Hallo Julchen,
danke für deine aufbauenden Worte in meinem Threat und Glückwunsch zu dem, was du heute bewältigt hast.
Ganz liebe Grüße
Doro
Hallo Julchen,
danke für deine aufbauenden Worte in meinem Threat und Glückwunsch zu dem, was du heute bewältigt hast.
Ganz liebe Grüße
Doro
Mensch Kiddo, ich kenne dieses Gefühl so gut!!
Diese Verantwortung, die man eigentlich gar nicht haben will, die einen nur belastet. Dieses ewige Sich-Sorgen-Machen.
Denn es ist ewig, weil es nicht aufhört, weil er eben nicht auf eigenen Beinen stehen will.
Aber wenn man mal drüber nachdenkt und wenn man Abstand hat (den hat man natürlich als Außenstehende viel eher), dann merkt man, wie bekloppt das ist:
ER IST ERWACHSEN!!!!!
Er weiß, dass er die Medikamente braucht. Es ist sein Leben, mit dem er spielt.
Also warum schiebt er dir die Verantwortung zu?
Du bist nicht seine Mutter, aber es wirkt so, als seist du es. (Entschuldige, ich meine das nicht so, ich war ganz genauso!)
Bei mir und meinem Mann lief es irgendwie so:
Zuerst war ich die Überlegene. Ich konnte ihm helfen, weil ich mein Leben im Griff hatte und er nicht. Also half ich, gerne, und er konnte sich hilflos stellen. (Denn wirklich hilflos ist kein Erwachsener. Jeder kann sich Hilfe holen und Verantwortung übernehmen, wenn er will.)
Und irgendwann kippte es: Dann wurde er aggressiv, machte mich runter und ER bestimmte, was ich zu tun hatte. Und ich war in seinem Netz gefangen und kam nicht mehr raus.
Im Dezember hatte er einen Rückfall nach langer Trockenheit.
Im Januar tobte er hier herum, bedrohte mich, beschimpfte mich in übelster Weise. Ich trennte mich, weil ich es nicht aushielt.
Jetzt, im April, versucht er es wieder andersrum zu drehen. Er ist das arme Schwein, ich hab ihn verstoßen, er braucht Hilfe und ich soll doch nicht so hartherzig sein...
Es ist ein ganz übles Spiel.
Ich bin leider auch noch nicht ganz immun dagegen.
Vielleicht ist das erstmal der Weg für dich: Die Spielregeln durchschauen.
Liebe Grüße
Doro
Es ist wie bei Leuten, die Bombenangriffe im Krieg miterlebt haben und jetzt keine Feuerwehrsirenen mehr hören können...
Eben hat das Telefon geklingelt und ich hab irgendwie anscheinend schon geahnt, dass ER es ist. Bin nicht rangegangen, aber meine Stimmung, die sackte von heiter-ausgelassen bis ganz tief in den Keller. Totale Beklemmung.
War heute und die letzten Tage so gut drauf, als könnte mir nie und nimmer mehr irgendetwas oder irgendjemand etwas anhaben.
Und ein Anfruf, nur das Klingeln von ihm, und es ist, als hätte jemand ein schwarzes Loch aufgerissen, das ich vorher nicht bemerkt hätte...
Hallo Kiddo,
schön, dass du hier schreibst.
Es sieht für dich so aus, dass du gar nicht anders kannst, als bei ihm zu bleiben. Bist in seiner Pflicht, weil er für dich sein sicheres Heim und seine Frau verlassen hat und weil er herzkrank ist.
So sieht es im Augenblick aus.
Aber denk die Sache mal zuende und von Anfang an.
Zuerst das Ende:
Das hieße, du musst dein Leben quasi für ihn wegwerfen. Er will auf Dauer nicht abstinent bleiben, also zwingt er dich zu bleiben, egal, ob es für dich noch lebenswert ist oder nicht.
Dann den Anfang:
Hat er dich denn ehrlich darüber aufgeklärt, dass er alkoholkrank ist?
Seine Ehe war sowieso schon kaputt, sagt er selbst.
