Beiträge von Doro

    Charly,
    das klingt ja alles total panisch,
    es nützt ja niemandem, wenn du jetzt total durchdrehst.
    Nimm dir die Zeit, die du brauchst, um das Ganze langsam klarer zu sehen. Es ist ein Prozess! Mach dich nicht fertig.

    Erstmal ganz viel Kraft
    sendet dir
    Doro

    Hallo Charly,

    ich glaube, der Schalter wird erst umgelegt, wenn man das Gefühl hat, dass man selbst dabei drauf geht oder dass einem der Preis einfach zu hoch ist. Leider ist das wohl so.
    Und selbst dann sind die Gefühle für ihn immer noch da, aber der Verstand sagt: Du musst da raus, sonst gehst du kaputt.

    Eigentlich hast du doch immer und immer wieder erfahren, dass du ihn nicht retten kannst. Immer nur äußerst vorübergehend.
    Warum glaubst du, dass es Sinn hat, immer weiter so zu machen?
    Gut, es besteht ein gewisses Risiko, dass er sich dann das Leben nimmt. Das ist es doch, wovor du Angst hast?
    Es besteht aber vielleicht auch die Chance, dass er sich NICHT das Leben nimmt und es irgendwie alleine weiter schafft oder vielleicht sogar endlich anfängt, Verantwortung zu übernehmen.

    Ich war zum Glück nicht direkt in solch einer Situation, weil ich meinen Mann nicht wirklich für suizidgefährdet halte. Aber im Stich gelassen habe ich ihn damals auch und fühlte mich sehr schlecht dabei. Aber meine Erfahrung ist: Wenn er wollte, hat er immer Leute und Wege gefunden, um weiterzukommen. Bloß wollte er lange Zeit nicht wirklich.

    Wie gesagt, ich bin nicht drin in deiner Situation und maße mir kein Urteil an. Aber kann man wirklich jemanden, der ernsthaft nicht mehr leben will, auf Dauer davon abhalten? Und ist man verpflichtet, sein eigenes Leben zu opfern dafür?

    Vielleicht hat er wirklich niemanden außer dich.
    Aber vielleicht muss er erst GANZ ALLEINE mit sich sein, damit er merkt, dass er sein Leben ändern kann. Er kann aufhören, wenn er will. Er wird immer wieder trocken gelegt und er will offenbar immer wieder diese Situation herstellen.

    Und das auf deine Kosten.
    Wo bleibst du und dein Recht auf Leben?

    Hast du schon mal den sozialpsychiatrischen Dienst in Anspruch genommen wegen der Suizidgefährdung? Oder dir sonst irgendwie Beratung gesucht?

    Zitat

    auf der einen seite steh ich, auf der anderen er. nur, dass ich noch bissi kraft hab, kraft, die er nimmer hat. wie sollt ich da jetzt nur noch an mich denken?

    Das heißt für mich übersetzt: Erst wenn du KEINE Kraft mehr hast, darfst du an dich denken.
    Praktizierst du das sonst auch so im Leben?
    Spendest du dein gesamtes GEld über dem Existenzminimum an arme Kinder in Afrika?

    Fang an, dir selbst Leben zuzugestehen.
    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Julchen, ich wünsch dir für Mittwoch viel Glück.

    Versuch, dich nicht verrückt zu machen. Bleib auch da im Heute. Jeden Tag schön für sich nehmen. Wird schon und wenn nicht, wird sich was anderes finden.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Marilyn,

    ich habe mich zweimal getrennt von meinem Jetzt-Mann.

    Das zweite Mal ging es eigentlich von ihm aus. Ich war bei ihm in Ungnade gefallen, weil ich die Polizei gerufen habe, als er mich bedrohte. Und dann hat er nur noch hier rumgetobt und verkündet, dass er mit mir nichts mehr zu tun haben will. Das ging über eine Woche so, ich habs nicht mehr ausgehalten. Ich hab Bilanz gezogen und bin zum Schluss gekommen: Ich renne ihm jetzt nicht mehr hinterher, denn für mich ist eine Trennung besser. Die Trennung vollzogen habe ICH dann.
    Wenn er aber eingelenkt hätte, hätte ich den Absprung wohl nicht so schnell geschafft.

