Hallo einNeuer,
Du schreibst:
Es gibt die Theorie, und an die glaube ich auch, dass man, umso mehr man sich auf ein Thema konzentriert, dieses verstärkt.
Damit hast du wohl in den meisten Fällen recht. Inwieweit das auf die Suchtproblematik zu trifft, keine Ahnung.
Ich kann nur von mir schreiben. Ich denke nicht täglich – du bist Alk, also sein wachsam -. Dieses wachsam gehört zu meinem Leben, wie Vorsicht im Straßenverkehr oder Jacke an, es ist kalt.
Ich hadere nicht täglich oder monatlich mit mir, was wäre wenn du nicht getrunken hättest. Es ist nicht mehr zu ändern und ein hadern macht die Angelegenheit für mich noch anstrengender. Mich stören die Spirituosenregale im Supermarkt nicht, es geht mich nichts mehr an. Manchmal eine gewisse Dankbarkeit das das bevorraten, kalkulieren und so vorbei ist.
Mitleid mit trinkenden Strandbadbesuchern habe ich nicht, sie wissen was sie tun. Bei Alkoholikern am Bahnhof oder in der Fußgängerzone habe ich Mitleid. Auch die wissen was sie tun aber es ist wohl das Bild, was wäre wenn ich die Kurve nicht bekommen hätte.
Das Gefühl sich wegbeamen zu wollen, habe ich nur in schwierigen Situationen, z.B. als ich meine Katze habe einschläfern lassen müssen, da wäre ich gern mal eine Weile ‚weg’ gewesen. Stimmungsvolle Momente genieße ich ganz bewusst und zwar nüchtern.
So geht es mir aber es ist wohl bei jedem etwas anders. Ich muss allerdings dazu sagen, ich habe keine LZT gemacht. Selbsthilfegruppe und einmal wtl. Gruppe bei einer Suchtberatung war mein Weg.
Gruß
Weißbär