Beiträge von Sonnenstrahl

    Liebe Pusteblume,

    Du hast jetzt in dem Forum einen Platz gefunden, wo Du frei über alles berichten kannst, das Dich beschäftigt, ohne bewertet oder blöd angesehen zu werden. Weil wir Dich alle verstehen können, haben wir doch alle Ähnliches erlebt.

    Auch ich bin gerade dabei, MEINEN Weg zu finden. Habe jahrzehntelang immer nach möglichst viel Anerkennung gestrebt. Habe mich dabei total überfordert und mehrfach bis an mein Limit getrieben. Darüber bin ich krank geworden.

    Jetzt geht nichts mehr und das ist gut. Seit ich krankgeschrieben bin, kann ich langsam loslassen. Mir wird so viel bewusst - wer in meinem Umfeld mir gut tut und wer nicht. Ich habe neue Begegnungen, weil ich offener sein kann. Ich muss nichts mehr verschweigen, sondern kann auch über meine Vergangenheit reden. Die Leute, die mich gerne haben, verurteilen mich nicht, sondern ermutigen mich.

    Ich kann wieder Glück empfinden, zwar immer nur kurz und dann kommen doch wieder starke Bauchschmerzen, aber immerhin. Ich werde in Kürze in eine psychosomatische Klinik gehen und dort hoffe ich, die Energie und Stärke zu bekommen, um MEINEN Weg zu beginnen, beruflich und privat.

    Ich kenne das auch mit den Beziehungen, wo man aus Angst, das bisschen Zweisamkeit und Geborgenheit wieder zu verlieren, zu viele Kompromisse eingeht. Bis es nicht mehr geht.

    Jetzt habe ich vor ein paar Monaten einen Mann kennengelernt, der mir das Gefühl gibt, etwas Besonderes zu sein. Er mag, wenn ich fröhlich bin und lache. Das tut einfach gut.

    Es lohnt sich, sich selbst kennenzulernen, zu erkennen, was man selber mag und nicht, was die anderen (Eltern, Partner, Freunde, etc. ) gut finden. Das braucht etwas Übung, ist aber so schön zu spüren.

    Ich glaube langsam wieder an meine Zukunft und das kannst Du auch! Eine Stütze dafür ist sicherlich dieses Forum.

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Liebe Belinda,

    Herzlich Willkommen bei uns Erwachsenen Kindern.

    Du wirst hier im Forum viele Beiträge von Menschen finden, die Ähnliches erlebt haben und ähnlich fühlen.

    Ich selbst bin auch mit einem Alkoholikervater aufgewachsen. Er war auch unberechenbar von himmelhochjauchzend bis total agressiv; dann hat er meinen Bruder und mich emotional fertiggemacht.

    Ich hatte schon als Kind immer wieder Angst, vor allem Möglichen und auch vor Krankheiten. Ich war auch oft krank. Die Zusammenhänge habe ich lange verdrängt und in übermäßiger Arbeit bis zum Limit vergraben.

    Letztes Jahr habe ich dann eine Psychotherapie angefangen, die Vieles gelöst, aber auch vieles aufgewühlt hat. Wegen unheimlichem Druck und Stress im Job über Monate hinweg, bin ich derzeit krankgeschrieben und gerade dabei, mich mit meiner Therapeutin um einen Platz in einer Psychosomatischen Klinik zu bemühen. Ich bin jetzt endlich dabei, MEINEN Weg zu finden.

    Mein ganzes Leben lang war ich nur lieb, brav, angepasst, war auch die Vertraute meiner Mutter ("Ich habe ja nur Dich") und habe im Grunde genommen das Leben gelebt, das sie von mir erwartet hat, weil sie es nicht geschafft hat, sich von der Co-Alkoholikerposition zu lösen. Das ist erschreckend, aber ich will es jetzt schaffen, ICH zu sein!

    Die Ängste, die wir haben, sind ja eigentlich "normal". Wir konnten ja nie davon ausgehen, dass ein positiver Zustand anhalten wird. Kaum haben wir uns wohlgefühlt, wurde das schon wieder kaputtgemacht. Wir müssen erst Vertrauen in unser Leben und unsere Umwelt LERNEN. Dann werden auch die Ängste weniger.

    Schau mal weiter oben in die "Merkmale eines EKA". Da wirst Du sehen, dass Deine Gefühle nichts Ungewöhnliches ist.

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Liebe Cailin,

    auch von mir ein Herzliches Willkommen bei uns Erwachsenen Kindern.

    Wie schon Linde und die anderen Forumsteilnehmer schrieben, wirst Du hier viele andere Menschen in der gleichen Situation finden. Hier kannst Du Dir alles von der Seele schreiben und erfährst viel Verständnis und das Gefühl von Aufgehobensein von den anderen EKAs.

    Cailin, ich kann so sehr nachvollziehen, wie Du Dich fühlst. Vieles habe ich ähnlich erlebt. Das habe ich auch in meinem Thread beschrieben.

    Aber die Manipulationen zu erkennen ist ein sehr wichtiger Schritt zu einem eigenen Leben. Denn wir sind heute erwachsenen und können uns abgrenzen. Nur müssen wir erstmal wagen, aus der dunklen Zelle in die Freiheit zu gehen, weil das Angst macht und wir es nicht gewohnt sind.

    Wir müssen erst selbst fühlen lernen, wie wertvoll und liebenswert wir sind; dass all die herabwürdigenden Bemerkungen unserer Eltern nicht stimmen und es viele, viele, Leute gibt, die uns genau so lieben wie wir sind.