    Das erste Mal ging es von mir aus und hat EWIG gedauert.
    Ich habe ihm zuerst angekündigt, dass ich mich trenne, falls er nicht bals aufhört zu trinken. Dann habe ich ihm gesagt, dass ich mich jetzt auf Wohnungssuche begeben werde, da hätte er noch die Chance gehabt, sich zu bemühen. Und die Wohnung habe ich dann heimlich gesucht, damit er mich nicht davon abhält. Und ich habe mir aufgeschrieben, wieso ich mich trennen muss, und den Zettel mit mir rumgetragen. Und einen Talisman, den ich von einer Bekannten bekommen hatte.
    Es hat mich unendliche Überwindung gekostet, diese erste Trennung.
    Und dann hab ich ihm den Auszug angekündigt.

    Ich bin dann auch nicht mehr umgekippt. Erst einige Jahre später, als er aber wirklich trocken war, hab ich es ein zweites Mal mit ihm versucht.
    Aber ich habe den Kontakt mit ihm gehalten, vielleicht war das schon ein Fehler. Ich wollte immer irgendwie "Freunde bleiben".
    Diesmal habe ich den Wunsch eigentlich nicht mehr so sehr, aber wir hängen über die Kinder und durch die Noch-Ehe eben doch noch sehr zusammen. Aber ich bemühe mich um Kontaktbeschränkung.

    Leere Androhungen habe ich, glaube ich, nie gemacht. Aber ich habe eben einfach sehr lange gewartet, bis ich den Entschluss umgesetzt habe (bei dieser ersten Trennung.).

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Minchen,

    na ja, ich kenne deinen Mann ja nicht.

    Aber bei meinem ist wirklich unheimlich viel Bluff und er schafft es immer wieder, mich total zu verunsichern.

    Ich denke, irgendwelchen Lügen darf ein Amt ja nun nicht gleich Glauben schenken, das müsste überprüft werden.
    Dann spielt der Wille der Kinder sicher eine sehr große Rolle.
    Also, ich kanns mir echt nicht vorstellen, dass er da Erfolg hat.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hi Julchen, treue Seele, danke für deine hilfreichen, mahnenden Fragen.

    Zitat

    allein schafft er es nicht

    Genau der Spruch, den ich auch immer wieder höre.
    Ich weiß ja, dass es Unsinn ist. Ich hab ihn ja trocken erlebt. Er hat eine Willensstärke wie ein Stier. Er kann unheimlich viel schaffen, wenn er NICHT trinkt. Er findet in jeder Lage immer wieder Leute, die etwas für ihn tun. Er kann also um Hilfe bitten, wenn er will, nicht nur mich, er findet immer jemanden.

    Der Knackpunkt ist eigentlich, dass ich mich sofort schlecht fühle, wenn ich irgendwas in der Richtung von jemandem höre. Ich will von allen Seiten hören, dass ich nicht zu egoistisch bin, dass es richtig ist, was ich tue. Und das ist falsch, glaube ich. Es wird immer verschiedene Ansichten dazu geben und ich muss meinen Standpunkt haben, ohne jedesmal verunsichert zu sein.

    Zitat

    was hilft er denn dir

    Hey, endlich ne einfache Frage. NICHTS!

    Zitat

    Willst du ihm helfen oder denkst du, du musst es tun?

