Beiträge von desperateS

    Hallo Rieka!

    Schön, dass Du hergefunden hast!
    Je mehr du hier liest, umso mehr Parallelen wirst Du bei dir entdecken, da bin ich sicher. Mir ging es nämlich genauso.
    Auch das hier:

    Zitat von rieka

    weil ein Chaos in mir drin ist - zwischen Verstand und Herz....


    kenne ich zu gut.
    Und ich weiß genau, was Du meinst, denn ich habe mich genauso gefühlt. Meine Freunde konnten das nie verstehen. Erst hier habe ich Menschen gefunden, die das selbe gefühlt haben.

    Ich wünsche Dir einen guten Austausch hier!

    Hallo Lavendel!
    Ich zermatere mir über eine solche Beschäftigung schon seit Wochen das Hirn.
    Ich würde auch gerne mal etwas völlig Neues tun.
    Wie Du schon sagst: Eine Herausforderung.
    Aber ich bin wohl noch ein bißchen zu nah dran an meiner Ex-Beziehung. Mir fällt einfach nichts ein, an dem ich eine solche Freude haben könnte wie Du am klavierspielen.

    Ich lenke mich im Moment mit Bastelarbeiten ab. Etwas, das ich früher nie gemocht habe.
    Aber auch das wird irgendwann eintönig.
    Mir fällt allerdings gerade auf, dass ich mir nie Gedanken über etwas derart "schwieriges" wie Klavierspielen gemacht habe.
    Ich hatte immer nur Dinge im Kopf, die ich garantiert schnell kann und die schnell zu lernen sind.

    Ich werde mal darüber nachdenken und danke Dir für diesen Denkanstoß!

    ... Wer weiß, vielleicht werd ich ja doch noch irgendwann Fallschirmspringerin... :)

    Liebe Emma,

    Du siehst das schon ganz richtig. Ich (und ich glaube auch alle anderen) sind verwirrt, weil Dein Thread so startete, wie alle anderen hier.
    Eine selbstzerstörerische Beziehung, die Du dann beendet hast.
    Du hast geschrieben, dass Dein XY Dir gesagt hast, Du seist ihm egal.
    Ein kurzer Besuch reicht, um Dich umzustimmen. Das verwirrt und widerspricht auch dem, was Du so lang und breit hier diskutiert hast.

    Zweifel sind normal. Niemand möchte einen anderen Menschen so leiden sehen.
    Jeder, und ich schwöre Dir: JEDER hier war schon an dem Punkt, an dem Du jetzt bist. Du hast nun die Möglichkeit, weiterzugehen auf Deinem Weg und tatsächlich mal anzufangen, für DICH zu leben, oder Du entscheidest Dich für ein Leben mit einem alkoholkranken Partner.
    Ich werde mit Sicherheit nicht versuchen, Dich davon abzuhalten. Wenn Du meinst, dass das Dein Weg ist, dann ist er es.
    Niemandem steht es zu, daran Kritik zu üben.

    Was mich aber sehr sehr besorgt und mir ehrlich gesagt sauer aufstößt, ist Deine Art und Weise, wie Du an diese Sache herangehst.
    Zusammengefasst kommt es bei mir so an, als würdest Du Deinen XY tatsächlich als sowas wie ein Versuchskaninchen sehen.
    Du bist plötzlich wieder bereit, ihm zu "helfen", wenn er denn nach Deiner Pfeife tanzt.
    Ohne Euch beide wirklich zu kennen und nur mit dem Hintergrundwissen aus diesem Forum klingt das für mich überaus entwürdigend für Deinen Partner.
    Du stellst ihn hier da, als wäre er vollkommen lebensunfähig, wenn er Dich nicht hätte.
    Als wärst Du in der Tat die vielzitierte Mutter Theresa, die einem Menschen, der erwachsen ist und für sich selbst entscheiden kann, seine Eigenverantwortung und vielleicht sogar Zuerchnungsfähigkeit abspricht.
    Und vor allem: Diesem Menschen vorschreibt, wie er zu leben hat, damit es DIR gut geht.
    Das mag vielleicht ein bißchen hart klingen, aber so fühlt es sich für mich an.
    Und meine Befürchtung ist, dass Du ihn damit noch viel viel weiter in die Sucht treibst.

    Du hast viel über Alkoholismus gelesen und Dich informiert, da bin ich sicher.
    Und Dir wird auch nicht entgangen sein, dass jeder Alkoholiker an seinen Tiefpunkt kommen muss, damit er etwas ändert.
    Wenn Du zurückkehrst, nimmst Du ihm die Chance auf diesen Wendepunkt.

