Beiträge von Doro

    Gleiche Einschätzung:
    Du sagst es ihm bereits, er will es nicht hören, was willst du noch tun?

    Vielleicht ist es ein blöder Vergleich, aber erzähl mal einem Raucher was über LUngenkrebs. Deshalb hört der auch nicht auf. Es steht auf jeder Schachtel, trotzdem wird weiter geraucht.

    Und Alkoholismus ist viel viel teuflischer. :twisted:
    Und benebelt auch noch die Wahrnehmung und verändert die Persönlichkeit. Also ungleich schwierigere Bedingungen als beim Rauchen.

    Du kannst dir ja in den Kalender schreiben, wie oft du es ihm sagen willst.
    Kannst ihm ja noch ein Buch über Alkoholismus schenken.
    Aber das wars dann auch.

    Kümmer dich um das, was du in der Hand hast.
    Pass auf dich auf, ich denke, es fing bei ganz vielen so an: Ich will ihm helfen, und am Ende... (Lies die Geschichten).

    Liebe Grüße
    Doro

    Noch was:
    Bei uns war der erste Schritt, ihn rauszubekommen, einfach ein Brief einer Anwältin.
    Denn nur so sagen: DU MUSST AUSZIEHEN,
    das hätte bei meinem Mann nichts bewirkt, aber der Anwaltsbrief hat ihn schon mehr beeindruckt.

    Bei uns ist die Lage rechtlich viel komplizierter als bei dir, also deshalb sehe ich da eigentlich kein Problem, dass du ihn mittelfristig raus hast, wenn du das wirklich willst.
    Lass dich beraten, die Sache ist eindeutig.

    Gruß
    Doro

    Klingt ja doch so, als wenn du dich sofort trennen willst...

    Ich seh das auch so, dass die Rechtslage mit der Wohnung doch klar ist.
    Klar muss er gehen. Eigentlich müssten deine Eltern ihm kündigen, das wäre das Klarste.
    Aber das muss man natürlich erst mal durchsetzen...
    Hast du vielleicht auch ein schlechtes Gewissen, ihn vor die Tür zu setzen?
    Aber es wär echt absurd, wenn DU ausziehst.
    Kannst du zu deiner eigenen Erholung vielleicht vorübergehend, wenigstens für ein paar Tage, irgendwo anders hin?

    Wie wärs mit einer Rechtsberatung?
    Da gibt es juristisch Mittel und Wege, er kann nicht einfach bleiben!

    Und das andere: Diese Trauer, das Entsetzen, das ist auch gerade mein Problem. Aber ich denke mal, das wird nach und nach verblassen, wenn du es nicht mehr Tag für Tag erlebst. Aber wenn man noch mitten drin steckt, macht es einen verrückt, jedenfalls geht es mir so.
    Andererseits ging es mir auch so: Ich musste reif sein für die Trennung und dazu gehörte ein gewisser Leidensdruck. Aber bei dir hört sich das ganz danach an, als wenn du schon so weit bist.
    Oder irre ich mich?

    Das mit der Wohnung wird sich klären, ganz bestimmt.

    Liebe Grüße,
    Doro

    Kleines Update:

    Gestern Anwaltstermin gemeinsam mit meinem Mann und unseren Anwältinnen, zwecks Klärung von Unterhalt usw. während der Trennung.
    Eine langfristige Klärung ist das allerdings nicht, wenn er seinen Job verliert, wovon ich ausgehe...

    Ging mir schon nahe, die ganze Sache. Da saß er nun, mein Ehemann, den ich aus Liebe geheiratet habe, für den ich das Beste wollte. In solchen Momenten möchte ich einfach wieder mit ihm zusammen unter die Bettdecke kriechen, in den Arm genommen werden...
    Ist einfach traurig, dass man sich nun SO wieder begegnet. Die Liebesbeziehung stirbt eben, das ist einfach traurig. Hab heute früh im Auto auch wieder heulen müssen, es geht mir einfach nahe.
    Er meinte, er liebe mich noch, aber dann, im Laufe des Gesprächs, hat er wieder die größten Unverschämtheiten vom Stapel gelassen und war ganz der Alte.

    Aber ich bin auch stolz, dass ich die ganze Sache ganz gut hinter mich gebracht habe und es mich nicht zu sehr runtergezogen hat. Habe gestern abends mit ner Freundin telefoniert, die meinte, ich klänge gut, lebendig.
    Ich kann das aushalten, diese Trauerphasen sind da, aber sie gehen auch immer wieder und oft kann ich auch herzlich lachen.
    Ich habe guten Kontakt zu meinen Gefühlen und guten Kontakt zu anderen Menschen. Und darüber bin ich froh :D

    So, und jetzt muss ich wieder vieles erledigen.
    Bis bald,
    Doro

    Hallo Stefanie,

    du hörst dich echt verzweifelt an. :(

    Ich kann das so nachfühlen, dieses Entsetzen, was der Alkohol alles kaputt macht.
    Bei meinem Mann ist er auch gerade wieder dabei, alles zu zerstören, aber ich mach nicht mit. 8)
    Mich und die Kinder zerstört er nicht, nur SEIN Leben.
    Das mitanzusehen, ist schon traurig genug, aber es ist tausendmal besser, als wenn das eigene Leben oder das der Kinder mit zerstört wird.

