Hallo an alle,
es gibt auch das Umgekehrte: So schlecht wie mir gehts keinem.
Das find ich noch bescheuerter.
Diese Vergleiche bringen eigentlich sowieso nicht so viel, aber sie sind einfach menschlich.
Als ich mich richtig schlecht gefühlt habe, war es eine gewisse Erleichterung, mir noch schlimmere Situationen vorzustellen.
Solange es eben nicht dazu führt, dass man nichts unternimmt, finde ich es eigentlich eine Strategie, die legitim ist, um Leid besser ertragen zu können.
Allerdings hab ich den Eindruck gewonnen, dass das objektiv Schlimmere nicht unbedingt subjektiv schlimmer ist.
Ich hab mich ja von meinem Mann schon mal getrennt, und im Vergleich zu meiner Situation jetzt war das damals ein Spaziergang.
Wir hatten keine Kinder, waren nicht verheiratet, ich war in keinster Weise offiziell mit ihm verbandelt und er hatte den Mietvertrag.
Ich musste nichts weiter tun als gehen.
Aber es war schrecklich für mich.
Jetzt ist alles total kompliziert, er ist viel aggressiver gegen mich, wir haben die Kinder, wir haben das Haus, wir sind verheiratet.
Aber innerlich bin ich an einem anderen Punkt und es quält mich jedenfalls nicht mehr als damals. Anders, aber nicht schlimmer.
Ich les hier manchmal: Zum Glück haben wir keine Kinder zusammen, dann wärs ja noch viel schlimmer.
Stimmt natürlich irgendwie, einerseits.
Andererseits: Die Kinder sind für mich eine ganz wichtige und positive Motivation, mich von ihm zu lösen.
Wenn ich mein blödes schlechtes Gewissen bekomme, dass ich ihn fallen gelassen habe, dann denke ich kurz drüber nach, dass ich jetzt viel besser für die Kinder sorgen kann und dann gehts mir gleich besser.
Viele Grüße
Doro