    Du schreibst, dass er schon so tief unten ist.
    Glaub mir, es geht noch tiefer. Und es MUSS tiefer für ihn gehen, damit er begreift, dass ER handeln muss.
    Dass das für Dich sehr schwer mitanzusehen ist, kann ich sehr gut verstehen. Mir geht es ja mit meinem Ex genauso.

    Du bist gegen den Alkohol machtlos. Der einzige, der ihn bezwingen kann, ist XY.
    Und da ist es auch egal, ob Du im sozialen Bereich arbeitest. Du könntest sogar Suchttherapeutin sein. Du würdest ihm niemals helfen können. Das muss er tun, und er tut es erst, wenn er nicht mehr anders kann.
    Deine Rückkehr verhindert das, und das finde ich sehr bedenklich.

    Du schreibst, bei Dir hat sich vieles verändert. Du bist stärker geworden. Und Du willst gehen, wenn es nicht nach Deinen Wünschen abläuft.
    Meine Frage an Dich wäre:
    Was hat sich während der Trennung denn bei IHM geändert?
    Hat er jemals eine Suchtberatung aufgesucht? Hat er sich dazu entschieden, trocken zu werden? Bisher habe ich in Deinen Postings nichts dergleichen gelesen, aber vielleicht habe ich es ja auch überlesen?

    Liebe Joanne,

    Du hast meine Frage nicht beantwortet. :D

    Ich frage noch mal:
    Was hält dich bei ihm?
    Kannst du mir mal seine positiven Seiten aufzählen?
    Versuch das doch bitte mal.


    PS:
    Ich würde gerne öfter hier schreiben, aber ich habe im Moment große Probleme mit meiner Internetverbindung. Es freut mich, wenn Du Dich freust, von mir zu hören ;)

    Hallo Empty!

    Nur ganz schnell, denn ich liege auch schon mit dem Notebook im Bett :D :

    Die negativen Gefühle werden immer weniger werden, wenn Du sie aushälst.
    Das verspreche ich dir sogar!
    Es dauert nur eben seine Zeit, und das ist es, was es für uns so schwer macht.
    Lenk Dich immer schön weiter ab und lass die negativen Gedanken in den Ruhephasen einfach zu. Denk Dir, dass das normal ist. Dass wir alle das gerade durchmachen, und dass es dazugehört. Das ist normal.
    Setz Dich nicht zu sehr unter Druck. Wichtig ist nur, dass Du Deinen Weg weitergehst.
    Und bei einem kannst Du Dir sicher sein:
    Das schlimmste hast Du schon längst hinter dir gelassen!!!!

    Schlaf gut und hab morgen einen schönen Tag!

    Hallo zusammen!

    Ich denke, das Wort Chance wird von uns benutzt, weil es ja tatsächlich eine Chance ist.
    Wir möchten dem Alkoholiker die Chance geben, trocken zu werden.
    Auch, wenn jetzt alle schreien "Das ist SOWAS von CO!":

    Es ist doch eine Tatsache, dass das Leben ohne Alkohol das gesündere ist. Das Normale eben.
    Ohne Alkohol hat man doch im Grunde ein besseres Leben.
    Wir Cos meinen, unserem Partner die Chance auf dieses Leben geben zu müssen. Und zwar zusammen mit uns in einer Beziehung.
    Was wir aber übersehen ist, dass unser XY sich selbst diese Chance geben muss. Und nicht uns!
    Wir vergessen ganz gern, dass wir auch eine Chance haben.
    Stattdessen zeigen wir unserem XY eine Chance auf, die er übrigens auch ohne uns hat.

    Liebe Emma,

    ich bin ein wenig erstaunt über die Wendung in Deinem Leben.
    Du hast für mich eigentlich immer recht gefestigt gewirkt, aber jetzt habe ich den Eindruck, dass Du "umkippst".

    Du darfst den anderen ihre Kritik an Deiner Entscheidung nicht krumm nehmen.
    Sie sind eben Co-Abhängige, und Du hast sicher auch gelesen, dass Cos ihren Mitmenschen immer helfen wollen.
    Die meinen immer zu wissen, was gut für den anderen ist. Und sie wissen auch immer am besten, wie der andere wirklich glücklich wird. Das ziehen sie durch bis zur Selbstaufgabe. Und was sie nicht alles drauf haben!
    Du würdest Dich wundern, was für Strategien so ein Co an den Tag legen kann. Allen voran die Manipulation. Da werden die trinkenden Partner verlassen, nur, damit sie "zur Vernunft" kommen und sich dem Willen des Cos fügen. Und es wird dem Trinkenden immer und immer wieder eine neue "Chance" gegeben, egal, was dieser dem Co vorher angetan hat. Der Co sagt sich immer wieder, dass es ja nur die Krankheit ist, die diese Dinge tut, nicht der Mensch selbst.