    Ich wünsch dir erstmal, dass du dich nicht verrückt machen lässt von der Situation. Es wird einen Weg da raus geben, nicht von heute auf morgen, aber mit der Zeit!
    Aber ich denke, der erste Schritt ist, überhaupt darüber nachzudenken, was du tun willst und was du überhaupt tun kannst.
    Denn du merkst ja: Du kannst ihn nicht vom Trinken abhalten. Ich bin mir total sicher: Es ist piepegal, was du mit der halben Flasche Korn machst!!! Mach dir darüber keinen Kopf. Wenn du sie ihm hinstellst, trinkt er sie, wenn du sie wegkippst, beschafft er sich ne Neue.
    (Das einzige, was definitiv falsch wäre: Selbst trinken. :lol: )

    Wie wärs, wenn du erstmal versuchst, dir Unterstützung zu holen, um nicht verrückt zu werden. Und das tust du ja gerade in diesem Forum.
    Und vielleicht kennst du noch andere Wege: Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen oder so.

    Und dann für dich Schritt für Schritt erstmal Klarheit schaffen, was du willst.

    Erstmal: Kopf hoch
    wünscht
    Doro

    Hallo Andrea,

    ich schäme mich eigentlich nicht. Und darauf bin ich stolz!
    Ich gehe auch sehr offen mit allem um, ich hab kein Problem damit zu sagen: Ja, ich habe an das Gute geglaubt, ich hab mich täuschen lassen, ich hab verrückte Sachen mitgemacht.
    Das wär ja das Letzte, dass ich mich noch schlecht fühle, weil er mich tyrannisiert. Wir sind Opfer geworden, so sehe ich das. Klar, man fragt sich, wie konnte ich das mitmachen? Trotzdem: Wir sind nicht die Täter!

    Nur in Bezug auf die Kinder, da schäme ich mich schon, da kann ich auch deine Angst nachvollziehen.
    Meine sind ja noch sehr klein, und er war ja trocken, aber er hat trotzdem die Kinder komisch behandelt und mich auch dazu gebracht, dass ich mich nicht immer so verhalten habe, wie ich finde, dass man sich verhalten muss. Also, als mir das jetzt nochmal klar wurde, da hat sich mir auch der Magen umgedreht. Und als meine Freundin mir von frühkindlichen psychischen Störungen erzählt hat, ist mir auch ganz schlecht geworden. Und ich kann nur hoffen, dass da nicht schon irgendwas kaputt gegangen ist.

    Versuch mal, dir selbst zu verzeihen und zu vertrauen, dass deine Kinder später nicht auch Probleme bekommen. Es nützt nichts, sich darüber jetzt schon den Kopf zu zerbrechen. Versuch, sie da jetzt rauszuholen, der Rest liegt in Gottes Hand (dir darf ich das so schreiben.)
    Sei nett zu dir. :wink:

    Du schreibst, ich liebe meinen Mann noch.
    Ja, das mag sein, aber ich liebe nur eine Seite an ihm, die er auch hat. Und das andere verabscheue ich.
    Ich glaube einfach nicht daran, dass ein Mensch durch und durch schlecht ist. Es gab und gibt eine Ebene, die uns verbindet. Das lass ich mir auch von niemandem ausreden.
    Ich glaube nach wie vor, dass es hauptsächlich der Alkoholismus ist, der das aus ihm macht. Okay, er hat darüber hinaus schon eine Reihe schlechter Charaktereigenschaften, aber er hat auch gute.
    Ich wünsche mir auch von Herzen, dass er gesund wird.
    Aber ich will ihn nicht zurück. Am liebsten wäre mir ein liebevoll-distanziertes Freundschaftsverhältnis. Dass er ein paar hundert Kilometer entfernt wohnt und man sich alle halbe Jahre mal zum Kaffeetrinken trifft und sich erzählt, wie glücklich man ohne einander geworden ist. :lol::lol::lol:

    Ich bin immer gut darin, mir irgendwelche Visionen auszumalen, wie schön es sein könnte...
    Mir gibt das immer viel Kraft, mir das zu überlegen, wie ich leben will.
    Was ist mit dir, Andrea, hast eine Vision davon, wie du leben willst ohne ihn? Worauf freust du dich? Kannst du dir das vorstellen?

    Grüße von
    Doro

    Danke für die Antworten.

    Ja, dass eine Zwangsbehandlung irgendwie sinnlos ist, kann ich glauben und es entlastet mich, das aus erster Hand zu hören, denn eigentlich will ich auch gar nicht so eine Verantwortung auf mich laden, sowas überhaupt anzustreben. Das passt eigentlich überhaupt nicht in meine Vorstellung von dem, wie ich zu seiner Sucht stehe, und zwar schon seit Langem: Dass ich daran nichts ändern kann, so oder so nicht.
    Aber meine Verwandtschaft kommt immer wieder damit an.
    Aber in dieser ganzen Geschichte merke ich immer wieder, dass meine ganze Umgebung auch (verzweifelt) versucht, SEIN Verhalten irgendwie zu kontrollieren, was nicht funktioniert bei dieser Suchtsache.

    Das mit dem Grenzen-Ziehen finde ich spannend.
    Thelma, was du schreibst, das geht mir auch so und ich verstehe noch nicht richtig, warum ich manchmal anscheinend "rumeiere". Das habe ich mir so angewöhnt, auch in Dingen, bei denen ich eigentlich sehr wohl einen Standpunkt habe. Aber irgendwie bin ich immer sofort bereit, meinen Standpunkt noch mal zu überdenken, zumindest erstmal nochmal drüber nachzudenken. Und das wird dann zum Rumeiern.
    Konsequenz ist wirklich nicht das, was mich auszeichnet. :(

    Hab auch schon wieder mein Vorhaben, konsequent :!: keine Telefonate mit meinem Mann mehr zu führen, gebrochen. :oops:
    Habe ihn hundertmal weggedrückt und dann bin ich doch wieder rangegangen, einfach aus Neugier, was er eigentlich will.
    Am Ende habe ich mich noch mit meinen Eltern gestritten, die sauer waren, dass ich meinem eigenen Kurs nicht treu bleibe (was mich auch schon wieder nervt, dass die sich da sooo einmischen).

