Beiträge von Doro

    Hallo an alle,

    es gibt auch das Umgekehrte: So schlecht wie mir gehts keinem.
    Das find ich noch bescheuerter.

    Diese Vergleiche bringen eigentlich sowieso nicht so viel, aber sie sind einfach menschlich.
    Als ich mich richtig schlecht gefühlt habe, war es eine gewisse Erleichterung, mir noch schlimmere Situationen vorzustellen.
    Solange es eben nicht dazu führt, dass man nichts unternimmt, finde ich es eigentlich eine Strategie, die legitim ist, um Leid besser ertragen zu können.

    Allerdings hab ich den Eindruck gewonnen, dass das objektiv Schlimmere nicht unbedingt subjektiv schlimmer ist.

    Ich hab mich ja von meinem Mann schon mal getrennt, und im Vergleich zu meiner Situation jetzt war das damals ein Spaziergang.
    Wir hatten keine Kinder, waren nicht verheiratet, ich war in keinster Weise offiziell mit ihm verbandelt und er hatte den Mietvertrag.
    Ich musste nichts weiter tun als gehen.
    Aber es war schrecklich für mich.

    Jetzt ist alles total kompliziert, er ist viel aggressiver gegen mich, wir haben die Kinder, wir haben das Haus, wir sind verheiratet.
    Aber innerlich bin ich an einem anderen Punkt und es quält mich jedenfalls nicht mehr als damals. Anders, aber nicht schlimmer.

    Ich les hier manchmal: Zum Glück haben wir keine Kinder zusammen, dann wärs ja noch viel schlimmer.
    Stimmt natürlich irgendwie, einerseits.
    Andererseits: Die Kinder sind für mich eine ganz wichtige und positive Motivation, mich von ihm zu lösen.
    Wenn ich mein blödes schlechtes Gewissen bekomme, dass ich ihn fallen gelassen habe, dann denke ich kurz drüber nach, dass ich jetzt viel besser für die Kinder sorgen kann und dann gehts mir gleich besser.

    Viele Grüße
    Doro

    Liebe traurige Maus,

    du bist in er totalen Krisensituation jetzt, das ist einfach schlimm und da gibts auch erstmal keine einfache Lösung.

    Aber als ich in meiner Krise, die wieder eine ganz anders geartete war, steckte, das war Anfang Januar, da hat mir geholfen, dass mir Menschen versichert haben, dass der Spuk irgendwie vorbei gehen wird.
    Es werden wieder hellere Tage kommen.
    Vielleicht wird er einfach verschwinden, vielleicht wird er sterben, all das ist aber nicht das Ende DEINES Lebens.
    Und wenn er zurückkommt, hast du es in der Hand, deinem Leben einen anderen Akzent zu geben, dich selbst stärker in den Mittelpunkt zu stellen.

    Bei mir ist es jetzt bald ein halbes Jahr her, so ganz ist der Spuk noch nicht vorbei, aber ich fühle mich die meiste Zeit wirklich gut.
    Und das, obwohl es meinem Mann überhaupt nicht gut geht.
    Ich hab mich getrennt, er säuft sich sein ganzes Leben kaputt.
    Er lebt zurzeit auf der Straße. Kalt lässt mich das ganz und gar nicht, aber ich kann mich immer wieder zurückpfeifen, wenn ich mich im Mitgefühl verliere. Ich kann ihm nicht helfen und ich lasse mir mein Glück nicht mehr zerstören. Es hilft niemandem, wenn ich mich ständig um ihn sorge.
    Helfen geht nicht, sorgen nützt nichts. So einfach ist es.
    Und deshalb lerne ich immer mehr, die dunklen Dinge der Nacht zu überlassen und mich der Sonne und dem Hellen zuzuwenden.
    Das Dunkle wird nicht heller dadurch, dass man es anstarrt.

    Kämpfe um dein Leben, um dein Glück. Du hast ein eigenes.

    Was die Finanzen angeht, will ich keine schlauen Ratschläge geben. Aber es muss in unserem Staat immer einen Weg geben, irgendwie über die Runden zu kommen.
    Lass dich beraten, das beruhigt dich vielleicht.

