Beiträge von Doro

    Hallo Trauerkloss,

    dein Mann scheint ja noch ziemlich fit zu sein.
    Ich hab noch nicht ganz verstanden, was dich daran genau beschäftigt oder wundert?
    Wartest du auf seinen körperlichen Zusammenbruch? Machst du dir Sorgen?

    Es gibt Menschen, die ziemlich lange trinken können, bevor sie gesundheitlich echte Probleme bekommen. Da kannst du lange warten.

    Wo willst du hin, Trauerkloss?

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Oiseau,

    schöne Idee, mit dem Mutmach-Thread.

    Womit du absolut Recht hast: WEnn man "drin" steckt, kann man sich absolut nicht vorstellen, dass sich der Nebel noch mal lichtet und man einfach nur glücklich sein darf.

    Ich habs eigentlich jetzt mehrere Male erlebt.
    Ich will mal nur von der ersten Trennung erzählen, weil mein Mann damals "nass" war, während es diesmal um einen Rückfall ging.

    Vor der Trennung:
    Ich lebte zwar mein Leben auch neben ihm, aber sein Zustand deprimierte mich total.
    Er war verbal und manchmal auch körperlich gewalttätig, dann wieder sehr lieb.
    Er log das Blaue vom Himmel herunter, ich wusste nie genau, was bei ihm grad los war.
    Er zog mich immer wieder in bis spät in die Nacht dauernde Endlosdiskussionen und ich war nicht in der Lage, mich daraus zu befreien.
    Ich verließ manchmal die Wohnung (wenn er mich ließ), hoffte aber insgeheim, dass er mir nachfolgen würde, wieder "lieb" sein würde. Ich bettelte um seine Liebe.
    Ich hatte das Gefühl, dass er ohne mich die letzte Verbindung zum normalen Leben verlieren würde.
    Ich erzählte niemandem Genaues über die Situation.

    Die Trennung:
    kostete mich übermenschliche Überwindung.
    Es kam mir so vor, als müsste ich mir selbst ein Bein abhacken.
    Aber der Leidensdruck war einfach zu groß und trieb mich an.
    Ich begann mich zu öffnen, Hilfen zu suchen.
    Ich ließ meinen Verstand das Kommando übernehmen und ignorierte meine Gefühle, die ganz klar gegen eine Trennung waren.

    Nach der Trennung:
    Meine eigene Wohnung: Wunderbare Ruhe!
    Hier kann mir niemand etwas tun!
    Hier kann ICH bestimmen, was passiert!
    Ich erholte mich: Die Föhlichkeit und Unbeschwertheit kehrte zurück in mein Leben, viele Kontakte intensivierten sich, ich konzentrierte mich mit großer Leidenschaft auf meine Arbeit.
    Ich begann, sehr intensiv mit mir selbst zusammen zu sein. Schrieb viel, ging Spazieren, hatte oft die größten Glücksgefühle einfach nur mit mir und meinem Gedankenreich.

    Und: Oh Wunder! Er schien auch ohne mich existieren zu können. Er rutschte zwar weiter ab (was wohl auch MIT mir passiert wäre), aber er war längst nicht so verzweifelt, wie ich es erwartet hätte.
    Er kam einige Jahre später an seinen Tiefpunkt, wurde trocken, und unsere gemeinsame Geschichte begann von vorn.

    Jetzt hatte er einen Rückfall und es kam wieder zur Trennung und ich habe diesmal nicht vor, es noch ein drittes Mal mit ihm zu versuchen.
    Trotzdem wünsche ich ihm von Herzen das beste.
    Aber ich bin froh über meine Eigenständigkeit und mein fröhliches kleines Leben.

    Doro

    Hallo Trauerkloss,

    nach seinem Rückfall vor einem halben Jahr kam es zur Trennung.
    Eigentlich ging die Trennung von ihm aus, würde ich sagen. Ich habe zwar die Trennung durchgezogen, aber er hat sich vorher so extrem verhalten und so hasserfüllt, da blieb mir eigentlich gar nichts anderes übrig als mich zu trennen. Ich war total am Durchdrehen, ich musste mich einfach trennen. Wenn er etwas netter gewesen wäre, dann wäre ich vielleicht noch mit ihm zusammen.

