Hallo Liebe Dagmar,
die Sache mit dem Rucksack finde ich ganz kompliziert. Ich hatte ja in meinem Bericht schon geschrieben, dass ich 2 mal mit meinem Alki zusammen war.
Beim 1.mal endete die Beziehung mit Gewalt. Er hat meine Autoscheibe zertrümmert. Ich hatte viele Wochen Angst.
Ich war dann auch noch so dämlich, mich mit ihm wieder einzulassen, und er hat sich einfach eine andere Frau gesucht. Sie trank, nahm Drogen laut seiner Aussage.
Ich fühlte mich lange als die zu unrecht Verlassene. Versuchte mir 3 Jahre lang einzureden, er ist krank, und ich hätte sowieso mit ihm keine Zukunft. 3 Jahre rief er immer nachts an. Manchmal auch tagsüber. Anfangs fast alle 2 Wochen, später 1mal im Monat, dann auch mal mehre Monate nicht. Ich ging oft nicht ran. Zog den Stecker des Telefons aus der Dose. Vereinzelt hat er versucht mich zu besuchen. Einmal meinte ich ihn dann an der Bushaltestelle gesehen zu haben. Ich bekam sofort angst und fühlte mich unwohl. Ein anderes Mal stand er vor meiner Tür. Ich schlug sofort die Tür wieder zu.
In den 3 Jahren konnte ich meine Gefühle für ihn zwar bei Seite schieben, was aber für mich immer noch nicht verarbeitet ist, ist die Tatsache, dass er es geschafft hat, meine Gefühle für ihn am leben zu halten. Vielleicht durch das ewige anrufen.
Dann hatte ich einen schwachen Moment. Er rief wieder an und ich hatte keine Lust zu telefonieren und fuhr zu ihm hin. Fataler Fehler von mir. Ich wollte ihm mitteilen, dass ich ihn liebe wie er auch, aber er einen Entzug machen sollte, wenn er mich wirklich zurück haben wollte.
Ja so habe ich noch viel zu verarbeiten. Denn ich finde die länge einer Trennung ist nicht wichtig. sondern wie sehr wir wirklich alles richtig verarbeitet haben.
Ich stecke da ganz tief noch drin.
Jetzt beim 2.mal wurde er auch wieder gewaltätig. Es waren immer Pfasen. Ich bin noch so zu, geschockt. Aber was ich auch so langsam anfang zu begreifen, dass der Alkohol alleine nicht die Probleme mit sich bringt, sondern die Tatsache, dass es ganz viele Süchte gibt. Wie das ewige telefonieren.
Am Anfang wollte ich helfen. Dann merkte ich, dass ich selber auch Süchte habe. Klingt jetzt banal. Ich habe aber durch ihn angefangen nicht mehr an meinen Fingernägeln zu kauen. Nach letzten Jahr habe ich es das erste Mal bewusst geschafft es nicht mehr zu machen.
Durch die Suche nach Infos über Alkoholismus im Internet bin ich darauf aufmerksam geworden.
Nach dem Selbstmord einer Freundin bekam ich den Drang einen Therapeuten aufzusuchen. Denn ich wollte endlich den Depri-Schmerz von der Trennung von meinem Exmann nochmal richtig verarbeiten.
Ich hatte Angst den Kopf zu verlieren und Mist zu machen durch die Probleme jetzt mit meinem Alki. Ja das Thema Fremdgehen, Schuldzuweisungen.....Mich hat alles nur noch verletzt.
So sortiere ich ziehmlich viel im Moment. Ich hoffe nur meine Liebe zu meinem Alki überrennt mich nicht wieder wie in den letzten Wochen.
Ich halte mich im Moment daran, dass eine Beziehung mit ihm mir nicht gut tut. Er voll von Süchten ist und sie nicht ändern will. Vor allem interessieren ihn meine Ängste nicht. Er hat ja wieder in die Vollen gehauen. Zum Glück konnte ich durch die Telefonliste kontrollieren. Sonst hätt ich es erst wieder mitbekommen, wenn schon wieder mehr im Gange war wie sonst auch.
LG Zeter