    Ich wünsch dir alles Gute,
    Doro

    Hallo lautlos,

    wenn er richtig alkoholkrank ist, geht das wohl nicht oder wenn, dann nur mit enormer Willensanstrengung vorübergehend.
    Ob er so ein Fall ist, weiß ich natürlich nicht.

    Bin ja selbst nicht alkoholkrank, aber was ich so von allen Seiten höre und hier lese, geht in die Richtung, dass es eine Illusion der Alkoholiker selbst ist, dass sie es alleine steuern könnten.

    Liebe Grüße
    Doro

    Daggi, meine Kinder sind noch zu klein: 3 und knapp 2 Jahre alt, die könnten noch nicht mal ein Handy bedienen. (Kaputt machen schon. :wink: )

    Mir gings hier auch wirklich nur darum, dass ich bestätigt haben wollte und ja nun bekommen habe, dass diese Aussage irgendwie Schwachsinn ist bei einem Spiegeltrinker, dass er sie dann haben darf, wenn sie nüchtern sind.
    Weil man es gar nicht richtig beurteilen kann vom bloßen Augenschein oder vom Geruch her.
    Wenn, dann müsste er richtig ausgenüchtert (sprich entgiftet) oder so sein.

    Mich ärgert sowas, weil das Jugendamt doch eigentlich Erfahrung mit Alkoholismus haben dürfte, wird ja häufiger vorkommen.

    Für mich ist die Frage damit erstmal erledigt, ihr könnt meinetwegen den Thread hier schließen.

    Danke
    Doro

    Hartmut
    Leider hat das nicht so viel mit Weitsicht zu tun, es geht um sehr akute Auseinandersetzung um die Frage, ob er die Kinder alleine sehen darf oder nicht und ob z.B. die Tagesmutter sie ihm herausgeben muss.
    Hab heute mit dem Jugendamt darüber gestritten.

    Zitat

    Es gibt auch auf deine Frage keine pauschale Antwort da keiner das Trinkverhalten eines andren von außen beurteilen kann inwieweit er nüchtern oder betrunken ist. Jeder sieht das anders und es wäre auch rein spekulativ.

    Ja, das ist auch mein Eindruck. Diese Aussage bestätigt mich.
    Deshalb ärgert mich so ein Hinweis eines Jugendamtsmitarbeiters auch: Er kann die Kinder haben, wenn er nüchtern ist.
    Ich hab keine Ahnung, wann er wirklich nüchtern ist. Ich weiß nur, wann er definitiv nicht nüchtern ist, aber es gibt Zustände dazwischen, die ich nicht beurteilen kann.

    Alpenrose
    Ich bin auf die Idee gekommen, die Frage hier zu stellen, nachdem ich vorhin einen Beitrag gelesen habe zum Thema Spiegeltrinker, der eigentlich in die Richtung ging, dass ein Spiegeltrinker tendenziell immer wieder nachschütten muss, um seinen Pegel zu halten. Und dann dachte ich: Dann kann er ja eigentlich nicht so einfach nüchtern bleiben?
    Aber ich erwarte natürlich keine Ferndiagnose, sondern eher Hinweise dazu, was so möglich ist.

    Danke erstmal, diese beiden Beiträge bestätigen im Grunde, was ich auch denke. Man sieht es nicht jedem Alkoholiker so einfach an, ob und wie viel er getrunken hat.

    Gruß
    Doro

    Vielleicht noch als Info: Er hat schon ne ziemlich lange Trinkerkarriere hinter sich, also ich kann mir nicht vorstellen, dass er wenig trinkt. Und sein Verhalten deutet einfach darauf hin, dass er ganz schön voll ist abends. Oft jedenfalls.

    Grüße
    Doro

    Hallo, ich hab wegen meiner Kinder mal ne Frage:

    Mein Mann, von dem ich jetzt getrennt bin, ist offenbar Spiegeltrinker.
    Jedenfalls trinkt er, soweit ich weiß, jeden Tag, wobei er abends mir enthemmter erscheint (was ich so mitbekomme von seinen Telefonanrufen).
    Sein Verhalten (geht nicht arbeiten, kriegt nichts auf die Reihe) zeigt mir, dass er offenbar nach wie vor trinkt.
    Immer wieder höre ich aber von Leuten, die mit ihm zu tun haben, dass er in dieser oder jener Situation nüchtern gewesen sei.