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Liebe Lavandula,

    vorhin, als ich nach Hause gekommen bin, habe ich mich so richtig glücklich gefühlt. Ich glaube, es geht wirklich aufwärts und nicht nur vorübergehend, wie immer. Dieses Mal ist mir soviel bewusst wie noch nie und ich habe das Gefühl, das erste Mal in meinem Leben so langsam Verantwortung für mich selbst zu lernen und auch zu übernehmen.

    Ich bin weiterhin krank geschrieben, was ich jetzt langsam aktzeptieren kann, wo ich noch vor Wochen ein schlechtes Gewissen hatte, obwohl ich ja nicht krankmache, sondern wirklich fertig bin.

    Meine Psychotherapeutin hat mir jetzt einige psychosomatische Kliniken empfohlen, die ich jetzt nach der Reihe anrufe, um mich nach der Wartezeit zu erkundigen. Ich will nicht zu lange warten bis zur Aufnahme.

    Was mich glücklich macht, ist, dass diese innerliche Wut, Agression und Hilflosigkeit immer weniger wird. Stattdessen bin ich offener, kann auf Menschen zugehen und habe diese Woche einige sehr schöne Begegnungen gemacht, zum Teil mit völlig fremden Menschen, die mir unheimlich Mut gemacht haben.

    Wo ich mich in meinem ganzen Leben immer schwach und minderwertig fühlte und nur akzeptiert wenn ich Höchstleistungen bringe oder möglichst lieb und angepasst bin, so treffe ich jetzt Menschen, die mich so annehmen, wie ich bin, und die sogar auch zum Teil ähnliche Erfahrungen im Beruf gemacht haben und es gut und mutig finden, was ich mache.

    Jetzt ist noch wichtig, die Menschen und auch Teile meines Lebens loszulassen, die die neue Sonnenstrahl nicht unterstützen, sondern die alte gewohnt sind und behalten wollen. Das ist ein schmerzhafter Prozess, aber ich schaffe das!!! Vielleicht ist das der Grund, weswegen ich immer noch so starke körperliche Schmerzen habe, die mich schon sehr belasten.

    Ich kann euch allen, die ihr meinen Beitrag lest ermutigen, euch so zu zeigen, wie ihr seid. Es wird Menschen geben, die euch ablehnen, ja, aber die kann man getrost vergessen. Es werden aber sehr viele Menschen sehr positiv auf euch reagieren und euch unterstützen auf eurem neuen Weg.

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Liebe Karo,

    das kann ich gut nachvollziehen. Auch mir kommt es vor, dass ich mich nach einer heilen Familie, der Geborgenheit sehne, je älter ich werde.

    Aber man muss der Wahrheit ins Auge sehen. Unsere Familie ändert sich nicht, nur weil wir es wollen. Sie leben ihr eigenes Leben. Wir müssen lernen, das zu akzeptieren und notfalls die Konsequenzen ziehen und den Kontakt reduzieren.

    Es ist wichtig, Menschen in unserer Umgebung zu haben, die uns gut tun. Und die können uns dann auch fühlen lassen wie unsere Familie.

    Das ist nicht immer leicht, weil wir diesen Menschen gegenüber ja auch offen sein sollten, damit sie uns so sehen können wie wir sind.

    Aber es lohnt sich. Je offener wir sind, desto offener sind uns gegenüber auch andere Menschen.

    Alles Gute!

    Sonnenstrahl

    Hallo Lavandula,

    ja, das Thema "stark sein" ist glaube ich ein ganz zentrales Thema bei uns EKAs.

    Ich bin auch die ältere Schwester und durfte nie so richtig ich selbst sein. Die eine Hälfte der Kindheit war ich schwach, krank, immer heischend nach der Zuwendung meiner Eltern und die andere Hälfte war ich Partnerin von meiner Mutter, wenn sie wieder verzweifelt war wegen meinem Alki-Vater.

    Ich weiß noch, wie meine Mutter schlimm krank war und lange ins Krankenhaus musste. Da war ich 11 und mein Bruder 8. Ich ging am Abend immer runter in den Laden und machte den Kassenabschluß. Mein Vater war da meist schon total besoffen. Er hat uns alleingelassen und dann auch noch angepfiffen, als er zurückkam und wir geweint hatten.

    Als meine Mutter noch im Krankenhaus war, ist die Mutter meines Vaters gestorben, mit der er eigentlich nichts mehr zu tun hatte. Aber er brach zusammen, kam weinend in unser Kinderzimmer und heulte auf unserem Bett. Super.

    Und diese Rollen ziehen sich heute auch noch durch mein Leben, mit meinen Ex-Partnern. Bei einem war ich die Mama, die den Bubi tröstet und hätschelt und dann wieder das Kind, das ständig gemaßregelt wird.

    Nur - stark sein für MICH fällt mir total schwer. Da habe ich dann keinen Mut oder weiß gar nicht wo ich anfangen soll. All der Antrieb, den ich für die anderen hatte, ist dann wie weggeblasen.

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Hallo Bookfriend,

    die Frage habe ich mir auch schon oft gestellt. Wie Du bei Dir erkannt hast, gibt es unterschiedliche Phasen.

    Ich habe bei mir festgestellt, wenn ich mein Ziel im Visier hatte, durch Leistung und Perfektion möglichst viel Anerkennung zu bekommen, war ich wie im Rausch. Da klappte alle, ich plante, hatte Mut und fühlte mich grossartig. Der Absturz folgte natürlich.