    Na ja, wir lernen, wir lernen, wir lernen. :roll:
    Gruß Doro

    Hallo Andrea,
    du fragst, wie es mir geht,
    zum Glück zurzeit keine neuen Attacken.
    Bin auch im Augenblick echt kriegsmüde, er vielleicht auch. :lol:

    Es ist doch sooo bescheuert.
    Wir sind doch alle nur Menschen und wollen unser kleines bisschen Glück. Ich will ihm doch nichts Böses.
    (Okay, zwischenzeitlich wollte ich das ein bisschen :evil: , aber nur, weil er so gestresst hat.)
    Ich denke so oft: Könnte doch alles so einfach sein.

    Aber diese Krankheit macht alles verrückt, alles kompliziert. Das Einfache ist plötzlich nicht mehr einfach. Das Naheliegende ist plötzlich falsch.
    Er ist mein Mann, ich war bereit, für ihn da zu sein, weil ich es schön fand: Wir beide unterstützen uns gegenseitig, zusammen sind wir stärker als allein. Und ich dachte: Jetzt helfe ich ihm und irgendwann bekomme ich das zurück.
    Und es war falsch!

    Wenn ich jetzt ans Telefon gehen will, weil er mein Mann ist, weil ich gerne hören will, dass er mit mir wieder normal spricht, dann ist das Co-Verhalten und falsch.

    Ihm helfen - falsch!

    Ihm Geld geben - falsch!

    Warum kann man sich nicht trennen und trotzdem noch gut miteinander umgehen?
    Weil diese Krankheit es unmöglich macht.

    Sie macht aus ihm einen Teufel und aus mir eine Kriegsbraut, die ich nicht sein will.

    Jetzt erzählen mir alle Verwandten: Er war doch schon immer so. Wir haben es doch gewusst. Wir haben noch nie viel von ihm gehalten.

    Du kannst mir glauben: Auch das verletzt mich irgendwie.
    Stimmt das wirklich?
    War er wirklich IMMER so?
    Bin ich überhaupt nicht in der Lage, einen Menschen zu erkennen?

    Und außerdem fällt mir auf: Meine Eltern sind auch ganz schön Co! Aber sie haben nicht das Problem, einen Alkoholiker zum Partner zu haben. Meine Güte, sie können es kaum vertragen, wenn ich nicht jeden Ratschlag hundertprozentig umsetze!

    Es ist schön, dass ich im Augenblick etwas Ruhe habe und über sowas nachdenken kann.
    Innerlich Ruhe, äußerlich bin ich total am Schuften.

    Ich merke, ich muss wirklich lernen, mein Leben selbst für mich in den Griff zu kriegen, sonst wächst mir alles über den Kopf.
    Das fällt mir schwer.
    In den vergangenen Jahren hat er mich diszipliniert. Er ging oft dabei zu weit, aber jetzt muss ich Selbstdisziplin haben und das fällt mir auch nicht leicht.

    Also, ich habe jede Menge Baustellen.

    Liebe Grüße,
    Doro

    Hab mal ein paar Fragen ans Forum, was ihr so dazu denkt:

    1.) Thema: Zwangseinweisung
    Ich weiß zwar, dass dies ein Co-Gedanke ist, trotzdem denke ich drüber nach:
    Immer wieder kommt in Gesprächen, die ich mit Verwandten führe, die Frage auf: Müsste man ihn nicht eigentlich dazu ZWINGEN,sich helfen zu lassen. Also Zwangseinweisung oder so.
    Dass das juristisch vielleicht gar nicht geht, ist die eine Sache, aber wie ist eure Meinung? Wenn es wirklich so ist, dass der Alkohol ihn unfähig macht, einzusehen, dass er Hilfe braucht, warum darf man ihn dann nicht zwingen? Würde er es nach einem Entzug nicht schon anders sehen, erst einmal überhaupt die REalität wieder wahrnehmen?

    2.) Thema Grenzen ziehen
    Ehrlich gesagt: Ich bin sowas von unsicher, wenn es darum geht, Grenzen zu ziehen. Und zwar schon gegenüber meinem Kleinkind-Sohn.
    Und es geht weiter mit Verwandten, Freunden usw., die irgendwas von mir wollen und ich fühle mich nicht imstande, meine Bedürfnisse zu verteidigen. Ich sage oft sehr offen, was ich will, aber es wird nicht respektiert, weiß der Geier, warum nicht.
    Auch in meiner jetzigen Situation: Alle erzählen mir, was ich tun soll und sind gekränkt, wenn ich nicht alle Ratschläge befolge. Was mach ich falsch?
    Wie geht es euch damit?

    Freue mich auf Antworten,
    Doro

    :lol::lol::lol:

    Hallo Andrea,
    musste ein bisschen lachen über deine Story von heute.

    Aber ich kenn das: Manchmal hat sich echt ALLES gegen einen verschworen.

