hi Robert B,
Verstehe mich hier bitte richtig.Ich versuche mich verstaendlich auszu
druecken und meine was ich sage.Ausserdem bin ich weiss Gott kein
Moralapostel-doch ich entdecke in Deiner Schilderung eine Verbitterung.
Es tut einerseits Leid,was Dir widerfahren ist,andererseits finde ich eine
Bestaetigung meiner Lebenseinstellung.Die boese "Heckenschere" war
Schuld am Scheitern Deiner Trockenheit?Ist das nach 18 Jahren Abstinenz
wirklich Dein Ernst?Egal was diese "Heckenschere auch verkoerpert,fuer
mich hoert sich das nach klassischer Verschiebung von Verantwortlich-
keiten an.Auch ich bin mir bewusst,dass eine langjaehrige Trockenheit
alleine keine Garantie dafuer ist,keinen Rueckfall zu bauen.Es bedarf
der kontinuirlichen Auseinandersetzung mit sich selbst.Daher sind Rueck-
fallgruende nach langer Trockenheit allenfalls Vorfaelle die die mangelnde
Auseinandersetzung mit sich selbst dokumentieren.
Ich kann das Blatt drehen wie ich will,ich komme immer wieder zum
gleichen Ergebnis!
Auch ich bin nicht gefeit vor einem Rueckfall.Rechtfertigungen fuer einen
solchen haben immer einen nassen Beigeschmack.
Die in unserem Krankheitsbild beschriebene Ohnmaechtigkeit,das heisst
nicht mit absoluter Sicherheit einen Rueckfall ausschliessen koennen,
erleichtert uns unsere Kapitulation vor dem Alkohol.Wir brauchen uns
nicht unter Stress zu stellen,um ein Ziel zu erreichen,weil wir die Moeglich-
keit menschlichen Versagenes und Vergessens in unsere Ueberlegungen
eingebaut haben.Missbraucht man allerdings dieses Instrument der
Selbstberuhigung so wirkt das entgegengesetzt.
Ronald B,Schade ist,dass Deine Erfolgsserie von 18 Trockenjahren un
wideruflich unterbrochen wurde.Doch in dieser Erfahrung liegen bestimmt
auch neue Chancen.
Ich wuensche Dir weiterhin Trockenheit und bald einsetzende Zufrieden
heit!!
Gruss
Beiträge von mustasch
-
-
hello Ronald B,
Wieder einmal schlage ich mir die Nacht um die Ohren.Hoffe nur,dass
dieses Forum mich nicht suechtig macht!!
Geduld oder Beherrschung kann man ueben.Sich in Geduld zu fassen
kann grausam sein.Manchen Entwicklungen kann man nicht durch puren
Aktivismus vorgreifen.
Saeht man eine Pflanze,so hat man zu warten bis die ersten Triebe
ausschlagen.Egal was man auch tut,man aendert nichts an der Tatsache
das alles seine Zeit braucht.
Es ist fuer viele Alkoholiker moeglich fuer einen bestimmten begrenzten
Zeitraum moeglich abstinent zu leben,um ein bestimmtes Ziel zu er
reichen.Ist das Ziel erreicht,geht die Sauferei oft von vorne los.Es sei
denn,der Betroffene arbeitet an sich
Grundlage meiner Trockenheit war die bedingungslose Kapitulation vor
dem Alkohol.Ich konnte nicht mehr.Ich habe eingesehen,dass er viel
staerker ist als ich.Also bitte-warum sollte ich dann noch einmal anfangen
zu saufen.Ich renn doch auch nicht gegen eine Strassenbahn -oder!!
Ich habe meinen eigenen Frieden geschlossen.ich muss nicht mehr
kaempfen und bin frei.Ein Gefuehl,dass mich eher befluegelt als belastet!!
Gruss -
hi there;
Moechte dem Andi beipflichten.Die Wortwahl ist fuer uns ein wichtiger
Factor.Mir war die Wortwahl als nasser Alki nie so richtig "bewusst".
Wenn ich mit vollem "Bewusstsein" eine Willenserkaerung mit den
Woertern ich will-oder ich will nicht abgebe,dann bringe ich damit zum
Ausdruck,dass Nichts und Niemand mich zu einem Umdenken bewegen
kann.
Fuer uns Alkoholiker ist eine derartige unwiderufbare Willenserklaerung
ein Fundament der Tockenheit.
Sabiene,auch ich wuensche Dir weiterhin eine gut trockene Zeit
Gruss -
hi Paolo,
Dein Willkommensgruss tat gut!