    Jetzt, wo ich das erkannt habe mit der Sucht nach Anerkennung, versuche ich meinen eigenen Weg zu finden - und - fühle mich wie ein leeres Blatt. Ich fühle mich schwach, weiß nicht, wo ich langgehen soll, was mich ausmacht, was ich machen soll.

    Meine Therapeutin meint, das wäre erlernte Hilflosigkeit und ich soll da bewusst drüber hinweggehen und z.B. Entscheidungen für mich treffen. Tjaaaa, das ist schon klar, aber wenn man nicht weiß, welche?? Sie meint auch, eine psychosomatische Reha wäre kontraproduktiv, weil ich mich dann zwar gut fühle, aber wieder nicht selbständig handeln kann.

    Ich bin da anderer Meinung. Seit Monaten gibt es ein Auf und ein Ab. Ich habe keine Zukunft in meiner Stelle, obwohl ich meine Aufgabe, die ich vor ein paar Jahren begonnen habe, gut mache. Aber die Ausrichtung der Firma hat sich verändert und ich muss mich jeden Tag verbiegen. Das halte ich nicht mehr aus. Aber in dieser Stressituation, in der ich jeden Tag Schmerzen ohne Ende habe, kann ich doch nicht entscheiden, was ich stattdessen machen will.

    Ich will die Reha machen, um mich selbst zu spüren und dann herauszufinden, was ich machen will. Mein Hausarzt unterstützt mich. Aber ich bin mal gespannt, was meien Psychologin sagt.

    Das ist wahrscheinlich ein weiterer Schritt zur Unabhängigkeit, etwas gegen den Willen der anderen durchzuziehen, weil ICH glaube, es tut mir gut.

    Tja, alles nicht so einfach :wink:

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Liebes Löwenherz,

    es ist sehr schön, Dich zu lesen, vor allem was Du über Deine gewählte "Familie" erzählst und dass sie Dich reflektieren.

    Ich bin gerade selbst dabei, zu begreifen, dass, obwohl ich so grosse Sehnsucht nach Familie habe, meine Urspungsfamilie niemals diese Familie sein kann.

    Jedesmal, wenn ich mit meiner Mutter telefoniere, die ja "nur" die Co-Alkoholikerin ist und schon 18 Jahre von meinem Vater getrennt lebt, ist sie immer noch mitten in der Situation drin. Ihr Vater hält im Grunde genommen sie und meinen Bruder immer noch "in Schach" und es ändert sich nichts, dass die beiden da rauskommen.

    Wenn ich ihr erzähle, wie es mir geht - bin gerade wieder mal völlig ausgebrannt und will jetzt endlich MEINEN Weg gehen - dann meint sie, es wäre entweder die Novemberdepression oder das Wetter oder die allgemeine Wirtschaftslage, dass es mir so mies geht. HALLO??? Ich liebe meine Mutter, aber ich bekomme keinen Trost oder Geborgenheit von ihr, fühle mich höchstens als kleines Kind, wie immer.

    ABER, ich habe mir jetzt andere "Familienangehörige" gesucht. Singe wieder in meinem alten Chor und es tat gut, dass ich wieder so gut aufgenommen wurde. Der neue Pastor der Gemeinde hat sich gleich Zeit genommen, mit mir zu reden und ich habe so viel Mut aus dem Gespräch genommen.

    Mein Freund liebt mich, auch wenn ich Probleme habe und ich fühle mich geborgen bei ihm.

    Ich habe begriffen, dass ich mein ganzes bisheriges Leben immer der Liebe und Geborgenheit hinterhergerannt bin und mich dabei so verbogen habe, dass ich mich erstmal selbst erkennen muss. Was macht mich aus und wer bin ich überhaupt?

    Und da tut es gut, Menschen um sich zu haben, die mich mögen und respektieren, so wie ich bin.

    Und ist es nicht genau das, was wir alle seit unserer Kindheit suchen?

    Ganz liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Liebes Kämpferherz,

    Deine Geschichte erinnert mich sehr an meine eigene Geschichte.

    Ich wuchs in einer Kleinstadt auf und meine Eltern haben dort jetzt noch ein kleines Geschäft. Wir waren dort überall bekannt und die Leute bekamen immer LIVE mit, wenn sich mein Vater betrunken in der Öffentlichkeit danebenbenahm. Er schämte sich nicht, aber wir.

    Meiner Mutter war es auch immer wichtig, wie die Leute von uns dachten, also wurde nach außenhin nichts erzählt. Wir haben stumm gelitten und die Leute haben uns trotzdem verachtet. Ich wurde auf meiner damaligen Arbeitsstelle gemobbt - wegen meinem Vater - weil man als Tochter eines Alkis wohl nicht in Kundenkontakt durfte. Stattdessen wurde ich im Innendienst von meinem Chef, der ebenfalls Alki war, jeden Tag blöd von der Seite angequatscht.

    Selbst später, als ich schon längst weggezogen war und jetzt niemand ohne Weiteres meine Familiengeschichte kennt, wenn er nicht aus meinem Heimatort stammt, habe ich nichts preisgegeben.

    Aber das hat sich seit einiger Zeit schon geändert. Ich rede ziemlich viel mit Leuten über meine Vergangenheit. Nicht mit jeder Person, klar, aber das tut man ja auch bei "normalen" Themen nicht. Aber ich merke, wenn ich offen drüber rede, gibt es mir Erleichterung und die andere Person merkt, dass ich ihr vertraue. Die Reaktion ist meistens sehr positiv verlaufen, so dass mir mein Gegenüber auch einiges erzählt hatte, was ihn oder sie erleichterte.

