Beiträge von Diandra

    Hallo Cyan,

    Zitat

    Hm, ich möchte halt, dass ER was macht. Ich habe keine Lust, wenn ich mal frei habe, das Zusammensein mit seinen Kindern dann auch noch zu organisieren. Ich kümmere mich rund um die Uhr und die drei Stunden in der Woche will ich FREI haben.

    Verständlich, aber wie kannst Du entspannen, wenn Du weißt, das Deine Kinder diese 3 Stunden nicht gerade besonders liebevoll betreut werden ?

    Wenn sich etwas ändern soll, dann muss man selber dafür sorgen, dass es sich ändert. Notfalls muss man dafür auch mal ein paar Stunden "opfern". Das machst Du doch dann Deinen Kiddys zuliebe.

    Mir scheint, die kostenlose Betreuung ist Dir wichtiger. Ich kann ja verstehen, dass man für sich selber "Auszeiten" braucht, aber doch nicht auf Kosten der Kinder.

    Ein Gespräch könnte da doch manches klären oder sogar ins Rollen bringen. Du machst Dir zwar Gedanken um Deine Kinder, willst aber eigentlich auch keine Konsequenzen daraus ziehen, weil das evtl. Unanehmlichkeiten für Dich mit sich bringen könnte.

    Grüßle
    Diandra

    Boah, sind schon wieder 4 Wochen rum :shock:

    *mal.mein.sonnengelbes.Eckchen.entstaube* :D


    Mir geht es einfach gut.

    Mr. Vielleicht ist wieder aus der Versenkung aufgetaucht. Er hat seine LZT abgebrochen, ist wieder in unsere Stadt gezogen und hat nun eine eigene Wohnung und Arbeit. Zur Zeit hat er wohl mal wieder eine trockene Phase.
    Wir haben lockeren Kontakt, meist übers Telefon, da er den Kontakt zu seinen Mädels halten will.

    Wir können normal miteinander umgehen, haben uns auch schon 2-3 x getroffen, aber meine "Anhänglichkeit" hat sich in Luft aufgelöst. Ich muss ihn nicht mehr um mich haben. Ich freue mich über einen Anruf oder eine Hilfestellung, kann ihn dann aber auch wieder gehen lassen ohne die leise Hoffnung zu hegen, dass wir jemals wieder eine Beziehung haben werden.

    Es regt sich keinerlei Eifersucht mehr wenn er von seiner Wohnung redet, von den Verschönerungen und was er sich für die Zukunft vorgenommen hat.

    Bin schon etwas erstaunt, dass ich nach 2 1/2 Jahren dann doch loslassen konnte. Fünf Wochen absolute Funkstille haben mir geholfen mich zu sortieren. Das Alleinleben mit meinen beiden Töchtern gefällt mir gut. Wir haben unseren Rhythmus gefunden, viel Harmonie und Ruhe ist eingekehrt.

    Die letzten 8 Tage waren meine beiden Töchter jeweils mit einer Jugendgruppe in Spanien. Für mich wieder ein Schritt weiter um zu sehen, ob ich auch mit mir allein klar komme. Ich muss sagen, ich habe es genossen. Keine Langeweile, es ging mir gut. War sozusagen die 1. Übungsphase :P, denn irgendwann werden die beiden ihre eigenen Wege gehen.

    Ich habe keine Angst mehr vor dem Alleinleben, lebe auch nicht in einem Schneckenhaus und nehme jeden Tag so wie er kommt.

    Falls Ihr hier noch lesen solltet: liebe Grüße an Webby und Sunas :D


    Dia

    Zitat von cyan

    Naja, die Große vermisst er, glaube ich schon. Er sagt halt nichts und kommt auch nicht auf Ideen, was man mit den Kindern machen könnte. Ich versuche, den Kindern den Kontakt zu ihm zu ermöglichen. Die Große vermisst ihren Papa ja auch. Er sie glaube ich auch, er ist halt völlig unbeholfen. Außerdem ist er völlig selbst in kindlichen Strukturen stecken geblieben. Er grüßt mich z. B. nicht und verabschiedet sich nicht von mir (nur von den Kindern). In meinen Augen echte Kinderk... Er setzt sich nicht mit mir auseinander sondern säuft dann lieber und bemitleidet sich.
    Er ist EIGENTLICH ein sehr liebenswerter Mensch und die Kinder sollten den Kontakt zu im nicht total verlieren, sie sehen ihn sowieso nur ein bis zweimal in der Woche...
    Ich hätte nicht gedacht, dass das so ein Problem wird.

