Beiträge von Weißbär

    Hallo Seti,

    habe ich dich richtig verstanden. Deine Ehe und das Zusammenleben mit deiner Frau war gut und harmonisch und wenn der Alkohol nicht wäre sogar perfekt?

    Dir würde es demnach reichen, wenn deine Frau den Alkohol lassen würde. Bei uns Alkoholikern gibt es den Spruch/Aussage – nur nicht Trinken reicht nicht -. Deine Frau macht gerade eine Therapie um in Zukunft ein zufriedenes und selbstbestimmtes Leben zu führen. Hast du Angst, dass du in dieses Leben dann nicht mehr passen würdest oder dass deine Frau eure Ehe vielleicht nicht so harmonisch und gut empfunden hat?

    Warum nutzt du die Therapiezeit deine Frau nicht um auch bei dir mal genau hinzuschauen?

    Liebe Grüße

    Weißbär

    Hallo Jelinka,

    bei mir ging es anfangs auch über – du darfst nicht – zum – du willst nicht -. Nachdem der der Alkohol aus dem Körper war auch die Erkenntnis - du brauchst nicht -.

    Diverse Krisen, die jeder Mensch durchläuft und die ich Trocken erlebt habe, gaben mir die Sicherheit, dass die Situationen zwar nicht leichter aber ohne die verheerende Wirkung des Alkohols besser verarbeitet werden können.

    Was heißt hier erst 18 Tage? Jeder hier hat mit dem 1. Tage angefangen.

    Ab wann man gewonnen hat. Keine Ahnung, ich glaube bei unserer Krankheit gibt es kein Wirkliches gewinnen. Vorsicht und Achtsam muss man bis ans Ende seines Lebens sein. Auch hier im Forum sind etliche Beispiele das auch sehr alte Hasen noch in Bedrängnis kommen können.

    Grüße

    Weißbär

    Hallo Paddy,

    ich selber habe schon gemerkt, dass ich mich verändert habe. Mein bisschen Selbstbewusstsein hat der Alkohol weggespült. Da ich damals bereits Einzelgänger war, hat mein privater Bereich meine Veränderung nicht so stark wahrgenommen. Vielleicht meine Mutter, aber die war eigentlich immer mit sich selbstbeschäftigt. Mein Vater hat sich nicht wirklich für mich interessiert aber ihm traue schon zu, dass er Veränderungen wahrgenommen hat aber sich nicht hat anmerken lassen.

    Ich ließ mir während meiner Saufzeit eine Menge gefallen ohne mich zu wehren und schluckte Ungerechtigkeiten und zog mich in meine Scheinwelt Alkohol zurück.

    Nachdem ich trocken wurde hat sich mein Verhalten geändert. Mein Selbstbewusstsein hat sich etwas erholt. Ich lasse mir nicht mehr alles wortlos gefallen und wenn es mir wichtig ist kann ich mich durchaus wehren und tue es auch.

    Nein ich bin nicht wieder so geworden wie ich vor meiner Saufzeit war. Wäre auch schlimm, dass hieße ja ich hätte mich nicht mehr weiterentwickelt. Dieses - damals warst du so nett, verträglich, verständnisvoll, handsam oder oder - finde ich eh daneben. Meine Mutter hat mir als Kind bzw. Jugendlich ab und an vorgehalten - du warst so eine ruhiges und liebes Baby und was ist daraus geworden -?.

    Man entwickelt sich weiter mit oder ohne Sauferei.

    Grüße

    Weißbär

    Hallo Hartmut,

    danke, du hast Recht 20 Jahre sind eine lange Zeit. Macht einem allerdings auch deutlich wie schnell die Zeit vergeht.

    Mit dem eigenen Thread wäre zu überlegen. Leider ist mein schriftstellerisches Können, sehr begrenzt. Wenn ich mir hier den einen oder anderen Thread durchlese, kann ich bei den Formulierungen und der Ausdruckkraft nur vor Neid erblassen.

    Aufgehoben ist aber nicht aufgeschoben. Vor dem öffentlichen Bereich habe ich allerdings kaum bedenken, da ich Einzelgänger bin kennen mich die wenigsten Menschen wirklich und meiner Katze verrate ich meinen Nick nicht.

    Liebe Grüße

    Weißbär

    Hallo Ramina,

    Ob dein Partner ein Alkoholproblem hat, weiß ich nicht, obwohl die von dir beschriebene Menge bedenklich ist.