    Gerade gestern erst, habe ich mit unserem Pfarrer darüber gesprochen, weil ich ihn um Rat gefragt habe, wie ich in meiner Situation weitermachen soll. Bin gerade dabei, endlich meinen eigenen Weg zu finden. Und es war toll. Er wusste um die EKA Problematik und hat mich darauf angesprochen.

    Ich habe auch schon andere EKAs außerhalb des Forums kennengelernt. Das tut auch gut, weil sie die gleichen Probleme haben, wie ich. Wenn uns jemand wegen unserer Familie verurteilt, dass verdient er oder sie es nicht, mit uns befreundet zu sein.

    Trau Dich, Kämpferherz und Du wirst positiv überrascht sein!!!

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Hallo zusammen,

    kennt ihr das auch? Nicht abschalten zu können, obwohl Zeit und Raum dazu da ist.

    Ich bin jetzt den 2. Tag krankgeschrieben und will ja endlich runterkommen. Aber da ist diese Antreiberstimme in mir, die sagt: "Hast Du schon wegen der Kur angerufen und um dies musst Du Dich noch kümmern und um Jenes".

    Das ist ja genau der Punkt. Ich war in meinem Leben immer am Rennen - genau wie meine Mutter übrigens - die jetzt noch den ganzen Tag im Betrieb rumrennt und macht, obwohl sie längst in Rente gehen sollte.

    Gestern war ich bei unserem Pfarrer, was sehr gut getan hat. Wir haben uns lange unterhalten und er meinte, es wäre nötig, einfach mal innezuhalten in der Tretmühle, zur Ruhe zu kommen und einfach zu lauschen und zu fühlen. Dann kann man wieder merken, welcher Weg der richtige ist.

    Ich konnte ja die letzten Monate gar nicht zur Ruhe kommen. Dauernd die Angst auf der Arbeit und die Schmerzen und wieder Angst. Jetzt könnte ich mich eigentlich mal entspannen, aber es ist so schwer. Selbst nachts bin ich total verspannt, wache mit Bauch- und Rückenschmerzen auf, nach ganz intensiven Träumen.

    Ich habe heute nichts wegen der Kur unternommen. Ich will versuchen, mir diese Ruhe zu gönnen. Ich hatte in meinem Leben eh nie bewusste Ruhephasen, nur immer, wenn ich mich übernommen hatte, und auf die Nase gefallen bin.

    Das ist auch ein Punkt, der sich ändern soll in meinem Leben.

    Ich bin auch erleichtert, dass mein Freund gut auf die Situation reagiert. Ich glaube, er begreift noch nicht alles so richtig, aber das muss ja auch nicht sein. Er hat mich lieb, ist gerne mit mir zusammen, was ich auch fühle. Das tut sehr gut.

    Hat jemand von euch Erfahrungen mit einer psychosomatischen Reha? Ich möchte halt wieder Energie sammeln und hoffe, das ist der richtige Weg.

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Hallo,

    jetzt ist der Schritt getan, vor dem ich mich so lange gefürchtet habe. Heute war ich bei meinem Hausarzt und habe mich krank schreiben lassen. Er will mir helfen, einen Platz in einer psychosomatischen Klinik zu bekommen, damit ich endlich wieder aus der negativen Denkspirale und den ganzen Schmerzen rauskomme.

    Ich habe die letzten Wochen und Monate immer nur Durchgehalten, von einem Ankerpunkt zu nächsten. Im Grunde genommen habe ich auch Angst gehabt, diesen Schritt zu gehen, weil ja nicht alles bei der Arbeit negativ ist. Ich habe meine Kunden immer "geliebt", aber der ganze Druck und die Anforderungen, die gegen meine Überzeugungen laufen, haben mich so mürbe und müde gemacht.

    Diese Woche fühlte ich mich wie dumpf, konnte gar nicht mehr richtig denken. Deshalb denke ich, ist die Entscheidung die richtige.

    Ich hoffe, es dauert nicht so lange, bis ich in die Klinik aufgenommen werde. Meine Psychologin wird nicht begeistert sein. Sie ist derzeit im Urlaub und meinte ja immer, ich müsste mich aus meiner "erlernten Hilflosigkeit" befreien und selbst aktiv werden. Aber ich habe keine kraft und keinen Mut und muss ja erstmal herausfinden, was ich überhaupt machen kann und machen will. :?:

    Ich habe am meisten Angst, vor den Schuldgefühlen, dem schlechten Gewissen und der Leere. :( Ich muss ja erstmal wieder lernen, mir etwas Gutes zu tun. Das fällt mir so unendlich schwer!

    Aber ich will endlich wieder eine Zukunft haben, auf auf die ich mich freuen kann!

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Liebe Dani,

    ich danke Dir für Deine Nachricht.

    Ja, es sind wieder einige Wochen vorübergegangen. Es fällt mir manchmal schwer, zu schreiben, besonders in schwierigen Zeiten.

    Es geht einfach nicht so recht voran in meinem Leben. Ich suche momentan einfach nach einem Sinn, nach etwas, was mich wieder in Bewegung und vorwärts bringt.

    Es ist so ernüchternd, nach all den Jahrzehnten feststellen zu müssen, dass ich in meinem Leben selten gelebt habe, wie es für mich stimmig ist. Ich habe immer das getan, was mir am meisten Anerkennung, Zuwendung und Liebe von anderen brachte. Jetzt bin ich irgendwie so verbogen, dass ich erstmal nicht weiß, wer ich eigentlich bin und welchen Weg ich gehen soll.