    Ich habe zwei kleine Kinder und bin berufstätig.
    Ich bin eigentlich hauptsächlich damit beschäftigt, überhaupt meinen Alltag zu regeln: Job, Kinder, Haushalt.
    Aber mir geht es gut dabei.
    Ich hab jetzt wesentlich mehr Freiheiten. Ich entscheide eben jetzt für mich selbst, ich hab wieder KOntakte, die ich vorher ihm zuliebe eingeschränkt habe. Solche Sachen halt.
    Obwohl er nicht getrunken hat, hat er mich ganz schön unterdrückt, so sehe ich es jedenfalls jetzt im Nachhinein. Oder ich hab mich unterdrücken lassen.
    Ich hätte mich deswegen aber nicht getrennt, aber erst jetzt merke ich, wie sehr ich mich habe unterbuttern lassen. Ich denke, ich hätte mich auch anders verhalten können.

    Die Stimmung ist jetzt einfach eine ganz andere.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Monabu,

    Zitat

    Kämpfe ich nun mit ihm und wir gewinnen, dann wäre das natürlich super. Kämpfe ich mit ihm und wir verlieren, geh ich auch vor die Hunde?

    Wenn du das so schreibst, dann ist das eigentlich schon ein Schritt in die Co-Abhängigkeit, weil du SEIN Leben, SEINE Krankheit mit deinem Leben total verschmelzt. Ich glaube, SO ist das auf keinen Fall gesund.
    Klar, es kann gut gehen, wenn er es packt.
    Aber eigentlich muss in erster Linie er das ganz alleine schaffen - natürlich mit professioneller Hilfe. Und du bist dann als Partnerin wohl auch involviert, das schon, aber die Sätze da oben klingen für mich nach Retterinnen-Rolle und daraus versuchen wir Co-Abhängige uns ja gerade zu lösen.

    Als ich meinen Mann geheiratet habe, war er - nach langer nasser Zeit - trocken. Jetzt hat er einen Rückfall, nach mehreren Jahren Trockenheit.
    Sowas passiert! Und leider ziemlich häufig.
    Ich hab mich jetzt getrennt und bereue nicht direkt, dass ich mich auf ihn eingelassen habe. Ich wollte es damals eben unbedingt.
    Aber ich frag mich schon manchmal, ob es ehrlich von mir war, dass ich gesagt habe: Ich heirate dich, aber unter dem Vorbehalt deiner Trockenheit. Eigentlich war von Anfang an klar, dass er dieses Versprechen vielleicht nicht einlösen kann.

    Soweit meine Gedanken dazu.

    Liebe Grüße
    doro

    Hallo Trauerkloss,

    ja, ich denke, es ist schon richtig, wenn du ihn machen lässt und dich nicht drum kümmerst. Weil du es nicht ändern kannst. Du kannst ihm natürlich sagen, was dich stört, aber mehr kannst du eigentlich nicht tun.

    Aber du hast ja auch mal geschrieben, dass er manchmal gewalttätig wird, wenn er betrunken ist. Dass du dich mit deinen Söhnen sozusagen versteckst vor ihm.
    Oder dass du nicht ins Forum kannst, wenn er es mitbekommt.

    Also, ich finde, es kann nicht darum gehen, dass du dich einfach seinem Lebensstil ANPASST und dabei dich selbst verlierst. Dich unterdrücken lässt.
    Ich meine damit nicht, dass du Gefahren eingehen sollst (also z.B. solltest du dich nicht mit ihm streiten, wenn er betrunken ist, das ist zu gefährlich), aber einfach darauf achtest, dass deine Bedürfnisse nicht total zu kurz kommen. Wie das genau aussehen könnte, weiß ich auch nicht.

    Wie ist es denn inzwischen? Ist er noch gewaltbereit?
    Bist du zufrieden mit deinem eigenen Leben? (Abgesehen von seinem Trinken).