    Wichtiger finde ich, dass du augenscheinlich Probleme mit seinem Konsum hast, er dir ausweicht und alles unter den Teppich kehren möchte.

    Letztendlich kannst du gar nichts machen. Sein Konsum, seine Verantwortung.

    Wenn die dir den einen oder anderen Thread mal durchliest, wirst du lesen, dass die Angehörigen oder Betroffenen machtlos sind. Nur er kann etwas tun.

    Grüße

    Weißbär

    Hallo Hartmut,

    ich gehöre zu den nicht Thread-Inhabern.

    Ich bin jetzt seit 5 Monaten mehr oder weniger aktiv im Forum. Bin Alkoholikerin und bereits richtig langem Trocken. Bisher habe ich keinen Grund mir direkte Hilfe zu holen.

    Für mich persönlich dient das Forum dafür mich und meine Sucht nicht aus den Augen zu verlieren. Es kann durchaus gefährlich werden, wenn man nach vielen Jahren der Abstinenz zu selbstsicher wird. Die einzelnen Schicksale ihr lassen mich Aufmerksam bleiben und meine Sucht nicht als Selbstläufer zu sehen.

    Ich muss zu meiner Schande zugegen, dass das Forum mir mehr gibt als ich gebe.

    Grüße

    Weißbär

    Hallo Butterweich,

    ich bin auch der Meinung, dass es jeder Schaffen kann.

    Wir hatten in unserer Selbsthilfegruppe einen Alkoholiker, der seine LZT kaum noch zählen konnte. Sich auch selbst nie als Alkoholiker gesehen hatte. Wurde immer vom Arbeitgeber gedrängt. Ich erinnere mich noch an seine letzte Therapie. Er hat sie nicht mal halbherzig begonnen. Er hat sich sinngemäß mit den Worten verabschieden – dann mal schönen Urlaub - Jeder war sicher, er kommt zurück und wird dann wieder mit dem Alkohol loslegen. Was auch immer während seines ‚Urlaubes’ passiert ist und woher die Einsicht plötzlich kam, er hat Verstanden und ist bis Heute trocken. Früher ein Kotzbrocken und heute ein richtiger Netter.

    Grüße

    Weißbär

    Hallo Paddy,

    Ob ich mich im Wesen während meiner Saufzeit verändert habe kann ich nicht wirklich beurteilen. Ich war in dieser Zeit in keiner festen Beziehung und konnte daher niemanden persönlich die Schuld geben oder meine Launen und meine Unzufriedenheit zustecken.

    Sonst war ich eher ruhiger und duldsamer als sonst. Um nicht aufzufallen habe ich in einigen Situationen meine Interessen nicht wirklich vertreten und habe mich dadurch auch unterbuttern lassen. Ich habe also machen lassen anstatt selbst zu agieren. Unauffällig wäre wohl der richtige Ausdruck. Mein Nick kommt nicht von ungefähr.

    Aus meiner Erfahrung weiß ich aber, dass diese Veränderungen eines Menschen nicht nur bei Alkoholikern vorkommt. Bevor ich meinen Ex-Göttergatten heiratete, meinte ich auch einen verständnisvollen und liebenswerten Mann zu bekommen. Bereits kurz nach der Ehe wurde ich eines besseren belehrt. Erniedrigungen und Schläge waren an der Tagesordnung. Die Frage, war er vorher schon ein Pappkopp oder ist er erst einer geworden, habe ich mir auch öfter gestellt. Er hat zwar nicht wenig getrunken aber Alkoholiker war er bestimmt nicht.

    Mit dem Verzeihen ist das so eine Sache. Habe ich meinem Ex verziehen? Keine Ahnung. Er interessiert nicht. Aber Vergessen im negativen Sinne kann ich ihn und seine Verhalten nicht.

    Grüße

    Weißbär

    Hallo Hoppegarten,

    Ich persönlich habe immer etwas Schwierigkeiten mit Kurzzeittrocknen, die dann so fanatisch gegen den Alkohol, den Konsumenten und so wettern. Habe aus meiner Erfahrung festgestellt, dass das nicht unbedingt die Stabilsten waren.
    In meiner Anfangszeit der Abstinenz hat mein damaliger Lebensgefährte auch die Angewohnheit in Restaurants die Nachbartische zu bewerten dieses - schau mal die trinken bereits ihr zweites Bier – hat mich immer ganz wuschig gemacht.