ER hat die Entscheidung getroffen, sein sicheres Heim zu verlassen für dich, und jetzt will er seinen Beitrag nicht leisten, indem er sich vom Alkohol verabschiedet.
Abgsehen davon, bin ja keine Ärztin, aber: Ist Trinken gut fürs Herz? ![]()
Hallo?
Irgendwas ist da total verquer.
Lass dir doch nichts einreden.
Ich hoffe, du wirst hier Hilfe finden, indem du weiter schreibst und liest.
Liebe Grüße
Doro
Zitathelft mir das ich stark sein kann.
Ja, Pain, die Leute hier im Forum können wirklich helfen.
Weil sie alle ähnliche ERfahrungen machen oder gemacht haben.
Mir hilft es jedenfalls enorm, hier zu schreiben und Rückmeldungen zu bekommen.
Du bist schon so weit mit deiner ERkenntnis, dass du ihn nicht mehr willst, da wird sich auch der Rest finden.
Hab Vertrauen in dich.
Liebe Grüße
Doro
Hallo Pain,
ich glaube, du klingst so, als ob dir schon sehr klar ist, was du willst. Dass du das nicht mehr haben willst.
Du bist ein freier Mensch, du musst das nicht mitmachen.
Du darfst dich trennen!
Was hält dich noch?
NOrmalerweise hadere ich eigentlich nicht mit meinem Leben, aber als ich bei dir gelesen habe und dann kaltbluts Kommentar, da dachte: Ja, ich hätte auch mit 25 den Absprung schaffen sollen. Ich hätte mir ne Menge Leid erspart.
Ich habe ihn jetzt geschafft, hoffe ich zumindest, mit 37, nach 16 Jahren, allerdings mit 3 Jahren Unterbrechung.
Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, dass du hier weiterschreibst.
Liebe Grüße
Doro
Hallo anitpalm!
Schön, dass du hier schreibst.
Nach einem Rückfall meines Mannes in die Alkoholsucht kam es zur Trennung.
Ich habe zwei kleine Kinder (1 und 3) und diese Tatsache bestärkt mich eigentlich darin, dass es unverantwortlich wäre, zu ihm zurückzukehren, solange er trinkt.
Natürlich sind nicht alle trinkenden Menschen gleich in ihrem Verhalten. (obwohl ich hier im Forum durch das Lesen der vielen Geschichten lernen durfte: sie gleichen sich manchmal in verblüffendem Maße)
Aber es ist jedenfalls keinesfalls so, dass das Bleiben zwangsläufig besser für die Kinder ist.
Wenn du selbst am Ende bist, wie kannst du dann für deine Kinder einen fröhlich-unbeschwerten Alltag schaffen? Klar werden meine Kinder an den Punkt kommen, an dem sie sich eine normale Familie mit Papa wünschen. Aber so wie Papa derzeit drauf ist, kann er ihnen rein gar nichts geben. Aber ich fühle mich seit der Trennung zunehmend stark und habe viel Lebensfreude. Wenn ich noch mit ihm zusammen wäre, würde ich mich um ihn und sein PRoblem drehen. Jetzt kann ich mich um mein Leben und das der Kinder kümmern.
Liebe Grüße
Doro
Hallo trauriges Herz,
es ist alles andere als einfach!
Bei mir hat es beim ersten Mal zwei Jahre gedauert von dem Entschluss, dass ich mich trennen will, bis zur Umsetzung. Und vorher schon mehrere Jahre, in denen ich gewartet habe, dass er sich ändert.
Er war ja auch zwischenzeitlich immer sehr lieb, konnte sehr fürsorglich sein. Und ich liebe ihn immer noch, glaube ich.
Ich denke, du kannst dir auch Hilfe holen, ohne gleich einen Trennungsentschluss zu fassen. Dich beraten lassen (z.B. Frauennotruf oder Suchtberatung), Therapie machen, ein Buch zum Thema häusliche Gewalt oder Co-Abhängigkeit lesen, einfach hier weiter schreiben, dich Menschen anvertrauen.