    Und dem Co ist es auch egal, wie aussichtslos eine Situation ist: Wer so richtig tief drinsteckt in der Co-Abhängigkeit, der hat immer noch die Hoffnung, alles könnte besser werden. Und der glaubt auch, dass kontrolliertes Trinken funktioniert. Meint der Alkoholiker ja auch.
    Es ist schon erstaunlich, wie sehr sich ein Co in die eigene Tasche lügen kann. Manchmal geht das sogar so weit, dass ein Co meint, er könnte auch kontrolliert Co sein.

    Aber das alles betrifft Dich ja nicht. Du bist ja nicht Co. ;)

    Ich bin es schon. Aber ich bin auf dem Wege der Besserung.
    Und genau deshalb werde ich nicht versuchen, Dir irgendwie zu "helfen". Denn ich habe gelernt, dass jeder sich selbst helfen muss, und dass ich niemandem etwas aufzwingen sollte, nur weil ich meine, es wäre besser für denjenigen.

    Alles alles Gute und bitte bleib doch dem Forum treu. Niemand will Dich hier angreifen.

    Hallo Ihr Lieben!
    habe wieder Ärger mit dem Internet, deswegen nur in aller Kürze:

    Er will sich jetzt mal wieder Hilfe holen. Das wollte er mir nur eben mitteilen, als er neulich nachmittags angerufen hat und nüchtern war.
    Er will zum sozialpsychiatrischen Dienst gehen.

    Heute ist er wieder saufen. Ihm gehts doch so schlecht, alles ist grau, nur Probleme.
    Ach, ich kanns nicht mehr hören. Und auch nicht lesen. Es ist immer der selbe Rotz.

    Meine Freundin hat eine interessante neue Bezeichnung für mich gefunden:
    Die Supernanny für Alkis.

    Sie kam darauf, weil ich ihr erzählt habe, was ich alles getan habe, um XY in seinen Tiefs aufzuzeigen, dass es doch weitergeht.
    Ich habe damals, wie in der o.g. Fernsehsendung, Listen und Plakate mit ihm gemalt.
    Er hat dann wie ein Kindergartenkind aufgeschrieben, was seine Probleme sind. Dann haben wir gemeinsam drüber nachgedacht, was die Lösungen sind. Anschließend kamen dann noch Punkte, die man zur Lösung braucht.
    Das sah dann zb so aus:

    Problem: Kein Geld
    Lösung: Job besorgen
    Was braucht man dafür: Bewerbungsunterlagen

    Die Listen wurden dann nach und nach abgehakt. Aber das ging immer nur 3 Tage gut. Dann wurde wieder gesoffen und alles über den Haufen geschmissen.
    Denn es gab ja immer neue Probleme, die das Saufen nötig machten.

    Wenn ich heute darüber nachdenke, muss ich über mich selbst lachen.
    Diese Listen sind ja eine tolle Sache. Aber wieso wollte ich partout mit einem Menschen zusammenleben, der sogar Hilfe dazu braucht, eine solche Liste zu erstellen???
    Die Bezeichnung Supernanny passt wie Faust aufs Auge. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte ich wirklich drüber lachen.
    Aber es war alles verschwendete Zeit. Ich hätte diese Listen viel mehr für mich selbst machen sollen.
    Problem: Freund
    Lösung: Weggehen
    Was man dafür braucht: Mut

    Jetzt sitze ich hier und merke, dass mir wirklich etwas fehlt, seit ich nur noch die Probleme für EINE Person lösen muss.
    Irgendwie hab ich zu viel Zeit übrig.
    Ich denke auch, dass ist der Knackpunkt. Der Auslöser allen Übels. Mein bedürfnis, anderen zu helfen, statt mir selbst zu helfen.

    Morgen mache ich mal eine Liste. Und zwar nur für mich.

    Ich kannte den Begriff Co-Abhängigkeit schon.
    Aber ich habe ihn nie auf mich bezogen!

