Hallo Ihr Lieben!
Zitat von silberkralle
alle ? die in diese richtung gehn sin ganz einfach zu beantworten = krankheit co-abhängigkeit
Matthias, das hat mir schon wieder ein wenig mehr die Augen geöffnet. Vielen Dank dafür.
Vielleicht erkenne ich erst jetzt das ganze Ausmaß meiner Krankheit, die sehr viel tiefer geht, als ich es anfangs geglaubt habe.
Und das merke ich erst durch das Lesen und Schreiben hier...
Liebe Blumenwiese,
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In einer Singlebörse ist er seit ein paar Tagen angemeldet, sucht dort seine "große Liebe". Und was mache ich? Ich versuche mich besonders seinen Wünschen anzupassen, ihm alles recht zu machen. Hilfe, wie blöd bin ich denn? Suche wie so oft die Schuld bei mir.
Genau das kenne ich auch aus meiner ehemaligen Beziehung. ER hatte sich auch bei so einer Single-Börse angemeldet.
Und meine Reaktion war zunächst Wut, Konfrontation und dann wieder dieses Bedürfnis, alles mit ihm auszudiskutieren, ihn nach den Dingen zu fragen, die ihm fehlten usw usw.
Ja, natürlich habe ich geglaubt, die Schuld läge bei mir.
Was für ein riesen Haufen MIST!
Er war schon immer untreu. Ich habe geglaubt, meine unermessliche Liebe hätte ihn davon abbringen können. Ihm quasi zeigen können, dass Treue Spaß machen kann...
Aber es lag gar nicht an mir. Jede andere Frau hat und hätte er auch betrogen.
Und umgekehrt? Was hat er getan, damit ich nicht fremdgehe?
Nichts! Das musste er gar nicht. Meine Loyalität kannte keine Grenzen.
Übrigens: Bei meinem Aufenthalt in der Psychiatrie (klingt schlimmer, als es war!) wurde u.a. festgestellt, dass gerade meine Loyalität im Vergleich zu "normalen" Menschen unglaublich hoch war. Ein krankheitsbild!
Liebe Blumenwiese,
tu Dir bitte nicht sowas an. Mach nicht den gleichen Fehler wie ich.
Liebe kann man nicht erbetteln. Entweder, man wird geliebt, weil man ist wie man ist, oder es ist keine Liebe.
"Eifersucht ist die Angst, etwas zu verlieren, von dem es sich sowieso nicht lohnt, es zu behalten". Ich weiß nicht mehr, von wem das ist, aber ich finde es unheimlich treffend.
Liebe Doro!
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Ich habe es damals so gewollt, ich wollte nicht - wie ich dachte - oberflächlich glücklich sein, ich wollte mehr, ich wollte dieses große Problem mit ihm lösen. Ich glaube, ich hab mir vom Leben irgendwie mehr Tiefgang erhofft. Die Leute, die sich nur darum gekümmert haben, dass sie ihr kleines Biedermeierleben auf die Reihe kriegen, hab ich verachtet.
Das hätte auch von mir stammen können.
Klingt ganz nach meinem "Märtyrer-Dasein" gepaart mit dieser ja so unglaublich großen Liebe, die alle Probleme überwindet und in der man dann ganz aufgeht, quasi EINS wird.
Davon können die anderen Biedermeier-Menschen doch nur träumen!
So habe ich anfangs in etwa gedacht.
Diese Beziehung sollte was "ganz Großes" sein. Sowas wie Romeo und Julia, nur eben mit Happy End...
Und leidenschaftlich war diese Beziehung tatsächlich! Aber die das Wort schon sagt: LEIDENschaftlich...
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Es war MEIN WEG, ich kann dazu stehen und schäme mich nicht dafür.
Jetzt weiß ich jedenfalls viel besser, was ich will und was nicht mehr.
Man kann Dinge immer so oder so betrachten.
Da hast Du völlig Recht. Ich bin auch gar nicht mehr so wütend und entsetzt, wie ich es gestern war.
Und trotz allem, was passiert ist, glaube ich immer noch, dass diese Beziehung etwas für mich positives gebracht hat:
Wenn das alles hinter mir liegt, weiß ich, dass ich mich NIE MEHR für einen anderen Menschen so verbiegen und aufopfern werde.
Aber ich glaube, da ist noch eine Menge mehr zu tun, als mich nur zu trennen und mein eigenes Leben aufzubauen.
Mein Selbstwertgefühl lässt schwer zu wünschen übrig. Das war schon immer so. Und daran muss ich dringend arbeiten.
Das komische ist: Einerseits mag ich mich wirklich gern. Ich halte mich, auch wenn es eingebildet klingt, schon für was Besonderes. Ich komme auch mit Kritik gut klar, kann Menschen gegenüber offen zeigen, ob ich sie mag oder nicht mag, kann auch nein sagen, aber auf der anderen Seite fühle ich mich immer noch klein und teilweise weniger wert als manch anderer...
Liebe Nici,
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Und dann zum zweiten Schritt....im Hier und Jetzt zu leben, ohne nach dem Gestern zu schauen. Und sich nicht mit Schritt eins stets aufhalten.
Einerseits glaube ich, da liegst Du völlig richtig.
Aber wenn ich so an meine Zukunft denke, habe ich schon Angst, dass ich die selben Fehler immer und immer wieder machen werde.
Man sagt ja auch, Frauen suchen sich unbewusst immer den selben Typ Mann...
Und das möchte ich vermeiden. Nicht nur, was die Partnerwahl angeht, sondern alle Bereiche des Lebens.
Und da ist es vielleicht ganz heilsam, wenn man sich mal vor Augen führt, welche Fehler man gemacht hat.
Für mich war das gestern wieder so eine Art Aufwach-Moment.
Je größer der Abstand zu XY wird, umso klarer sehe ich wohl.
Blumenwiese,
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Jedes Ende ist auch ein Anfang für etwas Neues. Eine Chance... ach, das klingt jetzt gut, dabei hänge ich auch noch bei Schritt eins.
Du kannst JETZT SOFORT daran etwas ändern.
Willst Du ewig der Hund bleiben? Oder vielleicht doch irgendwann mal die Chance auf ein glückliches Leben, Selbstzufriedenheit und evt. auch irgendwann eine Beziehung auf Augenhöhe haben? Es liegt ganz allein in deiner Hand.
Das zu erkennen hat bei mir viel zu lange gedaudert...