Hallo Matthias, hallo Feeli,
ich habe gerade ein sehr seltsames Tief. Vielleicht liegt es an meiner bevorstehenden Erkältung?
Wie dem auch sei, ich habe gerade in den Spiegel geguckt und mich selbst nicht mehr wiedererkannt.
Ich sehe schlecht aus. Richtig schlecht.
Spontan würde ich sagen "vom Leben gezeichnet".
Ich sehe mir in die Augen, und die sind so dunkel... ich kann es kaum beschreiben.
Und ganz plötzlich kam der Gedanke: WER BIN ICH?
Was tu ich denn hier? Ich gehöre hier nicht hin!
Mein Leben, all die ganzen Fehler... das kann ich mir nie verzeihen!
Und ich habe keine Ahnung, wie es weitergehen soll.
Absolut keine! Meine Perspektiven sind weg.
Vor ein paar Tagen noch habe ich mich daran festgehalten, dass ich beruflich an einem Aufstieg arbeite, aber jetzt gerade habe ich das Gefühl, ich werde es nie schaffen und selbst wenn... es kommt mir so sinnlos vor. ALLES!
wenn ich an meinen XY denke, habe ich nicht mehr das Gefühl, dass mich noch irgendwas zu ihm zieht. Ich sehe ihn tatsächlich als eine Art Strudel, in dem ich mich selbst verliere.
Ich sehe mich mit ihm leben und mich selbst komplett aufgeben. Wie ein Hund lebe ich da, der in jeder Sekunde nur dafür lebt, ein wenig Aufmerksamkeit von seinem Herrchen zu erhaschen.
Nur, weil er daran sein Dasein festmacht.
Das klingt alles sehr dramatisch und vielleicht auch geschwollen dahergeredet, aber so sieht es derzeit in mir aus.
Ich erkenne mich nicht wieder. Nichts erinnert mich mehr an die, die ich mal war - ganz früher, vor 2 Jahren, als ich aus der Therapie kam und tatsächlich der Meinung war, das Leben ist wunderschön und vorallem: Ich bin bereit, es zu leben!
Heute sehe ich diese dunklen Augen, und irgendwie ist alle Hoffnung dahin. Und auch alle anderen Gefühle. Ich fühle zur Zeit nicht mal Schmerz, sondern nur ein tiefes Unbehagen. Irgendwie habe ich Angst vor mir selbst. Ich bin mir unheimlich!
In einem anderen Thread habe ich es schon geschrieben, und ich glaube, diese Gedanken sind es, die mich gerade dazu verleiten, mir selbst nicht zu verzeihen.
Ich hatte in der Beziehung mit XY fast von Beginn an immer Angst, er könnte mich betrügen.
Das hat er vorher mit allen seinen Partnerinnen getan. Mir hat er geschworen, sowas würde er mir nie antun.
Und dennoch hatte ich so große Angst davor.
Und es gab auch einige Vorfälle, die stark grenzwertig waren.
Was ich mir heute so vorwerfe ist die Tatsache, dass ich bis zu meinem Auszug ALLES dafür getan habe, dass er NICHT fremdgeht.
Ich habe mich seinen Wünschen so angepasst, dass es schon widerlich war.
Ich habe alles getan, um ihn an mich zu binden.
Sowohl in sexueller Hinsicht, als auch im Zwischenmenschlichen usw...
Ich hatte tief in mir drin immer den Gedanken, ihn vor diesem großen Fehler bewahren zu können.
Ich wollte IHN davor schützen, MIR wehzutun!
Kann man sich das vorstellen?
Ich habe wirklich irgendwo geglaubt, es läge in MEINER Hand, ob er fremdgeht oder nicht.
Er ist fremdgegangen.
Und ich bin ausgezogen. und konnte mich trotzdem noch nicht trennen.
Und jetzt sitze ich hier, und kann nicht fassen, was ich hier erzähle.
Wie konnte ich glauben, seine Treue läge in meiner Verantwortung???
Als ob ich ein Übermensch wäre. Eine Halbgöttin!
Zwei Dinge daran nehme ich mir übel:
1. dass es schon sehr eingebildet und überheblich ist, sich anzumaßen, Einfluss auf das Verhalten eines anderen Menschen zu haben und
2. dass ich mich selbst so verraten habe.
Ich habe immer gesagt: Beim Fremdgehen ist der Ofen aus. Und bin trotzdem geblieben. Und vor allem:
Ich habe mich so dermaßen für ihn verstellt... da ist es doch kein Wunder, dass ich heute nicht mehr weiß, wer mich da im Spiegel anschaut!
Wieso habe ich mir selbst das angetan????