Beiträge von Doro

    Ich mag an mir...

    ...meinen Humor in allen Situationen.
    ...dass ich Gefühle zeigen kann.
    ...dass ich mich öffnen kann und mir so viel Hilfe geholt habe.
    ...dass ich ein echter Menschenfreund bin. Ich mag so viele Menschen um mich herum.
    ...dass ich gerne spiele und mich so richtig dafür begeistern kann.
    ...dass ich überhaupt sehr begeisterunsfähig bin.
    ...dass ich fast immer in der Lage bin, das Gute an einer Situation, auch einer schwierigen Situation, zu erkennen.
    ...dass ich kreativ bin. Ich kann Musikinstrumente spielen, ich kann (jedenfalls ein bisschen) malen, ich schreibe gerne.
    ...dass ich mal Halbmarathon gelaufen bin, auch wenn man mir es im Augenblick nicht ansieht :oops: (nun ja, um dahin wieder zu kommen, ist es ein weiter Weg, aber irgendwann ist es wieder soweit 8) )
    ...dass ich klug bin
    ...dass ich es zugeben kann, dass ich manchmal auch doof bin
    ...dass ich mein Studium/meine Ausbildung super gemeistert habe
    ...dass ich beruflich meine Frau stehe
    ...dass ich vieles schultern kann, großes Durchhaltevermögen habe
    ...dass ich jetzt auch Lampen anbringen kann
    ...dass ich nach und nach immer mehr Handwerkliches dazu lerne
    ...dass ich zwei tolle Kinder habe.

    Doro

    Also, so ganz verstehe ich die Diskussion "Ist er nun Alkoholiker oder nicht" nicht! :roll:

    Spielt doch eigentlich keine Rolle.
    Dich stört der Alkohol und er trinkt auf jeden Fall viel.
    Vielleicht ist er erst auf dem Weg zum Alkoholiker?

    Es gibt auch unter den Alkoholikern unterschiedliche Verläufe und manche sind wesentlich dramatischer als andere. Jedenfalls ist das mein Eindruck von den Geschichten, die ich höre.
    Damit will ich nicht sagen, dass es harmlose Verläufe gibt, aber zumindest rutschen nicht alle im gleichen Tempo ab und manche sind lange in der Lage, ein halbwegs geregeltes Leben zu führen.
    Mein Mann ist einer von denen, die NIX mehr auf die Reihe kriegen durch den Alkohol.
    Andere gehen noch regelmäßig arbeiten.
    Manche werden regelmäßig total aggressiv, andere nicht.

    Also, das bringt doch alles nichts mit diesen Diagnoseversuchen.

    Du hast ein Problem mit seinem Alkohol.
    Und du musst darüber nachdenken und dir klar werden, wo deine Grenze ist.
    Und wenn du sagst: So einen (solange er trinkt jedenfalls) nicht als Vater meiner Kinder, dann ist das schon sehr bedenklich. Jedenfalls wenn man sich grundsätzlich eine Familie wünscht.
    Andererseits: Wie gesagt, ich verstehe, wenn du einfach noch Zeit brauchst.

    Die Sache mit dem Kontrollieren macht man automatisch, wenn man ein Problem mit dem Alkohol eines anderen hat. Aber es ist trotzdem falsch, glaube ich. JEdenfalls dann, wenn man sich zu sehr damit beschäftigt. Es ist ein Dilemma: Einerseits will man sich ja nicht vom Partner veräppeln lassen und dieses heimliche Trinken ist total würdelos, finde ich. Ich hatte immer das Bedürfnis, meinem Partner/Mann zu zeigen: Ich durchschaue dich, ich merke, dass du trinkst, brauchst nicht immer so billige Tricks anzuwenden.
    Andererseits: Es zieht einen selbst runter, man fängt an, sich zu sehr mit diesen Dingen, die man doch nicht ändern kann, zu beschäftigen. Man riecht die Fahne und der Tag ist gelaufen. Man findet irgendwo leere Bierdosen und einem wird schlecht.
    Wenn ich das richtig verstehe, beginnt da schon die Co-Abhängigkeit.
    Aber ist das nicht normal, dass man sich darüber aufregt?

