Hallo elki,
zur Zeit gehe ich durch keine Hölle - so gesehen habe ich die eher hinter mir !
Und das ich zeitweise sauer, stinkig und wütend bin, dass ist wohl völlig normal. Solange ich nicht den Zeigefinger auf meinen Partner halte und ihn anklage: Du bist alles Schuld, dürfte es wohl in Ordnung sein, seinen eigenen Frust auch mal rauszulassen. Wenn ich das bei Bekannten oder Freunden mache, wird mir immer vorbehaltlos recht gegeben *lol*. Das hilft nu auch nicht gerade besonders weiter, es tröstet vielleicht hin und wieder mal.
Hey, ich weiß nicht wie ihr es empfindet - ich fühle mich jedenfalls momentan im Stich gelassen. Alles, was wir uns aufgebaut haben und was wir in den 25 Jahren beschlossen haben, alle Entscheidungen, alle Wünsche, alle Träume wurden mir sang- und klanglos in den Schoss gelegt - mach mal ! Ich bin ja krank.
Ich habe einen 8-10 Std. Arbeitstag, ich muss nun für das Wohl der Mädels sorgen, ich muss den Haushalt schmeissen, ich muss einen 350 qm Garten in Ordnung bringen, den Er durch seine Trinkerei ziemlich hat verwahrlosen lassen. Sich da allein durchzuschlagen ist schon irgendwie Hammer ! Und das von jetzt auf gleich! Aber ich mache es - egal wie. Ich muss darüber aber nicht immer glücklich sein - immerhin waren das mal gemeinsame Ziele, die zu zweit durchaus zu bewältigen waren.
Und gott sei Dank kann ich trotzdem noch lachen - halt nur nicht pausenlos.
Wie war das noch ? Ich soll nicht mehr nur noch nicken, ich soll auch mal sagen was ich denke ?
Warum eigentlich sollte mein Partner wegen mir so derart saufen ? Weil ich nett und lieb war ? Weil ich immer getan habe, worum ich gebeten wurde ? Habe ich ihm die Flasche an den Hals gehalten und befohlen: trink ? Nööö das wäre zu einfach.
Hier scheint es irgendwie den Basisgedanken zu geben - nur wer sich trennt, kann auf Dauer glücklich werden. Glück definiert aber jeder irgendwie anders. Was mich glücklich macht, muss jemand anderen nicht glücklich machen.
Mal zum nachdenken: Warum halten heute Ehen nicht mehr viele Jahre ? Durch unsere schnelllebige Zeit lernen wir eher, gemeinsam gegen was ankämpfen und es durchzustehen lohnt nicht - lieber was aufregendes neues anfangen. Dass das aber nach ein paar Jahren, manchmal sind es sogar nur noch Monate auch wieder öde und zum Alltag mutieren kann, das ist uninteressant - man kann sich ja wieder trennen - dank der vielen Ablenkungen heutzutage braucht man sich nicht mehr intensiv mit jemandem auseinanderzusetzen.
Sollte der Tag kommen, an dem mein Partner mir sagt, seine ganzen Probleme sind durch mich entstanden und haben ihn unglücklich werden lassen, dann ist meine Zeit gekommen, das wohl akzeptieren zu müssen.
Und bis dahin werde ich sicher noch öfters meckern, jammern, mich freuen, zu Tode betrübt sein, richtig glücklich sein, am Boden zerstört sein, zufrieden sein, motzig sein, völligst überdreht sein, sprachlos sein, verstört sein - die ganze Pailette der Gefühle wird sich auftun.
Grüßle
Diandra