Beiträge von Doro

    Also Andrea, langsam könntest du mal aufhören mit deinem Selbsthass, ehrlich.

    Du musst da jetzt raus, aus diesem Negative-Gedanken-Karussel.
    Er ist ein Schwein - ich bin eine Versagerin - meinen Kindern wirds genauso gehen.
    Du machst dich ja ganz verrückt.

    Stopp!

    Als es mir sehr schlecht ging in dieser Krise, sagte eine wunderbare Freundin von mir: Du benimmst dich wie ein Hund, der nichts anderes kennt, als getreten zu werden, und nicht versteht, dass er auch noch andere Möglichkeiten hat, als sich treten zu lassen.

    Du kannst handeln.
    Und du wirst handeln.
    Und dann wird dein Leben besser werden, viel besser, als du es dir nur vorstellen kannst.

    Du wirst morgens aufwachen und dir überlegen, was du heute tun willst.
    Du wirst mit deinen Kindern am Tisch sitzen und ihr werdet lachen und lustig sein.
    Du wirst Freunde treffen und gute Gespräche führen.
    Du wirst abends im Bett in Ruhe wunderbare Bücher lesen.
    Du wirst Pläne machen und sie in die Tat umsetzen.
    Du wirst sehr sehr zufrieden sein.

    Doch, das Leben ist ein Honigschlecken, jedenfalls die meiste Zeit über.

    Und jetzt fang an und guck nicht zurück.

    Liebe Grüße
    Doro :D

    Wisst ihr, mir ist es im Grunde auch egal, wie das psychologisch genau zu erklären ist.
    Fest steht: Trocken war mein Mann doch wesentlich anders.
    Auch wenn - wie ich beschrieben habe - die Beziehung nicht frei war von seelischer Gewalt.
    Aber unter Alkohol wird er zu einer Mischung aus Monster und armem Schwein.

    Ich kann mich eben noch nicht völlig davon lösen, mir das immer wieder mal anzugucken und mich mit diesem Anblick zu quälen.

    Aber es ist natürlich auch eine Fixierung, die mich ablenkt von anderem, auch das ist wahr, auch das merke ich jetzt, da kommen jetzt, wo er weg ist, wieder längst vergessene Sorgen und Problemchen hoch...

    Ich versuche, mich auf andere Dinge zu konzentrieren: mich, meine Arbeit, meine Kinder, ...
    Das hilft am besten und das kann ich auch ein Stück weit steuern, aber eben nur ein Stück weit.
    Ganz konkret wird das jeden MOrgen: Ich wache auf, liege nun alleine im Ehebett und mir fällt all das Grauen wieder ein und ich fühle mich hundsmiserabel. Aber sobald die Kinder sich melden, muss ich ran und dann fordern sie im positiven Sinne meine Aufmerksamkeit. Um sie geht es jetzt und um mich. Das hilft am besten.

    Hast du auch sowas, Heike?
    IRgendetwas, was dich in die Pflicht nimmt, um was du dich kümmern musst?


    Liebe Grüße
    Doro

    Danke für die guten Wünsche, Heike.

    Als ich sie gelesen habe vorhin, dachte ich noch: Wieso, mir gehts doch ganz gut.

    Inzwischen gabs schon wieder nen Anruf von meinem Mann, der wieder mal deprmierend verlief, hab jetzt den Stecker gezogen...
    jedenfalls bin ich jetzt wieder mittendrin in den schlechten Gefühlen, Ängsten, ...

    Ich rede oft auch so schlau daher und oft schaffe ich es auch zeitweise, das alle mit meinem Mann zu verdrängen, aber dann ist wieder alles total da, diese ganze Traurigkeit und bei mir - anders als bei dir - eben auch die Unsicherheit, wie das ganze finanziell ausgehen wird und sich die praktischen Dinge regeln werden.

    Er hat mir auch schon wieder leidgetan zuerst, es ist immer dasselbe. Er sitzt die PRobleme aus, schlägt alle Ratschläge in den Wind, und dann, wenn wirklich die Lage irreparabel ist, versinkt er im Selbstmitleid und zieht mich mit.
    Aber als ich ihm sagte, geh zum Arzt, damit nicht auch noch dein Körper kaputt geht, da wurde er wieder aggressiv.

    Also, Heike, ich kann dich soooo gut verstehen, obwohl er dich wirklich unglaublich schlecht behandelt und seine ganze Umgebung, dass das schlimm ist zu sehen, wie er sich kaputt macht.

