Hallo Kathi,
meine Stärke die Du von mir so empfindest habe ich mir erarbeitet. Man wird halt auch älter. Auch ich war sehr naiv.
Aber genau das meine ich mit dem was man aus der Kindheit mitgenommen hat. Nicht die schlimmen Erlebnisse, sondern evtl. Weisheit. Meine Mutter ist in allen Dingen sehr oberflächlich und kein bischen beweglich. Ich meine damit, sie hört bei jedem Problem einfach weg. Macht nur zu. So wurde ich erzogen.
Richtiger wäre doch eher, wie verhalte ich mich in solchen Situation, um den bestmöglichen Erfolg zu bekommen.
Denn hast Du jemals in Deinem Leben erlebt das alles glatt läuft. Ich nicht. Für unsere Psyche finde ich es wichtig, dass wir bei Problemen nicht uns selbst verlieren.
Denn es gibt ja auch immerhin manche Alkoholiker, die es schaffen. Und das Dauerhaft.
Also gibt es hierfür auch Signale, dass es geht. Das denke ich jedenfalls.
Demnach haben wir uns nur zu lang blenden lassen von den falschen Aussagen und vielleicht auch von den Verhaltensweisen. Nur bei diesen haben wir vielleicht manchmal richtig gefühlt, sind aber immer wieder auf die blendenden Worte reingefallen.
Gestern und auch das ganze Wochenende hat sich mein sogenannter Ex wieder bei mir gemeldet. Er hat wirklich alle Register gezogen. Wollte mich mit allem blenden. Erst hat er so getan als hätten wir Streit und er wollte sich versöhnen. Dann als er gemerkt hat, ich zeige keine Reaktion, fing er wieder an mich zu beschimpfen. Ich zeigte wieder keine Reaktion. Meldete mich erst morgens. Teilte ihm mit das er nicht nachts so einen Terror machen sollte und mal almählich Ruhe geben sollte. Fehler von mir mich zu melden.
Das nahm er wieder als Anlaß vor mir zu weinen. So bekam ich Mitleid und hoffte das er bald aufhören wird sich so hinein zu steigern. Es gingen dann ein paar SMS hinundher. Zu guter letzt schrieb ich ihm, er soll mich in Ruhe lassen, da er sein Leben ja nicht aufgeben möchte, immer weiter trinken und wie ein Penner leben.
Das nahm er dann zum Anlaß und wollte eine lebenslange Freundschaft mit mir. Ich lehnte ab und teilte ihm nochmal mit, es ist aus. Aber er schrieb nur wieder zurück, ich soll nicht traurig sein, dass wir uns lange nicht sehen können. Seitdem antworte ich nicht mehr.
Ich glaub, dass geht immer weiter so. Er ist richtig penetrant.
Kathi vielleicht quält Dich die Frage, ob Du geliebt wurdest? Aber ich kann dazu nur sagen. Auch Alkoholiker können lieben. Nur sind sie durch die Probleme, die sie mit sich selbst haben, etwas sehr durcheinander in ihrem handeln.
Die Verantwortung, die man dann so im Leben zu tragen hat, scheint dann als nebensächlich. Das beziehe ich auf den Kredit und auch auf die Verantwortung in einer Beziehung und somit wird halt auch die Liebe mit Füßen getreten.
Ich finde auch, dass uns die Gesellschaft dazu treibt mit Alkohol zu leben. Also wird man dann ja auch wie ein Fragezeichen angesehen, wenn man sagt, hey Du trinkst zuviel. Denn der Prozeß ist so schleichend, wenn man zum Alkoholiker wird.
So jetzt habe ich wieder soviel geschrieben. Beim erzählen fällt einem das dann nicht so auf, wieviel wieder geplaudert wurde.
Ich wünsche Dir auch noch eine schöne Woche und freue mich auch wieder von Dir zu lesen.
LG
Zeter