    LG Cyan

    Hi Cyan,

    nun, dann versuche es doch ein wenig zu ändern. In kleinen Schritten. Z. B. gemeinsam auf den Spielplatz gehen, auf einer Wiese Fußball spielen, gibt doch einiges, womit man Kinder auspowern und glücklich machen kann.

    So gefällt es Dir nicht, er handelt nicht, dann unternimm Du doch etwas. Unterbreche diese merkwürdige Routine, die Dir nicht gefällt. Wahrscheinlich braucht er einen ordentlichen Schubs - vielleicht kann er sich ja aufraffen und findet selber ein wenig gefallen dran. Es mal anzusprechen und auch auszuführen, dass müsste doch machbar sein, wenn er seine Kinder tatsächlich um sich haben will. Unbeholfen wirken kann ja auch sehr bequem sein, wenn man es zulässt.

    Grüßle
    Diandra

    Hallo Laurina :)

    Zitat

    Wenn man aber als Kind unterversorgt war, weil ein Elternteil suchtkrank war, ist die co.-abhängige Prägung weitaus intensiver. Die Eltern war ja das Vorbild, das was gelebt wurde, schien normal, vom angetrunkenen Vater wollte man geliebt und geachtet werden, um seine Liebe musste man buhlen und kämpfen. Wenn man das Gesunde nicht kennt, vermisst man es wohl auch nicht, bzw. man fühlt sich von dem Bekannten immer wieder angezogen. So nach dem Motto, lieber das bekannte Unglück, als das unbekannte Glück. Insofern muss das in der Kindheit nicht Erlernte später mühsam nachgeholt und erarbeitet werden. Das fällt aber nicht vom Himmel.

    Das ist mir klar und das bezweifel ich auch ganz bestimmt nicht.

    Ich kann nur nichts mit der Aussage anfangen, dass praktisch bei jedem in der Kindheit die "Co-Abhängigkeit" angelegt wird. Das stimmt meines Erachtens so nicht. Darum ging es mir auch eigentlich nur.

    Das es furchtbare Kindheiten gibt, und zwar viel zu viele ist mir auch klar.

    Ich bin dankbar, dass ich "glücklich" und geliebt aufwachsen durfte.

    Grüßle
    Diandra

    Hallo Cyan,

    Kinder haben sehr feine Antennen und verstehen mehr als man glaubt.

    Eigentlich sollte er von sich aus kommen und die Kinder sehen wollen, mit ihnen spielen, mit ihnen auf dem Spielplatz rumtoben.

    Sie merken doch auch, wenn er überfordert ist, wenn er sie gerade mal "duldet". Ich kann mir nicht vorstellen, dass so eine Situation für die Kiddys gut ist. Sie sollten zur Ruhe kommen und wieder ein beständiges, ruhiges und liebevolles zu Hause haben.

    Bist Du denn auf sein "aufpassen" angewiesen oder versuchst Du nur die Vater-Kind-Beziehung aufrecht zu halten ?

    Grüßle
    Diandra

    Hi Minibini,

    auch mein Mann war einfach entzückend - wenn er nüchtern war. Ich bewunderte seine handwerklichen Fähigkeiten, sein Talent den neuesten Modestil vorauszusehen und wir hatten irgendwie eine Seelenverwandschaft. Aber irgendwann musste ich erkennen, dass es genau diesen Mann nicht mehr gibt. All das was ich an ihm geschätzt und geliebt habe hat sich in den letzten zwei Jahren irgendwie "in Luft" aufgelöst. Seine Sauferei war ihm einfach wichtiger. Nach mehreren Entzügen und mehreren monatelangen Therapien hatte er immer wieder Rückfälle.