    Es ist ja auch dieses ganze Ding: Inwiefern ist der Alki überhaupt selbst schuld?
    Es ist ne Krankheit, sagen alle, und zum Krankheitsbild gehört dieses ganze abartige Verhalten, diese Uneinsichtigkeit usw.
    Wie soll man da kein Mitleid haben?

    Zwischendurch hasse ich ihn auch.
    Und er hat mich auch im trockenen Zustand nicht so behandelt, wie es in einer Partnerschaft sein sollte, aber das merke ich erst jetzt.

    Aber was der Alkohol mit ihm macht, das hat er nicht verdient, das hat niemand verdient.
    Bloß: Auch du und ich, Heike, wir haben es auch nicht verdient!!!!

    Also, die SAche für sich genommen ist einfach schrecklich.
    Das einzige, was ich versuchen kann, ist, den Blick abzuwenden und zu weiten. Auf das Leben zu gucken und das Sterben links liegen zu lassen.
    Das tun wir in anderen Fällen ja auch tagtäglich.

    Aber auch wenn ich nie und nimmer mehr mit ihm zusammen leben möchte: Er ist mir überhaupt nicht egal! Ich wünsche mir so sehr, immer noch, dass er gesund ist, geistig, seelisch, körperlich.

    Langsam habe ich das Gefühl, verrückt zu werden.

    Doro

    Wahnsinn!

    Es gibt immer noch eine Steigerung dessen, was es an Würdelosigkeit unter Alkohol geben kann.

    Ich wünsche dir, dass er erstmal dort ne Weile bleibt, damit du mal zur Ruhe kommst und wieder zu dir selbst findest.
    Sowas sind doch Hammererlebnisse, die muss man doch erstmal verdauen.

    Das mit der teuren Kette kommt mir bekannt vor.
    Mein Mann ist eigentlich ein alter Pfennigfuchser und wirklich bescheiden-sparsam, aber was im Suff schon alles verloren gegangen ist, geht auf keine Kuhhaut. Schade drum.

    Was mir trotzdem bei dir auffällt:
    Du bist natürlich einerseits schon auch über seine Untaten entsetzt (Mutter verprügelt, Katze tot, Kette verloren), aber in meiner Wahrnehmung steht dein Bedauern um ihn und deine Sorge um ihn immer noch an erster Stelle.
    Ich meine, man könnte ja auch viel wütender reagieren, wenn einer sowas macht, ob nun krank oder nicht.
    Ich vermute, dass ich die gleiche Tendenz habe, aber bei anderen sieht man es stärker.
    Das, was mein Mann mir angetan hat, verzeihe ich schnell, aber die Trauer um sein verpfuschtes Leben kann ich kaum verwinden.

    Die besten Grüße
    deine Doro

    Ja, ich verstehe, was du meinst.

    Einfach auflegen - das hab ich schon hundertmal gemacht.
    Diesmal nicht, weil ich eben irgendwie nett sein sollte.
    Aber sonst mach ich das schon.

    Trotzdem: Ich weiß, ich hab ein Problem, meine Grenzen nach außen deutlich zu machen und ich glaube, ich weiß manchmal selbst nicht, wo eigentlich meine Grenze ist.
    Ich neige insgesamt zur Inkonsequenz.

    Ich glaub übrigens gar nicht, dass er heute arbeiten war. Sonst hätte er sich bestimmt schon stolz gemeldet.

    Ist auch typisch, ich mach mich verrückt und fühle mich verpflichtet, er macht, was er will.

    Bloß draus lernen tu ich wenig,

    Liebe Grüße
    Doro

    Danke Skybird,

    ehrlich gesagt, war ich gar nich wütend, als ich das gelesen habe.
    Hhm. :roll:

    Also ich arbeite für mich mal die Knöpfe ab:
    1.) nee, also so einsam bin ich eigentlich nicht, hab jede Menge Leute zum Telefonieren

    2.) stimmt definitiv
    Ich habe immer das Gefühl, ihn unterstützen zu müssen, wenn er sich mal einen Millimeter in die gewünschte Richtung bewegt.

    3.) stimmt auch definitiv
    Ich gönne es mir offenbar nicht, dass es mir besser geht als ihm.
    Dass er natürlich alles selbst verbockt, ist mir auch klar.