Hauptsache, dir wird klar, dass er dich so nicht behandeln darf.
Hauptsache, es geht dir besser.
Was letztendlich dabei rauskommt, wirst du ja sehen.
Setz dich nicht unter Druck. Aber leide nicht einfach stumm.
Liebe Grüße
Doro
Hallo trauriges Herz,
ob er Alkoholiker ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Klingt schon so, aber ich weiß nicht, wie man das definiert.
Aber DAS HIER kenne ich:
ZitatZudem beleidigt er mich dann ziemlich wenn er einen gewissen pegel hat, ich muss dazu sagen unsere beziehung war immer sehr schwer. er beleidigt mich ohne das ich vorher was gemacht habe, er fasst alles falsch auf. das ist dganz schlimm. er ist dann wie ein 2ter mensch.
Da kommen mir meine Erinnerungen hoch und plötzlich weiß ich wieder ganz genau, wieso ich getrennt bin von ihm:
Diese Fratze, die mein Mann dann annimmt. Dass er nicht mehr der Mensch ist, dem ich vertrauen kann. Dass er mir sehr sehr wehgetan hat in solchen Momenten. Dass ich ihn angefleht habe, sich wieder zu beruhigen. Dass ich nur noch ein Häufchen Elend war.
Abgesehen davon, dass auch ein Streit nicht zu sowas führen sollte...
Es kam eben für mich völlig unkontrollierbar. Irgendeine Meinungsverschiedenheit, manchmal die absurdesten Themen, und plötzlich brach er einen Streit vom Zaun und fing an, mich verbal niederzumachen. Und ich hatte KEINE Möglichkeit, den Streit zu beenden. Ich saß nur da, weinte, und wartete, dass es vorüber war.
Und irgendwann wurde er auch handgreiflich. Hat mich z.B. nicht aus der Wohnung gelassen oder hat Dinge von mir kaputt gemacht, Teller gegen die Wand geschmissen oder so etwas.
Ich hab mich dann getrennt, irgendwann, nach langer Zeit.
Später wurde er trocken, wir kamen wieder zusammen. Und nach einem Rückfall ging es wieder los. Massive Beleidigungen, Beschädigung von Gegenständen.
Jetzt sind wir wieder getrennt.
Ich finde, das geht einfach nicht, das kann man sich nicht gefallen lassen.
Es ist nicht so leicht, da auszusteigen, ich habe ziemlich lange gebraucht beim ersten Mal, beim zweiten Mal habe ich recht bald die Polizei gerufen.
Es ist gut, dass du jetzt hier schreibst.
Hol dir Hilfe, du hast das nicht verdient!
Liebe Grüße
Doro
Hallo Gartenarbeit,
eigentlich finde ich solche Gedanken ganz verständlich.
Willst du ihn denn dann zurück, wenn er trocken wäre?
Oder willst du ihn nur wieder ins Haus lassen?
Ich hab ja eher die umgekehrte Angst. Natürlich fände ich es schön, wenn er trocken würde, sehr schön sogar, aber ich will ihn trotzdem nicht als Partner zurück, hätte dann aber echte Probleme, das durchzuziehen.
Falls es dich beruhigt: Mein Mann hat eigentlich, als er das erste Mal trocken wurde, alles, was vorher Negatives zwischen uns war, total vergessen. Was er mir angetan hatte, fasste er in einem globalen Schuldbekenntnis zusammen (so nach dem Motto: Hab viel Mist gebaut, entschuldige). Dass ich ihn verlassen hatte und auch in vielen Krisenmomenten überhaupt nicht mehr für ihn da war, hat er überhaupt nicht mehr erwähnt. Vielleicht wusste er es auch gar nicht mehr, vielleicht war ihm aber auch klar, dass er natürlich mit seiner Sucht das ganze ausgelöst hatte.
Genieße die Ruhe in vollen Zügen. Mach dir keinen Kopf um das Morgen, das du nicht in der Hand hast.
Liebe Grüße
Doro
ZitatDen Kindern gehts ja auch nur wirklich gut, wenn die Mutter nicht ständig genervt ist.