    Und mir geht es mittlerweile so, dass ich erkennen muss: Ich habe wahrscheinlich immer nur die Spitze des Eisbergs entdeckt. Vor 6 Wochen hatte mein Mann seinen großen Rückfall und jetzt fallen mir rückblickend immer mehr Trinkgelegenheiten der Vergangenheit ein, die ich übersehen habe, wo er vermutlich auch schon kleine Rückfälle hatte. Wo er mich dauernd ermutigt hat, wegzugehen, und ich schon gekränkt war. Aber das waren wohl solche Sachen. Also SOOO schlau war ich dann doch nicht, vieles hat er sehr wohl erfolgreich versteckt. Und vielleicht zum Glück, denn ich hätte nur darunter gelitten, geändert hätte es wohl nichts, wenn ich das auch noch alles gewusst hätte.

    Also: Das mit dem Kontrollieren ist zwar menschlich, aber man muss da aufpassen, dass man sich nicht selbst damit zerstört.

    Und warum soll es schlecht sein, dass du dich hier angemeldet hast?
    Solange es ein Thema für dich ist, seine Trinkerei, ist es auf alle Fälle richtig.
    Übrigens: vorher hast du geschrieben, du hättest das Gefühl, ihn mit diesem Forum zu hintergehen. - oder so ähnlich
    Das erinnert mich auch an meinen Mann und auch das ist irgendwie nicht gut, wenn du das so empfindest. Das hier ist doch ein anonymes Forum und da kannst du doch machen, was du willst und dir die Hilfe holen, die du brauchst. Auch wenn du ihn total falsch einschätzen würdest (was ich nicht glaube), was kratzt ihn das denn?
    Hier kann dir doch keiner sagen: Tu dies oder tu das.

    Vielleicht bin ich auch von meiner Ehe gestört. Ich sollte vielleicht bei mir bleiben und erzählen, wies bei uns war und dann kannst du sehen, ob da Parallelen sind:
    Mein Mann hat immer die Philosphie vertreten: Außer unserer Beziehung soll nichts nach außen dringen, weil von außen die Leute die Ehe kaputt machen wollen. Bis zu einem gewissen Punkt konnte ich ihm da folgen und ich hab mich auch dran gehalten und fand das gut.
    Aber jetzt, rückblickend, sehe ich: Er hat doch sehr stark versucht, meine Beziehungen zu anderen Menschen und sogar zu Internetforen usw. zu reduzieren. Und ich glaube, auch das war ein Grund, dass ich ungesunde Sachen in usnerer Beziehung nicht mehr als solche wahrgenommen habe. Weil ich von außen gar kein korrektiv mehr hatte. Jetzt, wo wir getrennt sind, sagen mir alle möglichen Leute, dass sie dies und das und jenes schon die ganze Zeit komisch und krank fanden. Dass sie drunter gelitten haben, dass ich mich zurückziehe. Dass ich nach seiner Pfeife getanzt habe. Und jetzt sehe ich: Sie haben Recht!
    Er konnte mich vielleicht nur deshalb so schlecht behandeln, weil ich gewisse Einflüsse von außen nicht mehr zugelassen habe.

    Will ich alles euch nicht unterstellen, dass das bei euch auch so ist.
    Nur so als Denkanstoß.
    Ich sehe nicht, was an diesem Forum falsch sein soll.

    Liebe Grüße,
    Doro

    Hallo Dzan,

    ich habe damals auch mit der Trennung gewartet, bis ich so weit war.
    Weil ich es albern fand, zu drohen "Entweder... oder ich gehe", wenn man es dann nicht durchziehen kann. Und von außen meinten alle: Du musst dich trennen.
    Und ich hab immer gesagt: Ja, ich weiß, aber ich kann mich im Augenblick nicht trennen.
    Und ich denke immer noch: Das war eben so.
    Da mache ich mir bis heute keine Vorwürfe, obwohl das Ergebnis natürlich nicht gut war.
    Aber manche Erfahrungen muss man eben machen, bevor man so weit ist.

    Aber: Was du tun kannst, nimmst du jetzt in Angriff und das finde ich toll.
    Versteife dich nicht auf die Trennungsfrage, sondern tue für DICH, was du jetzt tun kannst, ohne dich zu trennen.
    Dich gründlich informieren, deine eigene Rolle zu reflektieren, Kontakt aufzunehmen, Erfahrungen zu hören, dich zu stärken.

    Darin möchte ich dich bestärken.

    Klar: Trennung wär wahrschienlich das beste.
    Aber ich kann dich total verstehen.