    4.) stimmt auch
    Das hat wohl was mit meinem Weltbild zu tun. Fand es immer doof, diese Leute, die nur um ihre Selbstverwirklichung kreisen, wie ich meinte. Wollte mich immer in den Dienst größerer Sachen stellen.
    Bin auch kirchlich geprägt, hat vielleicht auch damit was zu tun.
    Und ich bin ein Gemeinschaftsmensch.
    Und natürlich verbindet uns viel, an jeder Ecke kleben tausend Erinnerungen, was wir alles erlebt haben.

    5.) passt zu 2, sobald er nichts mehr trinkt, bin ich in der Pflicht, habe ich das Gefühl
    Aber erstens ist das wohl sowieso gelogen
    und zweitens wäre das ja wohl auch Erpressung
    und ein echter Trockener könnte es ja wohl auch ertragen, wenn man Abstand will

    6.) Ja ja, passt auch zu meiner Einstellung. Ehe heißt: für die Beziehung auch mal kämpfen, nicht gleich die Flinte ins Korn schmeißen.

    Also bis auf 1.) stimmt alles bei mir, da kann er mich packen, bei meiner ganzen Lebenseinstellung, die ich ehrlich gesagt auch nicht komplett aufgeben will. Bloß bei ihm ist das alles destruktiv.

    Meinst du, wenn ich die Knöpfe kenne, hab ich ne bessere Chance?

    Ich versuche im MOment alles Mögliche und hoffe einfach, dass alles zusammen irgendwie hilft:
    - das Forum hier
    - Gespräche mit anderen, die die Sache von außen wahrnehmen. Das ist für ihn ja DIE Bedrohung schlechthin, er regt sich immer total auf, wenn ich mit irgendjemanden über uns spreche. Das sei Vertrauensbruch. Aber damit verhindert er, dass mein Bild von außen korrigiert wird und auf diese Korrektur bin ich total angewiesen. Heute Nachmittag hat mich die Anwältin angerufen um zu fragen, ob es was Neues gibt, und die hat mir dann auch nochmal ein paar ihrer Wahrnehmungen von ihm mitgeteilt, das war dann auch wieder ganz heilsam. Ich hab diese Urteile von anderen Leuten immer ausblenden wollen, hab immer gesagt: Ihr versteht ihn alle falsch, nur ich kenne ihn richtig.
    Aber das war arrogant und das hat dazu geführt, dass ich vernebelt worden bin.
    - hab mir Bücher bestellt zu häuslicher Gewalt usw. und hoffe, dass ich diese psychische Gewalt besser betreifen lerne
    - und nicht zuletzt hilft immer wieder: sich den täglichen Aufgaben zuwenden, die ich nun wirklich zur genüge habe

    also, ich brauche das hier vorläufig ganz dringend

    Danke
    Doro

    So, jetzt gehts mir schon nicht mehr blendend.
    :(

    Hab gestern selbst sowas wie nen Rückfall gehabt.
    Hab wieder viel zu lange mit ihm telefoniert, d.h. eigentlich hat vor allem er auf mich eingeredet, bin erst nachts ins Bett, musste früh raus, bin total gerädert.

    Er will angeblich ab morgen wieder arbeiten, hat schon Gespräche geführt, dass er jetzt endlich wieder dienstbereit ist, und da hatte ich das Gefühl, ihn jetzt nicht allzu schlecht behandeln zu dürfen.
    Und er hat mir Schuldgefühle eingeredet, dass ich jetzt in dem tollen Haus sitze und er hätte noch nicht mal ne Waschmaschine usw.

    Ich hab mich so elend gefühlt.
    Ich fühle mich ihm ausgeliefert in solchen Momenten.

    Es ist das alte Spiel, er schafft es immer noch, mich irgendwie runterzuziehen und mich glauben zu machen, dass ich es doch mit ihm nochmal versuchen müsste, wenn er denn nicht mehr trinkt (was er angeblich jetzt nicht mehr tut).
    Und ich bin innerlich plötzlich am Wanken, ob es wirklich alles so klar vorbei ist zwischen uns. Schließlich sind wir verheiratet, schließlich habe ich ihn geliebt, schließlich haben wir viel zusammen geschafft. Das alles stimmt ja. Er versucht praktisch, mich zur Beziehung zu überreden.
    Was ich fühle im Augenblick, das interessiert ihn nicht.
    Und interessiert es mich genügend?

