Das schlimmste an der ganzen Sache ist ja:
Ich weiß schon seit anderthalb Jahren, was zu tun wäre, aber ich schaffe es einfach nicht, konsequent zu bleiben.
Der Verstand kämpft mit dem ... ja, mit wem eigentlich? Mit dem Herzen?
- die letzten Monate haben mir immer mehr gezeigt, dass mein Partner gar nicht mehr der Mensch ist, in den ich mich verliebt habe.
Wenn wir uns trafen, bin ich immer mit einer positiven Erwartung zu ihm gekommen, die tatsächlich IMMER enttäuscht wurde.
Ich konnte mich kaum noch mit ihm unterhalten. Alles war so stumpf!
Er hat es zum Schluss nicht mal mehr geschafft, einen ganzen Satz zu bilden, ohne, dass ihm dabei ein simples Wort nicht einfiel.
Und mit steigendem Pegel wurde er zuerst gleichgültig, und dann auch immer aggressiver. Meist nur verbal, aber auch körperliche Aggression hatten wir schon - in "Ausnahmesituationen". Und auch dafür hat er meist mir die Schuld gegeben.
Körperliche Nähe gab es nur am Wochenende, vormittags, weil er da noch nüchtern war.
Abends (und in der Woche haben wir uns - wenn überhaupt- nur abends gesehen, weil ich berufstätig bin) saßen wir vor dem TV.
Gemeinsam, und doch getrennt, weil wir beide in völlig verschiedenen Welten unterwegs waren.
Wie oft habe ich nur darauf gewartet, endlich ins Bett gehen zu können, damit ich sein Gesicht nicht mehr sehen musste....!!!!
Und da stellt sich mir dann immer wieder dieselbe Frage:
Was hält mich bei ihm? Irgendwas muss er mir ja geben, das ich brauche.
Klar, als Co wird das wohl etwas sein wie das Gefühl, gebraucht zu werden.
Aber ich merke immer mehr, dass er mich gar nicht braucht. Und dass ich ihm auch ziemlich egal bin.
Andererseits: Seit ich tatsächlich nicht mehr rund um die Uhr für ihn da bin,, wird mir auch immer klarer, dass ich gar nicht mehr von ihm gebraucht werden will....
Es ist alles so kompliziert, dabei könnte es so einfach sein, und in der Theorie weiß man ja auch bestens Bescheid. Aber wem erzähle ich das. Ihr alle habt das schon erlebt, manche haben es sogar überstanden.
Und seit ich in diesem Forum lese, habe ich die Vorstellung, ER und ICH seien nicht so wie alle anderen - wir sind kein typisches Alkoholiker-Co-Paar!!- über Bord geworfen.
Wie oft habe ich die Threads gelesen und gedacht:
Himmel! das hätte aus meiner Feder stammen können!
Aber es ist ja nun mal auch ein Krankheitsbild, und was ich täglich erlebe, sowhl bei ihm, als auch bei mir, sind ganz einfach Symptome.