Hallo Ihr Lieben,
es war ein anstrengender, aber schöner Tag und ich bin hundemüde, deswegen nur ganz kurz meine Meinung:
Ich habe meinen Partner geliebt, und das tue ich vermutlich immer noch.
Was mir aber durch meine Co-Krankheit nicht aufgefallen ist:
ER ist gar nicht mehr derselbe.
Er hat sich drastisch geändert und sich schon viel früher entliebt, nämlich in dem Moment, in dem sein Bier seine feste Partnerin wurde.
Was ich geliebt habe und immer noch liebe, ist der, der er mal war, ganz am Anfang und bis vor über einem Jahr.
Der Mann, den ich liebe, ist quasi tot. Ihn gibt es nicht mehr.
Ich bin einer Illusion nachgejagt und habe immer daran geglaubt, dass der Mann, den ich liebe, irgendwo unter dem Alkohol versteckt immer noch da ist und auch wieder rauskommt, wenn der Alk mal weg ist.
Wie Nici schreibt: Was nicht sein darf, ist nicht.
So habe ich gedacht, wenn auch unbewusst.
Die Erkenntnis, dass ich schon längst nicht mehr den liebe, der vor mir steht, hat mich sehr viel weiter gebracht in meiner Gesundung.
Und als es mir dann klar wurde, habe ich um diese Illusion genauso getrauert, wie um eine "echte" Beziehung.
Ich glaube, das Entlieben fing bei meinem Ex zuerst an. Mein Stellenwert in seinem Leben wurde immer kleiner, bis ich ihm so egal war, dass er nicht mal mehr an meinen Geburtstag gedacht hat.
Leider habe ich das alles zu spät gesehen und dachte: Er war mal so, also kann er auch (DURCH MEINE HILFE!) wieder so werden.
Bedingungslose Liebe ist das nicht mehr, und das ist ja eigentlich ein wenig scheinheilig, denn genau die habe ich ja von IHM erwartet...
Lieber Heinrich,
lebst du denn noch mit Deiner XY zusammen?
Ich erfahre ja gerade am eigenen Leib, was Du durchmachst.
Hier wird auch immer noch so getan, als wäre diese Trennung ja gar keine Endgültige, und ich werde auch mitten in der Nacht noch angerufen und um Hilfe (finanzieller Art, weil man sich beim Pokerspielen verschuldet hat) gebeten.
Aber seit ich mich klipp und klar abgegrenzt habe und den Kontakt total abgebrochen habe, wird es wieder weniger.
Vielleicht ist das auch die Lösung für Dein Problem:
Aus den Augen, aus dem Sinn?