    Als ich anfing, in diesem Forum zu schreiben, wurde mir gleich gesagt, ich sei Co.
    Ich habe das damals aber gar nicht so empfunden. Und ich glaube auch, dass ich es damals noch gar nicht wirklich war.
    Ich habe ja sofort Hilfe gesucht, als ich merkte, dass die Sucht in meinem Leben eine zu große Rolle spielt.
    Ich glaube, damals habe ich genau das gemacht, was jeder Partner eines Alkoholikers tun würde:
    Infos sammeln, Lösungen suchen.
    Was ich mir aber heute ankreiden muss:
    Ich habe Warnungen erhalten und diese ignoriert. Und eines Tages wurde ich wach und wusste: Ich bin Co.
    Ich bin der Meinung, dass jeder Alkoholiker-Partner Co ist, wenn er den Absprung nicht schafft, sondern ein Leben lebt, das man gar nicht leben will.
    Aber die Übergänge sind schleichend.
    Und auch wenn man weiß, was Co-Abhängigkeit bedeutet, bezieht man es zu allererst gar nicht auf sich, weil man nicht genug Abstand hat.
    Ich war anfangs schon ein wenig wütend auf die Unkenrufen hier im Forum.
    Ich habe auch damals immer noch geglaubt, dass "mein" Alkoholiker nicht so ist, wie die anderen. Dass unsere Beziehung auch gar nicht so ist wie die anderen hier.
    Vielleicht war das auch so. Vielleicht habe ich es aber auch nur noch nicht gesehen.
    Wirklich ausschlaggebend war ein Beitrag, den ich hier im Forum gelesen habe. Das war ein Jahr nach meiner Erstanmeldung.
    Der Beitrag war so GLEICH! Er hätte von mir stammen können.
    Und da habe ich dann erst wirklich gemerkt, dass 1. meine Beziehung und mein Partner nach genau dem selben Muster funktionieren wie alle anderen hier auch, und dass ich Co bin. Und zwar von vorne bis hinten.

    Als diese Erkenntnis kam, habe ich weitere Infos eingeholt. Diesmal aber über MEINE Krankheit.
    Und ich bin wegen MIR zur Suchtberatung gegangen.

    Das war der erste Schritt zur Heilung.

    Noch ein Satz zu den Parallelen zwischen Co. und Trinker:
    Ich finde, es ist beides sehr gut zu vergleichen.
    Der Alkoholiker ist süchtig nach Alkohol, der Co ist süchtig nach dem Alkoholiker.
    Beide kommen vom jeweiligen Suchtmittel nicht los, egal, was passiert.
    Ein Alkoholiker kann einen Totalabsturz haben, alles kurz und klein schlagen, in der Ausnüchterungszelle landen, seine Leber kaputtsaufen usw und macht trotzdem weiter.
    Der Co. kann sich schlagen lassen, die Wohnung demolieren lassen, sich "aufopfern", bis er körperliche Symptome oder eine Depression erleidet, und er geht trotzdem nicht.
    Und wenn er geht (und damit meine ich im konkreten Fall mich!), fällt ihm trotzdem nicht auf, dass das Leben viel lebenswerter sein kann ohne das Suchtmittel Partner. Im gegenteil: Es fällt ihm schwer, loszulassen. Und zumindest bei mir war es so (und ist es immer noch manchmal), dass regelrechte Entzugserscheinungen auftraten. Das Gefühl, ohne meinen Partner nicht lebensfähig zu sein.

    Das war jetzt doch mehr als ein Satz... :)

    Meine Prüfung ist bestanden, und eigentlich sollte ich gute Laune haben, aber leider ist das nicht so.

    Es wird jetzt häßlich.
    XY hat wohl wieder ein ganz großes Tief und beschimpft mich (Mailbox und SMS), außerdem redet er schlecht über mich bei Bekannten.

    Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.
    Beschimpfungen sind eine Sache, da kann ich noch weghören.
    Aber die Lästerei nimmt mich schon sehr mit.

    Hallo Molly!
    Schön, dass Du hergefunden hast.
    Zu allererst: Du musst Dir keine Schuldgefühle einreden. Du kannst Deinem Freund nicht helfen. Er ist für sich selbst verantwortlich. Das gilt sowohl für Alkoholsucht als auch für psychische Erkrankungen.
    Glaub mir, mit letzterem kenne ich mich aus.
    Ich hatte eine wirklich schwere Depression, die ich zum Glück überwunden habe.
    #Ich habe zwar einen ersten Schubs von meiner Familie erhalten, aber den Weg zur Genesung musste ich ganz alleine gehen. Und wenn ich nicht gewollt hätte, hätte mich auch keiner dazu zwingen können.

    Nun aber zu Dir.
    Wie geht es DIR denn?
    Hilfst Du dir selber auch, oder beschränkt sich Deine Hilfe eigentlich nur auf Deinen Partner?

    Ich habe eine neue Baustelle!
    Ich esse zu viel!