    LIebe Grüße
    Doro

    Hallo Angie,
    ach, die Sache hier ist doch schon lange ad acta für mich.
    Was nicht heißt, dass ich nicht bei anderer Gelegenheit mich wieder aufregen werde, wenn ich das Gefühl habe, missverstanden zu werden.

    Was die Entschuldigung angeht, bin ich inzwischen auf dem Stand:
    - Ich bin froh, dass keine heuchlerische Entschuldigung gekommen ist. Das hätte nichts gebracht. Dann lieber gar nichts.
    - Ich bin mir auch nicht mehr sicher, ob eine Entschuldigung wirklich die angemessene Reaktion ist. Er ist krank, das ist einfach so.
    - Ich merke, dass er überhaupt nicht das Bedürfnis hat, irgendwelche Fehlhandlungen zuzugeben, weil es nicht in sein WEltbild passt. Er beurteilt die Situation ganz anders als ich, hab ich den Eindruck. Teilweise erinnert er sich auch anders (oder gar nicht?).
    - Ich bin mal wieder von mir ausgegangen. Ich dachte: So, jetzt ist er mal nüchtern, jetzt kommt die große Aufbruchsstimmung mit allumfassender Beichte. Das war meine Beurteilung, nicht seine. Und die Aufbruchsstimmung hat er überhaupt nicht.

    Aber:
    Ich finde es nach wie vor irgendwie blöd, dass wir über all diese Vorfälle nicht reden können. Bloß es wird darüber niemals ein Gespräch geben. Wie gesagt, hab noch nicht mal den Eindruck, dass er sich richtig erinnert, was genau war. Irgendwie werde ich gezwungen, diesen Gedächtnisverlust ihm gegenüber einfach mitzumachen. Wir treffen uns - wegen der Kinder - und reden so, als ob nichts gewesen wäre. Reden über möglichst Unverfängliches.
    Ein bisschen verrückt, aber es geht wohl nicht anders.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Angie,

    herzlichen Glückwunsch.
    Ich hab heute zum ersten Mal bei dir gelesen und du scheinst echt gut zu wissen, was du willst. Das ist schon mal sehr wertvoll.
    Dass es trotzdem gefühlsmäßig alles nicht leicht ist, versteht sich von selbst.

    Ich bin auch eine von denen, die im Haus geblieben sind mit den Kindern. Also willkommen im Club.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Trauerkloss,

    es sind zu viele Fälle hier, du kannst nicht erst alle lesen.
    Das brauchst du auch nicht.
    Es genügt völlig, wenn du dich auf einen oder zwei konzentrierst.

    Und was dabei rauskommt, ist genau das, was dir Morgenrot eben geschrieben hat. Es ist ganz kurz und ganz einfach:
    Du bist machtlos gegenüber seinem Trinkverhalten.
    Du kannst es nicht ändern!
    Es gibt keinen Trick, keine Taktik.

    Und deshalb solltest du aufhören, dich damit zu beschäftigen, was er macht.
    Und anfangen zu überlegen, was du tun kannst, damit es dir selbst besser geht.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Paddy,

    mein Mann hatte vor einem halben Jahr einen Riesenrückfall, es kam zur Trennung, er war dann ca. 5 Monate lang "nass" und im Augenblick scheint er nichts zu trinken. Wir haben zwei kleine Kinder.

    Also, mich hat er ähnlich behandelt. D.h., direkt beschimpft hat er mich nach der Trennung nicht mehr, ich glaub, ich hab ihm mit Anzeige gedroht oder sowas. Aber indirekt hat er mich ständig runtergeputzt und oft nur gebrüllt.
    Ich fand das echt unerträglich und mit den Kindern war es ein Riesenproblem. Weil ich dachte: Hey, es kann nicht sein, dass ich mich trenne und mich jetzt trotzdem ständig niedermachen lassen muss.
    Und außerdem hatte ich sowieso Bedenken, ihm so die Kinder zu überlassen, auch wenns immer nur stundenweise war. Meine Kinder sind aber auch noch so klein, dass sie nicht wirklich berichten können, was passiert ist.