    Scheiße, echt, wieso passiert mir das?
    Es kommt mir echt so vor, als ob mein ICH gar nicht zählt.
    Meine ganze "Stärke" - wie weggeblasen.

    Ich weiß nach den letzten Wochen genau, ich spüre es genau:
    Ich will ihn nicht zurück! Ich habe keine Sehnsucht nach ihm, ich fühle mich durch ihn unterdrückt, ich habe Angst vor ihm, vor seiner manipulativen Macht.
    Auch wenn es mit ihm zusammen auch schön war, aber dieser fehlende REspekt vor mir und meinen Gefühlen und meiner Person insgesamt, das will ich eben jetzt nicht mehr.
    Für ihn ist das nicht nachvollziehbar, weil ich ja bis vor zwei Monaten überhaupt nicht an Trennung gedacht habe.
    Er kanns nicht verstehen,
    weil er überhaupt nicht versteht, was in mir vorgeht, weil es ihn auch nicht wirklich interessiert. Aber das ist ja der springende Punkt.

    Allein, dass er gestern bis 1 Uhr nachts auf mich einquatscht, obwohl ich zwischendurch immer wieder gesagt habe: Bitte lass mich jetzt schlafen, ich muss um 6 Uhr wieder aufstehen.
    Das zeigt schon, wie egoistisch er ist.

    Also, ich weiß schon, was ich will! Solange er mich in Ruhe lässt, weiß ich es sehr genau. Sobald ich wieder in sein Magnetfeld komme, fängt die Kompassnadel an zu spinnen!

    Ich habe Angst, dass er es schafft.
    Dass er mich früher oder später wieder so weit hat, dass ich ihn wieder in mein Leben hole (oder er mich in seins.).

    :cry:

    Doro

    Guter Beitrag, wie ich finde, Thelma.

    Die Verzerrung der Wahrnehmung, das Unfassbare wird als normal empfunden.

    Für mich war das ein ganz großes Aha-Erlebnis, als ich mir meine Ehe-Bilanz aufgeschrieben habe.
    Und da purzelten nur so die Erinnerungen, was alles gelaufen ist, was ich mitgemacht habe, wo ich verzweifelt versucht habe, meinen Willen gegen diesen Menschen zu behaupten und er ihn wieder und wieder gebrochen hat. Was hab ich gebettelt und geweint in dieser Ehe.
    War alles "nur" psychische Gewalt, aber das reicht auch.

    Habe trotzdem nie an Trennung gedacht. Er war ja trocken, alles funktionierte.

    Aber hier bei Verzweiflung ist es - wie ich finde - noch offensichtlicher, dass das einfach nicht geht!
    Ich meine "offensichtlicher", ich verharmlose damit nicht die psychische Gewalt, die mir widerfahren ist, die versuche ich jetzt langsam zu begreifen.

    Was ich bei anderen ganz klar sehen kann, sieht in meinem eigenen Leben plötzlich anders aus. Bei mir erscheint es plötzlich zumutbar, was ich bei anderen ganz selbstverständlich als unzumutbar empfinden würde.

    Doro

    Dagmar, wie soll einen denn ein Rückfall des Partners nicht tangieren oder wenig tangieren?
    Sind wir aus Marmor gemeißelt?
    Der Alkohol schafft doch sofort jede Nähe aus der Welt, oder nicht?
    Das klingt für mich wie ne offene Beziehung, wo man den anderen Seitensprünge machen lässt, wies ihm passt. Der hüpft wieder mit dem Alkohol ins Bett.

    Ich glaub, so cool (Das ist sein Ding) werd ich die Sache nach einer Millionen Therapiestunden (die ich noch nicht mal begonnen habe :lol: ) nicht sehen können.
    Obwohl ichs gern täte! Ehrlich!

    Liebe Grüße
    Doro

    Echt, findste das schlimmer als bei dir?
    Und ich dachte, mensch, bei der ist es ja noch schlimmer als bei mir.
    (Schläge, Diebstahl,...)
    :lol::lol::lol:

    Typisch, oder?
    Das Leid der anderen erscheint uns immer größer als das eigene?
    Bei meinem Mann: genau umgekehrt.
    Nix ist so schlimm wie das, was IHM widerfährt.