    Jetzt meine Frage:
    Wird ein Spiegeltrinker zwischendurch auch mal richtig nüchtern?
    Kann es sein, dass er trotz Trunkenheit nüchtern wirkt?
    Riecht man es immer?

    Relevant ist die Frage für mich deshalb, weil es um den Umgang mit den Kindern geht. Wenn jetzt z.B. ein Gericht entscheiden würde, dass er die Kinder nüchtern sehen darf, wie stelle ich denn fest, ob er nüchtern ist?

    Ich hab schon früher einige Jahre in seiner nassen Zeit mit ihm zusammengelebt und hab oft lange Phasen über nur an seinem Verhalten gemerkt, dass er wohl viel trinkt. Ich war manchmal echt verwirrt, weil man gar keine richtige Fahne mehr gerochen hat.

    Vielleicht könnt ihr mir das mal erklären.
    Dankeschön,
    Doro

    Hallo Butterweich,
    erstmal glückwunsch zu der eigenen Wohnung, das ist ja nun schon mal ne super Basis und das allerwichtigste.

    Ich hab auch so'n Kaugummi-Exemplar von Mann, der mich nicht in Ruhe lässt. Hier im Forum wird mir immer wieder gesagt: Du lässt den KOntakt zu! Und Recht haben sie.
    Aber es ist verdammt schwer, sich freizuschaufeln.

    Genau wie bei dir: Ich bin auch nicht mehr nett und wenn ich mal ausflippe, erzählt er mir das dreitausendmal hinterher mit höhnischer Stimme, dass das ja wohl total daneben war.
    Aber er ist nur daneben und wenn er dann MAL gut drauf ist, erzählt er mir das dann auch dreitausendmal.

    Also telefoniere ich jetzt nicht mehr mit ihm, aber auch das reicht nicht, denn jetzt labert er mir die Mailbox, meine Eltern und Verwandten voll und so kommt er dann doch immer wieder an mich ran. Und er will die Kinder sehen und macht darüber Stress.

    Also bin ich jetzt an einem Punkt, an dem ich aus der NOt heraus noch radikaler werde.

    Sie zwingen uns dazu, was sol man machen.

    Du hast drei große Aufgaben im Augenblick, die dich fordern: deine neue Wohnung, deine wirtschaftliche Existenz und deine Mutter.
    Versuch dich dran zu erinnern: Alle Energie, die du auf ihn verwendest, fehlt dir am anderen Ende.
    Ich selbst bin leider da nicht die beste Schülerin, das zu lernen. :oops:

    Liebe Grüße
    Doro

    Am besten sieht man, wenn man entspannt ist und die Bilder kommen lässt. Wenn man anfängt zu starren und verkrampft, wirds gleicht schlechter.

    Wenn ich krampfhaft versuche, meinen Weg zu erkennen, dann ist das vielleicht einfach schon wieder zu wenig Vertrauen, zu wenig Gelassenheit.
    Und dann sehe ich nichts, obwohl ich die Augen aufreiße.

    Doro

    Pass gut auf ich auf, Gartenarbeit.

    Man kann auch von einem trockenen Mann super manipuliert werden, habe ich mit meinem Mann erlebt.

    Er wurde trocken und das war für mich das Freiticket, dass ich dachte, jetzt kann ich ihn ja wieder normal in mein Leben lassen.
    War ja auch wirklich plötzlich sehr schön mit ihm. Zuerst nur freundschaftlich. Aber er hat dann ganz schnell das Kommando übernommen und mir meine Freiheit - ohne dass ichs wirklich merkte - wieder geraubt. Ganz ohne Alk, das ging ratzfatz.
    Er war trotzdem ein angenehmer Mensch ohne Alkohol, jedenfalls fand ich das, aber er hat trotzdem mich immer in die Richtung geschoben, in die er mich haben wollte und ich habe viel zu viel aufgegeben für ihn, was mir eigentlich wichtig war.