    Jetzt, wo er nicht trinkt, ist er sehr anders. Zwar immer noch manchmal ein bisschen unverschämt und es kommt zum Streit, aber er merkt, wenn er zu weit gegangen ist. Damit kann ich umgehen, mit dem anderen nicht!

    Wie man das löst, weiß ich auch nicht. Aber insbesondere Beleidigungen (Schlampe usw.) würde ich mir nicht bieten lassen und zur Anzeige bringen bzw. erstmal Anzeige androhen. Und was ist das überhaupt für ein Vorbild für die Kinder? Unerträglich!

    Bei uns hilft die Arbeiterwohlfahrt, wenn es Umgangsprobleme gibt. Da bin ich zu einem Gespräch gegangen und hatte ausgemacht, dass er die Kinder erst wieder sieht, wenn er da auch hingeht. Aber dann hatte er inzwischen aufgehört zu trinken, das hat für mich die Situation vorerst wieder verändert. Aber ich werde die wieder anrufen, wenn er wieder nass ist. Ich will mir da fachlichen Rat holen.

    Vielleicht versuchst du es auch mal mit solch einer Beratung.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Trauerkloß,

    da muss ich Susanne Recht geben.
    Ich finde es auch komisch, dass du auf Fragen nie antwortest, und dann dich aber beklagst, dass kein Austausch stattfindet.

    Ich hatte dich gefragt, was du beim Kontrollieren der Flaschen deines Mannes empfindest. Wie es dir dabei geht?
    Warum kontrollierst du, wieviel er trinkt? Macht dir das ein gutes Gefühl oder nicht?

    Liebe Grüße
    Doro

    Zitat

    BLEIBEN und, auf eine Art, MITTRAGEN (so wie es früher gewesen wäre) ist echt gar keine Option? Sind wir, irgendwie, nicht auch total zeitgeistig unterwegs, wenn wir "gehen" als einzige Option sehen?

    Hallo Bingwu,

    deine Frage hab ich mir auch schon gestellt.
    Und ich glaube tatsächlich, dass es unser "Zeitgeist" ist, dass wir uns als Frauen so wichtig sind, dass wir uns nicht gnadenlos einer Beziehung unterordnen. Ich sehe das als Folge der Emanzipation, als Fortschritt!!
    Ich vermute, früher haben die Frauen eben einfach still gelitten. Und in anderen Gesellschaften ist es ja immer noch so.

    Wie wichtig einem die Beziehung ist, muss jede für sich selbst entscheiden. Es mag ja Situationen geben, in denen das Zusammenbleiben für die Frau tatsächlich eine Option ist, weil für sie die Beziehung eben so wichtig ist oder weil sie nicht so stark leidet, weil vielleicht auch das Trinkverhalten des alkoholkranken Partners nicht so belastend ist wie bei anderen.
    Jede hat auch eine andere Grenze. Bei mir war die Grenze: Aggressionen gegen MICH. Da hörts bei mir auf. Da trage ich brav mit und am Ende bekomme ich eins auf die Mütze!

    "Mittragen" hört sich schön an und ich glaube, ich hätte auch gerne mitgetragen. Aber dann muss er doch auch ein bisschen tragen.
    Wenn er z.B. an seiner Trockenheit arbeiten würde in Offenheit und Ehrlichkeit, dann wäre ich wohl auch bereit, den einen oder anderen Rückfall wegzustecken. Aber diese Heimlichtuerei, diese Aggressivität, diese Unberechenbarkeit - das konnte ich einfach nicht mehr.

    Aber jede muss das selbst entscheiden.
    Vielleicht ist es möglich, wenn man sich stark von dem Problem innerlich löst. Wenn man es z.b. nicht mehr persönlich nimmt, wenn er verschwindet. Aber ein gemeinsames Familienleben wird dann natürlich sehr schwierig, man muss immer mit Ausfällen rechnen.
    Aber vergiss nicht, dass die Krankheit fortschreitend ist. Du musst damit rechnen, dass es härter wird. (Ohne Unken zu wollen).