    Zweifelsohne ist die Entwicklung Alkohol und Jugendliche schlimm und ich finde auch, dass Alkoholwerbung abgeschafft werden sollte, obwohl bei Abschaffung der Tabakwerbung die Raucherzahl sich auch nicht so stark reduzierten wie erhofft, wäre aber schon mal ein Anfang.

    Schau erstmal auf dich, der Blick auf andere Betroffene oder Nichtbetroffene finde ich noch reichlich früh.

    Grüße

    Weißbär

    Hallo Krista,

    hört sich sehr gut an. Mit der Einstellung ist dein Mann auf einem Guten Weg.

    Ich hatte damals mit meinem Hausarzt auch nicht die richtige Unterstützung und habe in daher nicht in meine Alkoholproblematik eingeschlossen. Seine Bemerkung – kommen sie bloß nicht um zu jammern -, hat mir das Unmöglich gemacht.

    Liebe Grüße

    Weißbär

    Hallo Krista,

    ich wollte dir mit meiner Antwort eigentlich nur zu verstehen geben, schaut auf euch. Du auf dich und dein Mann auf sich. Die Erfahrungen andere Mitbetroffener sind zwar wichtig aber man muss auch nicht alles für bare Münze nehmen. Niemand muss zu den vielen gehören die mehrere Anläufe brauchen oder zu dem Prozentsatz die es nicht schafften.

    Ich erinnere mich an meine Anfangszeiten. In der Selbsthilfegruppe hatten wir Besuch von der LZT-Gruppe und es gab einen Erfahrungsaustausch. Mein damaliger Lebensgefährte meinte dann zu mir – nun wenn es nicht klappt mit nur Selbsthilfegruppe und so, bleibt dir ja immer noch die LZT. Ich für mich wollte dieses Hintertürchen nicht, hatte das Gefühl als würde mein Versuch trocken zu werden ähnlich wie meine Strickversuche sein. So nach der Art – wird der Pulli nix, dann kaufste dir halt einen.

    Ich weiß nicht, ob ich mich verständlich machen konnte. So ein Hintertürchen nimmt einem irgendwie Willenstärke.

    Liebe Grüße

    Weißbär

    Hallo Krista,

    ich glaube nicht, dass es auf jeden Fall Rückfälle geben wird/muss. Es gibt genug trockene Alkoholiker, die es im ersten Anlauf geschafft haben oder müssen die sich jetzt Sorgen um die ausstehenden Rückfälle machen?? Zu meiner Schande muss ich sagen, ich habe es nicht im ersten Anlauf geschafft bzw. habe hinter dem ersten Anlauf nicht wirklich gestanden. Also einen Rückfall habe ich schon weg. Auf wie viele muss ich mich noch gefasst machen?


    Liebe Grüße

    Weißbär

    Hallo ihr Lieben,

    also ich finde Schuldzuweisungen sind nichts Spezielles von Alkoholikern oder auch Co’s.
    Ich komme aus einer Familie wo Alkohol nie eine Rolle gespielt. Das Saufen habe ich erst angefangen, da war ich bereits außer Haus.

    Aber Schuldzuweisungen gab es immer, von meiner Mutter an meinen Vater und meinen Eltern an uns Kinder. Nachdem mein Bruder in ein Heim für schwererziehbare Kinder gekommen war, war ich für meine Mutter, neben meinem Vater die Schuldige an ihrem unzufriedenen Leben. Was hätte sie alles machen können wenn ich nicht wäre. Der Gipfel war – nicht mal umbringen kann mich, wer soll dann für dich sorgen -.

    Wir Menschen sind wohl so konstruiert, dass wir immer/meist jemanden den Schwarzen Peter zuspielen müssen. Ein williges Opfer wird immer wieder gern angenommen, da wird vor Manipulationen nicht haltgemacht.

    So meine Gedanken und Erfahrungen.

    Liebe Grüße

    Weißbär

    Hallo Sylke,

    das mit der Kur ist prima, da hast du dann auch mal Zeit für dich und so mal weg vom Alltagstrott tut schon gut.

    Letztlich musst du selbst entscheiden ob du dich mit einem Brief verabschieden möchtest aber ich finde die Idee gut. Sei aber vorsichtig mit Bedingungen und Ultimaten. Falls du die dann nicht ausführst oder untern Tisch fallen lässt, wirst du unglaubwürdig und nicht mehr ernst genommen.


    Liebe Grüße

    Weißbär

    Hallo Sylke,

    du bist in einer schwierigen Situation. Vor allem weil ihr augenscheinlich nicht über das Thema Alkohol miteinander reden könnt.

