholfreies Bier - ging auch gut.
    Irgendwann...
    ...ein Bier in der Woche - ging auch noch gut.
    ...ein Saufgelage im Monat - ging schon nicht mehr sooo gut, aber er fing sich wieder, scheinbar.

    Das ganze ein Prozess von Jahren!
    Er war auch oft sehr angespannt - logisch, er musste ja die ganze Zeit gegen Saufdruck ankämpfen. Wie viel darf ich denn, was schaff ich noch?
    Er hat dann offenbar angefangen, sich sozusagen Saufwochenenden einzuplanen, denn plötzlich ermutigte er mich ständig, mal ein Wochenende wegzufahren. Ja er fuhr sogar plötzlich alleine in den Urlaub, was ich schon komisch (aber mal ganz schön :wink: ) fand.
    Irgendwann brachen alle Dämme.

    Jetzt: Trinken trinken trinken.
    Alles kaputt. Wieder absolut auf dem Stand vor seiner Trockenheit!

    Ich danke dir! Ich hoffe, ich kann das Rätsel damit für mich abschließen und meinen Frieden damit machen.

    Und ich wünsche allen trockenen Alkoholikern, dass ihnen das nicht auch passiert.
    Es ist einfach so schade.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Sanduhr,

    meiner Meinung nach kannst du schon nachfragen, wie es ihm geht. Noch seid ihr ja schließlich ein Paar oder nicht?

    Du bist durch diese schwierige Beziehung auch selbst in eine schwierige Lage gekommen, so sehe ich das. Du bist mitverwickelt. Du machst dir Sorgen, du fängst an, deine Bedürfnisse (z.B. Schlaf) für ihn massiv zurückzustellen, du fühlst dich für ihn übermäßig verantwortlich, sogar für sein Überleben bist du verantwortlich, scheinbar jedenfalls.
    Das sind doch ganz enorme Dinge, die da bei dir ablaufen. Wie willst du das alles alleine meistern, ohne selbst vor die Hunde zu gehen?

    Deshalb finde ich den Tipp von der Reisenden richtig.
    Suchtberatungsstelle

    Oder es gibt noch andere Möglichkeiten:
    Selbsthilfegruppe für Co-Abhängige
    Psychotherapie
    oder auch: hier im Forum regelmäßig schreiben. Dies hier ist auch eine Selbsthilfegruppe.

    Irgendeine Form von regelmäßiger Unterstützung, damit du dir erstmal die Sorgen von der Seele quatschen kannst und dann dich langsam innerlich von seinem Problem lösen kannst, denn damit bist du überfordert. Jede/r ist mit sowas überfordert.

    Ob du dann bei ihm bleiben willst oder nicht, wirst du schon herausfinden, aber erstmal musst du dir Unterstützung suchen.
    Kannst ja auch erstmal hier weiter schreiben, was so passiert, wie es dir geht usw.
    Und auch das Lesen hier im Forum ist sehr hilfreich, weil man merkt, dass bestimmte Dinge bei allen ähnlich ablaufen. Man kann dann vieles besser einordnen, was passiert - beim Alkoholiker und auch bei einem selbst.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Nat,

    ich bin auch Angehörige und find das auch alles sehr komisch.
    Man hat ja immer die Vorstellung: ein trockener Alkoholiker beißt auf die Weinbrandbohne und ne Woche später ist er wieder rund-um-die-Uhr-betrunken.
    Bei meinem Mann wars aber sozusagen ein jahrelang schleichender Rückfall, wenn diese Definition Eis = Rückfall stimmt.
    Ich weiß nicht genau, wann er das erste Mal was Alkoholhaltiges zu sich genommen hat, aber es ist wirklich schon ca. 4 Jahre her (z.B. Nippen am Abendmahlswein, alkoholfreies Bier und solche Dinge) und richtig zurück in der Sucht ist er erst seit ca. einem Jahr.
    Und bevor er trocken wurde, war er schon der totale Härtefall, also hätte ich gedacht, dass er nach einem Fehltritt schneller wieder am Boden ist. War aber nicht so.
    Und deshalb hab ich gedacht: Wird schon stimmen, was er sagt, dass ihm so ein bisschen Alkohol nichts ausmacht. Denn es lief ja jahrelang gut - so schien es jedenfalls.

    Woher will man denn wissen, dass es wirklich die kleine Menge Alkohol war, die den Rückfall verursacht hat? Vielleicht ist es eher umgekehrt: Er hat sich nie konsequent für die Trockenheit entschieden?