    Ich habe auch gemerkt, dass durch die vergiftete Atmosphäre auf der Arbeit viel von der Hilflosigkeit in mir wieder aufgebrochen ist, die ich früher in der Familie gefühlt habe. Und das lähmt mich so, dass ich manchmal gar nichts mehr tun kann als mich dann abends vor den Fernseher zu setzen und berieseln zu lassen.

    Ich sehne mich nach Geborgenheit, einem Ort unter Menschen, in dem ich so sein kann, wie ich bin, ohne immer etwas leisten zu müssen wie früher. Aber wie finde ich den Ort und vor allem wie bekomme ich wieder Vertrauen in meine Stärken.

    Auf der einen Seite möchte ich am liebsten einfach meinen Job kündigen und in eine alternative Wohngruppe ziehen, wo ich mir die Geborgeheit vorstellen kann. Aber dann kommt wieder die Angst, keine neue Arbeit zu finden und dann vielleicht gar nichts zu haben.

    Da ist mein Freund, mit dem ich ja gerne zusammen bin. Aber ich bin mir nicht sicher, ob er versteht, wie es in mir aussieht. Er hatte mit den Auswirkungen von Alkoholismus auf Menschen nie etwas zu tun und ich habe ihm auch nicht alles von meinen Problemen erzählt, ihm nur gesagt, er soll mir sagen, wenn ihm das alles zu viel wird. Er soll sich ja auch wohlfühlen, wenn wir uns am Wochenende sehen.

    Auf der einen Seite bin ich oft voller Selbstmitleid, auf der anderen Seite verachte ich mich manchmal dafür, so schwach zu sein und kein "normales" Leben führen zu können, obwohl ich doch erwachsen bin.

    Macht das Sinn?

    Liebe Grüße an Dich, Dani, und alle anderen,

    Sonnenstrahl

    Hallo liebe Dani,

    ja, da hast Du recht. Die kleinen Erlebnisse sind es, über die man sich freuen kann und die den Tag ins Positive verändern.

    War vorhin draussen laufen. Es ist ja heute trüb und nass, aber die Luft roch herrlich nach Frische und Bäumen. Als ich an einer Bank vorbeiging, sass da ein alter Mann auf seinem Rollator. Ich lächelte ihn an und grüsste. Er hat sich total gefreut und grüsste freundlich zurück. Ich mache das gerne, wenn ich unterwegs bin. Viele Leute sind erstmal erstaunt, weil sie es nicht gewohnt sind, aber dann grüssen sie doch zurück und freuen sich.

    Auf jeden Fall hat mich das Laufen wieder etwas runtergebracht. Diese Woche hat es noch deutlicher gemacht, dass ich so mit meiner Arbeit nicht weitermachen kann. Zwischendurch in der Woche habe ich solche Durchhänger mit Bauchweh und Erschöpfungszuständen, dass ich glaube, ich kann gar nicht mehr. Zigmal habe ich schon darüber nachgedacht, zum Arzt zu gehen und mich krankschreiben zu lassen und doch siegte wieder mein schlechtes Gewissen gegenüber den Kollegen und den Kunden.

    Gestern habe ich mich mit einer Kollegin unterhalten, wie es in der Firma weitergehen soll und sie meinte, ich solle noch abwarten. Es kämen ja demnächst Umstrukturierungen auf uns zu und vielleicht finde ich mich in der neuen Struktur wieder. Super, habe mich doch glatt kurzfristig wieder einlullen lassen. Aber was habe ich denn zu erwarten? Immer mehr Arbeit im Callcenter und keine Kundenbesuche mehr und das will ich nicht. Auf keinen Fall!!

    :?: Wie soll es aber weitergehen. Ich merke immer wieder, dass ich das Gefühl gar nicht so habe, was ich eigentlich will oder brauche. Ich merke, dass ich früher immer das gewollt oder gebraucht habe, was ich von anderen übertragen bekommen habe. Super!

    Ich weiß, dass ich mit Menschen arbeiten und naturnah leben möchte. Hmm, und wie finde ich nun die Stelle, die mir Spaß macht?

    Naja, heute ist Samstag und ich habe noch viel Zeit bis Montag. Gleich kommt mein Freund und wir haben das ganze Wochenende zusammen. Von meinem Fenster sehe ich das bunte Herbstlaub und ich möchte nochmal raus zum Spazierengehen.

    Liebe Grüße an Dich und alle anderen,

    Sonnenstrahl

    Hallo Dani,

    die Männerherzen fand ich super :D Und mein Freund auch! War ganz positiv überrascht. Kultur ist normalerweise nicht so sein Ding, aber wir haben an diesem superlangen Wochenende total viel Kultur erlebt und es hat ihm gefallen :lol: Ich selber bin so pflegeleicht und stimme (fast) allem zu, was andere vorschlagen, und meine Wünsche anzumelden fällt mir so schwer. Aber dieses Wochenende ist ein Anfang.

    Ja, Dani, die Arbeit belastet mich total. Mir graut schon vor morgen, wenn am Nachmittag ein Gespräch mit meiner Chefin und der besagten Kollegin stattfindet. Da werde ich mich dann auch noch verteidigen müssen, dass ich meine Arbeit Ernst nehme und den Kunden Service biete und nichts aufschwatzen will. Aber ich verbiege mich auf keinen Fall. Mein Weg ist stimmig für mich!