    Wenn du es nicht schaffst deine Bedenken, Ängste und Nöte verbal anzubringen, wäre vielleicht ein Brief eine Möglichkeit. Dadurch kannst du ihm alles was dich stört, wo du Bedenken hast aufzählen ohne dass du unterbrochen wirst und vor allem kannst du sachlich bleiben und verzettelt dich nicht.

    Was mich hellhörig macht ist das heimlich trinken im Keller. Warum wenn doch alles im Grünen Bereich ist.

    Wenn ich deinen oder ähnlich Thread lese kommen mir automatisch der Gedanke - Vorsicht kann schlimmer werden -. So manch einer meinte seinen Alkoholkonsum im Griff zu haben und war schon voll in der Suchtspirale drin. Ich weiß wovon ich schreibe, bin selbst Alkoholiker.

    Vor allem, vergiss dich und die Kinder nicht.


    Liebe Grüße

    Weißbär

    Hallo Nordseefan,

    bei deiner Mutter ist das auch Wunschdenken, sie will sich mit der für sie ungenehmen Tatsache nicht abfinden. Kenne ich von meiner Mutter - doch nicht MEINE Tochter -. Meine Mutter hat das sehr persönlich genommen, da half auch keine Erklären, nicht das sie es nicht verstanden hätte aber sie wollte es nicht wahr haben. Ich glaube sie hat mein Alkoholismus persönlich genommen.

    Nimm dir das nicht so zu Herzen. Du weist wo du stehst und das ist die Hauptsache.

    Gruß

    Weißbär

    Hallo Spanijoggel,

    erstmal ich finde deinen Nick prima und seitdem ich die Entstehung des Nicks kenne besonders. Ich liebe Katzen.

    Ich finde nicht, dass du weichgespült bist. Du bist zwar niemand der den anderen in den Hintern tritt oder auf den Tisch haut aber ich finde deine Art dich mitzuteilen, Tipps, Ratschläge und Denkanstösse zu geben gut und hilfreich.

    In einem direkten Gespräch finde ich es einfacher mal jemanden auf den Pott zu setzen, da hat man dann immer die Möglichkeit je nach Reaktion sofort entsprechend zu reagieren. So ein ‚geplatzter Kragen’ ist schriftlich für mich dann immer schwer zu erklären. Deshalb bin ich schriftlich bemüht mich möglichst klar auszudrücken.


    Gruß

    Weißbär

    Hallo Bibo,

    da ich Einzelgänger bin und meine Verwandtschaft sich mengenmäßig im sehr überschaubaren Grenzen hält, besteht/bestand das Problem nur bei meinen Eltern. Während meiner Saufzeit kamen von meiner Mutter nur so Kommentare wie – mach mal ne Pause, denkt an deine Leber – usw.
    Ich muss dazusagen, ich wohne nicht in der Nähe meiner Eltern und sie bekamen meinen Alltag nicht mit. War aber regelmäßig auf Besuch. Wichtig war für meine Angehörigen, dass ihre Umgebung nichts mitbekam, von wegen der Leute, Nachbarn und so.

    Nachdem ich aufgehört habe zu trinken wurde nicht darüber gesprochen. Ich habe meine Mutter mal angesprochen, wie sie es findet, dass ich keinen Alkhohl mehr trinke. Es kam der Vorwurf, dass ich ihr durch die Sauferei Jahre ihres Lebens gestohlen habe. Sonst kein Kommentar.

    Heute habe ich keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter, sie hat den Kontakt rigoros und mit Nachdruck abgebrochen, sie hat mir sogar verboten zur Beerdigung meines Vaters zu kommen.

    Die erste Zeit nach dem Rückzug meiner Mutter habe ich alles Mögliche versucht mit Ihr in Kontakt zu bleiben. Was soll man machen, wenn einem die Tür vor der Nase zugeschlagen wird. Telefon hat sie nicht mehr. O-Ton - Wenn soll ich schon anrufen -.

    Dir kann ich nur raten, mach dein Ding und lass dich nicht von deinen Leuten beeinflussen oder verunsichern. Ich liebe Leute die alles wissen ohne sich mit einer Sache wirklich beschäftigt zu haben.

    Wundere dich nicht wenn ich dir die nächsten drei Wochen nicht schreibe aber ich habe Urlaub. :D
    Kopf hoch

    Weißbär