Hi,
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Hat das wohl etwas Angehörigenfeindlich geklungen Diandra?
War nicht so gemeint.
Ja hat es Ralf - für mich. Aber wahrscheinlich deswegen, weil ich in dem Punkt wohl ein bisserl empfindlich reagiere.
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Ich möchte zunächst mal vorausschicken, dass ich an keiner stationären Therapie teilgenommen habe, sondern den Weg der Selbsthilfe beschritten habe um trocken zu werden und trocken zu bleiben. Genau genommen habe ich mir 1996 exakt acht Tage Bad Herrenalb angetan, bin dann aber schreiend in`s Leben geflüchtet.
Es macht Mut zu lesen, dass es gar nicht so selten ist, dass es jemand schafft, sich mit seiner Krankheit auseinanderzusetzt und schon Jahre der Trockenheit hinter sich gebracht hat. Dafür gratuliere ich Dir von ganzem Herzen.
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Nun ja, ohne irgend etwas entschuldigen zu wollen: Ein gerade trocken gewordener Mensch hat (leider) kaum Ressourcen frei um sich auch noch in jemand anderen hineinzuversetzen, es ist ja schon der reinste Horror sich selbst nackt und ohne Nebel sehen zu müssen. Ich war damals ja nicht mal in den geringsten Kleinigkeiten fähig MICH einzuschätzen, geschweige denn zu verstehen was bei irgend jemand sonst abgeht.
Genau dies ist z. B. ein Punkt wo Therapeuten das Paargespräch fördern sollten. Woher soll ich das wissen ? Ich habe keine Ahnung, inwieweit man sich total entblöst vorkommt. Wenn niemand mit einem spricht, kann man das gar nicht erfassen und verstehen.
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Wenn er gesund ist dein Egoismus: Was für eine Frage? Na klar!
Ganz nebenbei: Es geht ja nicht um einen Wettbewerb: Wer ist das kränkere A... von uns beiden.
Es geht um Genesung, es geht um`s Leben!
Nach einer Saufkarriere wissen sowohl der Alkoholiker als auch der Partner was nicht geht.
Was geht, das muß herausgefunden werden. Das was geht ist Genesung. Das was geht steht nicht fest. Das entwickelt sich.
Und: Ich bin nicht der Meinung, dass ein Alkoholiker Mitleid und/oder Geduld von einem leidenden Co-Abhängigen der selbst genesen möchte zu erwarten hat. Nix!
Es geht nicht drum den Alkoholiker zu schonen, es geht darum gesunde Verhältnisse zu schaffen.
Wer die nicht verkraftet (egal ob Angehöriger oder Alkoholiker) geht keinen Weg der Genesung.
Kein Mitleid!!!!!
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Ich weiss nicht wann der Egoismus gesund ist, wann er verletztend wird, wo die Grenzen sind - da kann ich nur rein instinktiv von mir aus handeln.
Ich denke auch, man wird es im Laufe der Zeit rausfinden und somit auf einer neuen Basis etwas aufbauen können.
Da ich aus eigener Erfahrung weiß, was Mitleid bedeuten kann, bin ich weit davon entfernt Mitleid zu empfinden. Wozu auch - ich sehe ja einen Menschen vor mir, der dabei ist, eine neue Lebensstrategie zu entwickeln, der viel Kraft aufgewandt hat um seinem alten Leben zu entfliehen - da bedarf es nun wirklich keines Mitleides.
Fakt ist aber auch, dass es zuviele "Unbekannte" in dem "Spiel" gibt. Sie zeigen neue Wege auf, führen Änderungen und Veränderungen herbei, prägen neues Denkverhalten, formen prakt. eine neue Masse, damit sie sich wieder in einer richtigen Richtung entwickeln kann.
Und an diesem wirklich wichtigen Punkt steht der Angehörige draussen, er wird nicht in vernünftigem Maße mit einbezogen.
Klar gibt es fam. Konstellation wo dringend angeraten werden muss, sich aus dem Dunstkreis zu entfernen um überhaupt eine Chance zu haben ein anderes Leben zu führen. Aber hier werden m. E. alle Angehörigen mehr oder weniger über einen Kamm geschert. Es ist wohl zu kostenintensiv sich da auch noch zu engagieren. Es steht ja nur die Sucht im Vordergrund, nicht das ganze drumherum, welches einen Menschen ausmacht.
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Sich alleine um sich selbst zu kümmern ist erst mal leichter, dann mit der Zeit wird alleine sein aber zur Belastung.
Ist verständlich, aber man selber ist auch nur ein Mensch und nicht unbegrenzt belastbar und benutzbar.
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Wenn ich ganz ehrlich bin: Ich möchte nicht mit einem Co-Abhängigen tauschen. Ich kann meine Stoff weglassen und hab damit schon mal 51% meines Tages geschafft. Ich bleibe lebensfähig.
Die Co`s werden dagegen meist vor vollendete Tatsachen gestellt und finden sich wieder in der Rolle dessen der reagieren muß, wenn der Alki plötzlich nüchtern wird.
Sch...job.
Aber nur, weil wenn Gemeinsamkeiten vorhanden sind, diese nicht gefördert sondern erstickt werden !
Und ich habe schon einen Job - einen zweiten brumm ich mir definitiv nicht auf 
Ich danke Dir für Deine Antwort ralf 
Grüßle
Diandra