    Durch dieses Forum habe ich gelernt mich abzugrenzen - keine Schuldgefühle mehr zu haben, ein eigenes Leben zu führen und dabei sogar ganz zufrieden zu sein. Ich habe auch einen Fulltime-Job, 2 ganz liebe Mädels und gute Freundinnen und liebe Bekannte. Es hat aber viele Monate gedauert, bis ich mich Schritt für Schritt von ihm gelöst habe. Insgesamt sind es jetzt gut 2 1/2 Jahre.

    Er lebt jetzt zum ersten Mal in seiner eigenen Wohnung, hat wieder einen Job - vorerst nur bis Ende des Jahres und muss nun für sich selber sorgen. Da wir die beiden Mädels haben, stehen wir natürlich noch im Kontakt. Aber es ist keine Beziehung mehr. Momentan kann ich mir auch gar nicht mehr vorstellen, dass wir jemals nochmal versuchen werden eine engere Beziehung im Betracht zu ziehen.

    Mir geht es so wie es jetzt ist viel viel besser. Mein Kopf ist wieder "frei" für andere Dinge, Dinge die mich betreffen. Ich bin egoistischer geworden und achte darauf, dass ich mir selber was Gutes tue. Nicht ihm - er ist für sich selbst verantwortlich.

    Und auch meinen Töchtern geht es besser. Es gibt keine Streitereien mehr, sie erleben keinen volltrunkenen Vater, hier herrscht - bis auf den normalen Zickenalarm :wink: richtige Harmonie. Das tut uns allen richtig gut.

    Aber wie gesagt - ich habe eine Menge Monate dafür gebraucht. Er trinkt schon seit vielen Jahren - als es extremer wurde habe ich mir hier Hilfe gesucht und auch gefunden :)

    Das viele Lesen hier hat mir sehr geholfen, meine Fehler wurden mir vor Augen geführt, hin und wieder gabs einen kräftigen Tritt vors Schienenbein (gott sei Dank nur virtuell :P ) - aber das hat mir sehr geholfen.

    Ich denke, auch Du wirst hier noch einiges für Dich mitnehmen können, anwenden können um langsam zu erkennen, dass jeder für sein eigenes Glücklichsein verantwortlich ist.

    Grüßle
    Diandra

    Hi crevette,

    das ist doch kein einmischen :wink: jeder der sich dazu äußert sieht es aus einem anderen Blickwinkel und hat eine Meinung dazu. Ist doch interessant zu lesen was da so alles an Gedanken zusammenkommt.

    Zitat

    Ich habe mir nur eben gedacht, dass vielleicht nicht nur eine Kindheit mit Problemen (welcher Art auch immer), sondern gerade auch eine schöne, glückliche und unbeschwerte Kindheit zu co-Tendenzen führen kann. Vielleicht, weil eine solche Kindheit einen nicht darauf vorbereitet, dass man sich für sich selbst einsetzen muss? Weil man so glücklich und geborgen war ohne etwas dafür tun zu müssen? Oder weil man gewisse Gefahren einfach nicht erkennt, weil sie so fremd sind und sich nicht wehrt bis es zu spät ist? Oder weil man Gefahr läuft, aufgrund der Tatsache, dass man selbst so glücklich aufgewachsen ist, einen anderen auch so glücklich machen zu wollen, oder zu retten oder was auch immer?

    hm .... und was wäre mit mir passiert, wenn ich auf einen Partner gestossen wäre der mit der Trinkerei nix am Hut hat ? Dann wäre meine Neigung zur Co-Abhängigkeit nicht ausgebrochen und würde weiter leise in mir schlummern ?

    Ich denke, dass man im Laufe der Zeit wo man älter wird schon durch das Umfeld lernt, dass es andere Familienstrukturen gibt. Und das es auch Familien gibt, die nicht miteinander reden, wo einer säuft oder beide, wo alle paar Monate ein neuer "Vater" auftaucht oder lernt Scheidungskinder kennen. Kinder bekommen eine Menge mit und ziehen auch Vergleiche.
    Also ganz so unbedarft und unwissend bleiben die wenigsten.

    Grüßle
    Diandra

    nur eins noch Ette :)


    Zitat

    die gibt es seltsamerweise auch dort, wo Menschen davon überzeugt sind, eine ausgesprochen glückliche Kindheit gehabt zu haben. Kindliche Seelen haben nun mal die Eigenschaft, Dinge ganz tief ins Unterbewusstsein wegzupacken, weil es u.U. der bessere Weg zum Überleben ist.