Schluesselerlebnisse hatte und habe ich beinahe jeden Tag.Damit meine
ich die alltaegliche Auseinandersetzung mit mir und meinem Leben.
Bei der Recherche meines ersten Lebens konnte ich keine eklatanten
Vorkommnisse entdecken,die mich atock in die Sucht getrieben haetten.
Vielmehr war es ein Sammelsurium aus Negativeigenschaften wie
mangelnde Selbstsicherheit und Selbstvertrauen um nur einige zu nennen.
Vieles konnte ich zu dieser Zeit wegtrinken,ohne auch nur im Ansatz
irgend etwas zu veraendern und zu merken,dass ich immer weiter ab-
rutschte.Die letzten fuenf Jahre meiner nassen Laufbahn hatte der Alk
mich so im Griff,dass es mir beim Saufen gar nicht mehr um die Beseitig-
ung meiner seelischen Defizite ging,sondern nur noch um die reine
Alkoholwirkung als solche.
Natuerlich habe ich Verhaltensstrategien entwickelt,um mich vor einem
Rueckfall zu schuetzen.So versuche ich einen geregelten Tagesablauf
zu planen und auch durchzufuehren.Ich achte in besonderer Weise auf
meine Gesundheit seelisch aber auch koerperlich,schliesslich geht es ja
um mich und was ist wichtiger auf dieser Welt!!!
Ganz wichtig ist auch der rege Gedankenaustausch mit meiner SH-Gruppe
der schon oft mein Denken bestaetigt aber auch korrigiert hat
Schwere Schicksalsschlaege sind mir Gott-lob bislang erspart geblieben
Wenn es aber dennoch einmal dazu kommen sollte,hoffe ich schnellst
moeglich einen Gesprarchspartner zu finden.Dazu habe ich eine Telefon
liste bereit.
Gruss -
hello Oliver,
schoen Dich unbekannter Weise kennenzulernen!
Die Frage nach den Urspruengen meiner Krankheit beschaeftigte mich
in der ersten Trockenheitsphase enorm.
Die Aufarbeitung meines ersten Lebens liess mich erkennen wer ich
ueberhaupt bin.Es war eine teilweise erschreckende Feststellung zu
entdecken,mit wie vielen geistigen und seelischen Defiziten mein frueher-
es Leben einher ging.Oft stiess ich bei der Reise zu mir selbst auf Ent
deckungen,die moegliche Ausloeser meiner Alkoholsucht gewesen sein
koennten.Aber den absoluten Ausloesungspunkt konnte ich nicht finden.
Ich nehme an,dass bei mir eine Anhauefung seelischer Dezifite moeglicher
Weise Ausloeser meiner Sucht war.
Irgendwann habe ich aufgehoert nach Gruenden zu forschen.Es machte
keinen Sinn,belastete mich nur,weil ich nicht weiter kam im Ergebnis.
Ich habe fuer mich akzeptiert,dass es so ist-Diese Akzeptanz blockiert
mich nicht weiter und erleichtert die Behandlung meiner Krankheit unge-
mein.Zumal irgendwann im Laufe meiner nassen Laufbahn derAlkohol
in meinem Leben eine Eigendynamik entwickelt hatte.
Ich moechte aber auch ein Positivum aufzeigen-Ohne meinen Alkoholismus wuesste ich bis heute nicht wer ich bin.hi there,starfish,
Als 69er Ableger traueme ich noch heute von einem Frisco-Trip
Alte Hasen und neue Huepfer sitzen alle in einem Boot,umgeben von
einem Meer aus Alk.Jeder sollte jedem helfen,so ist es auch fuer einen
alten Hasen wichtig seinen Part zu ubernehmen um nicht unterzugehen
und abzusaufen.
Gruss -
hi Bernd G
Ja ich schreibe aus Edmonton und es ist jetzt 5,30 h.am
werde die Augen verdrehen war schoen bei Euch heute gute nacht
gruss -
hi Biene,
Danke fuer den freundlichen Empfang!
In den ersten Jahren meiner Trockenheit war mein Freundes-und Be-
kanntenkreis auf die Mitglieder der SH-Gruppe beschraenkt.Zu dieser
Zeit verbrachte ich gut dreiviertel meiner Freizeit mit der Suchtkranken-
hilfe.Dieser Umstand beschied mir in dieser Phase ein hohes Mass an
Sicherheit.Ich war von der Thematik Sucht so faziniert,dass mir Normalos
gaenzlich uninteressant erschienen.Aber bitte,meine Vorgehensweise
sollte nicht unbedingt Nachahmungscharakter haben!!