    Ich habe halt Angst, wenn ich jetzt kündige, dass ich dann ohne die abgeschlossene Weiterbildung nichts Passendes finde. Das ist eigentlich echt Quatsch. Ich bin gut ausgebildet und bekomme auch ein gutes Zeugnis. Die Angst ist noch das Überbleibsel von einer anderen Zeit, wo Arbeit für mich das Allerwichtigste war, praktisch meine Identität, mein Motor und meine Energie.

    Dani, hattest Du schon eine neue Stelle, als Du gekündigt hast? Das klingt so motivierend, was Du berichtest. Vielleicht ist es einfach Zeit, mal den Mut zu haben und mit dem dauernden Leiden aufzuhören.

    Ich wünsche Dir noch einen schönen Abend und eine tolle Woche!

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Hallo ihr Lieben,

    es ist schon schwer, eigene Interessen zu vertreten. Mir fällt auf, dass es fast eine Automatik von mir ist, zu den Vorschlägen anderer einfach "Ja" zu sagen, ohne zu überlegen oder über meine Bedürfnisse nachzudenken.

    Dieses Wochenende habe ich trotzdem mal eigene Vorschläge gemacht und es hat funktioniert. Gestern Abend waren mein Freund und ich in einem Konzert, in das ich unbedingt reinwollte. Er ist nicht so der Kulturfreund, hat es aber auch sehr genossen. Heute Abend gehen wir uns Kino - "Männerherzen" mit Til Schweiger. Das wird das erste Mal sein, dass wir zusammen ins Kino gehen. Ich freue mich drauf.

    Insgesamt bekomme ich schon ziemlich Energie vom Zusammensein mit meinem Freund. Ich mache Sachen, die ich nie gedacht habe, zu schaffen. Wir waren z.B. Wandern und das mehrere Stunden. Und ich habe es durchgehalten. Das gibt mir Auftrieb.

    Aber diese Woche hatte ich wieder eine Situation, in der ich am liebsten abhauen wollte. Auf der Arbeit spitzt sich die Lage immer mehr zu. Durch dieses Konkurrenzdenken werde ich immer mehr an den Rand gedrängt, weil speziell zwei Kolleginnen total rumschleimen und sich durch unfaire Machenschaften Vorteile verschaffen. Ich muss nun kämpfen, dass ich meine Kunden behalten kann, obwohl ich einen guten Job mache und die Kunden zufrieden sind.

    Es kotzt mich einfach an und ich habe keine Lust mehr zu kämpfen. Es hat ja eh keinen Sinn und ich gehöre nicht mehr in diese "Welt", wo es nur um Verkauf, Verkauf, Verkauf geht. Mir geht es um die Menschen, aber das sieht einfach niemand. Wenn ich mich jetzt anpasse und überwinde, das zu tun, was ich nicht will, würde ich "meine Seele verkaufen" und das kommt nicht in Frage.

    Meine Mutter, mit der ich telefoniert habe, meint, ich hätte jetzt die Chance, mich durchzusetzen. Aber ist das so? Soll ich mich kaputtmachen, obwohl ich weiß, dass ich da weder glücklich bin noch eine Zukunft habe. Das treibt mich ehrlich um und ich spüre, dass ich irgendwann eine Entscheidung FÜR MICH treffen muss.

    Ich habe im Moment mehrere Fälle im Freundeskreis, wo die Menschen in Situationen festsetzen, weil sie es gewohnt sind, oder sie Angst haben, alleine zurechzukommen oder dass das Geld nicht reicht. Immer mehr Zeit vergeht und es geht ihnen schlechter und schlechter.

    Es ist seltsam, ich spüre immer mehr, was mir wichtig ist und ich treffe immer mehr Leute, die mir dies widerspiegeln. Teilweise einfach so, beim Kaffeeholen um die Ecke oder im Zug.

    Ich spüre, was mir gut tut und habe zum gleichen Zeitpunkt Angst, dass ich keine Stelle finde, die ich möchte oder dass das Geld nicht reicht oder dass ich den Ort, das Nest, nicht finden kann. Aber mein Körper zeigt mir deutlich, dass das so nicht weitergehen kann. Die Angst ist dennoch da.

    Meine Mutter hat ihr ganzes Leben lang ausgehalten in einer unbefriedigenden Situation und tut es noch. Aber ich will das nicht mehr. Mein Leben ist mir zu kostbar, um dauerhaft zu leiden und Opfer zu sein.

    Mein Freund versteht das nicht so ganz. Er ist anders aufgewachsen, ist zufrieden mit seinem Leben. Er findet diese ganze Sinnsuche esoterisch. Er meint, ich hätte doch einen guten Job und sollte das nicht so ernst nehmen. Hmmm.

    Aber gut, das ist sein Leben. Ich muss tun, was für mich gut ist und das nacheinander und nicht nebeneinander. Ich möchte so vieles tun, aber das ist nunmal zu viel

    Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und mal einen Sonnenstrahl bei all den Wolken.

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Hallo liebe Caro,

    hoffe, Dir geht es schon wieder besser!! Bei dem Wetter ist es auch kein Wunder, sich eine Erkältung einzufangen.

    Um mich herum niest und schnupft auch schon alles.


    Du, ich danke Dir für Deine lieben Worte bei meinem Threat. Ja, Du hast recht, es geht weiter und ich sollte mir die positiven Aspekte aufschreiben und immer wieder daran denken, weil es die gibt.

    Und die Sache mit dem Leben nachholen. Wie Du letztens von dem Spielzeuggeschäft erzält hast, kann man selbst mit der Arbeit Kinderträume nachholen und dieses befriedigenden Gefühl bekommen.