    Solche Aussagen machen mich immer sehr misstrauisch. Wenn man nix rausfindet und etwas ratlos ist, wird schnell auf die "Kindheit" zurückgegriffen. Irgendetwas findet sich immer - und wenn es nur eine Ohrfeige war.

    Ich will damit nicht in Abrede stellen, dass es viele Menschen gibt, die tatsächlich eine furchtbare Kindheit erlitten haben ! Die gibt es unbestritten und in furchtbar großer Anzahl.

    Den Wiki-Text kannte ich - dort habe ich ganz zu Anfang natürlich auch nachgelesen.

    U. a. steht da aber auch ..... bis zu einem bestimmten Punkt sind gewisse Verhaltensweisen bedingt durch Familie, Umfeld völligst normal.

    Krankhaft wird es dann, wenn es zu einem Zwang wird ! Vergleichbar mit der Alkoholsucht.

    LG
    Diandra

    Zitat von cyan


    Er sieht das nicht so und vor allem die Zwillinge überfordern ihn total.

    Ich weiss nicht, ob ich ihn überhaupt noch mit den Kindern alleine lassen kann. Er trinkt dann nichts, aber ist total gestresst und überfordert. Alles wird ihm zuviel. Jedes Weinen wird mit einem genervten Stöhnen quittiert. Er mag sie wohl, aber sie sind ihm leicht zu anstrengend.
    Wie handelt ihr das? Die Kinder sollen den Papa ja auch nicht total aus de Augen verlieren.

    LG Cyan

    sorry, etwas wirr, die Gedanken am Abend ;)

    Hi Cyan,

    na so wirr waren die Gedanken doch gar nicht :wink:

    Das er nüchtern ist wenn die Kinder da sind ist ja schon mal positiv.

    Liebt er seine Kinder ? Möchte er sie regelmässig sehen ? Manche Männer zeigen sich ja gern mal überfordert, weil sie keine Lust haben das dann allein händeln zu müssen.
    Es ist schwierig Dir da zu raten was besser ist. Gehen Deine Kinder denn gerne zu ihrem Papa ? Vielleicht kannst Du darüber abschätzen, ob ihnen das gut tut oder eher schadet.

    Grüßle
    Diandra

    Hi,

    @Ayki ....


    Zitat

    OK, deine Argumente sind gut! Und du kannst mit Sicherheit über diese ganzen Dinge, die du erreicht hast, sehr stolz sein!!! Lachen
    Trotz allem denke ich wirklich, dass der Grundstein für die Co-Abhängigkeit in der Kindheit gelegt wird! Vielleicht trifft es auf dich nicht zu, aber bei vielen anderen ist das der Fall! Egal, in welchem Zusammenhang, ob mit Alkoholsucht, Arbeitssucht, Drogen, Helfersyndrom oder was es sonst noch so alles gibt. Viele Co-Abhängige bekommen solch ein Leben vorgelebt und leben es später nach. Evtl. auf eine andere Art und Weise, aber im Grunde genommen mit ähnlichen Verhaltensweisen...

    Das habe ich auch gar nicht in Frage gestellt. Aber es muss nicht auf jeden zutreffen und das wurde hier ja gerade erörtert.

    Ette ....

    Zitat

    Diandra: für mich ist die Tatsache, dass ich mit "meinem Alki" zusammenkam noch immer der Auslöser dafür, mich mit meiner eigenen Weiterentwicklung zu befassen. Zumal ich unsere Verstrickung nicht nur an SEINER Abhängigkeit festmache.

    Stelle ich auch nicht in Frage - jeder sollte das tun, was gut tut und was hilfreich ist. Da sind wir ja alle irgendwie individuell und das ist auch gut so :)

    ... und jetzt geh ich bei wiki lesen :wink:

    Diandra

    Hallo Minibine,

    erst einmal ein herzliches Willkommen hier :)

    Zitat

    Aber die Angst ist halt immer da, gebe ich mir dann die Schuld, wenn er z. B. unter der Brücke schlafen muss.