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Hartmut,

    im Rückblick kann ich sehr gut Etappen erkennen, die ich gegangen bin.
    Zum Beispiel habe ich schon vor 13 Jahren eingesehen, dass ich ihn nicht direkt trockenlegen kann, dass sein Trinkverhalten durch mich nicht direkt beeinflusst werden kann. Damals habe ich aufgehört zu versuchen, ihn zu überreden, irgendetwas zu unternehmen.

    Aber das war nur ein Schritt von vielen, die folgten.
    Ein sehr langer Weg. Ich komme mir vor, wie eine Ratte, die mühsam durch jahrelanges Gerenne in einem Labyrinth nach und nach durch Versuch und Irrtum lernen musste. Warum ging das ganze nicht irgendwie kürzer? "Zielführender"? Gab es damals keine ordentlichen Beratungsangebote? Oder habe ich es nicht annehmen können? Muss man die ganze Sch... wirklich selbst durchwaten, damit man merkt, dass sie stinkt?

    Die zweite Trennung hab ich vorerst geschafft, jetzt bin ich endlich - nach so vielen Jahren - dabei, mein eigenes Verhalten auch unabhängig von ihm zu hinterfragen. Z.B. mein Abgrenzungsproblem.

    Auf jeder einzelnen Entwicklungsstufe gabs schon viel Rumgeeiere, aber ich hab schon den Eindruck: Es gab bei mir schon bestimmte Groschen, die irgendwann gefallen sind, und darauf kann ich immer wieder zurückgreifen.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Susanne,

    vielleicht hilft die Unterscheidung von "Kontrolle" und "Zwang" bzw. "zwanghafte Kontrolle".

    Kontrolle als Zwangshandlung ist das Problem, glaube ich.
    Genau wie bei anderen Suchterkrankungen: zwanghaftes Trinken/Essen/Spielen/Kaufen.

    Das ist irgendwie total paradox. Man braucht Disziplin, um den Zwang loszuwerden. Man muss ja eine gewisse Wachsamkeit entwickeln, dass man merkt: Ach je, jetzt tue ich das schon wieder.


    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Jessica,

    ich hab schon vor der Trennung gearbeitet und werd demnächst mehr Stunden arbeiten, in meinem Job geht das zum Glück mit den Kindern und ich hab auch ne gute Betreuung. Da hab ich Glück.

    Noch hat er Arbeit und ich bekomme Unterhalt. Aber wenn er seinen Job verlieren sollte und ich nichts mehr bekomme, dann muss ich die Raten alleine stemmen und es würde auch gehen, aber finanziell wird dann alles schon ziemlich knapp. :evil: Aber wenigstens geht es.
    Ich häng an dem Haus nicht, würds auch verkaufen, aber dann müsste er zustimmen und bisher will er das nicht. Wir wohnen ja noch nicht lange hier, und eigentlich war diese Haus-Idee eher SEIN Ding. Bloß was soll er alleine in dem großen Haus und ich quetsch mich mit den Kindern in was Kleines? Also, das fand ich ja nun total schwachsinnig.

    Bei meinem Mann scheint es so zu sein, dass er in seiner nassen Zeit tatsächlich immer "unter Strom" ist und man es ihm kaum anmerkt, d.h. Außenstehende merken überhaupt nichts und ich kann es nur an dem Stuss, den er erzählt, ablesen.

    Nochmal: Ich würd ihn nicht mit dem Kind wegfahren lassen.
    Er muss ja gar nichts Böses wollen, im betrunkenen Zustand ist er einfach ein Unsicherheitsfaktor und kann das Kind nicht sicher beaufsichtigen.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Jessica,

    ich kann das gut verstehen, dass du für dein Haus kämpfst.
    Wenn er jetzt woanders wohnt...
    vielleicht findet sich dann ein Weg, dass ihr euch sozusagen geregelt trennt und er Unterhalt zahlt und du irgendwann, in ein paar Jahren, einfach wieder arbeitest.