    Ich würd gerne helfen, wenn es so laufen würde wie unter normalen Menschen: begrenzt und ein bisschen Dankbarkeit erntend.
    Z.B. die Aktion heute war echt ne Unverschämtheit und hat eigentlich den schönen Tag wirklich reichlich durcheinander gebracht. Mittagessen fiel aus, weil es zu spät war. Mein KLeinerer hatte keinen richtigen Mittagsschlaf, ich war auch total angestrengt und hab nicht geschafft, was ich heute schaffen wollte.
    Nee, ich will ihm nicht mehr helfen. Aber ich mag mich anscheinend doch immer noch in der Rolle, ihm etwas Gutes zu tun.
    Und dann kommt ja immer noch das Argument, dass ich ihm helfen muss, damit er auf eigenen Beinen steht und ich meine Ruhe hab.
    Daran arbeite ich auch schon seit Jahren, dass er endlich auf eigenen Beinen steht. Leider tut er das nicht. Vielleicht auch, weil ihn immer wieder irgendjemanden auf den Schoß nimmt.

    Heute hab ich so gedacht: Ich glaube, er will tatsächlich weiter trinken. Er will gar nicht aufhören. Er will trinken, bloß er will eben nebenbei trotzdem noch ein bürgerliches Leben. Das ist eigentlich eine banale Erkenntnis, aber ich hab eigentlich immer gedacht, dass er trinken MUSS, weil die Sucht das verlangt, dass er das eigentlich aber liebend gerne abstellen würde.
    Aber er hat das eigentlich nie so gesagt, wenn ich ehrlich bin, dass er nie wieder trinken will. Ich hab das immer gesagt und er hat vielleicht zugestimmt. Aber oft genug hat er auch gesagt, dass er glaubt, dass er irgendwann wieder kontrolliert trinken kann.
    Ich hab heute auch so gedacht: Wahrscheinlich trinkt er schon viel länger wieder als ich dachte. Er hats halt bloß noch ziemlich gut unter Kontrolle gehabt und sein Leben noch geregelt bekommen und das hat ihn wohl darin bestärkt, dass es doch geht mit dem kontrollierten Trinken.

    Die Erkenntnis: Er will das so haben - Die fand ich irgendwie entlastend. Ich hab das mit dem Loslassen besser verstanden. Ich hab ihm tatsächlich die ganze Zeit meine Vorstellung von Trockenheit aufgedrückt, er hat sich selbst nie so dafür entschieden. Ich hab das gar nicht gemerkt.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Minchen, danke für deine Rückmeldung bei mir, da musste ich doch gleich nachgucken, was bei dir so los ist. :)

    Dass er jetzt draußen ist, ist schon mal absolut superwichtig und gut, finde ich. JEtzt hast du die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen, dein Leben aufzuziehen, wie du es für richtig hältst. Nach und nach, das geht auch nicht von heute auf morgen.

    Wie alt sind denn deine Kinder?
    Glaubst du wirklich, dass er sie dir wegnehmen lassen kann? Auf welcher Grundlage denn? ER ist alkoholkrank, nicht du.
    Ist das nicht bloß Bluff?
    Vielleicht hilft dir irgendeine Rechtsberatung, da innerlich Sicherheit zu gewinnen.
    Mein Mann hat damals auch ne Zeitlang versucht, mich mit den Kindern einzuschüchtern: z.B. dass er sie trennen will, er einen - ich einen. Meine Anwältin hat mir erzählt, dass sowas NIE gemacht wird bei kleineren Kindern. Also hab ich mich völlig umsonst aufgeregt.

    Ich wünsch dir, dass sein Zorn bald abflaut und du zur Ruhe kommst.
    Liebe Grüße
    Doro

    Hat grad ein Telefongespräch mit einer Verwandten, die sagt: Find ich richtig, dass du ihm heute beigestanden hast.
    und noch was anderes in der Richtung.

    Solche Bemerkungen lassen mich immer völlig an meinem Kurs zweifeln. Denke dann doch plötzlich: Moment mal, wir sind verheiratet, ich muss ihm helfen.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Peter,

    mein Mann ist alkoholkrank. Ich habe ihn geheiratet als er trocken war und jetzt hatte er - gut 3 Jahre später - einen Rückfall. Ich hab es nicht gemerkt, dass er wohl schon ne Weile wieder trinkt, aber ich hab sehr wohl gemerkt, dass er sich von mir entfernt und auch das hat mich belastet. Ich finde es sehr schade und eigentlich auch verletztend, dass er das Vertrauen nicht hatte zu mir, mir davon zu erzählen, dass er mit der Sucht kämpft. Dieses Versteckspiel finde ich das Demütigendste für den Partner. Und das Versteckspiel beginnt doch eigentlich schon, wenn du im Kopf schon rückfällig bist und ihr nichts erzählst aus Scham.