    Und das mit dem Geld ist ja nun leider auch irgendwie wichtig.
    Ich stelle mir vor: Wenn man eine Perspektive, eine Vision hat, was man will, und dran bleibt, dann muss man das nicht unbedingt SOFORT umsetzen.
    Ich habe mal in einem Buch so ne Geschichte von einer Frau gelesen, die ihren gewalttätigen Mann verlassen wollte, aber überhaupt kein Geld hatte, und dann über einen langen Zeitraum immer kleine Geldbeträge beseite geschafft hat (vom Haushaltsgeld oder so), bis sie genug hatte, um sich erstmal über Wasser halten zu können. Soll jetzt kein Vorbild sein, aber ein bisschen Planung und Taktik ist schon erlaubt, denke ich.

    Du wirst die Kurve schon kriegen, früher oder später. :wink:

    Liebe Grüße
    Doro

    Piep. :wink:

    Ach Leute, bin doch gar keine Powerfrau! :oops:
    Bin eine ganz normale Frau, die einfach nur ihr Leben zurück haben will! :D
    Ich weiß, ich kann in bestimmten Situationen sehr zupackend sein und viel leisten, aber ich habe genauso die andere Seite in mir und eigentlich bin ich eine ganz gemütliche Person, die nichts lieber tut, als es sich einfach nur nett zu machen, mit Leuten zu quatschen, zu lachen, zu schlafen,...
    Ich weiß auch nicht, warum die Leute immer denken, ich sei so stark.
    Ich selbst finde mich manchmal stark und manchmal überhaupt nicht stark. :roll:

    Und ich bin eigentlich ein sehr gutmütiger Mensch und überhaupt nicht nachtragend. Das ist auch ein Problem, dass ich so schnell das Leid, das mir angetan wurde, vergesse.

    Aber ich habe einen klaren Verstand und ich weiß eigentlich ziemlich gut, wo ich hin will. Hab bloß manchmal Sorge, dass ich mich übernehme und alles irgendwie zu viel wird für meine arg gebeutelten Kräfte.

    Ja, ich denke schon, dass ich noch auf dem richtigen Kurs bin, aber meine Verwandten und Freunde haben auch Angst, dass ich "ihn wieder aufnehme". Das stimmt nicht, wenn ich es verhindern kann, werde ich es tun.

    Irgendwie kommt es mir manchmal so vor, als ob die Leute um mich rum (meine Eltern, Geschwister, Freunde) noch ungeduldiger sind als ich. :lol::lol:
    Und hilfloser.
    Und ich fühle mich auch immer mal wieder in die Co-Rolle gedrängt. Heute sagt z.B. mein sehr lieber Papa, der mich sehr unterstützt, zu mir: Hast du ihm denn nicht klar gesagt, dass er sich mit dem Alkohol kaputt macht? Hast du ihn denn nicht zur Rede gestellt?
    ALS OB ICH ES HÄTTE ÄNDERN KÖNNEN! Natürlich habe ich es ihm gesagt, aber doch nicht täglich zum Frühstücksbrötchen. Er weiß doch, wie schlimm der Alkohol ist. Ich mag solche Äußerungen nicht. Ich kann nichts dafür, dass er wieder trinkt.

    Also, auch wenn meine Umwelt mir das im Augenblick nicht zutraut, ich weiß schon sehr klar, was ich will:
    1.) ch will definitiv keine Beziehung mehr mit ihm und nicht mehr mit ihm zusammen leben. Sollte er nochmal trocken werden, würde ich vielleicht schon wegen der Kinder gerne eine freundschaftliche Basis haben, aber das ist im Augenblick wirklich Zukunftsmusik.
    2.) Ich will einfach mein Leben mit den Kindern in den Griff bekommen und es uns schön machen. Ich muss selbst finanziell für uns sorgen, aber das schaffe ich, aber es muss eben organisiert werden, wie ich parallel mit den Kindern und dem Haushalt das alles packe.
    Ich habe eigentlich ein sehr positives Zukunftsbild von mir als allein erziehender Mutter. Ich liebe meinen Beruf, ich habe zwei tolle Kinder, ich habe Freunde (allerdings meistens weit weg von hier), ich habe liebe Verwandte. Ich will möglichst viel Besuch hier bei mir haben, das war mit ihm ja immer nicht möglich. Ich will mich wieder mehr um meine Gesundheit kümmern, Sport machen usw. Habe das alles vernachlässigt.

    Es geht nicht alles von jetzt auf gleich.

    Meine Situation jetzt:
    - Ich bin im Haus, er wohl inzwischen endlich nicht mehr im Hotel sondern in einer Ferienwohnung, die ihm seine Anwältin organisiert hat.
    - Es gibt einen Anwaltstermin, bei dem er eigentlich auch kommen soll (ob er das tut, ist fraglich), bei dem die Trennungsdinge erst einmal geregelt werden sollen. Allerdings ändert sich alles dann wieder, wenn er seinen Job verliert.
    - Er war jetzt zweimal hier am Haus und hat rumgepöbelt, dass er rein will. Beim ersten Mal wollte er auch ans Auto und hat gedroht, es mitzunehmen, aber da habe ich wieder mit der Polizei gedroht (ist tatsächlich MEIN Auto, allerdings hat er keins und wir haben es natürlich für uns beide gekauft, aber es läuft auf meinen Namen und ist mit meinem Geld bezahlt und wir haben Gütertrennung). Es war nicht schön, ihn so zu sehen, so außer sich und entwürdigend!
    - Telefonterror macht er weiter, allerdings heute noch nicht (toitoitoi) und ich übe weiter, nicht mehr ranzugehen.
    - Bis jetzt macht er, so weit ich weiß, keine Anstalten, zu arbeiten bzw. sich helfen zu lassen. Ich glaub auch nicht mehr dran und im Augenblick regt mich das noch nicht einmal sonderlich auf 8) .
    - Mir wachsen derweil die täglichen Pflichten bisweilen über den Kopf: Beruf, Kinder, Finanzen klären, saubermachen, einkaufen, Psychoterror aushalten. Bin ziemlich am Rödeln, das alles in den Griff zu bekommen.
    - Psychisch geht es mir im Vergleich zum Januar sehr gut. Am besten geht es mir, wenn ich nichts von ihm höre. :lol::lol::lol:

    Liebe Grüße
    Doro

    Hallo Andrea, schön, dass du geantwortest hast.

