Piep. 
Ach Leute, bin doch gar keine Powerfrau!
Bin eine ganz normale Frau, die einfach nur ihr Leben zurück haben will!
Ich weiß, ich kann in bestimmten Situationen sehr zupackend sein und viel leisten, aber ich habe genauso die andere Seite in mir und eigentlich bin ich eine ganz gemütliche Person, die nichts lieber tut, als es sich einfach nur nett zu machen, mit Leuten zu quatschen, zu lachen, zu schlafen,...
Ich weiß auch nicht, warum die Leute immer denken, ich sei so stark.
Ich selbst finde mich manchmal stark und manchmal überhaupt nicht stark. 
Und ich bin eigentlich ein sehr gutmütiger Mensch und überhaupt nicht nachtragend. Das ist auch ein Problem, dass ich so schnell das Leid, das mir angetan wurde, vergesse.
Aber ich habe einen klaren Verstand und ich weiß eigentlich ziemlich gut, wo ich hin will. Hab bloß manchmal Sorge, dass ich mich übernehme und alles irgendwie zu viel wird für meine arg gebeutelten Kräfte.
Ja, ich denke schon, dass ich noch auf dem richtigen Kurs bin, aber meine Verwandten und Freunde haben auch Angst, dass ich "ihn wieder aufnehme". Das stimmt nicht, wenn ich es verhindern kann, werde ich es tun.
Irgendwie kommt es mir manchmal so vor, als ob die Leute um mich rum (meine Eltern, Geschwister, Freunde) noch ungeduldiger sind als ich. 
Und hilfloser.
Und ich fühle mich auch immer mal wieder in die Co-Rolle gedrängt. Heute sagt z.B. mein sehr lieber Papa, der mich sehr unterstützt, zu mir: Hast du ihm denn nicht klar gesagt, dass er sich mit dem Alkohol kaputt macht? Hast du ihn denn nicht zur Rede gestellt?
ALS OB ICH ES HÄTTE ÄNDERN KÖNNEN! Natürlich habe ich es ihm gesagt, aber doch nicht täglich zum Frühstücksbrötchen. Er weiß doch, wie schlimm der Alkohol ist. Ich mag solche Äußerungen nicht. Ich kann nichts dafür, dass er wieder trinkt.
Also, auch wenn meine Umwelt mir das im Augenblick nicht zutraut, ich weiß schon sehr klar, was ich will:
1.) ch will definitiv keine Beziehung mehr mit ihm und nicht mehr mit ihm zusammen leben. Sollte er nochmal trocken werden, würde ich vielleicht schon wegen der Kinder gerne eine freundschaftliche Basis haben, aber das ist im Augenblick wirklich Zukunftsmusik.
2.) Ich will einfach mein Leben mit den Kindern in den Griff bekommen und es uns schön machen. Ich muss selbst finanziell für uns sorgen, aber das schaffe ich, aber es muss eben organisiert werden, wie ich parallel mit den Kindern und dem Haushalt das alles packe.
Ich habe eigentlich ein sehr positives Zukunftsbild von mir als allein erziehender Mutter. Ich liebe meinen Beruf, ich habe zwei tolle Kinder, ich habe Freunde (allerdings meistens weit weg von hier), ich habe liebe Verwandte. Ich will möglichst viel Besuch hier bei mir haben, das war mit ihm ja immer nicht möglich. Ich will mich wieder mehr um meine Gesundheit kümmern, Sport machen usw. Habe das alles vernachlässigt.
Es geht nicht alles von jetzt auf gleich.
Meine Situation jetzt:
- Ich bin im Haus, er wohl inzwischen endlich nicht mehr im Hotel sondern in einer Ferienwohnung, die ihm seine Anwältin organisiert hat.
- Es gibt einen Anwaltstermin, bei dem er eigentlich auch kommen soll (ob er das tut, ist fraglich), bei dem die Trennungsdinge erst einmal geregelt werden sollen. Allerdings ändert sich alles dann wieder, wenn er seinen Job verliert.
- Er war jetzt zweimal hier am Haus und hat rumgepöbelt, dass er rein will. Beim ersten Mal wollte er auch ans Auto und hat gedroht, es mitzunehmen, aber da habe ich wieder mit der Polizei gedroht (ist tatsächlich MEIN Auto, allerdings hat er keins und wir haben es natürlich für uns beide gekauft, aber es läuft auf meinen Namen und ist mit meinem Geld bezahlt und wir haben Gütertrennung). Es war nicht schön, ihn so zu sehen, so außer sich und entwürdigend!
- Telefonterror macht er weiter, allerdings heute noch nicht (toitoitoi) und ich übe weiter, nicht mehr ranzugehen.
- Bis jetzt macht er, so weit ich weiß, keine Anstalten, zu arbeiten bzw. sich helfen zu lassen. Ich glaub auch nicht mehr dran und im Augenblick regt mich das noch nicht einmal sonderlich auf
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- Mir wachsen derweil die täglichen Pflichten bisweilen über den Kopf: Beruf, Kinder, Finanzen klären, saubermachen, einkaufen, Psychoterror aushalten. Bin ziemlich am Rödeln, das alles in den Griff zu bekommen.
- Psychisch geht es mir im Vergleich zum Januar sehr gut. Am besten geht es mir, wenn ich nichts von ihm höre. 


Liebe Grüße
Doro