    Ich habe letztens in einem Buch gelesen, dass sich eine Frau von über 60, die eine schlimme Kindheit hatte, einen Bettbezug mit Kindermotiven angeschafft hat und jede Nacht selig mit ihrem Kuscheltier einschlief.

    Das sind so kleine Sachen, die jeder machen kann.

    Hmm, mal sehen, ob es draussen regnet. Ich will heute trotzdem mal raus, obwohl Lernen und angesagt ist und wenn ich mit einer Regenjacke laufe.

    Gute Besserung und ein schönes Wochenende mit viel Sonne im Herzen !!

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Liebe Bookfriend,

    das Gefühl kenne ich auch. Die Angst beziehungsunfähig zu sein, weil ich zwei Beziehungen hatte, mit sehr kontrollierenden Männern, die mich unterdrückt und klein gemacht haben.

    Dann kommt noch die Altersfrage dazu. Ich werde bald 40 und weiß nicht, ob ich noch Kinder will oder haben kann. All das halt.

    Aber, in meiner jetzigen Beziehung hat sich etwas geändert. Mein Freund ist nicht kontrollierend. Er freut sich, wenn es mir gut geht und er behandelt mich nicht als Kranke, die ihn ja immer braucht.

    Das bin ich gar nicht gewoht. Ich bin gerne mit ihm zusammen, bin aber halt diese kontrollierenden Männer gewohnt, die mir sagen, wie ich zu funktionieren habe. Ich muss mich jetzt daran gewöhnen, eine gleichberechtigte Partnerschaft zu führen, in der ich auch Freiraum für mich habe und diesen ausfüllen kann.

    Auch Nicht-EKAs haben nicht alle glückliche Beziehungen. Auf das kommt es auch nicht an. Es kommt darauf an, ein Leben zu führen, das sich gut anfühlt und nicht in Zwang.

    Du hast Dich nicht wohlgefühlt und daraufhin getrennt. Das ist gut und einer erster Schritt, dass Du für Dich sorgst. Du hast jetzt die Möglichkeit, zu reflektieren, was Du in einer zukünftigen Beziehung willst und beim nächsten Mal gleich darauf achten, wenn Du jemand kennenlernst.

    Und es fällt nicht leicht, zu akzeptieren, wenn ein Partner gut zu einem ist. Weil es sich fremd anfühlt und wir uns unterschwellig als nicht würdig für so eine Beziehung halten. Aber wir gehen weiter und entwickeln uns und haben die Chance auf eine normale Beziehung!!

    Du bist auf einem guten Weg!

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Hallo Manfred,

    ich habe den Eindruck, Du bist auch noch dabei, herauszufinden, wer Du wirklich bist und was Dich ausmacht.

    Ungesunde Sachen essen heisst, sich auszuprobieren und was tun, obwohl die Eltern einem das früher vielleicht verboten haben. Wir als EKAs konnten vieles nicht ausprobieren, weil wir ganz andere Sorgen hatten. Und dann entsteht später das Gefühl, etwas Wichtiges verpasst zu haben. Wir wissen nicht, wie sich manches anfühlt und ob es uns vielleicht gefällt.

    Ich finde es gut, dass Du aufs Land gezogen bist. Auch ich spüre immer wieder den Wunsch, naturnaher zu wohnen. Aber ich würde gerne mit Menschen zusammenwohnen, z.B. in einem Wohnprojekt, wo man alleine sein kann aber nicht muss.

    Hast Du die Möglichkeit, Anschluß zu finden? Gibt es Vereine, Treffpunkte, Leute in Deinem Alter. Weil das macht den Lebensraum auch aus, gerade im Winter, wo man nicht so in die Natur rauskann wie im Sommer.

    Du schreibst in meinem Threat, dass Du auch Angst vor Krankheiten hast. Hast Du Dich schon beschäftigt, für was Symptome stehen. Das habe ich oft schon getan und viel dabei gelernt, dass z.B. Nackenschmerzen dafür stehen, unbeweglich und erstarrt in den Ansichten zu sein, was für mich auf jeden Fall zutrifft oder die Schilddrüse für unterdrückte Kreativität steht. Man kann daran glauben oder nicht, es ist ein Hinweis. Der Körper meldet sich nicht einfach so.

    Mir fällt es auch schwer, mit meinem Körper zu arbeiten, aber ich gehe in letzter Zeit nicht mehr so oft zu Ärzten, vermeide Medikamente, obwohl ich chronische Beschwerden habe. Aber ich weiß, wovon sie kommen.

    Es ist schwer, die Verbindung zu sich selbst zu finden, aber manchmal gelingt es und man kann dann den Körper als guten Ratgeber akzeptieren. Aber das dauert alles noch...

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl

    Hallo ihr Lieben,

    wieder ist die Woche fast vorbei und es ist Wochenende.

    Viel ist wieder passiert, viele Eindrücke, Gefühle, Erlebnisse...

    Die Zeit mit meinem Freund letzte Woche war sehr schön. Wir haben uns viel draußen aufgehalten, sind Rad gefahren, es war Erntedankfest auf den Dörfern der Umgebung. Ja, ich habe mich wohl bei ihm gefühlt.

    Ein Wehmutstropfen allerdings hatte die Zeit, als er mir bei einer Unterhaltung sagte, er wolle am Liebsten für immer eine Wochenendbeziehung. Dann gehe man sich unter der Woche nicht auf die Nerven und kann am Wochenende eine schöne Zeit verbringen. Hmmm, da musste ich schlucken und wusste erst gar nicht, was ich sagen sollte.