    Warum wärst Du Schuld ? Ihr seid geschieden - Du hast damit einen klaren Punkt gesetzt. Fakt ist: wir sind nicht schuld ! Du stehst für Dich allein in der Verantwortung und Dein Exmann ist auch für sein Tun allein verantwortlich - einschließlich der Trinkerei und den daraus resultierenden Problemen. Er macht ja immer wieder Ansätze da rauszufinden, einiges müsste er somit nun mittlerweilen wissen und erfahren haben. Nur wendet er es noch nicht konsequent an. Ihm fehlt einfach noch die nötige Einsicht. Warum ? Vielleicht liegt es tatsächlich daran, dass er auf Deine Hilfe schlussendlich doch immer wieder zurückgreifen kann.

    Du kommst mit der jetzigen Situation nicht zurecht. Also musst Du etwas für Dich tun. Dir klar machen, dass Du keine Schuldgefühle haben musst. Manchmal hilft da die totale Abgrenzung für längere Zeit. Das kann auf beiden Seiten für Klarheit sorgen.

    Oft wird gesagt, das wir Co-Abhängigen die "Leidenszeit" eines Alkoholikers verlängern, da wir ihn immer wieder aus schwierigen Situation rausholen. Somit braucht er sich nicht zu ändern - er weiß ja das er schlussendlich jedesmal "gerettet" wird. Er muss nichts selber verantworten.

    Grüßle
    Diandra

    Zitat von Ayki79


    Klar, gerade darauf kommt es doch bei der Co-Abhängigkeit an. Ich denke schon, dass eine gewisse Art und Weise der Co-Abhängigkeit schon in der Kindheit geprägt wurde. Evtl. hat jemand anderes Aufgaben für einen übernommen, weil einem nichts zugetraut wurde, man wurde daduch unselbstständig o. ä. und hat diese vorgelebten Muster in bestimmte Beziehungen mit übernommen... so war es bei mir. Ich habe diese Rolle übernommen und wurde bei meinem Ex genauso - unterbewusst - weil ich ihm nichts zutraute... das ist auch eine Art der Co-Abhängigkeit. Auch das Leiden und Ertragen der Dinge... es einfach hinnehmen, sich bemitleiden aber nichts unternehmen... schimpfen, aber keine Eigeninitiative entwickeln... Das hab ich mir alles zwar auf eine andere Art und Weise - aber trotzdem - von meinen Eltern abgeguckt. Sie haben es mir vorgelebt!

    LG, Ayki.

    Ayki,

    auch das trifft nicht auf mich zu :wink: Im Gegenteil, meine Eltern haben vehement darauf hingearbeitet, dass ich eigenständig leben kann ! Wenn man ein Kind hat, welches im Rollstuhl sitzt, dann neigt man ja eigentlich dazu ihm alles und jedes abzunehmen. Das haben sie nie gemacht - sie hatten immer Angst, was aus mir werden würde, wenn ich nicht selbstständig bin und sie nicht mehr für mich dasein können. Wie Du siehst habe ich einen Ganztagsjob, ich habe es mir zugetraut Kinder zu bekommen, habe eine eigene Wohnung. Und ich kann es auch mit mir allein aushalten :wink:

    Grüßle
    Dia

    Zitat von Ayki79


    Co-Abhängigkeit gibt es doch nicht nur in Bezug auf Alkohol...

    Das ist mir bewusst Ayki - ich habe auch kein Helfersyndrom bei anderen Menschen - sei es Familie, Freunde oder Bekannte.

    Und meinen Partner habe ich mir wohl ausgesucht, weil er Ähnlichkeiten in Bezug auf meinen Vater aufwies. Handwerklich sehr begabt, ein Allround-Talent. Seine Einrichtungsideen waren auch immer der Zeit voraus, so dass wir immer eine topmoderne Wohnung hatten.

    Ich kann ja auch nur für mich sprechen - meine co-abhängigkeit bezieht sich definitiv nur auf meinen Partner. Meine "Hilfen" habe ich auch anders gesehen - nämlich als Geben und Nehmen. Er konnte meine Schwächen ausgleichen - ich seine. Ich bleibe dabei, man darf nicht alles und jedes in die Co-Abhängigkeit packen ! Es zählen beim Menschen auch die Charaktereigenschaften, das Umfeld in dem man "groß" geworden ist und viele andere Faktoren.