    Grüße,
    Doro

    Hallo Jennyrose,

    ach weißt du, eigentlich gehts mir insgesamt wirklich blendend! :lol:

    Nee ehrlich, wenn er nicht gerade wieder direkt oder indirekt (durch meine Gedanken) dazwischen funkt, dann bin ich sowas von glücklich mit meinem kleinen Leben.
    Manchmal müde oder so, aber das selbstbestimmte (!) Leben macht so viel Spaß.

    Klar habe ich mit ihm auch Schönes erlebt.
    Und morgens hab ich immer meine Heulstunde, da wache ich auf, denke an unsere traute Zweisamkeit und die Tränen kullern.
    Und dann hole ich meine Süßen aus dem Bett und die Sonne geht auf...
    (Bis sie wieder irgendeine Sauerei veranstalten, Marmeladenbrote überall hinschmieren oder so, grrrrrr)
    Aber mir fällt es jetzt eben so auf, dass er mich in Schach gehalten hat mit seinem ganzen Blödsinn, auch zur "Trockenzeit", das ist ja das Verrückte.

    Wenn ich die ganze Sache hier heil überstehe und dann dieses Gefühl weiter für mich bewahren kann, dann war es das vielleicht wert.
    Dass man das einfach zu schätzen weiß, was es bedeutet, einfach ein freies, selbstbestimmtes, fröhliches Leben zu führen.

    Aber Vorsicht. Abends gehts mir immer ganz gut, morgens wieder nicht so.

    Aber dann kommt immer mal wieder - funk funk - der Störsender.

    Aber besser so als die ganze Zeit unter ner Wolke.

    Ne, ich glaube, ich war noch nie so die Frau, die unbedingt einen Mann brauchte. Klingt vielleicht jetzt ein bisschen komisch, und natürlich habe ich auch gewisse Bedürfnisse, aber ich kenne andere Frauen, denen das viel wichtiger ist, eine Beziehung zu haben als mir.
    Im Augenblick denke ich: Mit dem Thema "Männer" bin ich durch.
    (Nun ja, meine Erfahrungen reichen da nicht weit über ihn hinaus. :lol: )
    Oder anders: Ich habe mich ihm geöffnet, habe ihm vertraut.
    Und er hat es so bitter missbraucht!
    Auch wenns die Krankheit war und ist, trotzdem, es ist eine Wunde.
    Und jetzt mach ich - was Beziehungen angeht - lieber den Laden dicht.
    Also es steht sowieso jetzt nicht an, ich mein nur so.

    Gute Nacht,
    Doro

    Danke Dagmar, danke Julchen.

    Ich denke, es ist meine einzige Chance, die Sache so lange zu reflektieren, bis er mich nicht mehr manipulieren kann.

    Julchen, ich stehe finanziell auf eigenen Füßen, demnächst arbeite ich wieder Vollzeit, trotz der Kinder, aber das wird gehen, ich pfeife auf seinen Unterhalt. Er hat mich so in Beschlag genommen, dass es auch sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat.
    Bloß ich habe umgekehrt Angst, dass ich noch an ihn was zahlen muss, oder er zumindest als Obdachloser eines Tages Einlass gewährt haben möchte...
    Er war schon mal obdachlos.
    Damals habe ich ihn nicht aufgenommen, aber da hatte ich auch nicht viel Platz.
    Macht keinen Spaß, jemandem - von außen betrachtet - in die Gosse zurückzustoßen, der einen um Hilfe bittet. (und noch dazu den eigenen Mann und Vater der Kinder)

    Klar, es hat natürlich nichts mit mir zu tun, ob er arbeitet oder nicht.
    Und wenn doch, dann ist es wirklich Erpressung erster Sahne.

    Aber in diesen Gesprächen vernebelt er mir eben immer das Gehirn.

    Grüße
    Doro

    Hallo Verzweiflung,

    lese gerade voll Betroffenheit, was da bei dir abgeht...

    Nur ein Gedankenanstoß:
    Du scheinst ja ein sehr hilfsbereiter und aufopferungsvoller Mensch zu sein, das meine ich jetzt wirklich positiv.
    Ich habe gemerkt, dass ich in meiner Hingabe an meinen alkoholkranken Mann Prioritäten gesetzt habe, die auch dazu geführt haben, dass ich andere Menschen vernachlässigt habe. Ich habe Kontakte fallen lassen, ich habe kaum noch Geld gespendet (weil er wollte, dass wir das für uns behalten), ich habe keine Zeit mehr gehabt, anderen zu helfen außer ihm.
    Ich habe sehr sehr viel Zeit und Energie auf dieses eine Projekt verwendet.
    Und nicht nur ich, auch andere haben mitgeholfen.
    Mit sehr zweifelhaftem Ausgang: Er war zwar eine längere Zeit trocken, aber jetzt ist er wieder total am Absaufen.