Ich kann diese Welt nicht aendern.Auf Grund dieser Erkenntnis und meiner
relativen Sicherheit ist es mir heute egal,ob jemand neben mir trinkt oder
nicht.Nur ich provoziere solche Gelegenheiten nicht unbedingt.Manchmal
laesst sich ein Contact bei Feiern,Festen nicht vermeiden.OK Ich lebe
nicht alleine auf der Welt-Nur der Gestank widert mich an.
Gruss -
hi vaan,
schoen das Du geantwortet hast.
Nein ich hatte keinen Rueckfall.Mit dem Trockenlegen ist die Arbeit in der
Suchtkrankenhilfe gemeint.Ich war die erste Zeit dort mehr als aktiv
und hatte mich nach dem Ganz oder Garnicht Prinzip des oefteren verannt
Gruss -
hi there,
alles zu seiner Zeit-Diesen Spruch musste ich in meiner anfaenglichen
Trockenheit mir immer wieder auf die Fahne schreiben.Ist es doch so
schwer die Euphorie erster positiver Trockenheitserlebnisse zu bremsen
um sein seelisches Gleichgewicht zu finden.
In den ersten zwei Jahren meiner Trockenheit fuehlte ich mich so sicher,
dass ich ganze Strassenzuege trockenlegen wollte.Schnell wurde mir in
einer Sh-Gruppe mein Fehlverhalten klar gemacht,was bei mir in voelliges
Unverstaendnis muendete,kratzte solche Kritik doch zusehr an meinem
Ego.Das die alten Hasen mich kritisierten liess mein gestoertes Autoritaets
empfinden gewaltig entflammen.
Heute weiss ich,wie nass ich damals doch dachte.
Ein weiteres Jahr verging und noch ein Jahr und staendig konnte ich eine
Veraenderung meiner Betrachtungsweisen und Lebenseinstellungen bei
mir feststellen.Und nicht nur ich,sondern auch Andere.Insbesondere aber
die alten Hasen aus der Sh-Gruppe.
Allmaehlich entpuppte ich mich als einer von Ihnen.
Ich blicke nun auf neun Jahre Trockenheit zurueck und moechte keines
missen,sonst waere ich nicht da wo ich jetzt bin.
ich habe 30 Jahre mein Leben weggesoffen und werde wahrscheinlich
hoffentlich ebensolange Trockenheit zum punkt null benoetigen.Da kommt
es nicht auf ein paar Jahre,Monate oder gar Wochen an.Wie sich doch
ein Leben aendern kann-Frueher konnte ich keine 8 Stunden ohne Alk
ueberstehen,heute zaehle ich meine Trockenheit in Jahre.Fuer diese
Entwicklung brauchte ich Geduld und Gelassenheit,die wuensche ich
allen forumsmitgliedern Gruss -
hi there,starfish
Auch ich bin neu in diesem Forum,wenngleich auch einige Jahre trocken.
Die Uebergaenge zwischen Gefaehrdung und Abhaengigkeit sind fliessend
und werden vom Betroffenen meist nicht wahr genommen.
Fragt mich heute jemand ab wann ich denn nun Alkoholiker gewesen sei,
so kann ich ihm keine konkrete Zeitangabe nennen,allenfalls Vermutungen
Es gibt zwar Selbsteinstufungs-methoden,wie zB. die Jelinek-Sucht-Pyram
ide mit deren Hilfe man sich selbst einordnen kann.Sie ist aber in ihrem
Verlauf nicht auf jeden Betroffenen abzuleiten,Besser ist ein Hinterfragen
der eigenen Trinkverhaltens und absolute Ehrlichkeit zu sich selbst.Ich brauche
bei dem Beschaeftigen mit mir selbst keinem etwas vormachen-oder muss
ich mich selbst beluegen damit ich ruhigen Gewissens weiter saufen kann?
Bereits als Zwanzigjaehiger wurde ich von meinen Eltern und Freunden
oft darauf hingewiesen,dass ich doch zuviel trinke.Damals schoss ich alle
Bedenken in den Wind.-ich doch nicht und dann im Vergleich die Anderen
tranken doch viel mehr als ich-und nur weil ich an den Wochenenden mal
ein bischen mehr trank.
Es kam wie es kommen musste.Aus den Wochenenden wurden Tage,aus
den Tagen wurden Stunden.Nach 25 Jahren Saufzeit konnte ich keine
weitere Stunde ohne Alk ueberstehen.
Lass es nicht soweit kommen und nimm Dein Gefuehl und Gewissen ernst
Viel Erfolg und eine hoffentlich trockene Zeit