    Liebe Grüße
    Doro

    So, gestern hat mich wieder die Realität eingeholt. :cry::cry:

    Er hat wieder angerufen und nachdem ich ihn die Tage zuvor konsequent weggedrückt hatte, habe ich jetzt doch wieder versucht, ein Gespräch zu führen.
    Das Problem ist: Ich habe das Gefühl, dass ich ihm Geld schuldig bin, d.h. ich habe unser GEld auf MEINEM Konto und ich hatte ihm die Vollmacht entzogen, weil ich Angst hatte, er räumt da ab.
    Jedenfalls hatte ich ihm vorletzte Woche einen gewissen Betrag ausgezahlt, aber ihm steht mehr zu und es gibt noch ein Sparbuch, das auf meinen Namen läuft mit seinem Geld.

    Aber ich war auf dem Standpunkt: Wir haben hohe Schulden wegen dem Haus und wenn ich ihm jetzt das Sparbuch auszahle, dann hat er überhaupt keinen Grund mehr, sich über die finanzielle Zukunft GEdanken zu machen. Aber er weigert sich einfach, das mit mir zu besprechen, ist ja auch klar eigentlich, was soll dabei rauskommen? Da gäbe es am Ende nur eine Schlussfolgerung.
    Er muss Geld verdienen :arrow: Er muss arbeiten :arrow: solange er säuft, kann er nicht arbeiten :arrow: er muss sich behandeln lassen.
    Und das will er nicht.

    Also, ich weiß es nicht, soll ich ihm das Geld doch einfach geben?

    Zweites PRoblem:
    Er beharrt darauf: Er will ins Haus zurück.
    Ich kenne das aus seiner Geschichte: Er ist unfähig, sich selbst eine wohnung zu suchen. Wohnt ja jetzt im Hotel, was alleine schon eine Unverschämtheit ist. Hier gibts tausend Ferienwohnungen, die wesentlich billiger sind als ein Hotel. :evil: Eigentlich hat er sich noch NIE, seit wir uns kennen, seit 16 Jahren, selbst eine Wohnung gesucht. Immer habe ich dafür gesorgt, außer nachdem er trocken geworden war, aber ich glaube selbst da hat ihm ein Sozialarbeiter oder so geholfen.
    Ich meine, er ist ja nicht doof, er könnte sich natürlich was suchen und DABEI würde ich ihm sogar helfen, allerdings ungern, denn so einen Mieter wünscht man niemandem. Ne, eigentlich will ich ihm auch DABEI nicht helfen.

    Aber was mache ich, wenn er einfach wieder hier vor der Tür steht? :cry:
    Ich habe zwar die Schlösser ausgewechselt, aber wenns hart auf hart kommt, hat er natürlich ein Anrecht darauf, hier zu wohnen, weils auch sein Haus ist.
    Aber wenn er wieder hier wäre, das wäre echt für mich ne Katastrophe.
    Ich hasse diese Atmosphäre, die er verbreitet, er ist so hasserfüllt, er beschimpft mich. Und wenn er nichts sagt, spricht sein Verhalten Bände.
    Ich kann und will mit ihm nicht unter einem Dach leben müssen.
    Und außerdem - das meint auch meine Anwältin - wird es dann irgendwann ein echtes Problem, ihn rauszubekommen, wenn wir das Haus verkaufen wollen.
    Man kann zwar irgendwie vom Gericht klären lassen, wer hier wohnen darf, aber was, wenn er sich dann krankschreiben lässt und einen auf Härtefall macht usw.
    Ich wollte ja schon für mich und die Kinder was Neues suchen, obwohls verrückt wäre: Er hier alleine im riesigen Haus, ich mit den Kindern in irgendeiner kleineren Wohnung.
    Aber abgesehen davon: Wir müssen das Haus wahrscheinlich früher oder später verkaufen. Und das wird nicht gerade einfacher, wenn er hier drinhockt. Und in seinem Zustand wird er sich auch um nichts kümmern. Ich habe auch Angst, dass was kaputt geht und er tut nichts.
    Das ist ja das Problem: MAN KANN NiCHTS BESPRECHEN. :evil:

    Ich habe wahnsinnige Angst vor ihm. Ich komme nicht gegen ihn an, obwohl ich eigentlich die Stärkere bin.
    Er tyrannisiert mich mit seiner Schwäche, mit seiner Sturheit und mit seinem Gebrülle.
    Gestern Nacht wieder:
    Du widerst mich an.
    Du bist eine Terroristin.
    Dass du faul bist, ist ja bekannt. (der war gut :lol::lol: ).
    Du hast mein Leben zerstört, ich werde deins auch zerstören.
    Und manchmal hat er noch viel härtere Kaliber.