    Eigentlich bin ich der Typ, der in Stressituationen eher gar nichts isst, als aus Frust zu viel.
    Und so war es auch bei der Trennung und danach.
    Aber jetzt stelle ich eine besorgniserregende Tendenz fest:
    Ich spachtele alles in mich rein, was Schokolade enthält!
    Ich werde langsam rundlich, und das gefällt mir gar nicht.
    Ich habe mir heute mal eine Liste mit dem gemacht, was ich in den letzten Tagen so verputzt habe.
    Eigentlich ist es ein Wunder, dass ich noch in meine Hosen passe, bei den Kalorien, die ich mir zur Zeit einverleibe!
    Beschämend!
    Ich bin offensichtlich zum Zuckerjunkie mutiert.
    Aber meine Mutter hat immer gesagt.
    Wenn der Appetit wiederkommt, ist das ein Zeichen dafür, dass es einem besser geht.

    Vielleicht ist es ja auch so, dass mein armer Körper sich die Zuckerdosen holt, die er in den letzten Wochen nicht bekommen hat? :)

    Ich werde das noch ein wenig im Auge behalten, aber wenn das so weitergeht, muss ich schon wieder eine Notbremse ziehen! :D
    Sonst passe ich nicht mehr in die neuen Klamotten, die ich gekauft habe.

    Ihr seht, ich kann schon wieder ein paar blöde Witzchen reissen.
    Vielleicht der Anfang meines neuen Lebens?!

    Ich habe morgen eine kleine Prüfung, und ich sollte eigentlich noch dafür lernen, aber heute klappt es mit der Konzentration so gar nicht.
    Ich fiebere schon meiner neuen Stelle entgegen.
    Die bringt dann nochmal neuen Schwung in den Alltag.
    Der wird mir im Moment nämlich immer blöder.
    Es laufen eine Menge Dinge schief, ich bin sehr sehr schusselig usw.
    Ich hätte gerne einen Tapetenwechsel, aber darauf muss ich noch 2 Monate warten.

    Wenn ich ehrlich bin: Ich würde mich gerne mal total verändern.
    Neue Stadt, neuer Job, neue Leute kennenlernen.
    Ich glaube, das würde mir jetzt guttun.
    Hier sind noch viele Dinge, die mich an die alte Beziehung erinnern, und ich will eigentlich auch nicht ständig daran denken müssen, dass mir XY über den Weg laufen könnte.
    Wobei... er verlässt das Haus ja eigentlich nur, um zur Kneipe zu laufen...

    Naja, jedenfalls: Ich würd gern mal weg. So richtig weg.
    Was ganz anderes sehen, und nicht nur für 2 Wochen im Sommerurlaub.

    Ich glaube, ich habe auch schon was, womit ich mich jetzt weiter vom Lernen abhalten kann:
    Ich male mir aus, wie ein Leben in einer fremden Stadt sein könnte.
    Nur ich und die Katzen.

    Spannend!

    Hallo!

    Vielen lieben Dank für Deine Antwort.

    Zitat von Nachwuchsoptimist


    Ich hoffe meine Antwort bringt Dich ein Stückchen weiter..

    Im Grunde sind das genau die Dinge, die ich immer aufgezählt habe. Früher für meinen Ex, heute für mich.
    Es sind eigentlich so alltägliche Dinge, die ja eigentlich jeder will, und trotzdem ist es schwer, einen Süchtigen (und damit meine ich nun auch den Co, denn zumindest ICH war süchtig nach dieser Beziehung) davon zu überzeugen, dass das Leben genau aus diesen Dingen besteht.
    Zwischendurch habe ich teilweise an meinem Verstand gezweifelt und geglaubt, es wäre nicht normal, sowas haben zu wollen. Als wären meine Vorstellungen von Glück utopisch. Manchmal habe ich sogar geglaubt, Glücklich sein ist eine Erfindung der Medien oder sonst wem.

    Mein Ex hat mir oft gesagt, dass das Leben ohne Alk viel zu schwer und anstrengend ist, und dass ihn das beängstigt. Der Alk war immer sein Rettungsanker. "Das einzige, was ich noch habe" hat er sehr oft gesagt.

    Ich kann das natürlich nur ansatzweise nachvollziehen.
    Aber ich glaube mittlerweile, bei mir war es ähnlich.
    Ich wollte all diese Dinge. Häusle bauen, Karriere, Kinder, erfüllte Partnerschaft usw.
    Aber ich wollte sie mit XY. Obwohl ich schon lange erkannt hatte, dass es das mit ihm nie geben wird.
    Aber ich habe wohl innerlich Angst davor gehabt, ihn loszulassen, weil ich ja nie sicher sein kann, dass ich diese Dinge irgendwann tatsächlich habe, aber eben mit jemand anderem.