Den Satz fand ich wichtig, Gartenarbeit.
Ich denk da an meine Kindheit. Meine arme Mama, die hat uns ständig hinterhergeputzt und wir waren so rücksichtslos, das muss ich echt mal sagen. Aber es war kein böser Wille. Wenn ich die Schuhe unterm Wohnzimmertisch liegen ließ, war ich einfach faul. Ich hab nicht so weit gedacht, dass jetzt meine Mama das wieder wegräumen muss.
Und dann stand sie da mit Tränen in den Augen und es hat mir das Herz gebrochen, dass wir sie so fertig gemacht haben, ohne es zu wollen.
Wobei vielleicht gar nicht nur wir gemeint waren, sondern eben auch mein Vater, aber ich hab das eben auf mich bezogen als Kind.
Wie gesagt, meine beiden sind ja noch klein, deshalb will ich mich hier auch davor hüten, schlaue Ratschläge zu geben, wie man das am besten anpackt mit der ERziehung.
Aber das Ziel sollte sein, Julchen: Dir muss es gut gehen, das ist auch für die Kinder total wichtig.
Liebe Grüße
Doro
Hallo Julchen,
hab schon heute Mittag bei dir gelesen, dass es dir nicht gut geht, und hab auch drüber nachgedacht.
Da hörte es sich ja so an, dass du dir den Druck selbst machst. Das kenne ich sehr gut. Ich will davon eigentlich wegkommen. Ich habs einfach so gelernt, dass ohne Druck nichts läuft. Von der Schule, von meinen Eltern.
Dabei ist das, glaube ich, der falsche Weg. Energie muss fließen, dann scdhafft man viel.
Jetzt die Sache mit den Kindern, da hab ich geschluckt. Ich hoffe ja irgendwie, dass es mit der Zeit entlastender wird. Meine sind ja noch klein (1 und 3) und ich hab eigentlich auch zum Ziel, dass die später mal ordentlich mithelfen und will da nicht ständig die Meckerliesel spielen müssen.
Jedenfalls ist es echt schwierig mit Kindern. So schön es ist, es ist verdammt noch mal Knochenarbeit. Ich muss mich ständig in meinen Bedürfnissen einschränken, anders bekomme ich es nicht gebacken. Mein Mann hatte einen anderen Stil, aber den lehne ich mittlerweile wirklich ab und ich bin damit auch nie klar gekommen. Er hat einfach sein Ding gemacht und die Kinder liefen nebenher.
Beispiel Ins-Bett-Bringen:
Ich mache daraus eine ellenlange, liebevolle Prozedur, die auch recht friedlich verläuft und den Kindern, glaube ich, viel gibt. Aber dauert halt und ich hab dann viel weniger Zeit.
Er wollte es so haben: Ab ins Bett. Schluss aus. Kinder haben geweint, machte nichts, müssen sie lernen.
Und ich hab gelitten, weil ich das furchtbar fand. Ich mag es so, wie ich es jetzt mache, aber andererseits habe ich auch die Angst, dass sich die Grenzen zu sehr verschieben.
Was das Essen bei deiner Tochter angeht: Ich glaube, es bringt überhaupt nichts, ihr das zu verbieten. Ich hab natürlich keine Erfahrung von der Erziehung her, aber ich war als Kind ja auch schon zu dick und ich wollte schon als Kind gerne dünner sein. Ich konnte einfach nicht anders und als Kind ist man noch viel hilfloser, etwas dagegen zu unternehmen. Und von meiner Mutter hab ich mir da nichts sagen lassen oder ich hab mich schrecklich geschämt.
Ich glaube, entweder du findest einen Weg, sie positiv zu bestärken in gutem Essverhalten bzw. Bewegung, oder du kannst eben nichts machen, wenn es zu viel für dich ist.
Bei dem Sohn einer Bekannten von mir (auch Alleinerziehend), da weiß ich noch, dass sie verzweifelt versuchten, den Jungen für Sport zu begeistern. Klappte aber nicht. Was dann funktioniert hat, war eine Kur.