    Mensch, das mit dem Selbstmordversuch ist ja echt n Ding, übersteigt alles, was ich bisher erlebt habe.
    Mein Mann hat zwar auch schon mal damit gedroht (ich übrigens auch, weil ich zwischenzeitlich wirklich dran dachte), aber ich bin eigentlich überzeugt davon, dass er das nicht tun würde.

    Vielleicht bewegt sich ja was bei euch und vielleicht hat er gespürt, dass sein System, auf dem seine Sauferei basiert, auseinanderfällt.
    Pass auf, dass du dich nicht erpressen lässt. Selbst wenn er Schritte in die richtige Richtung macht, muss du nicht unbedingt bleiben, wenn du nicht willst. (Bzw. er muss nicht bleiben dürfen.) Ich meine, es ist kein Automatismus, schließlich hat er viel kaputt gemacht bei dir. Man kann auch vorübergehend trotzdem ein bisschen auf Abstand machen, denke ich.
    Ich sehe aber auch eine Chance in diesem Selbstmordversuch, dass ihr jetzt mehr Hilfe von außen bekommt?
    Dass Leute sehen müssen: Da ist echt ein Problem.
    Hier bei uns jedenfalls gibt es den sozial-psychiatrischen Dienst, die versuchen gerade (wohl vergeblich), meinen Mann dazu zu überreden, sich helfen zu lassen. Und mir wurde immer gesagt: Na, wenn er sich oder andere gefährdete, dann könnte man eher was mit Zwang machen, z.B. Zwangseinweisung in eine Klinik (ob das was bringt, weiß ich allerdings auch nicht, aber ich glaube eigentlich schon).

    Ja, dass ER gehen muss.
    Diese Situation habe ich ja auch.
    Wir haben vor Kurzem ein Haus auf Kredit gekauft und ich will ganz klar, dass ER geht, weil ich mit den Kindern ja den Platz brauche und weil er sich auch in seinem Zustand bestimmt um nichts kümmern wird. Vielleicht müssen wir das Haus wieder verkaufen, und auch dann ist es schlecht, wenn er darin sitzt und vielleicht den Verkauf behindert.
    Jetzt ist er auch draußen, aber eigentlich nicht richtig, war nur vorübergehend von ihm gedacht und jetzt tobt er, weil ich die Schlösser gewechselt habe. Ist mir auch nicht leicht gefallen, aber er hatte so einiges angedroht und meine Anwältin meinte, wenn er zurückkäme, dann könnte es sein, dass ich ihn gar nicht mehr rauskriege.

    Also, ich mag eigentlich diese Hardliner-Rolle, die ich jetzt spielen muss, überhaupt nicht. Aber was soll ich sonst tun?

    Wie lange ist denn dein Ultimatum?
    Was genau erwartest du von ihm?
    Und bist du dir sicher, dass du dann bei ihm bleiben willst? (Oder er bei dir?)
    Gibt es denn wirklich NICHTS, was dich bei ihm hält außer den finanziellen Sachen und deiner Tochter?

    Was hast du empfunden, als er versucht hat, sich umzubringen? Mitleid, Sympathie? Oder auch Wut auf ihn?
    Ich gebe offen zu: Als mein Mann mich mit seinem Psychoterror fertig gemacht hat, habe ich insgeheim gehofft, dass er sich was antut. Wenn es denn so gekommen wäre (oder noch kommen sollte), dann hätte ich es wahrscheinlich auch schlimm gefunden. Aber ist es nicht mit solchen Sachen genauso wie mit dem Trinken selbst? Dass du überhaupt nichts dafür kannst! Man kann doch nicht eine Beziehung immer weiter machen, nur damit sich der andere nicht umbringt! Wenn er das wirklich wollen würde, könntest du es auch nicht ändern. Man kann in einer akuten Situation Hilfe für jemanden organisieren und zuhören, aber man kann doch nicht sein Leben wegschmeißen, damit er seins nicht wegschmeißt. (Und durch den Alkohol schmeißt er es eh schon weg.)

    Sind das zu viele Fragen zum jetzigen Zeitpunkt?

    Ich wünsche dir, dass bei euch (positive) Bewegung entsteht, sich irgendwas löst.
    Alles Gute für euch
    wünscht Doro

    Noch zwei Sachen sind mir eingefallen:

    - Einerseits wünschst du dir manchmal, dass er tot ist. Nur damit alles beendet ist. (Kenn ich total, diesen Wunsch 8) . Ist schaurig, aber das zeigt nur, wie schlimm und bedrängend deine Not ist.) Andererseits verschiebst du die Scheidung für seine Green Card. Was wäre denn, wenn er da Probleme bekommt. Muss er dann nicht aus dem Land weg? (Oder hab ich was falsch verstanden) Wär doch für alle Seiten eine harmlosere Lösung als der Tod oder nicht :wink: Oder scheust du den Konflikt mit ihm, dass du ihm das antust?