    Ich glaube, irgendwo in meinem Inneren habe ich wohl gedacht: Lieber eine schlechte Beziehung, als gar keine.
    Ich habe geglaubt, dass die Chancen MIT XY höher stünden als ohne.

    Heute weiß ich, dass es andersrum ist.

    Allerdings muss ich auch zugeben:
    Ich könnte mir ein Leben ohne Partnerschaft auf Dauer nicht vorstellen. Naja, vorstellen schon, aber ich kann mir (noch?) nicht vorstellen, dass ich dauerhaft ohne Partner wirklich glücklich werden kann.
    Und ich denke, daran sieht man, dass ich noch einen langen Weg vor mir habe. :cry:

    Hallo Feeli!

    Zitat von Feeli

    Es juckt mich immer und ich möchte Dir schreiben, dass Du alles gut und richtig machst, aber Du fasst das alles immer schon selbst in die richtigen Worte, dem ist einfach nichts hinzu zu fügen.


    Ich freue mich immer über eine Bestätigung. ;)
    So steht es ja auch im Titel meines Threads, den ich eigentlich ganz gern ändern würde...

    Mein Ex hat ein enormes Durchhaltevermögen, was die Anruferei betrifft.
    Ich bin selber ganz verwundert.
    Früher hat er nur angerufen, wenn ich mal wieder Bier mitbringen sollte o.ä.
    Da war ICH diejenige, die ständig versucht hat, ihn zu erreichen.
    Wir hatten mal die Abmachung, uns jeden Abend eine Gute-Nacht-sms zu schicken.
    Die Abmachung galt aber nur für Abende, an denen er nicht in Kneipen abhing. Er meinte, da würde er es eben einfach vergessen...
    Heute scheint er gerade dann an mich zu denken, denn er ruft ja nur an, wenn er gerade aus der Kneipe kommt und voll ist bis oben hin.

    Liebe Joanne,

    Zitat

    es ist der Mensch der diese Trennung durchzieht,weil er so schwach ist und nicht aufhören kann zu trinken,und wir verzeihen immer wieder,sagen es ist ja nur so schlimm wenn er getrunken hat.....<


    Der Mensch, der die Trennung durchzieht, bin ich.
    Und auch ich war es, die gemeint hat, mit jemandem zusammen zu sein, der eigentlich ja ganz anders war, es aber nie gezeigt hat, weil er ja immer besoffen war.
    Mein Ex hat mir eigentlich schon recht früh zu verstehen gegeben, dass ich ein falsches Bild von ihm habe.
    Andererseits hat er auch immer nach extremen Zwischenfällen gesagt, dass ich doch genau wüsste, dass er in Wirklichkeit ganz anders wäre. Nämlich so, wie ich ihn gern hätte.
    Er hat also die These vom Teufel Alkohol immer noch unterstützt.
    Ich sag Dir was: Das war ein Co-Knopf. Und rückblickend gesehen war das sogar der schlimmste Knopf, den er drücken konnte.
    Er hat gewusst, dass die Hoffnung auf bessere Zeiten mich bei ihm hält. Und genau deshalb hat er mir auch vorgespielt, dass es irgendwann besser wird.
    Vielleicht hat er es sogar teilweise selbst geglaubt.

    Er hat aber so gut wie nie gesagt, dass er den Teufel Alkohol loswerden möchte, um wieder der zu sein, der er mal war.
    Im Gegenteil. Seiner Meinung nach ist das Leben ohne Alkohol nicht lebenswert und viel zu schwer zu ertragen, als das er es ohne bewältigen kann.

    Hallo Nachwuchsoptimist!

    Ein bißchen off topic, aber ich wage es trotzdem:
    Dein Posting war für mich sehr interessant und lesenswert.

    Hierzu

    Zitat von Nachwuchsoptimist

    Aber ich kann Dir, Deiner kleine Familie und allen, die noch pille-palle-3-Tager-wach unterwegs sind sagen: es gibt spannendere und vor allem sinnvollere Abenteuer, die es sich zu entdecken lohnt.

    habe ich aber eine Frage.
    Ich habe in meiner ehemaligen Beziehung sehr oft versucht, meinem Partner diese "alkoholfreien" Abenteuer aufzuzeigen.
    Natürlich erfolglos. Besser als Saufen konnte gar nichts sein.
    Deswegen mal meine Frage an Dich als Trockener:
    Was sind für Dich diese Abenteuer?

    Mir als Co geht es ja im Prinzip genauso. Mein Ex hat Angst, nicht mehr zu trinken, und ich hatte Angst, nicht mehr Co zu sein (womit ich meine: Angst vor der Trennung usw.)
    Ich habe manchmal immer noch Momente, wo mir tatsächlich kein Co-freies Abenteuer einfällt. Dann habe ich zu nichts lust, alles ist grau usw.
    Es wird immer besser, aber die Momente sind schon noch da.