    Kann man denn sich gegen sowas rechtlich überhaupt nicht schützen?
    Ist das nicht strafrechtlich irgendwie relevant?

    Bin ratlos und eingeschüchtert. :(

    Doro

    Ja, das mit dem Titel bezieht sich auf die Vergangenheit.

    Richtig, mein Motto ist jetzt: Für mich und die Kinder tu ich alles. :idea:

    Im Augenblick sind die Fronten halt sehr klar. :wink:
    Eigentlich habe nicht ich mich getrennt, sondern ganz klar er, bloß dass er nicht ausgezogen ist, sondern sich einfach trinkend im Wohnzimmer verschanzt hat.
    Erst gab es eine Phase von ca. 14 Tagen, in denen er wieder das alte Trinkschema hatte und ich am Boden zerstört war. Dann wurde er immer aggressiver, bis es schließlich eskalierte und ich mich so bedroht fühlte, dass ich die Polizei rief und da ist wiederum bei ihm was gerissen und seitdem betrachtet er mich als Feindin. Ich weiß auch nicht, ob ich das mit der Polizei gemacht hätte, wenn ich nicht tatsächlich an jenem Abend selbst was getrunken hätte. :lol::lol::lol:
    Das war echt so! :lol::lol::lol:
    Ich trinke sonst wirklich nie, aber sein Rückfall hat mich so verzweifelt gemacht und wir hatten da von Nachbarbesuchen diesen Kräuterlikör rumstehen und da dachte ich: JEtzt will ich auch mal abschalten.
    Und ich vertrag eh nichts, aber vielleicht hat das die Hemmschwelle auch bei mir herabgesetzt.

    Ich habe lange mit mir gehadert, ob das mit der Polizei nicht zu viel für ihn war, aber mittlerweile denke ich: Nein, das war genau richtig, denn hier hast du endlich zum ersten Mal "Stopp" gesagt, eine Grenze gezogen, die sogar er versteht. :twisted:

    Aber er war sehr sehr wütend über die Polizeiaktion und statt sich zu entschuldigen, war ich die Böse, die "wegen nichts" einfach so hysterischerweise die Polizei ruft und ihm die Zukunft verbaut (was natürlich Quatsch ist). Ich hatte mich schon halb entschuldigt "Das mit der Polizei war vielleicht nicht richtig", aber hat mir alles nichts genützt. Ich war jetzt für ihn gestorben.
    Er hat sich wie gesagt fast nur noch in dem einen Raum aufgehalten und mich ab und zu angebellt, dass er mit mir nichts mehr zu tun haben will oder mich gelegentlich mit Psychoterror-Diskussionen (z.B. dass ich mit den Kindern nicht mehr gemeinsam weg darf und sowas) belastet.

    Also ich war erstmal überhaupt nicht klar und stark, ich hab ihm hinterhergewinselt, dass er doch nicht alles kaputt machen soll und dass wir doch endlich uns aussprechen müssen usw.
    Aber ziemlich schnell habe ich mich an die Zeit ohne ihn erinnert, die 3 Jahre nach unserer ersten Trennung und mir wurde klar, dass ich ohne ihn wahrscheinlich wesentlich besser dastehe.
    Weil ich mit ihm auch verdammt einsam war, vielleicht einsamer als alleine. Und das, obwohl er trocken war. :!:
    Aber er hat eben offenbar auch ohne Alkohol irgendwie eine gewalttätige Seite. Ich denke jedenfalls jetzt, dass es eine Form von Gewalt ist, wenn man den Partner so nötigt und zu isolieren versucht. JEdenfalls habe ich das so gelesen über häusliche Gewalt: Sie beginnt immer mit Isolationsversuchen. Und das war bei uns so, er hat eigentlich so gut wie alle meine Kontakte (mit ganz wenigen Ausnahmen) madig gemacht.
    Also darüber könnte ich ewig schreiben, aber was ich sagen will: Es hilft mir jetzt sehr, dass ich schon mal ein paar Jahre von ihm getrennt war. Ich habe mich damals sehr lebendig gefühlt. Nicht nur glücklich, auch oft traurig, ängstlich, alles war dabei. Aber irgendwie sehr im Kontakt mit mir selbst und auch mit anderen. Und während meiner Ehe war das irgendwie immer so anstrengend. Ich hatte das Gefühl, nichts einfach ausleben zu können, immer musste ich sozusagen einen Antrag stellen und selbst den Kontakt zu den Kindern konnte ich nicht einfach so herstellen. Er hat z.B. sich aufgeregt, wenn das Ins-Bett-Bringen zu lange gedauert hat, und solche Sachen. Ich genieße das jetzt so sehr, dass ich einfach endlich Mutter sein darf und nicht mir immer was anhören muss, dass ich die Kinder verwöhne, nicht im Griff habe usw. usw.
    Sowas gibts bis zum gewissen Grad wahrscheinlich in vielen Ehen, aber glaubt mir, er war im Umgang mit den Kindern schon extrem komisch, das sagen mir jetzt alle, die uns kennen und mit denen ich jetzt (endlich wieder) Kontakt habe.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich kann an dem Gefühl von damals anknüpfen und das gibt mir eine Vision von dem, wie es sein kann, mein Leben ohne ihn. (und es hat ja schon begonnen, hoffe ich, hoffentlich versucht er nicht, zurück ins Haus zu kommen!!!!)