    Grüßle
    Diandra

    Hallo Ette,

    Zitat

    Was jedoch deine Meinung über unsere Co-Abhängigkeit betrifft, muss ich dir massiv widersprechen. Du hast recht, wir bleiben Co und müssen deshalb immer achtsam mit uns sein. Wir waren aber auch schon Co bevor wir uns mit trinkenden Partnern eingelassen haben.

    Diese Aussage weckt aber nun meinen Widerspruch !

    Nein, in meiner Kindheit wurde ganz sicher keine Co-Abhängigkeit angelegt oder entwickelt.
    Bei uns zu Hause gab es keine Kästen Bier und keine Bar in der sich Alkohol für Gäste befand. Sie gaben sich auch nicht als Weinkenner aus - Alkohol spielte in meiner Kindheit keine Rolle. Ich bin auch kein Scheidungskind und es gab auch nie Krisen, die vermuten ließen, dass meine Eltern sich scheiden lassen wollen.

    Wo bitte soll da der Grundstein für die Co-Abhängigkeit gelegt worden sein ? Ich hatte 4 Geschwister und wir hatten eine glückliche Kindheit. Okay, ich habe meine beiden Brüder im Laufe der Jahre verloren, das waren schmerzvolle Erfahrungen - vor allem wenn man Kind ist, aber auch diese Schicksalsschläge haben meine Eltern mit uns gemeinsam verkraftet.

    Meine Laufbahn der Co-Abhängigkeit hat sich erst im Laufe der Jahre durch meinen trinkenden Partner entwickelt. Vollkommen klassisch nach Lehrbuch haben wir alle Stationen von Streit, über "nur.am.Wochenende.trinken", heimlich trinken, Lügen bis hin zur extremen Trinkerei mit Wegbleiben alles durchexistiert. In dem Sinne bin ich nur an ihm "gereift".

    Und ich glaube nicht, das ich dieses klassische Muster nochmal brav mitmachen würde bei einem anderen Partner. In den Anfängen könnte man mich vielleicht noch täuschen - aber nicht lange.

    Ich muss mich auch nicht an meinem jetzigen Alki gesunden lassen, indem ich seine Muster erkenne, Gelassen darauf reagiere und jedesmal den "Rückzug" einläute, wenn es wieder Überhand nimmt. Das nenne ich weiterhin abhängig bleiben - denn man toleriert sein Verhalten - wenn auch mit einer großen Palette an festen Regeln. Werden die Regeln nicht eingehalten, dann wird der Alki eben "bestraft" und man fühlt sich gut, weil man konsequent geblieben ist. Für gesund, unabhängig und eigenständig halte ich dies aber auch nicht. Und da ist es egal, ob man noch zusammen lebt oder getrennte Wohnungen hat.

    Grüßle
    Diandra

    Elfe,

    Deine Prozentzahlen stimmen sooo nicht ganz :wink:

    Den Löwenanteil daran hast DU ganz allein übernommen - denn DU hast das umgesetzt, was Dir und Deinen Kiddys gut tut. Wir haben geraten, geschimpft, geschubst, versucht zu trösten und versucht da zu sein, wenn es Dir schlecht ging.

    Das Umsetzen und Handeln - das hast DU allein geschafft :D

    LG
    Dia

    Hallo Elfe,

    schön zu lesen, dass es immer weiter aufwärts gegangen ist.
    Jetzt kannst Du das Beste drauss machen, gelassen abwarten und Dich irgendwann in ein neues spannendes und hoffentlich auch glücklich machendes Abenteuer stürzen :P

    Ich wünsche Dir und Deinen Kiddys weiterhin alles Liebe und Gute.

    Lass hin und wieder von Deiner Zufriedenheit hören - das macht Mut !

    LG
    Dia

    Ich hab mich auch immer hinten angestellt, wenn es darum ging sich etwas zu gönnen. Erst mussten Mann, Mädels und Tiere zufrieden und gut versorgt sein und dann blieb meist auch kein Cent mehr

    Gestern habe ich mir einen kleinen Wunschtraum erfüllt - Ihr habe mir eine quitschgelbe Allround-Kaffeemaschine gegönnt. Die mit den Kapseln für Latté Macchiato, Kaffee Lungo, Espresso, Capuccino oder Schokino .... und ich bin absolut begeistert davon.