    - Mir hat damals der Satz aus dem Neuen Testament geholfen, der aus der Heilung des Gelähmten:
    "Steh auf, nimm deine Matte, und geh."
    Wie gelähmt ist man in der Situation gefangen.
    Vielleicht ist man blind für die möglichen Auswege, die doch da sein müssen??? Auch in deiner Situation?
    Vielleicht machst du mal ne Liste: WAS KANN ICH TUN?
    ALLE IDEEN auflisten!!!!

    Nicht so viel Energie damit verwenden damit zu hadern, was passiert ist.
    Lösungen erarbeiten.

    Bin ich klug, was :lol::lol::lol:

    Das Schicksal der andern ist sooo viel leichter zu lösen als das eigene, das weiß jede Co :lol::lol::lol:

    Viel Glück.
    Doro

    Hallo Andrea,

    ich habe mir heute mal deine Story bis jetzt durchgelesen und irgendwie ging es mir sehr nahe, dass du einerseits genau siehst, dass du da raus musst und andererseits dann doch das Gefühl hast, dass du nicht kannst.

    Hab auch keinen goldenen Tipp. Ich würde gerne deine Situation noch genauer verstehen. (Vielleicht habe ich auch was überlesen.)

    Hab glaub ich auch noch nicht genau verstanden, wie dein Plan eigentlich aussieht:
    - Also erst wolltest du bis Juli warten, bis der Mietvertrag ausläuft, dann hast du gesagt, du willst einfach seine Sachen wegschaffen und das Schloss auswechseln? Richtig?
    Warum tust du das nicht? Bei euch ist doch die HÖlle los! Was hält dich noch zurück?
    - Welche Ressourcen hast du? Hast du Freundinnen oder Verwandte, die dir helfen? Wie können sie dir helfen? Gibt es Beratungsangebote, zu denen du gehen kannst? Vielleicht eine Rechtsberatung, wie du ihn aus der Wohnung bekommen kannst?

    Irgendwie habe ich das Gefühl, du bräuchtest eine Strategie, verstehst du, was ich meine?
    Oder geht das nicht, weil sich die Ereignisse ständig ändern? (Krankheiten, ausflippender Ehemann usw.?)

    Bei meiner ersten Trennung von meinem Alki-Freund habe ich mir aufschreiben müssen, warum ich gehen MUSS. (Es kamen viele Gründe zusammen.) Diesen Zettel habe ich immer bei mir gehabt und immer wieder gelesen, bis ich es geschafft habe.
    Aber ich hatte nicht so diese praktischen Probleme damals mit Wohnung, Geld, und so.

    Jetzt, bei meiner zweiten Trennung, ist auch alles chaotischer.

    Ich wünsch dir erstmal, dass du den Mut nicht verlierst,
    liebe Grüße,
    Doro

    Hallo Tante,

    das mit dem Werwolf kenn ich nur zu gut.
    Und das macht die Sache für mich aus so erschreckend. Mein Mann ist mir total unheimlich geworden.
    Jetzt trinkt er nach langer Trockenheit wieder und es ist wirklich so, als ob er sich wieder in ein Monster verwandelt hätte. Bei uns war es so: lange Beziehung, während der er immer getrunken hat, dann Trennung, dann ist er trocken geworden, dann sind wir wieder zusammen gekommen und als diesen verwandelten, wertvollen Menschen habe ich ihn geheiratet und es ging einige Jahre gut und dann kam die Rückverwandlung in das alte Monster. Es ist sehr schmerzhaft, das zu sehen. Und verwirrend.
    Ich zweifle jetzt an mir selbst: Wie konnte ich so einen Menschen heiraten, der so böse ist? Aber natürlich ist es die Krankheit, die ihn so macht.
    Ich habe mittlerweile das Gefühl, es wäre damals am besten gewesen, wenn ich den Kontakt ganz aufgegeben hätte, nach unserer ersten Trennung. Ich habe mich irgendwie überhoben, als wenn man einen Wettbewerb mit dem Teufel eingeht, da kann man irgendwie nicht gewinnen.
    Aber das kann man erst im Nachhinein so sagen, in der Situation damals wollte ich meinen Glauben an das Gute eben auch nicht verraten und eigentlich finde ich das auch eine gute Einstellung. Erst habe ich auch zu ihm gesagt: Nein, das ist mir zu gefährlich, mich mit dir als Alkoholiker noch mal einzulassen. Aber dann kam ich nach einer Weile dazu zu sagen: Es ist das Risiko wert.
    Jetzt habe ich, wie gesagt, das Gefühl: War vielleicht doch irgendwie vermessen.

    Nun willst du, wenn ich dich richtig verstehe, gerade gar keine Beziehung mehr? Wie siehst du eure Zukunft? Oder willst du nur helfen?
    Meine Meinung: Man muss sehr vorsichtig sein, wenn man sich einbildet, man könne oder müsse einem trinkenden Alki irgendwie helfen.
    Es ist nur menschlich, dass man das will, aber ich glaube, man muss wachsam sein und muss seine Grenzen sehr genau ziehen, sonst missbraucht er das und ruht sich darauf aus, statt sich seinem Problem zu stellen.

    Sei wachsam,
    Doro

    Hallo, habe nur das Ende deiner Story gelesen.
    Gratuliere zum neuen Freund!

    Ich habe meinem Freund, nachdem er trocken war, damals nach langem Zögern eine zweite Chance gegeben.
    5 Jahre ging es gut, jetzt hat er einen schlimmen Rückfall, behandelt mich wie den letzten Dreck und bringt mein gesamtes Leben in ein furchtbares Chaos, das letztendlich meine halbe Verwandtschaft, meinen Beruf, meine Finanzen, meine Kinder, alles beeinträchtigt.