    Sicher ist es nicht leicht, das zu besprechen, für beide Seiten. Ich bin mir auch nicht sicher, wie ich genau reagiert hätte, wenn mein Mann es mir vorher erzählt hätte. Wahrscheinlich wäre ich auch entsetzt gewesen erstmal, aber trotzdem: Wenn man sich liebt, muss es doch möglich sein, darüber zu reden irgendwie.

    Ich denke mal: ALLES, was dir hilft, trocken zu bleiben, solltest du mobilisieren, sonst kommst du und deine ganze Familie doch wirklich vom Regen in die Traufe. Und selbst wenn du deine Partnerin erstmal aus der Fassung bringst mit einem Geständnis, wird sie nicht doch letztendlich froh sein, wenn du offen und aufrichtig bist und sie die Chance bekommt, dir irgendwie beizustehen?

    Das sind meine Gedanken dazu.
    Liebe Grüße
    Doro

    So, die unheimliche Begegnung hat stattgefunden. Mir gehts erstmal soweit gut. Hat nun doch länger gedauert, weil er gar nichts gepackt hatte und ich für ihn alles zusammengeräumt hab. Ich weiß, ist co, aber ich habs für mich so entschieden, dass ich das jetzt mal mache.

    Für mich war das jedenfalls ganz interessant alles heute. Hab ihn ja wirklich seit Ende Januar eigentlich nur einmal gesehen und das war der Anwaltstermin.

    Ich mach mal Bilanz:
    - Er ist total drin im Alksumpf, sein ganzes Gesicht ist aufgequollen. Er trinkt wohl auch Schnaps und so, kannte ich vorher von ihm nicht. Zwischendurch ist er mal weggegangen, offenbar um am Kiosk zu trinken.
    - Ich hab heute kein MItleid empfunden, das fand ich sehr entspannend. Es hat mich nicht gequält, ihn so zu sehen.
    - Was ich auch entspannend fand: Er hatte heute nichts Bedrohliches mehr. Einfach ein armes Wrack.
    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass er in diesem Zustand die Kinder für ein Wochenende haben möchte. Er will einfach nur rumjammern offenbar, hat eigentlich überhaupt keine Energie für irgendwas, auch nicht für irgendwelche Kämpfe. Ich hatte heute das Gefühl: Vor dem brauchst du keine Angst mehr zu haben.
    - Es scheint ja nun zu klappen mit einer kleinen Wohnung für ihn. DAs wäre auch ein Fortschritt. Dann wär die Wohnsituation erstmal geklärt.

    Das zum Positiven. Etwas schwieriger sind die folgenden Punkte:
    - Obwohl er offensichtlich ziemlich fertig war, war da so eine Vertrautheit. Ganz komisch. Meine Kinder saßen da bei him auf dem Sofa und guckten fern und aßen Gummibärchen, ich räumte rum, er palaverte. Kam mir alles sehr vertraut vor und fühlte sich auch so an.
    - Dann erzählte er mir, wie er sich das beruflich jetzt weiter vorstellt. ES klang alles irgendwie sehr optimistisch und ich war innerlich schon wieder bereit, es zu glauben, weil es so schön klang. Also, er hat jetzt nicht die Trennung infrage gestellt, aber allein schon, dass ich bereit bin, ihm seine Schnapsidee von seinem beruflichen Comeback abzunehmen, zeigt mir, dass ich immer noch nicht ganz richtig ticken muss. Er macht sich ordentlich was vor und ich mach mit. Gefühlsmäßig, nicht vom Verstand her.

