Auf der Fahrt nach Hause habe ich mir eine Menge Gedanken gemacht.
Es ist irre, was einem da so durch den Kopf schießt.
Von "Sowas hab ich nicht verdient" bis hin zu "Ich schreib ihm ne sms, dass ich es nochmal versuchen möchte, wenn er wirklich nur abends 2 Flaschen trinkt" war alles dabei.
Es ist tatsächlich Entzug!
Der Gedanke daran, wieder mit ihm zusammen zu sein, wenn er weniger trinkt, hat was sehr beruhigendes. Aber nur auf den ersten Blick.
Denn ich weiß ja, dass er darüber keinerlei Kontrolle mehr hat.
Und mal ehrlich: Ein Mensch, der mir sagt, es lohnt sich, für den Alkohol diese ach-so-tolle Beziehung aufzugeben, der hat nicht mal verdient, dass ich an ihn denke.
Und genau das ist es, was mich so wütend auf ihn macht!!!
Dass ich traurig bin, OBWOHL er mich eiskalt wegen des Alkohols abserviert hat.
Und dass ich tatsächlich immer noch drüber nachdenke, zurück zu gehen!!!
"Alkohol ist mir wichtiger als Du. Ich werde niemals aufhören zu trinken."
WAS WILL ICH DENN NOCH HÖREN????
Schlimmer geht es doch eigentlich nicht, oder???
Er fing dann gestern wieder damit an, dass ich mich jawohl dann aber auch und auf jeden Fall ändern müsste.
Auf die Frage, was ich denn ändern müsste, kam:
Zieh wieder hier ein.
??????????
Ich hasse das Wort eigentlich, aber heute trifft es zu:
Ich erlebe hier gerade eine "Gefühlsachterbahn".
Mal bin ich traurig und vermisse ihn (oder irgendwas, das mit ihm zu tun hat), dann schlägt alles um in Hass auf ihn und Wut auf mich, und dann spüre ich irgendwo wieder Erleichterung.
Und ganz manchmal sogar Vorfreude.
Während der Fahrt sind meine Gedanken Karussell gefahren, und jedes Mal, wenn ich den Gedanken hatte, alles rückgängig zu machen, musste ich wieder daran denken, dass es gar nicht mehr er ist, den ich liebe, sondern die Vorstellung von dem, was mal war, und was ich gern wieder hätte.
Ich gebe offen zu, dass ich oft berechnende Gedanken hatte. "Wenn ich jetzt erstmal überhaupt keinen Kontakt zulasse, merkt er vielleicht, dass es mir ernst ist und kommt zur "Vernunft"."
Aber wie stehen die Chancen? 50:50?
Nein, ich glaube eher 98:2 für den Alkohol.
Und genau deswegen sollte ich die Finger von solchen Manipulationsspielchen lassen, (Wer weiß, vielleicht denkt er genau das selbe??) und mich stattdessen damit abfinden, dass der, den ich mal geliebt habe, schon lange fort ist, dass es nun nur noch um mich geht, und das ich endlich lernen werde, mir selbst genug zu sein.
Aber der Gedanke an eine Zukunft ganz allein macht mir dennoch Angst, auch wenn ich weiß, dass das albern ist und von einem geringen Selbstwertgefühl zeugt.
Natürlich kann ich ohne ihn leben!!! Aber es fällt mir trotzdem schwer, das zu akzeptieren!!!!!!
Ich habe mir heute eine Grenze gesetzt.
Frühestens in 2 Wochen darf ich mich wieder bei ihm melden.
Ich muss ja irgendwann Kontakt aufnehmen. Meine Sachen sind ja noch dort.
Aber eben erst in 2 Wochen.
Und nun frage ich mich: Was tun, wenn ER sich meldet?
Drauf eingehen? Nicht drangehen?
Ihn abwimmeln, distanziert sein?
Ich weiß es nicht. Alles schien so klar, und jetzt tut es weh und alles dreht sich.
Liebe Joanne,
Ich habe Deinen Thread glaube ich noch nicht ganz gelesen, aber das werde ich heut Abend nachholen. Und glaub mir: wenn ich diesen Schritt bis hierher gehen konnte, dann kannst Du es auch.
Es ist nur die Frage, ob man lange genug durchhält, um die positive Veränderung zu spüren.
Ich werde heute sicher noch öfter hier schreiben, nur um diese innere Unruhe und den "Co-Druck" loszuwerden.
Und ich möchte mich ganz herzlich bei allen bedanken, die mir hier Mut zusprechen und mir den Spiegel vorhalten.
das ist wirklich Gold wert. Fast wie eine richtige SHG.