    Ich bereue es nicht direkt, es nochmal mit ihm versucht zu haben.
    Ich habe einfach dran geglaubt damals, dass ein Mensch sich ändern kann.
    Aber im Ergebnis war es falsch!
    Jeder rückfällige Alki - der sich nicht behandeln lässt - tut seinen Mitalkis keinen Gefallen. Man muss zu dem Schluss kommen: Die Gefahr des Rückfalls ist einfach zu groß. Eine zweite Chance ist ein unkalkulierbares Risiko. Und das ist eigentlich schlimm.

    Aber andererseits: DAs eigene Leben ist zu schade, um irgendwelche Experimente damit zu machen.

    Viel Glück,
    Doro

    OH Mann, es geht immer weiter.... :roll:

    Jetzt ruft er mich heute an, unter einer anderen Nummer, sonst hätte ich ihn weggedrückt, und fängt wieder an: Wir sollen uns einigen und er will ins Haus. Und ich soll mich mit seiner Anwältin darüber unterhalten. :roll:

    Ich also seine Anwältin angerufen.
    Und die fing an: Wir müssten jetzt gemeinsam versuchen, ihn wieder arbeitsfähig zu machen. Er habe ja solche Angst vor mir, dass ich ihn abholen lasse (das ist so seine Angstvorstellung, weil ich die Polizei einmal gerufen habe) und er sei wie ein Fünfjähriger und müsse an die Hand genommen werden.
    Was soll man denn dazu sagen?
    Da ist man selbst schon Co genug, jetzt spielen die anderen auch noch verrückt. :roll:

    Und dann habe ich meinen Vater mal ans Telefon geholt, dachte, der kann vielleicht was ausrichten.
    Ergebnis: Mein Mann hat meinem Vater Sachen an den Kopf geschmissen, die er nur von MIR haben kann. Und plötzlich war mein Vater auf MICH sauer, weil ich es gewagt habe, MEINEM MANN SAchen über meinen Vater zu erzählen, die so nicht stimmen.
    Hallo???? Geht's noch????
    Mensch, in einer Ehe, da redet man doch im Laufe der Jahre allen möglichen Blödsinn oder vertraut sich auch das eine oder andere an. Das ist doch nicht immer hundertprozentig wasserfest.
    Aber so ist er: Er reißt irgendwas, was man mal gesagt hat, aus dem Zusammenhang, und verwendet es dann gegen einen. Vertrauensbruch pur. :(:(:(

    Ich glaub, jetzt werde ich verrückt.
    Jetzt fangen immer mehr Leute an, verrückt zu spielen: Er, ich, die Anwältin, mein Vater.
    Manchmal möchte ich Suizid begehen, einfach nur, um diesen Wahnsinn nicht mehr ertragen zu müssen.

    Sowas mache ich natürlich nicht.
    Aber manchmal habe ich echt Sorge, dass MIR irgendwann mal die Sicherungen durchbrennen.
    Es ist einfach so ein Wahnsinn, was hier abgeht.

    Habt ihr eigentlich ähnliche Erfahrung mit den Reaktionen der anderen Leute um einen rum?
    Ich habe immer wieder das Gefühl, dass mir das Co-Verhalten auch teilweise von außen immer wieder aufgedrückt wird.
    So wie seine Anwältin, die mir praktisch erzählte, ich müsse mitwirken (im eigenen Interesse), dass er wieder arbeitsfähig wird und deshalb solle ich nicht immer wieder mit der Polizei drohen.
    Also soll ich Rücksicht nehmen, damit der Arme Fünfjährige wieder arbeiten kann. :roll::roll::roll::roll::roll::roll::roll::roll:

    Wenn ichs gerade mal schaffe, mich von ihm zu distanzieren, kommt irgendein anderer und nimmt mich in die Verantwortung, die ich nicht habe.

    Liebe Grüße
    von einer sehr verrückt gewordenen
    Doro

    Hallo Zwetschke,

    ich denke auch: Mach dich nicht kaputt mit dem Trennungsthema.
    Nimm dir Zeit und fang einfach an, dich von SEINEM PROBLEM zu lösen und dich den Dingen zuzuwenden, die du lösen kannst.

    Wenn die Zwetschken noch grün sind, kann man sie nicht vom Baum abschütteln, aber früher oder später sind sie reif. :lol:
    Nee, war nicht so gemeint. :wink:

    Ich habe damals bei der ersten Trennung von meinem Mann (damals Freund) sehr lange gebraucht.
    Ich denke, ich habe ca. 2 Jahre gebraucht, um aufzuhören zu versuchen, ihn vom Trinken abzubringen. Dann hab ich erkannt, dass ich nichts tun kann, war aber noch nicht trennungsbereit, und dann hat es letztendlich noch einmal 5 Jahre gedauert, bis ich endlich gegangen bin.
    Das soll jetzt kein Vorbild sein, aber es ist einfach schwierig. Mein Freund damals schien nur durch mich noch Kontakt zur Welt zu haben. Er schien außer über mich keine Bekannten zu haben. Ich dachte furchtbar lange: Wenn ich gehe, dann hat er gar nichts mehr.
    Aber ich glaube, das ist ein großer Denkfehler gewesen. Er hat mich nicht gebraucht. Das war alles nur in meinem Kopf.
    Ich hab gedacht, er bräuchte ein normales, geregeltes Leben: Urlaub, Freunde,...
    Aber das alles war ihm gar nicht wichtig, er wollte trinken, trinken, trinken.