    Hallo Nici!

    Dein toi toi toi hat geholfen. Ich habe tatsächlich wieder Internet!
    Hurra!!! :D


    In den letzten Tagen habe ich viel nachdenken können.
    Mir geht es soweit auch ganz gut. Ich analysiere immer noch, was wann warum wie schiefgegangen ist, und dabei ist mir aufgefallen, dass in der Ehe meiner Eltern auch eine Co-Abhängigkeit herrscht, und das ohne einen Alkoholiker in der Familie!

    Ich bin noch völlig überwältigt von dieser Feststellung.
    Meine Mutter ist von meinem Vater finanziell und emotional abhängig.
    Und er trinkt nicht!
    Aber: - und das merke ich jetzt! Nach 30 Jahren! -
    Er verhält sich wie ein nasser Alkoholiker.
    Er ist, ja, so kann man das sagen: Ein Tyrann.
    Er beschimpft meine Mutter, so lange ich denken kann. Und zwar auf teilweise übelste Weise.

    In meinen Therapiesitzungen habe ich oft über meinen Vater geredet, aber auf die Frage, ob in der Ehe meiner Eltern Gewalt herrschte, habe ich immer mit nein geantwortet.
    Jetzt plötzlich wird mir klar, dass das überhaupt nicht stimmt!
    Es gab niemals körperliche Gewalt zwischen meinen Eltern (aber mein Bruder wurde von meinem Vater geschlagen), aber die psychische Gewalt... da kanns einem ganz übel werden.

    Mein Vater hat nie eine Gelegenheit ausgelassen, meiner Mutter das Gefühl zu geben, vollkommen unwert und nutzlos zu sein.
    Sogar vor Fremden und Bekannten hat er sie schlecht gemacht.
    Und es zieht sich durch meine komplette Kindheitserinnerung:
    So viele Male saß ich mit den beiden am Küchentisch und er hat meine Mutter mir gegenüber schlecht gemacht.
    Ich habe sie dann immer verteidigt.
    Ich war vielleicht 8 Jahre alt, und meine Mutter saß mir weinend und schweigend gegenüber, während mein Vater sie beschimpft hat, und mich noch mit dort hineingezogen hat. Übrigens: Wenn er getrunken hatte, was selten vorkam, wurde das alles noch schlimmer. Nächtelang saß meine Mutter dann in der Küche und musste sich anhören, was sie für ein schlechter Mensch ist. Sie hatte an allem Schuld.

    Das sind ganz schreckliche Erinnerungen, und erst heute sehe ich das ganze Ausmaß. Ich fange gerade erst an, das alles zu durchblicken, und es ist sehr schwer für mich.
    Und das schlimmste ist: Es geht immer noch so weiter!
    Vor ein paar Tagen hat meine Mutter sich bei mir ausgeheult. Mein Vater hatte ihr vorgeworfen, dass sie Schuld trägt daran, dass wir Kinder nicht so geworden sind, wie wir hätten sein können/sollen...

    Das ist auch etwas, was ich seit der Kindheit immer und immer wieder erlebe:
    Meine Mutter heult sich bei mir aus.

    Für mich ist jedenfalls klar, dass ich die Veranlagung für meine Co-Abhängigkeit von meiner Mutter habe.
    Das Gefühl, nie auszureichen, immer ackern zu müssen, um liebenswert zu sein....

    Ich habe mich nur sehr selten gefragt, warum meine Mutter sich nie getrennt hat. Ich glaube, ich habe einfach gedacht, es sei normal!!!
    Einmal habe ich sie gefragt: "Wieso lässt du dich nicht scheiden?"
    Ihre Antwort war: "Warum wohl?!"
    Mehr kam da nicht. Heute habe ich eine Vermutung...
    Aus dem selben Grund, weshalb ich mich nicht früher von XY getrennt habe.

    Und dann ist mir noch was aufgefallen.

    In meiner Beziehung zu XY sind ja auch einige schlimme Dinge geschehen. Dinge, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie verzeihen könnte:
    Fremdgehen, Lügen, körperliche Gewalt, Ausraster, bei denen die ganze Wohnung demoliert wurde, Beschimpfungen usw...
    Heute fiel mir auf: Wenn er sich so verhalten hätte, ohne Alkoholiker zu sein, hätte ich mich sofort getrennt.
    Es war also quasi nur die Sucht, die mich noch bei ihm gehalten hat.
    Ich habe immer gedacht, dass er sowas ja nicht absichtlich macht. Dass er ja eigentlich ganz anders ist.
    Hätte er nicht getrunken, sondern "einfach so" zu geschlagen usw., wäre ich sofort und für immer gegangen.