    Aber dieses ganze Zaudern, einen Alkoholiker zu verlassen, das habe ich auch alles durch. Damals habe ich zwei Jahre gebraucht von dem Entschluss, dass ich mich unbedingt trennen MUSS, wenn er weiter trinkt, bis zur Durchführung. Es ist mir sehr sehr schwer gefallen, ich musste es sozusagen komplett gegen mein Gefühl machen, nur vom Verstand her agieren. Ich wusste: Wenn ich bei ihm bleibe, fahre ich mein eigenes Leben gegen die Wand.
    Und nur diese Erkenntnis hat mich vom Verstand her angetrieben, mein Gefühl sagte damals immer: Bleib bei ihm, er braucht dich.
    Aber das war natürlich Unsinn. Er hat mich zum Trinken nicht gebraucht und es war, denke ich, in seinem Trinkerleben noch nicht mal ein besonders tiefer Einschnitt, als ich weg war. Seine Versuche, mich zurückzuerobern, waren auch sehr mager. Ehrlich gesagt, erinnere ich mich gar nicht daran, dass er es überhaupt ernsthaft versucht hat. :roll:
    Allerdings habe ich damals den Kontakt auch nicht ganz abgebrochen, das war vielleicht auch ein Fehler. Und was definitiv falsch war: Ich habe damals die Sache mit der Co-Abhängigkeit für mich nicht ernst genommen, ich fand das blöd, nun noch mich selbst irgendwie mitverantwortlich zu machen.

    Aber das will ich diesmal besser machen.

    Mich nerven schon die ganzen Leute, die mich dauernd fragen, was er macht, ob er wieder arbeitet (Kann ich mir nicht vorstellen).
    Ich weiß es nicht, er redet nicht mit mir und ich nicht mit ihm
    Und ich bin froh über jeden Tag, an dem ich meine Ruhe habe. :twisted:
    Natürlich würde ich gerne mit ihm die praktischen Dinge besprechen, wovon er in Zukunft zu leben gedenkt :evil::evil::evil: .
    Das ist ja alles offen, wies jetzt weitergehen soll.
    Aber solange ich da nichts klären kann, was soll ich machen?

    Mit der Energie, das ist ein guter Hinweis.
    Es ist wohl so: Die ganze Energie floss in seine Sache in den vergangenen Jahren. Deshalb meine ich: Ohne ihn stehe ich so viel besser da, ich müsste nur lernen, mir selbst sozusagen die Kommandos zu setzen, denn daran hapert es mitunter. Mir fällt es leicht, micht mit Herzblut für irgendein großes Ziel (z.B. eine Prüfung) einzusetzen, aber wenn es um den normalen Alltag geht, bin ich da nicht so zielstrebig und eher nachlässig.
    Er hat mich sozusagen zu Höchstleistungen angetrieben, wobei er aber immer die Zielrichtung vorgegeben hat und das müsste ich jetzt eben selbst tun und das Ziel sollte nicht irgendwo da draußen liegen, sondern bei mir. Weiß nicht, wie ich das sagen soll.
    Jedenfalls wäre es wohl auch falsch, sich jetzt wieder ein neues "hohes Ziel" aufzubauen und mit Hochdruck daran zu arbeiten. Ich muss selbst auch lernen, das Maß zu halten. Man kann nicht immer nur powern powern.