Behalt das mit dem Essen als Projekt im HInterkopf und geh es irgendwann mal an, wenn du wieder Kraft hast. Das muss doch nicht jetzt gleich sein, dann ist sie eben noch ne Weile schlecht im Sport.
Mensch Julchen, ist doch auch alles echt nicht so leicht. Was du da alles zu stemmen hast!
(Ich auch, davon abgesehen.
)
Wir sollten einfach ein bisschen gnädiger mit uns sein.
Schritt für Schritt und immer schön langsam.
Ganz liebe Grüße
Doro
Hallo Thelma,
ich wünsch dir einfach von Herzen, dass es gut wird!
Liebe Grüße
Doro
Hallo Karotte,
ich danke dir ganz herzlich für deinen Buchtipp mit den Scannern.
Es ist gestern eingetroffen und ich hab angefangen, es zu lesen.
Bin natürlich noch nicht so sehr weit, aber ich hab mich schon ziemlich wiederentdeckt. Obwohl ich beruflich und ausbildungsmäßig und auch sonst nicht so bin, dass ich Sachen einfach hinschmeiße, ich meine wichtige Sachen. Aber andererseits gibt es echt nichts, für was ich mich nicht begeistern kann. Und das meiste kann ich natürlich nicht umsetzen, weil es zu viel ist.
Jedenfalls hab ich erstmal den totalen Selbstliebe-Schub gehabt heute. Ich dachte: Ja, ich bin wie Leonardo da Vinci.
Ne wirklich, ich hab das eigentlich nie so als besondere Qualität angesehen, dass ich mich für alles mögliche interessiere.
Meine innere Stimme war eigentlich die ganze Zeit sehr kritisch. Und die Aussicht, diese ganzen Interessen und Ideen einfach fließen zu lassen und zu würdigen, die hat mich total begeistert.
Also, mal sehen, was ich noch weiter draus mache, aber erstmal vielen Dank!
Und alles Gute für deinen Job!
Doro
Hallo Larissa,
du schreibst ja eigentlich selbst, dass deine Angst total unbegründet ist, weil du alles schon geplant hast.
Mir hat mal der Satz geholfen:
Es nützt niemandem, wenn man sich Sorgen macht.
Es stimmt, es nützt nichts.
Das, was du tun kannst, hast du schon getan. Du kannst dich jetzt verrückt machen oder es lassen.
Du hast die Wahl.
Die Zukunft ist auch etwas, was wir nicht direkt ändern können.
Vertrau einfach auf deine gute Planung und wende dich dem Jetzt und Hier zu, jeden Tag für sich.
Es wird alles gut.
Liebe Grüße
Doro
Bin mir nicht sicher, ob ich dich verstehe.
Ich habs jetzt so verstanden: Dass man nicht aufhört zu versuchen, etwas noch zu verbessern, oder noch tiefer zu gehen, noch zu intensivieren.
Dieses Zwischenmenschliche ist glaub ich, grad nicht so mein Thema. Weil ich hier einen auf einsames Cowgirl mache im Augenblick.
Aber ich erlaube mir mal, frei meine Gedanken zu assoziieren, was mir noch dazu einfiel. Für mich ist irgendwie diese Spannung interessant, dass man zufrieden mit dem Jetzt-Zustand ist und trotzdem einen anderen Zustand anstrebt. Oder nicht unbedingt anstrebt, sondern einfach nur sich vorstellt und davon träumt.
Ich will nach den Sternen greifen und trotzdem bodenständig bleiben.
Es ohne innere Unruhe aushalten können: Mir das Tollste und Beste für mich vorstellen und ausmalen und gleichzeitig zufrieden sein mit dem, was ich im Augenblick bekomme.
Nicht schon die Wünsche zensieren. Die Ziele kappen.
Aber andererseits auch akzeptieren können, wie es nun einmal ist. Und dass es vielleicht nie so sein wird, wie ich es in den kühnsten Träumen ausmale.