    Fazit: Ich muss echt aufpassen! :twisted:

    Doro

    Hallo Dagmar,

    bei mir war es ganz maßgeblich die christliche Erziehung, die mich überhaupt in diese Beziehung gebracht hat. Ich war davon überzeugt, einer größeren Sache dienen zu müssen, der Menschheit, dem Nächsten dienen zu sollen. Und stillschweigend war die Grundannahme, dass ich dafür was zurück bekomme und so hatte ich es eigentlich bis dahin auch erlebt. Man engagiert sich, ist selbstlos und im Gegenzug erfährt man Gemeinschaft, Achtung, Dankbarkeit.

    Bloß wie du weißt, beim Alki leider eben nicht.

    Auf der anderen Seite komme ich in letzter Zeit meinem Glauben wieder näher. Weil es eben auch so viele andere Aussagen des Glaubens gibt, die sogar sehr gut in Übereinstimmung zu bringen sind mit meinem "neuen Leben".

    Zum Beispiel das "Lebe im Heute" und "Bleib bei dir" (im Sinne von: Kümmere dich nicht um Dinge, die du nicht ändern kannst.).
    Da gibt es sehr schöne Bibeltexte zu. xxx
    Grade letzteres ZItat hat mir viel gebracht. Mein Mann hat sich für die Todesspur entschieden, soll er mal weiter buddeln.

    Also, ich sehe meinen Weg jetzt eher stärker hin zum Glauben als vorher.

    Aber die christliche ERziehung war trotzdem bei mir der Anfangspunkt. Vielleicht habe ich sie nur gründlich missverstanden oder falsch vermittelt bekommen. Mir geht es heute noch so, dass ich finde, dass die meisten Gemeinden, die ich kennengelernt habe, das nicht ausstrahlen, was sie weitergeben sollten. Klar, das sind Menschen wie du und ich. Trotzdem: Wo bleibt die frohe Botschaft? Alles irgendwie für mich nicht sichtbar in vielen Gemeinden.

    Soweit meine Gedanken,
    liebe Grüße
    Doro

    Hallo Minchen,

    mensch, sowas zu lesen, tut mir immer weh.
    Ich kann das gut nachfühlen, weil mein Mann mich auch so traktiert hat. Als ich ne Grenze gezogen hab, ist er verbal total ausgeflippt und hat mich bedroht, beleidigt, zu erpressen versucht...
    Ich war nur noch ein Häufchen Elend, hab viel geweint.

    Minchen, das ist verbale Gewalt. Das darf er nicht und das macht er auch nur, um dich fertig zu machen, um seinen Frust loszuwerden, um von seinem eigenen Verhalten abzulenken oder um dich gefügig zu machen. ES hat nichts mit dir, nur was mit seiner Sucht zu tun.
    Aber denk an dich, dass es dir bald besser gehen soll.

    Du hast das Recht dich zu trennen.
    Und du kannst dir dafür Hilfe holen: Frauennotruf, Anwältin,...
    Du musst das nicht mitmachen.

    Ich bin damals zu einer Anwältin gegangen und die hat meinen Mann aufgefordert auszuziehen und irgendwie hat er sich tatsächlich verkrümelt. Hat dann am Telefon verbal noch lange weitergemacht, aber sobald er aus dem Haus war, ging es mir besser und ich bin zur Ruhe gekommen.

    Ich wünsche dir erstmal alles Gute
    Doro

    Hallo Luci,

    ich finde, dass die Situation mit sehr klarem Verstand siehst und ich wünsche dir, dass deine Gefühle nach und nach hinterherkommen.

    Ich denke, diese Trauer, die ist einfach ganz normal.
    Genau, wie du es beschreibst: Man trauert um die Partnerschaft, um den Partner, um die eigenen Verletzungen, aber es ist einfach auch eine Niederlage, jedenfalls empfindet man es so.

    Meine Trennung liegt jetzt fast fünf Monate zurück und ich muss sagen, die Traurigkeit hat deutlich nachgelassen. Am Anfang habe ich jeden Morgen geweint und wachte mit dem Gefühl auf, dass mir eine Betonplatte auf dem Magen liegt. Jetzt denke ich kaum noch daran und es kommt mir komisch vor, wenn ich von Freunden und Verwandten immer noch wie eine Schwerkranke behandelt werde, weil ich solch einen Schicksalsschlag erlitten habe.