    Wie viele wunderbare Dinge hätte ich mit dieser Zeit und Energie für andere Projekte - auch andere Menschen - tun können, die es wert gewesen wären, die dankbar gewesen wären, wo was dabei rausgekommen wäre, wo Not gelindert worden wäre...

    Es ist eine Teufelskrankheit, sie pervertiert das Beste, was wir haben: unsere Liebe zum Nächsten.

    Gruß
    Doro

    So, heute wollte er eigentlich die Kinder sehen, hat den Termin verschoben. Hab mir schon sowas gedacht...

    Viel beunruhigender fand ich das Telefonat, das ich mit ihm geführt habe, eben wegen dieser Terminverschiebung.
    Nach 8 Wochen Hasstiraden jetzt wieder so ne Art Versöhnungskurs von ihm, allerdings nach seiner idiotischen Logik, die hier darzustellen mir zu blöd ist.

    Aber ich habe meine Reaktion gemerkt:
    Angst
    Das Gefühl, ihm nichts entgegen setzen zu können, wenn er seine Beziehungslogik ausbreitet.

    Ich habe das Gefühl:
    Wenn er mich ernsthaft zurück will, spielt es keine Rolle, was ich will, er wird sich durchsetzen.

    Genau dieses Gefühl hatte ich während der Ehe in allen Belangen.
    ob es eine Reise, ein Umzug, was auch immer war:
    Wenn er etwas unbedingt wollte, hat er sich durchgesetzt. Immer!
    :(:(:(

    Wie er das geschafft hat? Woher er diese Macht über mich hat?
    Das frage ich mich auch.
    Und ich glaube, wenn ich das richtig verstehen würde, würde seine Macht über mich vielleicht nachlassen.
    Es muss etwas damit zu tun haben, dass er mich immer bei meiner komischen Fairness-Vorstellung packt.
    Und dass er mich mit seiner Schwäche erpresst.

    Vorhin war die Argumentation etwa - zumindest unterschwellig:
    Ich werde wieder arbeiten gehen, aber dann will ich auch, dass wir wieder unsere alte Beziehung weiterführen.
    Und ich hatte das Gefühl: Wenn ich ihm das nicht in Aussicht stelle, dann wird er das als Grund nehmen, nicht zu arbeiten, und ich bin die finanziell Leidtragende.

    Und dann kommt ganz oft: Dies oder jenes hätte ich gesagt oder versprochen und das müsste ich doch halten.
    Jedenfalls fühle ich mich gebunden, irgendwie verpflichtet, als wenn ich ihm noch irgendwas schuldig wäre.

    Ich merke ganz genau:
    Wir begegnen uns nicht auf Augenhöhe. Ich kann nicht frei sagen, was ich mir vorstelle, immer sind sie irgendwie mit Zwang und Nötigung verbunden, diese Gespräche.
    Vorhin habe ich nur kurz an einer Stelle eingeräumt, dass es natürlich möglich wäre, dass wir wieder zusammenfinden, wenn er aufhört zu trinken, arbeitet usw. Eigentlich hab ich das gar nicht gemeint, ich plapper manchmal auch echt unüberlegt irgendwas.
    Aber dann wollte er mich drauf festnageln: DU HAST DOCH EBEN SELBER GESAGT...

    Hergott nochmal, ich kann doch nicht mit jemanden zusammen bleiben, weil ich irgendwas mal gesagt habe.
    Er bringt alles durcheinander und zwar mit voller Absicht. :evil:

    Ich kanns nicht richtig beschreiben, was da genau abgeht.

    Ich weiß nur eins:
    Er hat noch Macht über mich. Und deshalb habe ich Angst vor ihm.
    Ich will das nicht mehr, ich will ohne Manipulation ja oder nein zu jemanden sagen.

    Und ich glaube nicht, dass er jemals eine wirklich freie Beziehung leben kann und will. Eine, bei der beide ihren Raum haben, beide ihre Bedürfnisse äußern können und diese respektiert werden.
    So, wie es eigentlich normal sein sollte.

    Doro