Ich hab mal beruflich an einer Zukunftswerkstatt teilgenommen, das war eine ganz schöne Sache und die Methode lässt sich auf alles übertragen:
Erster Schritt: alles kritisieren, was einen stört (also bezogen auf irgendein Thema) und das wird erstmal geordnet
Zweiter Schritt, total spannend: Alle schreiben zu einem Unterpunkt genau auf, wie der Idealzustand für sie aussehen würde. Und zwar ohne EInschränkung, wenn wirklich alle Möglichkeiten offen stünden. Danach lesen das alle vor, keiner darf irgendwas kritisieren. Das hat so viel Spaß gemacht und so viel Energie freigesetzt. Visionen zu entwickeln.
Dritter Schritt: Was davon können wir tatsächlich umsetzen?
Natürlich ein bisschen schade, dass vieles dann wieder über Bord fliegt, trotzdem bleibt ein Schimmer der großen Visionen übrig
Jedenfalls hab ich das so empfunden.
Meistens bleibt man im Alltag ja beim ersten Schritt stecken, dem Meckern.
Hab jetzt total aus dem Auge verloren, was das eigentlich mit Co-Abhängigkeit zu tun hat?
Liebe Grüße
Doro
Haste dir ja was Schönes ausgedacht, Dagmar.
Ich weigere mich erstmal, es als etwas Negatives anzusehen, dass ich die Gabe habe, in allen möglichen Lebenslagen mich gut zu fühlen, zufrieden zu sein.
Es stimmt, ich bin so, ich gebe mich schnell zufrieden mit bestimmten Bedingungen und versuche dann, was draus zu machen.
Also, wenn es um Materielles geht, jedenfalls. Wohnung z.B.
Ich war noch nie total unzufrieden in irgendeiner meiner Behausungen.
Na ja, doch, zweimal: einmal war es ein wirklich unglaublich laute Musik hörender Nachbar und einmal Mäuse in der Wohnung. Da war ich dann auch nicht mehr zufrieden.
Aber hat eben auch die Kehrseite, dass ich manchmal mehr ertrage, als mir gut tut.
Ich denke, man könnte vielleicht wirklich lernen, dass man sich Gutes tut, ohne jetzt eine totale Anspruchshaltung zu entwickeln, die einen dann nur unglücklich macht.
Vielleicht hat es auch was damit zu tun, wer entscheidet, wann ich zufrieden zu sein habe.
Mein Mann hat immer bemäkelt, dass ich beim Lebensmitteleinkauf zu viel ausgebe. Nach jedem Einkauf hat er erstmal gefragt, was ich ausgegeben habe, um es dann zu kommentieren.
Ich bin immer fremdgesteuert einkaufen gegangen, hab immer zensiert: Würde er das jetzt kaufen?
Ich hab mich zufrieden stellen lassen mit dem, was er mir zugestand. Aber hat es mich wirklich befriedigt?
Jetzt gebe ich kaum mehr aus bei Lebensmitteln, aber ich entscheide selbst, was ich mir gönnen will und oft merke ich dann von selbst, dass ich vieles gar nicht brauche.
Wichtig erscheint mir auch, dass ich mich in dem, was ich mir wünsche, nicht so sehr von außen lenken lasse, was so in der Gesellschaft als erstrebenswert gilt, sondern wirklich in mich reinhöre: Wonach ist mir jetzt?
Echt spannendes Thema,
liebe Grüße
Doro
äh, ich meine, es war kritisch, also sein Zustand
Hallo Chanell,
boah, echt ne harte Frage. Da kann dir wohl auch niemand die Entscheidung abnehmen.
Als ich mich das erste Mal von meinem jetzigen Mann getrennt habe, hab ich ja den Kontakt gehalten, ihn relativ oft gesehen. Als er dann seine Wohnung verlor, haben wir uns aber kaum noch getroffen, weil er auch immer mehr durch'n Wind war.
Jedenfalls hat er mich dann angerufen, als es ihm körperlich wirklich sehr schlecht ging, und ich hab mich wie ein Schwein gefühlt, weil ich nicht hingefahren bin.