    Ab und zu kommt es zurück, dass ich sehr traurig bin. Aber eben nicht täglich. Und es dauert auch nie sehr lange.
    Stattdessen habe ich sehr viele schöne, lebendige Momente, Stunden und Tage erlebt seit der Trennung. Ich fühle mich frei und oft voller Tatendrang und freue mich über und auf mein selbstbestimmtes Leben.

    Das mit der Bremse: Das passt sehr gut.
    Es ist wirklich wie Fahrradfahren mit nem Platten, es ist total anstrengend und man kommt kaum vorwärts.

    Als Niederlage meiner Person gegen den Alk sehe ich das Scheitern unserer Beziehung eigentlich auch nicht mehr. Es war nie ein fairer Wettbewerb.
    Es ist eben eine schwere Krankheit. Wenn er Krebs hätte, würde ich es auch nicht als persönliche NIederlage beurteilen. Es hat nichts mit mir zu tun. Das weiß ich deshalb so genau, weil er nicht nur mich eingetauscht hat gegen den Alkohol, sondern auch seinen heißgeliebten Job, seine Kinder, sein Haus, sein Prestige. Und irgendwann seine Gesundheit.

    Ich wünsch dir, dass du dich ganz bald beginnst, besser zu fühlen.
    Bleib auf deinem Weg und hab etwas Geduld

    Liebe Grüße
    Doro

    Ach, Julchen, das ist ja'n Ding, die Ähnlichkeit zwischen usneren Männern wird echt immer unheimlicher. Ich dachte, deiner hat die Sachen längst geholt. Was hast du denn nun damit gemacht?

    Nee, einen Gefallen hab ich mir bestimmt nicht getan. Das war ne totale Co-Aktion, das auszumachen. Daran sieht man, wie labil ich eigentlich ihm gegenüber bin. Er schnippst einmal mit dem Finger und ich spring schon wieder. Nervt mich jetzt auch. Ich hab mich dieser Anwältin plötzlich verpflichtet gefühlt, weil die eben noch diesen Plan hat, ihn vor der Obdachlosigkeit zu bewahren und ihn dann wieder arbeitsfähig zu "machen". Ist natürlich beides voll in meinem Sinne, aber ich will eigentlich nichts mehr dazu tun, weil er es eben immer missbraucht. Abgesehen davon wird sie ihn nicht arbeitsfähig "machen" können, aber nun gut, soll sies versuchen, was sie nicht lassen kann.

    Also, ich hab schon mal mit meinem Papa abgemacht, dass er mich eine Stunde nach Treffbeginn anruft, denn das ist meine persönliche Grenze, länger darf das nicht dauern, das werd ich ihm gleich zu Beginn sagen. Und dann wird er wieder jaulen, wie hartherzig ich bin.

    Also, ich muss das echt planen wie ne Prüfung, hab ich das Gefühl.
    Irgendwas denk ich mir noch aus, was ich mitnehme als Erinnerung an meinen Weg. Irgendein Symbol.
    Wenn ich so da ran gehe, quasi als Abgenzungsübung, hats vielleicht doch noch sein Gutes.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo, hab morgen leider eine Begegnung der unheimlichen Art :lol:
    Nee, ich seh morgen meinen Mann, hoffentlich wirklich nur kurz, weil er jetzt aus seiner Ferienwohnung raus muss und irgendwie ne Wohnung in Aussicht hat und ich hab mich bereit erklärt, sein Zeug, was er grad hatte, vorübergehend in den Schuppen zu stellen.

    Also während ich das schreibe, merke ich schon wieder, wie überflüssig die Aktion ist.
    Aber nun gut, seine Anwältin hat die Wohnung organisiert, er selbst bekommt nix auf die Reihe und irgendwie hatte ich das Gefühl, die Anwältin nicht hängen lassen zu sollen, denn ich will ja auch, dass er ne Wohnung hat. Dann zieht er vielleicht endlich mal endgültig hier aus.