    Ich finde das ganz interessant.
    Man muss nur besoffen sein, dann verzeihe ich offenbar alles.
    Aber ich glaube auch, dass es genau das ist, was uns alle hier so lange am gehen gehindert hat oder noch hindert:
    Wir schieben die Schuld immer dem Alkohol zu. Wir sind der Meinung, der Alk ist böse, nicht der Mensch, der ihn trinkt.
    Denn: XY kann ja auch gaaaaanz anders....
    Und selbst wenn sich diese "Zwischenfälle" häufen:
    Wir sehen unseren Partner immer noch als Opfer. ER trägt ja keine Verantwortung dafür! Er war ja nicht zurechnungsfähig...

    Und tatsächlich: Streitereien eskalierten nur, wenn er voll war.
    Geschlagen wurde ich nur unter Alkoholeinfluss.
    Betrogen hat er mich auf einer Fete, und er war sternhagelvoll.
    Also warum nicht dem Alk die Schuld geben?
    Vielleicht, weil der Alkohol niemandem befiehlt, drauflos zu prügeln, sondern einfach nur die Hemmschwelle senkt.
    Und weil es 100000000000 Menschen gibt, die NICHT zuschlagen, wenn sie getrunken haben.
    Wenn der Alkohol Schuld hätte, wäre er wohl verboten, denn wie kann ein Land eine Droge erlauben, die Menschen gegen ihren Willen dazu bringt, die Menschen zu schlagen, die ihnen (angeblich) am wichtigsten sind???

    Ihr merkt, ich bin ein wenig sarkastisch, und das tut gut. :D

    Übrigens, nur als kleine Anmerkung am Rande:
    Nachdem XY mich geschlagen hatte (was dreimal in 2 Jahren vorkam, einmal mit Polizeieinsatz und Besuch seiner Eltern...), ging es immer um seine Eifersucht, und er hat mir immer wieder gesagt, er habe das ja nur AUS LIEBE getan.
    Er liebe mich doch so, das müsse ich doch SEHEN!!!

    Meine Güte, je mehr Abstand man hat, umso leichter wird es, das Muster auf beiden Seiten zu erkennen.
    Und ehrlich gesagt: Mittlerweile tut es mir leid, dass ich nicht schon viel viel viel früher gegangen bin.
    Was war das, das mich gehalten hat???
    Wie konnte ich mich selbst so verraten???

    Die Fragen stellen sich mir immer noch, aber ich bin nicht mehr böse auf mich, weil ich es nicht früher geschafft habe.
    Ich habe gelernt, dass der Verstand eben doch meistens Recht hat.
    Ich sollte viel öfter auf ihn hören! :)

    Zum Abschluss noch kurz etwas zu meiner derzeitigen Situation:

    In 2 Monaten trete ich eine neue Stelle an.
    Ich habe lange dafür gekämpft, und jetzt ist es endlich wahr geworden.
    Mehr Geld verdiene ich dann auch, so dass ich mir vermutlich im Sommer endlich meinen Toscana-Urlaub gönnen kann.
    Ich freue mich schon wie verrückt!!!

    Ehrlich gesagt bin ich auch etwas stolz. Nicht nur, weil sich meine Arbeit gelohnt hat, sondern auch, weil ich trotz psychischer Krankheit (die übrigens seit der Trennung kaum noch zu spüren ist!) und vorallem einer unnötigen Doppelbelastung durch meine ehemalige Beziehung so weit gekommen bin.
    Das klingt im ersten Moment nach einer Co-Aussage, glaube ich. Aber es ist gar nicht so gemeint.
    Ich weiß ja, dass ich mir diese Beziehung quasi selbst auferlegt hatte. Den ganzen Stress habe ich mir im Nachhinein ja selbst gemacht. Aber ich habe den Weg heraus gefunden, und das ist wundervoll!

    Ich bin mir sicher, dass das Frauenbild eine sehr große Rolle spielt.
    Ich selbst habe als Kind eingeimpft bekommen, dass Männer nun mal so sind.
    Mein Vater trinkt nicht, legt aber im Prinzip das Verhalten eines nassen Alkoholikers an den Tag.
    Die Parallelen zu meinem Ex sind verblüffend.
    Dass das so ist, merke ich erst, seit ich weiß, was Co-Abhängigkeit ist.
    Und es erklärt mir auch, weshalb ich Co bin, zumindest teilweise.