    Und jetzt, nach unserer zweiten Trennung, hasst er mich.
    Er braucht mich wieder nicht.
    Wir kennen uns seit 16 Jahren, haben zwei Kinder und sind duch Dick und Dünn gegangen, aber wenn er trinkt, braucht er mich nicht mehr.

    Ernüchternd. Aber so wars bei mir.

    Also: Bleib bei ihm, solange du willst.
    Lass dich nicht von außen zum Gehen überreden, wenn du es gar nicht willst.
    Aber bleib hier im Forum und mach weiter mit deinem Ding.
    Das ist jedenfalls meine Meinung.


    Alles Gute,
    Doro

    Danke für die lieben Antworten. :D

    Das mit der einstweiligen Verfügung - da werd ich mal drüber nachdenken.

    Es ist ein Auf und Ab.

    War heute zwischendurch wieder sehr down und wütend auf ihn.

    Aber hatte auch gute Gespräche. Es gibt viele, die mir beistehen, und ich bin längst nicht so einsam, wie ich es an seiner Seite war.
    Ich bin überhaupt nicht mehr einsam.

    Ich kann halt nicht anders, als mir hin und wieder über die praktischen Dinge und das Geld Sorgen zu machen.
    Aber ich bin fertig mit ihm 8) , ich werde ohne ihn leben und innerlich frei sein.

    Jetzt sehe ich es wieder so klar.
    Heute Nachmittag war es anders.
    Achterbahn.

    Machts gut für heute,
    Doro

    vorgestern waren diese Psychoterroranrufe.

    Inzwischen hat er nur noch ein paar Male angerufen und ich habe ihn konsequent weggedrückt.
    Habe ihm allerdings in einer SMS mitgeteilt, wie ich das mit dem Geld machen werde
    und dass er mich bitte nie mehr anrufen soll, sondern alles entweder schriftlich oder über die Anwälte laufen soll.

    Er hält sich nicht dran, hat heute wieder angerufen, bin aber nicht rangegangen.

    Komme mir natürlich blöd dabei vor, aber es geht mir relativ super, wenn ich nicht mit ihm spreche.
    Und die Gespräch waren durchgängig unerfreulich und es kam nie etwas dabei heraus, außer, dass er mich beschimpft und irgendwas forderte, was ich ihm nicht geben wollte.

    Meine Panik ist wieder etwas geschwunden. 8)

    Noch ein paar allgemeine Gedanken, die ich heute hatte:
    Ich merke, dass ich im Augenblick phasenweise in der Lage bin, das Chaos auszuhalten, in dem ich stecke.
    Ich meine: Es ist völlig unklar, wie das mit uns weitergeht. Mit dem Haus, mit ihm, mit meinen Finanzen.
    Eigentlich hasse ich sowas. :evil:

    Aber es gelingt mir im Augenblick relativ gut, das zurückzustellen.
    Ich kann jetzt nur ganz begrenzt was klären, weil er sich dem sperrt.

    Darauf bin ich schon sehr stolz, dass mir das gelingt.
    Und ich hab mir gedacht: Vielleicht ist es überhaupt gut, wenn man das mal lernt: Nicht nur bei sich selbst bleiben, auch im heute bleiben.
    Das scheinen mir zwei ähnliche Dinge zu sein.
    Man neigt dazu, sich um Dinge zu sorgen, die man nicht ändern kann.
    Und was in der Zukunft liegt, kann ich eben im Moment nicht wissen und es bringt nichts, sich darüber heute schon verrückt zu machen. (Jedenfalls dann, wenn man jetzt nichts tun kann, wiel man einen irren Alkoholkranken zum Mann hat, der gerade seinen Job und sein Haus versäuft. :twisted::twisted::twisted: ).

    Ich neige dazu, in großen Plänen zu denken, immer auf irgendwelche großen Ziele ausgerichtet.
    Aber vielleicht ist es gar nicht das, was zählt im Leben.
    Vielleicht sind es die kleinen Dinge. Der leckere Tee, der gute Witz, das gute Gespräch. :)
    Ich meine: Vielleicht klärt sich das mit meinem Mann ganz wunderbar und ich bin dann trotzdem nicht glücklich, weil irgendein anderes Problem auftaucht. (Gott bewahre!)
    Dann bin ich doch lieber jetzt gleich glücklich, trotz der ganzen Sch***
    Ich habe immer mehr das Gefühl, dass ich das jetzt wirklich lernen könnte.

    Vorgestern telefonierte ich mit einem Bekannten, dem ich meine ganze Misere erzählte und er meinte: Du klingst aber irgendwie fröhlich.
    (hat mich sehr erstaunt.) :roll:

    Und noch eine Anekdote, die mir einfiel:
    Bei einer Gruppenreise in der Türkei reisten wir von einer Attraktion zur anderen. Sahen Massen von antiken Ausgrabungen und all sowas.
    Aber ich glaube, am Vergnüglichsten war ein Vormittag, an dem wir in einem Hotel festsaßen, weil wegen starker Regenfälle unser Bus nicht durchkam. Wir saßen alle in der Lobby, tranken Tee, erzählten uns die eine oder andere Geschichte, lasen.
    Es war irgendwie schön, diese unfreiwillige Pause.

    Ist klar, was ich meine?
    Ich will versuchen, auch während dieser Chaostage oder Chaosmonaten (oder Chaosjahren :cry::cry::cry: ) auch glücklich zu sein.

    Gute Nacht,
    Doro