    Aber wie gesagt: Aus meiner Singlezeit habe ich da schon eine Reihe von Rezepte.
    Viel Ruhe gehört dazu, möglichst viel Schreiben, wenig oder kein Fernsehen, Spaziergänge. Dann komme ich zu mir selbst.

    Hoffentlich will den ganzen Kram hier überhaupt eine lesen. :oops:

    Drückt mal die Daumen, dass der Kerl wegbleibt. :evil::evil::evil:

    Doro

    Hallo, bin neu und meine Story erstmal in Kurzform:

    Mit Anfang 20 als hilfswütige Studentin meinen jetzigen Mann kennengelernt, der damals schon trank.
    7 Jahre Beziehung, am Ende bei mir der Leidensdruck so, dass ich die Trennung schaffte.
    3 Jahre später endlich bei ihm der Leidensdruck so, dass er trocken wurde. Allerdings erst, als er wegen GEsundheitsproblemen ins Krankenhaus kam.

    Er wurde wie durch ein Wunder ein anderer Mensch und machte sich daran, sein Leben zu ordnen und sein Studium endlich zu beenden.
    Und dafür brauchte er natürlich mich.
    Und nun war er trocken, also musste (?) ich ihm doch helfen.
    Und half und half und half.
    Und vernachlässigte meinen Beruf, meine GEsundheit und später meine Kinder, die wir dann zusammen hatten.
    Wir inzwischen verheiratet, zwei Kinder, und sein PRojekt war jetzt unser Projekt. :shock:

    Vor einem halben Jahr war alles geschafft:
    Er war im bürgerlichen Leben angekommen, hatte seine Ausbildung abgeschlossen und den Berufseinstieg geschafft und verdiente endlich Kohle. Wir hatten usnere beiden Kinder und da kauften wir auch gleich auf Kredit ein Haus.

    Und ich dachte: Jetzt kannst du dich mal langsam wieder um dich selbst kümmern. PUstekuchen :cry::cry::cry:

    Stattdessen bekam er vor 6 Wochen einen richtig extremen Rückfall.
    Mir wird jetzt klar, dass das sich schon länger ankündigte, aber ich hatte es nicht so recht wahrhaben wollen, war selbst irgendwie realitätsfern. :roll:

    Die Folge:
    Er wird aggressiv, mindestens verbal.
    Er hasst mich.
    Er geht nicht mehr arbeiten.
    Unsere finanzielle Zukunft (Haus!) steht in den Sternen.
    Und mir ist klar: Ich will die Trennung, d.h. ich betrachte uns bereits als getrennt. :twisted::twisted:

    Zurzeit bin ich alleine in dem Haus, aber er will eigentlich zurück, um Geld zu sparen, aber ich merke, dass ich das auf keinen Fall mehr will.
    Ich ertrage ihn nicht mehr, ich brauche meine Ruhe.

    Und in dieser Ruhe merke ich erst, was ich die ganze Zeit gemacht habe: Totaler Wahnsinn :twisted::twisted::twisted: .
    Meine Kontakte vernachlässigt, mich vernachlässigt, die Kinder vernachlässigt.
    Und zwar erstens für das "Projekt", aber vor allem auch einfach, weil er es so wollte. Wie oft habe ich versucht, mich dagegen zu sträuben. Aber in allen Dingen war er derjenige, der im Zweifel seinen Kopf durchgesetzt hat, entweder mit Schmeicheln oder zunehmend auch mit Brüllen und Nötigen.
    Und ich habe bis zu seinem Rückfall nicht eine Sekunde an Trennung gedacht. :(

    Das ist doch irgendwie krank, sogar sehr krank! :roll:

    Aber wenigstens ist es mir jetzt klar.
    Und ich kann ihm nur dafür danken, dass er sich aufführt wie der Teufel persönlich, sodass ich gar nicht erst in Versuchung kam, mich mit ihm auf faule Weise zu versöhnen.

    Aber es liegt ein steiniger Weg vor mir:
    Die ganzen praktischen Fragen (Finanzen, Haus, werde ich Unterhalt an ihn zahlen müssen) und dann wird er bestimmt mit seinem Psychoterror weiter machen...

    Und dazu noch die Trauer, denn ich habe ihn geliebt.

    Soweit erstmal
    Doro