    Nur zur Klarstellung: Ich bin selbst keine Alkoholikerin und weiß deshalb nicht, wovon ich rede;) Aber bei meinem Mann wars so und ich verstehe es bis heute nicht.

    Fragt sich
    Doro

    Hallo Sanduhr,

    ich hab das Gleiche gedacht wie Skybird.

    Ich meine, seine Alkoholkrankheit wird sich nicht in Luft auflösen, darüber musst du dir klar sein. Und:
    Du kannst nicht die ganze Zeit auf ihn aufpassen.
    Du kannst ihn nicht vom Trinken abhalten.
    Du musst auf dich selbst aufpassen.

    Du musst ihm, so schwer es ist, in sein Unglück rennen lassen. Anders wird er nicht aufhören mit dem Trinken.
    Wahrscheinlich fällt dir aber genau das sehr schwer.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Lucy,

    jetzt verstehe ich es ein bisschen besser. Deine Rolle vor allem.
    Ich kann das nachvollziehen, was da passiert ist und dass du helfen wolltest. Du hast versucht, alles richtig zu machen und jetzt verstehst du nicht, warum es nicht so läuft wie verabredet. Das ist bestimmt verletztend.

    Trotzdem finde ich, dass seine Alkoholkrankheit dabei irgendwie nicht ernst genug genommen wird.
    Sie hatte einen Rückfall.
    Schlimm genug.
    Aber jetzt hat ER auch noch einen Rückfall.
    Da steht für ihn jetzt erstmal nur eins an: SEINEN Rückfall bearbeiten. Entzug, Arztbesuch, Selbsthilfegruppe, was weiß ich.
    Alles andere ist zweitrangig.
    Oder war es nur eine einzige Trinkaktion?
    Wie willst du ihm helfen, wenn er jetzt selbst wieder trinkt?
    Eure Abmachung galt doch wohl, wenn er trocken ist und sie wieder trinkt. Dann finde ich es auch logisch, dass du ihn unterstützt, aber so...

    Was ich auch nicht ganz verstehe:
    Wieso zieht sie ihn ins Unglück? Er sitzt doch selbst schon drin mit seiner Alkoholabhängigkeit und seinen zwei Frauen.
    Hat sie ihn vom Alkohol abhängig gemacht?

    Ich hoffe, meine Fragen sind jetzt nicht zu viel für dich.
    Meine Sicht von außen ist natürlich eine andere als deine. Du liebst ihn, du willst ihm helfen, du siehst in ihm das Opfer seiner Frau.
    Das ist alles nachvollziehbar, aber denk dran: Auch er ist krank, nicht nur sie.
    Und pass auf dich auf.

    ´Viel Kraft wünscht dir
    Doro

    Hallo Lucy,

    nur noch ein paar Gedanken - deine ganze Situation auflösen kann ich nicht.

    Also:

    - Wenn er wieder trinkt, dann musst du damit rechnen, dass er auch Dinge erzählt, die nicht der Wahrheit entsprechen. DAss er sagt "Blödsinn'", selbst wenn es kein Blödsinn ist. Das ist sozusagen ein Symptom. Wenn man hier durchs Forum liest, merkt man: Trinkende Alkoholiker leugnen, streiten ab, versprechen, was sie nicht halten können, spielen runter. usw. Es ist Teil der Krankheit.

    - Mir kommt es so vor, als ob er die Verantwortung für sein Leben einfach abgibt. An dich, an seine Frau. Was soll denn dieser ganze Unsinn. Erst unterschreibt er feierlich, dass er sich bei einem Rückfall trennen würde, jetzt plötzlich alles wieder nicht wahr gewesen? Entweder will er selbst trinken (richtig: willkommener Anlass) oder er will einfach nicht konsequent sein. Aber was ist eigentlich deine Rolle? Musst du die Trennung der beiden organisieren, damit die Bahn frei ist oder wie? ES vermischt sich da alles so merkwürdig.
    ERstmal müssen die beiden jede/r für sich mit ihrem Rückfall klar kommen, denn ER hatte auch einen Rückfall, nicht nur sie!!!!
    Dann müssen sie ihre Trennung auf die Reihe bekommen oder aber sich dagegen entscheiden.
    Und du - was bleibt denn für dich übrig? Was kannst du überhaupt beeinflussen? Und willst du da überhaupt noch ne Rolle spielen?