    Ich war vor einem halben Jahr in der Situation: Er war hier in unserem gemeinsamen Haus dauerbetrunken, ich hatte Angst vor ihm, aber ich wollte, dass ER geht, ich wollte mit den Kindern im Haus bleiben.
    Zwischenzeitlich war ich drauf und dran, doch selbst das Feld zu räumen.
    Ich hab dann ausgeharrt und er hat sich dann doch verkrümelt, nach einem Brief meiner Anwältin.
    Also bei mir ist die Sache aufgegangen. Aber es war natürlich ein Risiko.

    Mir hat damals auch die Beratung für häusliche Gewalt geholfen.
    Er ist ja offenbar hochgradig gewaltbereit, wenn er sowas mit Autos anzünden macht. Da musst du schon vorsichtig sein, finde ich.

    Mit den Kindern war das auch schwierig. Ich hab sie ihm immer nur stundenweise gegeben, aber selbst das war irgendwie für mich unheimlich, weil er mir so unberechenbar vorkam. Ich hab mich dann an eine Beratungsstelle der Arbeiterwohlfahrt (vermittelt vom Jugendamt) gewandt, aber letztlich muss ICH entscheiden, ob ich es verantworten kann oder nicht, hat mir der Sozialarbeiter da gesagt.
    D.h. sie hätten zwar mit uns beiden gemeinsam eine Umgangsregelung getroffen, aber er wollte das nicht.
    Jetzt trinkt er wohl grad nicht, da ist es wieder einfacher.

    MIt dem Alkomat ist im Prinzip richtig, bloß wird er das mitmachen?
    Und es ist natürlich nicht wirksam, wenn er das Kind länger hat und so Zeit hat, sich nebenbei zu besaufen.

    So, muss jetzt weg,
    liebe Grüße
    Doro

    Hallo Kiddo,

    oh, wie ich das Gefühl kenne.
    Ich hab das vor kurzem, als mein Mann im Krankenhaus war, auch gleich klar gemacht: Wir sind getrennt und zu mir kann er nicht.
    (Aber eine andere Wohnung hatte er auch nicht!).
    Hab mich saublöd gefühlt.

    Muss man irgendwie ignorieren, das Gefühl. Du wirst immer mal wieder auf jemanden treffen, der es unmenschlich findet, wenn du dich nicht mehr kümmerst. Aber du weißt es besser. Und eigentlich sollten Fachleute im Krankenhaus es auch besser wissen. Vielleicht bildet man sich das manchmal auch nur ein, dass die Leute kein Verständnis haben.
    Oder sie sind einfach genervt, weil jetzt es die Sache für sie komplizierter macht. Keine Ahnung.

    Soll nicht dein Problem sein.

    Liebe Grüße
    Doro

    Noch was:

    Ich würd ein bisschen wachsam sein, ob dir das Gespräch mit den Nachbarn gut tut...
    Wenn du dich trennen willst und die sind so stolz auf ihre trockene Beziehung, dann bekommst du nachher doch noch das Gefühl, ihm helfen zu MÜSSEN.
    Aber das musst du nicht.

    Ich selbst habe mich ja mit meinem Mann nochmal eingelassen, als er trocken war. Ich bereue es nicht, aber jetzt hatte er eben nach 5 Jahren seinen Rückfall und alles ist wieder ganz schlimm. Also, dieses Rückfall-Risiko existiert einfach, das ist Faktum. Auch nach 5 oder 10 Jahren. Und ich will es einfach nicht nochmal durchmachen müssen, selbst wenn er es diesmal nochmal packen sollte. Diese Enscheidung muss jede für sich alleine fällen, ob man dieses Risiko mittragen möchte oder nicht.

    Und brauchen tut er mich schonmal gar nicht.
    Eine Trockenheit, die nur auf der Hilfe durch eine Partnerin funktioniert, ist irgendwie faul.

    Liebe Grüße
    Doro