    Mein Tipp wäre: Gib nicht zu viel Boden preis, "nur" weil er trocken ist.

    Liebe Grüße
    Doro

    Und ich schließe auch nicht aus, dass meine starke Kurzsichtigkeit mit dieser starren Haltung - auf ein Ziel gerichtet mit Scheuklappen links und rechts - zu tun hat. Hab in einem Buch über Co-Abhängigkeit plötzlich Augen-Entspannungsübungen gefunden. Fand das spannend, dass der Autor da einen Zusammenhang sah.

    Nochmal Gruß
    Doro

    Skybird, das war eine sehr schöne Zusammenfassung.
    Und es hat mich irgendwie angerührt, weil ich spüre, dass ich dieses Zähne-Zusammenbeißen nicht mehr will. Hab eh schon Kieferprobleme übrigens (ob das daher kommt?).

    Ich will irgendwie beides können: Lospowern für mein Leben und das meiner Kinder und gleichzeitig weich sein und Hilfe organisieren.
    Ich will mit Freude leben und keine Rekorde brechen.

    Ab und zu gelingt mir das jetzt schon. Aber ich will mehr davon!

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Netti,

    wie es bei ihm ist, weiß ich nicht, kann dir nur meine Geschichte in Kurzform wiedergeben:
    lernte vor 16 Jahren meinen jetzigen Mann kennen, schon damals alkoholkrank.
    Ich wollte ihm helfen. Hab erstmal mitzuhelfen versucht, dass sich seine Situation äußerlich stabiliserte (Wohnungsproblem usw.), war einfach lieb zu ihm. Hab ihn dazu überredet, zu einem Arzt zu gehen.
    Er hat das eine oder andere mitgemacht, hat aber weitergetrunken.
    Irgendwann bin ich mit ihm zusammengezogen, weil ich dachte, mein stabiles Leben würde ihn mitziehen. Hat es aber nicht, sondern er hat mich runtergezogen, bis hin zu ziemlich unschönen Szenen bis hin zu Handgreiflichkeiten.
    Hab mich getrennt.

    Er hat erst aufgehört, als er wirklich gesundheitlich absolut am Boden lag.

    Und dann haben wir wieder zusammengefunden, er war trocken, wir haben was zusammen aufgebaut: zwei Kinder, Berufseinstieg für ihn.
    Und nun hat er wieder angefangen.

    Was ich damit sagen will: Mein Versuch, ihm irgendwelche Probleme aus dem Weg zu räumen, damit er es leichter hat aufzuhören, waren immer vergeblich. Eher kontraproduktiv.
    Aber ICH habe einen hohen Preis bezahlt.

    Lies hier die Geschichten im Forum und schreib weiter, das hilft erstmal.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo lautlos,

    ich kann sehr gut verstehen, dass du möchtest, dass dein Mann mit dem Rauchen aufhört. Aber ich glaube echt nicht, dass du darauf bestehen kannst. ES bringt einfach nichts, sich damit verrückt zu machen. Wenn er nicht selbst aufhören will, wird er dann eben heimlich weitermachen und das macht das Rauchen vielleicht noch attraktiver für ihn.
    Ich meine, auch wenn du natürlich eigentlich Recht hast und wenn ich auch verstehen kann, wieso dich das Rauchen so stört, so ist es doch eine sinnlose Sache, dagegen anzukämpfen. Und Rauchen verändert ja wenigstens nicht wie Alkohol das Verhalten, so dass du doch wahrscheinlich damit ganz gut leben kannst, solange er nicht neben dir pafft, stimmts?

    Mir gehts nicht um IHN, sondern um DICH. DU machst dich damit unglücklich, wenn du versuchst, ihn zu kontrollieren. Es ist einfach verschwendete Energie.

    Liebe Grüße
    Doro

    Obwohl: Eigentlich öffne ich mich schon sehr nach außen in meiner Situation.
    Meine Erfahrung ist eigentlich doch: Ich MUSS tapfer sein jetzt, ich kann nicht einfach darauf warten, dass mich jemand rettet.