    Nun ja, nun hab ichs so ausgemacht.
    Jedenfalls will ich unbedingt morgen konzentriert an die Sache rangehen, mich auf keinen Fall reinziehen lassen in irgendwas, irgendeine regelmäßige Hilfestellung oder so. Da bin ich nämlich oft total kopflos. Neulich hatte ich ihm schon angeboten, für ihn zu waschen, weil er keine Waschmaschine hat. :evil: Ein Glück ist er nicht darauf zurückgekommen, wohl weil er es nicht mal gebacken bekommt, seine Wäsche zu mir zu bringen.

    Also, mir rutschen solche HIlfsangebote manchmal quasi nebenbei raus.

    Und ich muss mich vorsehen, dass er mir nicht zu viel meines schönen Feiertags klaut und die Sache von vorneherein zeitlich begrenzen. ich seh mich schon mit ihm stundenlang auf irgendeiner Bank sitzen und schwupps - sind wir wieder in einer unguten Verbindung.

    Drückt mal die Daumen, dass ich nicht vom Weg abkomme.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Reichenau,

    wahrscheinlich gibt es keinen richtigen Zeitpunkt, d.h. für ihn richtigen Zeitpunkt. Aber für DICH könnte ich mir vorstellen, dass es wesentlich besser wäre, wenn er er es während oder vor der Therapie erfährt, denn dann weißt du, dass es Menschen gibt, die das mit ihm bearbeiten und du kannst die Verantwortung (die du eh nicht hast, sondern nur zugeschoben bekommen hast) innerlich abgeben.

    Diese Vorstellung, dass er dich als Stabilisator braucht...
    Ich kenne das, hab das ewig so praktiziert mit meinem Mann. Hab alles dafür getan, dass sein Leben in geordnete Bahnen kommt. Mein Mann hat durch den Alkohol sein Studium nicht beendet und als er trocken war, habe ich mit ihm alles dafür getan, dass er das noch schafft und den Berufseinstieg. Und wir haben es geschafft, ich bin 500km weit von meiner Heimat weggegangen, damit er seinen Berufseinstieg hat, und das war genau der Rückfallzeitpunkt, als bei ihm endlich alles in ORdnung war.
    Seitdem glaube ich nicht mehr daran, dass man als Partnerin das Trinkverhalten beeinflussen kann.
    Es läuft leider eher oft umgekehrt: Wenn sie noch trinken wollen, dann bauen sie Vorwände: STreit, Trennung, irgendwelche Problem. Nur damit man trinken "darf". So jedenfalls mein Eindruck.

    Und dieses: Er tut das nur für dich.
    Was soll das? Wieso für dich? Es ist doch SEINE Leber, die er kaputtmacht.

    Es ist klar, dass du dich verantwortlich fühlst, aber das ist wirklich ein Irrglaube.

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Malola,

    wenn ich das so richtig hier im Forum sehe, ist diese Konstellation alkoholkranke Eltern und alkoholkranker Partner leider gar nicht so untypisch. Weil man eben bestimmte Verhaltensweisen annimmt, die dann wieder dazu führen können, dass man sich solch einen Partner "aussucht" - unbewusst.

    Meine Eltern sind nicht alkoholkrank, aber was ich erlebt habe, ist, dass ich mich jetzt zum zweiten Mal von dem gleichen Mann trenne. Die erste Trennung ist mir so schwer gefallen, dass ich dachte: Ein zweites Mal überlebe ich sowas nicht.
    Doch jetzt stelle ich fest, dass ich den einen oder anderen Schritt damals schon gegangen bin, innerlich, so dass es in gewisser Weise sogar leichter ist jetzt. Obwohls noch schwer genug ist.

    Ich wünsche dir erstmal alles Gute, dass du hier im Forum viel Hilfe findest und so Schritt für Schritt einen gangbaren Weg für dich findest, dass es dir ganz bald besser geht.

    LIebe Grüße
    Doro