    Ja, im Moment weiß ich sowieso nicht, was ich will. Aber eines weiß ich, ich möchte nicht für immer alleine wohnen. Entweder will ich mit einem Partner zusammenwohnen oder in einer Wohngemeinschaft mit Gleichgesinnten. Auch der Lebensraum - ich wohne in einer Grossstadt - ist nicht ideale für mein künftiges Leben. Naja, aber für immer Wochenendbeziehung??? Nein!!! Aber es gibt bestimmt einen Grund, dass er das sagt. Vielleicht hat er selber in seiner Familie etwas erlebt, das ihn diese Meinung haben lässt. Ich lasse es einfach mal so stehen und schaue, was passiert.

    Tja, ansonsten habe ich einige positive Erfahrungen auf der Arbeit gemacht. Wir hatten diese Woche Kollegen aus dem Ausland zu Gast, mit denen wir an Projekten zusammenarbeiten. Es war so toll. Ich fühlte mich akzeptiert und konnte mich auf einer ganz anderen Ebene austauschen. Das ist genau der Punkt. Wenn die Arbeit grundsätzlich furchtbar wäre, könnte ich leicht den Abschied nehmen. Aber gerade das Internationale ist ja mein Ding und die Arbeit mit Menschen auch.

    Ich kann mich halt schlecht vertreten und lasse mich leicht unterbuttern. Auch nehme ich negative Stimmung leicht auf und lasse mich runterziehen. Ich bin halt gewohnt, immer die Liebe, Brave, Angepasste, Fleissige zu sein. Ich merke gerade, wie mir das pure Schreiben dieser Worte Aufregung produziert, weil ich endlich mal raus aus dem Schema möchte. Es fühlt sich auch mal gut an, wild zu sein, und leidenschaftlich.

    Naja, auf jeden Fall verlief die Woche besser. Heute möchte ich mich mal meiner Weiterbildung widmen, die derzeit etwas zu kurz kommt. War die Woche so müde abends und hatte keinen Motivation mehr. Was mir aber auffällt. Ich möchte so viele Dinge machen und das stresst mich. Neben der Weiterbildung will ich noch Bücher aussortieren, meinen Kleiderschrank ausmisten, muss noch ein paar Leute wieder mal anrufen, Briefe schreiben, usw. Kennt ihr das auch? Mir geht es oft so, auch in anderem Zusammenhang.

    Ich möchte auch in meinem Leben so viel machen, merke in letzter Zeit, wie viel ich früher verpasst habe. Bei einem Festzug letztens, den ich beobachtet habe, war ein Wagen voll von jungen Leuten, die sich bei lauter Musik tanzend bewegt haben und fröhlich waren. Das hat mich nachdenklich gemacht, weil mir bewusst geworden ist, dass ich das nicht gehabt habe, ausgelassen sein.

    Ich war meistens zuhause gesessen früher, war mit unserer Familiengeschichte beschäftigt, wenn ich nicht mit Krankheit auf den ganzen Schlamassel reagiert habe oder habe wie besessen gelernt und gepaukt um meine Superhöchstleistungen zu halten.

    Und das Leben?? Was war Leben? und jetzt? Ist es dafür zu spät? Was kann ich "nachholen", was nicht? Ich würde am Liebsten mal ein halbes Jahr aussteigen und verschiedene Facetten des Lebens kennenlernen. Ich würde reisen, auf einem Bauernhof leben und arbeiten, vielleicht in einem Hilfsprojekt mitmachen, meditieren, über mein Leben schreiben, alles, um mich und das Leben kennenzulernen. Ich habe einen solchen Hunger danach.

    Trotzdem werde ich immer wieder gebremst, von Zweifeln, meinen körperlichen Beschwerden, Gefühlen der Minderwertigkeit und auch von Freunden/Bekannten, deren Leben normal verlaufen ist und die das ganze nicht verstehen.

    Ja, ich habe so viele Energie, aber wie kann ich die nutzen?

    Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

    LG,

    Sonnenstrahl

    Guten Morgen liebe Caro,

    danke für Deine aufmunternden Worte. Das ist das schöne an diesem Forum, auf Menschen zu treffen, die verstehen, was einen bewegt.

    Andere denken doch, ich soll mich nicht so haben. Hauptsache Job haben und Geld verdienen. Das andere ist egal. Aber dass man als EKA für solche Missstände sensibler ist, können nur Menschen verstehen, die das mitgemacht haben.

    Gestern habe ich mich noch aufgerafft zum Laufen und habe auch eine Bewerbung weggeschickt. Heute fahre ich zu meinem Freund und denke mal, es wird ein schöner Tag.

    Aber Du hast recht, Caro. Früher tappte ich im Dunkeln und war gefangen in meiner kleinen Welt. Die Tür nach draußen war zu. Jetzt bin ich immer noch in der kleinen Kammer, aber die Tür ist jetzt auf. Ich könnte raus, aber habe Angst vor der großen Welt, den vielen Eindrücken, Gefühlen und Möglichkeiten. Ich habe Angst, etwas falsch zu machen, wenn ich jetzt für mich entscheiden muss. Dabei sagt mir mein Herz doch, was richtig ist.

    Seufz. Das ist echt nicht einfach.

    Ich wünsche Dir und allen anderen einen gaaaanz schönen Sonntag und viele Sonnenstrahlen.

    Liebe Grüße,

    Sonnenstrahl