    Dieses "Augen zu und durch" hat auch so die Vorstellung, dass da irgendwo in der Zukunft die Oase der Ruhe ist und wenn wir erst dort sind, dann ist alles gut.
    Hhm, weiß nicht, ob das nicht ein großer Irrtum ist.

    Gruß
    Doro

    Hallo Skybird,

    ich habe mich eigentlich immer darüber definiert, dass ich eine bin, die nicht so schnell aufgibt, die tapfer ist, stark und was weiß ich. Das wurde mir in dieser Beziehung zum Sargnagel. (Na ja, noch nicht ganz, bin noch rechtzeitig ausbüchst, bevor der Deckel zuknallte. :wink: )

    Mir geht es jetzt, fast ein halbes Jahr nach der Trennung, noch oft so, dass ich das Gefühl habe, dass alles so schwierig ist, dass ich wahnsinnig tapfer sein muss. Schwierig ist vor allem, mich gegen ihn abzugrenzen.
    Und gleichzeitig hier den Laden mit Kindern und Job am Laufen zu halten. Und da ich so tapfer wirke nach außen, ernte ich zwar stets Bewunderung, aber ich bekomme nicht die Hilfe, die ich bräuchte, weil ich zu wenig signalisiere, dass ich eigentlich total am Rande stehe mit meinen Nerven.
    Ich hab manchmal die Vision, dass ich einfach die Totalkapitulation ausspreche, in irgendeine Arztpraxis latsche und sage: Leute, ich hab jetzt einen Nervenzusammenbruch, macht was ihr wollt mit mir, aber ich will JETZT eine Rundum-Hilfe.

    Aber dann denke ich wieder: Nein, das bringt nichts, ich muss hier weiter machen, für meine Kinder und letztlich auch für mich.

    Gruß
    Doro

    Hallo Kathrin,

    ja, hast schon Recht, es bringt einfach nichts und ist doch irgendwie destruktiv, sich damit zu beschäftigen.
    Ich steiger mich da auch manchmal rein in so Gedankenspiele, die eigentlich gar nichts bringen. Das hab ich hinterher dann auch gemerkt, dass ich mich hier ein bisschen zu sehr festgebissen habe.

    Es ist, wie es ist. Und ich muss damit jetzt klarkommen und das beste draus machen.

    Für mich immer wieder hilfreich sind die Sätze:
    Was kann ich tun? und Tu was.

    Einfach aufhören über Dinge zu grübeln, die man nicht ändern kann.
    Und handeln.

    Dieser Perspektivwechsel ist der Schlüssel zu allem.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo lautlos,

    meine traurige Erfahrung mit meinem alkoholkranken Mann ist: Ich kann ihm einfach nicht wirklich helfen!!!!
    Alles, was ich tun kann, und was ich auch lange getan habe, war, ihm irgendwie das Leben noch so halbwegs bequem zu machen, aber er war dafür nie dankbar, im Gegenteil, er wurde immer aggressiver - gegen mich!

    Habe mich jetzt zum zweiten Mal von ihm getrennt, nachdem er nach langer Trockenheit einen Rückfall hatte.

    Ich hab nach wie vor Mitleid mit ihm und möchte, dass es ihm gut geht. Aber es funktioniert einfach nicht.
    Er wird nicht glücklich durch mich, solange er trinkt.
    Und er wird erst recht nicht gesund, so sehr ich mich darum bemühe.
    Es kommt mir vor, als würde ich versuchen, die Nordsee mit einem Wasserglas leerzuschaufeln. Es funktioniert einfach nicht.
    Einziges Ergebnis: Ich kann irgendwann nicht mehr.

    Deshalb muss ich mich zwingen, mich auf die Dinge zu konzentrieren, die ich wirklich beeinflussen kann, und muss ihn links liegen lassen. Aber es fällt mir schwer. Grad heute habe ich wieder so einen Tag, da tut er mir leid. Da möchte ich zu ihm fahren, in den Arm nehmen und gesund machen. Aber das würde nie und nimmer funktionieren, weil er von dieser Sucht besessen ist. Es ist bitter, aber ich muss ihn lassen.

    Ich schick dir fürs erste liebe Grüße,
    Doro