So, heute wollte er eigentlich die Kinder sehen, hat den Termin verschoben. Hab mir schon sowas gedacht...
Viel beunruhigender fand ich das Telefonat, das ich mit ihm geführt habe, eben wegen dieser Terminverschiebung.
Nach 8 Wochen Hasstiraden jetzt wieder so ne Art Versöhnungskurs von ihm, allerdings nach seiner idiotischen Logik, die hier darzustellen mir zu blöd ist.
Aber ich habe meine Reaktion gemerkt:
Angst
Das Gefühl, ihm nichts entgegen setzen zu können, wenn er seine Beziehungslogik ausbreitet.
Ich habe das Gefühl:
Wenn er mich ernsthaft zurück will, spielt es keine Rolle, was ich will, er wird sich durchsetzen.
Genau dieses Gefühl hatte ich während der Ehe in allen Belangen.
ob es eine Reise, ein Umzug, was auch immer war:
Wenn er etwas unbedingt wollte, hat er sich durchgesetzt. Immer!



Wie er das geschafft hat? Woher er diese Macht über mich hat?
Das frage ich mich auch.
Und ich glaube, wenn ich das richtig verstehen würde, würde seine Macht über mich vielleicht nachlassen.
Es muss etwas damit zu tun haben, dass er mich immer bei meiner komischen Fairness-Vorstellung packt.
Und dass er mich mit seiner Schwäche erpresst.
Vorhin war die Argumentation etwa - zumindest unterschwellig:
Ich werde wieder arbeiten gehen, aber dann will ich auch, dass wir wieder unsere alte Beziehung weiterführen.
Und ich hatte das Gefühl: Wenn ich ihm das nicht in Aussicht stelle, dann wird er das als Grund nehmen, nicht zu arbeiten, und ich bin die finanziell Leidtragende.
Und dann kommt ganz oft: Dies oder jenes hätte ich gesagt oder versprochen und das müsste ich doch halten.
Jedenfalls fühle ich mich gebunden, irgendwie verpflichtet, als wenn ich ihm noch irgendwas schuldig wäre.
Ich merke ganz genau:
Wir begegnen uns nicht auf Augenhöhe. Ich kann nicht frei sagen, was ich mir vorstelle, immer sind sie irgendwie mit Zwang und Nötigung verbunden, diese Gespräche.
Vorhin habe ich nur kurz an einer Stelle eingeräumt, dass es natürlich möglich wäre, dass wir wieder zusammenfinden, wenn er aufhört zu trinken, arbeitet usw. Eigentlich hab ich das gar nicht gemeint, ich plapper manchmal auch echt unüberlegt irgendwas.
Aber dann wollte er mich drauf festnageln: DU HAST DOCH EBEN SELBER GESAGT...
Hergott nochmal, ich kann doch nicht mit jemanden zusammen bleiben, weil ich irgendwas mal gesagt habe.
Er bringt alles durcheinander und zwar mit voller Absicht. 
Ich kanns nicht richtig beschreiben, was da genau abgeht.
Ich weiß nur eins:
Er hat noch Macht über mich. Und deshalb habe ich Angst vor ihm.
Ich will das nicht mehr, ich will ohne Manipulation ja oder nein zu jemanden sagen.
Und ich glaube nicht, dass er jemals eine wirklich freie Beziehung leben kann und will. Eine, bei der beide ihren Raum haben, beide ihre Bedürfnisse äußern können und diese respektiert werden.
So, wie es eigentlich normal sein sollte.
Doro