Aber ich hab schon so oft solche Situationen mit ihm gehabt, wo es plötzlich ganz ganz dringend war. Ich wollte einfach nicht mehr springen, weil er ein Problem hat.
Später hat sich dann rausgestellt, dass es diesmal wirklich ernst war. Er hat den Weg ins Krankenhaus dann alleine genommen und er war wirklich kritisch.
Ich habe ihn dann einige Zeit später auch im Krankenhaus besucht, aber nur einmal.
Also, es war so ein Mittelweg. Ich habe damals schon sehr darauf geachtet, dass ich mich jetzt nicht wieder ständig um ihn kümmere. Das finde ich im Rückblick echt beachtlich, ich war auch einfach so wütend auf ihn, dass er es hat so weit kommen lassen. Und ich konnte auch sein Elend einfach nicht mitansehen, weil es doch das war, was man jahrelang befürchtet hat und er wollte es nicht wahrhaben.
Ich fand mein Verhalten damals auch eigentlich ganz in Ordnung.
Das Muster war doch nun einmal die ganze Beziehung über so: Hey, guck her, wie schlecht es MIR geht, jetzt musst du bei mir bleiben, egal, wie schlimm es für DICH ist.
Das hört doch nicht auf, nur weil er jetzt im Krankenhaus ist.
Bin gespannt, was andere hier dazu denken.
Liebe Grüße
Doro
Danke Julchen, es ist so lieb, was ihr mir schreibt.
Ja, mit den Kindern kann ich mir ja leider eben keine Auszeit nehmen, oder nur stundenweise gegen Bezahlung. Ich will jetzt nicht wieder anfangen zu jammern, ist halt im Augenblick so. Sobald die Kinder ein bisschen größer sind, ist es wieder anders.
Aber ich kann natürlich schon das eine oder andere liegen lassen, das schon.
Normalerweise kann ich das auch ganz gut akzeptieren. Weil alles seine Vor- und Nachteile hat. Durch die Kinder habe ich viel Zeit, in der ich einfach nur mit den Kindern zusammenbin. Weil sie ja betreut werden müssen. Und das gibt irgendwie auch eine gewisse Ruhe.
Und sie muntern einen ja auch immer wieder auf.
(Bis der nächste Kakaobecher auf dem Fußboden landet.
)
Bin heute dem Begriff Opferrolle (Danke an Ette, die dazu den Thread aufgemacht hatte) näher gekommen und glaube, ihn jetzt besser zu verstehen. Bin nicht sicher, ob das gemeint ist, aber ich habs heute so empfunden: Eben dieses Warten darauf, dass sich irgendwelche Dinge ändern, bevor man mit dem eigenen Glück beginnen kann.
Wenn ich mein Studium fertig hab, wenn ich einen Job habe, wenn ich endlich besser wohne, wenn mein Mann sich netter verhält, wenn die Kinder größer sind, wenn wenn wenn
Dann beginnt das wahre Leben.
Oder andersrum: Ich kann ja noch nicht richtig glücklich sein, weil dies oder jenes noch nicht in Ordnung ist.
Problem: Es wird NIE so sein, dass alles in Ordnung ist.
Bei uns war endlich endlich alles in Ordnung äußerlich, als mein Mann wieder die Bierdosen rausholte.
Was du schreibst, Dagmar, klingt ja total interessant.
Dass du meinst, dass deine depressiven Tendenzen jetzt deutlich besser sind. Kannst du erklären, woran genau das liegt?
- dass man einfach durch die Hölle gegangen ist und deshalb vieles wieder anders wertschätzen kann?
- dass man sich die Zähne ausgebissen hat an einem unveränderbaren Schicksal (seinem Schicksal) und einfach seine Grenzen jetzt klarer erkennt und innerhalb dieser Grenzen Glück erfährt?
- dass man sich aus der Opferrolle befreit (s.o.)
Ich habe ja auch dieses Gefühl, dass diese Krise, durch die ich jetzt gehe, so viele Lernmöglichkeiten bietet.
Zitatheute lerne ich zu sehen und zu fühlen was Glück sein kann.
Liebe Grüße
Doro