    Wo ich doch so eine Kaffeetante bin :P

    Grüßle
    Diandra

    Ettena,

    Zitat

    Ich habe, wie viele andere hier, ihn drei Jahre aufgebaut, ihm geholfen, wo ich konnte, mich selbst zurück gestellt… und nun das Gefühl, die Früchte erntet eine andere. Aber wahrscheinlich hat er sich nur eine andere gesucht, die noch bedingungsloser alles für und sogar mit ihm tut.
    Denn plötzlich wüsste er, was bedingungslose Liebe sei. Ob er damit seine Gefühle meint oder ihre, weiß ich nicht. Mir hat er viele Bedingungen gestellt, damit ich ihn nicht verliere. Ich musste mich tagtäglich auf seine unterschiedlichen Bedürfnisse einstellen. Tat ich es nicht, zog er sich zurück oder beendete die Liebschaft.


    Dieses Gefühl beherrscht uns fast alle mal, so alá "der.Mohr.hat.seine.Schuldigkeit.getan" - Aber ganz ehrlich Ettena, es liegt an uns selber. Das alles hättest Du nicht machen müssen - Du hast es freiwillig gemacht in der Hoffnung ..... Nun wurde Deine Hoffnung zerschlagen. Statt zu resignieren solltest Du richtig richtig wütend auf ihn sein. Er hat Dich weiterhin be- und ausgenutzt. Werde wütend und benutz diese Energie dafür, Dich aus dem Tief rauszuholen.

    Zitat

    Ich bin inzwischen 47 und die Männer, die sich für mich als Beziehung interessieren, finde ich zu alt für mich. Wenn ich jetzt wenigstens noch ein paar Jahre jünger wäre…

    Öhm ...Ettena ...ich bin grad 47 geworden :shock: Und ich schmeiss mich nicht zum "Alteisen" und auch nicht in den "Sondermüll" :P Im Gegenteil, Gelassenheit macht sich breit und ich geniesse dieses Alter - muss ich doch nicht mehr soo viel Bedenken ;)

    Ich will ja nicht mit kokettieren Ettena, aber ich sitze im Rollstuhl - soll ich mich mit 47 Jahren deswegen jetzt aufgeben und wegsperren :P
    Es kommt auf den Typ Mann an - manche schaunen mit 50 noch aus wie verschmitzte 40jährige - manch 37er sieht 10 Jahre älter aus - Alter sagt doch gar nix aus :lol:

    Grüßle
    Diandra

    Hallo Ettena,

    es tut mir leid, dass Du so sehr leidest. Ich würde Dich gerne trösten, aber jedes gesagte Wort wird Dich momentan wahrscheinlich nur schwer erreichen.

    Innerlich war wohl doch noch sehr viel Hoffnung vorhanden - trotz Trennung. Solange er niemanden anderes um sich hatte, konntest Du mit der Trennung gut leben. Jetzt hast Du sicher das Gefühl ihn für immer verloren zu haben.

    Du bist dabei ihn zu verherrlichen. Dir fallen gerade nur die liebenswerten und positiven Dinge ein. Den Rest hast Du verdrängt. Vielleicht hilft es Dir, Dich darauf zu besinnen, was alles nicht gut war.

    Gib Dir Zeit, Zeit diese Trauer zu verarbeiten, lass sie zu aber vergiss nicht, das es nicht nur gute Zeiten für Dich gab - sondern auch ganz andere. Du wirst das schaffen - wirst entgültig loslassen können - aber das dauert halt einige Zeit. Du wirst sehen, irgendwann wird jemand attraktives um die Ecke kommen - wenn Du einen für Dich guten Abschluss gefunden hast, dann bist Du auch wieder bereit neue Freundschaften zu knüpfen.

    Ettena - es wird besser - die Trauer ist wichtig - nimm sie an und schau dabei auch nach vorn. Und lass Dir einfach etwas Zeit dabei.

    *in.Gedanken.einen.dicken.Trostknuddler.rüberschick*

    Weinen ist gut, schreiben ist gut, lass es einfach raus. Wütend sein ist auch sehr gut - Du wirst das hinkriegen.

    LG
    Diandra