    - Diese ganzen Sachgründe, weshalb ne Trennung nicht möglich sein soll...
    na ja. Hier im Co-Bereich (vor allem im geschlossenen Bereich) sitzen ein Haufen Frauen, die sich notgedrunkgen von ihren Männern trennen mussten und klar gab es finanzielle Folgeschäden. Aber es geht, es muss irgendwie gehen. Erstmal ist es mit großer Angst besetzt, ich kann das sehr gut verstehen. Aber Leben ist wichtiger als Besitz.
    Und wieder: Was hast du damit zu tun?

    Mein Rat: Lass die ihr Kuddelmuddel erstmal selbst ein bisschen klären.

    Kannst du das?

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Lucy,

    ich hab mir das erstmal ausdrucken und in Ruhe durchlesen müssen, es ist in der Tat etwas verwirrend.

    Also, wenn ich es richtig verstanden hatte:
    Dein Freund (oder Ex-Freund? - das ist schon mal sehr unklar) hatte einen Rückfall, sozusagen gemeinsam mit seiner Frau.
    Wenn das so ist und er deine Hilfe nicht will, dann ist es für dich wahrscheinlich wirklich besser, dich nicht aufzudrängen. Für dich und für ihn. Er muss jetzt sehen, wie er damit klar kommt, alles andere ist für ihn wahrscheinlich jetzt nicht dran. DAs ist auch verständlich, er weiß wahrscheinlich, wie folgenschwer diese Krankheit für ihn ist und was ein Rückfall bedeutet. Und wenn er es nicht will, kannst du sowieso nicht helfen.
    Wer weiß, vielleicht findet er da sowieso vorläufig nicht raus und dann ist Abstand sowieso besser. Für dich selbst.

    Wenn er trinkt, dann trinkt ER, nicht er mit seiner Frau. DAs find ich irgendwie ne komische Abwälzung von Verantwortung. Ich kann zwar verstehen, dass er als trockener Alkoholiker nicht mit einer trinkenden Frau leben will und sollte, aber gleich mittrinken...?

    So, mein Sohn schreit,
    das waren erstmal meine Gedanken

    Doro
    co-abhängig

    Hallo,

    wie man Liebe definiert, ist mir inzwischen egal.
    Es hat sich irgendwie alles relativiert.
    Für mich ist die Frage, ob ich ihn liebe, nicht mehr entscheidend.
    In einer Liebesbeziehung sollte es beiden gut gehen. Ein Tauschgeschäft? Keine Ahnung, aber sinnlos wirds doch, wenn man nur krank davon wird.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hi Fischli,

    ich schließe mich skybird an und gratuliere dir schon mal dazu, dass du überhaupt so einen tollen Plan entwickelt hast: Wellness-Wochenende, super. (Hab ich noch nie gemacht.)

    Das braucht alles Übung und Gewöhnung.
    Dieses schlechte Gefühl muss man so nach und nach abstreifen, fang einfach an.

    Mach das!
    Du lässt ihn nicht im Stich. Er hat dich im Stich gelassen, indem er säuft.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Fischli,

    herzlich willkommen.

    Ich bin seit einem guten halben Jahr von meinem Mann nach einem Rückfall getrennt und schreibe inzwischen hauptsächlich im geschlossenen Bereich. Ich war vorher mit einer Unterbrechung 16 Jahre mit ihm zusammen und er war damals schon alkoholabhängig, allerdings zwischenzeitlich längere Zeit abstinent.

    Du siehst doch schon genau, was los ist.
    Was genau hält dich noch zurück?

    Du kannst ihm nicht helfen, also lass ihn. Er ist krank, aber du kannst nichts für ihn tun, aber alles für dich selbst.

    Was zu tun ist, ist erstmal gar nicht so schwer: Einfach an dich selbst denken und alles tun, was für dich selbst gut ist und was du auch selbst beeinflussen kannst. Was genau das ist, musst du selbst wissen. Worauf hast du Lust? Wo sind deine Baustellen?
    Fang einfach an, dich mit dir selbst zu beschäftigen und da haste irgendwann so viel damit zu tun, dass du gar keine Kapazitäten mehr frei hast, um ständig über ihn nachzugrübeln.

    Es ist traurig, dass er krank ist, aber es ist sinnlos, das eigene Leben auch noch hinterherzuschmeißen.

    Viele Grüße
    Doro